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Rollerreifen mit M+S-Kennung richtig verstehen und beurteilen

FT Praxiswelt – Rollerreifen

Rollerreifen mit M+S-Kennung richtig verstehen und beurteilen

Die Kennzeichnung M+S auf einem Rollerreifen sorgt regelmäßig für Verwirrung. Viele Fahrer kennen M+S aus dem Pkw-Bereich und setzen die Buchstaben automatisch mit einem modernen Winterreifen gleich. Bei Roller-, Motorrad- und anderen Reifen für Fahrzeuge der Klasse L muss die Kennzeichnung jedoch differenzierter betrachtet werden.

Entscheidend sind nicht nur die Buchstaben M+S. Reifenbauart, UNECE-Genehmigung, Fahrzeugklasse, Geschwindigkeitskennzeichnung, Profil, Gummimischung und die tatsächlichen Einsatzbedingungen gehören gemeinsam zur Beurteilung.

M+S beim Roller nicht einfach mit Pkw-Winterreifen gleichsetzen

M+S

Die Kennzeichnung steht für „Mud and Snow“, also Matsch und Schnee, und kann bei Zweiradreifen eine besondere Reifenausführung kennzeichnen.

Alpine-Symbol

Das Bergpiktogramm mit Schneeflocke ist die heutige zentrale Winterreifenkennzeichnung im Pkw-Bereich, darf aber nicht ungeprüft auf alle Rollerreifenregeln übertragen werden.

Fahrzeugklasse L

Viele Roller und andere motorisierte Zweiräder gehören zu den Fahrzeugen der Klasse L, für die besondere Vorschriften gelten.

FT Praxisgrundsatz

Eine M+S-Kennzeichnung auf einem Rollerreifen beschreibt eine bestimmte Reifenausführung, ist aber nicht automatisch mit der heutigen Winterreifenkennzeichnung eines Pkw gleichzusetzen. Entscheidend sind Fahrzeugklasse, Reifengenehmigung, Geschwindigkeitskennzeichnung und die konkrete Verwendung.

Was bedeutet M+S bei Rollerreifen?

Die Buchstaben müssen im Zusammenhang mit Reifenart und Fahrzeugklasse betrachtet werden.

1. M+S steht für Matsch und Schnee

Die Abkürzung M+S beziehungsweise M.S oder M&S wird traditionell für Reifen verwendet, deren Konstruktion oder Profil für Bedingungen mit Matsch und Schnee ausgelegt ist.

Die Kennzeichnung allein beschreibt nicht die komplette Leistungsfähigkeit

Ein M+S-Schriftzug sagt beispielsweise nicht automatisch aus, wie gut ein bestimmter Rollerreifen auf Eis, nasser Fahrbahn oder bei sehr niedrigen Temperaturen funktioniert.

2. M+S-Kennzeichnung immer zusammen mit dem konkreten Reifen betrachten

Rollerreifen mit M+S können sich deutlich unterscheiden bei:

  • Profilgestaltung
  • Profilnegativ
  • Lamellen
  • Gummimischung
  • Karkassenaufbau
  • vorgesehenem Einsatz
  • Geschwindigkeitskennzeichnung

3. M+S ist keine pauschale Garantie für guten Wintergrip

Die Kennzeichnung darf nicht so verstanden werden, dass jeder M+S-Rollerreifen unter allen winterlichen Bedingungen automatisch ein gleich hohes Sicherheitsniveau bietet.

Schnee, Eis, Schneematsch und kalte Nässe sind unterschiedliche Bedingungen

Profil, Mischung, Reifenalter, Reifendruck und Fahrweise beeinflussen das tatsächliche Fahrverhalten erheblich.

M+S, Alpine-Symbol und Pkw-Regel nicht vermischen

Gerade seit Oktober 2024 führt die unterschiedliche Rechtslage häufig zu Missverständnissen.

4. Die Pkw-M+S-Regel ist seit Oktober 2024 ausgelaufen

Bei Fahrzeugen, für die die allgemeine situative Winterreifenpflicht gilt, reicht eine reine M+S-Kennzeichnung seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr als heutige Winterreifenkennzeichnung aus.

Diese Aussage darf nicht automatisch auf einspurige Roller übertragen werden

Für einspurige Kraftfahrzeuge bestehen in Deutschland andere Regelungen.

5. Einspurige Kraftfahrzeuge sind von der allgemeinen situativen Winterreifenpflicht ausgenommen

Nach der deutschen Straßenverkehrs-Ordnung gilt die allgemeine situative Winterreifenpflicht bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nicht für einspurige Kraftfahrzeuge.

Das betrifft viele klassische Motorroller

Ob ein konkretes Fahrzeug unter diese Ausnahme fällt, richtet sich nach seiner tatsächlichen Fahrzeugart und Einstufung.

6. Ausnahme von der Winterreifenpflicht bedeutet nicht freie Fahrt ohne zusätzliche Regeln

Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit einem Fahrzeug fährt, für das die Ausnahme greift, muss besondere Vorsichtsregeln beachten.

  • vor Fahrtbeginn prüfen, ob die Fahrt tatsächlich erforderlich ist
  • prüfen, ob das Ziel mit anderen Verkehrsmitteln erreichbar wäre
  • größeren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten
  • grundsätzlich höchstens 50 km/h fahren
  • bei Bedarf noch langsamer fahren
Rechtlich ausgenommen bedeutet nicht fahrdynamisch unproblematisch

Ein Roller bleibt auf Schnee, Eis und Schneematsch ein Zweirad mit sehr begrenzter Stabilitätsreserve.

Besonderheit für Reifen der Klasse L

Bei M+S-Reifen für Motorräder, Mopeds und Roller gibt es in der StVZO eine eigene Sonderregel.

7. § 36 StVZO enthält weiterhin eine M+S-Regel für Fahrzeuge der Klasse L

Für M+S-Reifen, die die entsprechenden Eigenschaften nach UNECE-Regelung Nr. 75 erfüllen und an Fahrzeugen der Klasse L verwendet werden, gilt eine besondere Vorschrift.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zum typischen Pkw-M+S-Thema

Deshalb sollte ein M+S-Rollerreifen nicht nur nach den bekannten Pkw-Regeln beurteilt werden.

8. UNECE R75 ist bei Roller- und Motorradreifen besonders relevant

Die UNECE-Regelung Nr. 75 betrifft unter anderem Reifen für Krafträder und Mopeds.

Bei der Reifenprüfung können deshalb unter anderem relevant sein:

  • Genehmigungskennzeichnung
  • Reifendimension
  • Geschwindigkeitskategorie
  • Tragfähigkeit
  • M+S-Ausführung

9. E-Kennzeichnung und M+S sind nicht dasselbe

Die Genehmigungskennzeichnung bestätigt eine Genehmigung nach den jeweils zugrunde liegenden technischen Vorschriften. M+S beschreibt dagegen eine bestimmte Reifencharakteristik beziehungsweise Kennzeichnung.

Nicht nur einen einzelnen Schriftzug lesen

Für eine korrekte technische Beurteilung gehört die komplette Reifenflanke betrachtet.

Geschwindigkeitsindex und M+S

Gerade bei bestimmten Zweirad-M+S-Reifen kann die Geschwindigkeitskennzeichnung besonders wichtig werden.

10. Speed-Index nicht übersehen

Ein Rollerreifen trägt neben Größe und Lastindex auch eine Geschwindigkeitskennzeichnung.

Beispielsweise können je nach Reifen vorkommen:

  • J
  • L
  • P
  • S
  • andere zum Reifen passende Speed-Indices
Nicht nur auf M+S schauen

Die Geschwindigkeitskategorie gehört immer zur vollständigen Reifenbeurteilung.

11. Niedrigerer Speed-Index kann bei bestimmten M+S-Reifen eine Sonderregel auslösen

Für entsprechende M+S-Reifen an Fahrzeugen der Klasse L verweist § 36 StVZO auf eine Sonderregel, die auch die Verwendung eines gegenüber der Fahrzeughöchstgeschwindigkeit niedrigeren Geschwindigkeitsindex betreffen kann.

Das ist kein allgemeiner Freibrief

Die konkrete Reifenkennzeichnung, Fahrzeugklasse und die gesetzlichen Voraussetzungen müssen zusammenpassen.

12. Zulässige Höchstgeschwindigkeit des montierten Reifens beachten

Ist aufgrund einer zulässigen Sonderregel ein Reifen mit niedrigerem Speed-Index montiert, darf dessen zulässige Geschwindigkeit nicht überschritten werden.

Fahrzeug kann schneller sein als der Reifen

Dann wird die Reifenkennzeichnung zur tatsächlichen Geschwindigkeitsgrenze für diese Bereifung.

M+S im praktischen Wintereinsatz

Rechtliche Zulässigkeit und tatsächliche Fahreignung sind zwei verschiedene Fragen.

13. Profilgestaltung des M+S-Reifens ansehen

Bei einem für schlechte Wetterbedingungen vorgesehenen Rollerreifen können beispielsweise auffallen:

  • größeres Profilnegativ
  • zahlreiche Profilkanten
  • Lamellen
  • offenere Profilgestaltung
  • stärker strukturierte Schulterbereiche
Profiloptik allein reicht trotzdem nicht

Die Gummimischung und die gesamte Reifenkonstruktion sind ebenfalls wichtig.

14. M+S-Reifen kann auf Schnee anders arbeiten als normaler Straßenreifen

Ein entsprechend ausgelegtes Profil kann auf losem oder matschigem Untergrund zusätzliche Kanten und Freiräume zur Verfügung stellen.

Schnee ist nicht Eis

Ein Reifen, der auf Schnee noch brauchbare Traktion entwickelt, kann auf glattem Eis trotzdem nur sehr geringe Haftung besitzen.

15. Eis bleibt auch mit M+S eine extreme Fahrsituation

Bei Eis oder Reifglätte kann die verfügbare Seitenführung eines Zweirads sehr schnell zusammenbrechen.

  • Schräglage reduzieren
  • starke Bremsmanöver vermeiden
  • sanft beschleunigen
  • Lenkbewegungen möglichst ruhig halten
  • Fahrt wenn möglich vermeiden

16. Schneematsch kann zusätzliche Probleme verursachen

Schneematsch verbindet Wasser und lockeren Schnee. Das Profil muss Material aus der Aufstandsfläche verdrängen, während gleichzeitig nur begrenzter Fahrbahnkontakt vorhanden sein kann.

Geschwindigkeit deutlich anpassen

Auch ein M+S-Rollerreifen hebt die physikalischen Grenzen eines Zweirads nicht auf.

Reifendruck, Profil und Alter

Die M+S-Kennung ersetzt keine normale Reifenprüfung.

17. Reifendruck bei niedrigen Temperaturen häufiger kontrollieren

Bei sinkenden Außentemperaturen kann auch der Kaltdruck sinken.

  • Vorderreifen kalt messen
  • Hinterreifen kalt messen
  • Herstellerwerte verwenden
  • Beladungszustand berücksichtigen

18. Zu niedriger Druck verschlechtert nicht nur die Reifenform

Unterdruck kann bei einem Roller unter anderem beeinflussen:

  • Lenkpräzision
  • Karkassenbewegung
  • Reifenerwärmung
  • Verschleiß
  • Verhalten auf nasser oder verschneiter Fahrbahn

19. Profiltiefe bei M+S-Reifen regelmäßig kontrollieren

Eine M+S-Kennung bleibt auf der Reifenflanke sichtbar, auch wenn das Profil bereits stark verschlissen ist.

Kennzeichnung ersetzt kein ausreichendes Profil

Mit zunehmendem Verschleiß verändert sich die Fähigkeit des Profils, Wasser, Matsch und lockeres Material aufzunehmen beziehungsweise abzuleiten.

20. Reifenalter berücksichtigen

Gerade Roller mit saisonaler Nutzung können Reifen besitzen, die noch viel Profil haben, aber bereits deutlich gealtert sind.

  • DOT beziehungsweise Herstellungszeitraum
  • Seitenwandrisse
  • Profilgrundrisse
  • Gummizustand
  • lange Standzeiten

21. M+S macht einen alten Reifen nicht wieder wintertauglich

Die Kennzeichnung verändert sich mit dem Reifenalter nicht. Die tatsächlichen Materialeigenschaften können sich dagegen über die Jahre verändern.

Reifen immer im aktuellen Zustand beurteilen

Ein alter M+S-Reifen ist nicht allein wegen seines Schriftzugs automatisch eine gute Wahl für kalte oder winterliche Bedingungen.

Typische Fehlannahmen

Gerade die bekannten Begriffe aus dem Pkw-Bereich führen bei Rollerreifen schnell zu falschen Schlüssen.

22. „M+S bedeutet automatisch Winterreifen wie beim Pkw“ – falsch

Die Rechtslage und die technischen Genehmigungsgrundlagen unterscheiden sich je nach Fahrzeugklasse.

Roller separat beurteilen

Einspurige Kraftfahrzeuge und Reifen nach UNECE R75 dürfen nicht einfach mit Pkw-Bereifung gleichgesetzt werden.

23. „Ohne Alpine-Symbol darf ich meinen Roller im Winter nicht fahren“ – zu pauschal

Für einspurige Kraftfahrzeuge besteht in Deutschland eine Ausnahme von der allgemeinen situativen Winterreifenpflicht.

Aber besondere Fahrregeln bleiben bestehen

Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind die gesetzlichen Zusatzpflichten für die Fahrt zu beachten.

24. „M+S bedeutet auf Eis sicheren Grip“ – falsch

Die Haftung auf Eis kann auch mit winterorientierter Bereifung sehr gering sein.

Reifenkennzeichnung kann die Physik nicht aufheben

Besonders bei Zweirädern kann bereits geringer Haftungsverlust zu einem Sturz führen.

25. „Viel Profil bedeutet guter Winterreifen“ – ebenfalls zu einfach

Zusätzlich zur Profiltiefe sind unter anderem relevant:

  • Reifenalter
  • Gummizustand
  • Reifenmischung
  • Reifendruck
  • Profilgestaltung
  • tatsächliche Straßenverhältnisse

Vor dem Kauf eines M+S-Rollerreifens

Die Kennzeichnung sollte immer zusammen mit den übrigen technischen Daten geprüft werden.

26. Reifengröße vollständig prüfen

  • Reifenbreite
  • Querschnitt
  • Felgendurchmesser
  • Tragfähigkeitsindex
  • Geschwindigkeitsindex

27. FRONT- und REAR-Kennzeichnung beachten

Ein M+S-Rollerreifen kann zusätzlich für eine bestimmte Radposition ausgelegt sein.

FRONT

Für den vorgesehenen Einsatz am Vorderrad.

REAR

Für den vorgesehenen Einsatz am Hinterrad.

28. Laufrichtung kontrollieren

Auch M+S-Rollerreifen können laufrichtungsgebunden sein.

  • Richtungspfeil suchen
  • Radposition beachten
  • FRONT-/REAR-Hinweise lesen
  • nicht nur nach Profiloptik montieren

29. Schlauch oder Tubeless ebenfalls prüfen

Die M+S-Kennung sagt nichts darüber aus, ob ein Reifen schlauchlos oder mit Schlauch betrieben wird.

TL

Tubeless – für schlauchlosen Betrieb konstruiert, sofern Felge und Radaufbau dazu passen.

TT

Tube Type – für den Betrieb mit passendem Schlauch vorgesehen.

Übersicht & Prüfreihenfolge

Die wichtigsten Aussagen zur M+S-Kennzeichnung bei Rollerreifen auf einen Blick.

30. Typische Fragen und Missverständnisse

Aussage oder Situation Einordnung Besonders prüfen
Rollerreifen trägt M+S besondere Reifenkennzeichnung komplette Reifenflanke
kein Alpine-Symbol vorhanden bei einspurigem Roller nicht automatisch unzulässig Fahrzeugklasse und Einsatz
M+S wie Pkw-Winterreifen behandeln zu pauschal Klasse-L-Regelungen
Reifen nach UNECE R75 relevant für Zweiradreifen Genehmigungskennzeichnung
niedriger Speed-Index Sonderregel kann relevant sein zulässige Geschwindigkeit
viel Profil, alter Reifen Alterung trotzdem möglich DOT und Zustand
gutes Profil auf Schnee keine Garantie für Eis Fahrbedingungen
Winterfahrt mit einspurigem Roller besondere StVO-Pflichten Erforderlichkeit, Abstand und Geschwindigkeit
M+S-Reifen verliert Luft normales Reifenproblem Ventil, Wulst und Reifen
M+S und TL/TT voneinander unabhängige Kennzeichnungen Felge und Betriebsart

31. FT-Prüfreihenfolge bei M+S-Rollerreifen

Fahrzeugart klären

Einspurigen Roller und Fahrzeugklasse richtig einordnen.

Reifengröße prüfen

Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser kontrollieren.

M+S-Kennzeichnung ansehen

Schreibweise und Reifenmodell erfassen.

Genehmigungskennzeichnung prüfen

UNECE-/E-Kennzeichnung mit berücksichtigen.

Tragfähigkeitsindex kontrollieren

Fahrzeuganforderung beachten.

Geschwindigkeitsindex prüfen

Zulässige Reifengeschwindigkeit berücksichtigen.

FRONT-/REAR-Zuordnung ansehen

Reifen an der richtigen Radposition verwenden.

Laufrichtung prüfen

Richtungspfeil beachten.

TL oder TT klären

Reifen, Schlauch und Felge technisch zuordnen.

Profiltiefe prüfen

Mehrere Stellen über Breite und Umfang kontrollieren.

Reifenalter berücksichtigen

DOT und Gummizustand beurteilen.

Risse und Schäden ausschließen

Seitenwand, Profilgrund und Wulst ansehen.

Reifendruck kalt einstellen

Fahrzeugvorgabe verwenden.

Winterliche Fahrbedingungen realistisch beurteilen

Schnee, Eis, Matsch und Nässe unterscheiden.

Besondere StVO-Pflichten beachten

Bei winterlicher Fahrt mit einspurigem Kraftfahrzeug die gesetzlichen Zusatzregeln einhalten.

Fahrweise deutlich anpassen

Bei geringer Haftung Geschwindigkeit und Fahrmanöver reduzieren.

Passendes Wissen aus der FT Wissenswelt

Weitere Grundlagen zu Zweiradreifen und zur korrekten Reifen-Laufrichtung finden Sie in der FT Wissenswelt.

Herstellerwissen aus der FT Herstellerwelt

M+S-Rollerreifen können sich je nach Hersteller und Produktfamilie bei Profilkonzept, Gummimischung, Karkassenaufbau, Speed-Index und vorgesehenem Einsatz deutlich unterscheiden. Deshalb sollte immer das konkrete Reifenmodell beurteilt werden und nicht allein der M+S-Schriftzug.

FT Herstellerwelt Marken, Hersteller, Produktbereiche und weiterführendes Herstellerwissen bei FT Reifen kennenlernen.

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Häufige Fragen zu M+S bei Rollerreifen

Was bedeutet M+S auf einem Rollerreifen?

M+S steht für Matsch und Schnee. Bei Zweiradreifen muss die Kennzeichnung zusammen mit Reifenbauart, Genehmigung, Profil, Geschwindigkeitsindex und Fahrzeugklasse betrachtet werden.

Ist ein M+S-Rollerreifen automatisch ein Winterreifen wie beim Pkw?

Nein. Die technischen und rechtlichen Regelungen für einspurige Fahrzeuge unterscheiden sich vom Pkw-Bereich.

Braucht ein Roller zwingend das Alpine-Symbol?

Für einspurige Kraftfahrzeuge gilt in Deutschland eine Ausnahme von der allgemeinen situativen Winterreifenpflicht. Deshalb darf die Pkw-Regel nicht einfach übertragen werden.

Gilt die Winterreifenpflicht überhaupt für Roller?

Einspurige Kraftfahrzeuge sind von der allgemeinen situativen Winterreifenpflicht ausgenommen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen gelten für die Fahrt jedoch besondere gesetzliche Vorsichtsregeln.

Darf ich mit einem Roller bei Schnee fahren?

Rechtliche Zulässigkeit und tatsächliche Fahrsicherheit müssen getrennt betrachtet werden. Bei winterlichen Verhältnissen gelten besondere Pflichten, und Schnee oder Eis können für ein Zweirad fahrdynamisch extrem kritisch sein.

Was muss ich bei winterlichen Straßenverhältnissen beachten?

Bei einer Fahrt im Rahmen der Ausnahme sind unter anderem die Erforderlichkeit der Fahrt, ein erhöhter Abstand und eine grundsätzlich auf höchstens 50 km/h begrenzte Geschwindigkeit zu beachten, sofern nicht noch langsamer gefahren werden muss.

Was hat UNECE R75 mit Rollerreifen zu tun?

UNECE R75 enthält technische Genehmigungsvorschriften für Reifen von Krafträdern und Mopeds. Sie ist deshalb bei vielen Rollerreifen relevant.

Warum ist der Speed-Index bei M+S wichtig?

Die Geschwindigkeitskennzeichnung bestimmt die zulässige Reifengeschwindigkeit. Bei bestimmten M+S-Reifen der Klasse L können gesetzliche Sonderregeln relevant sein.

Bedeutet M+S automatisch guten Grip auf Eis?

Nein. Eis kann selbst mit winterorientierter Bereifung extrem wenig Haftung bieten.

Ist viel Profil bei einem M+S-Reifen ausreichend?

Nein. Zusätzlich zählen Reifenalter, Gummizustand, Reifendruck, Mischung und tatsächliche Straßenbedingungen.

Kann ein alter M+S-Rollerreifen trotz viel Profil problematisch sein?

Ja. Reifen altern unabhängig vom Profilverschleiß. Risse, Verhärtung und lange Standzeiten sollten mit berücksichtigt werden.

Kann ein M+S-Reifen auch Tubeless sein?

Ja. M+S und TL beziehungsweise TT beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. Ein M+S-Reifen kann je nach Ausführung schlauchlos oder für Schlauchbetrieb konstruiert sein.

Muss ich bei M+S auf FRONT und REAR achten?

Ja. Eine M+S-Kennung hebt eine mögliche Achszuordnung des Reifens nicht auf.

Kann ein M+S-Rollerreifen laufrichtungsgebunden sein?

Ja. Ist ein Richtungspfeil vorhanden, muss die vorgegebene Laufrichtung berücksichtigt werden.

Warum sollte ich einen M+S-Reifen nicht nur nach dem Profilbild kaufen?

Reifengröße, Lastindex, Speed-Index, Achszuordnung, Genehmigung, TL-/TT-Ausführung und Fahrzeugfreigabe sind mindestens ebenso wichtig.

Rechtlicher und technischer Hinweis – Stand August 2026

Diese Praxisinformationen ersetzen keine individuelle rechtliche oder fahrzeugspezifische Prüfung. Die dargestellte Rechtslage bezieht sich auf Deutschland und den Stand August 2026. Maßgeblich sind insbesondere die jeweils aktuelle Straßenverkehrs-Ordnung, Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung sowie die Fahrzeug-, Reifen- und Herstellerangaben. Bei Änderungen der Rechtslage, Fahrten im Ausland oder unklarer Fahrzeugklassifizierung können andere Anforderungen gelten.

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