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Motorradreifen am Gespann richtig beurteilen

FT Praxiswelt – Motorradreifen

Motorradreifen am Gespann richtig beurteilen

Ein Motorradgespann stellt völlig andere Anforderungen an Reifen als ein Solomotorrad. Durch den Seitenwagen verändert sich die gesamte Fahrzeuggeometrie: Das Fahrzeug neigt sich in Kurven nicht wie ein normales Motorrad, die Radlasten sind asymmetrisch verteilt und auf die Reifen wirken deutlich höhere seitliche Kräfte.

Deshalb können Erfahrungen mit Reifenverschleiß, Luftdruck und Fahrverhalten eines Solomotorrads nicht einfach auf ein Gespann übertragen werden. Motorradreifen, Hinterreifen und Seitenwagenrad müssen jeweils entsprechend ihrer tatsächlichen Aufgabe und der konkreten Fahrzeugfreigabe beurteilt werden.

Ein Gespann ist fahrdynamisch kein Motorrad mit einem zusätzlichen Rad

Der Seitenwagen verändert Kurvenfahrt, Lastverteilung und Reifenbeanspruchung grundlegend.

Gespannreifen müssen andere Kräfte übertragen

Während sich ein Solomotorrad in die Kurve legt, bleibt ein klassisches Gespann weitgehend aufrecht. Dadurch entstehen an den Reifen hohe Querkräfte, die ein ganz anderes Verschleißbild erzeugen können.

Warum Reifen am Motorradgespann anders arbeiten

Keine normale Schräglage

Die Reifen arbeiten bei Kurvenfahrt anders als am Solomotorrad.

Hohe Querkräfte

Beim Abbiegen und in Kurven wirken deutliche seitliche Kräfte auf die Aufstandsflächen.

Drei unterschiedliche Radlasten

Vorderrad, Hinterrad und Seitenwagenrad können sehr unterschiedlich belastet sein.

Asymmetrischer Aufbau

Der Seitenwagen befindet sich nur auf einer Fahrzeugseite und verändert damit das gesamte Fahrverhalten.

FT Praxistipp

Bei einem Gespann niemals nur fragen, welcher Reifen auf einem normalen Motorrad funktioniert. Entscheidend ist, welche Bereifung für das konkrete Gespann, seine Felgen und seine technische Ausführung vorgesehen beziehungsweise freigegeben ist.

Vorderreifen am Gespann übernimmt besonders hohe Lenk- und Seitenführungskräfte

Das Vorderrad eines Gespanns wird bei Kurvenfahrt anders belastet als am Solomotorrad. Da das Fahrzeug nicht in gleicher Weise in die Kurve geneigt wird, muss der Reifen hohe Querkräfte über die Aufstandsfläche übertragen.

Lenkkräfte

Das Vorderrad muss das Gespann aktiv in die gewünschte Richtung führen.

Bremskräfte

Je nach Bremsanlage wirkt zusätzlich ein erheblicher Anteil der Verzögerung auf das Vorderrad.

Querkräfte

Kurvenfahrt belastet die Lauffläche stärker seitlich als beim normalen Solobetrieb.

Vorderreifenverschleiß am Gespann nicht nach Solo-Motorradmaßstab beurteilen

Durch die spezielle Fahrzeuggeometrie können Reifenbild und Abnutzung deutlich anders aussehen. Einseitiger oder ungewöhnlicher Abrieb sollte dennoch nicht pauschal als „bei Gespannen normal“ abgetan werden.

Hinterreifen muss Antrieb und hohe Radlast übertragen

Der Hinterreifen übernimmt weiterhin die Antriebskraft des Motorrads und kann gleichzeitig durch Fahrer, Sozius, Gepäck und Seitenwagen erheblich belastet werden.

Antriebskraft

Motormoment wirkt unmittelbar auf die hintere Aufstandsfläche.

Hohe Last

Je nach Gespannkonstruktion kann ein großer Teil des Gesamtgewichts auf dem Hinterrad liegen.

Gerade Aufstandsfläche

Durch das geringe Neigen des Gespanns wird der Reifen anders über seine Breite genutzt.

Verschleiß

Das Reifenbild kann sich deutlich von einem normalen Motorrad-Hinterreifen unterscheiden.

Starker Hinterreifenverschleiß kann beim Gespann mehrere Ursachen haben

Antrieb, Radlast, Luftdruck, Spur, Sturz beziehungsweise Gespanneinstellung und tatsächlicher Einsatz müssen gemeinsam betrachtet werden.

Seitenwagenrad ist ein eigener Reifenarbeitsplatz

Das Seitenwagenrad darf bei der Reifenprüfung nicht vergessen werden. Es trägt einen eigenen Anteil des Fahrzeuggewichts und reagiert besonders auf Beladung des Seitenwagens.

Leerfahrt

Das Seitenwagenrad kann vergleichsweise gering belastet sein.

Passagier

Eine Person im Seitenwagen erhöht die Radlast deutlich.

Gepäck

Zusätzliche Zuladung verändert die Belastung ebenfalls.

Kurvenfahrt

Je nach Fahrtrichtung kann das Seitenwagenrad stärker belastet oder entlastet werden.

FT Praxistipp

Beim Gespann immer alle drei Reifen kontrollieren. Der Seitenwagenreifen kann eine völlig andere Profiltiefe, Alterung und Belastung aufweisen als Vorder- und Hinterreifen des Motorrads.

Kurven links und rechts belasten das Gespann unterschiedlich

Bei einem klassischen Seitenwagengespann ist die Fahrzeuggeometrie nicht symmetrisch. Deshalb verhalten sich Kurven in Richtung Seitenwagen und Kurven von ihm weg deutlich unterschiedlich.

Kurve zum Seitenwagen

Die Lastverteilung zwischen Motorrad und Seitenwagen verändert sich während der Kurvenfahrt.

Kurve vom Seitenwagen weg

Der Seitenwagen kann stärker entlastet werden und je nach Fahrzustand deutlich weniger Radlast tragen.

Reifenbelastung beim Gespann ist dynamisch

Die tatsächliche Radlast ist nicht in jeder Fahrsituation gleich. Beschleunigung, Bremsen, Kurvenrichtung, Beladung und Straßenzustand verändern die Belastung der drei Räder ständig.

Einseitiger Reifenverschleiß am Gespann richtig beurteilen

Durch Querkräfte und die spezielle Gespanngeometrie kann die Lauffläche asymmetrisch beansprucht werden. Starker oder schnell zunehmender einseitiger Verschleiß sollte dennoch technisch eingeordnet werden.

Spureinstellung

Kann die seitliche Reifenbeanspruchung erheblich beeinflussen.

Sturzeinstellung

Je nach Konstruktion spielt die Radstellung zur Fahrbahn eine Rolle.

Luftdruck

Beeinflusst Reifenverformung und Aufstandsfläche.

Beladung

Fahrer, Sozius, Seitenwagenpassagier und Gepäck verändern die Radlasten.

Fahrwerk

Federung und Dämpfung beeinflussen die Radführung.

Fahrprofil

Stadtverkehr, Landstraße und lange Reise können unterschiedliche Verschleißbilder erzeugen.

Reifenbauart

Unterschiedliche Konstruktionen reagieren verschieden auf die Querbelastung.

Gespannumbau

Die technische Auslegung des gesamten Umbaus ist für die Reifenarbeit entscheidend.

FT Praxisgrundsatz

Einseitiger Verschleiß am Gespann ist ein Hinweis auf die tatsächliche Reifenarbeit. Bei starker Auffälligkeit sollten Luftdruck, Spur, Radstellung, Fahrwerk und Beladung gemeinsam betrachtet werden.

Spur und Fahrwerksgeometrie spielen beim Gespann eine besondere Rolle

Die geometrische Ausrichtung von Motorrad und Seitenwagen beeinflusst, wie gerade das Gespann läuft und welche seitlichen Kräfte ständig auf die Reifen wirken.

Spur

Eine nicht passende Einstellung kann unnötige Seitenkräfte und Reifenabrieb erzeugen.

Radstellung

Vorder-, Hinter- und Seitenwagenrad müssen entsprechend der Gespannkonstruktion zueinander ausgerichtet sein.

Fahrverhalten

Ziehen, hoher Lenkaufwand oder ungewöhnlicher Verschleiß können Hinweise auf eine nicht optimale Einstellung sein.

Gespanngeometrie nicht nach Augenmaß verändern

Spur, Radstellung und Fahrwerksparameter gehören zur technischen Auslegung des jeweiligen Gespanns. Einstellungen sollten nach den Vorgaben des Gespann- beziehungsweise Fahrzeugherstellers oder eines entsprechend erfahrenen Fachbetriebs erfolgen.

Luftdruck beim Motorradgespann nicht vom Solomotorrad übernehmen

Der Betriebsdruck muss zur tatsächlichen Radlast, Reifenbauart und Gespannkonfiguration passen.

Vorderrad

Kann durch hohe Lenk- und Seitenkräfte eigene Anforderungen haben.

Hinterrad

Muss hohe Radlast und Antrieb berücksichtigen.

Seitenwagenrad

Besitzt je nach Beladung einen völlig anderen Lastzustand als die beiden Motorradräder.

Keine pauschalen Gespann-Luftdruckwerte übernehmen

Bei Gespannen können Umbau, Reifen, Felgen, Fahrzeuggewicht und Seitenwagen sehr unterschiedlich sein. Deshalb immer die Vorgaben für das konkrete Fahrzeug beziehungsweise den Gespannumbau verwenden.

FT Praxistipp zum Luftdruck

Alle drei Reifen kalt messen und die Werte getrennt dokumentieren. So fällt ein schleichender Druckverlust an Vorder-, Hinter- oder Seitenwagenrad schneller auf.

Motorradreifen oder spezielle Gespannbereifung?

Je nach Gespann können unterschiedliche Reifen- und Felgenkonzepte verwendet werden. Manche Gespanne fahren klassische Motorradreifen, andere besitzen spezielle Reifen- oder Radlösungen mit einer für den Gespannbetrieb geeigneten Kontur.

Motorradreifen

Können je nach Gespann und Freigabe vorgesehen sein.

Spezielle Gespannlösung

Kann eine andere Kontur oder Radkonstruktion besitzen und auf hohe Querkräfte abgestimmt sein.

Technische Freigabe

Entscheidend ist immer die zulässige Kombination für das konkrete Gespann.

Nicht einfach einen „flacheren Reifen“ montieren, weil das Gespann aufrecht fährt

Reifengröße, Bauart, Felge, Tragfähigkeit und technische Zulässigkeit müssen zum Gespann passen. Änderungen an der Bereifung sollten nicht allein aus optischen oder verschleißbedingten Überlegungen erfolgen.

Reifentragfähigkeit bei Gespannen besonders beachten

Ein Gespann kann durch Seitenwagen, zusätzliche Passagiere und Gepäck erheblich schwerer sein als das ursprüngliche Solomotorrad.

Fahrer

Ist nur ein Teil der tatsächlichen Fahrzeugbelastung.

Sozius

Erhöht besonders die Last auf Motorrad und Hinterrad.

Seitenwagenpassagier

Erhöht die Radlast des Seitenwagenrades deutlich.

Gepäck

Kann auf Motorrad und Seitenwagen verteilt sein.

Load Index und zulässige Radlast müssen zum Gespann passen

Die richtige Reifengröße allein reicht nicht. Tragfähigkeit und technische Freigabe müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Seitenwagen leer oder beladen macht einen großen Unterschied

Ein leerer Seitenwagen und ein voll besetzter Seitenwagen stellen unterschiedliche Belastungszustände dar.

Leer

Das Seitenwagenrad kann relativ geringe statische Last tragen.

Passagier und Gepäck

Die Seitenwagenradlast steigt und verändert damit Reifenarbeit und Fahrverhalten.

FT Praxistipp vor längerer Gespanntour

Das Gespann im tatsächlichen Reise- und Beladungszustand betrachten. Luftdruck, Reifenverschleiß und Fahrverhalten können sich mit Seitenwagenpassagier und Gepäck deutlich von der Leerfahrt unterscheiden.

Alle drei Reifen können unterschiedlich verschleißen

Vorderreifen

Hohe Lenk-, Brems- und Seitenführungskräfte können das Reifenbild prägen.

Hinterreifen

Antrieb und hohe Radlast können zu schnellerem Verschleiß führen.

Seitenwagenreifen

Beladung, Kurvenrichtung und Gespanngeometrie erzeugen ein eigenes Verschleißbild.

Nicht automatisch alle drei Reifen nach demselben Maßstab bewerten

Jedes Rad besitzt eine andere Aufgabe. Profiltiefe, Kontur, Seitenverschleiß und mögliche Schäden müssen deshalb jeweils einzeln und anschließend als Gesamtsystem beurteilt werden.

Bei ungewöhnlichem Ziehen nicht sofort den Reifen verantwortlich machen

Ein Gespann kann konstruktionsbedingt andere Lenkkräfte erzeugen als ein Solomotorrad. Verändert sich das Fahrverhalten jedoch plötzlich, sollten mehrere Ursachen geprüft werden.

Luftdruck

Alle drei Reifen messen.

Reifenverschleiß

Einseitigen oder ungewöhnlich schnellen Abrieb beurteilen.

Spur

Technische Gespanneinstellung berücksichtigen.

Beladung

Ungleichmäßige Lasten verändern das Fahrverhalten.

Radlager

An allen drei Rädern bei entsprechenden Symptomen berücksichtigen.

Fahrwerk

Dämpfer und Federung von Motorrad und Seitenwagen einbeziehen.

Felgen

Rundlauf und sichtbare Beschädigungen kontrollieren.

Radmontage

Besonders nach Reifen- oder Radarbeiten berücksichtigen.

Schlauchreifen am Gespann gesondert berücksichtigen

Je nach Alter, Fahrzeugbasis und Radkonstruktion können Gespanne auch mit TT-Bereifung beziehungsweise Schlauchsystemen ausgestattet sein.

Schlauch

Bei Druckverlust als eigene mögliche Ursache berücksichtigen.

Ventil

Ventilstellung und Ventilbasis kontrollieren.

Felgenband

Bei entsprechenden Speichenrädern auf korrekten Zustand achten.

Felgeninnenseite

Darf den Schlauch nicht durch scharfe Stellen beschädigen.

FT Praxistipp bei TT-Gespannbereifung

Bei wiederkehrendem Luftverlust nicht nur den Reifen außen prüfen. Schlauch, Ventil, Felgenband beziehungsweise Wulstband und Felgeninnenseite gehören ebenfalls zum System.

Typische Beobachtungen bei Motorradgespannen

Beobachtung Mögliche Einordnung Was prüfen?
Vorderreifen stark einseitig verschlissen Querkräfte, Spur, Radstellung oder Luftdruck möglich Gespanngeometrie und Reifen gemeinsam prüfen
Hinterreifen verschleißt sehr schnell hohe Radlast, Antrieb und Gespanneinsatz Beladung, Druck, Tragfähigkeit und Geometrie prüfen
Seitenwagenreifen verschleißt ungleichmäßig Radstellung, Last und Kurvenbeanspruchung möglich Seitenwagenrad separat beurteilen
Gespann zieht stärker als früher Druckverlust, Reifenverschleiß oder Geometrie möglich alle drei Reifen und Gespanneinstellung kontrollieren
Lenkung wird deutlich schwerer Vorderreifen, Druck, Spur oder Fahrwerk möglich Vorderbau und Gespanngeometrie prüfen
Vibrationen treten neu auf Wuchtung, Reifen, Felge oder Lager möglich betroffenes Rad technisch kontrollieren
Seitenwagen voll beladen deutlich höhere Seitenwagenradlast Luftdruck, Tragfähigkeit und Fahrverhalten berücksichtigen
Schlauchreifen verliert Luft Schlauch, Ventil oder Felgenband möglich gesamtes TT-System prüfen

Praxisablauf beim Reifencheck eines Motorradgespanns

Alle drei Reifen vollständig ansehen

Vorder-, Hinter- und Seitenwagenreifen einzeln kontrollieren.

Luftdruck kalt messen

Alle drei Werte nach den konkreten Gespannvorgaben beurteilen.

Profiltiefe und Kontur prüfen

Einseitigen und ungewöhnlichen Verschleiß dokumentieren.

Reifentragfähigkeit kontrollieren

Load Index und technische Freigabe berücksichtigen.

Beladungszustand beurteilen

Fahrer, Sozius, Seitenwagenpassagier und Gepäck einbeziehen.

Felgen und Ventile kontrollieren

Beschädigungen und schleichenden Druckverlust ausschließen.

Gespanngeometrie bei Auffälligkeiten prüfen

Spur und Radstellung nicht aus der Reifenbetrachtung ausklammern.

Fahrverhalten beobachten

Neues Ziehen, Lenkaufwand, Vibrationen oder Instabilität ernst nehmen.

Bei TT-Bereifung Schlauchsystem berücksichtigen

Schlauch, Ventil und Felgenband mitprüfen.

Kontrollliste für Reifen am Motorradgespann

  • Vorderreifen vollständig kontrolliert
  • Hinterreifen vollständig kontrolliert
  • Seitenwagenreifen vollständig kontrolliert
  • Luftdruck vorne kalt gemessen
  • Luftdruck hinten kalt gemessen
  • Luftdruck Seitenwagen kalt gemessen
  • Profiltiefe aller drei Reifen geprüft
  • einseitiger Verschleiß dokumentiert
  • Reifenkontur beurteilt
  • keine Beulen oder tiefen Schnitte sichtbar
  • Ventile kontrolliert
  • Felgen auf sichtbare Schäden geprüft
  • Load Index aller eingesetzten Reifen passend
  • Speed Symbol beziehungsweise technische Spezifikation passend
  • Bereifung für das konkrete Gespann zulässig
  • Spur und Radstellung bei Auffälligkeiten berücksichtigt
  • Fahrwerk bei ungewöhnlichem Verschleiß berücksichtigt
  • Radlager bei Vibration oder Spiel berücksichtigt
  • Seitenwagenbeladung berücksichtigt
  • Soziusbetrieb berücksichtigt
  • Gepäck berücksichtigt
  • bei TT-Bereifung Schlauch kontrolliert
  • bei TT-Bereifung Felgenband beziehungsweise Wulstband berücksichtigt

Wann Gespannreifen genauer geprüft werden sollten

  • ein Reifen verschleißt ungewöhnlich schnell
  • starker einseitiger Abrieb entsteht
  • Gespann zieht plötzlich deutlich stärker
  • Lenkkräfte verändern sich auffällig
  • deutlicher Luftdruckverlust auf einem Rad
  • Vibrationen treten neu auf
  • Felge zeigt sichtbare Verformung
  • Seitenwand zeigt Beule oder tiefen Schnitt
  • Rad läuft sichtbar unrund
  • Beladung wurde deutlich verändert
  • Gespanngeometrie oder Spur wurde verändert
  • technische Zulässigkeit der Reifen-/Felgenkombination ist unklar
W

FT Wissenswelt für Zweiradreifen

Weiterführendes Wissen rund um Motorrad-, Roller- und Mopedreifen, Reifenbauarten, Kennzeichnungen und die technische Auswahl für unterschiedliche Zweiräder.

S

Motorrad- und Zweiradreifen bei FT-Reifen

Bei einem Motorradgespann muss die Bereifung immer zur tatsächlichen Gespannkonstruktion passen. Reifengröße, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitskennung, Felge und technische Freigabe sollten gemeinsam berücksichtigt werden.

V

Verwandte Reifenbereiche

Je nach Gespannbasis, Reifenbauart und Radkonstruktion können auch weitere Bereiche aus der FT-Reifen Zweirad- und Spezialreifenwelt interessant sein.

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Service und Orientierung bei FT-Reifen

Von der Auswahl des passenden Reifens bis zur Bestellung bieten unsere Service- und Herstellerbereiche zusätzliche Orientierung.

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Auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen wir regelmäßig Reifen, Produkte, Praxistipps und Einblicke in die FT-Reifen Wissenswelt, Praxiswelt und Herstellerwelt. Unsere Reels verbinden kurze praktische Informationen mit weiterführendem Wissen auf unserer Website.

Häufige Fragen zu Motorradreifen am Gespann

Verschleißen Motorradreifen am Gespann anders als am Solomotorrad?

Ja. Da sich ein klassisches Gespann in Kurven nicht wie ein Solomotorrad neigt, wirken höhere Querkräfte auf die Reifen. Dadurch können Kontur und Verschleißbild deutlich anders aussehen.

Kann der Luftdruck eines Solomotorrads einfach für das Gespann übernommen werden?

Nein. Gespannumbau, Radlast, Seitenwagen, Felgen und Reifen können andere Betriebsbedingungen erzeugen. Maßgeblich sind die Vorgaben für das konkrete Gespann.

Warum sollte das Seitenwagenrad genauso kontrolliert werden wie die Motorradräder?

Das Seitenwagenrad trägt einen eigenen Anteil der Fahrzeuglast. Mit Passagier oder Gepäck kann sich diese Belastung deutlich erhöhen. Auch dort können Druckverlust, Verschleiß oder Schäden entstehen.

Ist einseitiger Reifenverschleiß am Gespann automatisch normal?

Nicht zwingend. Gespanne können aufgrund ihrer Geometrie andere Verschleißbilder zeigen, starker oder schnell zunehmender einseitiger Abrieb sollte jedoch zusammen mit Spur, Radstellung, Luftdruck, Beladung und Fahrwerk beurteilt werden.

Kann auf einem Gespann einfach ein beliebiger Reifen mit passender Größe montiert werden?

Nein. Reifengröße allein genügt nicht. Tragfähigkeit, Geschwindigkeitskennung, Reifenbauart, Felge und technische Zulässigkeit für das konkrete Gespann müssen berücksichtigt werden.

Technischer Hinweis

Motorradgespanne unterscheiden sich konstruktiv erheblich voneinander. Reifen, Felgen, Luftdruck, Radlasten und Gespanneinstellung müssen deshalb immer nach den Vorgaben der konkreten Fahrzeug- beziehungsweise Gespannausführung beurteilt werden. Bei starkem einseitigem Verschleiß, ungewöhnlich hohem Reifenabrieb, neuem Ziehen, deutlichen Vibrationen oder unklarer Reifen-/Felgenkombination sollte vor weiterer hoher Belastung eine fachgerechte Prüfung erfolgen.

Beim Gespann arbeiten drei Reifen unter drei unterschiedlichen Bedingungen

FT-Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung mit verständlichem Wissen zu Motorradreifen, Gespannen, Seitenwagen, Luftdruck, Radlast, Reifenverschleiß, Spur, Beladung und typischen Besonderheiten des Dreiradbetriebs.

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