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SUV-Ganzjahresreifen bei Nässe und Schneematsch – Reifenbreite, Profilvolumen und Wasserverdrängung

FT Wissenswelt – SUV & Offroad Ganzjahresreifen

SUV-Ganzjahresreifen bei Nässe und Schneematsch – wie Wasserverdrängung funktioniert

Ganzjahresreifen auf SUV müssen bei sehr unterschiedlichen Nässebedingungen funktionieren: sommerlichem Starkregen, kalter Winternässe, tiefen Wasserfilmen und Schneematsch. Dabei entscheidet nicht nur die Reifenbreite, sondern vor allem das Zusammenspiel aus Profilrillen, Profilvolumen, Profilgeometrie, Profiltiefe, Reifenfülldruck und Geschwindigkeit.

Gerade breite SUV-Reifen werden beim Thema Aquaplaning häufig pauschal beurteilt. Technisch ist die Sache komplexer. Ein breiter Reifen kann andere Anforderungen an die Wasserverdrängung stellen, aber die tatsächliche Nässeleistung hängt immer vom gesamten Reifenkonzept und den konkreten Fahrbedingungen ab.

Profilrillen

Sie nehmen Wasser auf und unterstützen dessen Ableitung aus der Aufstandsfläche.

Profilvolumen

Je nach Profiltiefe und Geometrie steht unterschiedlich viel Raum zur Aufnahme und Ableitung von Wasser oder Schneematsch zur Verfügung.

Geschwindigkeit

Mit zunehmendem Tempo muss das Reifenprofil innerhalb immer kürzerer Zeit große Wassermengen verarbeiten.

Aquaplaning lässt sich nicht allein aus der Reifenbreite ableiten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Wasserhöhe, Geschwindigkeit, Profil, Profiltiefe, Reifenbreite, Belastung und Reifenfülldruck.

Was bei Nässe zwischen Reifen und Fahrbahn passiert

Warum muss Wasser aus der Aufstandsfläche verdrängt werden?

Ein Reifen kann Brems-, Antriebs- und Seitenkräfte nur dann zuverlässig übertragen, wenn ausreichend Kontakt zur Fahrbahn besteht.

Liegt Wasser auf der Straße, muss dieses beim Einlaufen in die Aufstandsfläche möglichst schnell aufgenommen und über das Profilsystem weitergeleitet werden.

  • Längsrillen können größere Wassermengen aufnehmen und in Umfangsrichtung weiterleiten.
  • Querrillen unterstützen die Ableitung in Richtung der Profilaußenseiten.
  • Offene Schulterbereiche können das Austreten von Wasser aus der Aufstandsfläche erleichtern.

Welche Aufgabe haben Längsrillen?

Längsrillen bilden große Kanäle in Umfangsrichtung. Wie leistungsfähig sie Wasser aufnehmen und weiterleiten können, hängt unter anderem von ihrer Breite, Tiefe, Anzahl und Verbindung mit anderen Profilrillen ab.

Warum sind Querrillen ebenfalls wichtig?

Wasser muss nicht nur innerhalb des Profils bewegt, sondern möglichst schnell aus der Aufstandsfläche herausgeführt werden. Querrillen und seitliche Profilöffnungen unterstützen diesen Abfluss.

Eine gute Nässefunktion entsteht deshalb nicht allein durch möglichst breite Längsrillen, sondern durch das gesamte Entwässerungssystem des Profils.

Aquaplaning – wenn der Reifen nicht mehr genug Wasser verdrängen kann

Was bedeutet Aquaplaning?

Beim Aquaplaning kann sich zwischen Reifen und Fahrbahn ein Wasserkeil beziehungsweise Wasserfilm aufbauen. Der direkte Kontakt des Reifens zur Straßenoberfläche nimmt dabei ab und kann unter ungünstigen Bedingungen weitgehend verloren gehen.

Dadurch können:

  • Lenkkräfte
  • Bremskräfte
  • Antriebskräfte
  • Seitenführungskräfte

nur noch stark eingeschränkt übertragen werden.

Aquaplaning bedeutet nicht einfach nur „weniger Grip im Regen“. Entscheidend ist der zunehmende Verlust des direkten Kontakts zwischen Reifen und Fahrbahn durch Wasser.

Warum steigt das Aquaplaningrisiko mit der Geschwindigkeit?

Mit höherer Geschwindigkeit muss das Reifenprofil innerhalb kürzerer Zeit größere Wassermengen verarbeiten.

Reicht die mögliche Wasserverdrängung unter den jeweiligen Bedingungen nicht mehr aus, kann sich vor und unter dem Reifen zunehmend Wasser aufbauen.

Geschwindigkeit gehört deshalb zu den wichtigsten unmittelbar beeinflussbaren Faktoren bei Starkregen und tiefem Wasser.

Warum ist die Wassertiefe entscheidend?

Ein dünner Wasserfilm stellt andere Anforderungen als eine tiefe Pfütze oder stehendes Wasser in einer Fahrspur.

Je größer die Wassermenge ist, desto mehr muss das Profil innerhalb kurzer Zeit aufnehmen und ableiten.

Kann jeder Reifen aquaplanen?

Ja. Auch ein neuer Reifen mit leistungsfähigem Nässeprofil kann bei ausreichend hoher Geschwindigkeit und entsprechender Wassertiefe seine Wasserverdrängungsgrenze erreichen.

Es gibt keinen Straßenreifen, der unabhängig von Geschwindigkeit und Wasserhöhe gegen Aquaplaning geschützt ist.

Reifenbreite – warum breit nicht automatisch schlecht bei Nässe bedeutet

Aquaplanen breite SUV-Reifen grundsätzlich früher?

Breite Reifen können bei vergleichbaren Bedingungen andere Anforderungen an die Wasserverdrängung stellen als schmalere Dimensionen.

Aus der nominellen Reifenbreite allein lässt sich jedoch keine zuverlässige Aquaplaning-Grenze ableiten.

Die reale Nässeleistung hängt gleichzeitig ab von:

  • Profilgestaltung
  • Profiltiefe
  • Reifenkontur
  • Form der Aufstandsfläche
  • Reifenfülldruck
  • Fahrzeuglast
  • Wassertiefe
  • Geschwindigkeit
„Breiter Reifen = schlechtes Aquaplaningverhalten“ ist deshalb technisch zu pauschal.

Warum können moderne breite Reifen trotzdem gute Nässeeigenschaften besitzen?

Reifenhersteller können breite Dimensionen mit entsprechend ausgelegten Entwässerungssystemen entwickeln.

Dazu gehören beispielsweise große Längsrillen, Querrillen, offene Schulterbereiche und eine gezielt auf die jeweilige Dimension abgestimmte Profilkontur.

Ist ein schmalerer Reifen immer sicherer bei Regen?

Nein. Auch ein schmalerer Reifen kann durch geringe Profiltiefe, ungünstige Bedingungen, falschen Reifenfülldruck oder zu hohe Geschwindigkeit an seine Grenzen kommen.

Die Reifenbreite ist ein Einflussfaktor – aber nicht die alleinige Erklärung für Nässe- oder Aquaplaningverhalten.

Profilvolumen und Profiltiefe – wie Verschleiß die Wasserverdrängung verändert

Was bedeutet Profilvolumen?

Vereinfacht beschreibt das Profilvolumen den verfügbaren Raum innerhalb der Profilrillen und Zwischenräume.

Dieser Raum kann beim Abrollen kurzfristig Wasser oder Schneematsch aufnehmen und weiterleiten.

Warum nimmt das Profilvolumen mit dem Verschleiß ab?

Mit sinkender Profiltiefe werden die Rillen flacher. Dadurch steht weniger Raum zur Verfügung, um Wasser oder Schneematsch aufzunehmen und abzuleiten.

Genau deshalb verändert sich die Nässeleistung eines Reifens mit zunehmendem Verschleiß – auch wenn die gesetzliche Mindestprofiltiefe noch nicht erreicht ist.

Ist nur die Profiltiefe entscheidend?

Nein. Zwei Reifen mit derselben Profiltiefe können unterschiedliche Profilstrukturen und damit unterschiedliche Voraussetzungen für die Wasserverdrängung besitzen.

Entscheidend sind zusätzlich beispielsweise:

  • Rillenbreite
  • Rillenverlauf
  • offener Profilanteil
  • Verbindung der Entwässerungskanäle
  • Profilkontur

Warum wird Verschleiß bei Starkregen besonders relevant?

Bei tiefem Wasser muss das Profil innerhalb sehr kurzer Zeit große Wassermengen verarbeiten. Ein durch Verschleiß reduziertes Profilvolumen kann sich unter solchen Bedingungen stärker bemerkbar machen als auf einer lediglich feuchten Fahrbahn.

Ist die gesetzliche Mindestprofiltiefe eine Empfehlung für optimale Nässeleistung?

Nein. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beschreibt eine rechtliche Verschleißgrenze.

Sie bedeutet nicht, dass der Reifen bis zu diesem Punkt dieselben Nässe-, Aquaplaning- oder Wintereigenschaften wie im Neuzustand besitzt.

Reifenleistung verändert sich kontinuierlich mit dem Verschleiß – nicht erst beim Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe.

Schneematsch – wenn Wasser und Schnee gleichzeitig verarbeitet werden müssen

Warum ist Schneematsch anders als reines Wasser?

Schneematsch besteht nicht nur aus Flüssigkeit. Er enthält gleichzeitig Wasser und feste beziehungsweise teilverdichtete Schneebestandteile.

Schneematsch enthält neben Wasser auch feste und teilverdichtete Schneebestandteile, die Profilräume anders beanspruchen als reines Wasser und sich darin verdichten können.

Das Profil muss diese Mischung aufnehmen, verdrängen und wieder aus seinen Rillen freigeben.

Warum kann Schneematsch die Profilräume stark beanspruchen?

Die festen Schneebestandteile können sich in Profilrillen und Zwischenräumen sammeln und verdichten. Gleichzeitig muss flüssiges Wasser aus der Aufstandsfläche abgeführt werden.

Schneematsch stellt deshalb gleichzeitig Anforderungen an Wasserverdrängung, Schneeverarbeitung und Profilselbstreinigung.

Kann ein Fahrzeug auch auf Schneematsch aufschwimmen?

Bei einer ausreichend tiefen Schicht aus Wasser und Schneematsch kann der direkte Fahrbahnkontakt ebenfalls deutlich reduziert werden.

Für den Fahrer kann sich das durch eingeschränkte:

  • Lenkbarkeit
  • Bremswirkung
  • Seitenführung

bemerkbar machen.

Schneematsch sollte deshalb nicht einfach als „weicher Schnee“ betrachtet werden. Insbesondere Geschwindigkeit und Schichtdicke können die Fahrsituation erheblich verändern.

Warum Ganzjahresreifen Nässe und Winterfunktion miteinander verbinden müssen

Welche unterschiedlichen Bedingungen muss ein Ganzjahresreifen bewältigen?

Ganzjahresreifen werden über einen sehr breiten Temperatur- und Einsatzbereich genutzt.

Dazu können gehören:

  • warmer Sommerregen
  • Starkregen
  • kalte Winternässe
  • Schnee
  • Schneematsch
  • trockene Fahrbahn bei hohen Temperaturen

Warum können Wasserverdrängung und Profilstabilität unterschiedliche Anforderungen stellen?

Große und offene Profilrillen schaffen Raum für Wasser und Schneematsch.

Gleichzeitig bedeutet ein höherer offener Profilanteil, dass die verbleibenden Profilblöcke weiterhin ausreichend stabil sein müssen.

Das ist wichtig für:

  • Bremsen
  • Kurvenfahrt
  • Lenkpräzision
  • Autobahngeschwindigkeit
  • hohe SUV-Achslasten
Ganzjahresreifen müssen deshalb Wasserverdrängung, Winterfunktion und Straßenstabilität in einem Reifenkonzept miteinander verbinden.

Warum können SUV zusätzliche Anforderungen stellen?

Je nach Fahrzeug können hohe Fahrzeugmassen, Achslasten, große Reifendimensionen und hohe Fahrleistungen zusammenkommen.

Das Profil muss trotz seiner für Wasser und Schnee notwendigen Öffnungen ausreichend stabil bleiben.

Bei SUV können Ganzjahresreifen deshalb deutlich andere Anforderungen erfüllen müssen als bei klassischen PKW. Entscheidend sind Fahrzeug, Achslast, Dimension und Einsatzprofil.

Reifenfülldruck, Fahrzeuglast und Nässe

Warum spielt der Reifenfülldruck bei Nässe eine Rolle?

Der Reifenfülldruck beeinflusst unter anderem Reifenkontur, Verformung, Aufstandsfläche, Tragfähigkeit, Lenkverhalten und Wärmeentwicklung.

Ein deutlich falscher Betriebsdruck verändert damit auch die Arbeitsbedingungen des Profils.

Kann zu niedriger Reifenfülldruck das Fahrverhalten bei Nässe verändern?

Ja. Ein deutlich zu niedriger Betriebsdruck verändert die Reifenkontur und das Verformungsverhalten.

Wie stark sich das beim konkreten Reifen auf Nässe und Aquaplaning auswirkt, hängt von Dimension, Last und Reifenkonstruktion ab.

Für den Straßenbetrieb ist deshalb der fahrzeugbezogene Reifenfülldruck maßgeblich – nicht eine pauschale Druckänderung für Regen.

Muss bei einem beladenen SUV der Reifenfülldruck angepasst werden?

Viele Fahrzeughersteller geben für unterschiedliche Beladungszustände entsprechende Reifenfülldrücke vor. Diese fahrzeugbezogenen Angaben sollten berücksichtigt werden.

Warum ist das bei Ganzjahresreifen besonders wichtig?

Ein Ganzjahresreifensatz kann innerhalb eines Jahres sehr unterschiedliche Bedingungen erleben: Sommerhitze, Winterkälte, Urlaubsbeladung, Anhängerbetrieb, Starkregen und Schnee.

Der Reifenfülldruck bleibt deshalb ein grundlegender Betriebsparameter und sollte regelmäßig sowie passend zum Fahrzeug und Beladungszustand kontrolliert werden.

Allrad, Bremsen und Lenken bei Nässe

Hilft Allrad gegen Aquaplaning?

Nein. Allrad kann die Traktion beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen, indem Antriebskräfte auf mehrere Räder beziehungsweise Achsen verteilt werden.

Die Fähigkeit des Reifenprofils, Wasser aus der Aufstandsfläche zu verdrängen, wird dadurch jedoch nicht ersetzt.

Allrad kann die Kraftübertragung beim Vortrieb unterstützen – gegen eine überforderte Wasserverdrängung des Reifenprofils hilft es nicht.

Warum ist Nassbremsen nicht dasselbe wie Aquaplaning?

Beim normalen Nassbremsen besitzt der Reifen weiterhin direkten Kontakt zur Fahrbahn. Die verfügbaren Reibwerte unterscheiden sich jedoch von trockener Fahrbahn.

Beim Aquaplaning kann der direkte Fahrbahnkontakt dagegen teilweise oder weitgehend verloren gehen.

Warum kann ein Reifen gut auf nasser Straße bremsen und trotzdem aquaplanen?

Nassbremsen und Wasserverdrängung sind unterschiedliche technische Disziplinen.

Ein Reifen kann auf einer gleichmäßig nassen Fahrbahn gute Bremsleistungen erreichen und bei tiefem Wasser, hoher Geschwindigkeit oder stark reduziertem Profil trotzdem an seine Aquaplaninggrenze kommen.

Gute Nasshaftung bedeutet deshalb nicht automatisch unbegrenzte Aquaplaningreserven.

Warum wird Lenken bei starkem Aquaplaning schwierig?

Auch Seitenführung entsteht über den Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn.

Verringert sich dieser Kontakt stark, können Lenk- und Seitenführungskräfte nur noch eingeschränkt übertragen werden.

Nässe, Schneematsch und Wasserverdrängung technisch im Überblick

Einfluss Technische Wirkung Wichtige Einordnung
Profilrillen Nehmen Wasser auf und unterstützen dessen Ableitung aus der Aufstandsfläche. Breite, Tiefe, Verlauf und Vernetzung sind wichtig.
Profilvolumen Bestimmt mit, wie viel Wasser oder Schneematsch kurzfristig aufgenommen werden kann. Nimmt mit zunehmendem Verschleiß ab.
Profiltiefe Beeinflusst die verfügbare Tiefe der Entwässerungskanäle. Nässeeigenschaften verändern sich bereits vor Erreichen der gesetzlichen Mindestgrenze.
Reifenbreite Beeinflusst Geometrie und Arbeitsbedingungen der Aufstandsfläche. Ist nur einer von mehreren Faktoren beim Aquaplaning.
Geschwindigkeit Erhöht die innerhalb kurzer Zeit zu verarbeitende Wassermenge. Einer der wichtigsten unmittelbar beeinflussbaren Faktoren.
Wassertiefe Bestimmt wesentlich die vorhandene Wassermenge unter und vor dem Reifen. Tiefes stehendes Wasser erhöht die Anforderungen deutlich.
Schneematsch Kombiniert Wasser mit festen und teilverdichteten Schneebestandteilen. Verlangt Wasserableitung und Schneeverarbeitung gleichzeitig.
Reifenfülldruck Beeinflusst Kontur und Verformungsverhalten des Reifens. Maßgeblich sind die fahrzeugbezogenen Vorgaben.
Allrad Kann Antriebskräfte auf mehrere Räder beziehungsweise Achsen verteilen. Ersetzt nicht die Wasserverdrängung durch das Reifenprofil.

Typische Irrtümer zu SUV-Ganzjahresreifen bei Nässe und Schneematsch

Behauptung Richtige Einordnung
„Breite SUV-Reifen aquaplanen immer früher.“ Zu pauschal. Reifenbreite ist ein Einflussfaktor, aber Profil, Profiltiefe, Wasserhöhe, Geschwindigkeit, Reifenfülldruck und Belastung wirken ebenfalls mit.
„Schmale Reifen können nicht aquaplanen.“ Falsch. Jeder Straßenreifen kann unter entsprechenden Bedingungen seine Wasserverdrängungsgrenze erreichen.
„Ein neuer Reifen kann nicht aquaplanen.“ Falsch. Bei ausreichend hoher Geschwindigkeit und entsprechender Wassertiefe kann auch ein neuer Reifen aquaplanen.
„Gute Nasshaftung bedeutet automatisch kein Aquaplaning.“ Nein. Nassbremsen und Aquaplaning sind unterschiedliche technische Disziplinen.
„Nur die Profiltiefe entscheidet über Wasserverdrängung.“ Nein. Auch Rillenbreite, Rillenverlauf, Profilkontur und das gesamte Entwässerungskonzept spielen eine Rolle.
„Ganzjahresreifen müssen vor allem bei Schnee funktionieren.“ Nein. Sie müssen ebenso sommerlichen Regen, kalte Nässe und Schneematsch bewältigen.
„Schneematsch ist einfach nur weicher Schnee.“ Nein. Schneematsch enthält Wasser sowie feste und teilverdichtete Schneebestandteile und beansprucht das Profil anders als reiner Schnee oder reines Wasser.
„Allrad verhindert Aquaplaning.“ Nein. Allrad kann die Antriebskraftverteilung beeinflussen, nicht aber die notwendige Wasserverdrängung des Reifenprofils ersetzen.
„Mehr Reifenfülldruck verhindert Aquaplaning.“ So pauschal nicht. Maßgeblich ist der für Fahrzeug, Reifendimension und Beladung vorgesehene Reifenfülldruck.
„Solange die gesetzliche Mindestprofiltiefe vorhanden ist, bleibt die Nässeleistung unverändert.“ Nein. Profilvolumen und Reifenfunktion verändern sich bereits vorher mit zunehmendem Verschleiß.

Bei Nässe entscheidet das gesamte System aus Reifen und Fahrbedingungen

Aquaplaning und Schneematsch lassen sich nicht mit einem einzelnen Reifenmerkmal erklären.

Auf der Reifenseite wirken unter anderem zusammen:

Reifenbreite → Profilrillen → Profilvolumen → Profiltiefe → Reifenfülldruck → Fahrzeuglast.

Auf der Fahrbahnseite kommen insbesondere hinzu:

Wasserhöhe → Schneematsch → Geschwindigkeit.

Gerade bei großen SUV-Reifendimensionen ist deshalb nicht allein die Frage „breit oder schmal?“ entscheidend. Wichtig ist, wie gut das konkrete Reifenkonzept Wasser und Schneematsch unter den tatsächlichen Einsatzbedingungen verarbeitet.

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Häufige Fragen zu SUV-Ganzjahresreifen bei Nässe und Schneematsch

Aquaplanen breite SUV-Reifen schneller?

Das lässt sich nicht allein anhand der Reifenbreite beantworten. Profilgestaltung, Profiltiefe, Wassertiefe, Geschwindigkeit, Reifenfülldruck und Belastung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Was verursacht Aquaplaning?

Aquaplaning kann entstehen, wenn der Reifen das Wasser unter den jeweiligen Bedingungen nicht schnell genug verdrängen kann und der direkte Kontakt zur Fahrbahn zunehmend verloren geht.

Kann ein neuer Reifen aquaplanen?

Ja. Bei ausreichend hoher Geschwindigkeit und entsprechender Wassertiefe kann auch ein neuer Reifen seine Wasserverdrängungsgrenze erreichen.

Warum erhöht Geschwindigkeit das Aquaplaningrisiko?

Mit steigender Geschwindigkeit muss das Profil innerhalb immer kürzerer Zeit große Wassermengen verarbeiten.

Warum ist Profiltiefe bei Regen wichtig?

Mit sinkender Profiltiefe nimmt das verfügbare Profilvolumen ab. Dadurch verändert sich die Fähigkeit des Profils, Wasser aufzunehmen und abzuleiten.

Was bedeutet Profilvolumen?

Damit ist vereinfacht der verfügbare Raum innerhalb der Profilrillen und Zwischenräume gemeint, der Wasser oder Schneematsch aufnehmen und weiterleiten kann.

Ist ein schmalerer Reifen automatisch besser bei Regen?

Nein. Reifenbreite ist nur ein Einflussfaktor. Die gesamte Profil- und Reifenkonstruktion sowie die tatsächlichen Fahrbedingungen entscheiden mit über das Nässeverhalten.

Kann ein Reifen auf Schneematsch den Fahrbahnkontakt verlieren?

Ja. Bei einer ausreichend tiefen Schicht aus Wasser und Schneematsch kann der direkte Kontakt zur Fahrbahn deutlich reduziert werden. Lenk-, Brems- und Seitenführungskräfte können dadurch eingeschränkt werden.

Warum ist Schneematsch schwieriger als normaler Regen?

Schneematsch enthält neben Wasser feste und teilverdichtete Schneebestandteile. Das Profil muss deshalb Flüssigkeit und Schneebestandteile gleichzeitig verarbeiten.

Hilft Allrad gegen Aquaplaning?

Nein. Allrad kann die Traktion beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen, ersetzt aber nicht die Wasserverdrängung des Reifenprofils.

Warum kann ein Reifen gut auf nasser Straße bremsen und trotzdem aquaplanen?

Nassbremsen und Aquaplaning sind unterschiedliche technische Disziplinen. Beim Aquaplaning kann der direkte Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn zunehmend verloren gehen.

Kann falscher Reifenfülldruck das Nässeverhalten beeinflussen?

Ja. Reifenfülldruck beeinflusst Reifenkontur und Verformungsverhalten. Maßgeblich ist der fahrzeugbezogene Betriebsdruck.

Sollte bei Regen mehr Luft in den Reifen?

Nicht pauschal. Der Reifenfülldruck sollte sich nach den fahrzeugbezogenen Vorgaben für Reifendimension und Beladungszustand richten.

Bleibt die Nässeleistung bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe gleich?

Nein. Profilvolumen und Reifenfunktion verändern sich bereits vorher mit zunehmendem Verschleiß.

Warum sind Ganzjahresreifen bei Nässe besonders gefordert?

Sie müssen über einen breiten Temperatur- und Einsatzbereich sowohl sommerlichen Regen als auch kalte Winternässe und Schneematsch bewältigen.

Nässeleistung entsteht aus Profil, Reifenzustand und Fahrbedingungen

Bei SUV-Ganzjahresreifen ist Wasserverdrängung keine Frage eines einzelnen Merkmals.

Auf der Reifenseite wirken zusammen:

Profilrillen → Profilvolumen → Profiltiefe → Reifenbreite → Reifenfülldruck → Fahrzeuglast.

Dazu kommen die äußeren Bedingungen:

Geschwindigkeit → Wasserhöhe → Schneematsch.

Gerade bei breiten SUV-Dimensionen sollte deshalb nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass ein Reifen allein wegen seiner Breite gute oder schlechte Aquaplaningeigenschaften besitzt.

Bei Ganzjahresreifen wird die Aufgabe zusätzlich anspruchsvoll, weil dasselbe Reifenkonzept sehr unterschiedliche Bedingungen bewältigen muss:

Sommerregen → kalte Winternässe → Schnee → Schneematsch.

Und auch Allrad verändert die grundlegende Aufgabe des Reifens nicht:

Allrad kann die Kraftübertragung beim Vortrieb unterstützen – das Reifenprofil muss Wasser und Schneematsch aus der Aufstandsfläche verarbeiten.

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