Traktor Straßenverschleiß
FT Praxiswelt – Traktorreifen
Traktorreifen bei Straßenfahrt vor unnötigem Verschleiß schützen
Traktorreifen müssen auf dem Feld Zugkraft übertragen und sich an weiche Böden anpassen. Auf Asphalt und Beton wirken dagegen höhere Geschwindigkeiten, griffiger Untergrund, Bremskräfte, Kurvenbelastung und dauerhafte Walkarbeit auf Reifen, Felgen und Fahrwerk.
Ein schneller Straßenverschleiß entsteht deshalb nicht allein durch Asphalt. Reifenfülldruck, Achslast, Geschwindigkeit, Allradbetrieb, Voreilung, Spur, Ballastierung, Anbaugeräte und Fahrweise bestimmen gemeinsam, wie gleichmäßig ein Traktorreifen abläuft.
Niedrigen Felddruck nicht ungeprüft auf der Straße weiterfahren
Ein für die Feldarbeit eingestellter niedriger Reifenfülldruck kann bei schneller oder längerer Straßenfahrt zu stärkerer Karkassenbewegung und Erwärmung führen.
Maßgeblich sind die tatsächliche Rad- beziehungsweise Achslast, das konkrete Reifenmodell, die Fahrgeschwindigkeit und die Last-Luftdruck-Daten des Reifenherstellers.
Warum die Straßenfahrt Traktorreifen anders belastet
Höhere Geschwindigkeit
Mit zunehmender Geschwindigkeit steigen Walkarbeit, Temperatur und dynamische Reifenbelastung.
Griffiger Untergrund
Asphalt und Beton ermöglichen weniger Schlupfausgleich und übertragen hohe Seiten- und Schubkräfte auf das Profil.
Brems- und Antriebskräfte
Profilstollen werden beim Beschleunigen und Verzögern über ihre Kanten stark beansprucht.
Kurvenfahrt
Hohe Profilstollen werden auf festem Untergrund seitlich belastet und verformt.
Die wichtigsten Einflussfaktoren auf Straßenverschleiß
- Reifenfülldruck
- tatsächliche Vorder- und Hinterachslast
- Fahrgeschwindigkeit
- Transportstrecke und Fahrtdauer
- Front-, Heck- und Radballast
- Anbaugeräte und deren Transportstellung
- Allradbetrieb sowie Allradabstimmung und Voreilung
- Spur und Zustand der Vorderachse
- Felgenbreite und Reifenbauart
- Kurven-, Brems- und Beschleunigungsverhalten
Reifenfülldruck für die Straßenfahrt
Der passende Straßenluftdruck richtet sich nach der tatsächlichen Reifenlast und der vorgesehenen Geschwindigkeit. Vorder- und Hinterachse müssen getrennt betrachtet werden, weil sie unterschiedliche Reifen und Lasten tragen können.
Zu niedriger Reifenfülldruck
- stärkere Seitenwandbewegung
- erhöhte Walkarbeit
- stärkere Reifenerwärmung
- verstärkter Schulterverschleiß möglich
- zusätzliche Wulstbelastung
- Fahrstabilität kann sich verschlechtern
Unnötig hoher Reifenfülldruck
- kleinere Aufstandsfläche
- härtere Stoßübertragung
- ungünstiger Verschleiß über bestimmte Profilbereiche möglich
- geringerer Fahrkomfort
- geringere Anpassung an Fahrbahnunebenheiten
Weitere praktische Hinweise finden Sie unter Traktorreifen-Luftdruck.
Reifenfülldruck nicht nur nach sichtbarer Reifenform beurteilen
Radial-, IF- und VF-Reifen können auch bei technisch passendem Reifenfülldruck sichtbar arbeiten. Die Seitenwandform allein zeigt nicht zuverlässig, ob der Betriebsdruck zur aktuellen Last und Geschwindigkeit passt.
Den richtigen Straßendruck praktisch bestimmen
Reifengröße und Reifenmodell feststellen
Für belastbare Last-Luftdruck-Daten werden die vollständige Reifengröße, Bauart und das konkrete Reifenmodell benötigt.
Achslasten ermitteln
Vorder- und Hinterachse möglichst im realistischen Transportzustand getrennt wiegen beziehungsweise belastbar bestimmen.
Anbaugeräte und Ballast berücksichtigen
Frontgewicht, Heckgewicht, Frontlader, Gerät und mögliche Stützlasten verändern die tatsächliche Lastverteilung.
Geschwindigkeit berücksichtigen
Der vorgesehene Geschwindigkeitsbereich beeinflusst die zulässige Belastung des Reifens.
Herstellerdaten verwenden
Den passenden Reifenfülldruck aus den Last-Luftdruck-Daten des konkreten Reifenmodells bestimmen.
Druck möglichst kalt einstellen
Die Kontrolle erfolgt idealerweise vor längerer Fahrt und bei möglichst ausgeglichener Reifentemperatur.
Reifenerwärmung auf der Straße
Während der Fahrt verformt sich ein Reifen bei jeder Radumdrehung. Diese Walkarbeit erzeugt Wärme. Je stärker Reifen, Last, Geschwindigkeit und Reifenfülldruck außerhalb eines günstigen Zusammenspiels liegen, desto höher kann die thermische Belastung werden.
Gleichmäßige Erwärmung
Vergleichbare Reifen zeigen ähnliche Temperaturen und keine weiteren Auffälligkeiten.
Auffälliger Temperaturunterschied
Ein Reifen oder eine Fahrzeugseite wird deutlich wärmer als vergleichbare Reifen.
Starke Erwärmung
Kann unter anderem auf ungeeigneten Reifenfülldruck, Überlastung, Bremsprobleme oder einen Reifenschaden hinweisen.
Der Reifenfülldruck steigt mit der Temperatur. Wird ein warmer Reifen auf einen für den kalten Zustand vorgesehenen Wert abgesenkt, kann nach dem Abkühlen zu wenig Reifenfülldruck vorhanden sein.
Geschwindigkeit und Reifenfreigabe
Landwirtschaftsreifen besitzen abhängig von Größe, Bauart, Last, Reifenfülldruck und Herstellerangaben unterschiedliche Geschwindigkeitsgrenzen. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit des Traktors bedeutet nicht automatisch, dass jeder montierte Reifen unter jeder Belastung dafür geeignet ist.
- Geschwindigkeitskennzeichnung des Reifens beachten
- Herstellerangaben zur Tragfähigkeit bei Geschwindigkeit prüfen
- lange Transportfahrten berücksichtigen
- hohe Achslasten nicht ungeprüft mit hoher Geschwindigkeit kombinieren
- Reifenfülldruck an den Straßenbetrieb anpassen
- Reifenalter und technischen Zustand berücksichtigen
Weitere technische Grundlagen finden Sie unter Traktorreifen – Tragfähigkeit, Load Index, PR, Geschwindigkeit und Radlast.
Hohe Geschwindigkeit verstärkt vorhandene Probleme
Ungeeigneter Reifenfülldruck, Überlastung, Felgenschlag, Spurfehler und innere Reifenschäden können sich bei schneller Fahrt stärker auf Erwärmung, Rundlauf und Fahrverhalten auswirken.
Ballast bei der Straßenfahrt
Nicht benötigte Front-, Heck- und Radgewichte erhöhen Fahrzeugmasse, Reifenlast, Rollwiderstand und Bremsbelastung. Außerdem steigen die dynamischen Kräfte bei Schlaglöchern und Kurvenfahrt.
Mehr Radlast
Reifen, Felgen und Achsen werden stärker belastet.
Mehr Rollwiderstand
Zusätzliche Masse muss dauerhaft bewegt und beschleunigt werden.
Mehr Bremsbelastung
Zusätzliches Gewicht muss bei jeder Verzögerung abgebremst werden.
Höhere Stoßkräfte
Fahrbahnunebenheiten können höhere dynamische Belastungsspitzen erzeugen.
Nicht benötigten Ballast nicht unnötig mitführen
Ballast, der für den aktuellen Einsatz nicht benötigt wird, erhöht die Fahrzeugmasse und kann Reifen, Achsen, Bremsen und Kraftstoffverbrauch zusätzlich belasten.
Schweres Heckgewicht und leerer Frontlader
Ein schweres Heckgewicht kann für bestimmte Frontladereinsätze notwendig sein. Wird es bei leerem Frontlader anschließend dauerhaft auf der Straße mitgeführt, kann sich die Lastverteilung deutlich verändern.
- Vorderachse kann stärker entlastet werden
- Vorderreifen können beim Lenken ungünstiger belastet werden
- sägezahnartiger Abrieb kann begünstigt werden
- Lenkverhalten kann sich verändern
- enge Kurven belasten Profilkanten zusätzlich
Wie Frontlader, Heckgeräte, Lastabstand und Ballast die tatsächlichen Achslasten verändern, erklären wir unter Frontlader, Anbaugeräte, Achslast und Hebelwirkung.
Anbaugeräte in Transportstellung
Front- und Heckgeräte verändern Achslasten und Schwerpunkt. Je weiter eine Last vor oder hinter einer Achse liegt, desto stärker wirkt ihr Hebel auf die Lastverteilung.
Frontgerät
Erhöht die Vorderachslast und belastet Vorderreifen, Felgen und Lenkung.
Heckgerät
Belastet die Hinterachse und kann gleichzeitig die Vorderachse entlasten.
Hohe Transportstellung
Kann den Schwerpunkt erhöhen und dadurch Fahr- und Kurvenverhalten beeinflussen.
Geräte sicher und möglichst kompakt transportieren
Anbaugeräte müssen entsprechend der Betriebsanleitung gesichert und in einer vorgesehenen Transportstellung geführt werden. Unnötig große Ausladung und ruckartige Bewegungen erhöhen die dynamische Belastung.
Allradbetrieb auf Asphalt und Beton
Auf lockerem Boden können unterschiedliche Laufwege zwischen Vorder- und Hinterachse teilweise durch Schlupf ausgeglichen werden. Auf griffigem Asphalt oder Beton ist dieser Ausgleich deutlich geringer.
Antriebsverspannung
Zwischen Vorder- und Hinterachse können Spannungen im Antriebsstrang entstehen.
Reifenradieren
Profilstollen können über den Untergrund gezogen oder geschoben werden.
Schwereres Lenken
Enge Kurven können bei verspanntem Antrieb ruckeliger und schwergängiger werden.
Starr zugeschalteten Allrad bedarfsgerecht einsetzen
Der Allradantrieb sollte auf festem Untergrund entsprechend der Betriebsanleitung des Traktors verwendet werden. Auch eine technisch passende Voreilung verhindert nicht automatisch jede Verspannung auf griffiger Fahrbahn.
Typische Hinweise auf Verspannung im Allradbetrieb
- Traktor ruckelt in engen Kurven
- Vorderreifen radieren sichtbar
- Lenkung wird schwergängig
- Allrad lässt sich unter Spannung schwer ausschalten
- Stollenkanten laufen schräg ab
- Antriebsstrang steht nach der Fahrt auffällig unter Spannung
- Vorderreifen verschleißen ungewöhnlich schnell
Voreilung und Allradabstimmung als Verschleißfaktor
Eine ungeeignete Voreilung kann den Verschleiß der Vorderreifen deutlich beeinflussen. Entscheidend sind die technischen Abrollumfänge der konkreten Vorder- und Hinterreifen sowie das mechanische Übersetzungsverhältnis des Traktors.
- Vorder- und Hinterreifen gemeinsam betrachten
- Hersteller und konkretes Reifenmodell berücksichtigen
- Profiltiefen vergleichen
- Felgenbreiten und Reifenzuordnung prüfen
- Reifenfülldruck auf beiden Achsen kontrollieren
- nach Größen-, Modell- oder Herstellerwechsel Allradabstimmung neu beurteilen
Wie Achsübersetzung und Abrollumfang von Vorder- und Hinterreifen zusammenhängen, erklären wir unter Abrollumfang und Voreilung beim Allradtraktor.
Gleiche Nenngröße bedeutet nicht automatisch gleicher Abrollumfang
Reifen verschiedener Hersteller, Modellreihen und Bauarten können trotz identischer Größenbezeichnung unterschiedliche technische Abrollumfangswerte besitzen.
Spur und Vorderachsgeometrie
Fehler an Spur, Lenkung und Achse zeigen sich auf der Straße häufig besonders deutlich, weil der griffige Untergrund seitliches Schieben nicht wie ein lockerer Boden ausgleichen kann.
Falsche Spur
Vorderreifen laufen nicht korrekt zueinander und werden seitlich über die Fahrbahn geschoben.
Spurstangenköpfe
Spiel kann die Radstellung während der Fahrt und beim Bremsen verändern.
Achsschenkel und Lager
Verschleiß kann zu Kippen, Taumeln oder ungleichmäßigem Bodenkontakt führen.
Verbogene Bauteile
Hinderniskontakt und hohe Belastungen können Lenkungs- oder Achsteile verändern.
Anzeichen für Spur- oder Lenkungsprobleme
- Traktor zieht zu einer Seite
- Lenkung wirkt unruhig
- eine Reifenschulter läuft schneller ab
- Stollen verschleißen schräg
- linker und rechter Reifen zeigen deutlich unterschiedliche Verschleißbilder
- Lenkrad oder Vorderachse vibriert
- Rad besitzt auffälliges Lager- oder Lenkungsspiel
Verschleiß nicht nur durch Reifenwechsel behandeln
Wird die technische Ursache nicht behoben, kann auch ein neuer Reifen nach kurzer Zeit wieder ein vergleichbares Verschleißbild entwickeln.
Lenken im Stand und enge Wendemanöver
Beim Lenken im Stand müssen die Vorderreifen seitlich über den griffigen Untergrund geschoben werden. Hohe Frontlast, großer Lenkeinschlag und zugeschalteter Allrad können diese Belastung zusätzlich erhöhen.
- möglichst in langsamer Bewegung lenken
- Lenkeinschlag nicht unnötig lange am Anschlag halten
- Wenden auf der Stelle möglichst vermeiden
- enge Hofmanöver ruhig ausführen
- Allrad bedarfsgerecht einsetzen
- Frontlast in vorgesehener sicherer Transportstellung führen
- Profilkanten regelmäßig kontrollieren
Kurvenfahrt und seitliche Belastung
Hohe Stollenprofile können sich in Kurven seitlich verformen. Bei höherer Geschwindigkeit, hoher Last oder hohem Schwerpunkt steigen die Seitenkräfte auf Reifen und Fahrzeug.
Kurvenäußere Reifen
Übernehmen bei Kurvenfahrt einen höheren Lastanteil.
Profilkanten
Werden auf griffigem Untergrund stärker seitlich beansprucht.
Hoher Schwerpunkt
Angehobene Geräte und ungünstig geführte Lasten können Lastverlagerung und Seitenneigung verstärken.
Kurvengeschwindigkeit an Fahrzeug und Bereifung anpassen
Ein Traktor mit schweren beziehungsweise hoch geführten Anbaugeräten besitzt andere Last- und Schwerpunktverhältnisse als eine unbelastete Maschine. Geschwindigkeit und Fahrweise müssen entsprechend angepasst werden.
Zwillingsbereifung auf der Straße
Zwillingsreifen können im Feld Vorteile bieten, werden auf der Straße jedoch durch Kurvenfahrt, große Fahrzeugbreite und seitliche Schubkräfte anders beansprucht.
- technische Eignung des Systems für Straßenbetrieb prüfen
- zulässige Fahrzeugbreite berücksichtigen
- inneren und äußeren Reifen entsprechend den Systemvorgaben kontrollieren
- Verbindungselemente prüfen
- Reifenabstand unter Last berücksichtigen
- enge Kurven und unnötig hohe Geschwindigkeit vermeiden
- Innenflanken nach längeren Fahrten kontrollieren
Nicht jedes Zwillingssystem ist für längere Straßenfahrt vorgesehen
Maßgeblich sind die technischen Vorgaben für Fahrzeug, Reifen, Felgen und Verbindungssystem sowie die zulässige Geschwindigkeit und Fahrzeugbreite.
Reifendruckregelanlage sinnvoll nutzen
Eine Reifendruckregelanlage erleichtert den Wechsel zwischen Feld- und Straßenbetrieb. Sie ist besonders nützlich, wenn häufig zwischen niedrigeren Felddrücken und höheren, last- und geschwindigkeitsgerechten Straßenwerten gewechselt werden muss.
Vor Straßenfahrt
Den vorgesehenen Straßenluftdruck rechtzeitig herstellen.
System kontrollieren
Leitungen, Ventile und Drehdurchführungen auf Beschädigung und Dichtheit prüfen.
Druck überprüfen
Die Systemanzeige sollte im Rahmen der Wartung mit einer direkten Messung am Reifen kontrolliert werden.
Muss das System wiederholt nachfüllen, sollten Reifen, Felge, Ventil, Leitungen und Drehdurchführungen auf Undichtigkeiten geprüft werden.
Typische Verschleißbilder auf der Straße
| Verschleißbild | Mögliche Ursache | Weitere Prüfung |
|---|---|---|
| Beide Schultern stärker abgenutzt | unter anderem zu niedriger Reifenfülldruck, hohe Last oder starke Walkarbeit | Achslast und Last-Luftdruck-Daten prüfen |
| Profilmitte stärker abgenutzt | unter anderem unnötig hoher Reifenfülldruck bei geringer tatsächlicher Last | Reifenfülldruck und Lastzustand kontrollieren |
| Stollen schräg abgelaufen | Spurfehler, ungeeignete Voreilung oder seitliches Schieben | Vorderachse und gesamte Reifenkombination prüfen |
| Sägezahnartige Profilkanten | unter anderem Allradbetrieb, Lastverteilung, Spur oder häufiges Rangieren | Ballastierung, Allrad, Spur und Fahrweise prüfen |
| Nur eine Schulter verschlissen | Achs-, Spur-, Lager- oder Lenkungsproblem möglich | Vorderachse vollständig kontrollieren |
| Lokale Auswaschungen | Rundlauf, Felgenschlag oder Spiel im Fahrwerksbereich möglich | Rad, Felge, Lager und Fahrwerk prüfen |
| Stollenabbrüche | hohe Seitenkräfte, Rangieren, harter Untergrund oder weitere mechanische Belastung | Reifenfülldruck, Geschwindigkeit und Einsatz bewerten |
| Unterschiedlicher Verschleiß vorne und hinten | Lastverteilung, Reifenfülldruck oder Allradabstimmung können beteiligt sein | gesamte Bereifung und Voreilung prüfen |
Wie Stollenhöhe, Stollenwinkel, Zugkraft, Selbstreinigung und Verschleiß zusammenhängen, erklären wir unter Traktorreifen – Profil, Stollen und Verschleiß.
Ein Verschleißbild beweist nicht allein die Ursache
Reifenfülldruck, Spur, Voreilung, Ballastierung, Felgen, Lenkung, Achslast und Fahrweise können gleichzeitig wirken. Deshalb sollte bei auffälligem Verschleiß die gesamte Maschine betrachtet werden.
Reifen nach längerer Straßenfahrt kontrollieren
Maschine sicher abstellen
Auf tragfähigem Untergrund abstellen, gegen Wegrollen sichern und Anbaugeräte kontrolliert absenken.
Erwärmung vergleichen
Vorder- und Hinterreifen links und rechts auf auffällige Temperaturunterschiede prüfen.
Profil ansehen
Stollenkanten, Schulter und Profilgrund auf Abrieb, Risse und Ablösungen kontrollieren.
Flanken prüfen
Auf Beulen, auffällige Verformungen und Scheuerstellen achten.
Felgen und Radbefestigung ansehen
Risse, Verformungen, Roststaub und sichtbare Bewegungs- beziehungsweise Kontaktspuren kontrollieren.
Reifenfülldruck nach Abkühlung kontrollieren
Vor der nächsten Fahrt den kalten Betriebsdruck erneut prüfen.
Warnzeichen während der Straßenfahrt
- Traktor zieht plötzlich zu einer Seite
- Lenkung wird unruhig oder schwergängig
- rhythmische Vibrationen
- ein Reifen oder Rad wird auffällig warm
- starker Gummigeruch
- Allrad lässt sich unter Spannung schwer ausschalten
- Reifen radieren auffällig in Kurven
- Schlagen oder Knacken an Rad oder Achse
- sichtbarer beziehungsweise starker Reifenfülldruckverlust
Bei starken Auffälligkeiten Fahrt beenden
Starke Erwärmung, Beulen, deutlicher Luftverlust, Felgenrisse, heftige Vibrationen oder sichtbare Radbewegung müssen vor einer Weiterfahrt fachgerecht geprüft werden.
Häufige Fehler bei Straßenfahrten
Felddruck ungeprüft beibehalten
Der Reifen kann bei höherer Geschwindigkeit und Last stärker arbeiten als vorgesehen.
Warme Reifen ablassen
Nach dem Abkühlen kann dadurch zu wenig Betriebsdruck vorhanden sein.
Allrad unnötig zugeschaltet
Auf griffigem Untergrund können Verspannung und Reifenradieren zunehmen.
Unnötiger Ballast
Reifenlast, Rollwiderstand und Bremsbelastung steigen.
Lenken im Stand
Profilstollen werden seitlich über den Asphalt geschoben.
Spurfehler ignorieren
Auch neue Reifen können anschließend wieder ungleichmäßig verschleißen.
Nur einen Reifen betrachten
Unterschiede zwischen Achsen und Fahrzeugseiten bleiben unentdeckt.
Zu schnell in Kurven
Seitenkräfte und die Belastung von Schulter und Profilkanten steigen.
Kontrollliste vor längerer Straßenfahrt
- Reifenfülldruck möglichst kalt kontrolliert
- Reifenfülldruck passend zu Achslast und Geschwindigkeit
- Vorder- und Hinterreifen getrennt bewertet
- nicht benötigten Ballast vermieden beziehungsweise entfernt
- Anbaugeräte sicher in vorgesehener Transportstellung
- Allradfunktion unauffällig
- Spur und Lenkung ohne auffälliges Spiel
- keine Beulen oder tiefen Reifenschäden
- Felgen und Radbefestigungen unauffällig
- Ventile und gegebenenfalls Reifendruckregelanlage dicht
- Zwillingssystem für vorgesehenen Straßenbetrieb geeignet
- Geschwindigkeits- und Belastungsvorgaben des Reifens beachtet
Weiterführende Praxis rund um Traktorreifen
Weitere praktische Informationen zu Reifenfülldruck, Montage, Radkontrolle, Verschleiß, Schäden und dem landwirtschaftlichen Einsatz.
Technisches Wissen zu Straßenverschleiß und Traktorreifen
Die FT Wissenswelt erklärt die technischen Zusammenhänge hinter Tragfähigkeit, Geschwindigkeit, Profil, Reifenbauart, Achslast und Allradabstimmung.
Traktorreifen und verwandte Landwirtschaftsreifen bei FT-Reifen
Für häufige Straßenfahrten muss die Bereifung zu Fahrzeug, Felge, Achslast, Geschwindigkeit, Ballastierung und dem tatsächlichen Verhältnis zwischen Feld- und Straßeneinsatz passen.
Herstellerwissen und Bestellablauf
Häufige Fragen zu Traktorreifen auf der Straße
Darf der Felddruck für die Straßenfahrt beibehalten werden?
Nur wenn der konkrete Reifen, die tatsächliche Last und die vorgesehene Geschwindigkeit dafür geeignet sind. Für längere oder schnellere Straßenfahrten kann ein anderer Reifenfülldruck erforderlich sein.
Warum werden Traktorreifen auf der Straße warm?
Die Karkasse verformt sich bei jeder Radumdrehung. Diese Walkarbeit erzeugt Wärme und kann bei ungeeignetem Reifenfülldruck, hoher Last und steigender Geschwindigkeit zunehmen.
Darf ein warmer Reifen auf den kalten Sollwert abgelassen werden?
Nein. Nach dem Abkühlen könnte dann zu wenig Reifenfülldruck vorhanden sein. Der vorgesehene kalte Betriebswert sollte möglichst am kalten Reifen eingestellt werden.
Warum verschleißen Vorderreifen häufig sägezahnartig?
Mögliche Einflussfaktoren sind Spur, Allradbetrieb, Voreilung, Lastverteilung, Reifenfülldruck, Rangieren und der technische Zustand von Lenkung und Vorderachse.
Soll der Allrad auf Asphalt ausgeschaltet werden?
Ein starr zugeschalteter Allrad sollte auf griffigem Untergrund nur entsprechend der Betriebsanleitung und bedarfsgerecht eingesetzt werden.
Kann zu viel Ballast den Straßenverschleiß erhöhen?
Ja. Nicht benötigtes Gewicht erhöht Fahrzeugmasse, Reifenlast, Rollwiderstand, Bremsbelastung und dynamische Kräfte.
Warum nutzt sich nur eine Reifenschulter ab?
Das kann unter anderem auf Spur-, Lager-, Lenkungs- oder Achsprobleme sowie eine ungünstige Lastverteilung hinweisen.
Sind Zwillingsreifen für Straßenfahrt geeignet?
Nur wenn Fahrzeug, Reifen, Felgen und Verbindungssystem für den vorgesehenen Straßenbetrieb geeignet sind und die jeweiligen technischen Vorgaben eingehalten werden.
Wann sollte eine Straßenfahrt beendet werden?
Bei Beulen, starkem Reifenfülldruckverlust, ungewöhnlicher Erwärmung, Felgenrissen, heftigen Vibrationen oder sichtbarer Radbewegung sollte die Ursache vor der Weiterfahrt fachgerecht geprüft werden.
Wie lässt sich Straßenverschleiß reduzieren?
Durch einen zur Last und Geschwindigkeit passenden Reifenfülldruck, korrekte Achslasten, bedarfsgerechten Allradbetrieb, passende Voreilung, intakte Spur, möglichst wenig unnötigen Ballast und eine ruhige Fahrweise.
Technischer Hinweis
Diese Praxisinformationen ersetzen keine Last-Luftdruck-Tabelle, Fahrzeug- oder Reifenfreigabe, fahrzeugspezifische Prüfung der Allradabstimmung oder fachgerechte Reifen-, Felgen- und Fahrwerkskontrolle. Maßgeblich sind die technischen Angaben des Traktor-, Reifen-, Felgen- und Geräteherstellers sowie die tatsächlichen Achslasten, Geschwindigkeiten und Einsatzbedingungen.
Traktorreifen auf der Straße nicht unnötig verschleißen
Straßenverschleiß entsteht aus dem Zusammenspiel von Reifenfülldruck, Radlast, Geschwindigkeit, Ballastierung, Spur, Allradbetrieb, Voreilung und Fahrweise. Wer diese Faktoren gemeinsam betrachtet, schützt Reifen und Fahrzeug besser als durch eine reine Kontrolle der Profiltiefe.
FT-Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung mit verständlichem Wissen rund um Traktorreifen, Straßenbetrieb, Verschleiß, Reifenfülldruck und landwirtschaftliche Bereifungen.
FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.