Motorradreifen vor Tour oder Saisonstart richtig kontrollieren
FT Praxiswelt – Motorradreifen
Motorradreifen vor Tour oder Saisonstart richtig kontrollieren
Vor einer Wochenendtour, dem Saisonstart oder einer längeren Urlaubsreise reicht es nicht, nur kurz auf die Profiltiefe zu schauen. Luftdruck, Reifenkontur, Schäden, Ventile, Felgen, zulässige Vorder-/Hinterradkombination und die tatsächliche Beladung gehören gemeinsam zum Motorradreifen-Check.
Besonders nach längerer Standzeit, vor einer Reise mit Sozius oder nach einem früheren Druckverlust lohnt sich eine vollständige Kontrolle. Viele Auffälligkeiten lassen sich erkennen, bevor sie unterwegs zum Problem werden.
Der Tourencheck beginnt nicht mit der Frage „Hat der Reifen noch Profil?“
Ein Motorradreifen kann noch ausreichende Profiltiefe besitzen und trotzdem durch Sägezahn, starke Abflachung, Druckverlust, Seitenwandschäden oder eine ungeeignete Reifenkombination technisch auffällig sein.
Profil, Kontur, Luftdruck, Schäden, Ventile, Felgen und Fahrverhalten ergeben zusammen ein wesentlich aussagekräftigeres Bild als eine einzelne Profilmessung.
Luftdruck vor der Fahrt kalt messen
Der Reifencheck sollte mit einer tatsächlichen Luftdruckmessung beginnen. Handprobe oder Sichtprüfung reichen nicht aus.
Vorderreifen
Kalt messen und mit der vorgesehenen Fahrzeugangabe vergleichen.
Hinterreifen
Ebenfalls kalt kontrollieren und nicht vom Vorderreifenwert ableiten.
Soziusbetrieb
Kann andere Herstellervorgaben erfordern als Solobetrieb.
Reisegepäck
Beladungsabhängige Angaben berücksichtigen.
Vor einer Tour den Luftdruck messen, bevor die Reifen warm gefahren sind. So lässt sich der vorgesehene Kaltdruck sauber einstellen und ein ungewöhnlicher Druckverlust besser erkennen.
Vorder- und Hinterreifen vollständig ansehen
Das Motorrad gegebenenfalls ein Stück bewegen, damit auch die zunächst am Boden stehenden Reifenbereiche sichtbar werden.
- Laufflächenmitte prüfen
- linke Schulter prüfen
- rechte Schulter prüfen
- Seitenwände ansehen
- Profilgrund kontrollieren
- Übergang von Lauffläche zur Flanke prüfen
- Ventilbereich ansehen
Gerade kleine Schrauben, Schnitte oder lokale Seitenwandauffälligkeiten können übersehen werden, wenn nur der gut sichtbare Bereich kontrolliert wird.
Profiltiefe an mehreren Stellen beurteilen
Motorradreifen können über ihre Breite deutlich unterschiedlich verschleißen. Deshalb sollte die Profiltiefe nicht nur an einer einzigen Stelle betrachtet werden.
Hinterreifen
- Laufflächenmitte
- Übergang zur Schulter
- linke und rechte Seite
- starke mittige Abflachung
Vorderreifen
- Laufflächenmitte
- Profilkanten
- Sägezahnbild
- Schulterverschleiß
Profiltiefe allein beschreibt den Reifenzustand nicht vollständig
Ein Reifen kann noch deutliche Profilreserve besitzen, sich aber durch stark veränderte Kontur oder ausgeprägten Sägezahn bereits deutlich anders fahren als im Neuzustand.
Reifenkontur bewusst mit ansehen
Die ursprüngliche Form eines Motorradreifens verändert sich während seiner Laufzeit. Besonders hohe Geradeausanteile können die Mitte des Hinterreifens deutlich abflachen.
Runde Kontur
Unterstützt ein möglichst neutrales Einlenkverhalten.
Abgeflachte Mitte
Kann nach vielen Autobahn- oder Geradeauskilometern entstehen.
Sägezahn vorne
Kann trotz vorhandener Profiltiefe die Rückmeldung verändern.
Ungleichmäßiger Abrieb
Kann auf Fahrprofil oder weitere technische Einflüsse hinweisen.
Ein stark abgeflachter Hinterreifen kann noch Profil besitzen und trotzdem das Einlenken deutlich verändern. Deshalb beim Tourencheck immer auch die Reifenkontur beurteilen.
Fremdkörper bewusst suchen
Eine kleine Schraube oder ein Nagel kann bereits seit der letzten Fahrt im Profil stecken und nur einen langsamen Luftverlust verursachen.
Schrauben
Können tief im Profil stecken und teilweise abdichten.
Nägel
Können gerade oder schräg eingedrungen sein.
Drahtstücke
Sind teilweise schwer zu erkennen.
Metallsplitter
Kleine sichtbare Stellen können trotzdem den Reifen durchdrungen haben.
Gefundenen Fremdkörper nicht unvorbereitet herausziehen
Steckt eine Schraube oder ein Nagel im Reifen, zunächst Luftdruck und weitere Vorgehensweise klären. Der Fremdkörper kann die Schadstelle noch teilweise abdichten.
Seitenwand auf Beulen, Schnitte und Risse prüfen
Die Reifenflanken verdienen vor längeren Touren eine eigene Sichtkontrolle.
Lokale Beule
Kann auf eine strukturelle Beschädigung im Reifeninneren hindeuten.
Tiefer Schnitt
Muss hinsichtlich Tiefe und betroffener Reifenstruktur beurteilt werden.
Scheuerstelle
Kann durch Kontakt mit Fahrzeugteilen oder äußeren Hindernissen entstehen.
Rissbildung
Alterung und Gesamtzustand des Reifens berücksichtigen.
Neue Seitenwandbeule nicht auf die Reise verschieben
Eine klar abgegrenzte neue Auswölbung ist kein normaler optischer Makel. Der Reifen sollte vor weiterer hoher Belastung fachgerecht beurteilt werden.
Reifenalter zusammen mit dem Gesamtzustand beurteilen
Das Produktionsdatum ist ein wichtiger Anhaltspunkt, aber kein alleiniger Entscheidungswert.
DOT
Produktionswoche und Produktionsjahr berücksichtigen.
Lagerbedingungen
Licht, Wärme und Standzeit können eine Rolle spielen.
Bisherige Nutzung
Laufleistung, Fahrprofil und bekannte Vorschäden mit einbeziehen.
Sichtbarer Zustand
Risse, Beulen und Verformungen sind ebenso wichtig.
Ein älterer Motorradreifen ist nicht automatisch unbrauchbar. Umgekehrt ist ein jüngerer Reifen nicht automatisch technisch einwandfrei, wenn Schäden oder deutlicher Verschleiß vorhanden sind.
Vorder- und Hinterreifen als zulässige Kombination prüfen
Bei Motorrädern reicht es nicht, nur die richtigen Größen zu montieren. Auch die technische Kombination von Vorder- und Hinterreifen muss zum konkreten Motorrad passen.
- richtige Reifengröße vorne
- richtige Reifengröße hinten
- passender Load Index
- passendes Speed Symbol
- Reifenbauart berücksichtigen
- Herstellerangaben beachten
- fahrzeugspezifische Vorgaben beziehungsweise Freigaben berücksichtigen
- zulässige Vorder-/Hinterradkombination prüfen
Bei Motorradreifen nicht nur fragen: „Passt die Größe?“ Die gesamte Bereifung muss technisch zum konkreten Motorrad passen.
Laufrichtung vorne und hinten kontrollieren
Viele Motorradreifen besitzen eine vorgegebene Drehrichtung. Der Pfeil auf der Reifenflanke ist maßgeblich.
Vorderreifen
Laufrichtungspfeil mit der tatsächlichen Raddrehung vergleichen.
Hinterreifen
Ebenfalls separat kontrollieren.
Profiloptik
Nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage verwenden.
Deshalb nicht allein nach dem sichtbaren Profilverlauf beurteilen, ob ein Reifen „richtig herum“ montiert ist.
Ventile und Ventilkappen nicht vergessen
Ventilschaft
Auf Risse und sichtbare Beschädigungen achten.
Ventileinsatz
Bei Luftverlust als mögliche Ursache berücksichtigen.
Winkelventil
Auf sicheren Sitz und sichtbare Auffälligkeiten prüfen.
Ventilkappe
Sollte vorhanden und unbeschädigt sein.
Bei wiederkehrendem Luftdruckverlust nicht automatisch nur nach einem Loch im Reifen suchen. Auch Ventil, Ventileinsatz und Felgenbereich können beteiligt sein.
Felgen beim Reifencheck mit ansehen
Besonders nach einem früheren Schlagloch- oder Bordsteinkontakt sollte auch das Rad selbst kontrolliert werden.
Felgenhorn
Auf Dellen und sichtbare Verformungen achten.
Risse
Sichtbare Rissbildung ist eine ernsthafte Auffälligkeit.
Korrosion
Je nach Felgenmaterial und Zustand mit berücksichtigen.
Rundlauf
Bei Vibrationen oder sichtbarer Verformung genauer prüfen.
Reifen und Felge bilden ein gemeinsames Radsystem
Ein neuer Reifen auf einer beschädigten Felge löst keinen Rundlauf- oder Dichtheitsfehler der Felge.
Schlauchreifen und Speichenräder gesondert berücksichtigen
Bei TT-Bereifung beziehungsweise entsprechenden Speichenradkonstruktionen gehören Reifen, Schlauch, Ventil und Felgenband beziehungsweise Wulstband zusammen.
Schlauch
Bei wiederkehrendem Druckverlust als mögliche Ursache berücksichtigen.
Ventilstellung
Ein auffällig schief stehendes Ventil sollte genauer geprüft werden.
Felgenband
Schützt den Schlauch bei entsprechenden Radkonstruktionen.
Felgeninnenseite
Scharfe Stellen oder beschädigte Bereiche dürfen den Schlauch nicht gefährden.
Bei auffälligem Druckverlust nicht nur den Reifen außen kontrollieren. Schlauch, Ventil und Felgenband beziehungsweise Wulstband können ebenfalls beteiligt sein.
Bremsscheibe und ABS-Sensorring beim Radcheck kurz ansehen
Ein Reifencheck ersetzt keine Bremsen- oder Fahrwerksinspektion. Sichtbare Auffälligkeiten im unmittelbaren Radbereich sollten trotzdem nicht ignoriert werden.
Bremsscheibe
Keine offensichtliche Beschädigung oder starke sichtbare Verformung.
ABS-Sensorring
Soweit vorhanden, auf sichtbare Beschädigung oder Verformung achten.
Wurde das Rad kürzlich ausgebaut, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Achse, Distanzteile, Bremse und angrenzende Bauteile.
Bekannte Vibrationen oder Lenkerunruhe vor der Tour klären
Wenn das Motorrad bereits bei der letzten Fahrt auffällig war, sollte dieses Problem nicht auf eine längere Reise verschoben werden.
Wuchtung
Kann geschwindigkeitsabhängige Vibrationen verursachen.
Radlager
Spiel oder Laufprobleme können die Radführung beeinflussen.
Lenkkopflager
Bei Lenkerunruhe als mögliche Einflussgröße berücksichtigen.
Fahrwerk
Gabel und Federbein können das Reifenverhalten wesentlich beeinflussen.
Anhaltende Vibrationen nicht als „Reifen ist halt etwas abgefahren“ abtun
Reifenverschleiß ist nur eine mögliche Ursache. Wuchtung, Rundlauf, Lager und Fahrwerk sollten bei deutlicher Auffälligkeit ebenfalls berücksichtigt werden.
Kettenmotorrad: Hinterradstellung und Kettenspannung mitdenken
Bei Motorrädern mit Kettenantrieb hängen Radstellung und Antriebssystem unmittelbar zusammen.
Kettenspannung
Nach den Herstellervorgaben kontrollieren.
Hinterradausrichtung
Nach Arbeiten am Hinterrad korrekt einstellen.
Achsmontage
Muss nach den technischen Vorgaben des Fahrzeugs erfolgen.
Eine unpassende Kettenspannung, Radstellung oder Radmontage kann ebenfalls das Fahrverhalten beeinflussen.
Sozius und Gepäck vor der Tour einplanen
Eine Reise mit voller Beladung stellt andere Anforderungen an Reifen und Fahrwerk als eine kurze Solofahrt.
Zulässiges Gesamtgewicht
Fahrer, Sozius, Zubehör und Gepäck zusammen berücksichtigen.
Luftdruck
Beladungsabhängige Herstellerangaben verwenden.
Fahrwerk
Gegebenenfalls auf Sozius- und Gepäckbetrieb einstellen.
Reifentragfähigkeit
Load Index und zulässige Bereifung müssen passen.
Das Motorrad möglichst im tatsächlichen Reisezustand beurteilen. Sozius, Koffer und Gepäck verändern die Belastung deutlich gegenüber einer leeren Probefahrt.
Restlaufleistung für die gesamte Tour einplanen
Vor einer längeren Reise sollte nicht nur geprüft werden, ob der Reifen am Starttag noch ausreichend Profil besitzt.
Hinweg
Autobahnkilometer und Belastung berücksichtigen.
Touren vor Ort
Zusätzliche Tagesstrecken nicht vergessen.
Rückfahrt
Ausreichende Reifenreserve einplanen.
Beladung
Sozius und Reisegepäck können besonders den Hinterreifen stärker beanspruchen.
Vor einer größeren Motorradtour nicht nur fragen, ob der Reifen heute noch genug Profil besitzt. Entscheidend ist, ob Zustand und Restlaufleistung für die gesamte geplante Strecke einschließlich Rückfahrt realistisch ausreichen.
Nicht mit knapper Reifenreserve auf lange Reise gehen
Ein bereits weit verschlissener Hinterreifen kann auf langen Autobahnetappen in der Laufflächenmitte deutlich weiter abbauen.
Nach der ersten Etappe eine kurze Nachkontrolle nutzen
Besonders nach längerer Standzeit, frischer Reifenmontage oder bei voller Beladung kann eine kurze Kontrolle an der ersten Pause sinnvoll sein.
Reifenbild
Auf neue sichtbare Auffälligkeiten achten.
RDKS
Vorhandene Warnmeldungen ernst nehmen.
Gepäck
Befestigung und Lage von Koffern und Gepäck kontrollieren.
Fahrverhalten
Neue Vibrationen, Pendeln oder Lenkerunruhe nicht ignorieren.
Warmen Reifendruck nicht auf den Kaltdruck ablassen
Nach der ersten Etappe sind die Reifen warm. Ein höherer gemessener Druck kann betriebsbedingt sein. Für eine erneute Kaltdruckbeurteilung Reifen erst entsprechend abkühlen lassen.
Typischer Motorradreifen-Check vor der Tour
| Kontrollpunkt | Was prüfen? | Warum? |
|---|---|---|
| Luftdruck | vorne und hinten kalt messen | korrekter Ausgangszustand |
| Profil | Mitte, Schultern und ungleichmäßigen Abrieb prüfen | Verschleiß vollständig beurteilen |
| Kontur | Abflachung und Sägezahn ansehen | Fahrverhalten kann sich trotz Restprofil verändern |
| Seitenwand | Beulen, Schnitte und Risse kontrollieren | strukturelle Schäden erkennen |
| Fremdkörper | Nägel, Schrauben und Metallteile suchen | schleichenden Luftverlust erkennen |
| Ventile | Zustand, Sitz und Dichtheit prüfen | mögliche Druckverlustquelle |
| Felgen | Dellen, Risse und Verformungen ansehen | Reifensitz und Rundlauf sicherstellen |
| Reifenkombination | Größe, LI, SI und Zulässigkeit prüfen | technische Eignung des gesamten Satzes |
| Laufrichtung | Pfeile vorne und hinten kontrollieren | korrekte Montage |
| TT-Bereifung | Schlauch, Ventil und Felgenband berücksichtigen | gesamtes Schlauchsystem beurteilen |
| Beladung | Sozius, Koffer und Topcase berücksichtigen | Radlast und Fahrwerkslage verändern sich |
| Restlaufleistung | gesamte geplante Tour einplanen | nicht unterwegs an die Verschleißgrenze geraten |
| Fahrverhalten | bekannte Vibrationen und Unruhe klären | Probleme vor der Reise eingrenzen |
Praxisablauf vor Saisonstart oder Motorradtour
Luftdruck kalt messen
Vorne und hinten nach den vorgesehenen Angaben kontrollieren.
Reifen vollständig ansehen
Lauffläche, Schultern und Seitenwände kontrollieren.
Profil und Kontur beurteilen
Abflachung, Sägezahn und ungleichmäßigen Verschleiß berücksichtigen.
Fremdkörper suchen
Nägel, Schrauben und andere scharfkantige Teile ausschließen.
Ventile prüfen
Ventilschaft, Ventileinsatz und Ventilkappe ansehen.
Felgen kontrollieren
Dellen, Risse und sichtbare Verformungen beachten.
Reifenkombination prüfen
Größe, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitskennung und Zulässigkeit kontrollieren.
Beladungszustand einplanen
Sozius, Koffer, Topcase und Fahrwerk berücksichtigen.
Restlaufleistung realistisch einschätzen
Hinweg, Touren vor Ort und Rückfahrt berücksichtigen.
Bekannte Fahrprobleme vorab klären
Vibrationen, Pendeln oder Lenkerunruhe nicht auf die Reise verschieben.
Komplette Kontrollliste für Motorradreifen vor einer Tour
- Luftdruck vorne kalt gemessen
- Luftdruck hinten kalt gemessen
- Beladungszustand berücksichtigt
- Vorderreifen vollständig kontrolliert
- Hinterreifen vollständig kontrolliert
- Profiltiefe an mehreren Stellen beurteilt
- Hinterreifen auf mittige Abflachung geprüft
- Vorderreifen auf Sägezahn geprüft
- keine neue Seitenwandbeule sichtbar
- keine tiefen Schnitte erkennbar
- keine problematische Rissbildung sichtbar
- Laufflächen auf Fremdkörper geprüft
- Reifenalter mit Gesamtzustand beurteilt
- richtige Reifengröße vorne geprüft
- richtige Reifengröße hinten geprüft
- Load Index passend
- Speed Symbol passend
- zulässige Vorder-/Hinterradkombination geprüft
- Laufrichtung vorne kontrolliert
- Laufrichtung hinten kontrolliert
- Ventile geprüft
- Ventilkappen vorhanden
- Felgenhorn kontrolliert
- keine sichtbaren Felgenrisse vorhanden
- bei TT-Reifen Schlauch berücksichtigt
- bei TT-Reifen Felgenband beziehungsweise Wulstband berücksichtigt
- bei Bedarf Bremsscheibe und ABS-Ring angesehen
- bekannte Vibrationen nicht ignoriert
- bei Kettenantrieb Hinterradstellung berücksichtigt
- Sozius und Gepäck in die Planung einbezogen
- Fahrwerk gegebenenfalls auf Beladung eingestellt
- ausreichende Restlaufleistung für Hin- und Rückfahrt vorhanden
Wann vor der Tour nicht einfach weitergefahren werden sollte
- neue Seitenwandbeule sichtbar
- deutlicher oder wiederkehrender Luftdruckverlust
- tiefer Schnitt im Reifen
- tragende Reifenbestandteile sichtbar
- starke Rissbildung vorhanden
- Reifen zeigt massiv veränderte Kontur und schlechtes Fahrverhalten
- starker Sägezahn verursacht deutliche Unruhe
- Felge sichtbar stark verformt
- Riss an der Felge erkennbar
- Rad läuft sichtbar unrund
- starke Vibrationen sind ungeklärt
- Motorrad pendelt deutlich
- zulässige Reifenkombination ist unklar
- Reifen reicht voraussichtlich nicht für die geplante Strecke
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Weiterführendes Wissen rund um Motorrad-, Roller- und Mopedreifen, Reifenkonstruktion, Kennzeichnungen, Auswahl und typische Anforderungen motorisierter Zweiräder.
Motorrad- und Zweiradreifen bei FT-Reifen
Müssen Reifen vor der nächsten Tour ersetzt werden, sollten Reifengröße, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitskennung, Fahrzeugfreigabe und die technisch zulässige Kombination von Vorder- und Hinterreifen gemeinsam berücksichtigt werden.
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Häufige Fragen zum Motorradreifen-Check vor einer Tour
Reicht es, vor einer Motorradtour nur den Luftdruck und die Profiltiefe zu prüfen?
Nein. Auch Reifenkontur, Sägezahn, Seitenwand, Fremdkörper, Ventile, Felgen und die zulässige Kombination von Vorder- und Hinterreifen sollten berücksichtigt werden.
Warum sollte die Profiltiefe an mehreren Stellen geprüft werden?
Motorradreifen können in der Mitte und an den Schultern unterschiedlich verschleißen. Besonders ein Hinterreifen mit hohem Geradeausanteil kann in der Mitte deutlich stärker abgebaut haben.
Warum muss vor einer Urlaubsreise die Restlaufleistung berücksichtigt werden?
Ein Reifen, der am Starttag noch ausreichend Profil besitzt, muss auch für Hinweg, Touren am Ziel und Rückfahrt genügend Reserve bieten. Beladung und lange Autobahnetappen können den Verschleiß zusätzlich erhöhen.
Warum sollten Ventile beim Reifencheck kontrolliert werden?
Ein schleichender Luftverlust kann nicht nur aus der Lauffläche kommen. Ventil, Ventileinsatz und bei Tubeless-Reifen auch der Felgen- beziehungsweise Wulstbereich können beteiligt sein.
Was sollte bei Motorradreifen mit Schlauch zusätzlich kontrolliert werden?
Bei TT-Bereifung gehören Schlauch, Ventil und bei entsprechender Konstruktion Felgenband beziehungsweise Wulstband zum Radsystem. Bei wiederkehrendem Druckverlust sollten diese Bereiche mit berücksichtigt werden.
Technischer Hinweis
Vor längeren Fahrten sollten Motorradreifen hinsichtlich Luftdruck, Profil, Reifenkontur, Schäden, Ventilzustand, Felgenzustand, Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitskennzeichnung sowie zulässiger Vorder-/Hinterradkombination geprüft werden. Bei Sozius- und Gepäckbetrieb sind zusätzlich Fahrzeugbeladung und gegebenenfalls Fahrwerkseinstellungen nach Herstellerangaben zu berücksichtigen. Bei deutlichem Druckverlust, neuer Seitenwandbeule, starkem Rundlauffehler oder anhaltender Instabilität sollte die Ursache vor weiterer Fahrt fachgerecht geprüft werden.
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