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Bagger- und Radladerreifen montieren – Sicherheit, Felgen und Werkstattpraxis

FT Praxiswelt · Bagger & Radlader · über 35 Jahre Erfahrung

Bagger- und Radladerreifen montieren – Sicherheit, Felgen und echte Werkstattpraxis

Die Montage von Bagger- und Radladerreifen gehört zu den anspruchsvollsten Arbeiten im Reifenservice. Schwere Räder, hohe Lasten, Zwillingsbereifung, mehrteilige Felgen und besondere Maschinenkonstruktionen erfordern Fachwissen, geeignete Ausrüstung und sorgfältige Sicherheitskontrollen.

In dieser FT Praxiswelt erklären wir typische Situationen aus dem Arbeitsalltag: ältere Radbagger mit Zwillingsreifen, Hartschaumringe, Sprengringfelgen, Karkassenschäden nach Luftverlust, Radlader mit Pendelachse sowie die Montage großer EM-Reifen direkt an der Maschine.

Dabei geht es nicht nur um den Reifen selbst. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel von Reifen, Felge, Ringbauteilen, Schlauch, Wulstband, Radbefestigung und Maschinenkonstruktion.

Radbagger Radlader Zwillingsbereifung Sprengringfelgen EM-Reifen Hartschaumringe Karkassenschäden Montagesicherheit

Reifen und Felge gemeinsam prüfen

Ein neuer Reifen allein macht ein Rad nicht sicher. Felgenzustand, Ringbauteile, Dichtungen und Radbefestigung gehören immer zur technischen Beurteilung.

Maschinen sicher abstützen

Hydraulik, Pendelachsen und Knickgelenke können beim Anheben besondere Gefahren verursachen. Entscheidend sind die maschinenspezifischen Hebe- und Sicherungsvorgaben.

Verdeckte Schäden erkennen

Nach erheblichem Luftverlust können innere Karkassenschäden vorliegen, auch wenn der Reifen äußerlich noch vergleichsweise unauffällig erscheint.

Lebensgefahr bei unsachgemäßer Montage

Arbeiten an großen Baumaschinenreifen und insbesondere an mehrteiligen Felgen mit Spreng-, Seiten- oder Sicherungsringen dürfen ausschließlich durch entsprechend geschultes Fachpersonal mit geeigneter Ausrüstung durchgeführt werden.

Mehrteilige Felgen können beim Druckaufbau schlagartig auseinandergerissen werden, wenn Bauteile beschädigt, falsch zugeordnet oder nicht vollständig eingerastet sind. Die dabei freiwerdenden Kräfte können schwerste oder tödliche Verletzungen verursachen.

Die nachfolgenden Informationen dienen der technischen Orientierung und ersetzen keine herstellerspezifische Montageanweisung oder fachliche Qualifikation.

1. Radbaggerreifen und Zwillingsbereifung richtig beurteilen

Bei älteren Radbaggern treffen klassische Reifengrößen häufig auf mehrteilige Felgen, Schlauchbereifung und besondere Abstandselemente.

Klassische Radbaggergrößen aus der Praxis

Bei älteren Radbaggern sind unter anderem die Größen 8.25-20, 9.00-20 und 10.00-20 anzutreffen. Je nach Maschine, Baujahr und Radausführung können diese als Zwillingsbereifung auf mehrteiligen Felgen eingesetzt werden.

Reifengröße Typische Einordnung Wichtige Kontrolle
8.25-20 Ältere und kleinere Radbagger, je nach Ausführung mit mehrteiliger Felge. Felgenbauart, Ringnut, Sprengring, Schlauch und Wulstband prüfen.
9.00-20 Klassische Radbaggerbereifung, teilweise als Zwillingskombination. Reifenzuordnung, Abrollumfang und Zustand des gesamten Zwillingspaares beachten.
10.00-20 Ältere Radbagger und größere Maschinen mit unterschiedlichen Radkonstruktionen. Felge, Ventil, Schlauch, Wulstband und gegebenenfalls Abstandselemente kontrollieren.

Diese Beispiele ersetzen keine Fahrzeug- oder Felgenfreigabe. Maßgeblich sind die technischen Unterlagen der konkreten Maschine und die zulässige Rad-Reifen-Kombination.

Warum Zwillingsreifen zusammenpassen müssen

Bei einer Zwillingsbereifung tragen zwei Reifen gemeinsam die Belastung. Weichen Außendurchmesser beziehungsweise wirksamer Abrollumfang deutlich voneinander ab, kann sich die Last ungleich verteilen.

Ein neuer Reifen neben einem stark abgefahrenen Reifen kann dadurch einen höheren Lastanteil übernehmen.

  • Unterschiedliche Profilhöhen und Abrollumfänge können zu ungleicher Belastung führen.
  • Ein Reifen kann stärker erwärmt und beansprucht werden.
  • Unterschiedliche Luftdrücke beeinflussen die Lastverteilung zusätzlich.
  • Auch Felgen und Radbefestigungen können ungünstig belastet werden.
  • Die zulässigen Unterschiede richten sich nach den jeweiligen Herstellerangaben.

FT-Praxis: Nicht nur die aufgedruckte Reifengröße vergleichen. Auch Profilzustand, tatsächliche Abmessungen, Bauart und Betriebsbedingungen müssen zusammenpassen.

Hartschaumring zwischen den Zwillingsreifen

Bei bestimmten Radbaggern befinden sich zwischen den Zwillingsreifen Hartschaumringe beziehungsweise spezielle Schutz- oder Abstandselemente. Sie können verhindern, dass größere Steine, Schotter oder Bauschutt zwischen den Reifen eingeklemmt werden.

Diese Bauteile müssen zur jeweiligen Radkonstruktion passen und korrekt positioniert sein.

Was kontrolliert werden sollte

  • Beschädigungen und Verformungen
  • Richtige Abmessungen und Zuordnung
  • Vorgesehene Einbaulage
  • Freigängigkeit und korrekter Sitz
  • Ungehinderte Anlage der vorgesehenen Radkontaktflächen

Was bei Fehlern passieren kann

  • Fehlerhafte Positionierung der Radkomponenten
  • Unzureichende Anlageflächen
  • Probleme beim Anziehen der Radmuttern
  • Ungünstige Belastung der Radbolzen
  • Beschädigung der Reifen oder Abstandselemente

Wichtige Erfahrung aus der Reifenpraxis: Ein falsch positionierter Hartschaumring kann verhindern, dass die Radkomponenten ordnungsgemäß anliegen. Deshalb darf eine scheinbar angezogene Radmutter nicht automatisch als Nachweis für eine sichere Radbefestigung gelten.

2. Radbagger und Radlader sicher anheben

Schwere Maschinen lassen sich nicht wie ein gewöhnlicher PKW behandeln. Tragfähigkeit, Maschinenbewegungen und geeignete Abstützpunkte sind entscheidend.

Radbagger: Hydraulik ersetzt keine mechanische Sicherung

Viele Radbagger können sich mit Ausleger, Stiel oder Löffel teilweise anheben. Diese Möglichkeit wird in der Praxis bei Arbeiten am Fahrwerk genutzt, ist jedoch nicht automatisch ein zulässiges oder ausreichendes Verfahren für jeden Reifenwechsel.

Hydrauliksysteme können nachgeben, Druck verlieren oder unerwartete Bewegungen ausführen.

01 Tragfähigen, ebenen Untergrund beurteilen.
02 Maschine gegen Wegrollen und unbeabsichtigte Bewegungen sichern.
03 Zulässige Hebepunkte und Verfahren aus den Maschinenunterlagen bestimmen.
04 Geeignete, ausreichend dimensionierte Hebe- und Abstützmittel einsetzen.
05 Mechanische Sicherung vor Arbeiten im Gefahrenbereich gewährleisten.
06 Personen aus Quetsch- und Absturzbereichen fernhalten.

Ein ausschließlich hydraulisch gehaltenes Fahrzeug darf nicht als sicher abgestützt betrachtet werden.

Radlader: Pendelachse und Knicklenkung berücksichtigen

Viele Radlader besitzen eine Pendelachse und eine Knicklenkung zwischen Vorder- und Hinterwagen. Beim Anheben können dadurch Bewegungen auftreten, die bei einem starren Fahrzeug nicht in gleicher Weise zu erwarten sind.

  • Die Pendelachse kann sich relativ zum Fahrzeugrahmen bewegen.
  • Das Knickgelenk kann zusätzliche Quetsch- und Bewegungsgefahren verursachen.
  • Eine ungünstige Lastverteilung kann die Standsicherheit beeinträchtigen.
  • Eine angehobene Maschine muss gegen unbeabsichtigtes Absinken und Bewegen gesichert sein.
  • Die vorgesehenen Verriegelungen, Abstützpunkte und Sicherungsverfahren des Maschinenherstellers sind einzuhalten.

Wichtig: Weder das vollständige Freiheben noch das Anheben nur einer Maschinenseite ist pauschal für jeden Radlader geeignet. Das zulässige Verfahren richtet sich nach der konkreten Maschinenkonstruktion und den Herstelleranweisungen.

3. Sprengringfelgen und mehrteilige EM-Felgen

Mehrteilige Felgen gehören zu den sicherheitskritischsten Baugruppen bei der Reifenmontage.

Sprengringfelgen bei älteren Radbaggern

Bei älteren Radbaggern und weiteren Nutz- beziehungsweise Arbeitsmaschinen kommen teilweise mehrteilige Felgen mit Sprengring zum Einsatz.

Der Ring ist Bestandteil der Felgenkonstruktion und muss in der vorgesehenen Position sitzen. Korrosion, Beschädigungen, Verformungen oder eine falsche Kombination von Ring und Felge können die sichere Funktion beeinträchtigen.

Felgenzustand

  • Risse und Verformungen
  • Korrosion und Materialverlust
  • Zustand der Ringnut
  • Beschädigte Anlageflächen
  • Unzulässige Veränderungen oder Reparaturen

Ringbauteile

  • Richtige Bauart und Zuordnung
  • Vollständigkeit aller Teile
  • Verschleiß und Verformung
  • Korrekter Sitz gemäß Hersteller
  • Keine Kombination unbekannter oder nicht freigegebener Komponenten

Sprengring niemals durch Luftdruck in Position bringen

Ein Sprengring, der nicht korrekt in seiner vorgesehenen Position sitzt, darf niemals durch zusätzlichen Luftdruck zum Einrasten gebracht werden.

Bei Auffälligkeiten ist der Vorgang nach dem vorgeschriebenen Sicherheitsverfahren abzubrechen. Vor jeder erneuten Arbeit an den Felgenkomponenten muss die Baugruppe vollständig drucklos und gegen unbeabsichtigte Druckbeaufschlagung gesichert sein.

Die Befüllung darf ausschließlich nach der jeweiligen Hersteller- und Arbeitsschutzvorgabe mit geeigneten Rückhalte- und Fernbefülleinrichtungen sowie außerhalb der Gefahrenzone erfolgen. Ein Sicherheitskäfig beziehungsweise eine geeignete Rückhalteeinrichtung ist entsprechend dem vorgeschriebenen Verfahren einzusetzen.

Mehrteilige Felgen großer Radladerreifen

Bei großen Radladerreifen kommen je nach Felgensystem mehrteilige EM-Felgen mit Seitenringen, Halteringen, Sicherungsringen und Dichtelementen zum Einsatz.

Die konkrete Anzahl, Bauart und Reihenfolge der Komponenten unterscheidet sich zwischen Felgensystemen. Deshalb darf die Montage nicht nach einer allgemeinen, vermeintlich für alle EM-Felgen gültigen Reihenfolge erfolgen.

Bauteil Technische Bedeutung Wichtige Beurteilung
Felgenkörper Tragendes Grundbauteil der Radkonstruktion. Risse, Verformungen, Korrosion und Anlageflächen.
Seiten- oder Haltering Bestandteil der jeweiligen Wulst- und Felgenkonstruktion. Richtige Zuordnung, Zustand und vorgesehene Position.
Sicherungsring Sichert konstruktionsabhängig bestimmte Felgenbauteile. Vollständiger, korrekter Sitz und unbeschädigte Ringaufnahme.
Dichtring Dichtet die dafür vorgesehene Felgenverbindung ab. Passende Ausführung, Zustand und unbeschädigter Dichtsitz.
Ventil Ermöglicht die kontrollierte Befüllung und Druckprüfung. Geeignete Bauart, Einbaulage und Dichtheit.

Reifenmontage direkt am Radlader

Bei bestimmten großen Radladerreifen kann die Reifenmontage an der auf der Maschine verbleibenden Felge erfolgen. Dadurch muss nicht in jedem Fall die komplette schwere Radbaugruppe abgenommen werden.

Dieses Verfahren erfordert jedoch besondere Fachkenntnisse, geeignetes Spezialwerkzeug, sichere Maschinenabstützung und ein zur Felgenkonstruktion passendes Montageverfahren.

Entscheidend ist insbesondere, dass sämtliche druckbeaufschlagten Komponenten vor dem Lösen von Ringbauteilen vollständig entlastet sind und die Felge vor der erneuten Befüllung fachgerecht beurteilt wird.

Eine Montage direkt an der Maschine ist keine allgemeine Empfehlung, sondern nur bei dafür geeigneter Konstruktion und unter Einhaltung der jeweiligen Sicherheitsvorgaben zulässig.

4. Felgenprüfung vor dem Einbau neuer Reifen

Ein Reifenwechsel bietet die Gelegenheit, verborgene Probleme an der Felge und ihren Komponenten zu erkennen.

Felgenbett, Ringnut und Dichtsitze beurteilen

Gerade bei älteren Baumaschinen können Schmutz, Korrosion, Verschleiß und frühere Montagebeschädigungen die Funktion der Felgenkonstruktion beeinträchtigen.

Besonders wichtig

  • Felgenbett und Wulstsitz
  • Ringnut und Ringaufnahme
  • Dichtflächen und Dichtringsitz
  • Ventilöffnung und Ventilaufnahme
  • Schweißnähte und sichtbare Materialbereiche
  • Radanschlussflächen und Befestigungselemente

Warnsignale

  • Tiefe Korrosion oder Materialabtrag
  • Risse und bleibende Verformungen
  • Beschädigte Ringnuten
  • Unbekannte oder unpassende Ringbauteile
  • Beschädigte Dichtflächen
  • Unzulässige Schweiß- oder Reparaturspuren

Eine Reinigung kann die Beurteilung erleichtern, macht eine strukturell beschädigte Felge aber nicht wieder sicher. Ob Bauteile weiterverwendet werden dürfen, richtet sich nach Zustand, Bauart und Herstellerfreigaben.

Schlauch, Wulstband und Ventil nicht vergessen

Bei schlauchbereiften Radbagger- oder Baumaschinenrädern müssen auch Reifenschlauch, Wulstband und Ventil zur konkreten Kombination passen.

  • Schlauchgröße und Ventiltyp korrekt zuordnen.
  • Felgenöffnung und Ventilbauart auf Kompatibilität prüfen.
  • Wulstband auf passende Abmessungen und Zustand kontrollieren.
  • Reifeninnenseite und Felge auf scheuernde oder scharfkantige Stellen untersuchen.
  • Bei wiederkehrenden Schäden die Ursache feststellen, statt lediglich einen weiteren Schlauch einzubauen.

Weitere Informationen finden Sie in unserer FT Praxiswelt Wulstbänder & Schläuche.

5. Karkassenschäden nach Luftverlust erkennen

Ein äußerlich unauffälliger Reifen kann nach erheblichem Luftverlust bereits schwer geschädigt sein.

Warum Plattfahren besonders kritisch ist

Wird ein Bagger- oder Radladerreifen längere Zeit mit deutlich zu geringem Luftdruck oder vollständig ohne ausreichenden Innendruck betrieben, können die Karkassenlagen durch starke Walkarbeit und Erwärmung geschädigt werden.

Bei Zwillingsbereifung fällt der Luftverlust unter Umständen zunächst weniger auf, weil der zweite Reifen einen Teil der Belastung übernimmt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Weiterfahrt unbedenklich ist.

  • Starke Walkarbeit und Überhitzung der Karkasse
  • Mögliche Trennungen zwischen Karkassenlagen
  • Schäden an Seitenwand und Reifenwulst
  • Strukturelle Schwächung ohne eindeutig sichtbare Außenmerkmale
  • Erhöhtes Risiko eines plötzlichen Reifenversagens

Verdächtige Reifen nicht einfach wieder aufpumpen

Ein Reifen mit Verdacht auf strukturelle Beschädigung darf nicht allein deshalb erneut befüllt werden, weil äußerlich keine deutliche Beule oder andere Auffälligkeit erkennbar ist.

Knack- oder Knirschgeräusche, ungewöhnliche Verformungen und auffällige Bewegungen während eines Druckaufbaus sind ernst zu nehmende Warnsignale. Auf solche Zeichen darf jedoch nicht erst gewartet werden, um einen möglicherweise geschädigten Reifen zu erkennen.

Bei Verdacht auf Karkassenschäden muss die Reifen-Rad-Baugruppe vor einer erneuten Druckbeaufschlagung durch qualifiziertes Fachpersonal nach dem vorgeschriebenen Verfahren beurteilt werden.

6. Reifenwahl und Einsatzbedingungen berücksichtigen

Auch eine fachgerecht montierte Rad-Reifen-Kombination muss zur Maschine und zum tatsächlichen Einsatz passen.

Baustelleneinsatz

Traktion, Selbstreinigung, Widerstandsfähigkeit und Belastbarkeit müssen zum Untergrund und zur tatsächlichen Arbeitsweise passen.

Recycling und Abbruch

Scharfkantige Fremdkörper, Betonreste, Metall und Schrott erhöhen die Anforderungen an Schnitt- und Durchstichschutz.

Steinbruch

Hohe Lasten, abrasive Untergründe und scharfkantiges Gestein erfordern eine geeignete Reifenbauart und ein zum Einsatz passendes Profil.

Hof- und Umschlagbetrieb

Tragfähigkeit, Fahrverhalten, Einsatzgeschwindigkeit und die tatsächliche Belastung beeinflussen die richtige Reifenwahl.

Bei EM-Reifen sind unter anderem Profil- und Einsatzkennzeichnungen wie L2, L3, L4 und L5 relevant. Die passende Ausführung hängt von Maschine, Untergrund, Einsatzdauer, Geschwindigkeit und Herstellerfreigaben ab.

Vertiefende technische Grundlagen finden Sie in unserem Ratgeber für Baggerreifen.

7. Typische Montagefehler und ihre Folgen

Viele Probleme entstehen nicht am Reifen allein, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Bauteile und Arbeitsbedingungen.

1Unpassende Zwillingsreifen kombinieren.

Deutlich unterschiedliche Abrollumfänge können die Lastverteilung innerhalb des Reifenpaares beeinträchtigen.

2Hartschaumring falsch positionieren.

Ein nicht korrekt sitzendes Element kann die vorgesehene Anlage der Radkomponenten verhindern.

3Maschine ausschließlich hydraulisch halten.

Hydraulische Unterstützung ersetzt keine geeignete mechanische Sicherung.

4Pendelachse und Knickgelenk unterschätzen.

Unerwartete Bewegungen können die Standsicherheit und Arbeitssicherheit gefährden.

5Felgenkomponenten falsch zuordnen.

Unpassende Seiten-, Halte- oder Sicherungsringe können zum Versagen der Baugruppe führen.

6Korrosion an Ringnuten übersehen.

Beschädigte Aufnahmen können die sichere Funktion der Felgenbauteile beeinträchtigen.

7Reifen nach erheblichem Luftverlust wieder befüllen.

Verdeckte Karkassenschäden können ein plötzliches Reifenversagen verursachen.

8Schlauch und Wulstband nicht mitprüfen.

Unpassende oder beschädigte Bauteile können zu Luftverlust und wiederkehrenden Schäden führen.

9Radbefestigung nur oberflächlich kontrollieren.

Vorgeschriebene Anlageflächen, Befestigungselemente und Anziehdrehmomente müssen zur jeweiligen Maschine passen.

10Montageverfahren verschiedener Felgensysteme übertragen.

Eine Methode, die bei einer Felgenkonstruktion zulässig ist, muss nicht für eine andere geeignet sein.

FT-Reifen Praxischeck: Was vor dem Einsatz stimmen muss

Nach fachgerechter Montage ist die gesamte Rad-Reifen-Kombination zu beurteilen. Dabei sind insbesondere folgende Punkte relevant:

01 Reifen für Maschine und Einsatz geeignet.
02 Reifengröße und Bauart korrekt zugeordnet.
03 Felge und Ringbauteile passend und unbeschädigt.
04 Vorgesehene Sicherungs- und Dichtelemente korrekt montiert.
05 Schlauch, Wulstband und Ventil bei TT-Bereifung geeignet.
06 Zwillingsreifen nach Herstellervorgaben aufeinander abgestimmt.
07 Hartschaumring oder Abstandselement korrekt positioniert.
08 Radanschlussflächen ordnungsgemäß.
09 Radbefestigung nach Herstellervorgaben ausgeführt.
10 Keine Hinweise auf Karkassenschäden oder unzulässige Vorschäden.
11 Betriebsfülldruck passend zu Reifen, Last und Einsatz.
12 Vorgeschriebene Nachkontrollen berücksichtigt.

Diese Übersicht ist eine Orientierung für die fachliche Beurteilung und ersetzt keine vollständige Montage- oder Sicherheitscheckliste des jeweiligen Herstellers.

Häufige Fragen zur Bagger- und Radlader-Reifenmontage

Warum sind Sprengringfelgen so gefährlich?

Weil Ringbauteile bei fehlerhafter Zuordnung, Beschädigung oder unvollständigem Sitz unter Druck schlagartig herausgeschleudert werden können. Montage und Befüllung gehören ausschließlich in die Hände geschulter Fachkräfte mit vorgeschriebener Sicherheitsausrüstung.

Warum sollten Zwillingsreifen ähnliche Abrollumfänge haben?

Unterschiedliche wirksame Abrollumfänge können dazu führen, dass sich die Last ungleich verteilt. Dadurch können einzelne Reifen stärker belastet und erwärmt werden. Maßgeblich sind die zulässigen Abweichungen des jeweiligen Herstellers.

Welche Aufgabe hat ein Hartschaumring zwischen Radbaggerreifen?

Bei bestimmten Konstruktionen dient er als Schutz- beziehungsweise Abstandselement und kann verhindern, dass sich größere Fremdkörper zwischen den Zwillingsreifen festsetzen. Er muss zur jeweiligen Radkonstruktion passen und richtig positioniert sein.

Darf ein Radlader mit der Schaufel angehoben werden?

Ob und wie die Arbeitshydraulik beim Anheben verwendet werden darf, richtet sich nach den Maschinenherstellerangaben. Die Hydraulik allein stellt keine ausreichende mechanische Sicherung für Arbeiten im Gefahrenbereich dar. Pendelachse und Knickgelenk sind besonders zu berücksichtigen.

Kann ein platt gefahrener Baumaschinenreifen wieder befüllt werden?

Nicht ohne vorherige fachliche Beurteilung. Durch den Betrieb mit erheblichem Luftverlust können verborgene Karkassenschäden entstanden sein. Bei Verdacht auf strukturelle Beschädigung darf keine unkontrollierte Wiederbefüllung erfolgen.

Weiterführende FT Praxiswelt

Viele Montagethemen überschneiden sich mit der technischen Beurteilung von Felgen, Schläuchen und weiteren Arbeitsmaschinenreifen.

FT Wissenswelt – technisches Hintergrundwissen

Während diese Praxiswelt die Montage und sicherheitsrelevante Situationen behandelt, erklärt unsere Wissenswelt die technischen Grundlagen zu Bagger- und Radladerreifen.

Bagger- und Radladerreifen kaufen

Die richtige Bereifung hängt von Maschine, Reifengröße, Tragfähigkeit, Untergrund und Einsatzbedingungen ab. In unserer Verkaufskategorie finden Sie Bagger- und Radladerreifen für unterschiedliche Anwendungen.

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Bagger- und Radladerreifen – über 35 Jahre Erfahrung

Bei schweren Baumaschinen entscheidet nicht allein der neue Reifen über einen sicheren Betrieb. Gerade ältere Radbagger mit Zwillingsbereifung, besondere Felgenkonstruktionen und große Radladerreifen zeigen, wie wichtig die fachgerechte Beurteilung des gesamten Rades ist.

FT-Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung im Reifenhandel mit technischem Wissen und praktischen Erfahrungen aus Beratung, Montage und Reifenbeurteilung.

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Technischer und sicherheitsrelevanter Hinweis

Diese FT Praxiswelt dient der allgemeinen technischen Orientierung und ist keine Montageanweisung. Arbeiten an Bagger-, Radlader- und anderen schweren Baumaschinenreifen sowie an mehrteiligen Felgen dürfen ausschließlich von entsprechend qualifiziertem Fachpersonal unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden.

Maßgeblich sind die jeweiligen Vorgaben des Maschinen-, Reifen- und Felgenherstellers. Insbesondere bei Sprengringfelgen, mehrteiligen EM-Felgen, Arbeiten an angehobenen Maschinen und der Befüllung möglicherweise vorgeschädigter Reifen sind die vorgeschriebenen Sicherheitsverfahren und Schutzeinrichtungen einzuhalten.

Reifengröße, Tragfähigkeit, Luftdruck, Felgenbauart und Montageverfahren müssen zur konkreten Maschine und zum jeweiligen Einsatz passen.