Reifendruck bei Quad- und ATV-Reifen richtig einstellen und kontrollieren
FT Praxiswelt – Quad- & ATV-Reifen
Reifendruck bei Quad- und ATV-Reifen richtig einstellen und kontrollieren
Bei Quad- und ATV-Reifen spielt der Reifendruck eine besonders große Rolle. Viele dieser Fahrzeuge arbeiten mit vergleichsweise niedrigen Betriebsdrücken. Dadurch können bereits kleine Druckunterschiede das Lenkverhalten, die Aufstandsfläche, die Eigendämpfung und die Reifenbelastung deutlich beeinflussen.
Ein pauschaler Reifendruck für alle Quads und ATV ist deshalb nicht sinnvoll. Fahrzeug, Reifen, Vorder- und Hinterachse, Beladung und Einsatzgebiet müssen gemeinsam betrachtet werden.
Warum kleine Druckunterschiede beim ATV wichtig sind
Lenkung
Unterschiedliche Drücke an der Vorderachse können sich unmittelbar beim Lenken und Geradeausfahren bemerkbar machen.
Aufstandsfläche
Der Luftdruck beeinflusst, wie stark sich der Reifen unter Fahrzeuggewicht und Belastung verformt.
Reifenarbeit
Bei niedrigem Druck können Seitenwand und Karkasse stärker arbeiten als bei einem härter aufgepumpten Reifen.
Bei Quad- und ATV-Reifen niemals nur nach Gefühl fahren. Gerade bei niedrigen Druckbereichen können kleine Abweichungen zwischen links und rechts deutlich spürbar sein.
1. Reifendruck möglichst am kalten Reifen messen
Für einen sinnvollen Vergleich sollte der Reifendruck möglichst vor Fahrtbeginn gemessen werden.
- vor der Fahrt kontrollieren
- alle vier Reifen messen
- Vorder- und Hinterachse getrennt betrachten
- links und rechts vergleichen
- bei Bedarf Messwerte notieren
Durch die Erwärmung verändert sich der gemessene Druck. Deshalb sollten kalte und warme Messwerte nicht unmittelbar miteinander verglichen werden.
2. Für niedrige Druckbereiche ein geeignetes Messgerät verwenden
Ein Messgerät, das hauptsächlich für deutlich höhere Pkw-Reifendrücke ausgelegt ist, kann bei niedrigen ATV-Drücken zu grob ablesbar sein.
Darauf achten
- passender Messbereich
- feine Ablesbarkeit
- wiederholbare Messwerte
- sauberer Ventilanschluss
Warum das wichtig ist
Bei einem niedrigen Ausgangsdruck kann bereits eine kleine absolute Abweichung einen relativ großen Unterschied darstellen.
Gerade beim ATV sollte deshalb nicht mit einem ungeeigneten groben Messbereich gearbeitet werden.
3. Den Reifendruck nicht anhand der Optik schätzen
Breite Quad- und ATV-Reifen können selbst bei unterschiedlichen Druckwerten äußerlich ähnlich aussehen.
- Seitenwandwölbung reicht nicht zur Beurteilung
- Reifenbreite ist kein Druckindikator
- Aufstandsfläche allein ist kein zuverlässiger Messwert
- immer tatsächlich messen
Ein zu niedriger oder links und rechts unterschiedlicher Druck kann optisch leicht übersehen werden.
4. Vorder- und Hinterachse können unterschiedliche Druckvorgaben haben
Bei vielen Quad und ATV unterscheiden sich Vorder- und Hinterreifen bereits durch Größe und Breite. Zusätzlich können die Achslasten unterschiedlich sein.
Vorderachse
Lenkung und Spurführung reagieren besonders empfindlich auf Unterschiede zwischen linker und rechter Seite.
Hinterachse
Antrieb, Beladung und gegebenenfalls Anhängerbetrieb können die Hinterreifen stärker beanspruchen.
Fahrzeugvorgaben
Die vorgesehenen Werte für die konkrete Fahrzeug- und Reifenkombination sind maßgeblich.
Vorder- und Hinterachse sollten entsprechend der jeweiligen Fahrzeug- und Reifenherstellerangaben eingestellt werden.
5. Links und rechts auf einer Achse genau vergleichen
Ein Druckunterschied zwischen den beiden Vorderreifen kann beispielsweise zu einem veränderten Lenk- und Geradeauslauf führen.
- Fahrzeug zieht zu einer Seite
- unterschiedliche Lenkkräfte
- unterschiedliche Reifenverformung
- abweichendes Kurvenverhalten
- unterschiedliche Aufstandsfläche
Bei einem niedrigen Druckniveau können kleine Unterschiede bereits deutlich am Lenker spürbar werden.
6. Warum wenige Zehntel bar beim ATV relevant sein können
Je niedriger das gesamte Druckniveau ist, desto größer ist der prozentuale Anteil einer kleinen Abweichung.
Ein Druckunterschied, der bei einem Pkw im Verhältnis zum gesamten Reifendruck vergleichsweise klein wäre, kann bei einem ATV einen wesentlich größeren relativen Unterschied darstellen.
7. Zu niedriger Druck erhöht die Reifenverformung
Sinkt der Reifendruck unter den für den jeweiligen Einsatz vorgesehenen Bereich, arbeitet der Reifen stärker.
- Seitenwand walkt stärker
- Aufstandsfläche verändert sich
- Reifen kann sich stärker erwärmen
- Lenkverhalten kann indirekter werden
- Reifen kann stärker auf der Felge arbeiten
Eine größere Reifenverformung kann je nach Einsatz Vorteile besitzen, muss aber innerhalb der technisch vorgesehenen Grenzen bleiben.
8. Bei niedrigem Druck wird der Wulstsitz besonders wichtig
Bei starker Reifenverformung und hoher Seitenbelastung arbeitet der Reifen stärker auf der Felge.
Kurvenfahrt
Seitliche Kräfte beanspruchen Reifenwulst und Seitenwand.
Schräghang
Im Gelände können erhebliche seitliche Kräfte auf den Reifen wirken.
Schwere Arbeit
Beladung und hohe Zugkräfte erhöhen die Reifenbeanspruchung zusätzlich.
Reifen und Felge müssen technisch zusammenpassen und der Reifenwulst muss rundum korrekt sitzen.
9. Reifenbewegung auf der Felge beachten
Bei sehr niedrigen Drücken in Verbindung mit hohen Antriebs-, Brems- oder Seitenkräften kann der Reifen stärker relativ zur Felge arbeiten.
Tubeless
Wulstsitz, Felgenzustand und Dichtfläche sind besonders wichtig.
Schlauchbereifung
Zusätzlich kann eine Bewegung des Reifens den Schlauch und insbesondere den Ventilbereich belasten.
10. Schräges Schlauchventil ernst nehmen
Steht das Ventil eines Schlauchreifens deutlich schräg, sollte nicht nur das Ventil geradegerichtet werden.
- Reifendruck kontrollieren
- Reifenposition auf der Felge prüfen
- Schlauchlage beurteilen
- Ventilfuß kontrollieren
- Wulstsitz prüfen
Eine dauerhafte seitliche Belastung des Ventilfußes kann zu einem Schlauchschaden und anschließendem Luftverlust führen.
11. Zu hoher Druck kann ebenfalls Nachteile haben
Ein höherer Reifendruck bedeutet nicht automatisch ein besseres oder sichereres Fahrverhalten.
- Aufstandsfläche kann sich verändern
- Eigendämpfung nimmt ab
- Fahrverhalten wird härter
- Anpassung an weichen Untergrund kann abnehmen
- Lenkverhalten kann nervöser wirken
Reifen sollten nicht nach dem Prinzip „möglichst hart“ gefahren werden, sondern entsprechend den technischen Vorgaben.
12. Straße und Gelände stellen unterschiedliche Anforderungen
Straßenbetrieb
- stabiler Lauf
- kontrolliertes Lenkverhalten
- höhere Fahrgeschwindigkeit
- geringere Reifenverformung wichtig
Geländebetrieb
- Anpassung an den Untergrund
- Traktion
- Eigendämpfung
- meist niedrigere Geschwindigkeit
Druckänderungen müssen innerhalb der Vorgaben des Fahrzeug- und Reifenherstellers bleiben.
13. Nach Geländefahrt vor längerer Straßenfahrt kontrollieren
Wurde der Druck für einen vorgesehenen Geländeeinsatz verändert, sollte vor einer längeren oder schnelleren Asphaltfahrt erneut geprüft werden.
Reifen kurz auf sichtbare Beschädigungen kontrollieren.
Nicht anhand des Fahrgefühls schätzen.
Vorgaben für Fahrzeug und Reifen berücksichtigen.
Ungeeigneten Niederdruck bei höherer Geschwindigkeit vermeiden.
14. Höhere Geschwindigkeit erhöht die Reifenbeanspruchung
Mit zunehmender Geschwindigkeit verformt sich der Reifen häufiger pro Zeiteinheit. Bei zu niedrigem Druck kann die Walkarbeit deutlich zunehmen.
- stärkere Erwärmung möglich
- höhere Seitenwandbelastung
- stärkere Karkassenarbeit
- Unterdruck wird bei längerer Fahrt kritischer
Vor schnellerer oder längerer Straßenfahrt sollte der vorgesehene Betriebsdruck kontrolliert werden.
15. Beladung und Arbeitseinsatz verändern die Anforderungen
Viele ATV werden nicht nur als Freizeitfahrzeuge genutzt, sondern übernehmen praktische Arbeitsaufgaben.
Gepäck und Werkzeug
Zusätzliche Last verändert die tatsächliche Achsbelastung.
Arbeitsgeräte
Schneeschild, Streuer, Forst- oder Landwirtschaftsausrüstung können die Lastverteilung verändern.
Transport
Beladene Gepäckträger können Vorder- oder Hinterachse zusätzlich beanspruchen.
Der unbeladene Freizeitbetrieb und ein schwerer Arbeitseinsatz sind nicht automatisch miteinander vergleichbar.
16. Anhängerbetrieb kann die Hinterachse zusätzlich belasten
Wird ein Anhänger gezogen, muss die tatsächliche Belastung des Fahrzeugs berücksichtigt werden.
- zulässige Stützlast
- zulässige Fahrzeuglast
- Hinterachslast
- Reifentragfähigkeit
- Herstellerangaben zum Betriebsdruck
Eine auffällig starke Verformung kann auf ungeeigneten Druck, Überlastung oder eine nicht passende Reifenausführung hinweisen.
17. Mehr Last bedeutet nicht automatisch beliebig mehr Luft
Ein Reifen darf nicht über seine technische Tragfähigkeit hinaus belastet und dies anschließend durch beliebige Druckerhöhung kompensiert werden.
Zu prüfen
- Reifentragfähigkeit
- zulässiger Druckbereich
- Fahrzeugvorgaben
- Reifenherstellerdaten
Wichtig
Ein technisch überlasteter Reifen wird durch einen frei gewählten höheren Luftdruck nicht automatisch für diese Last geeignet.
18. Herstellerangaben und Reifenkennzeichnungen richtig einordnen
Auf Reifen und in technischen Unterlagen können unterschiedliche Druck- und Belastungsangaben zu finden sein.
- Tragfähigkeitsangaben
- Druckgrenzen
- PR-Ausführung
- Einsatzempfehlungen
- Fahrzeugvorgaben
Eine technische Maximalangabe ist nicht automatisch der Wert, mit dem das Fahrzeug im Alltag gefahren werden soll.
19. Maximaldruck ist nicht automatisch der richtige Betriebsdruck
Dieser Punkt wird bei Quad- und ATV-Reifen häufig falsch verstanden.
Der tatsächliche Betriebsdruck richtet sich nach Fahrzeug, Reifen, Achse, Last und Einsatz. Ein auf dem Reifen angegebener Maximalwert darf deshalb nicht einfach als allgemeiner Sollwert übernommen werden.
20. Nach einem Reifenmodellwechsel das Fahrverhalten neu beurteilen
Ein anderes Reifenmodell kann trotz identischer Reifendimension und gleichem Luftdruck ein anderes Verhalten zeigen.
Karkasse
Kann weicher oder steifer ausgelegt sein.
Eigendämpfung
Kann Unebenheiten unterschiedlich stark aufnehmen.
Lenkgefühl
Kann bei gleichem Druck direkter oder weicher wirken.
Nach einem Modellwechsel sollten die technischen Vorgaben für den neuen Reifen erneut berücksichtigt werden.
21. PR-Ausführung und Karkassensteifigkeit berücksichtigen
Quad- und ATV-Reifen werden häufig in unterschiedlichen Festigkeitsklassen angeboten. Eine 6-PR- und eine 8-PR-Ausführung kann sich bei gleichem Luftdruck unterschiedlich verhalten.
- andere Karkassensteifigkeit
- unterschiedliche Eigendämpfung
- veränderte Reifenverformung
- anderes Lenk- und Fahrgefühl
Der gleiche Zahlenwert muss bei zwei unterschiedlich konstruierten Reifen nicht zum gleichen Fahrverhalten führen.
22. Nach starken Temperaturänderungen erneut messen
Die Umgebungstemperatur beeinflusst den gemessenen Reifendruck.
- beim Saisonstart
- bei starkem Wetterumschwung
- im Winter
- nach Wechsel zwischen warmer Halle und kaltem Außeneinsatz
Wer Druckwerte dokumentiert, sollte kalte Reifen bei möglichst ähnlichen Ausgangsbedingungen miteinander vergleichen.
23. Nach längerer Standzeit alle Reifen kontrollieren
Quad und ATV stehen häufig über längere Zeit ungenutzt. Vor der ersten Fahrt sollte deshalb nicht nur eine Sichtprüfung erfolgen.
- alle vier Reifen messen
- links und rechts vergleichen
- Standverformungen beachten
- Ventile kontrollieren
- ungewöhnlichen Druckverlust erkennen
Verliert nur ein Reifen erheblich mehr Druck als die anderen, sollte die Ursache gesucht werden.
24. Wiederkehrender Luftverlust sollte untersucht werden
Muss ein Reifen regelmäßig nachgefüllt werden, liegt möglicherweise eine Undichtigkeit vor.
Reifen
Einstich, Schnitt oder andere Beschädigung prüfen.
Ventil
Ventileinsatz, Ventilkörper und Dichtbereich kontrollieren.
Felge oder Schlauch
Wulstsitz, Korrosion, Schlauch und Ventilfuß können ebenfalls Ursache sein.
Ein regelmäßig wiederkehrender Luftverlust sollte nicht dauerhaft durch häufiges Aufpumpen kompensiert werden.
25. Tubeless-Reifen bei Luftverlust komplett prüfen
Bei einem schlauchlosen System kann die Undichtigkeit an verschiedenen Stellen entstehen.
- Lauffläche
- Seitenwand
- Reifenwulst
- Felgenhorn
- Wulstsitz
- Felgenkorrosion
- Ventil
Auch eine korrodierte Felge oder ein undichtes Ventil kann bei einem ansonsten intakten Reifen zu Luftverlust führen.
26. Schlauchreifen bei Druckverlust anders prüfen
Bei Tube-Type-Bereifung hält der Schlauch die Luft. Dadurch kommen zusätzliche Fehlerquellen hinzu.
Schlauch prüfen
- Einstich
- Scheuerstelle
- Quetschung
- Ventilfuß
- Ventileinsatz
Felgenbereich prüfen
- Felgenband
- Felgeninneres
- scharfe Kanten
- Korrosion
- Fremdkörper
27. Nach einer Reifenmontage den Druck erneut kontrollieren
Nach einem Reifenwechsel ist eine spätere Nachkontrolle sinnvoll.
Vorgesehenen Betriebsdruck einstellen.
Bei auffälligem Fahrverhalten erneut kontrollieren.
Prüfen, ob ein schleichender Luftverlust vorhanden ist.
Ventil, Felge oder Wulstsitz können unabhängig vom neuen Reifen Ursache eines Luftverlusts sein.
28. Druckunterschiede können wie ein Fahrwerksproblem wirken
Ein verändertes Fahrverhalten sollte nicht sofort einem Defekt an Lenkung oder Fahrwerk zugeschrieben werden.
- ATV zieht zur Seite
- Lenkung wirkt schwammig
- eine Seite arbeitet stärker
- Kurvenverhalten ist links und rechts unterschiedlich
Reifendruck, Reifengröße, Wulstsitz und Reifenmodell lassen sich vergleichsweise einfach prüfen und können bereits die Ursache erklären.
29. Bei 4x4-ATV alle vier Reifen gemeinsam betrachten
Bei einem Allrad-ATV sind Vorder- und Hinterachse technisch miteinander verbunden. Neben Reifengröße und Abrollumfang beeinflusst auch die Reifenverformung den tatsächlichen Rollradius.
- Vorderreifen links und rechts vergleichen
- Hinterreifen links und rechts vergleichen
- richtige Größenkombination prüfen
- Druckwerte kontrollieren
- Reifenzustand des gesamten Satzes berücksichtigen
Bei einem 4x4-ATV sollten Reifendruck, Reifengröße und Reifenzustand nicht nur radweise, sondern als kompletter Vorder-/Hinterachssatz beurteilt werden.
30. Bei regelmäßigen Straßenfahrten besonders konsequent kontrollieren
Höhere Geschwindigkeiten und längere Fahrstrecken erhöhen die Bedeutung eines technisch passenden Reifendrucks.
- vor längeren Touren messen
- nach starken Temperaturänderungen prüfen
- nach Geländeeinsatz kontrollieren
- bei veränderter Beladung Herstellerangaben beachten
- bei ungewöhnlichem Fahrverhalten sofort nachmessen
31. Typische Auffälligkeiten und mögliche Ursachen
| Auffälligkeit | Mögliche Ursache | Besonders prüfen |
|---|---|---|
| ATV zieht nach links oder rechts | Druckunterschied möglich | Vorderreifen links/rechts |
| Lenkung wirkt schwammig | zu niedriger Druck möglich | beide Vorderreifen |
| Fahrzeug wirkt auf hartem Boden nervös | Druck oder Karkassencharakter | Herstellerwerte und Reifen |
| Reifen wird auffällig warm | Unterdruck oder hohe Belastung möglich | Druck und Last |
| Schlauchventil steht schräg | Reifenbewegung oder Schlauchbelastung möglich | Schlauch, Wulstsitz und Druck |
| Ein Reifen verliert regelmäßig Luft | Undichtigkeit | Reifen, Ventil, Felge oder Schlauch |
| Nach Geländefahrt unruhig auf Straße | Druck möglicherweise nicht für Straßenfahrt passend | Betriebsdruck |
| Sehr hartes Fahrverhalten | zu hoher Druck möglich | vorgesehener Betriebswert |
| Reifen stark eingedrückt | Unterdruck oder Überlastung möglich | Druck und Tragfähigkeit |
| 4x4 verhält sich auffällig | Druck, Größe oder Reifenverformung | alle vier Reifen |
32. FT-Prüfreihenfolge für den Reifendruck
Technische Vorgaben als Ausgangspunkt verwenden.
Nicht automatisch denselben Wert voraussetzen.
Der niedrige ATV-Druckbereich sollte ausreichend genau ablesbar sein.
Möglichst vor Fahrtbeginn kontrollieren.
Unterschiede auf derselben Achse erkennen.
Fahrer, Gepäck und Arbeitsausrüstung einbeziehen.
Zusätzliche Hinterachsbelastung beachten.
Den tatsächlichen Betriebszustand berücksichtigen.
Keine pauschalen Internetwerte übernehmen.
Technische Grenzwerte richtig einordnen.
Schrägstellung nicht ignorieren.
Reifen, Ventil, Felge oder Schlauch prüfen.
Schleichenden Luftverlust erkennen.
Besonders bei Saisonwechseln sinnvoll.
Vor der ersten Fahrt alle Reifen prüfen.
Druck, Größe und Zustand als kompletten Satz betrachten.
Passendes Wissen aus der FT Wissenswelt
Grundlagen zu Quad- und ATV-Reifen, Reifengrößen, Kennzeichnungen und Einsatzbereichen finden Sie in der zentralen FT Wissenswelt und im speziellen Ratgeber für Quad- und ATV-Reifen.
Herstellerwissen aus der FT Herstellerwelt
Quad- und ATV-Reifen können sich je nach Hersteller und Produktfamilie deutlich in Karkassensteifigkeit, PR-Ausführung, Tragfähigkeit, realen Abmessungen und vorgesehenem Einsatz unterscheiden.
FT Herstellerwelt Marken, Hersteller, Produktbereiche und weiterführendes Herstellerwissen bei FT Reifen kennenlernen.Quad- und ATV-Reifen kaufen
Wenn Reifengröße, Fahrzeug, Einsatzgebiet und technische Anforderungen geklärt sind, finden Sie bei FT Reifen Quad- und ATV-Reifen für unterschiedliche Straßen-, Gelände- und Arbeitseinsätze.
Service rund um Ihre Bestellung
Von der Bestellung bis zur Lieferung finden Sie bei FT Reifen weitere Informationen zu Bearbeitung, Versand und dem Ablauf Ihrer Bestellung.
Ablauf Bestellung Informationen zu Bestellung, Bearbeitung, Versand und dem weiteren Ablauf bei FT Reifen.Häufige Fragen zum Reifendruck bei Quad- und ATV-Reifen
Warum ist der Reifendruck bei ATV besonders wichtig?
Viele ATV arbeiten mit vergleichsweise niedrigen Betriebsdrücken. Dadurch können schon kleine Abweichungen das Lenkverhalten, die Reifenverformung und die Aufstandsfläche spürbar verändern.
Sollte der Reifendruck kalt gemessen werden?
Ja. Für einen möglichst vergleichbaren Ausgangswert sollte vor Fahrtbeginn am kalten Reifen gemessen werden.
Brauche ich für ATV ein anderes Reifendruckmessgerät?
Ein Messgerät mit einem ausreichend fein aufgelösten niedrigen Druckbereich ist sinnvoll. Entscheidend ist, dass kleine Unterschiede zuverlässig erkannt werden können.
Kann ich den Reifendruck an der Reifenform erkennen?
Nein. Gerade breite ATV-Reifen können bei unterschiedlichen Druckwerten äußerlich ähnlich aussehen. Eine Messung ist deshalb notwendig.
Müssen vorne und hinten dieselben Druckwerte gefahren werden?
Nicht zwangsläufig. Achslasten, Reifengrößen und Fahrzeugkonstruktion können unterschiedliche Vorgaben für Vorder- und Hinterachse erfordern.
Warum zieht mein ATV plötzlich zu einer Seite?
Eine mögliche Ursache ist ein unterschiedlicher Reifendruck an der Vorderachse. Zusätzlich sollten Reifen, Wulstsitz, Lenkung und Fahrwerk kontrolliert werden.
Was passiert bei zu niedrigem Reifendruck?
Der Reifen verformt sich stärker, walkt mehr und kann sich stärker erwärmen. Auch Lenkverhalten, Aufstandsfläche und Bewegung auf der Felge können sich verändern.
Ist möglichst niedriger Druck im Gelände besser?
Nein. Ein niedrigerer Druck kann je nach Fahrzeug, Reifen und Untergrund Vorteile besitzen, muss aber innerhalb der technisch vorgesehenen Grenzen bleiben.
Warum sollte nach der Geländefahrt der Druck geprüft werden?
Ein für langsamen Geländeeinsatz geeigneter Betriebszustand muss nicht automatisch für längere oder schnellere Straßenfahrten geeignet sein.
Was bedeutet ein schräges Ventil bei einem Schlauchreifen?
Es kann auf Bewegung zwischen Reifen und Felge oder eine ungünstige Schlauchposition hinweisen. Ventilfuß, Schlauch, Wulstsitz und Reifendruck sollten kontrolliert werden.
Kann zu hoher Reifendruck problematisch sein?
Ja. Zu hoher Druck kann Eigendämpfung und Anpassung an den Untergrund reduzieren sowie das Fahrverhalten härter oder nervöser machen.
Ist der Maximaldruck auf der Reifenflanke der richtige Fahrdruck?
Nein. Ein Maximalwert ist nicht automatisch der vorgesehene Betriebsdruck. Maßgeblich sind Fahrzeug, Reifen, Last, Achse und Einsatz.
Kann ich bei höherer Beladung einfach mehr Luft einfüllen?
Nicht beliebig. Reifentragfähigkeit, zulässiger Druckbereich und Herstellerangaben müssen eingehalten werden. Ein überlasteter Reifen wird durch zusätzlichen Luftdruck nicht automatisch technisch geeignet.
Warum verliert mein ATV-Reifen regelmäßig Luft?
Mögliche Ursachen sind Reifenbeschädigung, Ventil, Wulstsitz, Felgenkorrosion oder bei Schlauchbereifung ein beschädigter Schlauch beziehungsweise Ventilfuß.
Warum sollte nach einem Reifenwechsel nochmals kontrolliert werden?
Eine Nachkontrolle kann helfen, einen schleichenden Luftverlust am Reifen, Ventil oder Wulstsitz frühzeitig zu erkennen.
Warum ist der Reifendruck bei 4x4-ATV besonders wichtig?
Bei einem Allrad-ATV gehören Vorder- und Hinterachse technisch zusammen. Reifenverformung und Druck beeinflussen den tatsächlichen Rollradius, weshalb alle vier Reifen gemeinsam betrachtet werden sollten.
Technischer Hinweis
Diese Praxisinformationen ersetzen keine Fahrzeugbetriebsanleitung, Reifenfreigabe oder Herstellerangaben zum Reifendruck. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen- und Felgenherstellers sowie die konkrete Belastung und Nutzung des Quad oder ATV. Druckangaben auf der Reifenflanke sind nicht automatisch mit dem vorgesehenen Betriebsdruck gleichzusetzen. Bei wiederkehrendem Luftverlust, auffälliger Reifenerwärmung, stark schrägem Schlauchventil oder ungewöhnlichem Fahrverhalten sollte die Ursache vor weiterer Nutzung fachgerecht geklärt werden.
Über 35 Jahre praktische Erfahrung rund um Reifen
FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Reifenerfahrung mit verständlichem Wissen rund um Quad- und ATV-Reifen, Reifendruck, Straßen- und Geländeeinsatz, Schlauch- und Tubeless-Systeme, Arbeitseinsatz, Anhängerbetrieb und 4x4-Reifensätze.
FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.
Produktwissen, Praxiswissen, Herstellerwissen und Reifenhandel miteinander verbunden.