Tragfähigkeit und PR bei Heuwender-Reifen richtig verstehen
FT Wissenswelt – Heuwender-Reifen
Tragfähigkeit und PR bei Heuwender-Reifen richtig verstehen
Auf kleinen Heuwender-Reifen findet man häufig Angaben wie 4 PR, 6 PR oder 8 PR. Diese Zahlen werden leicht mit der eigentlichen Tragfähigkeit des Reifens verwechselt.
PR bedeutet jedoch nicht, dass ein Reifen beispielsweise exakt vier oder sechs Gewebelagen besitzt. Ebenso bedeutet eine höhere PR-Zahl nicht automatisch, dass dieser Reifen für jeden Heuwender die bessere Wahl ist.
Die zulässige Belastung eines Heuwender-Reifens ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Reifengröße, Reifenkonstruktion, PR beziehungsweise Festigkeitsklasse, Reifenfülldruck, Geschwindigkeit und Herstellerfreigabe.
PR
Beschreibt eine Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse innerhalb einer Reifenkonstruktion.
Radlast
Beschreibt die tatsächliche Belastung, die auf den einzelnen Reifen wirkt.
Luftdruck
Ist bei einem Luftreifen ein wesentlicher Bestandteil seiner Lastaufnahme.
Geschwindigkeit
Kann beeinflussen, welche Last ein Reifen unter den jeweiligen Betriebsbedingungen tragen darf.
Ob ein Reifen die benötigte Last tragen darf, muss aus den technischen Daten der konkreten Reifenausführung hervorgehen.
Was bedeutet PR bei einem Reifen?
PR steht für Ply Rating.
Der Begriff stammt aus einer Zeit, in der die Festigkeit von Reifen stark über die Anzahl und Ausführung der verwendeten Karkassenlagen beschrieben wurde.
Historisch konnte eine höhere Anzahl von Gewebelagen auf eine robustere Karkasse und damit eine höhere Belastbarkeit hinweisen.
Bei modernen Reifen sollte PR jedoch nicht einfach als tatsächliche Anzahl der heute im Reifen vorhandenen Karkassenlagen gelesen werden.
Die tatsächliche Konstruktion kann aus modernen Materialien bestehen und muss nicht der historischen Anzahl von Karkassenlagen entsprechen.
Was bedeutet zum Beispiel 4 PR?
Steht auf einem Reifen beispielsweise:
4.00-4 4 PR
dann enthalten diese Angaben unterschiedliche Informationen.
4.00-4
Beschreibt die Größenfamilie des Reifens.
4 PR
Beschreibt die Festigkeits- beziehungsweise Ply-Rating-Klasse dieser Reifenausführung.
Ein 4.00-4 4 PR und ein 4.00-4 6 PR gehören zwar zur gleichen Größenfamilie, können aber unterschiedliche technische Last- und Druckwerte besitzen.
Warum gibt es dieselbe Reifengröße mit unterschiedlichem PR?
Ein Hersteller kann innerhalb derselben Größenfamilie Reifen für unterschiedliche Belastungsanforderungen anbieten.
Beispielsweise kann eine Reifengröße in verschiedenen:
- PR-Klassen
- Karkassenkonstruktionen
- Tragfähigkeitsklassen
- Druckauslegungen
- Profil- und Produktausführungen
verfügbar sein.
Die PR-Angabe ergänzt diese Information um einen Hinweis auf die Festigkeitsausführung.
Warum 6 PR nicht einfach „50 Prozent stärker als 4 PR“ bedeutet
Eine häufige Fehlinterpretation wäre:
6 PR ÷ 4 PR = 1,5 – also muss ein 6-PR-Reifen 50 Prozent mehr tragen können.
So darf die PR-Angabe nicht verwendet werden.
Die konkrete Tragfähigkeit ergibt sich aus den technischen Daten des jeweiligen Reifens. Sie darf nicht allein aus dem Verhältnis zweier PR-Zahlen berechnet werden.
Was ist die Tragfähigkeit eines Heuwender-Reifens?
Die Tragfähigkeit beschreibt die Last, die ein Reifen unter definierten Bedingungen aufnehmen darf.
Diese Bedingungen können unter anderem umfassen:
- Reifengröße
- Reifenausführung
- Reifenfülldruck
- Geschwindigkeit
- Felgenzuordnung
- Einsatzart
Ein Reifen darf deshalb nicht allein aufgrund einer einzigen Kilogrammzahl für jede denkbare Anwendung beurteilt werden.
Warum die Tragfähigkeit bei einem kleinen Heuwender-Reifen wichtig ist
Die Reifen eines Heuwenders wirken klein. Dennoch können sie relevante Maschinenlasten aufnehmen.
Je nach Konstruktion stützen einzelne Räder bestimmte Kreisel oder Maschinenabschnitte ab.
Zusätzlich ist die Radlast während der Arbeit nicht vollkommen konstant.
Bodenwelle
Ein Rad kann kurzfristig stärker belastet werden, wenn es über eine Erhebung läuft.
Vertiefung
Andere Räder können einen größeren Anteil der Maschinenlast übernehmen.
Kurvenfahrt
Seitliche Kräfte können die Belastung einzelner Radpositionen verändern.
Maschinenbewegung
Schwingungen und Bewegungen des Arbeitsgerätes erzeugen dynamische Lasten.
Die Bereifung muss auch die im vorgesehenen Betrieb auftretenden dynamischen Belastungen verkraften.
Warum Maschinengewicht geteilt durch Anzahl der Räder keine sichere Reifenberechnung ist
Ein Heuwender mit mehreren Rädern verteilt sein Gewicht nicht in jeder Fahrsituation vollkommen gleichmäßig.
Auf einer absolut ebenen Fläche könnte die Lastverteilung vergleichsweise gleichmäßig sein. In der Praxis arbeitet die Maschine jedoch auf Grünland mit:
- Bodenwellen
- Fahrspuren
- Senken
- Steigungen
- seitlichen Bewegungen
Die benötigte Reifentragfähigkeit sollte deshalb nach den technischen Maschinen- und Reifenangaben beurteilt werden und nicht durch eine einfache Division des Gesamtgewichts.
Statische und dynamische Radlast unterscheiden
Statische Belastung
Die Maschine steht ruhig auf einem weitgehend ebenen Untergrund. Die Radlast ergibt sich hauptsächlich aus der Gewichtsverteilung.
Dynamische Belastung
Während der Fahrt entstehen zusätzliche Kräfte durch Bodenunebenheiten, Bewegung und Richtungswechsel.
Deshalb muss eine Reifenfreigabe ausreichende Reserven für die vorgesehenen Betriebsbedingungen berücksichtigen.
Warum kleine Räder deutliche Lastspitzen erleben können
Heuwender besitzen häufig kleine Raddurchmesser.
Eine Bodenunebenheit macht bei einem kleinen Rad einen größeren Anteil des gesamten Raddurchmessers aus als bei einem großen Traktorrad.
Dadurch können Unebenheiten vergleichsweise abrupt auf Reifen und Rad wirken.
Gerade Fahrspuren, harte Kanten und Bodenwellen können kurzfristige Belastungsspitzen erzeugen.
Warum Reifenfülldruck und Tragfähigkeit zusammengehören
Bei einem luftgefüllten Reifen übernimmt nicht nur die Karkasse die Last.
Auch die eingeschlossene Druckluft ist ein wesentlicher Bestandteil der Reifenfunktion.
Karkasse
Hält die konstruktive Form des Reifens und nimmt Kräfte innerhalb der Reifenstruktur auf.
Luftdruck
Unterstützt den Reifen bei der Aufnahme der Radlast.
Aufstandsfläche
Entsteht durch das Zusammenspiel aus Radlast, Karkasse und Reifenfülldruck.
Ein zu niedriger Betriebsdruck kann dazu führen, dass der Reifen unter derselben Last wesentlich stärker verformt wird.
Warum ein Reifen mit zu wenig Luft nicht einfach „weicher fährt“
Ein geringerer Reifenfülldruck erhöht die Reifenverformung.
Das kann zunächst als weichere Bodenanpassung erscheinen, kann aber bei zu geringer Befüllung zu einer technisch ungünstigen Belastung führen.
Mögliche Folgen können sein:
- stärkere Seitenwandverformung
- mehr Walkarbeit
- höhere Karkassenbelastung
- stärkere Verformung bei Bodenstößen
- ungünstige Belastung von Schlauch und Reifen
Der Betriebsdruck muss innerhalb der Vorgaben des Reifen- und Maschinenherstellers liegen.
Warum mehr Luftdruck die Tragfähigkeit nicht beliebig erhöht
Es wäre ebenfalls falsch, bei höherer Maschinenlast einfach immer mehr Luft in den Reifen zu füllen.
Reifen und Felge besitzen konstruktive Grenzen.
Reifengrenze
Karkasse, Wulst und gesamte Reifenkonstruktion sind nur für definierte Last- und Druckbereiche ausgelegt.
Felgengrenze
Auch Felge, Ventil und gegebenenfalls Schlauch müssen für den vorgesehenen Druck geeignet sein.
Ist die notwendige Tragfähigkeit höher als die Freigabe des vorhandenen Reifens, wird eine geeignete Reifenausführung benötigt.
Max PSI und Tragfähigkeit richtig einordnen
Auf der Reifenflanke können Angaben zum maximal zulässigen Reifenfülldruck beziehungsweise zu Lastbedingungen stehen.
Ein maximaler Druckwert ist jedoch nicht automatisch der normale Betriebsdruck für jeden Heuwender.
Maximalwert
Beschreibt eine technische Grenze beziehungsweise einen Wert unter definierten Bedingungen.
Betriebsdruck
Ist der Druck, mit dem der konkrete Reifen bei der vorgesehenen Belastung betrieben werden soll.
Der richtige Betriebsdruck wird anhand der technischen Reifen- und Maschinenvorgaben bestimmt.
Warum Geschwindigkeit die Tragfähigkeit beeinflussen kann
Ein Reifen wird bei jeder Radumdrehung belastet, verformt und anschließend wieder entlastet.
Je schneller das Rad dreht, desto häufiger findet dieser Vorgang innerhalb derselben Zeit statt.
Mehr Umdrehungen
Der Reifen absolviert mehr Belastungszyklen pro Zeiteinheit.
Mehr Walkarbeit
Karkasse und Gummi werden häufiger verformt.
Mehr Wärme
Die thermische Beanspruchung des Reifenmaterials kann steigen.
Die jeweilige Last-Geschwindigkeits-Zuordnung ist den technischen Herstellerdaten zu entnehmen.
Warum Geschwindigkeit gerade bei kleinen Heuwender-Reifen interessant ist
Ein kleines Rad besitzt einen kleinen Abrollumfang.
Für dieselbe zurückgelegte Strecke muss es sich deshalb häufiger drehen als ein großes Rad.
Damit können bereits bei moderaten Fahrgeschwindigkeiten vergleichsweise viele Radumdrehungen entstehen.
Genau deshalb werden kleine Implement-Reifen für ihre jeweiligen Einsatzbedingungen konstruiert.
Arbeitsgeschwindigkeit und Transportgeschwindigkeit unterscheiden
Während der eigentlichen Heuwender-Arbeit wird normalerweise mit einer anderen Geschwindigkeit gefahren als bei Transportbewegungen.
Für den Reifen bedeutet das:
Feldeinsatz
Bodenunebenheiten und dynamische Radlasten können stärker im Vordergrund stehen.
Transport
Höhere Radumdrehungszahlen und längere zusammenhängende Fahrstrecken können stärker ins Gewicht fallen.
Nicht nur die Arbeitsgeschwindigkeit auf dem Feld, sondern auch die zulässigen Transportbedingungen müssen berücksichtigt werden.
Warum ein höheres PR nicht automatisch die beste Lösung für Straßenfahrt ist
Eine höhere Festigkeitsklasse allein ersetzt keine Freigabe für eine bestimmte Geschwindigkeit oder einen bestimmten Transportbetrieb.
Relevant sind weiterhin:
- Reifenkonstruktion
- Last
- Reifenfülldruck
- Geschwindigkeitsfreigabe
- Maschinenfreigabe
Die Geschwindigkeitseignung muss separat aus den entsprechenden technischen Daten hervorgehen.
Was ist der Lastindex?
Bei manchen Reifen wird die Tragfähigkeit zusätzlich oder anstelle einer klassischen PR-Kennzeichnung über einen Load Index beziehungsweise Lastindex beschrieben.
Der Lastindex ist eine codierte Zahl, der eine definierte maximale Reifenlast unter den dafür vorgesehenen Bedingungen zugeordnet wird.
Beide können Informationen über die Belastbarkeit liefern, verwenden jedoch unterschiedliche Kennzeichnungssysteme.
Warum PR und Lastindex gemeinsam auftreten können
Bei manchen Reifenausführungen können sowohl eine traditionelle PR-Angabe als auch moderne Serviceinformationen angegeben sein.
Damit können auf einer Reifenflanke mehrere technische Angaben gleichzeitig stehen.
Nur eine einzelne Zahl herauszugreifen kann wichtige Informationen zu Last, Geschwindigkeit oder Reifenbauart übersehen.
Gleiche Größe bedeutet nicht gleiche Tragfähigkeit
Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Ersatz eines Heuwender-Reifens.
Zwei Reifen können beide beispielsweise 4.00-4 heißen und sich trotzdem unterscheiden bei:
- PR-Klasse
- Lastindex
- Karkassenkonstruktion
- zulässigem Reifenfülldruck
- Geschwindigkeit
- Profil
- Hersteller
Bei der Ersatzbereifung muss deshalb die konkrete technische Ausführung mit betrachtet werden.
Gleiche PR bedeutet ebenfalls nicht automatisch gleiche Tragfähigkeit
Auch zwei Reifen mit derselben PR-Angabe müssen nicht zwingend dieselbe Tragfähigkeit besitzen.
Unterschiede können entstehen durch:
Reifengröße
Ein größerer Reifen kann trotz gleicher PR-Klasse völlig andere Lastwerte besitzen.
Konstruktion
Unterschiedliche Produktlinien können technisch verschieden ausgelegt sein.
Hersteller
Die konkreten technischen Last- und Druckdaten müssen dem jeweiligen Produkt zugeordnet werden.
Benötigt werden mindestens die vollständige Reifengröße und die konkrete Reifenausführung.
Warum die Felge ebenfalls zur Tragfähigkeit gehört
Die Last wird vom Reifen über den Reifenwulst auf die Felge und von dort weiter in Radlagerung und Maschine übertragen.
Die Rad-Reifen-Kombination ist deshalb nur so geeignet wie ihre einzelnen Bauteile.
Reifen
Muss für Größe, Last, Druck und Einsatz geeignet sein.
Felge
Muss geometrisch und hinsichtlich ihrer Belastbarkeit zur vorgesehenen Reifenanwendung passen.
Die komplette Rad-Reifen-Einheit muss technisch für die Anwendung vorgesehen sein.
Warum die Reifenbreite nicht allein die Tragfähigkeit bestimmt
Ein breiterer Reifen wirkt auf den ersten Blick belastbarer als ein schmalerer Reifen.
Die tatsächliche Tragfähigkeit kann daraus jedoch nicht zuverlässig abgeleitet werden.
Sie hängt zusätzlich ab von:
- Karkassenaufbau
- PR beziehungsweise Lastklasse
- Reifenfülldruck
- Reifendurchmesser
- Herstellerkonstruktion
- zulässiger Geschwindigkeit
Warum Reifenoptik keine Tragfähigkeitsangabe ersetzt
Ein Reifen kann robust und massiv aussehen und trotzdem nicht für die tatsächlich benötigte Radlast freigegeben sein.
Umgekehrt kann ein optisch relativ kleiner Reifen eine für seine Anwendung hohe Tragfähigkeit besitzen.
Welche Informationen werden zur Tragfähigkeitsprüfung benötigt?
1. Reifengröße
Die komplette Größenangabe aufnehmen.
2. PR / Lastindex
Vorhandene Tragfähigkeitskennzeichnungen dokumentieren.
3. Hersteller
Marke und Reifenmodell beziehungsweise Profil festhalten.
4. Reifenfülldruck
Die technischen Druckangaben des konkreten Reifens berücksichtigen.
5. Geschwindigkeit
Arbeits- und Transportbedingungen berücksichtigen.
6. Felge
Die vorgesehene Reifen-Felgen-Kombination prüfen.
7. Maschine
Hersteller und exakte Heuwender-Typbezeichnung bestimmen.
8. Radposition
Berücksichtigen, wo und mit welcher Aufgabe das Rad an der Maschine arbeitet.
Beispiel: Warum technische Tabellen genauer sind als die PR-Zahl
Hersteller können innerhalb ihrer technischen Daten für einen Reifen unterschiedliche Lastwerte abhängig von der Geschwindigkeit angeben.
Das Grundprinzip lässt sich so darstellen:
| Technische Angabe | Was sie aussagt | Was sie nicht aussagt |
|---|---|---|
| Reifengröße | Grundlegende geometrische Reifenfamilie | Nicht automatisch die Tragfähigkeit |
| PR | Festigkeits- beziehungsweise Ply-Rating-Klasse | Keine direkte Kilogrammzahl |
| Lastindex / Lastwert | Zulässige Reifenlast unter definierten Bedingungen | Nicht unabhängig von Geschwindigkeit und weiteren Vorgaben |
| Reifenfülldruck | Teil der vorgesehenen Last-Druck-Auslegung | Nicht beliebig erhöhbar |
| Geschwindigkeit | Eine Betriebsbedingung der Lastfreigabe | Nicht durch höhere PR automatisch unbegrenzt |
Warum Herstellerdaten bei kleinen Reifen besonders hilfreich sind
Bei einem Pkw ist die Orientierung über Lastindex und Geschwindigkeitsindex vielen Fahrern vertraut.
Bei kleinen Landwirtschafts- und Implement-Reifen findet man dagegen häufiger traditionelle Angaben wie PR, ergänzt um technische Tabellen.
Dort können beispielsweise aufgeführt sein:
- Reifengröße
- PR
- empfohlene Felge
- Außendurchmesser
- Reifenbreite
- Reifenfülldruck
- Tragfähigkeit bei bestimmten Geschwindigkeiten
Warum man beim Reifenwechsel nicht einfach eine niedrigere PR-Klasse wählen sollte
Ist beispielsweise ein 6-PR-Reifen montiert, sollte nicht allein aufgrund gleicher Größe auf eine niedrigere PR-Ausführung gewechselt werden.
Zunächst muss geklärt werden, ob die alternative Reifenausführung:
- die erforderliche Last tragen darf
- für die Geschwindigkeit geeignet ist
- zum vorgesehenen Reifenfülldruck passt
- für die Felge freigegeben ist
- den Maschinenanforderungen entspricht
Warum man umgekehrt nicht automatisch auf möglichst hohe PR wechseln muss
Auch die Auswahl einer höheren PR-Klasse sollte einen technischen Grund haben.
Ein stärker ausgelegter Reifen kann andere:
- Druckanforderungen
- Karkasseneigenschaften
- Gewichte
- Fahreigenschaften
besitzen.
Warum der Maschinenhersteller eine wichtige Rolle spielt
Der Heuwender wurde konstruktiv für bestimmte Reifen- und Radabmessungen entwickelt.
Die Maschinenunterlagen können deshalb wichtige Hinweise liefern zu:
- vorgesehener Reifengröße
- zulässiger Reifenausführung
- Felge
- Reifenfülldruck
- Transportbedingungen
Für eine sichere Zuordnung sollten beide technischen Vorgaben miteinander vereinbar sein.
Typische Irrtümer zu PR und Tragfähigkeit
| Behauptung | Richtige Einordnung |
|---|---|
| „4 PR bedeutet vier tatsächliche Gewebelagen.“ | Bei modernen Reifen darf PR nicht pauschal als reale Anzahl vorhandener Karkassenlagen verstanden werden. |
| „6 PR kann immer mehr tragen als 4 PR.“ | Nur innerhalb einer konkreten vergleichbaren Reifenausführung kann eine höhere PR-Klasse auf höhere Belastbarkeit hinweisen. Die tatsächlichen Herstellerdaten sind maßgeblich. |
| „6 PR trägt exakt 50 Prozent mehr als 4 PR.“ | Nein. PR ist keine lineare mathematische Tragfähigkeitsformel. |
| „Gleiche Größe bedeutet gleiche Tragfähigkeit.“ | Nein. PR, Konstruktion, Druck und Lastindex können unterschiedlich sein. |
| „Gleiche PR bedeutet gleiche Tragfähigkeit.“ | Nein. Reifengröße und konkrete Reifenkonstruktion müssen ebenfalls berücksichtigt werden. |
| „Mehr Luftdruck erhöht die Tragfähigkeit unbegrenzt.“ | Nein. Reifen und Felge besitzen definierte Last- und Druckgrenzen. |
| „Max PSI ist immer der richtige Betriebsdruck.“ | Nein. Maximalwert und vorgesehener Betriebsdruck sind unterschiedliche Größen. |
| „Die Geschwindigkeit spielt bei einem kleinen Heuwender-Reifen keine Rolle.“ | Doch. Die zulässige Reifenlast kann von der Geschwindigkeit beziehungsweise Betriebsbedingung abhängen. |
| „Maschinengewicht durch Anzahl der Räder ergibt die notwendige Reifen-Tragfähigkeit.“ | Nicht zuverlässig. Bodenunebenheiten und Maschinenbewegungen verändern die Radlast während des Betriebs. |
| „Der breiteste Reifen trägt automatisch am meisten.“ | Nein. Reifenbreite allein bestimmt die Tragfähigkeit nicht. |
So lässt sich ein vorhandener Heuwender-Reifen richtig dokumentieren
Für eine technische Einordnung sind möglichst vollständige Informationen sinnvoll.
Größe
Zum Beispiel 4.00-4 vollständig notieren.
PR
Zum Beispiel 4 PR oder 6 PR dokumentieren.
TT / TL
Schlauch- beziehungsweise Tubeless-Kennzeichnung aufnehmen.
Lastangaben
Vorhandenen Lastindex beziehungsweise weitere Seitenwandangaben fotografieren.
Hersteller
Reifenmarke und Profilbezeichnung erfassen.
Felge
Felgengröße und Bauart dokumentieren.
Maschine
Hersteller und genaue Modellbezeichnung des Heuwenders nennen.
Radposition
Zeigen, wo der Reifen an der Maschine eingesetzt wird.
Heuwender-Reifen bei FT-Reifen
Im FT-Reifen Sortiment finden Sie Heuwender-Reifen in unterschiedlichen Größen, PR-Klassen, Profilen und technischen Ausführungen.
Heuwender-Reifen kaufen Reifen für Heuwender und Kreiselheuer nach Größe und technischer Ausführung auswählen.Häufige Fragen zu PR und Tragfähigkeit bei Heuwender-Reifen
Was bedeutet PR bei einem Heuwender-Reifen?
PR steht für Ply Rating und beschreibt eine Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse. Bei modernen Reifen entspricht die PR-Zahl nicht zwangsläufig der tatsächlichen Anzahl vorhandener Karkassenlagen.
Was bedeutet 4 PR?
4 PR bezeichnet eine bestimmte Ply-Rating-Klasse. Die konkrete Tragfähigkeit kann daraus allein nicht in Kilogramm abgeleitet werden.
Ist 6 PR besser als 4 PR?
Nicht grundsätzlich. Eine höhere PR-Ausführung kann innerhalb einer Reifenfamilie für höhere Belastungen ausgelegt sein, muss aber zur Maschine, Felge, Last, Geschwindigkeit und den Herstellerangaben passen.
Trägt ein 6-PR-Reifen 50 Prozent mehr als ein 4-PR-Reifen?
Nein. PR ist keine lineare Lastformel. Die tatsächlichen Tragfähigkeiten müssen aus den technischen Daten des konkreten Reifens entnommen werden.
Haben alle 4.00-4-Reifen dieselbe Tragfähigkeit?
Nein. Reifen gleicher Größe können sich hinsichtlich PR, Karkasse, Lastindex, Reifenfülldruck und Herstellerkonstruktion unterscheiden.
Warum beeinflusst der Reifenfülldruck die Tragfähigkeit?
Bei einem Luftreifen arbeitet die eingeschlossene Druckluft gemeinsam mit der Karkasse. Ein für die Belastung zu niedriger Druck führt zu einer stärkeren Reifenverformung und kann den Reifen überbeanspruchen.
Kann ich die Tragfähigkeit durch mehr Luftdruck erhöhen?
Nicht beliebig. Reifen und Felge besitzen definierte Last- und Druckgrenzen. Ein ungeeigneter Reifen kann nicht durch zusätzlichen Druck in eine höhere Tragfähigkeitsklasse gebracht werden.
Warum kann sich die zulässige Reifenlast mit der Geschwindigkeit ändern?
Mit steigender Geschwindigkeit nimmt die Anzahl der Belastungs- und Verformungszyklen pro Zeiteinheit zu. Dadurch steigt unter anderem die thermische Beanspruchung. Hersteller können deshalb unterschiedliche Lastwerte für unterschiedliche Geschwindigkeiten vorgeben.
Kann ich die notwendige Reifen-Tragfähigkeit aus dem Gesamtgewicht des Heuwenders berechnen?
Nicht zuverlässig durch einfaches Teilen durch die Anzahl der Räder. Bodenunebenheiten und Maschinenbewegungen können die tatsächliche Belastung einzelner Räder während des Betriebs verändern.
Welche Angaben sind wichtiger als die PR-Zahl allein?
Reifengröße, konkrete Tragfähigkeit beziehungsweise Lastindex, Reifenfülldruck, Geschwindigkeit, Felge, Reifenhersteller und Maschinenfreigabe sollten gemeinsam betrachtet werden.
Technischer Hinweis
Diese FT Wissenswelt erklärt die grundsätzliche Bedeutung von Ply Rating, Tragfähigkeit, Radlast, Reifenfülldruck und Geschwindigkeit bei Heuwender-Reifen. Konkrete Kilogramm-, Druck- oder Geschwindigkeitswerte dürfen nicht allein aus der PR-Angabe abgeleitet werden. Maßgeblich sind immer die technischen Daten des konkreten Reifen-, Felgen- und Maschinenherstellers.
PR zeigt eine Festigkeitsklasse – aber die tatsächliche Tragfähigkeit steht in den technischen Daten
Bei Heuwender-Reifen reicht es nicht, nur auf 4 PR, 6 PR oder 8 PR zu schauen.
Die tatsächliche Belastbarkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Reifengröße, Reifenkonstruktion, PR beziehungsweise Lastindex, Reifenfülldruck und Geschwindigkeit.
Besonders wichtig ist außerdem die tatsächliche Anwendung: Ein Heuwender arbeitet auf unebenem Grünland, wodurch die Belastung der einzelnen kleinen Laufräder während der Fahrt ständig wechseln kann.
Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht: „Welche PR-Zahl ist die höchste?“
Sondern: „Welche Reifenausführung besitzt für genau diese Maschine, Radlast, Felge und Geschwindigkeit die erforderliche Tragfähigkeit?“
FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Produktwissen, Praxiswissen und Herstellerwissen.
FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.
Produktwissen, Praxiswissen, Herstellerwissen und Reifenhandel miteinander verbunden.