LKW Luftdrucktabelle
FT Praxiswelt
LKW Reifendrucktabelle
Der richtige Reifendruck ist bei LKW-Reifen sicherheitsrelevant. Zu niedriger, zu hoher oder nicht zur Achslast passender Luftdruck kann zu erhöhtem Verschleiß, höherem Kraftstoffverbrauch, starker Erwärmung und gefährlichen Karkassenschäden führen.
Diese FT Praxiswelt dient als Orientierung für gängige LKW-, LLKW- und Trailergrößen. Der tatsächliche Luftdruck muss immer zur Achslast, Reifengröße, Tragfähigkeit, Einsatzart und Herstellerangabe passen.
Wichtiger Hinweis
Die folgenden Werte sind keine verbindlichen Freigaben, sondern praxisnahe Orientierungsbereiche. Maßgeblich sind immer die Luftdrucktabellen des Reifenherstellers, die Achslasten, die Fahrzeugunterlagen und die tatsächliche Bereifung.
Reifendruck immer kalt prüfen. Nach längerer Fahrt ist der Druck erwärmt und darf nicht einfach auf den Kaltwert abgesenkt werden.
FT-Reifen Hinweis
Grundlagen zu LKW-Reifen, Achspositionen, Profilarten, Karkassen, Tragfähigkeit und Einsatzbereichen finden Sie in unserem ausführlichen FT-Reifen Ratgeber.
Orientierungswerte für gängige LKW-Reifengrößen
LKW-Reifendruck lässt sich nicht allein über die Reifengröße festlegen. Die folgenden Bereiche sind nur grobe Praxiswerte und müssen immer mit Achslast, Tragfähigkeitsindex, Einsatzbereich und Herstellerangaben abgeglichen werden.
- 205/75 R17.5: leichte LKW, Anhänger und Verteilerverkehr, häufig ca. 6,5–8,5 bar kalt.
- 215/75 R17.5: leichte LKW, Anhänger und Verteilerverkehr, häufig ca. 6,5–8,5 bar kalt.
- 225/75 R17.5: LLKW, 7,5-Tonner, Anhänger und Verteilerverkehr, häufig ca. 7,0–8,5 bar kalt.
- 235/75 R17.5: 7,5-Tonner, Anhänger und Verteilerfahrzeuge, häufig ca. 7,0–9,0 bar kalt.
- 245/70 R17.5: Verteilerverkehr, Anhänger und kommunale Fahrzeuge, häufig ca. 7,0–9,0 bar kalt.
- 265/70 R19.5: mittlere LKW, LLKW, Anhänger und Nahverkehr, häufig ca. 7,5–9,5 bar kalt.
- 285/70 R19.5: LKW, Anhänger und Verteilerverkehr, häufig ca. 7,5–9,5 bar kalt.
- 305/70 R19.5: schwere Verteilerfahrzeuge und Anhänger, häufig ca. 8,0–9,5 bar kalt.
- 315/70 R22.5: Fernverkehr, Verteilerverkehr und Bus, häufig ca. 8,0–9,5 bar kalt.
- 315/80 R22.5: Fernverkehr, Baustelle und schwere LKW, häufig ca. 8,0–9,5 bar kalt.
- 385/55 R22.5: Trailer, Lowliner und Auflieger, häufig ca. 8,0–9,0 bar kalt.
- 385/65 R22.5: Trailer, Auflieger und bestimmte Lenkachsen, häufig ca. 8,0–9,0 bar kalt.
- 425/65 R22.5: Baustellenfahrzeuge, Anhänger und Spezialfahrzeuge, häufig ca. 7,5–9,0 bar kalt.
- 445/65 R22.5: Baustellenfahrzeuge, Schwerlast und Spezialfahrzeuge, häufig ca. 7,5–9,0 bar kalt.
Diese Werte dürfen nicht pauschal übernommen werden. Entscheidend sind immer die tatsächliche Achslast, der Reifenhersteller, der Lastindex und der konkrete Einsatz des Fahrzeugs.
LLKW-Reifen zwischen 7,5 und 12 Tonnen
Im Bereich zwischen klassischen Transportern und schweren LKW kommen häufig Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von etwa 7,5 bis 12 Tonnen zum Einsatz.
Diese Fahrzeuge werden bei FT Reifen dem Bereich LLKW Reifen zugeordnet.
- Verteilerverkehr
- Handwerksbetriebe
- Kommunalfahrzeuge
- Abschleppfahrzeuge
- Kofferfahrzeuge
- Pritschenfahrzeuge
- leichte Baustellenfahrzeuge
Gerade bei diesen Fahrzeugen ist die tatsächliche Achslast oft sehr unterschiedlich. Deshalb sollte der Reifendruck regelmäßig kontrolliert und an die Beladung angepasst werden.
Warum falscher Luftdruck gefährlich ist
Ein zu niedriger Luftdruck führt dazu, dass der Reifen stärker walkt. Dabei entsteht Wärme in der Karkasse. Besonders bei schweren Nutzfahrzeugen kann das gefährlich werden.
- stärkere Erwärmung
- höherer Verschleiß
- erhöhter Kraftstoffverbrauch
- Schäden an Karkasse und Seitenwand
- erhöhtes Risiko eines Reifenausfalls
Auch zu hoher Luftdruck kann problematisch sein, weil die Aufstandsfläche kleiner wird, der Reifen härter läuft und sich das Verschleißbild ungünstig verändern kann.
Zwillingsbereifung besonders beachten
Bei Zwillingsbereifung ist der Reifendruck besonders wichtig. Hat ein Reifen deutlich weniger Luftdruck, übernimmt der andere Reifen einen größeren Teil der Last.
Das kann dazu führen, dass ein Reifen überlastet wird, ohne dass es sofort auffällt. Gerade bei Zwillingsbereifung werden schleichende Luftverluste oft spät erkannt.
- beide Reifen einer Zwillingsbereifung regelmäßig prüfen
- Druckunterschiede vermeiden
- Profilhöhe und Abrollumfang beachten
- Ventilverlängerungen kontrollieren
- beschädigte oder platt gefahrene Reifen kritisch beurteilen
Bei Zwillingsbereifung niemals nur einen Reifen betrachten. Druck, Profilhöhe, Abrollumfang und Zustand beider Reifen einer Zwillingsposition müssen zusammen bewertet werden.
Baustellen- und Mischverkehr
Bei Baustellenfahrzeugen, Kippern und Fahrzeugen im Mischverkehr können Luftdruck und Reifenwahl besonders anspruchsvoll sein. Die Reifen müssen sowohl Lasten tragen als auch Schnitt-, Stoß- und Walkbelastungen aushalten.
Hier sollte der Reifendruck nicht nur nach Größe, sondern immer nach Einsatz, Achslast, Geschwindigkeit und Herstellerangaben festgelegt werden.
- Kipper und Baustellenfahrzeuge anders bewerten als Fernverkehr
- Reifen für Mischverkehr und Baustelle passend auswählen
- Luftdruck bei hoher Last regelmäßig kontrollieren
- Schäden durch Steine, Kanten und Baustelleneinsatz beachten
Gefährliche Karkassenschäden nach langem Plattfahren
Besonders gefährlich sind LKW-Reifen, die längere Zeit mit zu geringem Luftdruck oder vollständig platt gefahren wurden.
Bei Zwillingsbereifungen wird ein platter Reifen oft spät bemerkt, weil der zweite Reifen zunächst einen Teil der Last übernimmt. Dadurch kann ein beschädigter Reifen viele Kilometer weiterlaufen.
Die Karkasse kann innerlich bereits schwer geschädigt sein, obwohl von außen nicht immer eindeutige Plattrollspuren sichtbar sind.
- Überhitzung der Karkasse
- Trennungen innerhalb der Karkassenlagen
- geschwächte Reifenstruktur
- unsichtbare innere Schäden
- hohes Risiko beim erneuten Befüllen
Nach längerem Fahren mit Luftverlust muss die Karkasse kritisch beurteilt werden. Ein äußerlich unauffälliger Reifen kann innerlich bereits schwer beschädigt sein.
Verdächtige Reifen nur mit höchster Vorsicht befüllen
Verdächtige, reparierte oder zuvor platt gefahrene Nutzfahrzeugreifen sollten beim Befüllen mit besonderer Vorsicht behandelt werden.
Während des Befüllens muss auf ungewöhnliche Anzeichen geachtet werden:
- Knirschgeräusche
- Knackgeräusche
- plötzliche Verformungen
- auffälliges Arbeiten der Seitenwand
- ungewöhnliches Verhalten beim Druckaufbau
Ein durch Plattfahren geschädigter Nutzfahrzeugreifen kann beim weiteren Befüllen oder beim Erreichen des Betriebsdrucks plötzlich versagen.
Reifendruck richtig prüfen
- Reifendruck möglichst kalt messen
- geeichtes oder geeignetes Prüfgerät verwenden
- Ventile und Ventilverlängerungen prüfen
- Staubkappen wieder montieren
- bei Zwillingsbereifung beide Reifen einzeln prüfen
- Achslasten und Herstellerdrucktabellen berücksichtigen
Nach längerer Fahrt ist der Reifendruck erhöht, weil sich Reifen und Luft erwärmt haben. Dieser warme Druck darf nicht einfach auf den Kaltwert abgesenkt werden.
FT-Reifen Praxiswissen
Bei LKW-Reifen reicht eine pauschale Druckangabe oft nicht aus. Entscheidend sind Achslast, Reifengröße, Tragfähigkeitsindex, Einsatzbereich und Fahrzeugaufbau.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Reifendruck für Ihr Fahrzeug oder Ihren Anhänger geeignet ist, unterstützen wir Sie gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Hilfreich sind Reifengröße, Achslasten, Fahrzeugtyp, Einsatzbereich und Fotos der Reifenflanke.
Typische Fehler in der Praxis
- Luftdruck nur nach Reifengröße wählen: Achslast, Lastindex und Einsatzbereich werden dabei oft nicht berücksichtigt.
- Warm gefahrene Reifen auf Kaltwert absenken: Dadurch kann der Reifen nach dem Abkühlen mit zu wenig Druck laufen.
- Zwillingsbereifung nicht einzeln prüfen: Ein Reifen kann Luft verlieren, während der zweite Reifen die Last teilweise übernimmt.
- Platt gefahrene Reifen ungeprüft wieder befüllen: Innere Karkassenschäden können äußerlich unauffällig sein.
- Ventilverlängerungen nicht kontrollieren: Gerade bei Zwillingsbereifung können hier schleichende Luftverluste entstehen.
- Baustelleneinsatz wie Fernverkehr bewerten: Schnitt-, Stoß- und Walkbelastungen sind im Mischverkehr deutlich höher.
Viele Reifenschäden entstehen nicht plötzlich, sondern durch falschen Luftdruck, Überlastung, Wärmeentwicklung oder zu spät erkannte Vorschäden.
Passende Bereiche im FT-Reifen Shop
Reifen für Nutzfahrzeuge, Fernverkehr, Verteilerverkehr, Baustellenfahrzeuge, Busse und Anhänger.
LKW Reifen anzeigenEine der wichtigsten Reifenkategorien für Fernverkehr, Trailer und schwere Nutzfahrzeuge.
LKW Reifen 22.5 Zoll anzeigenReifen für leichte und mittlere LKW im Bereich von etwa 7,5 bis 12 Tonnen Gesamtgewicht.
LLKW Reifen anzeigenGrundlagen zu Achspositionen, Profilarten, Karkassen, Tragfähigkeit und Einsatzbereichen.
Zum LKW-Reifen RatgeberWeitere FT Wissenswelt Themen
Was Reifengröße, Lastindex, Geschwindigkeitssymbol und weitere Kennzeichnungen bedeuten.
Reifenabkürzungen ansehenEinblick in Aufbau, Materialien und Herstellung moderner Reifen.
Reifenaufbau verstehenWeitere Informationen rund um Luftdruck, Tragfähigkeit und Einsatzbedingungen.
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Mehr über FT ReifenHäufige Fragen zum LKW-Reifendruck
Nein. Die Reifengröße ist nur ein Faktor. Entscheidend sind auch Achslast, Tragfähigkeitsindex, Einsatzbereich, Geschwindigkeit und Herstellerangaben.
Während der Fahrt erwärmt sich der Reifen und der Druck steigt. Deshalb sollten Vergleichswerte immer auf kaltem Reifen geprüft werden.
Bei Zwillingsbereifung kann ein Reifen Luft verlieren, während der andere Reifen zunächst einen Teil der Last übernimmt. Dadurch wird Luftverlust oft spät bemerkt.
Nur nach kritischer Prüfung. Durch längeres Plattfahren kann die Karkasse innerlich schwer beschädigt sein, auch wenn der Reifen äußerlich noch unauffällig wirkt.
Verbindlich sind immer die Drucktabellen des Reifenherstellers, die tatsächlichen Achslasten, Fahrzeugunterlagen und die Beurteilung durch fachkundiges Personal.
Rechtlicher Hinweis
Diese LKW-Reifendrucktabelle dient ausschließlich der Orientierung. Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind immer die Angaben des Reifenherstellers, die tatsächlichen Achslasten, Fahrzeugunterlagen, Tragfähigkeitsdaten und Sicherheitsvorschriften.
FT Reifen erklärt Reifenpraxis
LKW-Reifendruck ist kein Pauschalwert. Entscheidend sind Achslast, Reifengröße, Tragfähigkeit, Einsatzbereich und Herstellerangaben.
FT Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung im Reifenhandel mit echter Praxis aus Beratung, Montage und technischer Bewertung. Wir verkaufen nicht einfach Reifen. Wir erklären Reifen.