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Stahlbandagen und Press-On-Bandagen bei Gabelstaplern verstehen

FT Wissenswelt – Gabelstaplerreifen

Stahlbandagen und Press-On-Bandagen bei Gabelstaplern verstehen

Bei Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen kommen neben Vollgummi- und Industrie-Luftreifen auch sogenannte Stahlbandagen beziehungsweise Press-On-Bandagen zum Einsatz.

Auf den ersten Blick können diese Reifen wie besonders kompakte Vollgummireifen wirken. Konstruktiv handelt es sich jedoch um ein eigenes Reifensystem.

Die elastische Lauffläche ist mit einem Stahlband beziehungsweise Stahlring verbunden. Diese komplette Einheit wird auf ein dafür vorgesehenes Rad beziehungsweise einen entsprechenden Radkörper aufgepresst.

Stahlband

Bildet den festen inneren Träger der Bandage.

Gummiauflage

Überträgt Last, Antriebs-, Brems- und Seitenkräfte auf den Boden.

Press-On-System

Die Bandage wird auf ein dafür vorgesehenes Rad aufgepresst.

Kompakte Bauart

Ermöglicht einen vergleichsweise kleinen Reifenquerschnitt und hohe Stabilität.

Eine Stahlbandage ist nicht einfach ein kleiner Superelastikreifen

Bandagen besitzen ein eigenes Rad-, Größen- und Montagesystem. Sie sind deshalb nicht beliebig mit Vollgummi- oder Industrie-Luftreifen austauschbar.

Was ist eine Press-On-Bandage?

Der englische Begriff Press-On beschreibt bereits das grundlegende Prinzip.

Die fertige Reifenbandage wird auf einen dafür konstruierten Radkörper beziehungsweise eine entsprechende Aufnahme gepresst.

Die Verbindung muss anschließend:

  • hohe Umfangskräfte beim Anfahren übertragen
  • Bremskräfte aufnehmen
  • starke Seitenkräfte beim Lenken bewältigen
  • die auftretende Radlast sicher übertragen
  • auch bei Erwärmung zuverlässig funktionieren
Die Verbindung zwischen Bandage und Rad gehört zur Konstruktion

Der Innendurchmesser der Bandage, der Radkörper und die vorgesehene Presspassung müssen deshalb exakt zusammenpassen.

Warum spricht man von Stahlbandagen?

Der Begriff beschreibt den inneren Aufbau besonders anschaulich.

Im Inneren befindet sich ein metallischer Träger beziehungsweise ein Stahlband. Darauf sitzt die elastische Reifenkomponente.

Stahl

Sorgt für die feste Verbindung zum dafür vorgesehenen Radkörper und verteilt die auftretenden Kräfte.

Gummi

Bildet die eigentliche Lauffläche und übernimmt Traktion, Verschleißarbeit und einen Teil der Dämpfung.

Stahlbandage bedeutet nicht, dass der Stapler direkt auf Stahl fährt

Der Stahlring bildet die innere Basis. Mit dem Boden kommt die dafür vorgesehene Gummi- beziehungsweise Elastomerlauffläche in Kontakt.

Wie ist eine Press-On-Bandage aufgebaut?

Der genaue Aufbau unterscheidet sich je nach Hersteller und Produkt. Grundsätzlich lassen sich mehrere Funktionsbereiche unterscheiden.

Lauffläche

Die äußere Mischung übernimmt den direkten Bodenkontakt und muss Abrieb, Traktion und mechanische Belastungen bewältigen.

Cushion-Bereich

Je nach Konstruktion kann eine zusätzliche elastische Zwischenschicht Dämpfung, Rollwiderstand und Wärmeentwicklung beeinflussen.

Stahlband

Bildet die innere feste Basis und stellt die Verbindung zum Press-On-Rad her.

Nicht jede Press-On-Bandage besitzt exakt denselben Schichtaufbau

Es gibt einfachere Konstruktionen und technisch aufwendigere Mehrschichtsysteme. Maßgeblich ist immer die konkrete Herstellerausführung.

Was bedeutet Cushion Tire?

Im internationalen – insbesondere nordamerikanischen – Sprachgebrauch begegnet einem bei Press-On-Bereifungen häufig der Begriff Cushion Tire.

Gemeint sind kompakte elastische Reifen beziehungsweise Bandagensysteme für entsprechend konstruierte Flurförderzeuge.

Cushion Tire nicht mit Luftreifen verwechseln

Das Wort „Cushion“ beschreibt die elastische Dämpfungswirkung. Ein klassischer Press-On-Cushion-Tire besitzt deshalb nicht automatisch eine Luftfüllung.

Warum Press-On-Bandagen besonders kompakt gebaut werden können

Ein Luftreifen benötigt Platz für Seitenwand und Luftvolumen. Ein Superelastikreifen besitzt ebenfalls einen vergleichsweise großen elastischen Reifenquerschnitt.

Bei einer Press-On-Bandage kann der Querschnitt kompakter ausgeführt werden.

Geringe Bauhöhe

Die Rad-Reifen-Kombination kann konstruktiv sehr kompakt aufgebaut werden.

Hohe Stabilität

Die geringe Reifenverformung unterstützt ein direktes und stabiles Fahrverhalten.

Kompakte Fahrzeuge

Das System eignet sich für Flurförderzeuge, deren Konstruktion gezielt auf Press-On-Bereifung ausgelegt ist.

Die kompakte Konstruktion ist Teil des gesamten Fahrzeugkonzepts

Deshalb sollte ein Press-On-Stapler nicht einfach auf eine völlig andere Reifenbauart umgerüstet werden, nur weil deren Außendurchmesser ähnlich ist.

Warum Bandagen besonders hohe Stabilität ermöglichen können

Die vergleichsweise geringe Reifenverformung kann bei dafür konstruierten Gabelstaplern ein sehr stabiles Fahrverhalten unterstützen.

Das kann besonders interessant sein bei:

  • hohen Lasten
  • engen Hallengängen
  • häufigem Rangieren
  • glatten Industrieflächen
  • kompakten Fahrzeugkonstruktionen
Stabilität und Komfort sind unterschiedliche Anforderungen

Weniger Reifenverformung kann die Fahrzeugstabilität unterstützen, bedeutet aber gleichzeitig weniger Eigendämpfung auf unebenen Fahrwegen.

Warum Press-On-Bandagen besonders auf guten Böden zuhause sind

Bandagen werden häufig auf festen, vergleichsweise glatten Fahrflächen eingesetzt.

Typische Einsatzumgebungen können sein:

Lagerhallen

Ebene Böden und viele Rangierbewegungen.

Produktion

Definierte Fahrwege und hohe Umschlagleistung.

Logistik

Kurze, intensive Transport- und Ladezyklen.

Industrieböden

Feste Fahrflächen ermöglichen die kompakte Bereifung ohne großen Federweg.

Je unebener der Boden, desto stärker wird die geringe Eigendämpfung spürbar

Für schlechte Außenfahrwege kann deshalb eine andere Bereifungsart geeigneter sein – sofern das Fahrzeug dafür vorgesehen ist.

Warum Press-On-Bandagen auf schlechten Fahrwegen Grenzen haben

Die geringe Bauhöhe lässt nur begrenzten elastischen Federweg zu.

Auf stark unebenen Flächen können dadurch:

  • Stöße stärker auf das Fahrzeug übertragen werden
  • Fahrerkomfort sinken
  • transportierte Ware stärker belastet werden
  • Rad- und Fahrzeugkomponenten höhere Stoßbelastungen erfahren
Ein Press-On-Reifen ist nicht automatisch für jeden Außeneinsatz geeignet

Fahrbahnbeschaffenheit, Fahrzeugkonstruktion, Geschwindigkeit und tatsächlicher Einsatz müssen zusammen betrachtet werden.

Glatte oder profilierte Press-On-Bandage?

Press-On-Bandagen können je nach Hersteller und Reifenausführung mit unterschiedlichen Laufflächen angeboten werden.

Smooth / glatt

Eine große geschlossene Aufstandsfläche kann auf trockenen, ebenen Industrieböden Vorteile bei Stabilität, Lastverteilung und ruhigem Lauf bieten.

Traction / profiliert

Profilierte Ausführungen können bei wechselnden Fahrflächen und höheren Traktionsanforderungen sinnvoll sein.

Profil ist keine reine Optikfrage

Untergrund, Feuchtigkeit, Traktion, Verschleiß und Einsatzbedingungen müssen zur gewählten Lauffläche passen.

Warum glatte Bandagen trotzdem viel Traktion haben können

Bei einer glatten Lauffläche fehlt zwar ein klassisches Blockprofil, dafür kann eine große zusammenhängende Kontaktfläche entstehen.

Auf trockenen, sauberen und ebenen Industrieböden kann diese Fläche sehr wirksam Antriebs- und Bremskräfte übertragen.

Mehr Profil bedeutet nicht auf jedem Untergrund automatisch mehr Grip

Entscheidend ist, wie Reifenmischung, Aufstandsfläche und Bodenbeschaffenheit zusammenarbeiten.

Warum auch Press-On-Bandagen Wärme entwickeln

Bandagen besitzen keine Luftfüllung. Trotzdem verformt sich die elastische Lauffläche bei jeder Radumdrehung.

Dabei entsteht Wärme.

Last

Hohe Radlast erhöht die Beanspruchung der Gummistruktur.

Geschwindigkeit

Mehr Radumdrehungen pro Zeit bedeuten mehr Verformungszyklen.

Fahrstrecke

Lange Fahrzyklen können die Wärmeentwicklung erhöhen.

Lenkarbeit

Enge Wendemanöver erzeugen zusätzlich starke Scherkräfte im Laufstreifen.

Pannensicher bedeutet auch bei Bandagen nicht thermisch unbegrenzt belastbar

Die konkrete Reifenausführung muss zur Last, Fahrgeschwindigkeit, Fahrstrecke und Einsatzintensität passen.

Warum Wärme zum Ausfall einer Bandage beitragen kann

Bei starker thermischer Belastung werden nicht nur die Lauffläche, sondern auch die Verbindung zwischen elastischem Material und Stahlbasis beansprucht.

Zu hohe beziehungsweise dauerhaft ungünstige Temperaturbelastung kann die Reifenlebensdauer reduzieren.

Der Reifen sollte deshalb nicht allein nach vorhandener Gummistärke beurteilt werden

Auch Einsatzintensität, Wärmeentwicklung und struktureller Zustand gehören zur Gesamtbeurteilung.

Warum unterschiedliche Gummimischungen angeboten werden

Auch bei Press-On-Bandagen gibt es nicht eine einzige Standardmischung für alle Anwendungen.

Je nach Hersteller können Ausführungen optimiert sein für:

  • Abriebfestigkeit
  • niedrigen Rollwiderstand
  • Wärmebeständigkeit
  • Traktion
  • hohe Fahrintensität
  • Non-Marking-Eigenschaften
Gleiche Größe bedeutet deshalb nicht automatisch gleiche Leistungsfähigkeit

Compound, Aufbau und Herstellerkonstruktion können zwei äußerlich ähnliche Bandagen technisch deutlich unterscheiden.

Non-Marking-Press-On-Bandagen

Auch Press-On-Bandagen können als Non-Marking-Ausführung angeboten werden.

Sie werden insbesondere dort eingesetzt, wo sichtbare dunkle Abriebspuren auf dem Boden möglichst vermieden werden sollen.

Typische Bereiche sind beispielsweise:

  • helle Lagerhallen
  • Produktion
  • Lebensmittelbereiche
  • Pharma- und Logistikbereiche
  • empfindliche Industrieböden
Non-Marking ist eine Materialeigenschaft – keine eigene Reifenbauart

Die Press-On-Konstruktion bleibt bestehen; die Gummimischung beziehungsweise Reifenausführung wird entsprechend angepasst.

Non-Marking und antistatisch wieder getrennt betrachten

Wie bei Superelastikreifen sollte auch bei Bandagen nicht automatisch aus einer hellen oder Non-Marking-Mischung auf elektrische Leitfähigkeit geschlossen werden.

Non-Marking

Zielt auf möglichst geringe sichtbare dunkle Bodenmarkierungen.

Antistatisch

Zielt auf definierte elektrische Eigenschaften beziehungsweise die Ableitung elektrostatischer Ladung.

Bei elektrischen Anforderungen immer die konkrete Herstellerfreigabe prüfen

Es gibt spezielle Press-On-Reifen mit konstruktiven Lösungen zur Ableitung elektrostatischer Ladung. Diese Eigenschaft darf nicht aus Reifenfarbe oder Produktoptik abgeleitet werden.

Press-On-Bandage und Superelastikreifen im Vergleich

Merkmal Press-On-Bandage Superelastikreifen
Innere Basis Stahlband beziehungsweise Stahlring Spezieller Vollgummi-Reifensitz mit entsprechender Verstärkung
Montageprinzip Aufpressen auf dafür vorgesehenen Radkörper Montage auf dafür vorgesehener Staplerfelge
Luftfüllung Nein Nein
Bauhöhe Vergleichsweise kompakt Größerer elastischer Reifenquerschnitt
Eigendämpfung Vergleichsweise begrenzt Je nach Mehrschichtaufbau stärker ausgeprägt
Pannen durch Durchstich Kein klassischer Luftverlust Kein klassischer Luftverlust
Typische Fahrfläche Besonders interessant auf festen, guten Industrieböden Breiter industrieller Einsatz je nach Ausführung

Press-On-Bandage und Industrie-Luftreifen im Vergleich

Merkmal Press-On-Bandage Industrie-Luftreifen
Luftfüllung Nein Ja
Reifenfülldruck Nicht erforderlich Technisch entscheidend
Durchstichpanne Kein klassischer Druckverlust Möglich
Dämpfung Begrenzt durch kompakten Elastomeraufbau Hohe Eigendämpfung durch Luftvolumen möglich
Unebener Untergrund Nur abhängig von Fahrzeug- und Reifenauslegung sinnvoll Kann durch das Luftpolster deutliche Vorteile besitzen
Radkonstruktion Spezielles Press-On-Rad Passende Reifenfelge für TT- oder TL-System

Warum eine Press-On-Bandage nicht einfach durch Vollgummi ersetzt werden kann

Der Reifen ist Bestandteil der gesamten Fahrzeuggeometrie.

Eine Änderung der Reifenbauart kann unter anderem verändern:

  • Außendurchmesser
  • Fahrzeughöhe
  • Bodenfreiheit
  • Standsicherheit
  • Dämpfungsverhalten
  • Lenkverhalten
  • Tragfähigkeit
  • Radkonstruktion
Das Radsystem ist der entscheidende Ausgangspunkt

Ein Fahrzeug, das konstruktiv für Press-On-Bandagen ausgelegt ist, benötigt die dafür vorgesehene Rad-Reifen-Kombination beziehungsweise eine ausdrücklich freigegebene Alternative.

Warum die Bandagengröße anders gelesen werden kann

Bei Bandagen begegnet einem häufig eine Größenlogik, die stärker die tatsächlichen Abmessungen des Systems beschreibt.

Je nach Hersteller beziehungsweise Größensystem können Angaben beispielsweise Bezug nehmen auf:

Außendurchmesser

Nomineller beziehungsweise definierter Gesamtdurchmesser der Bandage.

Breite

Breite der Lauffläche beziehungsweise Reifenbandage.

Innendurchmesser

Entscheidend für die Zuordnung zum vorgesehenen Press-On-Rad.

Die Größenkennzeichnungen erklären wir in einer eigenen Wissensseite

Dort vergleichen wir klassische Staplergrößen von Luft- und Vollgummireifen mit den Maßangaben von Bandagen.

Warum der Innendurchmesser bei einer Bandage besonders wichtig ist

Bei einem normalen Reifen denkt man häufig zuerst an Felgendurchmesser und Reifenbreite.

Bei einer Press-On-Bandage ist der innere Stahlring jedoch unmittelbar Teil der Passung zum Radkörper.

Ein ähnlicher Außendurchmesser reicht nicht

Innendurchmesser, Breite und vorgesehenes Press-On-Rad müssen technisch zueinander passen.

Warum Tragfähigkeit und Geschwindigkeit zusammen betrachtet werden müssen

Press-On-Bandagen können hohe Lasten aufnehmen. Die zulässige Belastung ist jedoch nicht unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit.

Mit steigender Geschwindigkeit:

  • nimmt die Zahl der Verformungszyklen zu
  • steigt die Wärmeentwicklung
  • werden Gummimischung und Verbindung zum Stahlband stärker beansprucht
Deshalb führen Hersteller Tragfähigkeiten häufig abhängig von Fahrzeugart und Geschwindigkeit

Eine einzelne maximale Kilogrammzahl ohne Betriebsbedingung reicht zur technischen Einordnung nicht aus.

Warum Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Anforderungen haben können

Beim klassischen Gegengewichtsstapler kann die Vorderachse mit aufgenommener Last sehr hoch belastet werden.

Die Hinterachse übernimmt dagegen bei vielen Fahrzeugen die Lenkung und erfährt dadurch intensive Seiten- und Scherbewegungen.

Last- beziehungsweise Antriebsrad

Hohe Tragfähigkeit, Antriebs- und Bremskräfte können im Vordergrund stehen.

Lenkrad

Starke seitliche Bewegung und häufige Richtungsänderungen belasten die Lauffläche anders.

Die gleiche Bandagengröße kann je nach Radposition unterschiedlich bewertet werden

Herstellerdaten zur zulässigen Belastung und Geschwindigkeit müssen deshalb passend zur tatsächlichen Anwendung gelesen werden.

Wie verschleißen Press-On-Bandagen?

Der Gummiabrieb entsteht vor allem durch:

Anfahren

Antriebskräfte beanspruchen die Lauffläche.

Bremsen

Hohe Verzögerungskräfte wirken auf den Kontaktbereich.

Lenken

Enge Wendemanöver erzeugen hohe Scherkräfte.

Last

Hohe Radlast erhöht die Flächenpressung.

Ein glatter Hallenboden bedeutet nicht automatisch geringen Reifenverschleiß

Viele enge Wendemanöver können trotz kurzer Fahrstrecken erheblichen Abrieb verursachen.

Welche Schäden können an einer Stahlbandage auftreten?

Auch eine pannensichere Press-On-Bandage kann beschädigt werden.

Mögliche Auffälligkeiten sind beispielsweise:

  • starker oder ungleichmäßiger Abrieb
  • Schnitte
  • Gummiausbrüche
  • Risse
  • thermische Schädigung
  • Ablösungen zwischen Materialbereichen
  • Probleme im Bereich der Verbindung zum Stahlband
Kein Luftverlust bedeutet nicht „kein Reifenschaden möglich“

Bandagen sollten deshalb genauso regelmäßig kontrolliert werden wie andere Staplerbereifungen.

Warum das Aufpressen eine eigene Praxisarbeit ist

Eine Press-On-Bandage wird nicht wie ein Pkw-Reifen mit Reifenmontiermaschine und Montierkopf auf eine Felge gezogen.

Für das Auf- und Abpressen werden entsprechend geeignete Press- und Montageverfahren benötigt.

Das gehört bewusst nicht in diese Wissensseite als Arbeitsanleitung

Die Wissenswelt erklärt Aufbau und Funktion. Die tatsächliche Montage gehört in die FT Praxiswelt und muss mit den dafür vorgesehenen Arbeitsmitteln durchgeführt werden.

Typische Irrtümer über Stahl- und Press-On-Bandagen

Behauptung Richtige Einordnung
„Eine Stahlbandage ist ein kleiner Vollgummireifen.“ Nein. Sie besitzt ein eigenes Press-On-System mit Stahlbasis und dafür vorgesehenem Radkörper.
„Cushion Tire ist ein Luftreifen.“ Nicht automatisch. Der Begriff wird häufig für elastische Press-On-Bereifungen ohne Luftfüllung verwendet.
„Bandagen fahren direkt auf Stahl.“ Nein. Das Stahlband bildet die innere Basis; der Bodenkontakt erfolgt über die elastische Lauffläche.
„Wenn der Außendurchmesser passt, passt auch die Bandage.“ Nein. Innendurchmesser, Breite und Radkörper müssen ebenfalls passen.
„Glatte Bandagen haben keinen Grip.“ Auf trockenen, ebenen Industrieböden kann eine große geschlossene Kontaktfläche sehr wirksam Kräfte übertragen.
„Press-On-Bandagen können nicht überhitzen.“ Falsch. Last, Geschwindigkeit und Fahrstrecke können erhebliche Wärme erzeugen.
„Non-Marking bedeutet automatisch antistatisch.“ Nein. Bodenmarkierung und elektrische Leitfähigkeit sind getrennte technische Eigenschaften.
„Bandagen benötigen keine Wartung, weil sie keine Luft haben.“ Eine Luftdruckkontrolle entfällt, Verschleiß, Schäden und thermische Auffälligkeiten müssen aber weiterhin kontrolliert werden.

Welche Daten benötigt man zur Auswahl einer Press-On-Bandage?

1. Außendurchmesser

Die vorgesehene Größenangabe der Bandage bestimmen.

2. Breite

Bandagen- beziehungsweise Laufflächenbreite berücksichtigen.

3. Innendurchmesser

Muss exakt zur vorgesehenen Radkonstruktion passen.

4. Radkörper

Die konkrete Press-On-Aufnahme bestimmen.

5. Tragfähigkeit

Tatsächliche Belastung der jeweiligen Radposition berücksichtigen.

6. Geschwindigkeit

Herstellerangaben für den vorgesehenen Betrieb beachten.

7. Einsatz

Untergrund, Fahrstrecke und Betriebsintensität einordnen.

8. Ausführung

Smooth, Traction, Standard, Non-Marking oder andere Spezialausführung bestimmen.

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Häufige Fragen zu Stahl- und Press-On-Bandagen

Was ist eine Press-On-Bandage?

Eine Press-On-Bandage ist eine kompakte Industriebereifung mit einer elastischen Lauffläche auf einer festen Stahlbasis. Die komplette Einheit wird auf einen dafür vorgesehenen Radkörper aufgepresst.

Was ist der Unterschied zwischen Bandage und Vollgummireifen?

Ein Superelastikreifen besitzt einen eigenen Vollgummi-Reifensitz für eine entsprechende Felge. Eine Press-On-Bandage besitzt dagegen einen Stahlring und wird auf einen dafür konstruierten Radkörper gepresst.

Was bedeutet Cushion Tire?

Der Begriff wird insbesondere international für kompakte elastische Staplerbereifungen verwendet. Bei klassischen Press-On-Cushion-Tires handelt es sich nicht um luftgefüllte Reifen.

Warum haben Press-On-Bandagen einen Stahlring?

Das Stahlband bildet die feste innere Basis und sorgt für die vorgesehene Verbindung zum Radkörper sowie für eine gleichmäßige Kraftübertragung.

Gibt es Press-On-Bandagen mit Profil?

Ja. Je nach Hersteller und Einsatz gibt es glatte und profilierte beziehungsweise traktionsorientierte Ausführungen.

Gibt es Non-Marking-Bandagen?

Ja. Hersteller bieten Press-On-Reifen mit speziellen Non-Marking-Mischungen für Einsatzbereiche an, in denen dunkle Abriebspuren möglichst vermieden werden sollen.

Können Press-On-Bandagen überhitzen?

Ja. Die elastische Reifenkomponente wird unter Last ständig verformt. Hohe Last, Fahrgeschwindigkeit und lange Einsatzzeiten können deshalb Wärme erzeugen.

Kann man eine Bandage auf jedes Rad gleicher Größe pressen?

Nein. Außendurchmesser allein reicht nicht. Innendurchmesser, Bandagenbreite, Radkörper, Tragfähigkeit und Herstellervorgaben müssen zusammenpassen.

Kann ein Stapler mit Press-On-Bandagen auf Luftreifen umgerüstet werden?

Das kann nicht allein anhand ähnlicher Reifengrößen entschieden werden. Fahrzeugkonstruktion, Radsystem, Abmessungen, Tragfähigkeit, Standsicherheit und Herstellerfreigaben müssen eine solche Änderung ausdrücklich ermöglichen.

Technischer Hinweis

Diese FT Wissenswelt erklärt den grundsätzlichen Aufbau und die Funktion von Stahl- beziehungsweise Press-On-Bandagen bei Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen. Größen, Presspassungen, Tragfähigkeiten, Geschwindigkeitsgrenzen, Compounds und zulässige Radkombinationen unterscheiden sich je nach Hersteller und Produkt. Für die konkrete Auswahl und Montage sind deshalb die technischen Angaben des Reifen-, Rad- und Fahrzeugherstellers maßgeblich.

Press-On-Bandagen sind ein eigenes Reifensystem – nicht einfach kleine Vollgummireifen

Die Kombination aus Stahlband, elastischer Lauffläche und speziell vorgesehenem Radkörper ermöglicht eine kompakte und sehr stabile Industriebereifung.

Gerade diese Bauart erklärt aber auch ihre besonderen Anforderungen: Innendurchmesser, Breite, Radkörper, Tragfähigkeit, Compound und Einsatz müssen exakt zusammenpassen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Welche Bandage sieht ungefähr passend aus?“ Sondern: „Welche Press-On-Bandage ist technisch für genau diesen Radkörper, Stapler und Einsatz vorgesehen?“

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