Neue Motorradreifen richtig einfahren
FT Praxiswelt – Motorradreifen
Neue Motorradreifen richtig einfahren
Ein neuer Motorradreifen kann sich bereits auf den ersten Metern deutlich anders anfühlen als der zuvor montierte Reifen. Neue Profilhöhe, eine wieder vollständige Reifenkontur und möglicherweise ein anderes Reifenmodell verändern Einlenkverhalten, Rückmeldung und das Gefühl in Schräglage.
Die ersten Kilometer sollten deshalb bewusst und kontrolliert gefahren werden. Dabei geht es nicht darum, pauschal eine angebliche gefährliche Trennmittelschicht vom Reifen abzufahren, sondern darum, sich an den neuen Reifen zu gewöhnen, den Reifen unter realen Bedingungen in Betrieb zu nehmen und gleichzeitig zu beobachten, ob Montage und Fahrverhalten unauffällig sind.
Der bekannte Trennmittel-Mythos ist zu einfach
Die Aussage „Neue Motorradreifen sind rutschig, weil zuerst das Trennmittel abgefahren werden muss“ erklärt den Einfahrprozess nicht ausreichend.
Dazu kommen kalter Betriebszustand, volle Profilhöhe und gegebenenfalls ein völlig anderes Handling als beim zuvor stark verschlissenen Reifen.
Warum sich ein neuer Motorradreifen sofort anders anfühlen kann
Neue Kontur
Der Reifen besitzt wieder seine ursprüngliche runde Form.
Volle Profiltiefe
Profilblöcke und Lauffläche befinden sich wieder im Neuzustand.
Anderes Reifenmodell
Konstruktion und Kontur können das Einlenkverhalten deutlich verändern.
Neues Fahrgefühl
Der Fahrer muss sich zunächst an Rückmeldung und Reaktion des neuen Reifens gewöhnen.
Wenn sich das Motorrad nach dem Reifenwechsel plötzlich wesentlich leichter in Kurven einlenken lässt, muss das kein Fehler sein. Ein zuvor stark abgefahrener Reifen kann seine ursprüngliche Kontur deutlich verändert haben.
Ein abgefahrener Reifen verändert das Fahrgefühl schleichend
Besonders Hinterreifen können bei hohem Geradeausanteil mit zunehmender Laufleistung in der Laufflächenmitte stärker verschleißen. Die ursprüngliche runde Reifenkontur wird dadurch flacher.
Alter Reifen
Eine abgeflachte Mitte kann das Einlenken zunehmend träger wirken lassen.
Neuer Reifen
Die vollständige Kontur kann das Motorrad plötzlich wieder deutlich agiler erscheinen lassen.
Da der Verschleiß langsam entsteht, wird auch die Veränderung des Fahrverhaltens oft kaum bewusst wahrgenommen. Erst der neue Reifen macht den Unterschied plötzlich deutlich.
Die ersten Kilometer bewusst ruhig fahren
Nach der Montage sollte der neue Reifen zunächst unter kontrollierten Bedingungen kennengelernt werden.
Ruhig anfahren
Keine unnötig aggressive Beschleunigung direkt nach dem Reifenwechsel.
Bremsverhalten kennenlernen
Bremskräfte zunächst kontrolliert aufbauen.
Schräglage schrittweise erhöhen
Nicht unmittelbar die maximale persönliche Kurvengeschwindigkeit oder Schräglage ausprobieren.
Reifen auf Temperatur bringen
Kalte Reifen zunächst unter moderater Belastung fahren.
Fahrgefühl beobachten
Auf Einlenken, Stabilität, Vibrationen und ungewöhnliche Reaktionen achten.
Ein neuer kalter Reifen ist kein guter Zeitpunkt für einen Haftgrenzentest
Reifen und Fahrer sollten sich zunächst an den neuen Betriebszustand gewöhnen. Belastung, Beschleunigung, Bremsen und Schräglage deshalb schrittweise steigern.
Keine starre Kilometerzahl für alle Motorradreifen
Eine pauschale Aussage wie „Jeder neue Motorradreifen muss exakt 100 oder 200 Kilometer eingefahren werden“ berücksichtigt weder Reifenmodell noch Fahrzeug, Wetter, Straße und Herstellerhinweise.
Herstellerhinweise
Hinweise des Reifenherstellers zum neuen Reifen berücksichtigen.
Fahrbedingungen
Temperatur, Nässe und Straßenoberfläche beeinflussen die ersten Fahrten.
Fahrer und Motorrad
Fahrzeugcharakteristik und persönliches Fahrprofil unterscheiden sich deutlich.
Nicht auf eine starre Kilometerzahl fixieren. Die ersten Fahrten kontrolliert angehen, Belastung schrittweise steigern und Herstellerhinweise des konkreten Reifens berücksichtigen.
Nur ein Reifen neu? Dann verändert sich das Gesamtpaket ebenfalls
Nicht immer werden Vorder- und Hinterreifen gleichzeitig ersetzt. Dann arbeitet ein neuer Reifen mit einem bereits gebrauchten Reifen zusammen.
Neuer Vorderreifen, gebrauchter Hinterreifen
Einlenkverhalten und Rückmeldung der Vorderachse können sich unmittelbar verändern.
Gebrauchter Vorderreifen, neuer Hinterreifen
Die neue Hinterreifenkontur kann Kurvengefühl und Stabilität anders erscheinen lassen.
Ein Motorrad fährt auf zwei Reifen mit unterschiedlichen Aufgaben. Der Zustand beider Reifen beeinflusst deshalb das Gesamtfahrverhalten.
Vor der ersten Fahrt nach Montage den Luftdruck kontrollieren
Auch nach professioneller Montage lohnt sich vor der ersten Fahrt ein kurzer Blick auf die grundlegenden Reifenpunkte.
- Luftdruck nach Fahrzeug- beziehungsweise Reifenherstellervorgaben
- richtige Reifendimension
- passender Load Index
- passendes Speed Symbol
- Ventilkappe vorhanden
- keine sichtbaren Montageschäden
Neuen Reifen nicht mit ungeeignetem Luftdruck „einfahren“
Der Betriebsdruck sollte von Beginn an zur vorgesehenen Fahrzeug- und Reifenkonfiguration passen. Ein absichtlich veränderter Druck ist kein notwendiger Bestandteil des Einfahrens.
Laufrichtung nach der Montage kontrollieren
Viele Motorradreifen besitzen eine vorgegebene Drehrichtung. Diese ist auf der Seitenwand des jeweiligen Reifens gekennzeichnet.
Pfeil am Reifen
Zeigt die vorgesehene Drehrichtung für den konkreten Reifen.
Radposition
Vorder- und Hinterreifen können konstruktiv unterschiedlich ausgelegt sein.
Profiloptik
Ist kein zuverlässiger Ersatz für die Kennzeichnung auf dem Reifen.
Nach dem Reifenwechsel nicht allein nach der Profiloptik beurteilen, ob Vorder- oder Hinterreifen richtig herum montiert sind. Entscheidend ist der Laufrichtungspfeil auf dem jeweiligen Reifen.
Warum Vorder- und Hinterreifen optisch unterschiedlich laufen können
Bei manchen Motorradreifen wirken die Profilrichtungen von Vorder- und Hinterreifen auf den ersten Blick gegensätzlich. Das muss kein Montagefehler sein.
Vorderreifen
Muss insbesondere Lenk-, Brems- und Seitenführungskräfte übertragen.
Hinterreifen
Überträgt zusätzlich einen großen Teil der Antriebskräfte.
Die konstruktive Auslegung des jeweiligen Reifens ist maßgeblich. Deshalb immer die gekennzeichnete Drehrichtung des Herstellers beachten.
Reifensitz am Felgenhorn kontrollieren
Nach der Montage sollte der Reifen rundum gleichmäßig auf der Felge sitzen. Viele Reifen besitzen im Wulstbereich eine umlaufende Kontroll- beziehungsweise Zentrierlinie.
Gleichmäßiger Abstand
Die Kontrolllinie sollte rundum plausibel zum Felgenhorn verlaufen.
Auffällige Abweichung
Kann auf einen nicht vollständig gleichmäßig gesetzten Reifen hinweisen.
Fahrverhalten
Ein auffälliger Reifensitz kann sich durch Unruhe oder Rundlaufprobleme bemerkbar machen.
Ein falsch sitzender Reifen fährt sich nicht automatisch „noch ein“
Ist die Kontrolllinie deutlich ungleichmäßig oder besteht der Verdacht auf einen Montagefehler, sollte der Reifensitz geprüft werden. Weiterfahren ist keine Methode, um einen falsch gesetzten Reifen fachgerecht zu korrigieren.
Montagepaste und angebliches Trennmittel unterscheiden
Nach einer Reifenmontage können im Bereich von Reifen und Felge noch Spuren des verwendeten Montagemittels sichtbar sein. Das ist etwas anderes als die pauschale Behauptung, ein neuer Reifen müsse zunächst eine Produktionsschicht abfahren.
Montagemittel
Wird bei der fachgerechten Reifenmontage im Wulstbereich eingesetzt.
Reifenoberfläche
Sichtbare Verunreinigungen auf der eigentlichen Lauffläche sollten vor der Fahrt entfernt beziehungsweise geprüft werden.
Sind auf der Lauffläche sichtbare Rückstände von Montagepaste oder anderen Verschmutzungen vorhanden, diese vor der Fahrt entfernen. Die Lauffläche sollte sauber sein.
Wuchtung gehört zur neuen Bereifung
Nach dem Reifenwechsel sollte das Rad sauber laufen. Deutliche Vibrationen direkt nach der Montage sollten nicht mit dem normalen Einfahrprozess erklärt werden.
Unwucht
Kann sich mit steigender Geschwindigkeit als Vibration bemerkbar machen.
Reifensitz
Ungleichmäßiger Sitz kann Rundlaufprobleme erzeugen.
Felge
Ein vorhandener Felgen- oder Rundlauffehler kann ebenfalls auffallen.
Radmontage
Auch der korrekte Einbau des Rades gehört zur Gesamtprüfung.
Starke Vibrationen nicht mit „der Reifen muss sich noch einfahren“ erklären
Ein Einfahrprozess beseitigt keinen Montage-, Wucht- oder Rundlauffehler. Bei deutlicher Unruhe nach dem Reifenwechsel sollte die Ursache geprüft werden.
Nach Radausbau auch die Montage des Motorrades berücksichtigen
Wurde das Rad für den Reifenwechsel ausgebaut, können je nach Motorrad weitere Punkte für das Fahrverhalten relevant sein.
- Rad korrekt eingebaut
- Achse nach Herstellervorgaben montiert
- Distanzhülsen korrekt eingesetzt
- Bremsanlage korrekt positioniert
- Rad dreht frei und ohne auffällige Geräusche
- bei Kettenantrieb Radstellung beziehungsweise Kettenspannung nach Vorgaben geprüft
Wenn gleichzeitig das Rad aus- und eingebaut wurde, müssen bei ungewöhnlichem Fahrverhalten auch Montage und angrenzende Fahrzeugkomponenten berücksichtigt werden.
Neue Reifen nicht sofort unter schlechten Bedingungen testen
Die ersten Kilometer sollten möglichst Bedingungen bieten, unter denen sich das neue Fahrgefühl gut beurteilen lässt.
Nässe
Reduziert die verfügbaren Reserven und erschwert die Beurteilung.
Kälte
Verlangsamt die Erwärmung des Reifens.
Schmutz
Staub, Sand oder Splitt können die Haftung deutlich beeinflussen.
Unebene Straße
Kann Vibrationen und Unruhe erzeugen, die fälschlich dem neuen Reifen zugeschrieben werden.
Wenn möglich, eine bekannte Strecke mit sauberem und trockenem Asphalt wählen. So lässt sich das neue Einlenk- und Abrollverhalten besser beurteilen.
Schräglage kontrolliert steigern
Motorradreifen nutzen je nach Kurvenfahrt unterschiedliche Bereiche ihrer Lauffläche. Bei einem neuen Reifen werden diese Bereiche erstmals im realen Straßenbetrieb belastet.
Zunächst geringe Schräglage
Fahrgefühl kennenlernen.
Kurvenwechsel beobachten
Einlenkverhalten und Stabilität wahrnehmen.
Schräglage schrittweise erhöhen
Nicht abrupt von Geradeausfahrt zu maximaler persönlicher Schräglage wechseln.
Rückmeldung beachten
Das Motorrad sollte berechenbar und ohne ungewöhnliche Unruhe reagieren.
Nach der ersten Fahrt kurz kontrollieren
Fahrverhalten
Gab es Vibrationen, Lenkerunruhe oder ungewöhnliches Ziehen?
Reifensitz
Kontrolllinie beziehungsweise Wulstbereich nochmals ansehen.
Reifenoberfläche
Auf ungewöhnliche Beschädigungen oder Verschmutzungen achten.
Luftdruck
Bei Verdacht auf Druckverlust später unter geeigneten Kaltbedingungen erneut kontrollieren.
Ungewöhnliches Fahrverhalten nach der ersten Fahrt nicht ignorieren
Bleiben starke Vibrationen, Lenkerunruhe oder deutliche Instabilität bestehen, sollte vor weiterer schneller Fahrt geprüft werden, ob Reifen, Wuchtung, Reifensitz, Felge oder Radmontage die Ursache sind.
Typische Beobachtungen nach einem Motorradreifenwechsel
| Beobachtung | Mögliche Einordnung | Was prüfen? |
|---|---|---|
| Motorrad lenkt deutlich leichter ein | neue runde Reifenkontur | Fahrgefühl kontrolliert kennenlernen |
| Motorrad wirkt plötzlich agiler | alter Reifen war möglicherweise stark abgeflacht | Schräglage schrittweise steigern |
| neuer Reifen fühlt sich zunächst ungewohnt an | Kontur oder Reifenmodell unterscheiden sich | ruhig einfahren und beobachten |
| starke Vibration direkt nach Montage | Wuchtung, Reifensitz, Felge oder Radmontage möglich | technisch kontrollieren |
| Kontrolllinie läuft ungleich zur Felge | Reifensitz möglicherweise auffällig | Wulstsitz prüfen |
| Profil sieht vorne scheinbar „verkehrt“ aus | konstruktiv möglich | Laufrichtungspfeil kontrollieren |
| sichtbare Montagepaste auf Lauffläche | Montagerückstand | vor Fahrt entfernen |
| Motorrad zieht nach Reifenwechsel | Reifen, Druck, Montage oder Fahrwerk möglich | Ursache prüfen |
| Lenkerunruhe bleibt bestehen | kein normaler Einfahrzustand | Wuchtung, Rad und Fahrwerk kontrollieren |
Praxisablauf nach der Montage neuer Motorradreifen
Reifendaten kontrollieren
Größe, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitskennung prüfen.
Laufrichtung ansehen
Pfeil des jeweiligen Vorder- beziehungsweise Hinterreifens kontrollieren.
Reifensitz prüfen
Kontrolllinie und Wulstbereich rundum ansehen.
Luftdruck einstellen
Nach den vorgesehenen Herstellerangaben.
Lauffläche sauber halten
Montagerückstände und Verschmutzungen entfernen.
Erste Fahrt kontrolliert beginnen
Beschleunigung, Bremsen und Schräglage moderat aufbauen.
Fahrverhalten beobachten
Einlenken, Stabilität und Vibrationen beurteilen.
Nach der Fahrt nachkontrollieren
Auffälligkeiten nicht einfach als normalen Einfahrprozess abtun.
Kontrollliste für neue Motorradreifen
- richtige Reifengröße montiert
- Load Index passend
- Speed Symbol passend
- Fahrzeug- und Reifenfreigaben berücksichtigt
- Laufrichtung vorne geprüft
- Laufrichtung hinten geprüft
- Reifensitz rundum kontrolliert
- Kontrolllinie am Felgenhorn beurteilt
- Luftdruck korrekt eingestellt
- Ventile und Ventilkappen geprüft
- Lauffläche frei von Montagerückständen
- Radmontage berücksichtigt
- erste Fahrt bewusst ruhig begonnen
- Schräglage schrittweise erhöht
- starke Beschleunigung zunächst vermieden
- Bremsverhalten kontrolliert kennengelernt
- Vibrationen beobachtet
- Lenkerunruhe nicht ignoriert
- nach erster Fahrt Reifensitz erneut angesehen
Wann nach dem Reifenwechsel genauer geprüft werden sollte
- starke Vibrationen unmittelbar nach Montage
- Lenkerflattern oder deutliche Lenkerunruhe
- Motorrad zieht auffällig zu einer Seite
- Reifensitz wirkt am Felgenhorn ungleichmäßig
- Rad läuft sichtbar unrund
- Luftdruck fällt nach Montage deutlich ab
- Ventil verliert Luft
- Reifen zeigt sichtbare Montagebeschädigung
- Fahrverhalten bleibt auch nach Gewöhnung deutlich ungewöhnlich
- Laufrichtung stimmt nicht mit der Reifenkennzeichnung überein
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Motorrad- und Zweiradreifen bei FT-Reifen
Bei der Auswahl neuer Motorradreifen sollten nicht nur Reifengröße und Hersteller betrachtet werden. Fahrzeugfreigabe, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitskennung, Reifenmodell und vorgesehener Einsatz gehören ebenfalls zur Auswahl.
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Häufige Fragen zum Einfahren neuer Motorradreifen
Müssen neue Motorradreifen wegen Trennmittel eingefahren werden?
Die pauschale Vorstellung einer gefährlichen Trennmittelschicht greift zu kurz. Neue Reifen besitzen eine ungefahrene Oberfläche, volle Profilhöhe und ihre ursprüngliche Kontur. Gleichzeitig muss sich der Fahrer an das veränderte Fahrgefühl gewöhnen. Deshalb sollten die ersten Fahrten kontrolliert erfolgen.
Wie viele Kilometer muss ein neuer Motorradreifen eingefahren werden?
Eine starre Kilometerzahl lässt sich nicht sinnvoll für jeden Reifen und jedes Motorrad festlegen. Herstellerhinweise, Wetter, Straßenbedingungen und Fahrweise sollten berücksichtigt und die Belastung schrittweise gesteigert werden.
Warum lenkt mein Motorrad mit neuen Reifen plötzlich viel leichter ein?
Der alte Reifen kann durch Verschleiß bereits deutlich abgeflacht gewesen sein. Mit der vollständigen Kontur des neuen Reifens kann das Motorrad wieder wesentlich agiler reagieren.
Warum sieht die Laufrichtung am Vorderreifen manchmal falsch aus?
Vorder- und Hinterreifen können konstruktiv unterschiedliche Profilrichtungen besitzen. Nicht die optische Einschätzung, sondern der Laufrichtungspfeil auf dem jeweiligen Reifen ist maßgeblich.
Sind starke Vibrationen nach der Reifenmontage normal?
Nein. Deutliche Vibrationen sollten nicht als normaler Einfahrprozess betrachtet werden. Wuchtung, Reifensitz, Felge, Radmontage und gegebenenfalls weitere Fahrzeugkomponenten sollten dann kontrolliert werden.
Technischer Hinweis
Neue Motorradreifen müssen entsprechend den Vorgaben von Fahrzeug- und Reifenhersteller montiert, mit passendem Betriebsdruck gefahren und in der vorgegebenen Laufrichtung eingesetzt werden. Der Einfahrprozess darf nicht dazu verwendet werden, deutliche Montage-, Wucht-, Rundlauf- oder Fahrwerksprobleme zu erklären. Bei starken Vibrationen, ungleichmäßigem Reifensitz, Druckverlust oder anhaltend ungewöhnlichem Fahrverhalten sollte die Ursache vor weiterer hoher Belastung fachgerecht geprüft werden.
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