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SUV-Ganzjahresreifen auf Schnee – Lamellen, Profilblöcke, Schneetraktion und Fahrzeuggewicht

FT Wissenswelt – SUV & Offroad Ganzjahresreifen

SUV-Ganzjahresreifen auf Schnee – wie Lamellen, Profil und Fahrzeuggewicht zusammenwirken

SUV-Ganzjahresreifen müssen auf Schnee gleichzeitig Traktion beim Anfahren, Bremskräfte und Seitenführung ermöglichen. Dabei arbeiten mehrere technische Elemente zusammen: Lamellen, Profilkanten, Profilblöcke, Profilräume, Gummimischung und die gesamte Reifenkonstruktion.

Bei SUV kommt häufig eine weitere Besonderheit hinzu: Viele Fahrzeuge besitzen hohe Achslasten und vergleichsweise große Fahrzeugmassen. Das verändert die Belastung des Reifens, schafft aber nicht automatisch mehr nutzbare Haftung auf Schnee.

Lamellen

Erzeugen zusätzliche Kanten und unterstützen die mechanische Verzahnung auf Schnee.

Profilblöcke

Müssen sich ausreichend anpassen und gleichzeitig stabil genug bleiben, um Fahrkräfte kontrolliert zu übertragen.

Fahrzeuggewicht

Erhöht die Belastung der Reifen, bedeutet aber nicht automatisch kürzere Bremswege oder bessere Seitenführung.

Schneetraktion entsteht nicht durch ein einzelnes sichtbares Profilmerkmal. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Profil, Lamellen, Mischung, Fahrzeuglast und tatsächlichem Fahrbahnzustand.

Wie ein Ganzjahresreifen auf Schnee überhaupt Traktion erzeugt

Warum ist Schnee ein besonderer Untergrund?

Schnee ist kein einheitlicher Fahrbahnzustand.

Er kann beispielsweise:

  • locker und frisch
  • festgefahren
  • feucht
  • trocken und kalt
  • teilweise angetaut
  • mit Wasser vermischt

sein.

Dadurch verändern sich die Bedingungen zwischen Reifen und Fahrbahn deutlich.

„Fahren auf Schnee“ beschreibt deshalb nicht nur eine einzige Reib- und Traktionssituation.

Wie greifen Reifen auf Schnee?

Die Kraftübertragung entsteht aus mehreren Mechanismen.

Dazu gehören unter anderem:

  • mechanische Verzahnung von Profilkanten mit der Schneeoberfläche
  • zusätzliche Griffkanten durch Lamellen
  • Aufnahme von Schnee in Profilräume
  • Schnee-auf-Schnee-Kontakt innerhalb des Profils
Ein Winter- oder Ganzjahresprofil soll Schnee deshalb nicht einfach vollständig aus der Aufstandsfläche entfernen. Ein Teil der Schneefunktion entsteht gerade durch das kontrollierte Aufnehmen von Schnee.

Warum kann Schnee auf Schnee Grip erzeugen?

Schnee kann sich innerhalb der Profilräume verdichten.

Dieser im Profil gehaltene Schnee kann sich mit der Schneeoberfläche der Fahrbahn verzahnen.

Dadurch entsteht ein zusätzlicher Mechanismus der Kraftübertragung.

Deshalb ist ein Winterprofil nicht nur ein „Räumwerkzeug“, das Schnee aus dem Profil werfen soll.

Lamellen – warum kleine Einschnitte für Schneetraktion wichtig sind

Was sind Lamellen?

Lamellen sind feine Einschnitte innerhalb der Profilblöcke.

Sie erzeugen zusätzliche Kanten, die sich beim Abrollen öffnen und verformen können.

Wie helfen Lamellen auf Schnee?

Auf Schnee können die vielen zusätzlichen Kanten die mechanische Verzahnung verbessern.

Sie wirken nicht nur beim Anfahren, sondern können auch unterstützen bei:

  • Bremsen
  • Kurvenfahrt
  • Seitenführung

Warum haben Ganzjahresreifen nicht einfach maximal viele Lamellen?

Mehr Lamellen bedeuten gleichzeitig mehr Einschnitte in den Profilblöcken.

Dadurch können sich die Blöcke stärker bewegen.

Ein Ganzjahresreifen muss aber zusätzlich bei:

  • warmen Temperaturen
  • trockener Straße
  • Autobahnfahrt
  • hohen SUV-Achslasten

ausreichend stabil bleiben.

Ganzjahresreifen müssen deshalb Schneekanten und Profilblockstabilität miteinander verbinden.

Bedeuten mehr Lamellen automatisch mehr Schneetraktion?

Nein.

Entscheidend sind zusätzlich:

  • Lamellenrichtung
  • Lamellentiefe
  • Lamellenform
  • Blocksteifigkeit
  • Gummimischung
  • Profiltiefe
Die reine Anzahl sichtbarer Lamellen ist keine Qualitätsbewertung.

Profilblöcke und Profilräume – warum beide unterschiedliche Aufgaben haben

Warum braucht ein Schneereifen Profilräume?

Zwischen den Profilblöcken muss ausreichend Raum vorhanden sein, damit Schnee aufgenommen und verarbeitet werden kann.

Diese Zwischenräume unterstützen außerdem die Ableitung von:

  • Schneematsch
  • Wasser
  • lose aufliegendem Schnee

Warum dürfen die Profilräume nicht beliebig groß sein?

Je größer der offene Anteil des Profils wird, desto weniger zusammenhängende Gummifläche steht in der Aufstandsfläche zur Verfügung.

Gleichzeitig können einzelne Profilblöcke stärker beweglich werden.

Ein Ganzjahresreifen braucht deshalb genügend offenen Profilraum für Schnee und Wasser, aber gleichzeitig genügend Blockstabilität für Straße und hohe Fahrzeuglasten.

Warum sind schräge Profilkanten interessant?

Schräg verlaufende Kanten können Kräfte in unterschiedlichen Richtungen aufnehmen.

Das kann für:

  • Antrieb
  • Bremsen
  • Seitenführung

hilfreich sein.

Ist ein V-Profil automatisch besser auf Schnee?

Nein.

Ein V-förmiges Profil bietet bestimmte konstruktive Möglichkeiten, ist aber keine Garantie für bessere Schneeeigenschaften.

Auch asymmetrische oder anders gestaltete Profile können sehr gute Schneetraktion erreichen.

Fahrzeuggewicht – warum ein schweres SUV nicht automatisch mehr Grip hat

Drückt ein schweres SUV den Reifen nicht stärker in den Schnee?

Eine höhere Radlast verändert den Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn.

Das bedeutet aber nicht, dass die nutzbare Haftung im gleichen Verhältnis steigt.

Gleichzeitig besitzt ein schwereres Fahrzeug bei gleicher Geschwindigkeit mehr Bewegungsenergie.

Mehr Gewicht bedeutet deshalb nicht automatisch bessere Schneetraktion oder kürzere Bremswege.

Warum ist hohe Fahrzeugmasse beim Bremsen wichtig?

Beim Verzögern muss die Bewegungsenergie des Fahrzeugs abgebaut werden.

Je größer die Fahrzeugmasse, desto größer ist bei gleicher Geschwindigkeit die vorhandene Bewegungsenergie.

Diese Bremskräfte müssen letztlich über die vier Reifen auf die Fahrbahn übertragen werden.

Ein schweres SUV kann beim Anfahren sehr souverän wirken und trotzdem auf Schnee einen langen Bremsweg haben.

Warum ist Gewicht in Kurven ebenfalls relevant?

In Kurven müssen die Reifen Seitenführung erzeugen.

Auch hier müssen größere Fahrzeugmassen kontrolliert werden.

Erreicht der Reifen seine Haftungsgrenze, beginnt das Fahrzeug zu rutschen – unabhängig davon, wie schwer oder groß es ist.

Ist ein schweres SUV deshalb grundsätzlich schlechter auf Schnee?

Auch das wäre zu pauschal.

Fahrwerk, Reifen, Allradregelung, Gewichtsverteilung und elektronische Systeme beeinflussen das tatsächliche Fahrverhalten.

Das Fahrzeuggewicht ist ein wichtiger Faktor – aber nur einer von mehreren.

Allrad auf Schnee – warum guter Vortrieb nicht mit gutem Bremsen verwechselt werden darf

Warum fahren Allrad-SUV häufig gut auf Schnee an?

Ein Allradsystem kann die Antriebskraft auf mehrere Räder beziehungsweise Achsen verteilen.

Dadurch kann die vorhandene Reifenhaftung beim Anfahren und Beschleunigen besser genutzt werden.

Erzeugt Allrad dadurch mehr Reifenhaftung?

Nein.

Allrad verteilt die Antriebskraft, verändert aber nicht die grundlegende Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn.

Allrad kann die Traktion beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen, ersetzt aber nicht die geeignete Bereifung für Bremsen und Seitenführung.

Warum entsteht dadurch ein falsches Sicherheitsgefühl?

Wenn ein schweres Allrad-SUV problemlos anfährt, kann die Straße griffiger wirken, als sie tatsächlich ist.

Beim nächsten Bremsmanöver zeigt sich möglicherweise, dass nur wenig Haftung verfügbar ist.

Die Qualität des Anfahrens ist deshalb kein zuverlässiger Hinweis auf den möglichen Bremsweg.

Hilft Allrad auch in Kurven?

Ein modernes Allradsystem kann Antriebsmomente verteilen und dadurch die Fahrdynamik unterstützen.

Die maximal mögliche Seitenführung bleibt jedoch durch die Reifenhaftung begrenzt.

Alpine-Symbol und 3PMSF – was die Kennzeichnung auf Schnee tatsächlich aussagt

Was bedeutet 3PMSF bei einem SUV-Ganzjahresreifen?

Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol beziehungsweise 3PMSF erfüllen die für diese Kennzeichnung vorgeschriebenen Anforderungen an die Schneetraktion.

Damit ist eine definierte technische Schwelle verbunden.

Ist jeder SUV-Ganzjahresreifen mit 3PMSF auf Schnee gleich gut?

Nein.

Die Kennzeichnung bedeutet nicht, dass alle entsprechend gekennzeichneten Reifen identische Leistungen besitzen.

Unterschiede können bestehen bei:

  • Anfahrtraktion
  • Bremsen
  • Seitenführung
  • Schneematsch
  • Nässe
  • Fahrstabilität
3PMSF bestätigt die Erfüllung definierter Anforderungen an die Schneetraktion – es ist keine vollständige Bewertung der gesamten Winterperformance.

Ist ein Ganzjahresreifen mit 3PMSF genauso gut wie ein Winterreifen?

Nicht automatisch.

Ein Ganzjahresreifen muss zusätzlich warme Sommerbedingungen abdecken.

Ein klassischer Winterreifen kann seine technische Abstimmung stärker auf niedrige Temperaturen und Winterbedingungen konzentrieren.

Die Kennzeichnung macht unterschiedliche Reifenkonzepte nicht identisch.

Schnee ist nicht gleich Schnee – unterschiedliche Zustände verändern den Grip

Warum kann frischer Schnee anders reagieren als festgefahrener Schnee?

Lockerer Schnee kann vom Profil aufgenommen und verdrängt werden.

Festgefahrener Schnee besitzt dagegen eine kompaktere Oberfläche und kann deutlich glatter wirken.

Die mechanische Verzahnung funktioniert deshalb unter unterschiedlichen Schneebedingungen verschieden.

Warum ist nasser Schnee besonders anspruchsvoll?

Nasser Schnee enthält viel Wasser und kann sich schneller zu Schneematsch entwickeln.

Dann muss das Profil gleichzeitig:

  • Schnee aufnehmen
  • Wasser verdrängen
  • Schneematsch aus den Rillen ableiten

Warum kann sehr kalter Schnee andere Eigenschaften haben?

Bei sehr niedrigen Temperaturen ist Schnee trockener und körniger.

Nahe dem Gefrierpunkt kann mehr Feuchtigkeit vorhanden sein.

Die Reifenanforderung verändert sich deshalb nicht nur mit der Schneehöhe, sondern auch mit Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt.

Warum kann Schnee auf einer Steigung besonders kritisch sein?

Beim Bergauffahren wird zusätzliche Antriebskraft benötigt.

Dadurch kann die verfügbare Reifenhaftung schneller ausgeschöpft werden.

Beim Bergabfahren muss wiederum stärker verzögert werden.

Steigungen erhöhen deshalb sowohl beim Anfahren als auch beim Bremsen die Anforderungen an die Reifen.

Profiltiefe – warum Schneefunktion mit dem Verschleiß nachlassen kann

Warum ist Profiltiefe auf Schnee wichtig?

Mit zunehmendem Verschleiß werden Profilrillen und Profilräume flacher.

Dadurch sinkt das Volumen, in dem Schnee aufgenommen werden kann.

Auch Lamellen können sich je nach Reifenkonstruktion mit fortschreitendem Verschleiß verändern.

Verliert ein Ganzjahresreifen schon vor der gesetzlichen Mindestprofiltiefe Winterleistung?

Die Reifenfunktion verändert sich kontinuierlich mit dem Verschleiß.

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beschreibt eine rechtliche Verschleißgrenze und keine Garantie dafür, dass alle Eigenschaften bis dahin unverändert bleiben.

Ein Reifen kann rechtlich noch ausreichend Profil besitzen und trotzdem gegenüber dem Neuzustand bereits deutlich veränderte Schnee- oder Nässeeigenschaften aufweisen.

Warum ist gleichmäßiger Verschleiß bei Allrad-SUV zusätzlich wichtig?

Unterschiedliche Profiltiefen können unterschiedliche Abrollumfänge erzeugen.

Bei Allradfahrzeugen kann das zusätzlich für den Antriebsstrang relevant sein.

Profiltiefe ist beim Allrad-SUV deshalb sowohl für die Reifenfunktion als auch für die Abstimmung der vier Räder wichtig.

Reifenfülldruck und Schnee – warum „weniger Luft für mehr Grip“ keine allgemeine Straßenregel ist

Hilft niedrigerer Reifenfülldruck auf Schnee?

Im speziellen Geländeeinsatz kann eine gezielte Druckanpassung unter bestimmten Bedingungen technisch sinnvoll sein.

Für den normalen Straßenbetrieb ist es jedoch keine allgemeine Empfehlung, den Reifenfülldruck im Winter eigenmächtig abzusenken.

Der fahrzeugbezogene Reifenfülldruck berücksichtigt unter anderem:

  • Fahrzeuglast
  • Reifendimension
  • Fahrstabilität
  • Erwärmung
  • Tragfähigkeit
Auf öffentlichen Straßen sollte der Reifenfülldruck deshalb nicht einfach reduziert werden, nur weil Schnee liegt.

Warum kann Kälte den Reifenfülldruck verändern?

Sinkt die Temperatur, sinkt grundsätzlich auch der Druck der eingeschlossenen Luft.

Deshalb kann ein bei milder Temperatur korrekt eingestellter Reifen nach einem starken Kälteeinbruch einen niedrigeren Messwert zeigen.

Warum ist das bei schweren SUV wichtig?

Hohe Achslasten stellen zusätzliche Anforderungen an den Reifen.

Ein deutlich zu niedriger Betriebsdruck kann Verformung und Wärmeentwicklung erhöhen.

Gerade bei schweren SUV sollte deshalb der fahrzeugbezogene Reifenfülldruck regelmäßig kontrolliert werden.

Schneetraktion technisch im Überblick

Einfluss Aufgabe auf Schnee Wichtige Einordnung
Lamellen Erzeugen zusätzliche Griffkanten Anzahl allein sagt nichts über die Gesamtqualität aus
Profilkanten Unterstützen mechanische Verzahnung Ausrichtung und Geometrie sind entscheidend
Profilräume Nehmen Schnee auf und unterstützen Schnee-auf-Schnee-Verzahnung Müssen gleichzeitig Wasser und Schneematsch verarbeiten
Gummimischung Soll bei niedrigen Temperaturen ausreichend anpassungsfähig bleiben Ganzjahresreifen müssen zusätzlich Sommerbedingungen abdecken
Fahrzeuggewicht Beeinflusst Radlast und zu kontrollierende Fahrzeugmasse Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch mehr nutzbaren Grip
Allrad Kann Antriebskräfte auf mehrere Räder verteilen Unterstützt Vortrieb, erzeugt aber keine zusätzliche Reifenhaftung
Profiltiefe Beeinflusst Schneeaufnahme und Profilfunktion Winterleistung verändert sich mit zunehmendem Verschleiß
3PMSF Bestätigt definierte Anforderungen an die Schneetraktion Keine vollständige Bewertung aller Wintereigenschaften

Typische Irrtümer zu SUV-Ganzjahresreifen auf Schnee

Behauptung Richtige Einordnung
„Ein schweres SUV hat automatisch mehr Grip auf Schnee.“ Nein. Höhere Radlast bedeutet nicht automatisch proportional mehr nutzbare Haftung, während gleichzeitig eine größere Fahrzeugmasse kontrolliert werden muss.
„Allrad bedeutet automatisch kurzen Bremsweg.“ Nein. Allrad kann beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen, aber die Bremsleistung bleibt von der Reifenhaftung abhängig.
„Viele Lamellen bedeuten automatisch besten Schneegrip.“ Nein. Lamellengeometrie, Mischung, Profiltiefe und Gesamtkonstruktion müssen zusammenpassen.
„Ein grobes Profil ist automatisch besser auf Schnee.“ Nein. Grobe Blöcke allein ersetzen keine wintergerechte Lamellen- und Mischungsabstimmung.
„3PMSF bedeutet, dass alle Reifen auf Schnee gleich gut sind.“ Nein. Das Symbol bestätigt definierte Anforderungen an die Schneetraktion, ist aber keine Gesamtbewertung.
„Ein Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol ist technisch dasselbe wie ein Winterreifen.“ Nein. Beide können die entsprechende Schneetraktionsanforderung erfüllen, verfolgen aber unterschiedliche Entwicklungsziele.
„Schnee muss immer vollständig aus dem Profil entfernt werden.“ Nein. Auch Schnee-auf-Schnee-Verzahnung kann zur Kraftübertragung beitragen.
„Weniger Reifenfülldruck bedeutet auf Schnee immer mehr Grip.“ Nein. Für den Straßenbetrieb sollte der Druck nicht pauschal abgesenkt werden. Maßgeblich sind die fahrzeugbezogenen Vorgaben.
„Ein Reifen mit gesetzlich ausreichendem Profil fährt auf Schnee noch wie neu.“ Nein. Die Reifenfunktion verändert sich bereits mit zunehmendem Verschleiß.
„Wenn das SUV gut anfährt, kann ich auch genauso gut bremsen.“ Nein. Vortriebs- und Bremsverhalten dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Schneetraktion entsteht aus dem gesamten Reifensystem

Bei SUV-Ganzjahresreifen sollte Schneeperformance nicht nur anhand eines groben Profilbildes oder der Anzahl sichtbarer Lamellen beurteilt werden.

Entscheidend ist das Zusammenspiel aus:

Gummimischung → Lamellen → Profilkanten → Profilräume → Profiltiefe → Fahrzeuglast → Fahrbahnzustand.

Allrad kann die vorhandene Traktion beim Vortrieb besser nutzen.

Ein hohes Fahrzeuggewicht verändert die Belastung des Reifens.

Beides kann jedoch keine fehlende Reifenhaftung ersetzen.

Ein guter SUV-Ganzjahresreifen auf Schnee muss deshalb nicht nur anfahren können, sondern auch Bremskräfte und Seitenführung unter winterlichen Bedingungen kontrolliert übertragen.

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Bei winterlichem Einsatz sollten insbesondere Reifendimension, Load Index, Speed Symbol, Alpine-Symbol, Profiltiefe und die Anforderungen des konkreten Fahrzeugs berücksichtigt werden.

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Häufige Fragen zu SUV-Ganzjahresreifen auf Schnee

Wie funktionieren SUV-Ganzjahresreifen auf Schnee?

Profilkanten, Lamellen, Profilräume und Gummimischung arbeiten zusammen, um Schneetraktion sowie Brems- und Seitenführungskräfte zu ermöglichen.

Warum haben Ganzjahresreifen Lamellen?

Lamellen erzeugen zusätzliche Griffkanten und unterstützen die mechanische Verzahnung auf Schnee.

Sind mehr Lamellen automatisch besser?

Nein. Lamellengeometrie, Blocksteifigkeit, Mischung, Profiltiefe und Gesamtkonstruktion sind ebenfalls entscheidend.

Warum bleibt Schnee im Reifenprofil hängen?

Das kann erwünscht sein. Schnee im Profil kann sich mit dem Schnee auf der Fahrbahn verzahnen und dadurch zur Kraftübertragung beitragen.

Ist ein grobes Profil besser auf Schnee?

Nicht automatisch. Ein grobes Profil kann auf losem Untergrund Vorteile besitzen, aber Schneetraktion hängt zusätzlich von Lamellen, Mischung und Profilgeometrie ab.

Was bedeutet 3PMSF bei SUV-Ganzjahresreifen?

Das Alpine-Symbol beziehungsweise 3PMSF bestätigt die Erfüllung der für diese Kennzeichnung vorgeschriebenen Anforderungen an die Schneetraktion.

Sind alle 3PMSF-Reifen auf Schnee gleich gut?

Nein. Die Kennzeichnung bestätigt eine definierte Schneetraktionsanforderung, ist aber keine vollständige Bewertung der Gesamtleistung.

Ist ein SUV-Ganzjahresreifen mit 3PMSF genauso gut wie ein Winterreifen?

Nicht automatisch. Beide können die entsprechende Schneetraktionsanforderung erfüllen, verfolgen aber unterschiedliche Entwicklungsziele.

Hat ein schweres SUV mehr Grip auf Schnee?

Nicht automatisch. Höhere Radlast bedeutet nicht proportional mehr nutzbare Haftung, während gleichzeitig eine größere Fahrzeugmasse kontrolliert werden muss.

Warum kann ein schweres SUV auf Schnee lange bremsen?

Bei gleicher Geschwindigkeit muss bei höherer Fahrzeugmasse mehr Bewegungsenergie abgebaut werden. Die verfügbaren Bremskräfte bleiben durch die Reifenhaftung begrenzt.

Hilft Allrad auf Schnee?

Ja, besonders beim Anfahren und Beschleunigen kann Allrad die vorhandene Traktion besser nutzen.

Bremst Allrad auf Schnee besser?

Nicht automatisch. Beim Bremsen bleibt die Reifenhaftung an allen vier Rädern entscheidend.

Warum ist festgefahrener Schnee schwieriger?

Festgefahrener Schnee besitzt eine kompaktere und häufig glattere Oberfläche als lockerer Schnee. Dadurch verändert sich die mechanische Verzahnung.

Warum ist Schneematsch besonders anspruchsvoll?

Das Profil muss gleichzeitig Schnee aufnehmen, Wasser verdrängen und Schneematsch aus der Aufstandsfläche ableiten.

Kann ich für mehr Grip auf Schnee einfach Luft ablassen?

Für den normalen Straßenbetrieb sollte der Reifenfülldruck nicht pauschal abgesenkt werden. Maßgeblich sind die fahrzeugbezogenen Vorgaben.

Warum wird Profiltiefe auf Schnee wichtig?

Mit sinkender Profiltiefe nehmen Profilvolumen und Schneeaufnahme ab. Dadurch kann sich die Winterleistung bereits vor Erreichen der gesetzlichen Verschleißgrenze verändern.

Auf Schnee entscheidet nicht ein einzelnes Merkmal, sondern das gesamte Reifenkonzept

SUV-Ganzjahresreifen müssen auf Schnee mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen:

Anfahren → Bremsen → Seitenführung → Schneeaufnahme → Schneematschverdrängung.

Dafür arbeiten unterschiedliche Komponenten zusammen:

Lamellen → Profilkanten → Profilblöcke → Profilräume → Gummimischung → Profiltiefe.

Bei SUV kommt zusätzlich die Fahrzeugseite hinzu:

Achslast → Fahrzeuggewicht → Allrad → Reifenfülldruck → Fahrgeschwindigkeit.

Ein schweres Allrad-SUV kann auf Schnee sehr souverän anfahren.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es ebenso souverän bremst oder durch eine Kurve fährt.

Allrad kann vorhandene Traktion beim Vortrieb besser nutzen – die physikalische Grenze bleibt die Haftung zwischen Reifen und Schnee.

Das Alpine-Symbol (3PMSF) bestätigt dabei die Erfüllung definierter Anforderungen an die Schneetraktion.

Es ersetzt jedoch nicht die Beurteilung der gesamten Reifenperformance.

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