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Landwirtschaftsreifen mit Flüssigkeitsballast richtig beurteilen

FT Praxiswelt – Landwirtschaftsreifen

Landwirtschaftsreifen mit Flüssigkeitsballast richtig beurteilen

Bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen werden Reifen teilweise mit Flüssigkeitsballast betrieben, um zusätzliches Gewicht direkt am Rad zu erzeugen. Dadurch verändert sich jedoch das gesamte Arbeitssystem aus Reifen, Luftvolumen, Ventil, Schlauch beziehungsweise Felge und zusätzlicher Masse.

Gerade bei älteren Traktoren und Landwirtschaftsmaschinen ist bei einer Reifen- oder Ventilarbeit nicht immer sofort bekannt, ob Flüssigkeit im Rad vorhanden ist. Deshalb sollte vor Arbeiten am Reifen immer berücksichtigt werden, dass ein ballastiertes System vorliegen kann.

Flüssigkeitsballast ist nicht einfach nur „Wasser im Reifen“

Eine bewusst eingebrachte Ballastflüssigkeit dient dazu, zusätzliches Gewicht am Rad zu erzeugen. Sie ersetzt jedoch nicht den für den Reifen erforderlichen Luftdruck.

Flüssigkeit erzeugt Gewicht – das verbleibende Luftpolster stellt weiterhin den Betriebsdruck bereit

Der Reifen muss deshalb trotz Flüssigkeitsfüllung mit einem technisch passenden Luftdruck betrieben werden.

Was sich durch Flüssigkeitsballast verändert

Radgewicht

Das Rad wird deutlich schwerer und erhöht die Gesamtmasse des Fahrzeuges.

Luftvolumen

Im Reifen steht weniger komprimierbares Luftvolumen zur Verfügung.

Reifenarbeit

Das Reifenverhalten kann steifer werden und die Eigendämpfung kann sich verändern.

Rollverhalten

Zusätzliche Masse und veränderte Reifenarbeit können den Rollwiderstand beeinflussen.

Achslast

Das zusätzliche Gewicht muss von Achse, Reifen und Fahrzeug getragen werden.

Bodenbelastung

Mehr Fahrzeugmasse bedeutet auch zusätzliche Last, die in den Boden eingeleitet wird.

Felge

Je nach Flüssigkeit und System muss besonders auf Korrosion und Materialzustand geachtet werden.

Ventil

Ventilstellung und Ventilzustand gewinnen bei gefüllten Systemen besondere Bedeutung.

Vor der Luftdruckkontrolle zuerst die Ventilposition ansehen

Bei einem flüssigkeitsgefüllten Reifen kann Flüssigkeit austreten, wenn das Ventil in einem Bereich steht, in dem sich die Ballastflüssigkeit befindet.

FT Praxistipp

Vor dem Aufsetzen des Luftprüfers beziehungsweise vor Arbeiten am Ventil immer die Ventilposition beachten. Wenn ein älteres Landwirtschaftsrad möglicherweise Flüssigkeitsballast enthält, nicht automatisch wie bei einem gewöhnlichen luftgefüllten Reifen vorgehen.

Kommt Flüssigkeit aus dem Ventil, ist das nicht automatisch ein Reifenschaden

Zuerst klären, ob das Rad bewusst mit Flüssigkeitsballast betrieben wird und welches System beziehungsweise welche Flüssigkeit verwendet wurde.

Flüssigkeit und Luft erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Ballastflüssigkeit

Erhöht die Masse des Rades und kann zur Ballastierung des Fahrzeuges beitragen.

Luftpolster

Stellt weiterhin den erforderlichen Reifenfülldruck bereit und ermöglicht die vorgesehene Reifenarbeit.

Ein ballastierter Reifen braucht weiterhin den richtigen Betriebsdruck

Die Flüssigkeit ersetzt nicht die Luft. Zu niedriger oder zu hoher Luftdruck kann auch bei einem ballastierten Reifen zu einem ungeeigneten Betriebszustand führen.

Weniger Luftvolumen verändert die Druckkontrolle

Da ein Teil des Reifenvolumens durch Flüssigkeit belegt ist, steht weniger komprimierbare Luft zur Verfügung. Dadurch kann der Reifen auf kleine Änderungen stärker reagieren als ein vollständig luftgefüllter Reifen.

  • Luftdruck regelmäßig kontrollieren
  • unter vergleichbaren Bedingungen messen
  • Ventilstellung berücksichtigen
  • bei ungewöhnlichem Druckverlust auch Flüssigkeitsaustritt prüfen
  • nicht nach Gefühl nachfüllen

Ballastflüssigkeit ist kein Ersatz für eine saubere Luftdruckkontrolle

Auch bei Flüssigkeitsfüllung müssen Tragfähigkeit, Radlast, Geschwindigkeit und Betriebsdruck technisch zusammenpassen.

Flüssigkeitsballast verändert die Reifenarbeit

Ein ballastierter Reifen kann sich im Betrieb anders verhalten als derselbe Reifen ohne Flüssigkeitsfüllung.

Steiferes Verhalten

Das Reifenvolumen kann weniger frei über ein großes Luftpolster arbeiten.

Weniger Eigendämpfung

Unebenheiten können teilweise direkter auf Rad und Fahrzeug übertragen werden.

Mehr rotierende Masse

Das zusätzliche Gewicht bewegt sich mit dem Rad.

Verändertes Fahrgefühl

Anfahren, Bremsen und Fahrbewegungen können sich anders anfühlen.

Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch besseres Reifenverhalten

Flüssigkeitsballast kann für bestimmte Fahrzeug- und Arbeitskonfigurationen sinnvoll sein. Er sollte aber nicht als pauschale Lösung für jedes Traktions- oder Ballastierungsproblem betrachtet werden.

Zusätzliches Gewicht muss vom gesamten Fahrzeug getragen werden

Ballastierung erhöht nicht nur die Radmasse. Sie verändert die tatsächliche Gesamt- und Achslast des Fahrzeuges.

Reifen

Müssen die zusätzliche Belastung innerhalb ihrer Tragfähigkeit aufnehmen.

Achsen

Zulässige Achslasten dürfen durch Ballastierung nicht überschritten werden.

Bremsen

Mehr Fahrzeugmasse muss beim Verzögern ebenfalls beherrscht werden.

Boden

Zusätzliche Masse erhöht die Belastung, die über den Reifen in den Untergrund eingeleitet wird.

FT Praxisgrundsatz

Flüssigkeitsballast verbessert Traktion nicht „kostenlos“. Jedes zusätzliche Kilogramm muss von Reifen, Felge, Achse und Fahrzeug technisch mitgetragen werden.

Felgen bei Flüssigkeitsballast besonders sorgfältig kontrollieren

Bei älteren ballastierten Rädern kann Korrosion eine größere Rolle spielen. Besonders nach einer Demontage sollte die Felge vollständig sichtbar gemacht und kontrolliert werden.

Ventilöffnung

Auf Rost, scharfe Kanten und Materialverlust prüfen.

Felgenbett

Korrosion und tiefe Rostnarben kontrollieren.

Wulstsitz

Die Bereiche, an denen der Reifen abdichtet beziehungsweise sitzt, müssen technisch in Ordnung sein.

Felgenhorn

Auf Verformung, Korrosion und Materialschäden achten.

Schweißnähte

Bei älteren Felgen auf Auffälligkeiten oder Rissbildung kontrollieren.

Felgenkörper

Risse und stärkeren Materialverlust nicht durch Farbe oder Schmutz übersehen.

Innenseite

Nicht nur die von außen sichtbare Felgenfläche beurteilen.

Befestigungsbereich

Auch Radbohrungen und Sitzflächen bei älteren Rädern mitkontrollieren.

Eine äußerlich gut lackierte Felge kann innen trotzdem stark korrodiert sein

Bei der Demontage deshalb nicht nur die sichtbare Außenseite beurteilen. Tiefe Rostnarben, Materialverlust und Risse müssen fachgerecht bewertet werden.

Oberflächenrost und tiefe Korrosion unterscheiden

Leichter Oberflächenrost ist anders zu beurteilen als tiefer Materialverlust oder scharfkantige Rostnarben.

Oberflächenrost

Kann nach Reinigung technisch neu beurteilt und je nach Zustand behandelt werden.

Tiefe Korrosion

Kann Felgenfestigkeit, Reifen- beziehungsweise Schlauchsitz und Ventilbereich beeinträchtigen.

TT-Reifen mit Flüssigkeitsballast als komplettes System betrachten

Bei Tube-Type-Bereifungen befindet sich die Flüssigkeit je nach System im Schlauch. Dann arbeiten mehrere Komponenten gemeinsam.

Reifen

Muss frei von tiefen Schäden und inneren Fremdkörpern sein.

Schlauch

Muss zu Reifen, Flüssigkeit und Ventilsystem passen.

Ventil

Muss dicht und für die verwendete Konfiguration geeignet sein.

Wulstband

Muss bei entsprechender Felge sauber sitzen und unbeschädigt sein.

Bei einer Demontage nicht nur den Schlauch ersetzen

Reifeninneres, Schlauch, Wulstband, Ventilöffnung und Felge sollten gemeinsam kontrolliert werden. Besonders bei älteren Rädern kann die eigentliche Ursache eines Problems an mehreren Stellen liegen.

Ventilzustand bei Flüssigkeitsballast besonders beachten

  • Ventil dicht?
  • Ventilschaft korrodiert?
  • Ventilfuß unbeschädigt?
  • Ventilöffnung der Felge sauber?
  • keine scharfen Rostkanten?
  • kein sichtbarer Flüssigkeitsaustritt?
  • Ventil steht nicht ungewöhnlich schief?
Flüssigkeitsverlust und Luftdruckverlust können gemeinsam auftreten

Wenn im Ventil- oder Felgenbereich Flüssigkeit austritt, sollte nicht nur nachgefüllt, sondern die Ursache des Verlustes geklärt werden.

Nicht jede Flüssigkeit ist für Ballastierung geeignet

Welche Flüssigkeit beziehungsweise Frostschutzlösung eingesetzt werden darf, richtet sich nach Reifen-, Schlauch-, Felgen- und Fahrzeugherstellerangaben.

Frostschutz

Bei niedrigen Temperaturen muss berücksichtigt werden, ob die verwendete Flüssigkeit gefrieren kann.

Korrosion

Bestimmte Medien können metallische Bauteile stärker beanspruchen.

Materialverträglichkeit

Schlauch, Ventil und Felge müssen mit dem verwendeten Medium verträglich sein.

Umwelt

Bei Befüllung, Entleerung und Entsorgung müssen die Vorgaben für das verwendete Medium beachtet werden.

Keine beliebigen Hausmittel in Landwirtschaftsreifen einfüllen

Ballastflüssigkeit muss technisch zur verwendeten Reifen-, Schlauch- und Felgenkombination passen. Herstellerangaben und Vorgaben des Fahrzeuges sind maßgeblich.

Ballastierung verändert auch die Achslastverteilung

Je nachdem, an welcher Achse oder an welchen Rädern Ballastflüssigkeit verwendet wird, kann sich die Gewichtsverteilung des Fahrzeuges verändern.

  • Vorderachslast berücksichtigen
  • Hinterachslast berücksichtigen
  • zulässige Achslasten prüfen
  • Reifentragfähigkeit kontrollieren
  • Anbaugeräte mit einbeziehen
  • weitere Ballastgewichte berücksichtigen

Flüssigkeitsballast plus zusätzliche Gewichte zusammen betrachten

Radgewichte, Frontgewichte, Heckballast, Anbaugeräte und Flüssigkeitsballast erhöhen gemeinsam die tatsächliche Fahrzeugbelastung. Jede einzelne Ballastmaßnahme isoliert zu betrachten kann zu einer falschen Gesamteinschätzung führen.

Flüssigkeitsballast vor einem Reifenwechsel erkennen

Vor einer Demontage muss geklärt werden, ob sich Flüssigkeit im Reifen beziehungsweise Schlauch befindet.

Ventilposition ansehen

Vor Druck- oder Ventilarbeiten die Stellung des Ventils berücksichtigen.

Besitzer beziehungsweise Fahrzeughistorie prüfen

Wenn möglich klären, ob das Fahrzeug ballastiert wurde.

Auf Flüssigkeitsaustritt achten

Beim Ventilkontakt nicht unvorbereitet weiterarbeiten.

System bestimmen

TT-, TL- oder andere verwendete Radkonstruktion berücksichtigen.

Flüssigkeit kontrolliert entfernen

Nach geeignetem technischen Verfahren und entsprechend den Vorgaben des verwendeten Mediums.

Rad erst danach demontieren

Das zusätzliche Gewicht des gefüllten Rades berücksichtigen.

Ein ballastiertes Rad kann erheblich schwerer sein als erwartet

Bei Demontage, Transport und Handhabung das zusätzliche Gewicht berücksichtigen. Nicht von der üblichen Masse eines ungefüllten Rades ausgehen.

FT Praxistipp

Kommt beim Prüfen eines älteren Landwirtschaftsrades plötzlich Flüssigkeit aus dem Ventil, zuerst klären, ob eine bewusste Flüssigkeitsballastierung vorliegt. Nicht sofort davon ausgehen, dass Wasser ungewollt in den Reifen gelangt ist.

Typische Beobachtungen bei Flüssigkeitsballast

Beobachtung Mögliche Einordnung Was prüfen?
Flüssigkeit kommt aus dem Ventil Ballastfüllung möglich System, Ventilposition und verwendetes Medium klären
Rad ist ungewöhnlich schwer Flüssigkeitsballast oder zusätzliche Ballastierung möglich vor Demontage Gewicht berücksichtigen
Ventilbereich stark korrodiert langjähriger Flüssigkeitskontakt möglich Ventilöffnung und Felge prüfen
Reifen verliert Luft und Flüssigkeit Undichtigkeit im Ventil-, Schlauch- oder Felgensystem möglich Ursache vollständig suchen
Felge innen stärker rostig als außen verdeckte Korrosion möglich Felgenbett und Wulstbereiche kontrollieren
Reifen fährt sehr steif Ballastfüllung und Betriebsdruck können das Verhalten beeinflussen System und Herstellerangaben prüfen
Ballastiertes Rad plus schwere Zusatzgewichte hohe Gesamt- beziehungsweise Achslast möglich zulässige Fahrzeug- und Reifenlasten prüfen
TT-Reifen nach Demontage innen auffällig Schlauch, Wulstband oder Felge können betroffen sein gesamtes TT-System kontrollieren

Ballastierung nicht automatisch als beste Traktionslösung ansehen

Zusätzliches Gewicht kann die Traktion beeinflussen, erhöht aber gleichzeitig die Fahrzeugmasse. Je nach Fahrzeug, Reifenbauart und Arbeit können andere Ballastierungs- oder Reifendruckkonzepte geeigneter sein.

Traktion

Zusätzliches Gewicht kann die Kraftübertragung beeinflussen.

Bodenschonung

Mehr Gewicht muss weiterhin über die Reifen in den Boden übertragen werden.

Fahrzeugabstimmung

Ballast, Reifendruck und Achslastverteilung sollten als Gesamtsystem betrachtet werden.

Ballastierung ist Fahrzeugabstimmung

Die richtige Lösung hängt von Fahrzeug, Bereifung, Arbeitsgerät, Bodenbedingungen und Einsatzzweck ab. Flüssigkeitsballast ist deshalb keine pauschale Standardlösung.

Praxis-Check bei einem flüssigkeitsballastierten Landwirtschaftsrad

Ballastierung erkennen

Klären, ob Flüssigkeit im Reifen beziehungsweise Schlauch vorhanden ist.

Ventilposition berücksichtigen

Vor Druckkontrolle und Ventilarbeiten beachten.

Betriebsdruck prüfen

Ballastflüssigkeit nicht mit Luftdruck verwechseln.

Zusatzgewicht berücksichtigen

Achslast und Reifentragfähigkeit neu bewerten.

Ventil kontrollieren

Dichtheit, Korrosion und Sitz prüfen.

Bei Demontage Felge vollständig kontrollieren

Innen- und Außenseite sowie Wulst- und Ventilbereiche ansehen.

Bei TT Schlauch und Wulstband prüfen

Das gesamte Radsystem beurteilen.

Verwendetes Medium klären

Materialverträglichkeit, Frostschutz und Entsorgung berücksichtigen.

Ballastierung als Gesamtkonzept prüfen

Weitere Gewichte und Anbaugeräte mit einbeziehen.

Kontrollliste für Flüssigkeitsballast

  • Ballastfüllung bekannt
  • Ventilposition vor Druckkontrolle beachtet
  • Betriebsdruck separat kontrolliert
  • zusätzliches Radgewicht berücksichtigt
  • Achslast geprüft
  • Reifentragfähigkeit berücksichtigt
  • weitere Ballastgewichte einbezogen
  • Ventil auf Dichtheit geprüft
  • Ventilbereich auf Korrosion kontrolliert
  • Felge innen geprüft
  • Felgenbett kontrolliert
  • Wulstsitz geprüft
  • bei TT Schlauch kontrolliert
  • bei TT Wulstband kontrolliert
  • verwendete Flüssigkeit beziehungsweise Lösung bekannt
  • Frostschutz berücksichtigt
  • Materialverträglichkeit berücksichtigt
  • Handhabung des erhöhten Radgewichts eingeplant

Wann ein ballastiertes Radsystem genauer geprüft werden sollte

  • Flüssigkeit tritt unkontrolliert am Ventil aus
  • Reifen verliert regelmäßig Luftdruck
  • Ventilbereich stark korrodiert
  • Felge zeigt tiefe Rostnarben
  • Wulstbereich ist stark beschädigt
  • Felge weist Materialverlust oder Risse auf
  • Schlauch zeigt wiederkehrende Schäden
  • verwendete Ballastflüssigkeit ist unbekannt
  • Frostschutz ist unklar
  • zulässige Achslast durch zusätzliche Ballastierung möglicherweise überschritten
  • Reifentragfähigkeit zum tatsächlichen Gesamtgewicht unklar
P

FT Praxiswelt

Weiterführendes Praxiswissen zu landwirtschaftlichen Reifen, Montage, Luftdruck und dem richtigen Umgang mit Reifen- und Radsystemen.

W

FT Wissenswelt

Grundlagenwissen zu Landwirtschaftsreifen, Reifenbauarten und unterschiedlichen landwirtschaftlichen Einsatzbereichen.

S

Landwirtschaftsreifen bei FT-Reifen

Bei der Auswahl eines Landwirtschaftsreifens müssen neben Größe und Tragfähigkeit auch Fahrzeug, Felge, Radlast, Betriebsdruck und die tatsächliche Ballastierung berücksichtigt werden.

Häufige Fragen zu Flüssigkeitsballast bei Landwirtschaftsreifen

Warum wird Flüssigkeit in Landwirtschaftsreifen verwendet?

Flüssigkeitsballast kann eingesetzt werden, um zusätzliches Gewicht direkt am Rad zu erzeugen. Dadurch verändert sich jedoch auch die tatsächliche Fahrzeugmasse und das Arbeitsverhalten des Radsystems.

Ersetzt die Flüssigkeit den normalen Luftdruck?

Nein. Die Flüssigkeit erzeugt zusätzliches Gewicht. Der verbleibende Luftanteil stellt weiterhin den Betriebsdruck bereit. Dieser muss passend zu Reifen, Radlast und Geschwindigkeit eingestellt werden.

Warum kann beim Prüfen des Ventils Flüssigkeit austreten?

Wenn das Ventil in einem Bereich steht, in dem sich die Ballastflüssigkeit befindet, kann beim Öffnen des Ventils Flüssigkeit austreten. Deshalb sollte die Ventilposition vor Druck- und Ventilarbeiten berücksichtigt werden.

Warum sollte die Felge bei Flüssigkeitsballast besonders kontrolliert werden?

Bei älteren ballastierten Rädern können insbesondere Felgenbett, Ventilöffnung, Wulstsitz und weitere Innenbereiche Korrosion aufweisen, die von außen nicht sichtbar ist.

Kann jede beliebige Flüssigkeit als Reifenballast verwendet werden?

Nein. Verwendetes Medium, Frostschutz, Materialverträglichkeit, Korrosionsverhalten und Umweltanforderungen müssen zu Reifen, Schlauch, Felge und Fahrzeug passen. Maßgeblich sind die jeweiligen Herstellerangaben.

Technischer Hinweis

Flüssigkeitsballast verändert Radgewicht, Fahrzeugmasse und das Arbeitsverhalten eines Landwirtschaftsreifens. Die zulässige Ballastierung, verwendete Flüssigkeit, Befüllmenge, Frostschutzanforderung und der erforderliche Betriebsdruck richten sich nach Reifen-, Felgen- und Fahrzeughersteller. Bei unbekannten älteren Systemen sollte vor Demontage oder Neubefüllung zuerst geklärt werden, wie das Rad aufgebaut und womit es befüllt wurde.

Flüssigkeitsballast immer als komplettes Radsystem betrachten

FT-Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung mit verständlichem Wissen zu Landwirtschaftsreifen, Flüssigkeitsballast, Luftdruck, Schlauchsystemen, Ventilen, Felgen und typischen Problemen älterer landwirtschaftlicher Räder.

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