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Quad- und ATV-Reifen nach langer Standzeit richtig kontrollieren

FT Praxiswelt – Quad- & ATV-Reifen

Quad- und ATV-Reifen nach langer Standzeit richtig kontrollieren

Quad und ATV stehen je nach Nutzung oft mehrere Wochen oder Monate. Das betrifft Saisonfahrzeuge genauso wie Fahrzeuge für Jagd, Forst, Landwirtschaft, Winterdienst oder Freizeit. Während dieser Zeit können Reifendruck, Reifenform, Ventile, Wulstsitz und Felgenzustand Veränderungen zeigen, obwohl das Fahrzeug keinen Kilometer gefahren wurde.

Gerade die bei vielen ATV üblichen niedrigen Betriebsdrücke machen eine gründliche Kontrolle vor dem nächsten Einsatz besonders wichtig.

Nach langer Standzeit nicht nur Luft nachfüllen

Reifendruck

Alle vier Reifen einzeln messen und Unterschiede zwischen den Radpositionen vergleichen.

Reifenform

Standplatten, sichtbare Verformungen und Rundlaufauffälligkeiten berücksichtigen.

Radtechnik

Wulstsitz, Ventile, Schlauch und Felgenzustand gehören ebenfalls zur Kontrolle.

FT Praxisgrundsatz

Nach längerer Standzeit reicht es bei Quad- und ATV-Reifen nicht, nur Luft nachzufüllen. Reifenform, Wulstsitz, Ventile, Schlauch, Felgenzustand und bei 4x4 die komplette Vorder-/Hinterachsabstimmung sollten vor der nächsten stärkeren Belastung kontrolliert werden.

1. Fahrzeug zuerst im Stand ansehen

Bevor das Quad oder ATV bewegt wird, sollten alle vier Radpositionen optisch kontrolliert werden.

  • steht ein Reifen sichtbar niedriger?
  • ist eine lokale Abflachung erkennbar?
  • steht ein Schlauchventil deutlich schräg?
  • sind Risse sichtbar?
  • gibt es Beulen oder Auswölbungen?
  • ist eine Felge sichtbar beschädigt?
  • steht das Fahrzeug auffällig schief?
Vor dem ersten Bewegen schauen

Standverformungen und deutlich niedrige Reifen lassen sich häufig am besten erkennen, solange das Fahrzeug noch genau an seiner ursprünglichen Standposition steht.

2. Alle vier Reifendrücke kalt messen

Nach längerer Standzeit sollte der Reifendruck nicht geschätzt, sondern tatsächlich gemessen werden.

Vorderachse

  • vorne links messen
  • vorne rechts messen
  • beide Werte vergleichen

Hinterachse

  • hinten links messen
  • hinten rechts messen
  • beide Werte vergleichen
Bei 4x4 alle vier Werte zusammen betrachten

Ein deutlich niedriger einzelner Reifen verändert nicht nur sein Fahrverhalten, sondern auch seine Verformung und seinen tatsächlichen Rollradius.

3. Breite ATV-Reifen nicht nach Optik beurteilen

Ein breiter Niederdruckreifen kann selbst bei deutlich reduziertem Reifendruck äußerlich noch relativ normal wirken.

Messen statt schätzen

Nach längerer Standzeit sollte die Sichtprüfung immer durch eine echte Druckmessung ergänzt werden.

4. Druckverlust seit der letzten Nutzung vergleichen

Wenn der ursprüngliche Reifendruck bekannt beziehungsweise dokumentiert ist, lässt sich die Entwicklung besser einordnen.

Alle Reifen ähnlich

Ein vergleichbarer geringer Druckverlust über lange Zeit ist anders zu beurteilen als ein einzelnes auffälliges Rad.

Nur ein Reifen deutlich niedriger

Dann sollte eine lokale Undichtigkeit vermutet beziehungsweise ausgeschlossen werden.

Eine Achse auffällig

Vorder- oder Hinterachse sollten auf Ventile, Felgen- und Reifenzustand genauer geprüft werden.

5. Wiederkehrenden Luftverlust nicht nur nachpumpen

Wenn derselbe Reifen nach jeder Standzeit deutlich mehr Luft verliert als die anderen, sollte die Ursache systematisch gesucht werden.

  • Einstich
  • Ventil
  • Wulstsitz
  • Felgenkorrosion
  • beschädigter Reifenwulst
  • Schlauch
  • Ventilfuß
Nachfüllen ist keine Reparatur

Gerade bei selten genutzten ATV kann eine kleine Undichtigkeit monatelang unbemerkt bleiben und beim nächsten Einsatz plötzlich deutlich auffallen.

6. Standplatten bei Quad- und ATV-Reifen erkennen

Durch lange Standzeit kann sich der Reifen an seiner Aufstandsfläche lokal verformen.

  • sichtbare Abflachung
  • rhythmisches Hoppeln
  • Vibrationen
  • Lenkerbewegung
  • unruhiger Lauf auf festem Untergrund
Standplatte ist keine klassische Unwucht

Die Reifenform ist verändert. Auswuchtgewichte können diese geometrische Abweichung nicht beseitigen.

7. Bei groben Profilen Reifenform und Stollen getrennt betrachten

Ein Mud-Reifen wirkt durch seine hohen Profilblöcke optisch ohnehin unruhiger als ein Straßenreifen.

Nicht nur betrachten

  • einzelne hohe Stollen
  • unterschiedliche Profilblockformen

Zusätzlich kontrollieren

  • Profilgrund
  • Seitenwand
  • Reifenaußenkontur
  • Montagelinie
  • Felgenhorn

8. Temporäre und dauerhafte Standverformung unterscheiden

Eine leichte Standverformung kann sich bei einem technisch einwandfreien Reifen während einer vorsichtigen ersten Nutzung reduzieren.

Wird deutlich besser

Eine vorübergehende Standverformung wird wahrscheinlicher.

Bleibt unverändert

Reifen-Höhenschlag, Wulstsitz, Felgenschlag oder dauerhafte Reifenverformung sollten geprüft werden.

Starke Auffälligkeit nicht einfach wegfahren

Bleibt ein deutliches Hoppeln bestehen, sollte die technische Ursache geklärt werden.

9. Alte oder beschädigte Reifen nicht „rundfahren“

Bei zusätzlichen Schäden sollte nicht versucht werden, einen Reifen durch höhere Geschwindigkeit wieder in Form zu bringen.

  • starke Risse
  • Beulen
  • Schnitte
  • tiefe Stollenrisse
  • starke Verformung
  • auffällige Karkassenschäden
Sicherheit vor Selbstheilungsversuch

Ein beschädigter Reifen sollte technisch beurteilt und nicht durch Belastung getestet werden.

10. Seitenwände vollständig kontrollieren

  • feine Alterungsrisse
  • tiefe Rissbildung
  • Beulen
  • Scheuerstellen
  • Schnitte
  • Druckstellen
  • innere Seitenwand soweit möglich
Innenseite nicht vergessen

Gerade nach Geländeeinsatz können Schäden auf der zum Fahrzeug gerichteten Reifenflanke übersehen werden.

11. Profilgrund und Stollen kontrollieren

Bei Quad- und ATV-Reifen sollten nicht nur die großen Profilblöcke, sondern auch die Zwischenbereiche geprüft werden.

Profilgrund

Risse und Materialveränderungen können zwischen den Stollen entstehen.

Stollen

Anrisse, Teilablösungen und beginnende Profilausbrüche berücksichtigen.

Fremdkörper

Steine, Äste oder andere Gegenstände können im Profil zurückbleiben.

12. Fremdkörper von der letzten Geländefahrt können unbemerkt geblieben sein

Ein kleiner Gegenstand kann bereits vor dem Abstellen in den Reifen gelangt sein und anschließend nur sehr langsam Luft entweichen lassen.

  • Nagel
  • Schraube
  • Dorn
  • Metallstück
  • spitzer Fremdkörper
Langsamer Druckverlust kann erst Wochen später auffallen

Deshalb nach langer Standzeit nicht nur das Ventil, sondern auch Lauffläche und Seitenwand genau prüfen.

13. Tubeless-Wulstsitz kontrollieren

Bei schlauchlosen Reifen sollte geprüft werden, ob der Reifen weiterhin gleichmäßig auf der Felge sitzt.

  • Montagelinie kontrollieren
  • Abstand zur Felgenkante vergleichen
  • lokale Einschnürungen suchen
  • Wulstposition auf beiden Seiten prüfen
Nach starkem Druckverlust besonders wichtig

Hat ein Reifen längere Zeit mit deutlich zu wenig Druck gestanden, sollte der Wulstsitz vor weiterer Belastung kontrolliert werden.

14. Schlauchventil bei TT-Bereifung prüfen

Die Ventilstellung kann Hinweise auf die innere Schlauch- und Reifenposition geben.

Unauffällig

Ventil steht sauber und ohne starke seitliche Spannung in der Felgenbohrung.

Auffällig

  • Ventil deutlich schräg
  • Ventilfuß seitlich belastet
  • Position sichtbar verändert
Schräges Ventil nicht einfach geradebiegen

Reifenbewegung, Schlauchlage, Wulstsitz und Betriebsdruck sollten geprüft werden.

15. Ventile auf Alterung und Schäden kontrollieren

Gummiventile

  • Risse
  • Verhärtung
  • Beschädigung
  • Undichtigkeit

Metallventile

  • Korrosion
  • Verschraubung
  • Dichtung
  • Ventileinsatz

16. Felgenhorn nach der Standzeit kontrollieren

Beschädigungen aus einem früheren Geländeeinsatz können erst bei einer gründlichen Saisonkontrolle auffallen.

  • Dellen
  • Verformungen
  • Risse
  • Korrosion
  • Beschädigungen am Wulstsitz
Felgenschaden kann auch Luftverlust verursachen

Nicht jeder Druckverlust kommt von einem klassischen Einstich in der Lauffläche.

17. Feuchtigkeit und Schlamm im Felgenbereich berücksichtigen

Wurde das Fahrzeug nach der letzten Nutzung stark verschmutzt abgestellt, können Feuchtigkeit und Schmutz über längere Zeit im Radbereich verbleiben.

Stahlfelgen

Korrosion im Wulst- und Ventilbereich kann entstehen beziehungsweise zunehmen.

Winterdienst

Feuchtigkeit, Salz und Schmutz können den Felgenzustand stärker belasten.

Wasserdurchfahrten

Auch nach dem Trocknen können Rückstände im Felgenbereich verbleiben.

18. Alufelgen auf Oxidation und Dichtprobleme prüfen

Auch Leichtmetallfelgen können im verdeckten Wulstbereich Veränderungen entwickeln.

  • Oxidation
  • Beschichtungsablösung
  • raue Dichtfläche
  • Korrosion am Ventilbereich
Die Außenseite reicht nicht zur Beurteilung

Eine optisch saubere Felgenfront sagt nichts über die Dichtfläche unter dem Reifenwulst aus.

19. Beadlock- und Sonderfelgen nach Herstellervorgabe kontrollieren

Bei speziellen Felgenkonstruktionen gelten zusätzliche Anforderungen.

  • Beadlock-Ring
  • Schrauben
  • Sitz des Rings
  • Reifenwulst
  • Drehmomentvorgaben
Keine pauschalen Standardwerte verwenden

Bei Sonderfelgen sind die Montage- und Kontrollvorgaben des jeweiligen Herstellers maßgeblich.

20. Dauerhafte Zusatzbeladung während der Standzeit berücksichtigen

Ein ATV kann während einer langen Pause zusätzlich belastet gewesen sein.

  • Werkzeug
  • Forstausrüstung
  • Schneeschild
  • Streuer
  • sonstige Arbeitsgeräte
  • schwere Ladung auf Gepäckträgern
Mehr Dauerlast bedeutet mehr Reifenverformung

Je höher die statische Radlast über Monate, desto stärker kann die Reifenaufstandsfläche belastet werden.

21. Unnötige Stützlast während langer Standzeit vermeiden

Bleibt ein Anhänger mit relevanter Stützlast über lange Zeit angekuppelt, kann die Hinterachse zusätzlich belastet werden.

Unnötige Dauerlast vermeiden

Für lange Standzeiten sollte die Radlast nicht ohne Grund dauerhaft erhöht werden.

22. Erste Fahrt nach langer Standzeit kontrolliert beginnen

  • langsam anfahren
  • Lenkverhalten beobachten
  • auf Hoppeln achten
  • Vibrationen wahrnehmen
  • ungewöhnliche Geräusche beachten
  • Fahrzeugzug kontrollieren
Die ersten Meter sind Teil der Diagnose

Eine lange Standzeit sollte nicht direkt mit schneller Straßenfahrt oder hartem Geländeeinsatz beendet werden.

23. Fester Untergrund hilft beim Erkennen von Rundlaufproblemen

Auf gleichmäßigem festen Untergrund lassen sich manche Auffälligkeiten besser erkennen als in tiefem Gelände.

Hoppeln

Rhythmische Auf- und Abbewegungen werden leichter spürbar.

Lenkerbewegung

Kann auf unterschiedliche Vorderreifen oder Rundlaufprobleme hinweisen.

Fahrzeugzug

Kann unter anderem auf Druckunterschiede hinweisen.

24. Hoppeln nach einigen Minuten erneut beurteilen

Wird deutlich geringer

Eine vorübergehende Standverformung ist möglich.

Bleibt deutlich bestehen

Reifenrundlauf, Wulstsitz und Felge sollten genauer geprüft werden.

Dauerhaftes Hoppeln ist keine normale Standzeiterscheinung

Bleibt die Auffälligkeit bestehen, sollte eine technische Ursache ausgeschlossen werden.

25. Reifendruck nach der ersten Fahrt nochmals kontrollieren

Bei einem zuvor auffälligen Rad kann eine erneute Messung zusätzliche Hinweise liefern.

Warme und kalte Werte nicht direkt gleichsetzen

Entscheidend ist vor allem, ob ein unerwartet starker weiterer Druckverlust auftritt.

26. Nach einigen Tagen erneut kalt messen

Eine zweite kalte Messung ist besonders sinnvoll, wenn das Fahrzeug nach der Standzeit wieder regelmäßig genutzt werden soll.

  • Ausgangsdruck dokumentieren
  • nach einigen Tagen erneut messen
  • alle vier Radpositionen vergleichen
  • auffälligen Einzelreifen genauer untersuchen
Schleichende Undichtigkeit früh erkennen

Ein Ventil-, Wulst- oder Schlauchproblem kann so sichtbar werden, bevor der Reifen erneut stark Druck verliert.

27. Bei 4x4-ATV alle vier Reifen gemeinsam beurteilen

Bei einem Allrad-ATV gehören Vorder- und Hinterachse technisch zusammen. Deshalb sollten nach langer Standzeit nicht nur einzelne Drücke, sondern der gesamte Reifensatz betrachtet werden.

  • Reifendruck
  • Reifengröße
  • Profilzustand
  • Reifenmodell
  • Standverformung
  • reale Reifenform
FT 4x4-Praxisgrundsatz

Ein einzelner deutlich niedriger oder stark verformter Reifen kann den tatsächlichen Rollradius verändern und dadurch das vorgesehene Verhältnis des Reifensatzes beeinflussen.

28. Unterschiedliche Standverformung zwischen Vorder- und Hinterachse berücksichtigen

Auch bei korrekten Nennmaßen können unterschiedlich stark verformte Reifen vorübergehend einen anderen tatsächlichen Rollradius besitzen.

Nicht nur den Luftdruck betrachten

Bei einem 4x4-ATV gehört nach langer Standzeit auch die Reifenform zur Beurteilung der kompletten Vorder-/Hinterachsabstimmung.

29. Reifen altern auch ohne Kilometer

Ein wenig gefahrenes Quad oder ATV kann Reifen mit nahezu vollem Profil besitzen, die trotzdem über viele Jahre gealtert sind.

  • DOT
  • Rissbildung
  • Gummizustand
  • Standzeiten
  • bekannte Einsatzhistorie
  • dauerhafte Verformungen
Viel Restprofil ist kein alleiniger Zustandsnachweis

Alter, Zustand und Nutzung müssen bei Saisonfahrzeugen gemeinsam betrachtet werden.

30. Saisonfahrzeuge vor jeder neuen Einsatzphase komplett prüfen

Besonders typische Einsatzbereiche mit längeren Nutzungspausen sind:

  • Jagd
  • Forst
  • Landwirtschaft
  • Winterdienst
  • Freizeitfahrzeuge
  • Ferien- und Wochenendfahrzeuge
Jede neue Saison beginnt mit einer Rad-Reifen-Kontrolle

Nach Monaten ohne regelmäßige Bewegung sollte der technische Zustand neu beurteilt werden.

31. Typische Auffälligkeiten nach langer Standzeit

Auffälligkeit Mögliche Ursache Besonders prüfen
ein Reifen deutlich niedriger Undichtigkeit Reifen, Ventil, Felge oder Schlauch
Reifen lokal abgeflacht Standplatte Reifenform
Hoppeln bleibt bestehen Höhenschlag oder Wulstsitz Reifen und Felge
Schlauchventil steht schräg Reifenbewegung oder Schlauchspannung Druck und Schlauchlage
Risse im Profilgrund Alterung oder Belastung Reifen
Stollen eingerissen Geländeschaden oder Alterung Profilblöcke
Felge korrodiert Feuchtigkeit und Schmutz Wulstsitz
Luftverlust nach Winterpause Ventil, Wulst oder Schlauch Dichtheit
ATV zieht zur Seite Druckunterschied möglich Vorderachse
4x4 läuft auffällig unterschiedliche Verformung oder Rollradius alle vier Reifen

32. FT-Prüfreihenfolge nach langer Standzeit

Fahrzeug im Stand ansehen

Sichtbare Druck- und Formunterschiede erkennen.

Alle vier Reifendrücke kalt messen

Nicht nur optisch beurteilen.

Links und rechts vergleichen

Unterschiede auf derselben Achse erkennen.

Vorne und hinten vergleichen

Fahrzeugvorgaben berücksichtigen.

Frühere Druckwerte einordnen

Wenn vorhanden, Druckverlust dokumentieren.

Reifenform kontrollieren

Standplatten und lokale Verformungen erkennen.

Seitenwände prüfen

Risse, Beulen und Schnitte suchen.

Profilgrund ansehen

Alterungsrisse und Fremdkörper erkennen.

Stollen prüfen

Anrisse und Ausbrüche beurteilen.

Fremdkörper suchen

Nägel, Schrauben und andere Einstichquellen erkennen.

Wulstsitz kontrollieren

Montagelinie und Position prüfen.

Ventile prüfen

Alterung und Dichtheit kontrollieren.

Bei TT Schlauchventil ansehen

Schrägstellung nicht ignorieren.

Felgenhorn kontrollieren

Dellen, Risse und Verformungen ausschließen.

Korrosion oder Oxidation prüfen

Stahl- und Alufelgen berücksichtigen.

Sonderfelgen nach Herstellervorgabe prüfen

Beadlock- und Spezialkonstruktionen separat behandeln.

Dauerbelastung berücksichtigen

Arbeitsgeräte, Gepäck und Stützlast einbeziehen.

Betriebsdruck einstellen

Fahrzeug- und Reifenherstellerangaben beachten.

Erste Fahrt kontrolliert durchführen

Hoppeln, Lenkung und Vibration beobachten.

Nach einigen Tagen erneut kalt messen

Schleichenden Luftverlust erkennen.

Bei 4x4 kompletten Satz beurteilen

Druck, Reifenform und Zustand aller vier Radpositionen gemeinsam betrachten.

Passendes Wissen aus der FT Wissenswelt

Grundlagen zu Quad- und ATV-Reifen, Reifengrößen, Kennzeichnungen und Einsatzbereichen finden Sie in der zentralen FT Wissenswelt und im speziellen Ratgeber für Quad- und ATV-Reifen.

Herstellerwissen aus der FT Herstellerwelt

Quad- und ATV-Reifen können sich je nach Hersteller und Produktfamilie in Karkassensteifigkeit, Profilgestaltung, realen Abmessungen, PR-Ausführung und Verhalten nach längerer Standzeit unterscheiden.

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Häufige Fragen zu Quad- und ATV-Reifen nach langer Standzeit

Was sollte ich nach langer Standzeit zuerst prüfen?

Zuerst sollten Reifenform und sichtbarer Zustand am stehenden Fahrzeug beurteilt werden. Anschließend alle vier Reifendrücke kalt messen.

Kann ich den Reifendruck nur nach der Optik beurteilen?

Nein. Breite ATV-Reifen können selbst bei deutlich zu niedrigem Druck äußerlich noch relativ normal wirken.

Was bedeutet eine Standplatte bei einem ATV-Reifen?

Die Reifenaufstandsfläche hat sich während langer Standzeit lokal verformt. Das kann sich später als Hoppeln oder rhythmische Vibration bemerkbar machen.

Muss eine Standplatte dauerhaft bleiben?

Nicht zwingend. Eine leichte temporäre Verformung kann sich bei einem technisch unauffälligen Reifen während vorsichtiger Nutzung reduzieren. Bleibt die Auffälligkeit deutlich bestehen, sollte der Rundlauf geprüft werden.

Kann ich einen stark verformten Reifen einfach schnell rundfahren?

Nein. Bei starken Verformungen, Rissen, Beulen oder anderen Beschädigungen sollte der Reifen vor stärkerer Belastung technisch beurteilt werden.

Warum sollte der Profilgrund kontrolliert werden?

Zwischen groben ATV-Stollen können Alterungsrisse, Fremdkörper oder beginnende Profilschäden entstehen, die von außen leicht übersehen werden.

Was bedeutet ein schräges Schlauchventil?

Eine deutliche Schrägstellung kann auf Bewegung zwischen Reifen und Felge oder eine ungünstige Schlauchposition hinweisen.

Warum kann ein Tubeless-Reifen nach langer Standzeit Luft verlieren?

Mögliche Ursachen sind Ventil, Wulstsitz, Felgenkorrosion, Einstich oder ein beschädigter Reifenwulst.

Kann Feuchtigkeit an der Felge Probleme verursachen?

Ja. Besonders an Stahlfelgen kann Korrosion im Wulstbereich entstehen. Auch Alufelgen können oxidieren und dadurch Dichtprobleme entwickeln.

Was sollte bei Beadlock-Felgen kontrolliert werden?

Ring, Befestigungselemente, Wulstsitz und die vom Hersteller vorgegebenen Drehmomente beziehungsweise Kontrollvorgaben sollten berücksichtigt werden.

Kann zusätzliche Beladung Standplatten fördern?

Eine höhere statische Radlast belastet die Reifenaufstandsfläche stärker. Unnötige Dauerbeladung sollte deshalb bei längeren Standzeiten vermieden werden.

Warum sollte die erste Fahrt auf festem Untergrund erfolgen?

Hoppeln, Lenkerbewegungen, Fahrzeugzug und Rundlaufprobleme lassen sich auf einem gleichmäßigen Untergrund häufig leichter erkennen.

Warum sollte nach einigen Tagen nochmals der Reifendruck geprüft werden?

Damit lässt sich erkennen, ob ein Reifen nach der Wiederinbetriebnahme erneut ungewöhnlich viel Luft verliert.

Warum sind alle vier Reifen bei einem 4x4-ATV wichtig?

Ein Allrad-ATV reagiert nicht nur auf unterschiedliche Reifengrößen, sondern auch auf abweichenden Druck und unterschiedliche Reifenverformung. Dadurch kann sich der tatsächliche Rollradius verändern.

Altern ATV-Reifen auch während der Standzeit?

Ja. Auch ohne Fahrleistung altern Reifen weiter. DOT, Rissbildung, Gummizustand, Standzeiten und Einsatzhistorie sollten deshalb gemeinsam beurteilt werden.

Technischer Hinweis

Diese Praxisinformationen ersetzen keine Fahrzeugbetriebsanleitung, Reifenfreigabe oder fachgerechte technische Prüfung. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen- und Felgenherstellers sowie die konkrete Nutzung des Quad oder ATV. Bei Beulen, tiefen Rissen, starkem Druckverlust, beschädigtem Reifenwulst, Felgenriss, stark schrägem Schlauchventil oder dauerhaft deutlichem Hoppeln sollte die Ursache vor weiterer hoher Belastung fachgerecht geklärt werden.

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