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Reifendruck bei Rollerreifen richtig einstellen und kontrollieren

FT Praxiswelt – Rollerreifen

Reifendruck bei Rollerreifen richtig einstellen und kontrollieren

Der Reifendruck beeinflusst bei einem Roller nicht nur den Fahrkomfort. Gerade bei kleinen Reifendurchmessern kann ein deutlich falscher Druck das Lenkverhalten, die Reifenverformung, den Verschleiß und die Belastung von Reifen und Felge verändern.

Wichtig ist deshalb, Vorder- und Hinterrad getrennt nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers zu beurteilen. Zusätzlich können sich die vorgesehenen Werte je nach Solo-, Sozius- oder Beladungsbetrieb unterscheiden.

Beim Roller gibt es keinen pauschalen Universal-Reifendruck

Vorderrad

Lenkung, Spurführung und Bremskräfte machen den korrekten Druck besonders wichtig für ein präzises Fahrgefühl.

Hinterrad

Trägt bei vielen Rollern einen hohen Anteil der Fahrzeug- und Zuladung und kann deshalb einen anderen Sollwert benötigen.

Beladung

Sozius und Gepäck können die vorgesehene Druckeinstellung verändern.

FT Praxisgrundsatz

Beim Rollerreifen gibt es keinen pauschalen Universal-Luftdruck. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeugherstellers für Vorder- und Hinterrad sowie gegebenenfalls unterschiedliche Werte für Solo-, Sozius- und Beladungsbetrieb.

1. Reifendruck immer nach Fahrzeugvorgabe einstellen

Die erste technische Orientierung kommt vom Hersteller des Rollers.

  • Betriebsanleitung
  • Herstellerdokumentation
  • Aufkleber am Fahrzeug
  • Hinweise unter der Sitzbank oder an anderer vorgesehener Stelle
Maximalangabe auf der Reifenflanke nicht als normalen Fahrdruck verwenden

Eine Reifenkennzeichnung mit Druckangabe kann einen technischen Grenz- oder Belastungswert beschreiben und ist nicht automatisch der vorgesehene Betriebsdruck des Fahrzeugs.

2. Vorder- und Hinterreifen können unterschiedliche Drücke benötigen

Bei Rollern ist die Gewichts- und Lastverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse nicht gleich.

Vorderreifen

Übernimmt einen großen Teil der Lenk- und Spurführungsarbeit.

Hinterreifen

Trägt häufig zusätzlich Fahrer, Sozius, Gepäck sowie einen großen Anteil von Motor- und Antriebslast.

Unterschiedliche Werte vorne und hinten sind normal

Beide Reifen deshalb nicht einfach mit demselben Druck befüllen.

3. Solo-, Sozius- und Beladungsbetrieb unterscheiden

Je nach Rollermodell können unterschiedliche Druckvorgaben für verschiedene Beladungszustände vorgesehen sein.

  • Fahrer allein
  • Fahrer mit Sozius
  • zusätzliches Gepäck
  • höhere Dauerbeladung
Vor Fahrten mit zusätzlicher Last kontrollieren

Der bisherige Solodruck ist nicht automatisch auch für Sozius- oder Gepäckbetrieb vorgesehen.

4. Reifendruck möglichst am kalten Reifen messen

Für eine vergleichbare Messung sollte der Reifen noch nicht durch längere Fahrt deutlich erwärmt sein.

Vor Fahrtbeginn

Ein guter Zeitpunkt für die Kontrolle.

Nach längerer Standzeit

Der Reifen hat sich weitgehend an die Umgebungstemperatur angepasst.

Nicht direkt nach schneller Fahrt

Dann kann der Druck durch Erwärmung höher ausfallen.

5. Warmen Reifen nicht auf den kalten Sollwert ablassen

Während der Fahrt erwärmen sich Reifen und enthaltene Luft. Dadurch steigt der Druck normalerweise an.

Kaltdruck und Warmdruck nicht verwechseln

Ein nach der Fahrt höher gemessener Wert bedeutet nicht automatisch, dass Luft abgelassen werden sollte. Maßgeblich ist in der Regel die Herstellervorgabe für den kalten Reifen.

6. Rollerreifen nicht nach der Optik beurteilen

Gerade ein breiter Hinterreifen kann äußerlich noch relativ normal aussehen, obwohl der Reifendruck bereits deutlich abgesunken ist.

Messen statt schätzen

Eine regelmäßige Druckkontrolle mit einem geeigneten Messgerät ist zuverlässiger als der Blick auf die Reifenform.

7. Zu niedriger Druck verändert das Fahrverhalten

  • schwammigeres Lenkgefühl
  • stärkere Reifenverformung
  • höhere Walkarbeit
  • stärkere Erwärmung
  • unpräziseres Kurvenverhalten
  • ungünstigerer Verschleiß möglich
Starker Unterdruck kann auch die Felge gefährden

Bei Schlaglöchern oder harten Kanten kann der stark verformte Reifen weniger Schutz zwischen Hindernis und Felge bieten.

8. Reifenwulst arbeitet bei Unterdruck stärker auf der Felge

Ein zu weicher Reifen verformt sich stärker und kann bei hohen Kräften stärker relativ zur Felge arbeiten.

Besonders relevant bei:

  • starken Bremsmanövern
  • hoher Beladung
  • Schlaglöchern
  • Bordsteinkontakt
  • häufigem Stadtverkehr

9. Bei Schlauchreifen kann Unterdruck zusätzliche Probleme verursachen

Bei TT-Bereifung kann stärkere Reifenbewegung auch den Schlauch und das Ventil belasten.

Schlauchbewegung

Der Schlauch kann stärker innerhalb der Rad-Reifen-Einheit arbeiten.

Scheuerbelastung

Mehr Bewegung kann vorhandene problematische Kontaktstellen verschärfen.

Ventilfuß

Ein schräg gezogenes Ventil kann auf Bewegung oder ungünstige Schlauchlage hinweisen.

10. Schräges Schlauchventil als Warnsignal behandeln

Steht das Schlauchventil sichtbar schräg, sollte nicht nur der Ventilschaft betrachtet werden.

  • Reifendruck prüfen
  • Schlauchlage berücksichtigen
  • Reifenposition auf der Felge beurteilen
  • Ventilfuß nicht zusätzlich belasten
Ventil nicht einfach optisch gerade drücken

Die Ursache der Schrägstellung sollte technisch geklärt werden.

11. Zu hoher Reifendruck ist ebenfalls nicht automatisch besser

Ein unnötig hoher Druck kann das Verhalten des Reifens ebenfalls verändern.

  • geringere Eigendämpfung
  • härteres Fahrgefühl
  • veränderte Aufstandsfläche
  • stärkere Reaktion auf Unebenheiten
Mehr Druck bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit

Der richtige Wert ergibt sich aus der technischen Fahrzeugvorgabe und dem vorgesehenen Beladungszustand.

12. Maximaldruck auf der Reifenflanke nicht mit Betriebsdruck verwechseln

Reifen können technische Angaben tragen, die sich auf Belastungsgrenzen oder Prüfbedingungen beziehen.

Fahrzeugherstellerwert hat Vorrang für den normalen Betrieb

Der passende Betriebsdruck wird nicht allein aus einer Maximalangabe am Reifen abgeleitet.

13. Reifendruck regelmäßig kontrollieren

Besonders sinnvoll ist eine Kontrolle:

  • vor längeren Fahrten
  • vor Fahrten mit Sozius
  • vor stärkerer Beladung
  • nach längerer Standzeit
  • nach Winterpause
  • bei verändertem Fahrverhalten
  • nach einem harten Schlagloch- oder Bordsteinkontakt

14. Nach Winter- oder Saisonpause vor der ersten Fahrt messen

Während längerer Standzeiten kann der Druck sinken, ohne dass ein offensichtlicher Reifenschaden sichtbar ist.

Vorderreifen messen

Kaltdruck mit der Fahrzeugvorgabe vergleichen.

Hinterreifen messen

Separaten Sollwert berücksichtigen.

Ventile ansehen

Risse, Beschädigungen oder fehlende Ventilkappen erkennen.

Reifen kontrollieren

Risse, Fremdkörper und auffällige Verformungen ausschließen.

15. Wiederkehrenden Druckverlust nicht nur nachfüllen

Wenn derselbe Reifen regelmäßig deutlich Luft verliert, sollte die Ursache gesucht werden.

  • Einstich
  • Ventil
  • Wulstsitz
  • Felgenkorrosion
  • Oxidation
  • Schlauchschaden
Nachpumpen ist keine dauerhafte Fehlerbehebung

Ein wiederkehrender Verlust weist auf eine zu klärende Ursache hin.

16. Druckverlust dokumentieren

Bei Verdacht auf eine schleichende Undichtigkeit hilft eine einfache Dokumentation.

  • Ausgangsdruck notieren
  • Datum festhalten
  • betroffene Radposition notieren
  • nach einigen Tagen erneut messen
Verlauf statt Einzelwert betrachten

So lässt sich besser erkennen, ob ein Reifen tatsächlich ungewöhnlich schnell Luft verliert.

17. Vorder- und Hinterrad getrennt beobachten

Verliert nur eine Radposition deutlich mehr Druck, spricht das eher für ein lokales Problem.

Vorderrad stabil, Hinterrad fällt ab

Hinterreifen, Ventil, Wulstsitz und Felge gezielt untersuchen.

Beide Reifen ähnlich niedriger

Temperatur, lange Standzeit und Messzeitpunkt ebenfalls berücksichtigen.

18. Ventil bei Druckverlust früh mitprüfen

Ein kleiner Ventilfehler kann über längere Zeit einen deutlichen Druckverlust verursachen.

Gummiventil

  • Risse
  • Alterung
  • Verhärtung
  • Undichtigkeit am Sitz

Metallventil

  • Verschraubung
  • Dichtung
  • Korrosion
  • Ventileinsatz

19. Tubeless-Wulstsitz bei schleichendem Luftverlust kontrollieren

Bei schlauchlosen Rollerreifen kann Luft auch im Bereich zwischen Reifen und Felge entweichen.

  • Korrosion
  • Oxidation
  • Schmutz im Wulstbereich
  • beschädigtes Felgenhorn
  • beschädigter Reifenwulst
Nicht jeder Luftverlust ist ein Nagel in der Lauffläche

Gerade bei älteren Rädern sollte die komplette Dichtfläche berücksichtigt werden.

20. Nach Bordstein oder Schlagloch erneut kontrollieren

Ein harter Kontakt kann auch dann einen späteren Druckverlust verursachen, wenn der Reifen direkt danach noch normal aussieht.

  • Reifendruck
  • Seitenwand
  • Felgenhorn
  • Reifenwulst
  • Ventil
Schleichende Undichtigkeit kann verzögert auffallen

Deshalb bei einem stärkeren Treffer nach einiger Zeit nochmals messen.

21. Vor Rundlauf- oder Vibrationsdiagnose zuerst richtigen Druck herstellen

Ein stark unterfüllter Rollerreifen verformt sich unter Last deutlich anders.

Reifendruck gehört an den Anfang der Diagnose

Hoppeln, schwammiges Fahrgefühl oder unruhiger Lauf sollten nicht beurteilt werden, solange der Reifen deutlich außerhalb des vorgesehenen Druckbereichs liegt.

22. Vorderreifendruck beeinflusst das Lenkgefühl

Ein deutlich zu niedriger Vorderreifendruck kann sich besonders direkt bemerkbar machen.

  • schwereres Einlenken
  • unpräzises Lenkgefühl
  • mehr Eigenbewegung des Reifens
  • weniger klarer Geradeauslauf

23. Hinterreifendruck beeinflusst Lastaufnahme und Stabilität

Der Hinterreifen ist bei vielen Rollern stark belastet und muss besonders bei zusätzlicher Zuladung korrekt eingestellt sein.

Fahrer

Ein großer Teil des Fahrergewichts wirkt auf die hintere Radposition.

Sozius

Zusätzliche Last erhöht die Hinterradbelastung weiter.

Gepäck

Topcase und andere Beladung wirken häufig ebenfalls stark auf das Hinterrad.

24. Stadtverkehr stellt eigene Anforderungen

Typischer Rollerbetrieb besteht häufig aus vielen kurzen und wechselnden Belastungen.

  • häufiges Anfahren
  • häufiges Bremsen
  • enge Kurven
  • Kreisverkehre
  • kurze Strecken
Falscher Druck kann sich im Stadtbetrieb deutlich bemerkbar machen

Lenkgefühl, Verschleiß und Reifenverformung werden bei ständig wechselnden Belastungen immer wieder beansprucht.

25. Kurze Fahrten ersetzen keine Druckkontrolle

Wer täglich nur wenige Kilometer fährt, bemerkt einen langsamen Druckverlust möglicherweise lange nicht.

Regelmäßig messen, auch wenn der Roller täglich bewegt wird

Häufige Nutzung bedeutet nicht automatisch, dass ein schleichender Luftverlust sofort auffällt.

26. Außentemperatur beeinflusst den kalten Reifendruck

Bei deutlich sinkenden Temperaturen kann auch der gemessene Reifendruck niedriger ausfallen.

  • Herbst
  • Winter
  • starke Wetterwechsel
  • kalte Garage im Vergleich zu warmen Tagen
Bei starkem Temperaturwechsel häufiger kontrollieren

Der kalte Druck sollte unter den aktuellen Bedingungen mit den Fahrzeugvorgaben abgeglichen werden.

27. Temperaturbedingte Änderung und Undichtigkeit unterscheiden

Ein kleiner Druckunterschied kann durch einen Wetterwechsel entstehen. Ein einzelner Reifen mit deutlich stärkerem Verlust sollte dagegen genauer geprüft werden.

Beide Räder vergleichen

Verändern sich Vorder- und Hinterreifen ähnlich, kann die Umgebungstemperatur eine Rolle spielen. Fällt nur ein Reifen deutlich ab, ist eine lokale Ursache wahrscheinlicher.

28. Ein zuverlässiges Druckmessgerät verwenden

Die Kontrolle ist nur so gut wie das verwendete Messgerät.

  • Messgerät in gutem Zustand
  • sauber auf das Ventil aufsetzen
  • möglichst dasselbe Gerät verwenden
  • bei Zweifel Vergleichsmessung durchführen

29. Nach der Messung Ventilkappe wieder montieren

Die Ventilkappe schützt den Ventileinsatz vor äußeren Einflüssen.

  • Wasser
  • Staub
  • Schmutz
  • Fremdkörper

30. Nach neuer Reifenmontage Druck nochmals nachkontrollieren

Nach einer Neumontage sollte nicht nur einmalig auf den richtigen Betriebsdruck eingestellt werden.

Betriebsdruck einstellen

Herstellerangaben verwenden.

Dichtheit prüfen

Ventil und Wulstbereich kontrollieren.

Kurze Nutzung durchführen

Fahrverhalten beobachten.

Später erneut kalt messen

Montage- oder Dichtprobleme früh erkennen.

31. Bei starkem Druckverlust nicht normal weiterfahren

Ein stark unterfüllter Rollerreifen kann sich erheblich anders verhalten.

  • schlechtere Führung
  • stärkere Reifenverformung
  • höhere Walkarbeit
  • stärkere Erwärmung
  • höheres Risiko bei Schlaglöchern und Kanten
Ursache vor weiterer normaler Nutzung klären

Nur Nachfüllen reicht bei einem starken oder wiederkehrenden Verlust nicht aus.

32. Vorder- und Hinterreifen nicht pauschal mit demselben Wert befüllen

Auch ähnlich große Reifen können am Fahrzeug völlig unterschiedliche Aufgaben und Lasten übernehmen.

Radposition entscheidet

Für Vorder- und Hinterreifen gelten die jeweiligen Fahrzeugherstellerangaben und nicht ein allgemeiner Roller-Luftdruck.

33. Typische Auffälligkeiten beim Reifendruck

Auffälligkeit Mögliche Ursache Besonders prüfen
Vorderreifen wirkt schwammig Druck zu niedrig möglich kalt messen
Hinterreifen stark verformt Unterdruck oder hohe Beladung Druck und Last
nur ein Reifen verliert Luft lokale Undichtigkeit Reifen, Ventil und Felge
Schlauchventil steht schräg Schlauch- oder Reifenbewegung Druck und Schlauchlage
Druckverlust nach Schlagloch Wulst- oder Felgenschaden möglich komplette Rad-Reifen-Einheit
Druck steigt nach Fahrt Reifenerwärmung nicht warm auf Kaltdruck ablassen
beide Reifen im Winter niedriger Temperaturänderung möglich kalt neu kontrollieren
neuer Reifen verliert Luft Ventil oder Wulstsitz Montage
Roller lenkt schwer Vorderreifendruck möglich Vorderreifen
mit Sozius unruhiger Beladungsdruck nicht angepasst Herstellerwert

34. FT-Prüfreihenfolge beim Reifendruck

Fahrzeughersteller-Vorgabe suchen

Keine pauschalen Universalwerte verwenden.

Vorder- und Hinterrad getrennt erfassen

Unterschiedliche Sollwerte berücksichtigen.

Beladungszustand festlegen

Solo, Sozius oder zusätzliche Zuladung unterscheiden.

Reifen kalt messen

Vergleichbaren Ausgangszustand herstellen.

Vorderreifen einstellen

Herstellerwert verwenden.

Hinterreifen einstellen

Separaten Herstellerwert berücksichtigen.

Ventile prüfen

Risse, Korrosion oder Undichtigkeit ausschließen.

Ventilkappen montieren

Ventileinsatz vor Verschmutzung schützen.

Auffällige Druckunterschiede dokumentieren

Ausgangswerte und Zeitraum festhalten.

Bei einem auffälligen Reifen Lauffläche prüfen

Einstiche und Fremdkörper suchen.

Wulstsitz kontrollieren

Besonders bei Tubeless relevant.

Felgenzustand mit einbeziehen

Korrosion, Oxidation und Verformung prüfen.

Bei TT Schlauch und Ventilstellung beachten

Schräges Ventil nicht ignorieren.

Nach Schlagloch oder Bordstein erneut prüfen

Verzögerten Druckverlust erkennen.

Nach längerer Standzeit messen

Vor Saisonstart nicht auf Optik verlassen.

Nach Reifenmontage nachkontrollieren

Wulst- und Ventilprobleme früh erkennen.

Bei wiederkehrendem Luftverlust Ursache klären

Nachpumpen nicht als Dauerlösung verwenden.

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Weitere Grundlagen zu Zweiradreifen und zur richtigen Reifen-Laufrichtung finden Sie in der FT Wissenswelt.

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Rollerreifen können sich je nach Hersteller und Produktfamilie in Karkassenkonstruktion, Tragfähigkeit, empfohlenem Einsatz und Verhalten unter Last unterscheiden. Für den tatsächlichen Betriebsdruck bleiben jedoch die Fahrzeugvorgaben und die konkrete Rad-Reifen-Kombination entscheidend.

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Häufige Fragen zum Reifendruck bei Rollerreifen

Welcher Reifendruck ist bei einem Roller richtig?

Es gibt keinen pauschalen Wert für alle Roller. Maßgeblich sind die Angaben des Fahrzeugherstellers für Vorder- und Hinterrad sowie gegebenenfalls für unterschiedliche Beladungszustände.

Müssen Vorder- und Hinterreifen denselben Druck haben?

Nicht zwingend. Die Radlasten und technischen Aufgaben unterscheiden sich, weshalb unterschiedliche Sollwerte üblich sind.

Muss ich den Druck mit Sozius verändern?

Wenn der Fahrzeughersteller für Sozius- oder Beladungsbetrieb einen anderen Wert vorgibt, sollte dieser verwendet werden.

Wann sollte ich den Reifendruck messen?

Möglichst am kalten Reifen, beispielsweise vor Fahrtbeginn oder nach längerer Standzeit.

Warum ist der Druck nach der Fahrt höher?

Reifen und enthaltene Luft erwärmen sich während der Fahrt. Dadurch steigt normalerweise der Innendruck.

Sollte ich bei warmem Reifen Luft ablassen?

Nicht einfach auf den kalten Sollwert. Der Herstellersollwert bezieht sich normalerweise auf den kalten Reifen.

Kann ich einen zu niedrigen Rollerreifen sehen?

Nicht zuverlässig. Gerade breite Hinterreifen können optisch noch relativ normal wirken. Deshalb sollte gemessen werden.

Was macht zu niedriger Reifendruck?

Er kann Reifenverformung, Walkarbeit, Erwärmung, Verschleiß sowie Lenk- und Kurvenverhalten verändern.

Kann zu hoher Reifendruck ebenfalls problematisch sein?

Ja. Er kann Eigendämpfung, Fahrkomfort und das Verhalten auf Unebenheiten verändern. Entscheidend ist der vorgesehene Betriebswert.

Ist der Maximaldruck auf der Reifenflanke mein Sollwert?

Nein. Solche Angaben sind nicht automatisch der normale Betriebsdruck des Rollers. Maßgeblich sind die Fahrzeugherstellerangaben.

Warum verliert mein Rollerreifen immer wieder Luft?

Mögliche Ursachen sind Einstich, Ventil, Wulstsitz, Felgenkorrosion, Oxidation oder bei Schlauchbereifung ein Schlauchproblem.

Wie erkenne ich einen schleichenden Druckverlust?

Ausgangsdruck dokumentieren und nach einigen Tagen erneut am kalten Reifen messen.

Warum sollte ich nach einem Schlagloch den Druck kontrollieren?

Ein harter Treffer kann Reifenwulst, Felge oder Ventil beschädigen und dadurch einen verzögerten Luftverlust verursachen.

Kann ein falscher Vorderreifendruck die Lenkung verändern?

Ja. Besonders Unterdruck kann das Einlenken schwerer und das Lenkgefühl unpräziser machen.

Warum ist der Hinterreifendruck bei Soziusbetrieb wichtig?

Das Hinterrad trägt bei vielen Rollern einen hohen Anteil der zusätzlichen Last. Deshalb können für höhere Beladung andere Druckvorgaben gelten.

Warum sinkt der Reifendruck im Winter?

Die Umgebungstemperatur beeinflusst den gemessenen kalten Druck. Bei deutlich kälteren Temperaturen sollte deshalb häufiger kontrolliert werden.

Was sollte nach einer neuen Reifenmontage geprüft werden?

Betriebsdruck einstellen, Dichtheit kontrollieren und nach kurzer Nutzung erneut kalt messen.

Technischer Hinweis

Diese Praxisinformationen ersetzen keine fahrzeugspezifische Reifendruckvorgabe. Maßgeblich sind die Angaben des Fahrzeugherstellers für die konkrete Reifen- und Felgenkombination sowie den jeweiligen Beladungszustand. Bei starkem oder wiederkehrendem Druckverlust, sichtbaren Reifenschäden, schrägem Schlauchventil, Felgenbeschädigungen oder auffälligem Fahrverhalten sollte die Ursache vor weiterer normaler Nutzung fachgerecht geklärt werden.

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