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Reifenpflege in der Landwirtschaft

FT Praxiswelt – Reifenpflege in der Landwirtschaft

Traktor-, Landwirtschafts- und Implementreifen richtig reinigen und pflegen

Reifen an Traktoren, Erntemaschinen, landwirtschaftlichen Anhängern und Anbaugeräten arbeiten unter Bedingungen, die mit dem normalen Straßenbetrieb kaum vergleichbar sind. Erde, Schlamm, Ernterückstände, Steine, Stoppeln, Dünger, Gülle und wechselnde Belastungen beanspruchen Profil, Flanken, Reifenwulst und Felgen.

Eine gründliche Reinigung verbessert nicht nur die Optik. Sie ist vor allem notwendig, damit Schnitte, Stoppelschäden, eingedrungene Fremdkörper, Beulen, Scheuerstellen und beginnende Felgenkorrosion frühzeitig erkannt werden können.

Landwirtschaftliche Reifenpflege bedeutet vor allem Kontrolle

Ein sauberer Reifen lässt sich wesentlich zuverlässiger beurteilen als ein Reifen, dessen Profilgrund und Flanken von Erde, Pflanzenresten oder angetrocknetem Schlamm bedeckt sind.

FT-Reifen Praxistipp

Reifen nicht nur oberflächlich abspritzen. Besonders Profilgrund, Reifenflanken, Ventilbereich, Reifenwulst und die Innenseite der Räder müssen regelmäßig kontrolliert werden. Viele Schäden entstehen an Stellen, die vom Fahrerplatz aus nicht sichtbar sind.

Für welche Reifen gilt dieser Praxisratgeber?

Traktorreifen

Für Ackerschlepper, Pflegeschlepper, Weinbergtraktoren, Kommunalschlepper und weitere Zugmaschinen mit Radial- oder Diagonalbereifung.

Landwirtschaftsreifen

Für Erntemaschinen, Mähdrescher, Feldhäcksler, Spritzen, Teleskoplader, Hoflader und weitere landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge.

Implementreifen

Für landwirtschaftliche Anhänger, Güllefässer, Ladewagen, Pressen, Streuer, Sämaschinen und gezogene Arbeitsgeräte.

Wann sollten Landwirtschaftsreifen gereinigt werden?

  • nach starkem Schlamm- oder Feldeinsatz
  • nach Arbeiten in Stoppelfeldern
  • nach Kontakt mit Gülle, Dünger oder Pflanzenschutzmitteln
  • vor längeren Straßenfahrten
  • vor einer gründlichen Schadenskontrolle
  • vor Wartungs- und Reparaturarbeiten
  • vor längeren Standzeiten oder der Winterpause
  • vor einem Rad- oder Reifenwechsel
  • wenn sich Erde, Steine oder Pflanzenreste tief im Profil festgesetzt haben

Traktor- und Landwirtschaftsreifen Schritt für Schritt reinigen

  1. Fahrzeug oder Gerät auf tragfähigem und ebenem Untergrund sicher abstellen.
  2. Motor abstellen, Feststellbremse betätigen und Fahrzeug gegen Wegrollen sichern.
  3. Anbaugeräte absenken und druckbelastete Arbeitsbereiche sichern.
  4. Reifen, Felgen und Bremsen ausreichend abkühlen lassen.
  5. Groben Schlamm und lose Pflanzenreste zunächst vorsichtig entfernen.
  6. Reifen mit Wasser einweichen und angetrocknete Verschmutzungen lösen.
  7. Profil, Flanken und Felgen mit einer geeigneten weichen Bürste reinigen.
  8. Räder gründlich mit klarem Wasser abspülen.
  9. Reifen und Felgen vollständig trocknen lassen.
  10. Anschließend Profil, Flanken, Wulst, Ventile und Felgen kontrollieren.

Geeignete Hilfsmittel für die Reinigung

Geeignet

  • sauberes Wasser
  • milder Fahrzeugreiniger
  • für Gummi geeigneter Reifenreiniger
  • weiche bis mittelharte Bürste
  • langer Bürstenstiel
  • Handlampe
  • Profiltiefenmesser
  • geeignetes Luftdruckmessgerät

Nur mit Vorsicht

  • Hochdruckreiniger
  • Dampfreiniger
  • stark konzentrierte Reiniger
  • Spachtel und Profilkratzer
  • chemische Agrarreiniger
  • Reifenglanzprodukte

Diese Mittel gehören nicht auf Landwirtschaftsreifen

  • Bremsenreiniger
  • Benzin oder Dieselkraftstoff
  • Verdünnung und Lösungsmittel
  • aggressive Säuren und Laugen
  • Altöl und Schmierfett
  • Drahtbürsten
  • harte Schleifwerkzeuge
  • offene Flammen oder starke Heißluft

Ungeeignete Chemikalien können Reifenoberfläche, Ventile, Felgenbeschichtung und angrenzende Bauteile angreifen. Verschmutzungen dürfen nicht durch ölhaltige Mittel oder Reifenschwarz überdeckt werden.

Hochdruckreiniger richtig einsetzen

Ein Hochdruckreiniger kann bei stark verschmutzten Landwirtschaftsreifen sinnvoll sein. Der Wasserstrahl darf jedoch nicht aus kurzer Entfernung punktuell auf Reifenflanke, Reifenwulst, Ventil oder vorhandene Schadstellen gerichtet werden.

  • ausreichenden Abstand halten
  • Wasserstrahl ständig bewegen
  • nicht direkt auf Ventile richten
  • nicht in vorhandene Schnitte oder Risse strahlen
  • Reifenwulst und Felgenhorn nicht punktuell belasten
  • keine unnötig hohe Wassertemperatur verwenden
  • Herstellerangaben des Reinigungsgeräts beachten

Schlamm nicht mit Gewalt aus dem Profil schlagen

Fest anhaftende Erde sollte zunächst eingeweicht werden. Harte Schläge mit Hammer, Metallstange oder scharfkantigen Werkzeugen können Profilblöcke, Reifenflanken und Felgen beschädigen.

Auch beim Einsatz eines Profilkratzers muss darauf geachtet werden, dass der Profilgrund nicht eingeritzt und der Reifen nicht durchstochen wird.

Profil und Profilgrund gründlich kontrollieren

Grobe Traktor- und Implementprofile können Steine, Draht, Metallteile, Holz, Stoppeln und andere Fremdkörper aufnehmen. Nach der Reinigung sollte der gesamte Umfang kontrolliert werden.

  • Steine zwischen den Stollen suchen
  • Profilgrund auf Schnitte und Einstiche prüfen
  • Stollen auf Ausbrüche kontrollieren
  • eingedrückte Stoppeln und Pflanzenreste untersuchen
  • auf Risse am Stollenfuß achten
  • Metallteile und Drahtreste erkennen
  • Profilverschleiß über die gesamte Breite vergleichen
  • auf auffällige Verformungen achten

Stoppelschäden frühzeitig erkennen

Harte Mais-, Getreide- und Sonnenblumenstoppeln können Profilblöcke, Profilgrund und Reifenflanken beschädigen. Die Verletzungen wirken anfangs häufig klein, können sich unter Belastung jedoch weiter in den Reifenaufbau einarbeiten.

  • Profilgrund nach dem Feldeinsatz sorgfältig untersuchen
  • Stollenflanken auf Einstiche und Schnitte prüfen
  • Reifeninnenseiten nicht vergessen
  • bei Luftverlust Schadstelle nicht nur äußerlich abdichten
  • tiefe Einstiche fachkundig beurteilen lassen
  • Fahrstrategie und Stoppelhöhe berücksichtigen
Wichtig

Ein sichtbarer Stoppelschaden kann tiefer reichen, als es die äußere Öffnung vermuten lässt. Vor einer Reparatur muss geprüft werden, ob Karkasse oder Festigkeitsträger betroffen sind.

Nägel, Draht und Metallteile nicht unüberlegt entfernen

Ein Fremdkörper kann die beschädigte Stelle vorübergehend abdichten. Wird er sofort herausgezogen, kann der Reifen plötzlich oder schleichend Luft verlieren.

Position markieren, Luftdruck prüfen und den Reifen fachkundig untersuchen lassen. Ob eine Reparatur möglich ist, hängt von Schadensart, Schadensposition, Reifenaufbau und bisheriger Belastung ab.

Reifenflanken innen und außen kontrollieren

Die äußere Flanke ist leicht sichtbar. Schäden an der inneren Flanke bleiben dagegen häufig lange unentdeckt. Gerade bei Traktoren, Anhängern und gezogenen Geräten muss deshalb auch die Fahrzeuginnenseite regelmäßig ausgeleuchtet werden.

  • Schnitte und Kerben
  • Beulen und Auswölbungen
  • Scheuerstellen an Fahrzeugteilen
  • Risse und poröse Bereiche
  • Verletzungen durch Stoppeln und Äste
  • freiliegende textile oder metallische Festigkeitsträger
  • Kontaktspuren an Kotflügeln, Rahmen oder Anbaugeräten
  • Schäden durch zu geringen Abstand bei Doppelbereifung

Beulen und freiliegende Karkasse sind sicherheitsrelevant

Eine Beule kann auf beschädigte Karkassenfäden oder eine Trennung im Reifenaufbau hinweisen. Sichtbare textile oder metallische Festigkeitsträger zeigen, dass der schützende Gummi bereits durchtrennt wurde.

Solche Schäden dürfen nicht mit Pflegeprodukten, Gummimasse oder einer rein äußerlichen Reparatur überdeckt werden. Der Reifen muss unverzüglich fachkundig beurteilt werden.

Reifenwulst und Felgenbereich prüfen

Zwischen Reifenwulst und Felgenhorn wirken hohe Kräfte. Schmutz, Rost, beschädigte Beschichtungen und falsche Montage können Luftverlust oder Wulstschäden begünstigen.

  • Felgenhorn auf Verformungen prüfen
  • Reifenwulst auf sichtbare Beschädigungen untersuchen
  • Felgenbett auf Rost und Schmutzablagerungen kontrollieren
  • auf Feuchtigkeit zwischen Reifen und Felge achten
  • Luftverlust im Wulstbereich nicht nur durch Nachpumpen ausgleichen
  • Felgenrisse und beschädigte Schweißnähte ernst nehmen
  • bei schlauchlosen Reifen Dichtflächen fachkundig prüfen lassen

Felgen nach der Reinigung kontrollieren

Reifenpflege und Felgenkontrolle gehören zusammen. Besonders Stahlfelgen können durch beschädigte Lackschichten, Feuchtigkeit, Gülle, Dünger und Streusalz korrodieren.

  • Felgenhorn und Felgenbett kontrollieren
  • Radschüssel und Schweißnähte prüfen
  • Radschrauben- und Radmutternbereiche ansehen
  • Rost unter Lackabplatzungen erkennen
  • Felgeninnenseite ausleuchten
  • Ventilloch auf Korrosion kontrollieren
  • Verformungen und Risse fachkundig beurteilen lassen
Kleine Lackschäden an Stahlfelgen

Kleine oberflächliche Lackbeschädigungen können nach gründlicher Reinigung und vollständiger Trocknung mit einem passenden Lackstift gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Ein Lackstift ist nicht für Risse, starke Korrosion, Verformungen oder sicherheitsrelevante Schäden geeignet.

Gülle, Dünger und Pflanzenschutzmittel entfernen

Landwirtschaftsreifen und Felgen können mit chemisch belastenden Stoffen in Kontakt kommen. Gülle, mineralischer Dünger, Silagesäfte und Pflanzenschutzmittel sollten nicht über längere Zeit auf Reifen, Felgen und Ventilen verbleiben.

  • Rückstände möglichst zeitnah mit Wasser entfernen
  • geeigneten milden Reiniger verwenden
  • keine zusätzlichen Lösungsmittel einsetzen
  • Reifenflanken auf Verfärbungen oder Aufquellen prüfen
  • Felgenbeschichtung und Ventilbereich kontrollieren
  • Reinigungs- und Umweltschutzvorgaben des Betriebs beachten
  • Waschwasser nicht unkontrolliert in Boden oder Kanalisation leiten

Reifen nach Kontakt mit Öl oder Kraftstoff prüfen

Hydrauliköl, Diesel, Schmiermittel und andere Betriebsstoffe sollten schnellstmöglich schonend entfernt werden. Starker oder längerer Kontakt kann die Gummioberfläche beeinflussen.

Zeigt der Reifen danach Aufquellungen, ungewöhnliche Weichheit, Verfärbungen oder Materialveränderungen, ist eine fachkundige Beurteilung notwendig.

Besonderheiten bei Traktorreifen

Hinterachsreifen

Auf Stollenausbrüche, gleichmäßigen Verschleiß, Flankenverletzungen, Wulstschäden und Schäden durch hohe Zugkräfte achten.

Vorderachsreifen

Lenkbewegungen, Frontladerbetrieb und hohe Vorderachslasten können Schultern, Profil und Flanken zusätzlich beanspruchen.

Pflegereifen

Schmale Reifen müssen besonders auf Schnitte, Flankenschäden, korrekten Luftdruck und ausreichenden Freigang kontrolliert werden.

Kommunaleinsätze

Bei Straßenfahrt und Winterdienst zusätzlich auf Streusalz, Bordsteinschäden, Profilerwärmung und gleichmäßigen Abrieb achten.

Besonderheiten bei Implementreifen

Implementreifen tragen hohe Lasten auf Anhängern und gezogenen Maschinen. Häufig wechseln Feldarbeit, Hofbetrieb und Straßenfahrt unmittelbar miteinander.

  • Profil auf Steine und Ernterückstände prüfen
  • Flanken auf Schäden durch enge Kurvenfahrt kontrollieren
  • auf ungleichmäßigen Verschleiß der Achsen achten
  • Reifen auf Scheuerstellen an Rahmen und Kotflügeln prüfen
  • Lastverteilung des Anhängers berücksichtigen
  • Luftdruck zur tatsächlichen Last und Geschwindigkeit wählen
  • vor längerer Straßenfahrt Reifen und Felgen kontrollieren
  • Standplatten nach langen Stillstandszeiten beachten

Doppelbereifung sorgfältig kontrollieren

Zwischen Doppelreifen können sich Steine, Holz, Pflanzenreste und Metallteile festsetzen. Diese Fremdkörper können beide inneren Reifenflanken beschädigen.

  • Zwischenraum regelmäßig ausleuchten
  • eingeklemmte Fremdkörper sicher entfernen
  • innere Flanken beider Reifen kontrollieren
  • auf Scheuerstellen und Gummiabrieb achten
  • Luftdruck beider Reifen vergleichen
  • ähnlichen Abrollumfang und Verschleißzustand beachten
  • auf Kontaktspuren zwischen den Reifen achten
FT-Reifen Praxistipp

Unterschiedlicher Luftdruck oder stark abweichender Abrollumfang kann die Last ungleich verteilen. Ein Reifen wird dann stärker belastet, obwohl beide Reifen äußerlich noch einsatzfähig erscheinen.

Luftdruck niemals an montierten Reifen mit Hammerprobe beurteilen

Eine Schlag- oder Klangprobe ersetzt kein geeignetes Luftdruckmessgerät. Besonders bei großvolumigen Landwirtschaftsreifen können erhebliche Druckabweichungen äußerlich kaum erkennbar sein.

Der Luftdruck muss mit einem geeigneten Messgerät am kalten Reifen kontrolliert werden.

Der richtige Luftdruck schützt Reifen und Boden

Bei Landwirtschaftsreifen muss der Luftdruck zur tatsächlichen Rad- beziehungsweise Achslast, Geschwindigkeit, Reifengröße, Felge und Einsatzart passen. Feldarbeit und Straßenfahrt können unterschiedliche Anforderungen stellen.

  • Luftdruck am kalten Reifen messen
  • tatsächliche Achslasten berücksichtigen
  • Front- und Heckanbaugeräte einbeziehen
  • Ballastierung beachten
  • maximale Geschwindigkeit berücksichtigen
  • Herstellerangaben und Tragfähigkeitstabellen verwenden
  • alle Reifen einer Achse vergleichen
  • wiederholten Luftverlust fachkundig untersuchen lassen

Zu niedriger Luftdruck kann die Karkasse schädigen

Niedriger Luftdruck kann im Feldeinsatz erwünscht sein, darf aber nur innerhalb der zulässigen Last- und Geschwindigkeitsgrenzen verwendet werden. Zu starke Walkarbeit erzeugt Wärme und belastet Karkasse, Flanke und Wulst.

Wurde ein Reifen deutlich unter dem erforderlichen Druck gefahren, reicht einfaches Nachfüllen möglicherweise nicht aus. Der Reifen kann innerlich geschädigt sein und muss gegebenenfalls demontiert und geprüft werden.

Zu hoher Luftdruck verursacht ebenfalls Probleme

Ein unnötig hoher Luftdruck kann die Aufstandsfläche verkleinern, Bodendruck und Schlupf erhöhen sowie den Fahrkomfort und die Traktion verschlechtern.

  • keine pauschalen Höchstwerte verwenden
  • Feld- und Straßeneinsatz getrennt betrachten
  • tatsächliche Last berücksichtigen
  • Reifenherstellerangaben verwenden
  • nach längerer Straßenfahrt nicht am warmen Reifen ablassen

Reifenverschleiß richtig einordnen

Stollen mittig stärker abgenutzt

Kann unter anderem mit hohem Luftdruck, häufigem Straßeneinsatz oder starker Antriebsbelastung zusammenhängen.

Stollen an einer Seite stärker abgenutzt

Kann auf Achsgeometrie, Spurfehler, unterschiedliche Belastung oder häufige Fahrten auf geneigtem Untergrund hinweisen.

Stollenausbrüche

Können durch Steine, scharfkantigen Untergrund, Schlupf, hohe Zugkräfte oder Stoppelschäden entstehen.

Risse am Stollenfuß

Können mit Alterung, starker Walkarbeit, Überlastung, falschem Luftdruck oder einem ungeeigneten Einsatzprofil zusammenhängen.

Ventile und Ventilschutz kontrollieren

  • Ventile auf Beschädigungen prüfen
  • Ventilsitze auf Undichtigkeiten kontrollieren
  • Ventilkappen vollständig montieren
  • Metallventile auf Korrosion untersuchen
  • Ventilverlängerungen auf Scheuerstellen prüfen
  • Ventilschutz bei Forst- und Baustelleneinsatz kontrollieren
  • Ventile nicht mit Öl oder Fett behandeln
  • bei Druckverlust Reifen, Schlauch, Ventil und Felge gemeinsam prüfen

Schlauchreifen und schlauchlose Reifen unterscheiden

In der Landwirtschaft kommen sowohl schlauchlose Reifen als auch Reifen mit Schlauch zum Einsatz. Reinigung und äußere Kontrolle sind ähnlich, die Ursachen eines Luftverlusts können sich jedoch unterscheiden.

Schlauchlose Reifen

  • Wulst und Felgendichtfläche prüfen
  • Ventil und Ventilsitz kontrollieren
  • Felgenrost ernst nehmen
  • auf Fremdkörper in der Lauffläche achten

Reifen mit Schlauch

  • Schlauch und Ventil als mögliche Ursache berücksichtigen
  • Felgenband beziehungsweise Wulstband prüfen
  • Felgenbett auf Rost und scharfe Stellen untersuchen
  • Montagefehler und Schlauchfalten ausschließen

Wulstbänder schützen den Schlauch

Bei entsprechenden Felgenkonstruktionen schützt das Wulstband beziehungsweise Felgenband den Schlauch vor Speichenlöchern, scharfen Kanten und unebenen Bereichen im Felgenbett.

Ein beschädigtes, verrutschtes oder ungeeignetes Band kann Scheuerstellen und Schlauchschäden verursachen. Bei der Demontage muss es deshalb kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden.

Reifenglanz ist bei Landwirtschaftsreifen nicht erforderlich

Ein optisches Pflegeprodukt verbessert weder Tragfähigkeit noch Traktion und verhindert keine Stoppel- oder Karkassenschäden. Im praktischen Einsatz ist Reifenglanz normalerweise nicht notwendig.

Wird bei Ausstellungsfahrzeugen ein geeignetes Produkt verwendet, darf es nur sparsam auf die saubere äußere Reifenflanke gelangen. Lauffläche, Stollen, Wulst, Felgenanlage und Bremsbauteile müssen frei bleiben.

Reifen vor längeren Standzeiten vorbereiten

  1. Reifen und Felgen gründlich reinigen.
  2. Alle Bauteile vollständig trocknen lassen.
  3. Profil, Flanken, Wulst und Ventile kontrollieren.
  4. Fremdkörper und Schäden fachkundig beurteilen lassen.
  5. Luftdruck nach den Vorgaben für die Stilllegung prüfen.
  6. Fahrzeug auf tragfähigem und sauberem Untergrund abstellen.
  7. Reifen vor Sonne, Öl, Dünger und Chemikalien schützen.
  8. Vor Wiederinbetriebnahme erneut vollständig kontrollieren.

Standplatten und dauerhafte Verformungen vermeiden

Schwere Traktoren, Erntemaschinen und beladene Anhänger können bei langen Standzeiten hohe Kräfte auf dieselbe Reifenstelle ausüben.

  • Maschinen möglichst entlastet abstellen
  • Anbaugeräte absenken
  • Luftdruck vor der Stilllegung kontrollieren
  • sauberen und ebenen Untergrund wählen
  • Reifen nicht in Wasser, Öl oder Gülle stehen lassen
  • Fahrzeug nach Herstellervorgaben gelegentlich bewegen
  • vor Saisonbeginn Reifen auf Verformungen und Risse prüfen

Vor der Straßenfahrt nach dem Feldeinsatz

  • grobe Erde und Steine aus dem Profil entfernen
  • Fremdkörper und Profilschäden kontrollieren
  • Beleuchtung und Fahrzeugkontur freihalten
  • Luftdruck an Geschwindigkeit und Last anpassen
  • Reifen auf sichtbare Beschädigungen prüfen
  • Felgen und Radbefestigungen kontrollieren
  • zulässige Geschwindigkeit des Reifens beachten
  • Fahrbahnverschmutzung vermeiden

Reifenmontage und Befüllung gehören in fachkundige Hände

Große Landwirtschaftsreifen besitzen erhebliche Luftvolumen und können mit hohen Kräften auf Felge, Reifenwulst und Montagewerkzeug wirken. Beschädigte Felgen, falsche Reifen-Felgen-Kombinationen und Montagefehler können schwere Unfälle verursachen.

  • nur geeignete Felgen verwenden
  • Felgenzustand vor der Montage prüfen
  • zulässige Montage- und Setzdrücke beachten
  • geeignete Montagehilfsmittel einsetzen
  • bei mehrteiligen Felgen besondere Sicherheitsregeln einhalten
  • Reifen niemals mit brennbaren Stoffen auf die Felge setzen
  • keine Arbeiten an belasteten oder ungesicherten Fahrzeugen durchführen

Typische Fehler bei der Pflege von Landwirtschaftsreifen

  • angetrockneten Schlamm mit Metallwerkzeugen abschlagen
  • Hochdruckreiniger aus kurzer Entfernung einsetzen
  • innere Reifenflanken nicht kontrollieren
  • Stoppelschäden als oberflächlichen Kratzer abtun
  • Nägel und Draht sofort herausziehen
  • Unterdruck nur durch Nachfüllen ausgleichen
  • Luftdruck ohne Berücksichtigung von Last und Geschwindigkeit wählen
  • Gülle, Dünger und Pflanzenschutzmittel lange einwirken lassen
  • Felgenrost und beschädigte Lackschichten ignorieren
  • Schlauch, Ventil und Wulstband bei Luftverlust nicht mitprüfen
  • Beulen und Karkassenschäden mit Pflegeprodukten kaschieren
  • verschmutzte und feuchte Maschinen über Winter abstellen

Checkliste: Landwirtschaftsreifen reinigen und pflegen

  • Fahrzeug sicher abstellen und gegen Wegrollen sichern
  • Anbaugeräte absenken und Arbeitsbereiche sichern
  • Reifen und Felgen abkühlen lassen
  • groben Schlamm vorsichtig lösen
  • milden, geeigneten Reiniger verwenden
  • Profil, Stollen und Flanken gründlich reinigen
  • Reifen mit klarem Wasser abspülen
  • Räder vollständig trocknen lassen
  • Profilgrund auf Stoppeln, Steine und Fremdkörper prüfen
  • Stollen auf Ausbrüche und Risse kontrollieren
  • innere und äußere Flanken untersuchen
  • Wulst, Felgenhorn und Felgenbett prüfen
  • Ventile und Ventilschutz kontrollieren
  • Luftdruck passend zu Last, Geschwindigkeit und Einsatz wählen
  • Doppelbereifung innen kontrollieren
  • Gülle, Dünger und Chemikalien zeitnah entfernen
  • Felgenkorrosion und Lackschäden beachten
  • vor längeren Standzeiten sauber und trocken abstellen

Passende Kategorien für Landwirtschaftsreifen

Wichtige Grundlagen bei der Reifenauswahl

Tragfähigkeit

Der Reifen muss zur tatsächlichen Rad- und Achslast sowie zur vorgesehenen Geschwindigkeit passen.

Reifenbauart

Radial- und Diagonalreifen unterscheiden sich in Aufbau, Fahrverhalten, Flexibilität und Einsatzschwerpunkt.

Felgenzuordnung

Reifengröße, Felgenbreite, Felgenkontur, Ventil und mögliche Schlauchausführung müssen technisch zusammenpassen.

Einsatzprofil

Feldarbeit, Straße, Transport, Grünland, Pflegearbeiten und Baustelleneinsatz stellen unterschiedliche Anforderungen.

Häufige Fragen zur Pflege von Landwirtschaftsreifen

Wie oft sollten Traktorreifen gereinigt werden?

Eine feste Frist gibt es nicht. Eine Reinigung ist besonders nach starkem Schlamm-, Stoppel- oder Chemikalienkontakt, vor Kontrollen und vor längeren Standzeiten sinnvoll.

Darf ein Traktorreifen mit dem Hochdruckreiniger gereinigt werden?

Ja, sofern ausreichend Abstand eingehalten und der Strahl nicht punktuell auf Flanke, Wulst, Ventil oder vorhandene Schäden gerichtet wird.

Sollten Steine aus dem Traktorprofil entfernt werden?

Lose Steine können vorsichtig entfernt werden. Tief sitzende oder scharfkantige Fremdkörper dürfen nicht mit ungeeigneten Werkzeugen herausgehebelt werden.

Was ist nach dem Einsatz auf Stoppelfeldern zu prüfen?

Profilgrund, Stollenflanken und beide Reifenflanken müssen auf Einstiche, Schnitte und eingedrungene Pflanzenreste untersucht werden.

Wie wird der richtige Luftdruck bestimmt?

Maßgeblich sind tatsächliche Last, Geschwindigkeit, Reifengröße, Reifenbauart, Felge und Einsatzart. Pauschale Werte sind dafür ungeeignet.

Warum muss auch die Felgeninnenseite gereinigt werden?

Dort bleiben Erde, Feuchtigkeit, Dünger und Gülle häufig lange haften. Korrosion, Lackunterwanderung und Schäden sind deshalb oft zuerst auf der Innenseite erkennbar.

Darf Reifenglanz auf Landwirtschaftsreifen verwendet werden?

Technisch notwendig ist er nicht. Bei Ausstellungsfahrzeugen darf ein geeignetes Produkt höchstens sparsam auf die saubere äußere Flanke aufgetragen werden.

Was ist bei einem langsam fallenden Luftdruck zu tun?

Reifen, Ventil, Wulst, Felge, Schlauch und gegebenenfalls Wulstband müssen gemeinsam geprüft werden. Wiederholtes Nachfüllen beseitigt die Ursache nicht.

Rechtlicher Hinweis

Diese Hinweise dienen der allgemeinen technischen Orientierung und ersetzen keine fachkundige Reifen-, Felgen- oder Fahrzeugprüfung. Bei Arbeiten an Traktoren, Erntemaschinen, Anhängern und landwirtschaftlichen Geräten sind hohe Fahrzeuggewichte, große Reifenvolumen, hohe Bauteilkräfte und mögliche Gefahren durch Anbaugeräte zu berücksichtigen. Beulen, tiefe Schnitte, freiliegende Festigkeitsträger, Wulstschäden, Felgenrisse, starker Luftverlust und andere sicherheitsrelevante Auffälligkeiten müssen durch einen qualifizierten Fachbetrieb beurteilt werden. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Maschinen-, Reifen-, Felgen- und Geräteherstellers sowie die tatsächlichen Lasten und Einsatzbedingungen.

Über 35 Jahre Erfahrung mit Landwirtschaftsreifen

FT Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung aus Reifenhandel, technischer Beratung und praktischer Arbeit mit Traktor-, Landwirtschafts- und Implementreifen.

Unser Ziel ist nicht nur der Verkauf eines Reifens. Wir erklären Reifengrößen, Tragfähigkeit, Luftdruck, Felgenzuordnung, Einsatzbereiche und den sicheren Umgang verständlich und praxisnah.

Wir verkaufen nicht einfach Reifen. Wir erklären sie.

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