Oldtimer-Reifengrößen – Umrüsttabelle für historische Zollgrößen
Oldtimer-Reifengrößen umrechnen – historische Zollgrößen und moderne Vergleichsgrößen
Viele Oldtimer und Youngtimer wurden mit Reifengrößen ausgeliefert, die heute nur noch eingeschränkt erhältlich sind. Besonders historische Zollbezeichnungen und ältere Diagonalreifen können die Suche nach passendem Ersatz erschweren.
Unsere Oldtimer-Reifengrößen-Umrüsttabelle zeigt 26 historische Reifengrößen und mögliche moderne Vergleichsgrößen. Sie hilft dabei, erste Alternativen einzuordnen und die richtigen technischen Fragen vor einer Umrüstung zu stellen.
Zusätzlich erklären wir, warum Reifendurchmesser, Abrollumfang, Felgenbreite, Tragfähigkeit und Fahrzeugzulassung gemeinsam geprüft werden müssen. Ein echtes FT-Reifen-Praxisbeispiel zeigt, wie eine Herstellerfreigabe bei einer Oldtimer-Umrüstung helfen kann.
Historische Oldtimer-Reifengrößen richtig verstehen
Alte Reifengrößen lassen sich nicht immer direkt in moderne Größenbezeichnungen übersetzen. Entscheidend ist, welche technischen Eigenschaften sich hinter der jeweiligen Angabe verbergen.
Was bedeutet beispielsweise 6.40-13?
Bei vielen historischen Reifenbezeichnungen steht die erste Zahl für eine nominelle Reifenbreite in Zoll. Die Zahl hinter dem Bindestrich bezeichnet den Felgendurchmesser in Zoll.
Aus der Bezeichnung allein lassen sich jedoch nicht sämtliche tatsächlichen Reifenabmessungen zuverlässig bestimmen. Historische Bauarten und herstellerspezifische Ausführungen müssen berücksichtigt werden.
Was bedeutet beispielsweise 175/80 R13?
Bei modernen metrischen Größen bezeichnet 175 die nominelle Reifenbreite in Millimetern, 80 das Verhältnis von Flankenhöhe zu Reifenbreite in Prozent und R die Radialbauweise. Die Zahl 13 steht für den Felgendurchmesser in Zoll.
Die Kurzbezeichnung 175 R13 entspricht bei klassischen Standard-Radialreifen üblicherweise einer 80er-Serie. Maßgeblich sind dennoch die technischen Daten der konkreten Reifenausführung.
Diagonalreifen und Radialreifen unterscheiden
Viele historische Fahrzeuge wurden ursprünglich mit Diagonalreifen ausgerüstet. Moderne Radialreifen unterscheiden sich im Karkassenaufbau und können ein anderes Fahrverhalten aufweisen.
Eine Umrüstung ist deshalb nicht allein eine Frage der Reifengröße. Auch Felgenbauart, Fahrwerksauslegung, Reifenpaarung und mögliche Hersteller- oder Prüfvorgaben sind zu beachten.
Warum ähnliche Breiten nicht ausreichen
Zwei Reifen mit ähnlicher nomineller Breite können sich beim Außendurchmesser, Abrollumfang und bei der zulässigen Felgenbreite unterscheiden.
Eine moderne Vergleichsgröße ist deshalb zunächst nur ein möglicher Ansatzpunkt. Ob sie tatsächlich verwendet werden darf, muss für das konkrete Fahrzeug geklärt werden.
Oldtimer-Reifengrößen-Umrüsttabelle – 26 historische Größen im Überblick
Die folgende Tabelle übernimmt die bisherigen Vergleichsgrößen der FT Wissenswelt. Sie dient der ersten Orientierung bei der Suche nach einer modernen Reifengröße.
| Historische Reifengröße | Mögliche moderne Vergleichsgröße | Technischer Prüfhinweis |
|---|---|---|
| 4.00-8 | 125/80 R8 | Felgenbreite, Traglast und tatsächlichen Außendurchmesser prüfen. |
| 4.80-8 | 135/80 R8 | Freigängigkeit, Tragfähigkeit und Reifenausführung prüfen. |
| 5.00-10 | 145/80 R10 | Abrollumfang, Fahrzeugpapiere und Felgenbreite prüfen. |
| 5.20-10 | 145/80 R10 | Herstellerdaten und mögliche Fahrzeugfreigabe berücksichtigen. |
| 5.20-12 | 145/80 R12 | Felgenbreite, Außendurchmesser und Freigängigkeit prüfen. |
| 5.20-13 | 145/80 R13 | Historische Reifenabmessungen und Tachoabweichung prüfen. |
| 5.60-13 | 155/80 R13 | Abrollumfang, Tragfähigkeit und mögliche Alternativen vergleichen. |
| 5.60-14 | 155/80 R14 | Fahrzeugunterlagen und zulässige Felgenbreite beachten. |
| 5.60-15 | 155/80 R15 | Felgenbreite, Abrollumfang und Reifenkonstruktion prüfen. |
| 6.00-13 | 165/80 R13 | Herstellerfreigabe und Fahrzeugzuordnung prüfen. |
| 6.00-14 | 165/80 R14 | Abrollumfang, Traglast und Anforderungen der Prüforganisation beachten. |
| 6.00-15 | 165/80 R15 | Tragfähigkeit, Felgenbreite und tatsächliche Reifenabmessungen prüfen. |
| 6.40-13 | 175 R13 | Fahrzeugspezifische Freigabe prüfen; siehe Ford-Taunus-Praxisbeispiel. |
| 6.40-14 | 175/80 R14 | Abrollumfang, Freigängigkeit und Tachoabweichung prüfen. |
| 6.40-15 | 185/80 R15 | Felgenbreite, Außendurchmesser und Freigängigkeit prüfen. |
| 6.50-13 | 185/70 R13 | Querschnittsänderung und Abrollumfang besonders beachten. |
| 6.50-14 | 185/80 R14 | Felgenbreite und Freigängigkeit bei Lenkeinschlag prüfen. |
| 6.50-15 | 185/80 R15 | Tragfähigkeit und technische Reifendaten vergleichen. |
| 6.50-16 | 185/80 R16 | Fahrzeug- und Felgeneignung sowie Traglast prüfen. |
| 7.00-13 | 185/70 R13 | Abrollumfang und historische Ausgangsabmessungen besonders sorgfältig vergleichen. |
| 7.00-14 | 195/75 R14 | Traglast, Felgenbreite und Fahrzeugfreigabe prüfen. |
| 7.00-15 | 205/80 R15 | Freigängigkeit, Felgenbreite und Außendurchmesser prüfen. |
| 7.00-16 | 205/80 R16 | Traglast, Felgen- und Fahrzeugeignung sowie Abnahme klären. |
| 7.50-14 | 215/75 R14 | Lenkeinschlag, Radhausfreigängigkeit und Abrollumfang prüfen. |
| 7.50-15 | 215/75 R15 | Traglast, Abrollumfang und Felgenbreite berücksichtigen. |
| 7.50-16 | 215/80 R16 | Fahrzeug- und Felgenfreigabe sowie Tragfähigkeit prüfen. |
Praxisbeispiel: Ford Taunus P7B von 1971 – Umrüstung von 6.40-13 auf 175 R13
Ein Beispiel aus der FT-Reifen-Praxis zeigt, wie eine historische Reifengröße durch eine moderne Ausführung ersetzt werden kann, wenn die technische Eignung entsprechend geprüft wird.
Bei diesem Ford Taunus P7B aus dem Jahr 1971 war die historische Größe 6.40-13 relevant. Da diese Reifengröße nicht mehr problemlos verfügbar war, wurde eine Umrüstung auf 175 R13 mit Uniroyal-Reifen vorgenommen.
Zur technischen Klärung wurde der Kundendienst von Continental beziehungsweise Uniroyal kontaktiert. Für die betreffende Umrüstung konnte eine technische Freigabe zur Vorlage bei der Prüforganisation bereitgestellt werden.
Dieses Beispiel zeigt, wie Herstellerunterlagen bei der Suche nach einer geeigneten modernen Reifengröße helfen können.
Was muss vor einer Oldtimer-Reifenumrüstung geprüft werden?
Eine moderne Reifengröße muss nicht nur optisch in das Radhaus passen. Die Umrüstung betrifft die gesamte Rad-Reifen-Kombination und kann Auswirkungen auf Fahrverhalten, Übersetzung und Zulassung haben.
Außendurchmesser und Abrollumfang vergleichen
Eine Änderung des Abrollumfangs kann die Geschwindigkeitsanzeige, die effektive Übersetzung und das Fahrverhalten beeinflussen.
Bei historischen Reifen ist es sinnvoll, die tatsächlichen Abmessungen anhand technischer Unterlagen zu vergleichen, statt nur die nominellen Größenangaben gegenüberzustellen.
Felgenbreite und Felgenbauart berücksichtigen
Nicht jede moderne Reifengröße ist für jede historische Felge geeignet. Felgenbreite, Felgenkontur, Felgenzustand und die vorgesehene Reifenbauart müssen zusammenpassen.
Auch die Eignung für schlauchlosen Betrieb oder die Verwendung eines Schlauchs kann bei älteren Felgen relevant sein.
Last- und Geschwindigkeitsanforderungen prüfen
Die Tragfähigkeit des neuen Reifens muss die fahrzeugspezifischen Anforderungen erfüllen. Auch der Geschwindigkeitsbereich muss passend gewählt werden.
Historische Fahrzeuge besitzen teilweise besondere Anforderungen, die sich nicht allein aus einer modernen Vergleichsgröße ableiten lassen.
Lenkeinschlag und Einfederung beachten
Der Reifen muss bei allen relevanten Betriebszuständen ausreichend Freiraum besitzen. Dazu gehören Lenkeinschlag, Einfederung und die zulässige Beladung.
Eine breitere oder höhere Reifenausführung kann trotz gleichem Felgendurchmesser zu Platzproblemen führen.
Geschwindigkeitsanzeige kontrollieren
Verändert sich der Abrollumfang, kann sich auch die angezeigte Geschwindigkeit verändern.
Die vorgeschriebenen Anforderungen an die Geschwindigkeitsanzeige müssen weiterhin eingehalten werden. Je nach Umrüstung kann ein entsprechender Nachweis erforderlich sein.
H-Kennzeichen und Eintragung berücksichtigen
Bei historischen Fahrzeugen kann zusätzlich die zeitgenössische beziehungsweise historisch vertretbare Ausführung eine Rolle spielen.
Ob eine bestimmte Umrüstung mit der Oldtimer-Einstufung vereinbar ist und welche Abnahme benötigt wird, sollte vorab mit einer zuständigen Prüforganisation geklärt werden.
Herstellerfreigaben und TÜV – so lässt sich eine Umrüstung vorbereiten
Wenn die ursprüngliche Reifengröße nicht mehr erhältlich ist, können technische Unterlagen des Reifenherstellers und eine frühzeitige Abstimmung mit der Prüforganisation helfen.
Die richtigen Angaben zusammenstellen
Für eine technische Anfrage sind insbesondere folgende Informationen hilfreich:
- Fahrzeughersteller und genaue Typbezeichnung.
- Baujahr und gegebenenfalls Erstzulassung.
- Fahrzeugidentifikationsnummer, soweit erforderlich.
- Ursprüngliche eingetragene Reifengröße.
- Felgendurchmesser und Felgenbreite.
- Gewünschte moderne Reifengröße.
- Relevante Achslasten und Fahrzeugdaten.
Reifenhersteller und Prüforganisation einbeziehen
Der Reifenhersteller kann gegebenenfalls Angaben zur Eignung einer bestimmten Reifenausführung und Felgenkombination bereitstellen.
Eine solche technische Bestätigung kann für die Beurteilung durch TÜV, DEKRA oder eine andere zuständige Prüforganisation hilfreich sein.
Sie ersetzt jedoch nicht automatisch eine erforderliche Begutachtung, Abnahme oder Eintragung.
In vier Schritten zur geprüften Ersatzbereifung
1. Originalgröße feststellen
Historische Fahrzeugpapiere, Betriebsanleitung und vorhandene Reifendaten prüfen.
2. Vergleichsgröße ermitteln
Technische Reifendaten, Außendurchmesser, Felgenbreite und Tragfähigkeit gegenüberstellen.
3. Herstellerinformationen anfordern
Falls erforderlich, beim Reifenhersteller nach einer technischen Empfehlung oder Bestätigung fragen.
4. Zulässigkeit klären
Die geplante Umrüstung vor der Montage mit der zuständigen Prüforganisation abstimmen.
Häufige Fehler bei historischen Reifengrößen vermeiden
Bei einer Oldtimer-Reifenumrüstung entstehen Probleme häufig nicht durch die Auswahl einer bestimmten Reifenmarke, sondern durch unvollständige technische Vergleiche.
Nur die Reifenbreite vergleichen
Eine ähnliche nominelle Breite bedeutet nicht, dass Außendurchmesser und Abrollumfang ebenfalls übereinstimmen.
Historische Felgen ungeprüft übernehmen
Moderne Reifen können andere Anforderungen an Felgenbreite, Felgenkontur und die Rad-Reifen-Verbindung stellen.
Diagonal- und Radialreifen gleichsetzen
Unterschiedliche Karkassenkonstruktionen können das Fahrverhalten beeinflussen. Die zulässige Reifenpaarung muss berücksichtigt werden.
Traglast und Geschwindigkeit übersehen
Auch ein klassisches Fahrzeug benötigt Reifen, deren technische Eigenschaften den geltenden Anforderungen entsprechen.
Freigängigkeit nur im Stand prüfen
Lenkeinschlag, Einfederung und Beladung können die Platzverhältnisse zwischen Reifen, Fahrwerk und Karosserie verändern.
Erst kaufen, dann die Abnahme klären
Eine vorherige Abstimmung mit der Prüforganisation kann Fehlkäufe und spätere Probleme bei der Eintragung vermeiden.
Häufige Fragen zur Oldtimer-Reifengrößen-Umrüstung
Eine Vergleichsgröße lässt sich häufig ermitteln. Sie ist aber nicht automatisch technisch gleichwertig oder zulässig. Außendurchmesser, Abrollumfang, Felgenbreite, Tragfähigkeit und Fahrzeugvorgaben müssen geprüft werden.
Das kann je nach Fahrzeug und Rad-Reifen-Kombination möglich sein. Reifenbauart, Felgeneignung, Fahrverhalten, zulässige Reifenpaarung und gegebenenfalls erforderliche Freigaben oder Abnahmen sind zu berücksichtigen.
Zunächst sollte anhand technischer Reifendaten eine geeignete Alternative gesucht werden. Eine Anfrage beim Reifenhersteller und die Abstimmung mit einer Prüforganisation können bei der Umrüstung helfen.
Das hängt von der konkreten Umrüstung und der historischen Einordnung des Fahrzeugs ab. Die Vereinbarkeit mit der Oldtimer-Einstufung sollte vor der Änderung mit der zuständigen Prüforganisation geklärt werden.
Eine technische Herstellerbestätigung kann eine wichtige Grundlage sein. Ob zusätzlich eine Begutachtung, Abnahme oder Änderung der Fahrzeugpapiere erforderlich ist, hängt vom Einzelfall ab.
FT Wissenswelt und Praxiswelt Oldtimer-Reifen
Die beiden speziellen Oldtimer-Hauptwelten verbinden technische Grundlagen mit praktischen Fragen rund um historische Reifen, ihre Auswahl, Beurteilung und Verwendung.
Reifenkennzeichnungen und Reifenaufbau verstehen
Für die Beurteilung historischer Reifengrößen sind auch die Reifenbauart und die technischen Kennzeichnungen wichtig.
Passende Oldtimer-Reifen kaufen
Für viele historische Fahrzeuge sind weiterhin spezielle Oldtimer-Reifen erhältlich. Diese können sich durch historische Profilbilder, besondere Bauarten und passende Dimensionen auszeichnen.
Vor einer Umrüstung lohnt es sich deshalb, zunächst zu prüfen, ob die ursprüngliche Reifengröße oder eine geeignete historische Ausführung noch angeboten wird.
Wissen, Praxis und Herstellerinformationen verbinden
Unsere drei zentralen Themenwelten bieten weiterführende Informationen rund um Reifen, technische Zusammenhänge und praktische Anwendungen.
FT-Reifen auf Instagram und TikTok
Auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen wir Reifen, Produkte, praktische Tipps und Einblicke in die FT Wissenswelt, Praxiswelt und Herstellerwelt.
Oldtimer-Reifengrößen verstehen – historische Fahrzeuge fachgerecht bereifen
Eine Oldtimer-Reifenumrüstung beginnt nicht mit dem Kauf einer vermeintlich passenden modernen Größe, sondern mit dem Vergleich der technischen Anforderungen. Historische Reifenbezeichnungen, Abrollumfang, Felgenbreite, Tragfähigkeit und Fahrzeugzulassung müssen gemeinsam betrachtet werden.
FT-Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung im Reifenhandel mit technischem Wissen und praktischen Erfahrungen aus der Reifenberatung.
FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.