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Reifenfülldruck bei Industrie-Luftreifen am Gabelstapler richtig bestimmen

FT Wissenswelt – Gabelstaplerreifen

Reifenfülldruck bei Industrie-Luftreifen am Gabelstapler richtig bestimmen

Bei einem Industrie-Luftreifen ist der Reifenfülldruck kein Komfortwert, den man nach Gefühl einstellen sollte. Er gehört unmittelbar zur technischen Funktion des Reifens.

Der Luftdruck beeinflusst, wie stark sich der Reifen unter Last verformt, wie die Aufstandsfläche arbeitet, wie viel Wärme entsteht und welche Last der Reifen unter den vorgesehenen Bedingungen tragen kann.

Gerade bei Gabelstaplern ist das besonders wichtig, weil die Vorderreifen beim Aufnehmen einer Last erheblich stärker belastet werden können als im unbeladenen Zustand.

Tragfähigkeit

Reifenlast und vorgeschriebener Betriebsdruck gehören zusammen.

Verformung

Zu wenig Druck lässt den Reifen stärker arbeiten und walken.

Dämpfung

Der Fülldruck beeinflusst die Eigendämpfung des Luftreifens.

Wärme

Ungeeigneter Druck kann die thermische Belastung des Reifens erhöhen.

Der richtige Reifenfülldruck ist nicht einfach der höchste zulässige Druck

Entscheidend sind Reifengröße, Reifenausführung, tatsächliche Belastung, Geschwindigkeit und die technischen Vorgaben des Reifen- beziehungsweise Staplerherstellers.

Warum benötigt ein Industrie-Luftreifen überhaupt Druck?

Bei einem Industrie-Luftreifen arbeiten Karkasse und eingeschlossene Druckluft gemeinsam.

Wird der Reifen belastet, verformt er sich im Bereich der Aufstandsfläche. Die Luftfüllung wirkt dieser Verformung entgegen.

Karkasse

Bildet die tragende Reifenstruktur und hält die konstruktive Form.

Druckluft

Unterstützt die Lastaufnahme und beeinflusst die Reifenverformung.

Felge

Schließt gemeinsam mit Reifen, Schlauch beziehungsweise Tubeless-System die Rad-Reifen-Einheit ab.

Ohne passenden Betriebsdruck arbeitet der Reifen nicht so, wie er konstruiert wurde

Deshalb ist eine regelmäßige Druckkontrolle bei Industrie-Luftreifen ein wesentlicher Teil des Reifenbetriebs.

Warum gibt es keinen allgemeinen Luftdruck für alle Gabelstaplerreifen?

Man liest gelegentlich pauschale Empfehlungen wie „Staplerreifen werden mit 8 bar“ oder „mit 10 bar“ gefahren.

So einfach ist es nicht.

Industrie-Luftreifen können je nach Größe und Konstruktion unterschiedliche vorgeschriebene Betriebsdrücke besitzen.

Reifengröße

Ein kleiner Reifen benötigt nicht automatisch denselben Druck wie eine größere Ausführung.

PR / Konstruktion

Unterschiedliche Festigkeitsausführungen können andere Last- und Druckwerte besitzen.

Reifenmodell

Herstellerkonstruktion und Produktlinie beeinflussen die technischen Werte.

Einsatz

Radposition, Geschwindigkeit und Fahrzeugart können ebenfalls berücksichtigt werden.

„Gabelstaplerreifen = 10 bar“ wäre deshalb fachlich falsch

Der richtige Wert muss aus den technischen Daten der konkreten Reifenausführung beziehungsweise den Fahrzeugvorgaben stammen.

Warum Industrie-Luftreifen häufig mit vergleichsweise hohem Druck arbeiten

Gabelstaplerreifen besitzen meist einen relativ kleinen Reifenquerschnitt, müssen aber hohe Radlasten aufnehmen.

Deshalb arbeiten viele klassische Stapler-Luftreifen mit deutlich höheren Drücken als typische Pkw-Reifen.

Hoher Druck ist bei solchen Reifen konstruktiv vorgesehen

Das bedeutet aber nicht, dass man einen unbekannten Staplerreifen einfach auf einen vermeintlich typischen hohen Wert aufpumpen darf.

Tragfähigkeit und Luftdruck gehören zusammen

Bei einem Luftreifen darf die Tragfähigkeit nicht unabhängig vom Reifenfülldruck betrachtet werden.

Der Reifenhersteller legt fest, unter welchen Bedingungen eine bestimmte Reifenausführung belastet werden darf.

Reifenlast

Beschreibt die tatsächliche Belastung des einzelnen Reifens.

Betriebsdruck

Muss innerhalb der technischen Reifen- und Felgendaten zur vorgesehenen Belastung passen.

Mehr Luft erhöht die Tragfähigkeit nicht unbegrenzt

Jeder Reifen und jede Felge besitzen konstruktive Last- und Druckgrenzen. Ein für die erforderliche Last zu schwacher Reifen wird nicht durch zusätzlichen Luftdruck zu einem stärkeren Reifen.

Warum die tatsächliche Radlast beim Stapler wichtig ist

Bei einem Gegengewichtsstapler verändert sich die Gewichtsverteilung stark, sobald eine Last aufgenommen wird.

Leerfahrt

Das schwere Gegengewicht belastet den hinteren Fahrzeugbereich entsprechend stark.

Beladener Stapler

Die vor der Vorderachse aufgenommene Last erhöht die Belastung der Vorderreifen deutlich.

Deshalb das Fahrzeuggewicht nicht einfach durch vier teilen

Die für den Reifen relevante Belastung ergibt sich aus der tatsächlichen Achs- beziehungsweise Radlast.

Was passiert bei zu niedrigem Reifenfülldruck?

Ist der Druck für Reifenausführung und tatsächliche Belastung zu niedrig, verformt sich der Reifen stärker.

Das kann mehrere Auswirkungen haben.

Stärkere Walkarbeit

Seitenwand und Karkasse bewegen sich bei jeder Radumdrehung stärker.

Mehr Wärme

Zusätzliche Materialbewegung erzeugt thermische Energie.

Instabileres Verhalten

Der Reifen kann sich unter hoher Last stärker seitlich verformen.

Ungünstiger Verschleiß

Die Lauffläche kann unter anderen Bedingungen arbeiten als vorgesehen.

Karkassenbelastung

Dauerhafte starke Verformung kann die Reifenstruktur schädigen.

Schlauchbelastung

Bei TT-Systemen können zusätzliche Bewegung und Reibung innerhalb des Reifens entstehen.

Unterdruck ist bei einem hoch belasteten Gabelstaplerreifen besonders problematisch

Ein scheinbar kleiner Druckverlust kann unter hoher Vorderachslast eine deutlich größere Bedeutung bekommen als bei einem leicht belasteten Reifen.

Warum Unterdruck Wärme erzeugt

Ein Reifen wird während jeder Radumdrehung im Bereich der Aufstandsfläche zusammengedrückt und anschließend wieder zurückgeformt.

Bei zu niedrigem Luftdruck nimmt diese Verformung zu.

Mehr Verformung

Die Karkasse arbeitet stärker.

Mehr Energieverlust

Ein Teil der Verformungsenergie wird als Wärme im Reifen abgegeben.

Das Wärmeproblem kann sich während langer Fahrzyklen verstärken

Hohe Last, längere Fahrstrecken und ungeeigneter Reifenfülldruck sind deshalb eine ungünstige Kombination.

Was passiert bei zu hohem Reifenfülldruck?

Auch ein möglichst hoher Druck ist nicht automatisch richtig.

Ein für den Reifen und Einsatz zu hoher Druck kann unter anderem:

  • die Eigendämpfung reduzieren
  • Fahrkomfort verschlechtern
  • Stöße stärker auf Fahrzeug und Ladung übertragen
  • die Aufstandsfläche verändern
  • Traktion auf bestimmten Untergründen beeinflussen
  • ein ungünstiges Verschleißbild fördern
Der ideale Reifen ist nicht möglichst hart aufgepumpt

Er soll mit dem vom Hersteller vorgesehenen Betriebsdruck innerhalb seiner konstruktiven Auslegung arbeiten.

Maximaldruck und Betriebsdruck nicht verwechseln

Auf Reifen, technischen Tabellen oder Felgen können maximale Druckwerte beziehungsweise Grenzwerte angegeben sein.

Diese Werte dürfen nicht automatisch als allgemeiner Arbeitsdruck interpretiert werden.

Maximaler Wert

Beschreibt eine technische Grenze beziehungsweise einen Wert unter definierten Bedingungen.

Betriebsdruck

Ist der für den konkreten Reifen und seinen vorgesehenen Betrieb festgelegte beziehungsweise erforderliche Wert.

Max-PSI bedeutet nicht „hierhin immer aufpumpen“

Der richtige Betriebsdruck muss aus den technischen Angaben der konkreten Reifen- und Fahrzeugkombination hervorgehen.

Warum die Felge beim Luftdruck mitgedacht werden muss

Der Druck befindet sich nicht nur „im Reifen“. Die komplette Rad-Reifen-Einheit steht unter Innendruck.

Deshalb müssen auch:

  • Felge
  • Felgenbauteile
  • Ventil
  • Schlauch bei TT
  • Wulstbereich

für das entsprechende System und den vorgesehenen Druck geeignet sein.

Die Druckgrenze des Reifens darf nicht isoliert betrachtet werden

Auch das Rad beziehungsweise die Felge muss für den vorgesehenen Reifen, die Belastung und den Betriebsdruck geeignet sein.

Warum der Reifenfülldruck möglichst im kalten Zustand kontrolliert wird

Während des Betriebs erwärmt sich ein Luftreifen.

Dadurch erwärmt sich auch die eingeschlossene Luft und der gemessene Druck kann steigen.

Kalter Reifen

Bildet die vorgesehene Referenz für die Einstellung des Ausgangsdrucks.

Warmer Reifen

Kann durch den vorausgegangenen Betrieb einen höheren gemessenen Druck besitzen.

Der Temperaturanstieg während des Betriebs ist grundsätzlich normal

Deshalb sollte ein betriebswarmer Reifen nicht einfach auf den kalten Sollwert abgelassen werden.

Warum man bei warmem Reifen nicht einfach Luft ablassen sollte

Wurde der Reifen während des Betriebs warm, kann der Fülldruck höher sein als vor Fahrtbeginn.

Wird jetzt Luft abgelassen, bis wieder der ursprüngliche kalte Wert erreicht ist, kann der Reifen nach dem Abkühlen zu wenig Druck besitzen.

Warmer Druckanstieg ist nicht automatisch Überdruck

Entscheidend ist der korrekt eingestellte Ausgangsdruck bei kaltem Reifen und die Einhaltung der Herstellerangaben.

Was bedeutet „kalt“ beim Reifen?

Mit kaltem Reifen ist nicht gemeint, dass der Reifen im Winter eiskalt sein muss.

Gemeint ist ein Reifen, der noch nicht durch längeren Fahrbetrieb und Walkarbeit deutlich erwärmt wurde.

Für vergleichbare Kontrollen immer unter möglichst ähnlichen Bedingungen messen

So lassen sich Druckveränderungen wesentlich besser erkennen als bei zufälligen Messungen direkt nach unterschiedlich langen Arbeitseinsätzen.

Umgebungstemperatur verändert den Reifenfülldruck

Die Temperatur der eingeschlossenen Luft beeinflusst ihren Druck.

Deshalb können sich Messwerte verändern, wenn:

  • die Umgebung deutlich wärmer wird
  • die Maschine aus einer kalten Halle ins Freie kommt
  • der Stapler über längere Zeit arbeitet
  • der Reifen durch intensive Fahrzyklen stark erwärmt wird
Nicht jede Druckänderung bedeutet automatisch eine Undichtigkeit

Temperatur und Betriebszustand müssen bei der Bewertung berücksichtigt werden.

Warum regelmäßige Druckkontrolle trotzdem wichtig ist

Ein völlig intakter Luftreifen kann über längere Zeit geringe Mengen Druck verlieren.

Zusätzlich können kleine Undichtigkeiten zunächst unbemerkt bleiben.

Ventil

Ventilkern oder Ventilfuß können undicht werden.

Schlauch

Bei TT-Systemen können Alterung oder kleine Beschädigungen Druckverlust verursachen.

Reifen

Kleine Durchstiche oder andere Verletzungen können langsam Luft verlieren lassen.

Felge

Bei Tubeless-Systemen können Korrosion oder beschädigte Dichtbereiche relevant sein.

Ein langsamer Druckverlust ist ein Hinweis – keine Dauerlösung zum Nachpumpen

Muss ein Reifen regelmäßig nachgefüllt werden, sollte die Ursache geprüft werden.

Warum ein schleichender Luftverlust beim Stapler besonders ernst genommen werden sollte

Ein Gabelstapler kann sehr hohe Radlasten besitzen.

Sinkt der Reifenfülldruck langsam ab, kann der Fahrer die Veränderung möglicherweise zunächst kaum bemerken.

Der Reifen arbeitet trotzdem zunehmend außerhalb seiner vorgesehenen Bedingungen.

„Der Reifen sieht noch nicht platt aus“ ist kein zuverlässiger Drucktest

Gerade robuste Industrie-Luftreifen können hohe Lasten tragen und dabei optisch weniger auffällig wirken, obwohl der Betriebsdruck bereits zu niedrig ist.

Warum man den Luftdruck nicht nach Optik beurteilen sollte

Bei einem hoch belastbaren Industrie-Luftreifen sind Seitenwand und Karkasse deutlich robuster als bei vielen Pkw-Reifen.

Außerdem beeinflussen:

  • Reifengröße
  • Karkassensteifigkeit
  • PR-Ausführung
  • aktuelle Radlast
  • Reifenprofil

den optischen Eindruck.

Der Druck wird gemessen – nicht angesehen

Nur ein geeignetes Druckmessgerät liefert einen verlässlichen Wert.

Warum Vorder- und Hinterreifen unterschiedliche Anforderungen haben können

Die Vorder- und Hinterachse eines Gegengewichtsstaplers übernehmen unterschiedliche Aufgaben.

Vorderreifen

Tragen bei aufgenommener Last häufig einen sehr großen Anteil der Fahrzeug- und Nutzlast.

Hinterreifen

Übernehmen bei vielen Staplern die Lenkung und erfahren dadurch starke Seiten- und Scherbewegungen.

Den richtigen Druck immer anhand der konkreten Reifenausführung bestimmen

Es sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass unterschiedliche Reifen oder Reifendimensionen am Fahrzeug denselben Betriebsdruck benötigen.

Warum ein Gabelstaplerreifen nicht nach Pkw-Erfahrung aufgepumpt werden sollte

Wer hauptsächlich Pkw-Reifen kennt, empfindet die Drücke vieler Industriereifen zunächst als sehr hoch.

Das liegt an völlig anderen Einsatzbedingungen:

  • kleinere Reifenabmessungen
  • sehr hohe Radlasten
  • niedrige bis moderate Geschwindigkeiten
  • steife Industriekarkassen
  • häufige Lastwechsel
Pkw-Werte sind deshalb kein Vergleichsmaßstab

Bei Industrie-Luftreifen gelten die technischen Daten des jeweiligen Staplerreifens.

Warum mehr Druck den Stapler nicht automatisch stabiler macht

Ein härter aufgepumpter Reifen verformt sich weniger. Daraus sollte aber nicht geschlossen werden, dass zusätzlicher Druck grundsätzlich mehr Sicherheit oder Stabilität bringt.

Zu hoher Druck kann gleichzeitig:

  • die Aufstandsfläche verändern
  • die Eigendämpfung verschlechtern
  • Stoßbelastungen erhöhen
  • das Verschleißbild beeinflussen
Standsicherheit wird vom Staplerhersteller konstruktiv festgelegt

Der Reifenfülldruck darf nicht eigenmächtig verändert werden, um das Fahrverhalten vermeintlich zu verbessern.

Reifendruck und Fahrkomfort – warum zu weich trotzdem keine Lösung ist

Ein Luftreifen besitzt gegenüber Vollgummi einen Vorteil bei der Eigendämpfung.

Das bedeutet aber nicht, dass man den Druck reduzieren sollte, um noch mehr Komfort zu erhalten.

Dämpfung darf nicht auf Kosten der Tragfähigkeit und Karkassenbelastung erkauft werden

Der Reifen muss innerhalb seines vorgesehenen Last-Druck-Bereichs betrieben werden.

Reifendruck und Verschleiß hängen zusammen

Ein dauerhaft ungeeigneter Fülldruck kann das Verschleißbild verändern.

Zu wenig Druck

Stärkere Verformung und ungünstige Belastungsverteilung können den Profilverschleiß beeinflussen.

Zu hoher Druck

Eine veränderte Aufstandsfläche kann ebenfalls zu ungünstigem Abrieb beitragen.

Ein auffälliges Verschleißbild besitzt aber nicht automatisch nur eine Ursache

Untergrund, Radstellung, Staplerzustand, Fahrweise und Last müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Reifendruck und Wärme gehören zusammen

Die Temperaturentwicklung eines Industrie-Luftreifens wird durch mehrere Faktoren beeinflusst.

Last

Hohe Radlast erhöht die Beanspruchung.

Druck

Zu niedriger Druck erhöht die Reifenverformung.

Fahrstrecke

Längere Fahrzeiten erzeugen mehr Belastungszyklen.

Geschwindigkeit

Mehr Radumdrehungen pro Zeit erhöhen die Materialarbeit.

Ein korrekt aufgepumpter Reifen kann trotzdem thermische Betriebsgrenzen besitzen

Der richtige Reifenfülldruck ersetzt deshalb nicht die Beachtung von Last-, Geschwindigkeits- und Einsatzgrenzen.

TT-System: Warum der Schlauch beim Luftdruck mitarbeitet

Bei einem Tube-Type-Reifen befindet sich die Druckluft im Schlauch.

Dieser muss sich innerhalb des Reifens unter hohem Betriebsdruck gleichmäßig ausdehnen können.

Problematisch können sein:

  • falsche Schlauchgröße
  • Falten
  • Einklemmungen
  • Scheuerstellen
  • beschädigtes Ventil
  • ungeeignetes Wulstband
Der richtige Betriebsdruck setzt ein technisch korrektes TT-System voraus

Reifen, Schlauch, Ventil, Wulstband und Felge müssen zusammenpassen.

TL-System: Warum Felge und Reifenwulst dicht sein müssen

Bei einem Tubeless-System gibt es keinen Schlauch.

Die Luftabdichtung erfolgt durch das komplette System aus Reifen, Wulst, Felge und Ventil.

Sinkt der Druck, muss nicht automatisch ein Loch in der Lauffläche vorhanden sein

Auch Ventil, Felgenkorrosion oder beschädigte Dichtflächen können Ursache sein.

Ventilkappe nicht unterschätzen

Die Ventilkappe besitzt nicht nur eine optische Funktion.

Sie schützt den Ventilbereich vor:

  • Staub
  • Schmutz
  • Feuchtigkeit
  • mechanischen Einwirkungen
Gerade bei Staplern im Außen- oder Produktionsbetrieb gehört ein sauberer Ventilbereich zur Druckkontrolle

Ein beschädigtes oder schlecht zugängliches Ventil sollte nicht einfach ignoriert werden.

So lässt sich der richtige Reifenfülldruck bestimmen

1. Reifengröße

Vollständige Größenbezeichnung aufnehmen.

2. Reifenausführung

Hersteller, Profil, PR und TT/TL bestimmen.

3. Radposition

Vorder-/Lastposition oder Lenkposition berücksichtigen.

4. Belastung

Tatsächliche Achs- beziehungsweise Radlast beachten.

5. Felge

Passende und technisch geeignete Felgenausführung prüfen.

6. Herstellerdaten

Vorgeschriebenen beziehungsweise freigegebenen Druck ermitteln.

7. Kalt kontrollieren

Den Ausgangsdruck möglichst vor intensiver Fahrt prüfen.

8. Regelmäßig prüfen

Wiederkehrende Druckverluste nicht nur durch Nachfüllen ausgleichen.

Warum FT-Reifen hier keine pauschale Bar-Tabelle vorgibt

Eine allgemeine Tabelle nach dem Muster „6.50-10 = immer X bar“ wäre für eine Wissensseite zu ungenau.

Selbst innerhalb derselben Größenfamilie können sich unterscheiden:

  • PR-Ausführung
  • Reifenhersteller
  • Reifenmodell
  • Konstruktion
  • zulässige Tragfähigkeit
  • vorgesehener Betriebsdruck
Der konkrete Reifen entscheidet

Deshalb sind Herstellerdaten sicherer als eine pauschale Internet-Luftdrucktabelle.

Typische Irrtümer zum Reifenfülldruck bei Staplern

Behauptung Richtige Einordnung
„Alle Gabelstaplerreifen bekommen 10 bar.“ Nein. Der vorgeschriebene Druck hängt von Reifengröße und konkreter Reifenausführung ab.
„Max-PSI ist automatisch der richtige Betriebsdruck.“ Nein. Ein Maximalwert und der vorgesehene Betriebsdruck sind nicht dasselbe.
„Mehr Druck bedeutet mehr Tragfähigkeit.“ Nicht unbegrenzt. Reifen und Felge besitzen definierte Last- und Druckgrenzen.
„Ein etwas weicherer Reifen fährt komfortabler, also lasse ich Luft ab.“ Der Druck darf nicht zur Komfortoptimierung unter die technisch erforderliche Vorgabe reduziert werden.
„Ein warmer Reifen hat zu viel Druck.“ Nicht automatisch. Der Druck steigt durch die Erwärmung während des Betriebs.
„Ich lasse beim warmen Reifen Luft ab, bis der kalte Sollwert erreicht ist.“ Das kann nach dem Abkühlen zu Unterdruck führen.
„Wenn der Reifen nicht sichtbar platt ist, stimmt der Druck.“ Nein. Industrie-Luftreifen können optisch unauffällig wirken, obwohl bereits Druck fehlt.
„Regelmäßiges Nachpumpen reicht bei schleichendem Luftverlust.“ Nein. Wiederkehrender Druckverlust sollte auf seine Ursache geprüft werden.

Gabelstaplerreifen bei FT-Reifen

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Häufige Fragen zum Reifenfülldruck bei Gabelstaplern

Wie viel Bar braucht ein Gabelstaplerreifen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Der richtige Betriebsdruck hängt von Reifengröße, Reifenausführung, Konstruktion und den technischen Herstellerangaben ab.

Warum haben Stapler-Luftreifen oft mehr Druck als Pkw-Reifen?

Industrie-Luftreifen sind vergleichsweise kompakt und müssen sehr hohe Radlasten aufnehmen. Deshalb arbeiten viele Ausführungen konstruktiv mit hohen Betriebsdrücken.

Ist der Maximaldruck auf dem Reifen der richtige Betriebsdruck?

Nicht automatisch. Ein angegebener Maximalwert beschreibt eine technische Grenze beziehungsweise einen Wert unter definierten Bedingungen. Für den Betrieb gelten die konkreten Reifen- und Fahrzeugvorgaben.

Was passiert bei zu wenig Luft?

Der Reifen verformt sich stärker. Dadurch können Walkarbeit, Wärmeentwicklung und Karkassenbelastung steigen und Fahrverhalten sowie Verschleiß beeinflusst werden.

Was passiert bei zu viel Luft?

Die Eigendämpfung kann abnehmen, die Aufstandsfläche kann sich verändern und Stöße können stärker auf Stapler, Fahrer und Ladung übertragen werden.

Sollte der Luftdruck kalt oder warm geprüft werden?

Der Ausgangsdruck wird grundsätzlich unter den vom Hersteller vorgesehenen kalten beziehungsweise nicht betriebswarm gefahrenen Bedingungen eingestellt.

Sollte man bei einem warmen Reifen den höheren Druck ablassen?

Nicht einfach deshalb, weil der Druck durch den Fahrbetrieb gestiegen ist. Nach dem Abkühlen würde der Reifen sonst möglicherweise zu wenig Luft besitzen.

Warum verliert ein Gabelstaplerreifen ständig Luft?

Mögliche Ursachen sind Reifenverletzung, Schlauch, Ventil, Felge, Korrosion oder eine Undichtigkeit im Wulstbereich. Wiederkehrender Druckverlust sollte technisch geprüft werden.

Kann ich den richtigen Luftdruck am Aussehen des Reifens erkennen?

Nein. Gerade steife Industrie-Luftreifen können optisch noch unauffällig wirken, obwohl der Druck bereits vom vorgesehenen Wert abweicht.

Technischer Hinweis

Diese FT Wissenswelt erklärt die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Reifenfülldruck, Last, Verformung und Wärme bei Industrie-Luftreifen für Gabelstapler. Sie enthält bewusst keine allgemeine Bar-Vorgabe für bestimmte Reifengrößen. Maßgeblich sind immer die technischen Druck-, Last- und Einsatzangaben des konkreten Reifen-, Felgen- und Staplerherstellers.

Beim Gabelstapler ist der richtige Reifenfülldruck ein technischer Betriebswert – keine Gefühlssache

Industrie-Luftreifen können hohe Lasten tragen und gleichzeitig eine gute Eigendämpfung bieten. Beides funktioniert aber nur, wenn der Reifen innerhalb seiner vorgesehenen Druck- und Lastbedingungen arbeitet.

Zu wenig Druck erhöht Verformung und Wärme. Zu hoher Druck kann Dämpfung, Aufstandsfläche und Fahrverhalten ungünstig verändern.

Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht: „Wie viel Bar fährt man normalerweise auf einem Stapler?“ Sondern: „Welchen Betriebsdruck schreibt der konkrete Reifen für diese Rad-Reifen- und Fahrzeugkombination vor?“

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