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Landwirtschaftsreifen richtig belasten – Tragfähigkeit, Luftdruck und Geschwindigkeit zusammen beurteilen

FT Praxiswelt – Landwirtschaftsreifen

Landwirtschaftsreifen richtig belasten – Tragfähigkeit, Luftdruck und Geschwindigkeit zusammen beurteilen

Bei Landwirtschaftsreifen gehören Tragfähigkeit, Luftdruck und Geschwindigkeit technisch zusammen. Eine einzelne Tragfähigkeitsangabe darf deshalb nicht so verstanden werden, als könne der Reifen diese Last unabhängig vom Betriebsdruck und von der Fahrgeschwindigkeit immer tragen.

Entscheidend ist die tatsächliche Belastung an der jeweiligen Radposition. Traktor, Anhänger, Güllefass, Erntemaschine oder anderes landwirtschaftliches Fahrzeug können je nach Beladung, Anbaugerät und Einsatz innerhalb eines Arbeitstages sehr unterschiedliche Achs- und Radlasten aufweisen.

„Der Reifen trägt 3.000 kg“ ist allein noch keine vollständige Aussage

Die entscheidende Frage lautet: Unter welchen technischen Bedingungen darf der Reifen diese Last tragen?

Tragfähigkeit immer zusammen mit Luftdruck und Geschwindigkeit betrachten

Reifengröße, Reifenbauart, Radlast, Betriebsdruck, Fahrgeschwindigkeit und die Angaben des Reifenherstellers müssen zusammenpassen.

Was die zulässige Belastung eines Landwirtschaftsreifens beeinflusst

Reifengröße

Dimension und Reifenvolumen bilden die technische Grundlage der Bereifung.

Reifenbauart

Radial-, Diagonal- und spezielle Agrarkonstruktionen können unterschiedliche Trag- und Verformungseigenschaften besitzen.

Luftdruck

Der Betriebsdruck beeinflusst, welche Last der Reifen unter den vorgesehenen Bedingungen tragen kann.

Geschwindigkeit

Mit veränderter Fahrgeschwindigkeit können sich die zulässigen Belastungswerte ändern.

Radlast

Für den einzelnen Reifen zählt die tatsächliche Belastung an seiner Radposition.

Beladung

Leerfahrt, Teillast und volle Beladung können völlig unterschiedliche Belastungszustände erzeugen.

Anbaugeräte

Frontlader, Frontgewicht oder schweres Heckgerät können die Achslasten deutlich verschieben.

Herstellerdaten

Last-, Druck- und Geschwindigkeitstabellen sind die richtige Grundlage für die Beurteilung.

Die tatsächliche Radlast ist wichtiger als das Gesamtgewicht allein

Das Gesamtgewicht einer landwirtschaftlichen Maschine sagt noch nicht, wie viel Gewicht tatsächlich auf jedem einzelnen Reifen liegt.

Traktor mit Frontlader

Frontladerarbeiten können die Vorderachse und damit die Vorderreifen erheblich stärker belasten.

Traktor mit Heckgerät

Ein schweres Heckgerät verändert die Achslastverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse.

Anhänger

Beladung, Stützlast und Position des Ladegutes beeinflussen Achs- und Radlasten.

Selbstfahrende Maschine

Erntegut, Tankfüllung und Arbeitszustand können die Reifenbelastung während des Einsatzes verändern.

FT Praxisgrundsatz

Nicht nur fragen, wie schwer die Maschine insgesamt ist. Entscheidend ist, welche tatsächliche Last der einzelne Reifen an seiner Radposition übernehmen muss.

Leergewicht und Arbeitsgewicht unterscheiden

In der Landwirtschaft kann sich die Reifenbelastung innerhalb weniger Minuten deutlich ändern.

Einsatz Typische Veränderung der Reifenbelastung
Traktor ohne Anbaugerät vergleichsweise geringe Zusatzlast durch Arbeitsgeräte
Traktor mit Frontlader Vorderachslast kann deutlich steigen
Traktor mit schwerem Heckgerät Hinterachslast steigt, Vorderachslast kann sich verändern
Anhänger leer vergleichsweise geringe Radlast
Anhänger voll beladen deutlich höhere Radlast
Güllefass leer deutlich geringere Belastung als im gefüllten Zustand
Güllefass voll hohe Radlasten und andere Anforderungen an die Bereifung
Erntemaschine leer niedrigere Belastung einzelner Achsen möglich
Erntemaschine im Arbeitsbetrieb Tank- oder Erntegutfüllung kann die Radlast deutlich erhöhen

Ein einmal eingestellter Luftdruck ist nicht automatisch für jeden Lastzustand optimal

Wenn sich die Belastung eines Fahrzeuges stark verändert, sollte geprüft werden, ob der gewählte Betriebsdruck weiterhin zu Radlast, Geschwindigkeit und Reifenherstellerangabe passt.

Geschwindigkeit verändert die Anforderungen

Landwirtschaftsreifen werden häufig unter sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten eingesetzt. Langsame Feldarbeit ist technisch nicht dasselbe wie eine längere Straßenfahrt.

Langsame Feldarbeit

Geringere Geschwindigkeit, dafür häufig hohe Zug- und Bodenbelastung.

Hofbetrieb

Kurze Fahrten, Rangieren und häufig wechselnde Lastzustände.

Transportfahrt

Höhere Geschwindigkeit und längere gleichmäßige Belastung.

Straßenfahrt

Mehr Belastungszyklen und stärkere thermische Beanspruchung des Reifens.

Eine Tragfähigkeit für langsamen Betrieb gilt nicht automatisch unverändert bei höherer Geschwindigkeit

Ändert sich der Geschwindigkeitsbereich deutlich, müssen die dafür vorgesehenen Last-, Druck- und Geschwindigkeitsangaben des Reifenherstellers berücksichtigt werden.

Straßenfahrt ist nicht einfach Feldarbeit mit höherem Tempo

Bei längeren Straßenfahrten ändern sich mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig.

  • höhere Fahrgeschwindigkeit
  • mehr Belastungszyklen pro Zeit
  • längere kontinuierliche Reifenarbeit
  • stärkere Erwärmung möglich
  • höhere dynamische Beanspruchung
  • größere Bedeutung eines passenden Betriebsdrucks

Luftdruck trägt die Last – aber mehr Luft ist nicht automatisch besser

Ein zu niedriger Luftdruck kann bei hoher Radlast zu übermäßiger Reifenverformung und starker Walkarbeit führen. Ein unnötig hoher Druck kann dagegen die gewünschten Eigenschaften eines Landwirtschaftsreifens ebenfalls verschlechtern.

Zu niedriger Betriebsdruck

  • starke Walkarbeit
  • höhere Erwärmung
  • größere Karkassenbelastung
  • mögliche Überlastung des Reifenaufbaus
  • instabileres Fahrverhalten

Unnötig hoher Betriebsdruck

  • geringere Eigendämpfung
  • veränderte Aufstandsfläche
  • höhere Bodenbeanspruchung möglich
  • Traktion kann ungünstig beeinflusst werden
  • härteres Fahrverhalten
Der richtige Luftdruck liegt weder bei „so wenig wie möglich“ noch bei „so viel wie möglich“

Entscheidend ist der zur tatsächlichen Radlast, Geschwindigkeit und Reifenbauart passende Betriebsdruck.

Ein Landwirtschaftsreifen darf sichtbar arbeiten

Gerade großvolumige Landwirtschaftsreifen sind dafür ausgelegt, sich innerhalb ihrer vorgesehenen Betriebsbedingungen unter Last zu verformen.

FT Praxistipp

Landwirtschaftsreifen nicht allein nach der Optik aufpumpen. Eine sichtbare Einfederung beziehungsweise Seitenwandverformung unter Last ist nicht automatisch ein Zeichen für zu wenig Luft.

Entscheidend ist, ob Luftdruck, Radlast und Geschwindigkeit innerhalb der technischen Vorgaben des verwendeten Reifens liegen.

„Der Reifen sieht weich aus“ ist keine Luftdruckmessung

Die Bauart eines Landwirtschaftsreifens kann eine deutliche sichtbare Verformung ermöglichen. Der Betriebsdruck sollte deshalb mit einem geeigneten Manometer und den Herstellerangaben beurteilt werden.

Load Index richtig verstehen

Der Load Index, kurz LI, ist einer bestimmten Tragfähigkeit zugeordnet. Diese Angabe muss jedoch im Zusammenhang mit den dafür vorgesehenen Betriebsbedingungen betrachtet werden.

LI lesen

Der Lastindex liefert eine technische Tragfähigkeitsinformation.

Geschwindigkeit berücksichtigen

Die zulässige Last darf nicht unabhängig vom Geschwindigkeitsbereich betrachtet werden.

Druckvorgaben beachten

Die tatsächliche Tragfähigkeit hängt zusätzlich von den technischen Druckangaben des Herstellers ab.

Load Index bedeutet nicht: diese Kilogrammzahl ist unter allen Bedingungen erlaubt

Bei Landwirtschaftsreifen können zusätzliche Last-/Geschwindigkeitskombinationen und spezielle Herstellerfreigaben eine Rolle spielen. Deshalb die konkreten Reifendaten verwenden.

PR-Angaben richtig einordnen

Auf Landwirtschaftsreifen findet man häufig Angaben wie 6 PR, 8 PR, 10 PR, 12 PR oder 16 PR.

PR bedeutet Ply Rating

Die PR-Angabe ist eine Belastungs- beziehungsweise Festigkeitsklasse und darf nicht als direkte Luftdruckangabe verstanden werden. Bei modernen Reifen entspricht die PR-Zahl außerdem nicht einfach der tatsächlichen Anzahl vorhandener Karkassenlagen.

Gleiche Reifengröße – unterschiedliche Tragfähigkeit

Zwei Landwirtschaftsreifen können dieselbe Größenbezeichnung tragen und trotzdem unterschiedliche technische Eigenschaften besitzen.

PR-Klasse

Kann sich zwischen verschiedenen Reifenausführungen unterscheiden.

Load Index

Kann trotz gleicher Reifengröße unterschiedlich sein.

Speed Symbol

Die zulässige Geschwindigkeit kann abweichen.

Karkassenaufbau

Unterschiedliche Konstruktionen können andere Last- und Druckbereiche besitzen.

Beim Reifenwechsel nicht nur die Größe vergleichen

Ein Reifen kann geometrisch zur Felge und Maschine passen, aber hinsichtlich Tragfähigkeit oder Geschwindigkeit ungeeignet sein.

Achsgewicht nicht einfach durch die Anzahl der Reifen teilen

Eine rechnerisch gleichmäßige Verteilung ist nur dann korrekt, wenn die tatsächliche Last wirklich gleich verteilt ist.

Einseitige Beladung

Kann einzelne Radpositionen deutlich stärker belasten.

Hanglage

Die talseitigen Reifen können zeitweise mehr Last übernehmen.

Anbaugeräte

Front- und Heckgeräte verändern die Achslastverteilung.

Maschinenkonstruktion

Tank, Motor, Erntebehälter oder Arbeitsaggregate können die Gewichtsverteilung beeinflussen.

Beispiel: 6.000 kg Achslast bedeuten nicht immer exakt 3.000 kg je Reifen

Die Rechnung setzt eine vollkommen gleichmäßige Belastung beider Radpositionen voraus. In der Praxis kann die tatsächliche Radlast davon abweichen.

Radlastmessung kann die beste Grundlage liefern

Wenn der Luftdruck möglichst genau auf die tatsächliche Belastung abgestimmt werden soll, ist eine reale Rad- beziehungsweise Achslast wesentlich aussagekräftiger als eine reine Schätzung.

  • Vorderachse erfassen
  • Hinterachse erfassen
  • bei Bedarf einzelne Radpositionen messen
  • typischen Arbeitszustand berücksichtigen
  • volle und leere Zustände unterscheiden
  • anschließend Hersteller-Last-/Drucktabelle verwenden

Reifengröße allein reicht für eine Luftdruckempfehlung nicht

Die Frage „Wie viel Luft gehört in diese Reifengröße?“ lässt sich bei Landwirtschaftsreifen häufig nicht allein anhand der Dimension beantworten.

Hersteller

Unterschiedliche Fabrikate können andere technische Drucktabellen besitzen.

Reifentyp

Das konkrete Modell beziehungsweise die konkrete Konstruktion muss bekannt sein.

Tragfähigkeit

LI, PR und weitere Kennzeichnungen müssen berücksichtigt werden.

Einsatz

Radlast und Geschwindigkeit bestimmen den benötigten Betriebszustand mit.

FT Praxistipp

Wenn nur die Reifengröße bekannt ist, nicht vorschnell einen pauschalen Luftdruck nennen. Erst den konkreten Reifen, seine Tragfähigkeitsdaten, die tatsächliche Radlast und die vorgesehene Geschwindigkeit klären.

Hersteller-Last-/Drucktabellen sind die richtige Grundlage

Gewohnheitswerte oder Angaben eines anderen Reifens können technisch danebenliegen. Der sauberste Weg ist deshalb immer, den konkret montierten Reifen zu identifizieren.

Reifen identifizieren

Größe, Hersteller, Profil beziehungsweise Typ und Bauart feststellen.

Tragfähigkeitskennzeichnung lesen

Load Index, PR-Klasse und weitere relevante Angaben erfassen.

Tatsächliche Belastung bestimmen

Leergewicht und realen Arbeitszustand unterscheiden.

Radlast berücksichtigen

Bei Bedarf tatsächliche Achs- oder Radlast messen.

Geschwindigkeit festlegen

Langsame Feldarbeit und Straßenfahrt getrennt betrachten.

Herstellertabelle verwenden

Passenden Last-/Druckwert für den konkreten Reifen bestimmen.

Luftdruck kalt einstellen

Mit einem geeigneten Manometer kontrollieren.

Reifen unter Last beobachten

Normale konstruktive Reifenverformung nicht mit Luftmangel verwechseln.

Bei Laständerung neu bewerten

Starke Veränderungen der Belastung oder Geschwindigkeit berücksichtigen.

Druckwert eines alten oder anderen Reifens nicht blind übernehmen

Ein Reifen gleicher Größe eines anderen Herstellers oder mit anderer Tragfähigkeitsklasse kann andere technische Vorgaben besitzen.

Typische Aussagen aus der Praxis richtig einordnen

Aussage Praxis-Einordnung
„Der Reifen trägt 3 Tonnen.“ Nur vollständig, wenn auch Betriebsdruck und zulässige Geschwindigkeit berücksichtigt werden.
„Der Reifen sieht zu weich aus.“ Optik allein reicht nicht zur Druckbeurteilung.
„Mehr Luft kann nicht schaden.“ Unnötig hoher Druck kann Eigendämpfung, Aufstandsfläche und Bodenanpassung verschlechtern.
„Wir fahren diese Größe immer mit 2,5 bar.“ Reifengröße allein reicht nicht für eine technisch saubere Druckempfehlung.
„Die Achse hat 6 Tonnen, also trägt jeder Reifen exakt 3 Tonnen.“ Nur bei tatsächlich gleichmäßiger Lastverteilung.
„10 PR bedeutet zehn Lagen.“ PR ist eine Belastungs-/Festigkeitsklasse und bei modernen Reifen nicht einfach die tatsächliche Lagenzahl.
„Die Tragfähigkeit bleibt bei jeder Geschwindigkeit gleich.“ Die zulässige Belastung kann vom Geschwindigkeitsbereich abhängen.
„Der neue Reifen hat dieselbe Größe, also passt er.“ Tragfähigkeit, Geschwindigkeit und Bauart müssen ebenfalls passen.

Praxis-Check zur richtigen Belastung von Landwirtschaftsreifen

Reifen eindeutig bestimmen

Größe, Hersteller, Typ und Bauart erfassen.

LI, PR und Speed Symbol lesen

Alle relevanten Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitshinweise berücksichtigen.

Fahrzeugzustand festlegen

Leerfahrt, Arbeitsbetrieb und maximale Beladung unterscheiden.

Achslast prüfen

Front- und Heckanbaugeräte berücksichtigen.

Radlast möglichst realistisch bestimmen

Bei Bedarf messen statt nur schätzen.

Geschwindigkeit berücksichtigen

Feld und Straße getrennt bewerten.

Herstellerwerte heranziehen

Last- und Drucktabellen des konkreten Reifens verwenden.

Betriebsdruck einstellen

Nicht nach Gefühl oder allein nach Reifenoptik.

Nach Einsatz kontrollieren

Fahrverhalten, Verformung und mögliche ungewöhnliche Erwärmung beobachten.

Kontrollliste: Tragfähigkeit, Luftdruck und Geschwindigkeit

  • Reifengröße bekannt
  • Hersteller und Reifentyp bekannt
  • Reifenbauart bekannt
  • Load Index geprüft
  • PR-Angabe richtig eingeordnet
  • Speed Symbol beziehungsweise Geschwindigkeitsangabe berücksichtigt
  • Leer- und Arbeitsgewicht unterschieden
  • Anbaugeräte berücksichtigt
  • Achslast berücksichtigt
  • tatsächliche Radlast möglichst realistisch eingeschätzt
  • Feld- und Straßenbetrieb getrennt betrachtet
  • Hersteller-Last-/Drucktabelle verwendet
  • Luftdruck kalt gemessen
  • Reifen nicht nur nach Optik beurteilt
  • bei deutlicher Laständerung Betriebsdruck neu bewertet

Wann die Reifenbelastung genauer überprüft werden sollte

  • Tragfähigkeit des montierten Reifens ist unklar
  • Reifengröße wurde geändert
  • anderes Fabrikat oder andere PR-/LI-Ausführung montiert
  • schweres Front- oder Heckgerät wird verwendet
  • Beladung verändert sich stark
  • Reifen verformt sich ungewöhnlich stark
  • ein Reifen wird deutlich wärmer als vergleichbare Reifen
  • Straßengeschwindigkeit wurde erhöht
  • der bisherige Luftdruck wurde nur aus Gewohnheit übernommen
  • tatsächliche Achs- oder Radlast ist unbekannt
P

FT Praxiswelt

Weiterführendes Praxiswissen zu landwirtschaftlichen Reifen, Luftdruck, Montage und unterschiedlichen Einsatzbedingungen auf Feld und Straße.

W

FT Wissenswelt

Grundlagenwissen zu Landwirtschaftsreifen, Reifenbauarten und Einsatzbereichen.

S

Landwirtschaftsreifen bei FT-Reifen

Bei der Auswahl eines Landwirtschaftsreifens sollten neben der Größe immer auch Tragfähigkeit, Geschwindigkeit, Reifenbauart, Felge und der tatsächliche Einsatz der Maschine berücksichtigt werden.

Häufige Fragen zu Tragfähigkeit und Luftdruck bei Landwirtschaftsreifen

Kann man die Tragfähigkeit eines Landwirtschaftsreifens unabhängig vom Luftdruck betrachten?

Nein. Tragfähigkeit, Betriebsdruck und zulässige Geschwindigkeit gehören zusammen. Maßgeblich sind die technischen Angaben des verwendeten Reifenherstellers.

Wie finde ich den richtigen Luftdruck für einen Landwirtschaftsreifen?

Dazu müssen der konkrete Reifen, seine Tragfähigkeitskennzeichnungen, die tatsächliche Radlast und der vorgesehene Geschwindigkeitsbereich bekannt sein. Anschließend kann die entsprechende Last-/Drucktabelle des Herstellers verwendet werden.

Ist ein sichtbar stark eingefederter Landwirtschaftsreifen automatisch zu weich?

Nein. Gerade großvolumige Landwirtschaftsreifen dürfen sich konstruktiv unter Last verformen. Entscheidend sind gemessener Luftdruck, Radlast und Herstellerfreigabe und nicht allein die Optik.

Was bedeutet PR bei Landwirtschaftsreifen?

PR steht für Ply Rating und beschreibt eine Belastungs- beziehungsweise Festigkeitsklasse. Die Zahl ist bei modernen Reifen nicht einfach mit der tatsächlichen Anzahl der Karkassenlagen gleichzusetzen und stellt auch keine direkte Luftdruckangabe dar.

Reicht die Reifengröße aus, um einen Luftdruck zu empfehlen?

Nein. Reifen derselben Größe können je nach Hersteller, Bauart, Load Index, PR-Klasse und Geschwindigkeitsfreigabe unterschiedliche technische Druckwerte besitzen. Zusätzlich muss die tatsächliche Radlast berücksichtigt werden.

Technischer Hinweis

Die zulässige Belastung und der richtige Betriebsdruck eines Landwirtschaftsreifens hängen vom konkreten Reifen, seiner Bauart, tatsächlicher Radlast, Geschwindigkeit und den technischen Vorgaben des jeweiligen Herstellers ab. Pauschale Druckwerte allein nach Reifengröße sind deshalb nicht sinnvoll. Bei stark wechselnden Lastzuständen oder unklarer Radlast kann eine tatsächliche Achs- oder Radlastmessung die bessere Grundlage für die Druckbestimmung sein.

Tragfähigkeit, Luftdruck und Geschwindigkeit immer zusammen betrachten

FT-Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung mit verständlichem Wissen zu Landwirtschaftsreifen, Radlast, Tragfähigkeit, Luftdruck, PR- und LI-Kennzeichnungen sowie unterschiedlichen Einsatzbedingungen auf Feld und Straße.

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