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16 Zoll

FT Wissenswelt – SUV & Offroad Ganzjahresreifen

SUV-Ganzjahresreifen und Allrad – Traktion, Kraftverteilung und Abrollumfang verstehen

Allradfahrzeuge können Antriebskräfte auf mehrere Räder beziehungsweise Achsen verteilen. Gerade auf Schnee, nasser Fahrbahn oder losem Untergrund kann das die Traktion beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen.

Allrad verändert jedoch nicht die grundlegende Reifenphysik. Bremsen, Seitenführung und Fahrstabilität hängen weiterhin davon ab, welche Kräfte die vier Reifen an ihren Aufstandsflächen übertragen können.

Zusätzlich spielt bei vielen Allradsystemen ein zweiter Punkt eine wichtige Rolle: Die Reifen sollten hinsichtlich Dimension, Abrollumfang, Profiltiefe, Bauart und Reifenfülldruck möglichst zu den Vorgaben des Fahrzeugs passen.

Traktion

Allrad kann die Antriebskraft auf mehrere Räder verteilen und dadurch das Anfahren auf rutschigem Untergrund unterstützen.

Abrollumfang

Unterschiede zwischen den Rädern können zu unterschiedlichen Raddrehzahlen führen und sind bei Allradsystemen technisch relevant.

Reifenabstimmung

Dimension, Reifenmodell, Profiltiefe und Reifenfülldruck sollten bei Allradfahrzeugen besonders sorgfältig zusammenpassen.

Allrad kann Traktion beim Anfahren und Beschleunigen verbessern, erzeugt aber weder zusätzliche Brems- noch Seitenführungshaftung. Gleichzeitig können größere Unterschiede beim Abrollumfang für bestimmte Allradsysteme technisch problematisch sein.

Was Allrad technisch mit den Reifen macht

Wie arbeitet ein Allradantrieb grundsätzlich?

Bei einem Allradfahrzeug können Antriebskräfte auf Vorder- und Hinterachse beziehungsweise auf mehrere Räder verteilt werden.

Je nach Fahrzeugkonzept kann diese Verteilung:

  • dauerhaft erfolgen
  • variabel geregelt werden
  • bei Bedarf zugeschaltet werden
  • über mechanische oder elektronisch geregelte Systeme erfolgen

Wie genau die Kraft verteilt wird, hängt vom jeweiligen Allradsystem ab.

„Allrad“ ist deshalb kein einzelnes technisches System. Unterschiedliche Hersteller und Fahrzeugmodelle können sehr unterschiedliche Antriebskonzepte verwenden.

Warum verbessert Allrad häufig das Anfahren?

Wird die Antriebskraft auf mehrere Räder verteilt, muss nicht ein einzelnes angetriebenes Rad beziehungsweise eine einzelne Achse die gesamte Antriebskraft übertragen.

Dadurch kann die verfügbare Haftung mehrerer Reifen genutzt werden.

Das ist besonders hilfreich auf:

  • Schnee
  • nasser Fahrbahn
  • Schotter
  • losem Untergrund
  • Steigungen
Allrad verbessert dabei die Nutzung der vorhandenen Reifenhaftung – er erzeugt keine zusätzliche Haftung zwischen Reifen und Fahrbahn.

Warum können auch Allradreifen durchdrehen?

Jeder Reifen besitzt nur eine begrenzte Möglichkeit, Antriebskraft auf die Fahrbahn zu übertragen.

Wird diese Grenze überschritten, entsteht Schlupf.

Auch ein modernes Allradsystem kann deshalb nicht verhindern, dass Räder bei zu hoher Anforderung oder sehr niedriger Fahrbahnhaftung an ihre physikalische Grenze kommen.

Allrad hilft beim Vortrieb – Bremsen und Lenken bleiben Reifenarbeit

Warum bremst ein Allrad-SUV nicht automatisch besser?

Beim Bremsen müssen alle Reifen die Bewegungsenergie des Fahrzeugs über ihre Kontaktflächen zur Fahrbahn abbauen.

Der zusätzliche Antrieb mehrerer Räder schafft dabei keine zusätzliche Reibung zwischen Reifen und Straße.

Allrad kann die Traktion beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen, ersetzt aber nicht die geeignete Bereifung für Bremsen und Seitenführung.

Warum kann Allrad auf Schnee ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln?

Ein Allrad-SUV kann auf einer verschneiten Straße häufig überraschend souverän anfahren.

Dadurch kann der Eindruck entstehen, die Fahrbahn biete viel Haftung.

Beim Bremsen zeigt sich jedoch möglicherweise, dass das tatsächliche Gripniveau deutlich geringer ist.

Gutes Anfahren ist deshalb kein Maßstab für den möglichen Bremsweg.

Warum hilft Allrad in einer Kurve nur begrenzt?

In der Kurve müssen die Reifen Seitenkräfte übertragen.

Das Allradsystem kann je nach Fahrzeug die Antriebsmomente beeinflussen und damit die Fahrdynamik unterstützen.

Die maximal mögliche Seitenführung bleibt jedoch durch die Reifenhaftung zur Fahrbahn begrenzt.

Abrollumfang – warum bei Allrad alle vier Reifen zusammenarbeiten müssen

Was bedeutet Abrollumfang?

Der Abrollumfang beschreibt vereinfacht den Weg, den ein Reifen bei einer vollständigen Umdrehung zurücklegt.

Er hängt unter anderem zusammen mit:

  • Reifendimension
  • Reifenkonstruktion
  • Profiltiefe
  • Reifenfülldruck
  • Belastung

Der reale Abrollumfang kann deshalb auch bei nominell gleicher Reifengröße geringfügig variieren.

Warum führt unterschiedlicher Abrollumfang zu unterschiedlichen Raddrehzahlen?

Ein Reifen mit kleinerem effektivem Umfang muss für dieselbe zurückgelegte Strecke häufiger rotieren als ein Reifen mit größerem Umfang.

Bei einem Allradfahrzeug können dadurch dauerhaft Drehzahldifferenzen zwischen Vorder- und Hinterachse beziehungsweise einzelnen Rädern entstehen.

Genau deshalb können Unterschiede beim Reifenabrollumfang für die Allradtechnik relevanter sein als bei einem Fahrzeug mit nur einer angetriebenen Achse.

Warum können dauerhafte Drehzahldifferenzen problematisch sein?

Bestimmte Allradsysteme besitzen Kupplungen, Differenziale oder andere Bauteile, die Drehzahlunterschiede zwischen den Achsen ausgleichen beziehungsweise regeln.

Sind Unterschiede permanent vorhanden, obwohl das Fahrzeug geradeaus fährt, können entsprechende Komponenten stärker arbeiten müssen.

Wie empfindlich ein Allradsystem auf unterschiedliche Abrollumfänge reagiert, hängt stark vom konkreten Fahrzeug und der Konstruktion des Antriebsstrangs ab.

Profiltiefe und Reifenverschleiß verändern den Abrollumfang

Warum verändert weniger Profil den Reifenabrollumfang?

Wenn ein Reifen Profil verliert, wird sein Außendurchmesser geringfügig kleiner.

Dadurch sinkt auch sein geometrischer Umfang.

Zwischen einem neuen und einem deutlich abgefahrenen Reifen kann deshalb ein messbarer Unterschied entstehen.

Warum ist das bei Allradfahrzeugen wichtig?

Wenn beispielsweise zwei Reifen neu und zwei Reifen deutlich stärker abgefahren sind, können Vorder- und Hinterachse unterschiedliche effektive Abrollumfänge besitzen.

Das kann zu unterschiedlichen Raddrehzahlen führen.

Genau deshalb verlangen beziehungsweise empfehlen manche Fahrzeughersteller bei Allradfahrzeugen bestimmte Grenzen für Profiltiefen- oder Umfangsunterschiede.

Gibt es einen allgemeinen maximalen Profiltiefenunterschied für alle Allradfahrzeuge?

Nein.

Eine pauschale Millimeterregel für sämtliche Allradsysteme wäre technisch nicht sauber.

Die zulässigen beziehungsweise empfohlenen Unterschiede können vom Fahrzeughersteller, Allradsystem und Reifenkonzept abhängen.

Bei Allradfahrzeugen sollte deshalb die fahrzeugspezifische Vorgabe geprüft werden, bevor nur ein oder zwei stark abweichende Reifen ersetzt werden.

Ein Reifen ersetzen oder alle vier? – Warum die Antwort vom Fahrzeug abhängt

Müssen bei einem Allradfahrzeug immer alle vier Reifen gleichzeitig ersetzt werden?

Nein, nicht automatisch.

Es gibt Allradfahrzeuge, bei denen ein begrenzter Unterschied zwischen den Reifen zulässig ist.

Bei anderen Fahrzeugen können engere Vorgaben gelten.

Deshalb sollte nicht pauschal behauptet werden:

„Allrad = immer vier neue Reifen.“

Wann kann der Ersatz nur eines Reifens problematisch werden?

Wenn die übrigen Reifen bereits deutlich verschlissen sind, kann ein neuer Reifen einen merklich größeren Abrollumfang besitzen.

Damit können sich die Raddrehzahlen stärker unterscheiden.

Zusätzlich können sich unterscheiden:

  • Profiltiefe
  • Profilsteifigkeit
  • Nässeverhalten
  • Schnee- und Wintereigenschaften

Warum kann auch der Ersatz von nur zwei Reifen geprüft werden müssen?

Werden nur die Reifen einer Achse erneuert, kann zwischen Vorder- und Hinterachse ebenfalls ein Unterschied beim Abrollumfang entstehen.

Ob dieser Unterschied technisch zulässig ist, lässt sich nicht allein aus der Reifenbezeichnung ableiten.

Bei Allradfahrzeugen sollte vor einem Teilersatz deshalb geprüft werden, welche Vorgaben der Fahrzeughersteller zum Reifenabrollumfang beziehungsweise zu Verschleißunterschieden macht.

Gleiche Reifengröße bedeutet nicht automatisch identischer Abrollumfang

Können zwei Reifen derselben Dimension unterschiedlich groß ausfallen?

Ja, innerhalb der zulässigen technischen Toleranzen können sich Reifen unterschiedlicher Modelle oder Hersteller geringfügig unterscheiden.

Eine nominelle Größe wie:

235/55 R18

beschreibt definierte Reifendimensionen, bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass jeder Reifen im realen Betrieb exakt denselben dynamischen Abrollumfang besitzt.

Warum können unterschiedliche Reifenmodelle am Allrad problematisch sein?

Neben möglichen Unterschieden beim Abrollumfang können Reifenmodelle auch bei:

  • Profilgestaltung
  • Gummimischung
  • Steifigkeit
  • Traktion
  • Nasshaftung
  • Schneeverhalten

unterschiedlich reagieren.

Gerade bei Allradfahrzeugen ist eine möglichst homogene Bereifung an allen vier Rädern deshalb technisch sinnvoll.

Sollten auf allen vier Rädern derselbe Hersteller und dasselbe Reifenmodell montiert sein?

Eine einheitliche Bereifung kann dazu beitragen, dass Profilkonzept, Mischung und Abrollverhalten möglichst ähnlich sind.

Ob dies für das konkrete Fahrzeug zwingend vorgeschrieben ist, hängt jedoch von den jeweiligen Fahrzeug- und Reifenvorgaben ab.

Wo fahrzeugseitig entsprechende Vorgaben bestehen, sollten diese eingehalten werden. Unabhängig davon ist eine möglichst einheitliche Bereifung bei Allradfahrzeugen technisch grundsätzlich sinnvoll.

Reifenfülldruck beeinflusst ebenfalls den Betrieb am Allradfahrzeug

Warum ist unterschiedlicher Reifenfülldruck relevant?

Der Reifenfülldruck beeinflusst die Verformung des Reifens unter Last.

Damit verändert er auch den effektiven Abrollzustand des Reifens.

Stark unterschiedliche Betriebsdrücke zwischen vergleichbaren Reifen können daher nicht nur Fahrverhalten und Verschleiß, sondern auch Raddrehzahlen beeinflussen.

Kann falscher Reifenfülldruck wie unterschiedlicher Reifenverschleiß wirken?

Die Ursachen sind technisch verschieden, aber beide können das Verformungs- und Abrollverhalten eines Reifens verändern.

Deshalb sollte bei auffälligen Raddrehzahlunterschieden oder Allrad-Warnmeldungen nicht ausschließlich an Profiltiefe gedacht werden.

Eine einfache Kontrolle des fahrzeugbezogenen Reifenfülldrucks gehört deshalb zu den ersten grundlegenden Prüfungen.

Sollten alle vier Reifen denselben Druck haben?

Nicht zwingend.

Fahrzeughersteller können für Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifenfülldruckwerte vorgeben.

Maßgeblich ist deshalb nicht „überall derselbe Druck“, sondern:

der richtige fahrzeugbezogene Reifenfülldruck für Vorder- und Hinterachse sowie den jeweiligen Lastzustand.

Ganzjahresreifen, Allrad und winterliche Fahrbahn

Warum kann Allrad mit Ganzjahresreifen auf Schnee gut funktionieren?

Ein geeigneter Ganzjahresreifen mit entsprechendem Winterprofil kann Schneetraktion bereitstellen.

Ein Allradsystem kann diese vorhandene Traktion über mehrere angetriebene Räder nutzen.

Dadurch kann insbesondere das Anfahren erleichtert werden.

Was bedeutet das Alpine-Symbol dabei?

Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol (3PMSF) erfüllen die für diese Kennzeichnung vorgeschriebenen Anforderungen an die Schneetraktion.

Das macht jedoch nicht jeden gekennzeichneten Reifen in allen Winterdisziplinen gleich.

Auch beim Allrad-SUV bleiben Reifenmodell, Profiltiefe, Fahrbahnzustand und Geschwindigkeit für die tatsächliche Winterperformance entscheidend.

Warum kann ein schweres Allrad-SUV trotz guter Traktion lange bremsen?

Beim Bremsen muss die Bewegungsenergie des Fahrzeugs abgebaut werden.

Ein hohes Fahrzeuggewicht bedeutet dabei eine entsprechend große zu kontrollierende Masse.

Der Vorteil des Allradantriebs beim Anfahren verändert die verfügbare Reifenhaftung beim Bremsen nicht.

Allrad kann helfen, ein schweres SUV in Bewegung zu bringen – beim Verzögern bleibt die Reifenhaftung der entscheidende Faktor.

Elektronische Allradsysteme, ESP und Raddrehzahlen

Warum messen moderne Fahrzeuge ständig die Raddrehzahlen?

Raddrehzahlen werden für verschiedene Fahrzeugsysteme benötigt, beispielsweise:

  • ABS
  • ESP
  • Traktionskontrolle
  • Allradregelung

Daraus kann das Fahrzeug erkennen, ob einzelne Räder schneller oder langsamer rotieren als erwartet.

Kann das Fahrzeug Reifenverschleiß direkt erkennen?

Das Fahrzeug misst normalerweise nicht direkt die Profiltiefe.

Unterschiedliche Reifenabrollverhältnisse können sich jedoch über Raddrehzahlen bemerkbar machen.

Die daraus gezogenen Schlüsse hängen vom jeweiligen Fahrzeugsystem ab.

Warum können elektronische Systeme die Physik nicht ausgleichen?

Regelsysteme können Motormoment reduzieren, Bremskräfte beeinflussen oder Antriebsmomente verteilen.

Sie können jedoch nur mit der Reifenhaftung arbeiten, die tatsächlich vorhanden ist.

Elektronik kann vorhandene Haftung intelligent nutzen – sie kann fehlenden Reifen-Grip nicht erzeugen.

Allrad und Reifen technisch im Überblick

Einfluss Technische Wirkung Warum bei Allrad relevant?
Allradantrieb Verteilt Antriebskräfte auf mehrere Räder beziehungsweise Achsen Kann Traktion beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen
Reifenhaftung Begrenzt übertragbare Antriebs-, Brems- und Seitenkräfte Bleibt die physikalische Grundlage aller Fahrsituationen
Abrollumfang Bestimmt mit, wie viele Umdrehungen ein Reifen pro Strecke benötigt Unterschiede können dauerhafte Raddrehzahldifferenzen erzeugen
Profiltiefe Beeinflusst Außendurchmesser und Reifenfunktion Stark unterschiedliche Verschleißzustände können Umfangsunterschiede erzeugen
Reifenmodell Kann sich bei Konstruktion und realem Abrollverhalten unterscheiden Eine möglichst homogene Bereifung ist technisch sinnvoll
Reifenfülldruck Beeinflusst Verformung und effektiven Abrollzustand Starke Abweichungen können zusätzliche Unterschiede erzeugen
ESP / Traktionskontrolle Regelt Brems- und Antriebskräfte Kann vorhandene Reifenhaftung besser nutzen, aber nicht vergrößern

Typische Irrtümer zu SUV-Ganzjahresreifen und Allrad

Behauptung Richtige Einordnung
„Allrad erzeugt mehr Reifenhaftung.“ Nein. Allrad verteilt Antriebskraft und kann vorhandene Haftung besser nutzen.
„Ein Allrad-SUV bremst auf Schnee automatisch besser.“ Nein. Beim Bremsen bleibt die Reifenhaftung an allen vier Rädern entscheidend.
„Wenn ein Allrad gut anfährt, ist die Straße griffig.“ Nicht unbedingt. Gute Anfahrtraktion kann ein deutlich niedrigeres Brems- und Seitenführungsniveau verdecken.
„Bei Allrad müssen immer alle vier Reifen gleichzeitig erneuert werden.“ Nicht pauschal. Entscheidend sind die fahrzeugspezifischen Vorgaben zu Reifen, Profiltiefen- und Abrollumfangsunterschieden.
„Gleiche Reifengröße bedeutet exakt gleicher Abrollumfang.“ Nicht zwingend. Reifenmodell, Verschleiß, Druck und Konstruktion können den realen Abrollzustand beeinflussen.
„Ein neuer Reifen und drei stark abgefahrene Reifen sind bei Allrad immer unproblematisch.“ Nein. Der entstehende Unterschied sollte entsprechend der Fahrzeugvorgaben geprüft werden.
„Bei Allrad sind Profiltiefenunterschiede egal.“ Nein. Sie können den Abrollumfang und damit die Raddrehzahlen beeinflussen.
„Alle Allradsysteme vertragen denselben Abrollumfangsunterschied.“ Nein. Die technischen Grenzen können je nach Fahrzeug und Allradsystem unterschiedlich sein.
„Alle vier Reifen müssen denselben Luftdruck haben.“ Nicht zwingend. Maßgeblich sind die fahrzeugbezogenen Vorgaben für Vorder- und Hinterachse.
„ESP und Allrad gleichen ungeeignete Reifen aus.“ Nein. Elektronische Systeme können nur die tatsächlich vorhandene Reifenhaftung nutzen.

Bei Allradfahrzeugen müssen vier Reifen als System betrachtet werden

Allrad verbindet Vorder- und Hinterachse stärker miteinander als ein reiner Zweiradantrieb.

Deshalb spielen nicht nur einzelne Reifenwerte eine Rolle, sondern auch die Abstimmung der vier Reifen untereinander.

Besonders relevant sind:

Dimension → Reifenmodell → Abrollumfang → Profiltiefe → Reifenfülldruck → Fahrzeugvorgaben.

Wie groß Unterschiede tatsächlich sein dürfen, hängt jedoch vom konkreten Fahrzeug und dessen Allradsystem ab.

Eine pauschale Regel wie „maximal X Millimeter Profiltiefenunterschied bei jedem Allrad“ wäre deshalb nicht fachgerecht. Entscheidend sind die Vorgaben des jeweiligen Fahrzeugherstellers.

SUV- & Offroad-Ganzjahresreifen bei FT-Reifen

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Gerade bei Allradfahrzeugen sollten neben Reifengröße, Load Index, Speed Symbol und Alpine-Symbol auch die Vorgaben des Fahrzeugherstellers zur zulässigen Bereifung und zur Abstimmung der Räder berücksichtigt werden.

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Häufige Fragen zu SUV-Ganzjahresreifen und Allrad

Braucht ein Allrad-SUV andere Ganzjahresreifen als ein Fahrzeug mit Zweiradantrieb?

Nicht allein wegen des Allradantriebs. Entscheidend sind die für das konkrete Fahrzeug vorgesehenen Reifendimensionen, Tragfähigkeiten und weiteren Reifenanforderungen. Bei Allrad kommt jedoch die Abstimmung der vier Reifen hinsichtlich Abrollumfang und Verschleiß stärker in den Fokus.

Warum ist der Abrollumfang bei Allrad wichtig?

Unterschiedliche Abrollumfänge führen bei gleicher Fahrgeschwindigkeit zu unterschiedlichen Raddrehzahlen. Bestimmte Allradsysteme können dadurch dauerhaft stärker regeln beziehungsweise Unterschiede ausgleichen müssen.

Verändert Profiltiefe den Abrollumfang?

Ja. Mit zunehmendem Profilverschleiß wird der Außendurchmesser des Reifens geringfügig kleiner und damit verändert sich auch sein Umfang.

Wie viel Profiltiefenunterschied darf ein Allradfahrzeug haben?

Das lässt sich nicht pauschal für alle Allradfahrzeuge beantworten. Maßgeblich sind die Vorgaben des jeweiligen Fahrzeugherstellers und das konkrete Allradsystem.

Müssen bei Allrad immer alle vier Reifen erneuert werden?

Nein, nicht automatisch. Entscheidend ist, ob die verbleibenden Unterschiede bei Profiltiefe und Abrollumfang innerhalb der Vorgaben des Fahrzeugs liegen.

Kann ich bei einem Allrad-SUV nur zwei Reifen erneuern?

Das kann je nach Fahrzeug und verbleibendem Verschleiß möglich sein. Vorher sollte geprüft werden, welche Unterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse das konkrete Allradsystem zulässt.

Kann ich nur einen Reifen am Allrad ersetzen?

Das hängt vom Zustand der übrigen Reifen und den Fahrzeugvorgaben ab. Ein neuer Reifen kann gegenüber stark verschlissenen Reifen einen abweichenden Abrollumfang besitzen.

Müssen alle vier Reifen dasselbe Modell sein?

Eine möglichst homogene Bereifung ist technisch sinnvoll. Ob ein bestimmtes Fahrzeug dies ausdrücklich verlangt, richtet sich nach den jeweiligen Fahrzeug- und Reifenvorgaben.

Haben Reifen derselben Größe immer denselben Abrollumfang?

Nicht exakt. Reifenkonstruktion, Modell, Profiltiefe, Betriebsdruck und Belastung können den realen Abrollzustand beeinflussen.

Warum bremst ein Allrad-SUV nicht automatisch besser?

Weil Allrad hauptsächlich die Verteilung der Antriebskräfte beeinflusst. Beim Bremsen bleibt die Reifenhaftung zwischen allen vier Reifen und der Fahrbahn entscheidend.

Hilft Allrad auf Schnee?

Ja, besonders beim Anfahren und Beschleunigen kann Allrad die vorhandene Traktion besser nutzen. Er erzeugt jedoch keine zusätzliche Reifenhaftung.

Ersetzt Allrad wintergeeignete Ganzjahresreifen?

Nein. Allrad kann die Traktion beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen, ersetzt aber nicht die geeignete Bereifung für Bremsen und Seitenführung.

Warum ist der Reifenfülldruck bei Allrad wichtig?

Der Reifenfülldruck beeinflusst Verformung, Fahrverhalten und effektiven Abrollzustand. Maßgeblich sind die fahrzeugbezogenen Vorgaben für Vorder- und Hinterachse sowie den jeweiligen Lastzustand.

Können ESP und Traktionskontrolle unterschiedliche Reifen ausgleichen?

Sie können Fahrkräfte regeln, aber grundlegende Unterschiede bei Reifenhaftung, Abrollverhalten oder Verschleiß nicht beliebig kompensieren.

Beim Allrad-SUV arbeiten vier Reifen und Antriebstechnik als gemeinsames System

Allrad kann einen entscheidenden Vorteil beim Vortrieb bringen:

Die vorhandene Traktion kann auf mehrere angetriebene Räder verteilt werden.

Doch daraus folgt nicht:

mehr Bremsgrip → mehr Kurvenhaftung → unbegrenzte Wintertraktion.

Diese Eigenschaften bleiben durch den Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn begrenzt.

Zusätzlich kommt bei Allradfahrzeugen die Abstimmung der vier Reifen untereinander hinzu:

Reifendimension → Reifenmodell → Profiltiefe → Abrollumfang → fahrzeugbezogener Reifenfülldruck → Allradsystem.

Unterschiedliche Profiltiefen oder Reifenmodelle können unterschiedliche Abrollumfänge und damit unterschiedliche Raddrehzahlen erzeugen.

Wie viel Unterschied zulässig ist, lässt sich jedoch nicht mit einer einzigen Regel für alle Allradfahrzeuge beantworten.

Die Vorgaben des konkreten Fahrzeugherstellers sind deshalb entscheidend.

Das gilt besonders beim Ersatz einzelner oder paarweiser Reifen.

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