Quad- und ATV-Reifen richtig auswählen: Straße, Gelände, Arbeitseinsatz und Mischbetrieb
FT Praxiswelt – Quad- & ATV-Reifen
Quad- und ATV-Reifen richtig auswählen: Straße, Gelände, Arbeitseinsatz und Mischbetrieb
Bei Quad- und ATV-Reifen entscheidet der tatsächliche Einsatzzweck wesentlich darüber, welche Reifencharakteristik sinnvoll ist. Ein extrem grobes Profil kann im Schlamm sehr gut arbeiten und auf Asphalt trotzdem laut, unruhig oder verschleißintensiv sein.
Zusätzlich müssen Reifengröße, Felge, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsbereich und bei 4x4-ATV besonders die Abstimmung zwischen Vorder- und Hinterachse berücksichtigt werden.
Der Einsatzzweck kommt vor der Profiloptik
Straße
Ruhiger Lauf, stabile Seitenführung und passende Geschwindigkeitsfreigabe stehen stärker im Vordergrund.
Gelände
Traktion, Selbstreinigung, robuste Karkasse und seitliche Griffkanten gewinnen an Bedeutung.
Arbeitseinsatz
Tragfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Verhalten unter Last müssen besonders berücksichtigt werden.
Quad- und ATV-Reifen nicht nur nach Optik oder Profilgröße auswählen. Entscheidend sind Fahrzeug, Achse, Felge, Einsatzgebiet, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit und bei Allradfahrzeugen besonders die Abstimmung von Vorder- und Hinterachse.
1. Zuerst den tatsächlichen Einsatz festlegen
Vor der Reifenwahl sollte geklärt werden, wo das Fahrzeug im Alltag wirklich bewegt wird.
- überwiegend Straße
- Straße und Feldwege
- Wald und Forst
- Landwirtschaft
- Wiesen
- Schotter
- Schlamm
- Schnee
- Arbeitseinsatz
- Anhängerbetrieb
- Freizeit und Touren
- sportlicher Einsatz
Der Reifen sollte zum häufigsten und technisch wichtigsten Einsatzzweck passen und nicht nur zu dem Untergrund, auf dem er besonders aggressiv aussieht.
2. Straßenbetrieb stellt andere Anforderungen als Gelände
Wird das Quad oder ATV häufig auf Asphalt gefahren, sollte die Straßencharakteristik des Reifens stärker berücksichtigt werden.
- ruhiger Rundlauf
- stabile Seitenführung
- kontrollierbares Lenkverhalten
- ausreichende Geschwindigkeitsfreigabe
- gleichmäßige Aufstandsfläche
- möglichst kontrollierte Profilblockbewegung
Je nach Konstruktion können sie lauter laufen, stärker vibrieren, unpräziser lenken oder schneller verschleißen.
3. Geländeeinsatz braucht Traktion und Selbstreinigung
Auf weichem oder losem Untergrund muss das Profil den Boden greifen und sich möglichst gut wieder freiarbeiten können.
Große Profilzwischenräume
Können das Abführen von Schlamm und losem Material unterstützen.
Kräftige Schulterstollen
Können im Gelände zusätzliche seitliche Traktion liefern.
Robuste Karkasse
Ist bei Steinen, Wurzeln und rauem Untergrund besonders wichtig.
Ein auf ruhigen Asphaltlauf ausgelegter Reifen kann sich auf tiefem Schlamm schneller zusetzen und dort deutlich weniger Traktion entwickeln.
4. Mud-Reifen sind Spezialisten und nicht automatisch die beste Allroundlösung
Extrem offene und grobe Profile können besonders bei tiefem Schlamm deutliche Vorteile besitzen.
Stärken
- tiefer Schlamm
- weicher Waldboden
- nasse Wiesen
- starke Selbstreinigung
Mögliche Nachteile auf festem Untergrund
- stärkere Stollenbewegung
- höherer Profilverschleiß
- mehr Geräusche
- weniger präzises Fahrgefühl
Wer überwiegend auf Straße und Feldweg unterwegs ist, kann mit einem ausgewogeneren Profil besser bedient sein.
5. Mischbetrieb braucht einen echten Kompromiss
Viele ATV werden nicht auf nur einem Untergrund eingesetzt. Typisch ist eine Kombination aus Straße, Hof, Feldweg, Wiese und Wald.
Allroundprofil
Kann zwischen Straßenstabilität und Geländetraktion vermitteln.
Spezialprofil
Kann auf einem bestimmten Untergrund überlegen sein, dafür in anderen Bereichen deutliche Nachteile besitzen.
Den Reifen nach dem normalen Alltag auswählen und nicht nach einem seltenen Extrem-Einsatz, der nur wenige Male im Jahr vorkommt.
6. Arbeitseinsatz anders beurteilen als reine Freizeitnutzung
ATV werden häufig als kompakte Arbeitsfahrzeuge eingesetzt.
- Landwirtschaft
- Forst
- Jagd
- Grundstückspflege
- Winterdienst
- Transport
- Anhängerbetrieb
Tragfähigkeit
Reifen müssen Fahrzeug, Fahrer, Ladung und zusätzliche Ausrüstung sicher tragen können.
Karkassenstabilität
Kann bei schweren Lasten und rauem Gelände wichtiger werden.
Beschädigungsrisiko
Steine, Äste, Wurzeln und harte Arbeitsflächen stellen andere Anforderungen als Freizeitbetrieb auf Asphalt.
7. Anhängerbetrieb erhöht die Bedeutung der Hinterachse
Wird mit dem ATV regelmäßig ein Anhänger gezogen, können sich Belastung und Fahrverhalten deutlich verändern.
- zulässige Fahrzeuglast beachten
- Achsbelastung berücksichtigen
- Reifentragfähigkeit prüfen
- Reifenfülldruck nach Vorgaben einstellen
- Zustand der Hinterreifen kontrollieren
- Freigängigkeit unter Last prüfen
Bei regelmäßigem Arbeitseinsatz muss auch der tatsächliche Belastungszustand berücksichtigt werden.
8. Schneeeinsatz nicht nur nach Stollengröße beurteilen
Ein grobes Profil kann im Schnee hilfreich sein, aber der Wintereinsatz wird nicht allein durch die Höhe der Profilstollen bestimmt.
- Profilgestaltung
- Lamellen
- Gummimischung
- Temperaturverhalten
- Untergrund
- Fahrzeuggewicht
Ein Reifen für tiefen Schlamm kann bei kaltem Asphalt oder festgefahrenem Schnee eine andere Charakteristik besitzen.
9. Reifenbreite beeinflusst Fahrverhalten und Belastung
Breitere Reifen verändern mehr als nur die Optik des Fahrzeugs.
Aufstandsfläche
Kann je nach Druck und Konstruktion größer beziehungsweise anders geformt werden.
Lenkkräfte
Breitere Vorderreifen können die Lenkung spürbar schwerer machen.
Freigängigkeit
Mehr Breite kann den Abstand zu Fahrwerk, Radhaus und Lenkung reduzieren.
Ein größerer Reifen kann Lenkverhalten, Spurrillenempfindlichkeit und Belastung angrenzender Bauteile verändern.
10. Schmalere Reifen können je nach Einsatz Vorteile besitzen
- geringere Lenkkräfte möglich
- mehr Freigängigkeit
- besseres Fahren in schmalen Spuren
- je nach Untergrund anderes Eindringverhalten
Breite und schmale Reifen besitzen unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb sollte die Entscheidung nicht nur nach Fahrzeugoptik getroffen werden.
11. Größerer Außendurchmesser verändert das komplette Fahrzeug
Eine größere Reifendimension wird häufig wegen mehr Bodenfreiheit gewählt. Gleichzeitig verändern sich aber weitere technische Eigenschaften.
- Bodenfreiheit
- effektive Übersetzung
- Beschleunigung
- Bremsverhalten
- Fahrzeughöhe
- Freigängigkeit
- Raddrehzahl
Vorder- und Hinterachse dürfen nicht unabhängig voneinander auf beliebig größere Reifen umgerüstet werden.
12. Seriengrößen zuerst als technische Ausgangsbasis verwenden
Bevor andere Reifendimensionen gewählt werden, sollten die ursprünglich vorgesehenen Größen eindeutig bekannt sein.
Vorderachse
Seriengröße, Felgendurchmesser und Felgenbreite dokumentieren.
Hinterachse
Die häufig abweichende Hinterreifengröße separat erfassen.
Bei vielen Quad- und ATV-Modellen ist eine unterschiedliche Dimensionierung konstruktiv vorgesehen.
13. Vorderreifen und Hinterreifen übernehmen unterschiedliche Aufgaben
Vorderachse
- Lenkung
- Spurführung
- Seitenführung
- Bremskraftübertragung
Hinterachse
- Antrieb
- Traktion
- Lastübertragung
- häufig höhere Reifenbreite
Vorder- und Hinterreifen müssen nicht identisch aussehen, wenn sie als abgestimmte Kombination für das Fahrzeug vorgesehen sind.
14. Nicht nur nach Felgendurchmesser bestellen
Angaben wie „12 Zoll“ oder „14 Zoll“ beschreiben lediglich den Felgendurchmesser und reichen für eine sichere Reifenbestellung nicht aus.
Breite, Außendurchmesser beziehungsweise Größenaufbau und Felgendurchmesser müssen zusammenpassen.
15. Vor dem Kauf alle vier vorhandenen Reifen dokumentieren
Vorne links und rechts
- komplette Reifendimension
- Hersteller
- Profil
- Tragfähigkeitsangabe
- Geschwindigkeitskennung
- TL oder TT
Hinten links und rechts
- komplette Reifendimension
- Hersteller
- Profil
- Tragfähigkeitsangabe
- Geschwindigkeitskennung
- TL oder TT
Eine saubere Dokumentation vor der Bestellung reduziert das Risiko, Vorder- und Hinterachsgröße oder technische Kennzeichnungen zu verwechseln.
16. Bei 4x4-ATV Vorder- und Hinterachse immer gemeinsam betrachten
Bei einem Allrad-ATV sind beide Achsen über den Antriebsstrang miteinander verbunden. Deshalb kann die Reifenabstimmung eine wesentlich größere technische Bedeutung besitzen als bei einem einfachen Zweiradantrieb.
Reifendimension
Vorder- und Hinterachsgrößen müssen zum Fahrzeugkonzept passen.
Realer Außendurchmesser
Kann je nach Reifenmodell trotz ähnlicher Größenangabe unterschiedlich ausfallen.
Abrollumfang
Ist für das Verhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse besonders relevant.
Bei einem 4x4-ATV gehören Vorder- und Hinterreifen technisch zusammen. Änderungen an einer Achse dürfen nicht unabhängig von der anderen Achse betrachtet werden.
17. Gleiche Nennbezeichnung bedeutet nicht automatisch gleiche reale Abmessungen
Je nach Hersteller und Profilmodell können Reifen mit gleicher Größenaufschrift in den tatsächlichen Maßen leicht voneinander abweichen.
- Außendurchmesser
- Reifenbreite
- Profilhöhe
- Abrollumfang
Bei einer Änderung von Hersteller oder Reifenmodell kann es sinnvoll sein, die realen Herstellerangaben zu Vorder- und Hinterreifen gemeinsam zu betrachten.
18. Einzelnen beschädigten Reifen nicht beliebig durch eine andere Marke ersetzen
Ein Reifen derselben Nennabmessung muss nicht automatisch exakt zu den übrigen drei Reifen passen.
- Hersteller vergleichen
- Profilmodell vergleichen
- reale Abmessungen prüfen
- Profiltiefe berücksichtigen
- Abrollumfang vergleichen
- Bauart und Karkassenklasse beachten
Ein scheinbar kleiner Größenunterschied kann für das Verhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse wichtiger sein als bei einem reinen 2WD-Fahrzeug.
19. PR-Angaben richtig einordnen
Bei Quad- und ATV-Reifen finden sich häufig Angaben wie 4 PR, 6 PR oder 8 PR.
Die Angabe beschreibt eine Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse innerhalb der jeweiligen Reifenkonstruktion.
20. Mehr PR ist nicht automatisch besser
Höhere Festigkeitsklasse kann sinnvoll sein bei
- schwerem Arbeitseinsatz
- hoher Belastung
- steinigem Gelände
- robuster Nutzung
Mögliche Auswirkungen
- steifere Karkasse
- veränderte Eigendämpfung
- anderes Fahrgefühl
- andere Anpassung an weichen Untergrund
Die Karkassenklasse sollte zum tatsächlichen Einsatz und zur Fahrzeugbelastung passen.
21. Geschwindigkeitskennung beachten
Gerade bei straßenzugelassenen Quads muss der Reifen für den vorgesehenen Geschwindigkeitsbereich technisch geeignet sein.
- Fahrzeuggeschwindigkeit berücksichtigen
- Reifenkennzeichnung kontrollieren
- Arbeits- und Geländereifen nicht automatisch als straßengeeignet ansehen
- Fahrzeugunterlagen beachten
22. Tragfähigkeit an die tatsächliche Nutzung anpassen
Die Reifen müssen nicht nur das Grundfahrzeug tragen, sondern auch reale zusätzliche Belastungen berücksichtigen.
Fahrer und Gepäck
Zusätzliche Last erhöht die tatsächliche Reifenbeanspruchung.
Arbeitsausrüstung
Forst-, Jagd- oder Landwirtschaftszubehör kann die Achslast deutlich erhöhen.
Anhängerbetrieb
Kann insbesondere die Hinterachse zusätzlich beanspruchen.
23. Felgenbreite gehört zur Reifenwahl
Ein passender Felgendurchmesser allein reicht nicht. Auch die Felgenbreite muss zur Reifenabmessung passen.
- Reifenform
- Wulstsitz
- Seitenwandstellung
- Aufstandsfläche
- Fahrverhalten
Die vorgesehene Felgenbreite gehört immer zur technischen Beurteilung.
24. Freigängigkeit nach einer Größenänderung vollständig prüfen
Vorderachse
- voller Lenkeinschlag
- Spurstangen
- Federbein
- Radhaus
- Bremsbauteile
Hinterachse
- Schwinge
- Achsteile
- Radhaus
- Federweg
- Bremsbauteile
Die Freigängigkeit muss auch bei Lenkeinschlag und Einfederung erhalten bleiben.
25. Geländereifen nicht allein nach Stollenhöhe vergleichen
Profiltiefe beziehungsweise Stollenhöhe ist nur ein Merkmal.
- Abstand der Stollen
- Schulterprofil
- Profilrichtung
- Selbstreinigung
- Blocksteifigkeit
- Karkassenkonstruktion
Profilarchitektur und Karkasse bestimmen wesentlich mit, wie ein Reifen auf Schlamm, Schotter oder festem Untergrund reagiert.
26. Laufrichtung vor der Montage beachten
Viele Quad- und ATV-Reifen besitzen ein laufrichtungsgebundenes Profil.
Traktion
Die Profilrichtung kann den Vortrieb im Gelände beeinflussen.
Selbstreinigung
Stollen können so angeordnet sein, dass Material gezielt aus dem Profil geführt wird.
Straßenbetrieb
Auch Wasserableitung und Bremsverhalten können von der korrekten Montage abhängen.
Die Montagekennzeichnungen des Reifenherstellers müssen eingehalten werden.
27. Straßenzulassung und Fahrzeugunterlagen berücksichtigen
Bei einem straßenzugelassenen Quad oder ATV reicht eine gute Geländeeignung allein nicht aus.
- zulässige Reifengröße
- Tragfähigkeit
- Geschwindigkeitskennung
- Reifenkennzeichnungen
- Fahrzeugpapiere
- technische Freigaben
Der Reifen muss für die tatsächliche und zulässige Nutzung des Fahrzeugs geeignet sein.
28. 2WD und 4WD vor der Reifenwahl unterscheiden
2WD
Reifenänderungen können Fahrverhalten, Übersetzung und Freigängigkeit beeinflussen, ohne dass beide Achsen zwingend über einen Allradantrieb gekoppelt sind.
4WD
Zusätzlich müssen Vorder-/Hinterachsverhältnis, realer Abrollumfang und die Anforderungen des Allradsystems berücksichtigt werden.
Die richtige Reifenwahl beginnt bei Quad und ATV nicht nur mit der Reifengröße, sondern auch mit dem Antriebskonzept.
29. Haupteinsatz und Reifencharakter richtig zuordnen
| Haupteinsatz | Sinnvolle Reifencharakteristik | Besonders beachten |
|---|---|---|
| überwiegend Straße | ruhiger und stabiler Lauf | Geschwindigkeitskennung |
| Straße + Gelände | ausgewogenes Allroundprofil | Kompromiss zwischen beiden Bereichen |
| Schlamm | offene, grobe Stollen | Straßenverhalten |
| Wald / Forst | robuste Konstruktion | Schnitt- und Stichbelastung |
| Landwirtschaft | Traktion und Tragfähigkeit | Achslasten |
| Anhängerbetrieb | stabile Karkasse | Hinterachsbelastung |
| Schnee | passende Profil- und Mischungsauslegung | nicht nur Stollenhöhe |
| 4x4-ATV | abgestimmte Vorder- und Hinterreifen | realer Abrollumfang |
| sportlicher Einsatz | präzises Fahrverhalten | Fahrzeugfreigabe |
| weicher Boden | zum Untergrund passende Aufstandsfläche | Reifenbreite und Druck |
30. FT-Prüfreihenfolge vor dem Kauf von Quad- und ATV-Reifen
Quad oder ATV sowie genaue Fahrzeugausführung erfassen.
Antriebskonzept vor jeder Größenänderung berücksichtigen.
Straße, Gelände, Arbeit oder Mischbetrieb realistisch gewichten.
Komplette Größenangabe dokumentieren.
Abweichende Hinterachsdimension separat erfassen.
Reifen und Felge müssen zusammenpassen.
Nicht nur nach Zollgröße auswählen.
Vorhandene technische Vorgaben heranziehen.
Besonders bei unterschiedlichen Seriengrößen wichtig.
Reale Reifenabmessungen bei Herstellerwechsel gegebenenfalls vergleichen.
Fahrer, Ladung und Arbeitseinsatz berücksichtigen.
Besonders bei Straßennutzung relevant.
Nicht automatisch die höchste Festigkeitsklasse verwenden.
Profilcharakter entsprechend auswählen.
Montagevorgaben des Herstellers berücksichtigen.
Lenkung, Federweg, Fahrwerk und Radhaus einbeziehen.
Optik und Profil auf technischer Grundlage entscheiden.
Passendes Wissen aus der FT Wissenswelt
Grundlagen zu Reifenbauarten, Größen, Kennzeichnungen und Einsatzbereichen finden Sie in der zentralen FT Wissenswelt und im speziellen Quad- und ATV-Ratgeber.
Herstellerwissen aus der FT Herstellerwelt
Quad- und ATV-Reifen können sich je nach Hersteller und Produktfamilie in Profilgestaltung, Karkassensteifigkeit, realen Abmessungen, PR-Ausführung und Einsatzschwerpunkt unterscheiden.
FT Herstellerwelt Hersteller, Marken, Technologien und Produktbereiche bei FT Reifen kennenlernen.Quad- und ATV-Reifen kaufen
Wenn Fahrzeug, Vorder- und Hinterachsgröße, Einsatzgebiet, Antriebsart, Felge und technische Anforderungen geklärt sind, finden Sie bei FT Reifen Quad- und ATV-Reifen für unterschiedliche Straßen-, Gelände- und Arbeitseinsätze.
Service rund um Ihre Bestellung
Von der Bestellung bis zur Lieferung finden Sie bei FT Reifen weitere Informationen zu unserem Ablauf und wichtigen Punkten rund um die Auftragsbearbeitung.
Ablauf Bestellung Informationen zu Bestellung, Bearbeitung, Versand und dem weiteren Ablauf bei FT Reifen.Häufige Fragen zur Auswahl von Quad- und ATV-Reifen
Welcher Quad- oder ATV-Reifen ist der richtige?
Das hängt vor allem vom Fahrzeug, der Vorder- und Hinterachsgröße, dem Einsatzgebiet, der Antriebsart, der Felge sowie von Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsanforderungen ab.
Ist ein möglichst grobes Profil im Gelände immer besser?
Nein. Sehr grobe Mud-Profile können im tiefen Schlamm Vorteile besitzen, auf Straße und festem Untergrund aber stärker verschleißen, lauter laufen und weniger präzise reagieren.
Welcher Reifen eignet sich bei viel Straße und etwas Gelände?
Für typischen Mischbetrieb kann ein ausgewogener Allroundreifen sinnvoll sein, der Straßenstabilität und Geländetraktion kombiniert.
Kann ich breitere ATV-Reifen montieren?
Eine größere Breite kann Lenkkräfte, Freigängigkeit, Fahrverhalten und Aufstandsfläche verändern. Felgenbreite, Fahrzeugfreigabe und Bauraum müssen deshalb vorher geprüft werden.
Kann ich einfach größere Reifen für mehr Bodenfreiheit montieren?
Ein größerer Außendurchmesser verändert neben der Bodenfreiheit auch Übersetzung, Beschleunigung, Bremsverhalten, Raddrehzahl und Freigängigkeit. Bei 4x4-ATV muss zusätzlich das Verhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse stimmen.
Warum haben viele ATV vorne und hinten unterschiedliche Reifengrößen?
Vorder- und Hinterachse erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Vorderachse übernimmt besonders Lenkung und Spurführung, während die Hinterachse häufig stärker für Antrieb, Traktion und Lastübertragung zuständig ist.
Dürfen vorne und hinten unterschiedliche Profile montiert sein?
Ja, wenn die Kombination für das konkrete Fahrzeug und den vorgesehenen Einsatz technisch geeignet ist. Bei ATV sind unterschiedliche Vorder- und Hinterprofile nicht ungewöhnlich.
Warum ist der Abrollumfang bei einem 4x4-ATV wichtig?
Vorder- und Hinterachse sind über den Allradantrieb miteinander verbunden. Unpassende reale Reifenumfänge können je nach Konstruktion zusätzliche Verspannungen beziehungsweise Belastungen im Antriebsstrang verursachen.
Kann ich bei einem 4x4 nur einen Reifen durch einen anderen Hersteller ersetzen?
Das sollte nicht pauschal erfolgen. Auch bei gleicher Nennabmessung können reale Außendurchmesser und Abrollumfänge voneinander abweichen. Die komplette Reifenpaarung beziehungsweise der Satz sollte technisch verglichen werden.
Was bedeutet 6 PR oder 8 PR bei einem ATV-Reifen?
Die PR-Angabe beschreibt eine Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse und ist nicht einfach mit der tatsächlichen Anzahl moderner Karkassenlagen gleichzusetzen.
Ist 8 PR automatisch besser als 6 PR?
Nein. Eine höhere Festigkeitsklasse kann bei schwerem Arbeitseinsatz sinnvoll sein, kann aber auch eine steifere Reifencharakteristik und weniger Eigendämpfung bedeuten.
Muss die Geschwindigkeitskennung bei einem Quad beachtet werden?
Ja. Besonders bei straßenzugelassenen Fahrzeugen muss der Reifen für den vorgesehenen beziehungsweise zulässigen Geschwindigkeitsbereich geeignet sein.
Warum muss die Felgenbreite geprüft werden?
Ein Reifen kann denselben Felgendurchmesser besitzen und trotzdem für eine andere Felgenbreite vorgesehen sein. Eine unpassende Kombination beeinflusst Reifenform, Wulstsitz und Fahrverhalten.
Wie prüfe ich die Freigängigkeit bei größeren Reifen?
An der Vorderachse sollten voller Lenkeinschlag, Fahrwerk und Radhaus kontrolliert werden. Hinten müssen Schwinge, Achsteile, Radhaus und Federweg berücksichtigt werden.
Ist ein Mud-Reifen automatisch ein guter Winterreifen?
Nein. Neben groben Stollen spielen Profilgestaltung, Lamellen, Gummimischung, Temperaturverhalten und Untergrund eine wichtige Rolle.
Was sollte ich vor einer Bestellung am Fahrzeug prüfen?
Vorder- und Hinterreifengröße, Felgendurchmesser, Felgenbreite, 2WD oder 4WD, Fahrzeugunterlagen, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitskennung und der tatsächliche Haupteinsatz sollten bekannt sein.
Technischer Hinweis
Diese Praxisinformationen ersetzen keine Fahrzeugfreigabe, Betriebserlaubnis, Reifenfreigabe oder fachgerechte technische Prüfung. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen- und Felgenherstellers sowie die für das konkrete Quad oder ATV geltenden technischen und rechtlichen Anforderungen. Besonders bei 4x4-Fahrzeugen, Größenänderungen, Herstellerwechseln und abweichenden Vorder-/Hinterachsreifen sollten reale Abmessungen, Abrollumfang, Freigängigkeit und technische Eignung vor der Montage geklärt werden.
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