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Reifengrößen bei Implement-Reifen richtig lesen und verstehen

FT Wissenswelt – Implement-Reifen

Reifengrößen bei Implement-Reifen richtig lesen und verstehen

Bei Implement-Reifen begegnen einem Größen wie 10.0/75-15.3, 11.5/80-15.3, 400/60-15.5, 500/50-17 oder 15.0/55-17.

Die Schreibweisen sehen ähnlich aus, verwenden aber nicht immer dasselbe Maßsystem. Ein Teil der Größen beginnt mit einer Breitenangabe in Zoll, andere Größen verwenden für die Reifenbreite Millimeter. Gleichzeitig wird der Felgendurchmesser auch bei metrisch begonnenen Größen weiterhin in Zoll angegeben.

Wer Implement-Reifengrößen richtig verstehen möchte, muss deshalb zunächst erkennen, in welchem Größensystem die jeweilige Dimension angegeben wird.

Breite

Kann je nach Größenfamilie in Zoll oder Millimetern angegeben sein.

Querschnitt

Beschreibt bei entsprechenden Größen das Verhältnis zwischen Seitenwandhöhe und Reifenbreite.

Felge

Der Felgendurchmesser wird bei diesen Größen in Zoll angegeben.

Reales Maß

Die tatsächliche Breite und der Außendurchmesser können vom Nennmaß abweichen.

Die Zahlen einer Reifengröße dürfen nicht isoliert gelesen werden

Ob eine Zahl Zoll, Millimeter, ein Verhältnis oder den Felgendurchmesser beschreibt, ergibt sich aus der vollständigen Schreibweise.

Warum gibt es bei Implement-Reifen verschiedene Größensysteme?

Landwirtschaftliche Gerätebereifungen haben sich über viele Jahrzehnte entwickelt. Entsprechend existieren traditionelle Zollgrößen neben neueren metrischen Größenbezeichnungen.

Im heutigen Implement-Bereich können deshalb gleichzeitig auftreten:

  • Breitenangaben in Zoll
  • Breitenangaben in Millimetern
  • Querschnittsverhältnisse in Prozent
  • Felgendurchmesser in Zoll
  • traditionelle und modernere Größenbezeichnungen
Die Mischform aus Millimeter und Zoll ist im Reifenbereich normal

Auch bei einer metrisch begonnenen Größe wie 400/60-15.5 wird der Felgendurchmesser weiterhin in Zoll angegeben.

Was bedeutet 10.0/75-15.3?

10.0/75-15.3

Diese klassische Implement-Größe beginnt mit einer Breitenangabe in Zoll.

10.0

Nominelle Reifenbreite innerhalb dieses Größensystems in Zoll.

75

Nominelles Querschnittsverhältnis. Die Seitenwandhöhe entspricht konstruktiv ungefähr 75 Prozent der nominellen Reifenbreite.

15.3

Nomineller Felgendurchmesser in Zoll.

10.0 ist hier kein Außendurchmesser

Die erste Zahl beschreibt die nominelle Reifenbreite.

Was bedeutet das Querschnittsverhältnis 75?

Die Zahl hinter dem Schrägstrich beschreibt bei dieser Größenlogik das Verhältnis zwischen nomineller Seitenwandhöhe und nomineller Reifenbreite.

Vereinfacht bedeutet:

10.0/75

dass die konstruktive Seitenwandhöhe ungefähr 75 Prozent der nominellen Reifenbreite entspricht.

Die 75 ist keine Millimeter- und keine Zollangabe

Sie beschreibt ein Verhältnis.

Warum man den Außendurchmesser nicht einfach exakt aus der Größe berechnen sollte

Aus Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser lässt sich zwar ein theoretisches geometrisches Maß ableiten. Der reale Reifen wird jedoch zusätzlich beeinflusst durch:

  • Karkassenkonstruktion
  • Profilhöhe
  • Felgenbreite
  • Herstellerkonstruktion
  • Reifenausführung
Für eine technische Umrüstung zählt deshalb das reale Herstellermaß

Der berechnete theoretische Durchmesser ersetzt nicht den tatsächlich angegebenen Außendurchmesser des konkreten Reifens.

Was bedeutet 11.5/80-15.3?

11.5/80-15.3

Diese Größe folgt derselben grundsätzlichen Logik wie 10.0/75-15.3.

11.5

Nominelle Reifenbreite in Zoll.

80

Nominelles Verhältnis der Seitenwandhöhe zur Reifenbreite.

15.3

Nomineller Felgendurchmesser in Zoll.

11.5/80-15.3 ist damit nicht einfach nur ein „breiterer 10.0/75-15.3“

Auch das Querschnittsverhältnis unterscheidet sich. Dadurch verändert sich zusätzlich die Reifenhöhe.

Warum 10.0/75-15.3 und 11.5/80-15.3 deutlich unterschiedliche Abmessungen besitzen

Beide Reifen besitzen zwar denselben nominellen Felgendurchmesser von 15.3 Zoll, aber sowohl Reifenbreite als auch Querschnitt unterscheiden sich.

Merkmal 10.0/75-15.3 11.5/80-15.3
Nominelle Breite 10.0 Zoll 11.5 Zoll
Querschnittsverhältnis 75 % 80 %
Felgendurchmesser 15.3 Zoll 15.3 Zoll
Gleicher Außendurchmesser? Nein – die tatsächlichen Herstellerabmessungen unterscheiden sich deutlich.
Automatisch austauschbar? Nein. Felge, Abmessungen, Tragfähigkeit und Maschine müssen separat geprüft werden.
Gleicher Felgendurchmesser bedeutet nicht gleiche Reifengröße

Reale Herstellermaße zeigen den Unterschied besonders deutlich

Technische Herstellerdaten zeigen, dass die Nennmaßbezeichnung nur einen Teil der tatsächlichen Reifengeometrie beschreibt.

So werden beispielsweise für konkrete Implement-Reifen Größen wie 10.0/75-15.3 und 11.5/80-15.3 mit unterschiedlichen tatsächlichen Reifenbreiten und Außendurchmessern geführt.

Das ist bei der Beurteilung von:

  • Freigängigkeit
  • Maschinenhöhe
  • Umrüstung
  • Felgenzuordnung
  • Reifenpaarung auf mehreren Radpositionen

wichtig.

Nennmaß dient der Reifeneinordnung – reales Herstellermaß dient der konkreten technischen Prüfung

Was bedeutet 400/60-15.5?

400/60-15.5

Bei dieser Größe beginnt die Bezeichnung mit einer metrischen Breitenangabe.

400

Nominelle Reifenbreite in Millimetern.

60

Nominelles Querschnittsverhältnis. Die Seitenwandhöhe entspricht konstruktiv ungefähr 60 Prozent der nominellen Reifenbreite.

15.5

Nomineller Felgendurchmesser in Zoll.

400 ist Millimeter – 15.5 ist Zoll

Genau diese Kombination verschiedener Maßeinheiten ist bei solchen Reifengrößen normal.

Warum 400 mm Nennbreite nicht exakt 400 mm reale Reifenbreite bedeutet

Die erste Zahl ist eine nominelle Größenangabe.

Das reale Maß hängt unter anderem ab von:

  • Hersteller
  • Reifenmodell
  • Profil
  • Karkassenkonstruktion
  • verwendeter Messfelge
Ein 400/60-15.5 muss deshalb nicht exakt 400 mm breit sein

Technische Herstellerunterlagen können für verschiedene Reifen derselben Nennmaßgröße unterschiedliche tatsächliche Breiten ausweisen.

Was bedeutet 500/50-17?

500/50-17

500

Nominelle Reifenbreite von 500 Millimetern.

50

Querschnittsverhältnis von nominell 50 Prozent.

17

Nomineller Felgendurchmesser von 17 Zoll.

Eine solche Dimension ist deutlich breiter als viele klassische kleinere Implement-Größen.

Auch hier entscheidet nicht nur die Breite

Tragfähigkeit, Felgenbreite, Außendurchmesser, Geschwindigkeit und Maschinenfreigabe gehören genauso zur Reifenbestimmung.

Was bedeutet ein Querschnitt von 50?

Bei einem 500/50-Reifen beträgt die nominelle Seitenwandhöhe ungefähr die Hälfte der nominellen Reifenbreite.

Das Verhältnis beeinflusst gemeinsam mit der Reifenbreite und dem Felgendurchmesser den Gesamtdurchmesser des Reifens.

50 bedeutet nicht 50 Millimeter

Die Zahl beschreibt ein prozentuales Verhältnis.

Was bedeutet 15.0/55-17?

15.0/55-17

Diese Größe sieht einer metrischen Bezeichnung ähnlich, beginnt aber mit einer traditionellen Breitenangabe in Zoll.

15.0

Nominelle Reifenbreite in Zoll.

55

Nominelles Verhältnis zwischen Seitenwandhöhe und Reifenbreite.

17

Nomineller Felgendurchmesser in Zoll.

15.0/55-17 und 500/50-17 verwenden nicht dieselbe Breiten-Einheit

Bei 15.0/55-17 ist die Breite zollbasiert, bei 500/50-17 metrisch.

Warum 15.0/55-17 nicht einfach „15 Zoll hoher Reifen“ bedeutet

Die erste Zahl 15.0 beschreibt hier die nominelle Reifenbreite.

Sie ist weder:

  • der Außendurchmesser
  • der Felgendurchmesser
  • die Seitenwandhöhe
Die Position einer Zahl allein reicht nicht – die komplette Größenlogik muss erkannt werden

Zollbasierte und metrische Implement-Größen im direkten Vergleich

Beispiel Erste Zahl Zweite Zahl Letzte Zahl
10.0/75-15.3 Nominelle Breite in Zoll Querschnittsverhältnis 75 % Felgendurchmesser in Zoll
11.5/80-15.3 Nominelle Breite in Zoll Querschnittsverhältnis 80 % Felgendurchmesser in Zoll
400/60-15.5 Nominelle Breite in Millimetern Querschnittsverhältnis 60 % Felgendurchmesser in Zoll
500/50-17 Nominelle Breite in Millimetern Querschnittsverhältnis 50 % Felgendurchmesser in Zoll
15.0/55-17 Nominelle Breite in Zoll Querschnittsverhältnis 55 % Felgendurchmesser in Zoll

Warum der Felgendurchmesser 15.3 oder 15.5 heißen kann

Bei Implement-Reifen begegnet man nicht nur ganzen Zollwerten wie 17 Zoll, sondern auch Felgendurchmessern wie:

  • 15.3 Zoll
  • 15.5 Zoll

Diese Größen sind eigenständige Felgendurchmesser.

15.3 Zoll und 15.5 Zoll sind nicht dasselbe

Ein Reifen für eine 15.3-Zoll-Felge darf nicht allein wegen der ähnlichen Zahl als Reifen für eine 15.5-Zoll-Felge betrachtet werden.

Warum bei Felgendurchmessern keine Näherungswerte zulässig sind

Bei der Reifenbreite können reale Herstellermaße etwas vom Nennmaß abweichen. Beim vorgesehenen Felgendurchmesser handelt es sich dagegen um eine grundlegende Passungsgröße zwischen Reifenwulst und Felge.

Deshalb gilt:

  • 15.3 gehört auf die dafür vorgesehene 15.3-Zoll-Felge
  • 15.5 gehört auf die dafür vorgesehene 15.5-Zoll-Felge
  • 17 gehört auf die dafür vorgesehene 17-Zoll-Felge
„Fast derselbe Felgendurchmesser“ ist technisch nicht passend

Warum der Reifenquerschnitt für den Außendurchmesser wichtig ist

Bei zwei Reifen gleicher Breite und gleichem Felgendurchmesser kann ein anderes Querschnittsverhältnis zu einer anderen Seitenwandhöhe und damit zu einem anderen Außendurchmesser führen.

Höheres Querschnittsverhältnis

Bedeutet bei gleicher nomineller Breite grundsätzlich eine höhere nominelle Seitenwand.

Niedrigeres Querschnittsverhältnis

Bedeutet bei gleicher nomineller Breite grundsätzlich eine niedrigere nominelle Seitenwand.

Breite allein reicht deshalb nicht zum Größenvergleich

Warum der reale Außendurchmesser bei Implement-Reifen so wichtig ist

Der Außendurchmesser beeinflusst die Maschinengeometrie.

Eine Änderung kann sich auswirken auf:

Maschinenhöhe

Ein größeres Rad hebt die entsprechende Radposition grundsätzlich an.

Bodenfreiheit

Der Abstand zwischen Maschine und Boden kann sich verändern.

Abrollumfang

Ein größerer Reifen legt pro Radumdrehung eine größere Strecke zurück.

Freigängigkeit

Größere Reifen benötigen mehr Raum innerhalb der Maschinenkonstruktion.

Eine alternative Größe muss deshalb geometrisch zur Maschine passen – nicht nur auf die Felge

Was bedeutet Abrollumfang?

Der Abrollumfang beschreibt vereinfacht die Strecke, die ein Reifen bei einer Radumdrehung unter definierten Bedingungen zurücklegt.

Er hängt eng mit dem tatsächlichen Reifendurchmesser zusammen.

Außendurchmesser und Abrollumfang sind verwandt, aber nicht identisch

Für technische Vergleiche sollten deshalb die jeweiligen Herstellerdaten verwendet werden.

Warum der theoretische Kreisumfang nicht automatisch dem angegebenen Abrollumfang entspricht

Ein belasteter Luftreifen ist in der Bodenaufstandsfläche abgeflacht und verformt sich während des Rollens.

Dadurch unterscheidet sich sein tatsächliches Abrollverhalten von einem vollkommen starren geometrischen Kreis.

Für genaue Vergleiche ist der Hersteller-Abrollumfang aussagekräftiger als eine reine Taschenrechnerberechnung

Was ist der statische Halbmesser?

In technischen Reifentabellen findet man häufig den statischen Halbmesser beziehungsweise Loaded Static Radius.

Er beschreibt vereinfacht den Abstand zwischen Radmitte und Boden bei einem belasteten Reifen unter definierten Bedingungen.

Außendurchmesser

Beschreibt die gesamte unbelastete beziehungsweise definierte äußere Reifengröße.

Statischer Halbmesser

Beschreibt die tatsächliche Höhe der Radmitte über dem Boden unter festgelegter Belastung.

Für Maschinenhöhe und Bodenfreiheit kann der statische Halbmesser eine wichtige technische Größe sein

Warum gleiche Nennmaßgröße nicht millimetergleich bedeutet

Das lässt sich bei Implement-Reifen besonders gut beobachten.

Zwei Reifen mit derselben Bezeichnung können sich je nach Hersteller oder Profil unterscheiden bei:

  • tatsächlicher Reifenbreite
  • Außendurchmesser
  • statischem Halbmesser
  • Abrollumfang
  • empfohlener beziehungsweise zulässiger Felge
Nennmaß ist eine Größenklasse – keine Garantie für identische reale Abmessungen

Warum sogar zwei Reifen desselben Herstellers unterschiedlich ausfallen können

Unterschiedliche Profile und Karkassenkonstruktionen können innerhalb derselben Nennmaßgröße unterschiedliche Außenmaße besitzen.

Ein stärker ausgeprägtes Profil kann beispielsweise den tatsächlichen Außendurchmesser beeinflussen.

Bei einer knappen Freigängigkeit immer das konkrete Reifenmodell prüfen

Nicht nur die Größenbezeichnung vergleichen.

Warum eine ähnliche metrische Breite keine Alternativgröße beweist

Eine zollbasierte Größe lässt sich rechnerisch in Millimeter umrechnen. Daraus entsteht jedoch keine automatische Austauschbarkeit mit einer metrischen Reifengröße.

Denn zusätzlich können sich unterscheiden:

  • Querschnitt
  • Felgendurchmesser
  • Außendurchmesser
  • Felgenbreite
  • Tragfähigkeit
  • Reifenbauart
Eine mathematisch ähnliche Breite ist keine technische Vergleichsgröße für eine Umrüstung

Warum die Felgenbreite zusätzlich geprüft werden muss

Der Felgendurchmesser ist nur ein Teil der Reifen-Felgen-Zuordnung.

Auch die Felgenbreite muss zum konkreten Reifen passen.

Reifenbreite

Beschreibt den nominellen beziehungsweise realen Reifenquerschnitt.

Felgenbreite

Beschreibt ein eigenes Maß der Felge und beeinflusst die montierte Reifenform.

Ein 400 mm breiter Reifen benötigt keine 400 mm breite Felge

Reifenbreite und Felgenbreite sind zwei unterschiedliche technische Größen.

Warum Hersteller eine Mess- oder Referenzfelge angeben

Die reale Reifenbreite und weitere technische Maße werden unter definierten Bedingungen ermittelt.

Dazu gehört eine bestimmte Felgenbreite.

Technische Herstellerdaten können deshalb beispielsweise angeben:

  • empfohlene Felge
  • zulässige Alternativfelgen
  • Reifenbreite auf der Messfelge
  • Außendurchmesser
Ohne die verwendete Felge ist ein reales Breitenmaß nur eingeschränkt vergleichbar

Warum die Reifengröße nichts über die Tragfähigkeit allein aussagt

Zwei Reifen derselben Größe können unterschiedliche:

  • PR-Klassen
  • Lastindizes
  • Karkassenkonstruktionen
  • Druckwerte
  • Geschwindigkeitsfreigaben

besitzen.

Die Größenbezeichnung beschreibt die Dimension – nicht die komplette Leistungsfähigkeit

Warum ein größerer Reifen nicht automatisch mehr tragen darf

Ein größerer Reifen kann konstruktiv mehr Luftvolumen besitzen. Daraus lässt sich aber ohne technische Daten keine konkrete Tragfähigkeit ableiten.

Entscheidend bleiben:

  • Karkassenbauart
  • Lastindex beziehungsweise PR
  • Reifenfülldruck
  • Geschwindigkeit
  • Herstellerfreigabe
Reifenabmessung und Tragfähigkeit sind miteinander verbunden, aber nicht dasselbe

Was sagt der Bindestrich über die Reifenbauart aus?

Bei vielen klassischen Implement-Größen findet man einen Bindestrich vor dem Felgendurchmesser, beispielsweise:

  • 10.0/75-15.3
  • 11.5/80-15.3
  • 400/60-15.5
  • 500/50-17

Bei vielen traditionellen landwirtschaftlichen Größen ist diese Schreibweise typisch für Diagonalreifen.

Die Bauart sollte trotzdem immer anhand der vollständigen Reifenspezifikation geprüft werden

Eine Schreibweise allein ersetzt keine Herstellerangabe.

Was würde ein R in der Größe bedeuten?

Bei radial aufgebauten Reifen wird in vielen Größenfamilien ein R vor dem Felgendurchmesser verwendet.

Damit wird die Radialbauweise gekennzeichnet.

Diagonal und radial beschreiben den Karkassenaufbau – nicht das Profil

Die Unterschiede der beiden Bauarten behandeln wir innerhalb der FT Wissenswelt Implement-Reifen separat ausführlich.

Warum TT und TL nicht zur eigentlichen Größe gehören

Zusätzlich zur Dimension kann auf einem Reifen beispielsweise stehen:

  • TT – Tube Type
  • TL – Tubeless

Diese Angaben beschreiben das Reifen- beziehungsweise Luftsystem und nicht die eigentliche Reifengröße.

Gleiche Größe kann in unterschiedlichen technischen Ausführungen angeboten werden

Warum PR und Lastindex ebenfalls Zusatzinformationen sind

Eine vollständige Reifenbezeichnung kann neben der Dimension zusätzliche Leistungskennwerte enthalten.

PR

Beschreibt eine Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse.

LI / SI

Last- und Geschwindigkeitskennwerte beschreiben definierte Leistungsbedingungen des Reifens.

Die Dimension ist damit nur der Anfang der technischen Reifenbeschreibung

Warum eine Alternativgröße sorgfältig geprüft werden muss

Bei Implement-Reifen kann der Wunsch nach einer anderen Dimension verschiedene Gründe haben – beispielsweise höhere Tragfähigkeit, größere Aufstandsfläche oder Ersatz einer schwer verfügbaren Größe.

Vor einer Umrüstung müssen jedoch mindestens geprüft werden:

  • Felgendurchmesser
  • zulässige Felgenbreite
  • tatsächliche Reifenbreite
  • Außendurchmesser
  • statischer Halbmesser
  • Abrollumfang
  • Tragfähigkeit
  • Geschwindigkeit
  • Reifenbauart
  • Freigängigkeit
  • Maschinenfreigabe
Eine optisch ähnliche Größe ist keine Alternativfreigabe

Warum unterschiedliche Reifengrößen bei Tandem- und Mehrachsgeräten besonders relevant sind

Bei mehreren Radpositionen können unterschiedliche Abrollumfänge und Außendurchmesser die Radbewegungen untereinander beeinflussen.

Relevant werden können beispielsweise:

  • unterschiedliche Nennmaßgrößen
  • unterschiedliche Herstellerabmessungen
  • stark unterschiedlicher Verschleiß
  • abweichende Reifenfülldrücke
Die konkrete praktische Beurteilung solcher Unterschiede gehört in die FT Praxiswelt Implement-Reifen

Die Wissenswelt erklärt hier lediglich, warum Größe und Abrollumfang technisch relevant sind.

Warum ein abgefahrener Reifen einen kleineren Außendurchmesser besitzt

Mit zunehmendem Profilverschleiß wird Material von der Lauffläche abgetragen.

Damit reduziert sich auch der tatsächliche Außendurchmesser.

Gleiche Nennmaßgröße bedeutet bei unterschiedlich stark verschlissenen Reifen deshalb nicht exakt denselben aktuellen Durchmesser

Warum man einen unbekannten Implement-Reifen nicht nur mit dem Zollstock bestimmen sollte

Bei älteren oder stark verschmutzten Reifen kann die Größenbezeichnung schwer lesbar sein.

Eine Messung von Breite und Außendurchmesser kann dann Hinweise liefern, reicht aber allein nicht für eine sichere Bestimmung.

Messwerte werden beeinflusst durch:

  • Profilverschleiß
  • Reifenfülldruck
  • Radlast
  • Felgenbreite
  • Herstellerkonstruktion
  • Messmethode
Ausmessen hilft bei der Identifikation – ersetzt aber die Seitenwand- und Felgendaten nicht

Welche Angaben sollten bei einem unbekannten Implement-Reifen dokumentiert werden?

1. Reifengröße

Alle Zahlen, Punkte, Schrägstriche, Bindestriche und Buchstaben exakt übernehmen.

2. Hersteller

Reifenmarke und Modell beziehungsweise Profil dokumentieren.

3. PR / LI

Vorhandene Last- und Festigkeitsangaben aufnehmen.

4. Geschwindigkeit

Vorhandenen Speed Index beziehungsweise weitere Angaben dokumentieren.

5. TT / TL

Das Reifen- und Luftsystem erfassen.

6. Felge

Felgengröße, Felgenbreite und vorhandene Kennzeichnung fotografieren.

7. Maschine

Hersteller und genaue Typbezeichnung festhalten.

8. Radposition

Dokumentieren, an welcher Achse beziehungsweise Position der Reifen arbeitet.

Typische Irrtümer bei Implement-Reifengrößen

Behauptung Richtige Einordnung
„Bei 400/60-15.5 bedeutet 400 den Außendurchmesser.“ Nein. 400 beschreibt die nominelle Reifenbreite in Millimetern.
„Die 60 bei 400/60-15.5 bedeutet 60 mm Seitenwandhöhe.“ Nein. 60 bezeichnet das nominelle Querschnittsverhältnis in Prozent.
„Bei 10.0/75-15.3 ist die Breite 10 mm.“ Nein. 10.0 ist bei dieser Größenfamilie eine nominelle Breitenangabe in Zoll.
„15.3 und 15.5 sind fast dasselbe.“ Nein. Es handelt sich um unterschiedliche Felgendurchmesser.
„500/50-17 und 15.0/55-17 verwenden dieselbe Maßeinheit für die Breite.“ Nein. 500 ist eine metrische Millimeterangabe, 15.0 eine zollbasierte Breitenangabe.
„Ein 400/60-15.5 ist exakt 400 mm breit.“ Nicht zwingend. 400 ist ein Nennmaß; die reale Breite hängt vom konkreten Reifen und der Messfelge ab.
„Gleiche Nennmaßgröße bedeutet gleiche reale Außenmaße.“ Nein. Profil und Herstellerkonstruktion können tatsächliche Breite und Außendurchmesser verändern.
„Gleicher Felgendurchmesser bedeutet gleiche Felge.“ Nein. Felgenbreite, Kontur und Belastbarkeit müssen zusätzlich passen.
„Eine größere Reifengröße trägt automatisch mehr Last.“ Nicht automatisch. Die Tragfähigkeit ergibt sich aus den konkreten technischen Reifendaten.
„Wenn Außendurchmesser und Breite ungefähr stimmen, kann ich umrüsten.“ Nein. Felge, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit, Bauart, Freigängigkeit und Maschinenfreigabe müssen ebenfalls geprüft werden.

Wissenswelt und Praxiswelt bewusst getrennt

Diese Seite erklärt, wie die verschiedenen Größenbezeichnungen bei Implement-Reifen aufgebaut sind und welche technischen Maße dahinterstehen.

Die praktische Beurteilung unterschiedlich verschlissener Reifen, ungleicher Radpositionen, Belastungsprobleme oder auffälligen Fahrverhaltens gehört dagegen in die FT Praxiswelt Implement-Reifen.

FT Wissenswelt = Reifengröße verstehen. FT Praxiswelt = vorhandene Bereifung am Gerät beurteilen.

Implement-Reifen bei FT-Reifen

Bei FT-Reifen finden Sie Implement-Reifen in zahlreichen Größen, Profilen, Tragfähigkeitsklassen und technischen Ausführungen.

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Häufige Fragen zu Implement-Reifengrößen

Was bedeutet 10.0/75-15.3?

10.0 beschreibt die nominelle Reifenbreite in Zoll, 75 das nominelle Querschnittsverhältnis und 15.3 den Felgendurchmesser in Zoll.

Was bedeutet 11.5/80-15.3?

11.5 steht für die nominelle Reifenbreite in Zoll, 80 für das Querschnittsverhältnis und 15.3 für den Felgendurchmesser.

Was bedeutet 400/60-15.5?

400 bezeichnet die nominelle Reifenbreite in Millimetern, 60 das Querschnittsverhältnis und 15.5 den Felgendurchmesser in Zoll.

Was bedeutet 500/50-17?

500 steht für eine nominelle Reifenbreite von 500 Millimetern, 50 für ein Querschnittsverhältnis von 50 Prozent und 17 für den Felgendurchmesser in Zoll.

Was bedeutet 15.0/55-17?

15.0 beschreibt bei dieser Größenfamilie die nominelle Reifenbreite in Zoll, 55 das Querschnittsverhältnis und 17 den Felgendurchmesser.

Sind 15.3- und 15.5-Zoll-Felgen austauschbar?

Nein. 15.3 und 15.5 sind unterschiedliche Felgendurchmesser. Der Reifen muss zur vorgesehenen Felgengröße passen.

Ist ein 400/60-15.5 exakt 400 mm breit?

Nicht zwingend. 400 ist eine nominelle Größenangabe. Die tatsächliche Breite kann je nach Reifenmodell, Profil, Karkasse und verwendeter Felge abweichen.

Warum haben Reifen gleicher Größe unterschiedliche Außendurchmesser?

Herstellerkonstruktion, Karkasse und Profilhöhe können die tatsächlichen Außenmaße beeinflussen. Deshalb sollten bei technischen Umrüstungen die konkreten Herstellerdaten verglichen werden.

Kann ich eine zollbasierte Größe einfach in eine metrische Größe umrechnen?

Eine rechnerische Umrechnung der Breite ist möglich, erzeugt aber keine automatische Alternativgröße. Querschnitt, Außendurchmesser, Felge, Tragfähigkeit und Bauart müssen ebenfalls passen.

Welche Werte sind bei einer möglichen Alternativgröße besonders wichtig?

Neben der nominellen Größe sollten insbesondere tatsächliche Breite, Außendurchmesser, Abrollumfang, Felgenzuordnung, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit, Reifenbauart und Freigängigkeit verglichen werden.

Technischer Hinweis

Diese FT Wissenswelt erklärt die grundlegenden Größenbezeichnungen bei Implement-Reifen. Nominelle Reifenbreite, Querschnitt und Felgendurchmesser dürfen nicht mit garantierten realen Außenmaßen verwechselt werden. Für Ersatzbereifungen und insbesondere Umrüstungen sind die technischen Daten des konkreten Reifen-, Felgen- und Maschinenherstellers maßgeblich.

Bei Implement-Reifen muss zuerst das Größensystem verstanden werden

Eine Größe wie 10.0/75-15.3 beginnt mit einer zollbasierten Reifenbreite. Bei 400/60-15.5 wird die Breite dagegen in Millimetern angegeben.

Die Zahl nach dem Schrägstrich beschreibt bei diesen Größen das Querschnittsverhältnis, während die letzte Zahl den Felgendurchmesser in Zoll angibt.

Damit ist die Reifengröße aber noch nicht vollständig technisch beschrieben.

Für die konkrete Eignung gehören auch reale Reifenbreite, Außendurchmesser, Felgenbreite, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit und Reifenbauart zur Betrachtung.

Deshalb lautet die entscheidende Frage bei einer Ersatz- oder Alternativgröße nicht: „Sehen die Zahlen ungefähr gleich aus?“

Sondern: „Sind die realen technischen Abmessungen und Leistungsdaten für Felge und Maschine tatsächlich passend?“

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