Tragfähigkeit bei Gabelstaplerreifen verstehen – Achslast, Lastschwerpunkt und Hubhöhe
FT Wissenswelt – Gabelstaplerreifen
Tragfähigkeit bei Gabelstaplerreifen verstehen – Achslast, Lastschwerpunkt und Hubhöhe
Die Tragfähigkeit eines Gabelstaplerreifens lässt sich nicht allein aus dem Leergewicht des Staplers oder aus dessen nomineller Hubkraft ableiten.
Gabelstapler besitzen eine besondere Gewichtsverteilung. Beim Aufnehmen einer Last verlagern sich große Kräfte auf die Vorderachse. Gleichzeitig verändern Lastschwerpunkt, Hubhöhe, Anbaugeräte und Fahrzeugkonstruktion die tatsächliche Belastung des Staplers.
Für die Reifen bedeutet das: Entscheidend ist nicht nur, wie schwer der Stapler ist, sondern welche Last tatsächlich auf dem einzelnen Rad ankommt und unter welchen Betriebsbedingungen dieser Reifen arbeitet.
Achslast
Vorder- und Hinterachse können völlig unterschiedlich belastet sein.
Radposition
Last-/Antriebsrad und Lenkrad können unterschiedliche zulässige Reifenlasten besitzen.
Lastschwerpunkt
Je weiter die Last nach vorne wirkt, desto größer wird das Lastmoment.
Hubhöhe
Mit steigender Hubhöhe können sich zulässige Fahrzeuglast und Anforderungen an die Stabilität verändern.
Der Stapler muss die Last sicher heben können – und jeder einzelne Reifen muss gleichzeitig für die tatsächliche Radlast und seine Betriebsbedingungen geeignet sein.
Warum ein Gabelstapler seine Reifen anders belastet als ein Pkw
Bei einem Pkw verteilt sich das Fahrzeuggewicht vergleichsweise gleichmäßig auf Vorder- und Hinterachse.
Beim klassischen Gegengewichtsstapler ist das völlig anders.
Die Nutzlast befindet sich vor der Vorderachse. Das schwere Gegengewicht am Fahrzeugheck wirkt dieser Last entgegen.
Vorderachse
Liegt zwischen Last und Gegengewicht und übernimmt bei angehobener beziehungsweise aufgenommener Last einen sehr großen Anteil der Gesamtbelastung.
Hinterachse
Ist Bestandteil des Gegengewichts- und Lenkungskonzepts und kann bei aufgenommener Last deutlich entlastet werden.
Die tatsächliche Radlast muss aus der realen Achslast und Fahrzeugkonfiguration abgeleitet werden.
Was bedeutet Achslast?
Die Achslast beschreibt die Last, die über eine bestimmte Achse auf den Boden übertragen wird.
Besitzt eine Achse zwei Räder, verteilt sich ihre Gesamtlast grundsätzlich auf diese beiden Radpositionen – jedoch nicht unter jeder Fahrsituation zwangsläufig vollkommen gleich.
Leer
Ohne Nutzlast besitzt der Stapler eine bestimmte konstruktive Achslastverteilung.
Beladen
Mit aufgenommener Last steigt die Belastung der Vorderachse typischerweise deutlich.
Dynamisch
Bremsen, Beschleunigen, Kurvenfahrt und Unebenheiten erzeugen zusätzliche Laständerungen.
Nur die unbeladene Achslast zu betrachten wäre bei einem Lastfahrzeug wie dem Gabelstapler nicht ausreichend.
Warum die Vorderreifen besonders hoch belastet werden
Die aufgenommene Last befindet sich beim Gegengewichtsstapler vor der Vorderachse.
Dadurch wirkt ein Hebel.
Je größer und schwerer die Last ist und je weiter ihr Schwerpunkt von der Vorderachse beziehungsweise vom vorgesehenen Lastschwerpunkt entfernt liegt, desto größer wird das entstehende Moment.
Sie können im beladenen Zustand einen erheblichen Anteil aus Eigengewicht und Nutzlast aufnehmen müssen.
Warum das Gegengewicht die Reifenbelastung beeinflusst
Das Gegengewicht am Heck verhindert, dass der Stapler durch die vor der Vorderachse befindliche Last nach vorne kippt.
Es gehört damit wesentlich zur Stabilitätsberechnung des Fahrzeugs.
Ohne Last
Das Heckgewicht sorgt für eine entsprechend hohe Belastung im hinteren Fahrzeugbereich.
Mit Last
Das Lastmoment zieht das Fahrzeug nach vorne und erhöht die Belastung der Vorderachse.
Genau deshalb ist eine Reifenfreigabe für einen Gabelstapler wesentlich komplexer als nur „Reifen kann X Kilogramm tragen“.
Was ist der Lastschwerpunkt?
Der Lastschwerpunkt beschreibt vereinfacht den Punkt, an dem die Masse einer aufgenommenen Last wirkt.
Beim Gabelstapler wird häufig mit einem definierten horizontalen Lastschwerpunkt gearbeitet.
Die Nenntragfähigkeit des Staplers gilt nur unter den dafür vorgesehenen Bedingungen.
Kompakte Last
Der Schwerpunkt liegt vergleichsweise nah am Gabelrücken beziehungsweise vorgesehenen Bezugspunkt.
Lange Last
Der Schwerpunkt kann weiter nach vorne wandern.
Ungleichmäßige Last
Eine ungünstige Gewichtsverteilung kann den tatsächlichen Schwerpunkt zusätzlich verschieben.
Dadurch kann die tatsächlich zulässige Hubkapazität des Staplers sinken.
Warum 2.500 kg Nenntragfähigkeit nicht bedeutet, dass jede 2.500-kg-Last gehoben werden darf
Eine nominelle Staplertragfähigkeit gilt immer für bestimmte technische Bedingungen.
Dazu gehören beispielsweise:
- definierter Lastschwerpunkt
- bestimmte Hubhöhe
- vorgesehene Mastkonfiguration
- bestimmte Anbaugeräte
- vorgesehene Bereifung
Deshalb ist das Traglastdiagramm beziehungsweise Typenschild des konkreten Staplers maßgeblich.
Warum die Hubhöhe die Tragfähigkeit beeinflussen kann
Mit zunehmender Hubhöhe befindet sich die Last weiter über dem Boden.
Damit steigen die Anforderungen an die Stabilität des Gesamtsystems aus Fahrzeug, Mast, Last und Bereifung.
Niedrige Hubhöhe
Der Schwerpunkt der aufgenommenen Last befindet sich relativ niedrig.
Große Hubhöhe
Der Gesamtschwerpunkt des Systems kann ungünstiger werden.
Resttragfähigkeit
Je nach Fahrzeug kann die zulässige Last bei großen Hubhöhen sinken.
Selbst besonders hoch belastbare Reifen ändern nichts an den konstruktiven Tragfähigkeits- und Stabilitätsgrenzen des Fahrzeugs.
Was bedeutet Resttragfähigkeit?
Die Resttragfähigkeit beschreibt vereinfacht, welche Last ein konkret ausgerüsteter Stapler unter bestimmten Bedingungen tatsächlich noch sicher heben darf.
Sie kann beeinflusst werden durch:
- Hubhöhe
- Lastschwerpunkt
- Mast
- Anbaugeräte
- Gabelausführung
- Fahrzeugkonfiguration
Sie darf nicht mit der maximalen Tragfähigkeit des einzelnen Reifens verwechselt werden.
Anbaugeräte können die Lastverhältnisse verändern
Seitenschieber, Zinkenverstellgeräte, Klammern oder andere Anbaugeräte besitzen Eigengewicht und können den Lastschwerpunkt verändern.
Dadurch kann sich auch die tatsächlich zulässige Last des Staplers ändern.
Die Fahrzeugfreigabe und das Traglastdiagramm müssen die konkrete Ausrüstung berücksichtigen.
Wie wirkt sich das auf die Reifen aus?
Ändert sich die Lastverteilung des Staplers, ändert sich auch die Belastung der Reifen.
Radlast
Der einzelne Reifen muss seine tatsächliche Last sicher aufnehmen können.
Verformung
Je nach Reifenbauart verändert hohe Last die Materialbeanspruchung.
Wärme
Hohe Last erhöht bei intensiver Fahrt häufig auch die Wärmeentwicklung.
Verschleiß
Hohe Lasten und starke Kräfte können den Profil- beziehungsweise Laufflächenverschleiß erhöhen.
Load Wheel und Steer Wheel – warum Reifenhersteller unterscheiden
In technischen Tabellen für Gabelstaplerreifen findet man häufig unterschiedliche Tragfähigkeitsangaben für Load Wheel und Steer Wheel.
Load Wheel
Bezeichnet die stärker lasttragende Radposition beziehungsweise bei klassischen Gegengewichtsstaplern typischerweise die Vorderachsposition.
Steer Wheel
Bezeichnet die Lenkposition, die aufgrund ihrer intensiven Seitenbewegungen unter anderen Betriebsbedingungen arbeitet.
Die Tragfähigkeitsangabe muss passend zur tatsächlichen Radposition gelesen werden.
Warum das Lenkrad teilweise eine niedrigere zulässige Reifenlast besitzt
Ein Lenkrad wird nicht nur vertikal belastet.
Beim Rangieren wirken starke seitliche Kräfte und hohe Scherbewegungen auf Reifen und Lauffläche.
Besonders beim:
- engen Wenden
- Lenken bei geringer Geschwindigkeit
- Richtungswechsel
- Fahren auf griffigen Hallenböden
entstehen zusätzliche Belastungen.
Radposition und Bewegungsart gehören zur technischen Auslegung des Reifens.
Warum Geschwindigkeit die zulässige Reifenlast beeinflussen kann
Hersteller geben bei Industrie- und Staplerreifen Tragfähigkeiten häufig abhängig von der maximalen Geschwindigkeit an.
Der Grund ist die Wärmeentwicklung.
Mehr Geschwindigkeit
Der Reifen wird innerhalb derselben Zeit häufiger verformt.
Mehr Materialarbeit
Gummi und Reifenstruktur arbeiten intensiver.
Mehr Wärme
Die thermische Beanspruchung steigt.
Bei der Reifenwahl müssen deshalb die technischen Herstellerdaten der konkreten Ausführung verwendet werden.
Vollgummireifen: Tragfähigkeit ohne Luftdruck
Bei einem Vollgummi- beziehungsweise Superelastikreifen gibt es keinen Reifenfülldruck.
Die Tragfähigkeit ergibt sich aus:
- Reifengröße
- Materialaufbau
- Reifenkonstruktion
- Radposition
- zulässiger Geschwindigkeit
- Einsatzintensität
- Herstellerfreigabe
Auch ein Vollgummireifen besitzt klare Last- und Betriebsgrenzen.
Warum Überlastung bei Vollgummireifen Wärme erzeugt
Unter hoher Last wird der massive elastische Reifen bei jeder Radumdrehung stärker beansprucht.
Diese Materialbewegung erzeugt Wärme.
Bei dauerhaft hoher Last in Verbindung mit:
- langer Fahrstrecke
- hoher Fahrintensität
- höherer Geschwindigkeit
- wenigen Abkühlphasen
kann die thermische Belastung erheblich steigen.
Deshalb müssen Last und Einsatzintensität gemeinsam betrachtet werden.
Industrie-Luftreifen: Tragfähigkeit und Reifenfülldruck gehören zusammen
Bei Industrie-Luftreifen übernimmt die Druckluft einen wichtigen Teil der Lastaufnahme.
Deshalb gehört zur Tragfähigkeitsbeurteilung immer der vorgesehene Reifenfülldruck.
Zu wenig Druck
Der Reifen verformt sich stärker und kann für die tatsächliche Last thermisch und strukturell überbeansprucht werden.
Passender Druck
Der Reifen arbeitet innerhalb der vom Hersteller vorgesehenen Last-Druck-Auslegung.
Die maximal zulässige Belastung der Reifenkonstruktion darf nicht durch eigenmächtige Druckerhöhung überschritten werden.
Press-On-Bandagen besitzen ebenfalls definierte Tragfähigkeiten
Auch Stahl- beziehungsweise Press-On-Bandagen besitzen herstellerseitig festgelegte Lastgrenzen.
Einfluss haben unter anderem:
- Bandagengröße
- Breite
- Konstruktion
- Compound
- Radposition
- Geschwindigkeit
Die Verbindung zwischen Elastomer, Stahlband und Radkörper muss innerhalb ihrer vorgesehenen Last- und Temperaturbedingungen arbeiten.
Warum Nenntragfähigkeit des Staplers und Reifenlast nicht identisch sind
Ein Stapler mit beispielsweise 3.000 kg Nenntragfähigkeit benötigt nicht einfach Reifen mit jeweils 750 kg Tragfähigkeit.
Diese Rechnung wäre technisch falsch.
Zusätzlich wirken:
- Fahrzeugeigengewicht
- Gegengewicht
- unterschiedliche Achslastverteilung
- Nutzlast vor der Vorderachse
- Lastschwerpunkt
- dynamische Kräfte
Die Nenntragfähigkeit des Staplers ist keine Formel zur Berechnung der erforderlichen Reifenlast.
Warum auch leer gefahrene Stapler hohe Reifenlasten haben
Ein unbeladener Gabelstapler ist kein leichtes Fahrzeug.
Das Gegengewicht sorgt gerade bei Gegengewichtsstaplern für ein hohes Eigengewicht.
Die Lastverteilung verschiebt sich lediglich. Deshalb müssen sowohl beladener als auch unbeladener Betriebszustand für die richtige Reifenauslegung berücksichtigt werden.
Kurvenfahrt verändert die Radlast zusätzlich
Beim Lenken entstehen dynamische Lastverschiebungen.
Diese werden beeinflusst durch:
- Fahrgeschwindigkeit
- Kurvenradius
- Fahrzeughöhe
- Hubhöhe der Last
- Lastgewicht
- Fahrbahnzustand
Reifen und Fahrzeug sind für definierte Betriebsbedingungen ausgelegt, die eingehalten werden müssen.
Warum die Last möglichst niedrig transportiert wird
Eine hoch angehobene Last erhöht den Gesamtschwerpunkt des Staplers.
Das verschlechtert die Stabilitätsreserve und verstärkt die Auswirkungen dynamischer Bewegungen.
Sie beeinflusst das gesamte Stabilitätsverhalten des Fahrzeugs und damit indirekt auch die Belastung der Rad-Reifen-Einheit.
Warum ein größerer Reifen nicht automatisch mehr tragen darf
Reifengröße und Tragfähigkeit hängen zwar zusammen, aber nicht ausschließlich.
Auch folgende Punkte sind entscheidend:
Konstruktion
Zwei Reifen gleicher Größe können technisch unterschiedlich aufgebaut sein.
Compound
Bei Vollgummi und Bandagen können Mischungen für unterschiedliche Betriebsbedingungen ausgelegt sein.
Radposition
Load Wheel und Steer Wheel können unterschiedliche zulässige Belastungen besitzen.
Die zulässige Belastung muss im technischen Datenblatt des konkreten Reifenmodells geprüft werden.
Warum gleiche Reifengröße nicht gleiche Tragfähigkeit bedeutet
Ein 7.00-12-Industrie-Luftreifen und ein 7.00-12-Vollgummireifen gehören zur gleichen Größenfamilie, können aber völlig unterschiedliche Tragfähigkeitsdaten besitzen.
Selbst innerhalb derselben Bauart können Unterschiede entstehen durch:
- PR-Ausführung
- Karkassenkonstruktion
- Vollgummiaufbau
- Hersteller
- Produktlinie
- Geschwindigkeitsfreigabe
Für die technische Auswahl muss die konkrete Reifenausführung bekannt sein.
Doppelbereifung verändert die Lastverteilung
Bei entsprechenden größeren Staplern können auf einer Achse Doppelräder verwendet werden.
Dadurch verteilt sich die Achslast auf mehr Reifen – allerdings nur innerhalb der konstruktiv vorgesehenen Rad- und Reifenanordnung.
Es gelten die Lastdaten des konkreten Reifens und die Freigabe des Stapler- beziehungsweise Reifenherstellers.
Warum der richtige Reifen auch zur Felge passen muss
Eine ausreichende Reifentragfähigkeit allein reicht nicht.
Auch die Felge beziehungsweise das Rad muss für:
- Reifengröße
- Radlast
- Reifenbauart
- Reifenfülldruck bei Luftreifen
- Montagesystem
geeignet sein.
Reifen, Felge, Radbefestigung und Stapler bilden gemeinsam die tragende Einheit.
Welche Angaben werden für die Reifen-Tragfähigkeitsprüfung benötigt?
1. Staplertyp
Hersteller und genaue Fahrzeugbezeichnung bestimmen.
2. Reifengröße
Vorhandene Größen vollständig aufnehmen.
3. Reifenbauart
Vollgummi, Industrie-Luftreifen oder Bandage unterscheiden.
4. Radposition
Last-/Antriebsrad oder Lenkrad bestimmen.
5. Achslast
Die relevante maximale Belastung berücksichtigen.
6. Geschwindigkeit
Den tatsächlichen beziehungsweise zulässigen Betriebsbereich beachten.
7. Einsatz
Fahrstrecke, Betriebsdauer und Untergrund berücksichtigen.
8. Herstellerdaten
Die Tragfähigkeit des konkreten Reifenmodells prüfen.
Die Stapler-Reifentragfähigkeit niemals schätzen
Bei der Auswahl eines Staplerreifens sollte nicht nach folgendem Prinzip gearbeitet werden:
- „Der alte Reifen sah genauso groß aus.“
- „Der Stapler hebt 2,5 Tonnen, also reicht das.“
- „Der Vollgummireifen wirkt massiv genug.“
- „Der Reifen sitzt auf der Felge, also passt er.“
Die erforderliche Last muss zur tatsächlichen Radposition und den Betriebsbedingungen passen.
Warum die Tragfähigkeitsangabe auf dem Datenblatt wichtiger ist als die Optik
Zwei Staplerreifen können nahezu identisch aussehen und trotzdem unterschiedliche Belastungsgrenzen besitzen.
Das technische Datenblatt kann unter anderem unterscheiden nach:
- Reifengröße
- Load Wheel
- Steer Wheel
- Geschwindigkeit
- Reifentyp
- Compound
- Fahrzeugart
Die sichtbare Reifenform verrät nicht, welche Belastung der Hersteller für den konkreten Einsatz freigegeben hat.
Gabelstaplerreifen bei FT-Reifen
Im FT-Reifen Sortiment finden Sie Gabelstaplerbereifung für unterschiedliche Lastklassen, Reifensysteme und Einsatzbedingungen.
Gabelstapler-Reifen kaufen Vollgummi-, Industrie-Luft- und weitere Staplerbereifungen passend zu unterschiedlichen Fahrzeugen und Belastungsanforderungen entdecken.Häufige Fragen zur Tragfähigkeit von Gabelstaplerreifen
Wie bestimmt man die notwendige Tragfähigkeit eines Gabelstaplerreifens?
Entscheidend ist die tatsächliche Rad- beziehungsweise Achslast in der relevanten Fahrzeugkonfiguration. Zusätzlich müssen Radposition, Geschwindigkeit, Reifenbauart und Herstellerangaben berücksichtigt werden.
Kann man das Staplergewicht einfach durch vier teilen?
Nein. Beim Gegengewichtsstapler unterscheiden sich Vorder- und Hinterachslast erheblich und verändern sich zusätzlich beim Aufnehmen einer Last.
Warum werden Load Wheel und Steer Wheel getrennt angegeben?
Lasttragende und lenkende Radpositionen arbeiten unter unterschiedlichen Belastungen. Deshalb können Hersteller für denselben Reifen unterschiedliche zulässige Lasten angeben.
Was hat der Lastschwerpunkt mit der Tragfähigkeit zu tun?
Je weiter der Schwerpunkt einer Last nach vorne wandert, desto größer wird das Lastmoment. Dadurch kann die tatsächlich zulässige Hubkapazität des Staplers sinken.
Warum kann die zulässige Tragfähigkeit bei großer Hubhöhe sinken?
Mit steigender Hubhöhe verändert sich die Stabilität des Gesamtsystems. Die zulässige Resttragfähigkeit richtet sich deshalb nach dem konkreten Stapler, Mast, Lastschwerpunkt und der Fahrzeugkonfiguration.
Trägt ein Vollgummireifen automatisch mehr als ein Luftreifen?
Nein. Die zulässige Belastung hängt vom konkreten Reifenmodell, der Größe, Konstruktion, Radposition, Geschwindigkeit und Herstellerfreigabe ab.
Kann man einen zu schwachen Luftreifen durch mehr Reifenfülldruck tragfähiger machen?
Nein. Reifen und Felge besitzen definierte Belastungs- und Druckgrenzen. Ein für die erforderliche Last ungeeigneter Reifen muss durch eine geeignete Ausführung ersetzt werden.
Warum beeinflusst Geschwindigkeit die Reifen-Tragfähigkeit?
Mit steigender Geschwindigkeit erhöht sich die Zahl der Verformungszyklen und damit die Wärmeentwicklung im Reifen. Hersteller berücksichtigen dies bei ihren Lasttabellen.
Reicht die Reifengröße zur Beurteilung der Tragfähigkeit?
Nein. Zwei Reifen derselben Größe können je nach Bauart, Hersteller, PR, Compound und Radposition unterschiedliche zulässige Belastungen besitzen.
Technischer Hinweis
Diese FT Wissenswelt erklärt die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Staplertragfähigkeit, Achslast, Radlast, Lastschwerpunkt, Hubhöhe und Reifentragfähigkeit. Sie ersetzt keine Traglastberechnung oder Fahrzeugfreigabe. Maßgeblich sind immer das Typenschild beziehungsweise Traglastdiagramm des konkreten Gabelstaplers sowie die technischen Tragfähigkeitsdaten des Reifen-, Felgen- und Fahrzeugherstellers.
Bei Staplerreifen zählt nicht nur, wie schwer der Stapler ist – sondern wo die Last tatsächlich wirkt
Die besondere Konstruktion eines Gegengewichtsstaplers sorgt dafür, dass Vorder- und Hinterreifen völlig unterschiedliche Aufgaben und Belastungen übernehmen.
Lastschwerpunkt, Hubhöhe, Anbaugeräte und Nutzlast verändern zusätzlich die Kräfte innerhalb des Fahrzeugs.
Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht: „Wie viel wiegt der Stapler?“ Sondern: „Welche tatsächliche Radlast muss dieser Reifen an dieser Position und unter diesen Betriebsbedingungen tragen?“
Erst wenn Reifenbauart, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit, Felge und Staplerfreigabe zusammenpassen, ist die Rad-Reifen-Kombination technisch richtig ausgewählt.
FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Produktwissen, Praxiswissen und Herstellerwissen.
FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.
Produktwissen, Praxiswissen, Herstellerwissen und Reifenhandel miteinander verbunden.