Oldtimer Reifengrößen
FT Wissenswelt
Oldtimer Reifengrößen Umrüsttabelle
Viele Oldtimer und Youngtimer wurden ursprünglich mit Reifengrößen ausgeliefert, die heute nur noch schwer oder gar nicht mehr erhältlich sind.
Besonders alte Zollgrößen und Diagonalreifen sind oft betroffen. In vielen Fällen kann jedoch eine Umrüstung auf eine moderne Reifengröße möglich sein. Diese FT Wissenswelt hilft bei der ersten Orientierung.
Wichtiger Hinweis
Die folgenden Angaben sind unverbindliche Orientierungswerte. Eine Umrüstung muss immer fahrzeugspezifisch geprüft werden.
Maßgeblich sind Fahrzeugpapiere, zulässige Felgenbreite, Abrollumfang, Traglast, Geschwindigkeitsindex, Freigängigkeit am Fahrzeug sowie die Vorgaben der Prüforganisation. Alle Angaben ohne Gewähr.
Praxisbeispiel aus der FT Wissenswelt
Bei einem Ford Taunus B7B aus dem Jahr 1971 war ursprünglich die Reifengröße 6.40-13 relevant.
Da diese Größe heute nicht mehr problemlos verfügbar ist, wurde das Fahrzeug auf 175 R13 mit Uniroyal Reifen umgerüstet.
Dafür wurde der Kundendienst von Continental / Uniroyal kontaktiert. Eine technische Freigabe zur Vorlage beim TÜV konnte bereitgestellt werden. Dieses Beispiel zeigt: Wenn eine historische Reifengröße nicht mehr verfügbar ist, kann eine fachlich geprüfte Umrüstung oft eine sinnvolle Lösung sein.
Umrüsttabelle alte Reifengrößen auf moderne Größen
Die folgende Übersicht zeigt alte Reifengrößen und mögliche moderne Vergleichsgrößen. Sie ersetzt keine technische Prüfung, keine Freigabe und keine TÜV-Abnahme.
- 4.00-8: mögliche moderne Größe 125/80 R8, häufig bei Kleinstfahrzeugen, Anhängern und Sonderfahrzeugen. Felgenbreite und Traglast prüfen.
- 4.80-8: mögliche moderne Größe 135/80 R8, häufig bei Kleinanhängern und älteren Kleinfahrzeugen. Freigängigkeit prüfen.
- 5.00-10: mögliche moderne Größe 145/80 R10, häufig bei klassischen Kleinwagen, Mini und Sonderfahrzeugen. Abrollumfang und Fahrzeugpapiere prüfen.
- 5.20-10: mögliche moderne Größe 145/80 R10, häufig bei älteren Kleinwagen. Herstellerfreigabe kann erforderlich sein.
- 5.20-12: mögliche moderne Größe 145/80 R12, häufig bei Kleinwagen und älteren Kompaktfahrzeugen. Felgenbreite beachten.
- 5.20-13: mögliche moderne Größe 145/80 R13, häufig bei Oldtimer-Kleinwagen. Tachoabweichung prüfen.
- 5.60-13: mögliche moderne Größe 155/80 R13, häufig bei kompakten Oldtimern und Youngtimern. Traglast und Freigängigkeit prüfen.
- 5.60-14: mögliche moderne Größe 155/80 R14, häufig bei älteren Mittelklassefahrzeugen. Fahrzeugpapiere beachten.
- 5.60-15: mögliche moderne Größe 155/80 R15, häufig bei Oldtimern mit 15-Zoll-Bereifung. Felgenbreite und Abrollumfang prüfen.
- 6.00-13: mögliche moderne Größe 165/80 R13, häufig bei Oldtimern und Youngtimern. Herstellerfreigabe prüfen.
- 6.00-14: mögliche moderne Größe 165/80 R14, häufig bei älteren Limousinen und Kombis. TÜV-Anforderungen beachten.
- 6.00-15: mögliche moderne Größe 165/80 R15, häufig bei klassischen Limousinen und Oldtimern. Traglastindex beachten.
- 6.40-13: mögliche moderne Größe 175 R13, zum Beispiel bei älteren Ford-Modellen. Praxisbeispiel: Ford Taunus B7B, Freigabe prüfen.
- 6.40-14: mögliche moderne Größe 175/80 R14, häufig bei Oldtimer-Mittelklasse. Abrollumfang und Freigängigkeit prüfen.
- 6.40-15: mögliche moderne Größe 185/80 R15, häufig bei größeren Oldtimer-Limousinen. Felgenbreite und Tachoabweichung prüfen.
- 6.50-13: mögliche moderne Größe 185/70 R13, häufig bei sportlicheren Oldtimern und Youngtimern. Querschnittsänderung beachten.
- 6.50-14: mögliche moderne Größe 185/80 R14, häufig bei klassischer Mittelklasse. Freigängigkeit im Radhaus prüfen.
- 6.50-15: mögliche moderne Größe 185/80 R15, häufig bei Oldtimer-Limousinen. Traglast und Felgenbreite prüfen.
- 6.50-16: mögliche moderne Größe 185/80 R16, häufig bei älteren Geländewagen und Nutzfahrzeugen. Fahrzeugfreigabe prüfen.
- 7.00-13: mögliche moderne Größe 185/70 R13, breitere 13-Zoll-Oldtimerbereifung. Abrollumfang genau prüfen.
- 7.00-14: mögliche moderne Größe 195/75 R14, häufig bei größeren Oldtimern und Transportern. Traglast besonders beachten.
- 7.00-15: mögliche moderne Größe 205/80 R15, häufig bei Oldtimern, Geländewagen und Nutzfahrzeugen. Freigängigkeit und Felgenbreite prüfen.
- 7.00-16: mögliche moderne Größe 205/80 R16, häufig bei klassischen Geländewagen und Transportern. TÜV-Abnahme prüfen.
- 7.50-14: mögliche moderne Größe 215/75 R14, breitere Oldtimerbereifung. Lenkeinschlag und Radhaus prüfen.
- 7.50-15: mögliche moderne Größe 215/75 R15, häufig bei größeren Oldtimern und Geländewagen. Traglast und Abrollumfang prüfen.
- 7.50-16: mögliche moderne Größe 215/80 R16, häufig bei klassischen Nutzfahrzeugen und Geländewagen. Fahrzeug- und Felgenfreigabe prüfen.
Was muss bei einer Umrüstung geprüft werden?
Eine moderne Ersatzgröße sollte nicht nur optisch passen, sondern auch technisch zum Fahrzeug, zur Felge und zur Eintragung passen.
Besonders wichtig ist der Abrollumfang, da er Einfluss auf Tachogenauigkeit, Übersetzung und Fahrverhalten haben kann.
- Abrollumfang: Die neue Größe sollte möglichst nah an der ursprünglichen Größe liegen.
- Felgenbreite: Nicht jede moderne Reifengröße passt auf jede historische Felge.
- Traglastindex: Der Reifen muss die erforderliche Last des Fahrzeugs abdecken.
- Geschwindigkeitsindex: Die zulässige Geschwindigkeit muss zum Fahrzeug passen.
- Freigängigkeit: Reifen dürfen nicht am Radhaus, Fahrwerk oder an der Karosserie schleifen.
- Tachoabweichung: Eine andere Reifengröße kann die Anzeige des Tachos beeinflussen.
- H-Kennzeichen: Die Umrüstung sollte zur historischen Einstufung des Fahrzeugs passen.
- TÜV-Abnahme: Je nach Fahrzeug und Eintragung kann eine Abnahme erforderlich sein.
Bei Oldtimern reicht es nicht, nur eine moderne Größe mit ähnlicher Breite zu suchen. Abrollumfang, Felgenbreite, Traglast, Freigängigkeit und die spätere Abnahme müssen zusammen betrachtet werden.
Herstellerfreigaben können helfen
Wenn eine Originalgröße nicht mehr verfügbar ist, kann eine Anfrage beim Reifenhersteller sinnvoll sein.
Viele Hersteller können je nach Fahrzeug, Reifengröße und technischer Eignung eine Empfehlung oder Freigabe für eine alternative Größe bereitstellen.
Eine solche Unterlage kann bei der späteren TÜV-Prüfung hilfreich sein. Trotzdem ersetzt sie nicht automatisch die Prüfung am konkreten Fahrzeug.
Wichtig vor der Umrüstung
Eine mögliche Ersatzgröße aus dieser Tabelle bedeutet nicht automatisch, dass diese Größe ohne Prüfung montiert oder eingetragen werden darf. Bitte klären Sie vor der Umrüstung immer die technischen Voraussetzungen und die Anforderungen der Prüforganisation.
Typische Fehler in der Praxis
- Nur nach Reifenbreite umrechnen: Der Abrollumfang kann trotzdem deutlich abweichen.
- Felgenbreite nicht prüfen: Historische Felgen passen nicht automatisch zu jeder modernen Größe.
- Traglast vergessen: Auch bei Oldtimern muss die Tragfähigkeit zum Fahrzeug passen.
- Tachoabweichung ignorieren: Eine geänderte Reifengröße kann die Tachoanzeige beeinflussen.
- Freigängigkeit nicht prüfen: Reifen dürfen bei Lenkeinschlag, Einfederung und Beladung nicht schleifen.
- Ohne Abstimmung mit der Prüforganisation umrüsten: Das kann später bei TÜV oder Eintragung Probleme verursachen.
Eine saubere Oldtimer-Reifenumrüstung beginnt nicht beim Kauf des Reifens, sondern bei der technischen Prüfung.
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Mehr über FT Reifen erfahrenHäufige Fragen zur Oldtimer-Reifenumrüstung
In vielen Fällen ist eine Umrüstung möglich. Entscheidend sind jedoch Fahrzeug, Felge, Abrollumfang, Traglast, Freigängigkeit und eine mögliche Freigabe oder TÜV-Abnahme.
Dann sollte zunächst eine technisch passende Ersatzgröße gesucht werden. Zusätzlich kann eine Anfrage beim Reifenhersteller sinnvoll sein, um eine Freigabe oder Empfehlung für den TÜV zu erhalten.
Das hängt vom Einzelfall ab. Zeitgenössische oder technisch nachvollziehbare Umrüstungen können möglich sein, sollten aber immer mit der Prüforganisation abgestimmt werden.
Der Abrollumfang beeinflusst unter anderem Tachogenauigkeit, Übersetzung und Fahrverhalten. Deshalb sollte die Ersatzgröße möglichst nah an der ursprünglichen Größe liegen.
Rechtlicher Hinweis
Diese Oldtimer-Reifengrößen-Umrüsttabelle dient ausschließlich als Orientierungshilfe. Alle Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind immer die Fahrzeugpapiere, die Vorgaben des Fahrzeugherstellers, die technischen Daten des Reifenherstellers sowie die Anforderungen der jeweiligen Prüforganisation.
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