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Quad- und ATV-Reifen nach Bordstein, Schlagloch, Stein oder hartem Geländekontakt richtig prüfen

FT Praxiswelt – Quad- & ATV-Reifen

Quad- und ATV-Reifen nach Bordstein, Schlagloch, Stein oder hartem Geländekontakt richtig prüfen

Ein harter Treffer gegen Bordstein, Schlagloch, Stein, Wurzel oder Geländekante kann nicht nur die sichtbare Reifenflanke betreffen. Je nach Geschwindigkeit, Reifendruck, Belastung und Auftreffwinkel können auch Reifenwulst, Felgenhorn, Ventil, Schlauch und weitere Bauteile der Radaufhängung belastet werden.

Gerade bei Quad- und ATV-Reifen mit vergleichsweise niedrigem Betriebsdruck sollte nach einem starken Kontakt deshalb immer die komplette Rad-Reifen-Einheit kontrolliert werden.

Nach einem harten Treffer nicht nur den Reifen ansehen

Reifen

Seitenwand, Profil, Karkasse und Wulst können durch Schlag oder Quetschung beschädigt werden.

Felge

Felgenhorn, Rundlauf und Dichtfläche können sich verändern, obwohl außen nur wenig zu sehen ist.

Radtechnik

Ventil, Schlauch, Radlager, Befestigung und Fahrwerk können bei starken Einschlägen ebenfalls betroffen sein.

FT Praxisgrundsatz

Nach einem harten Treffer nicht nur die Reifenflanke ansehen. Reifen, Wulst, Felgenhorn, Ventil, Schlauch und Rundlauf müssen gemeinsam geprüft werden.

1. Zuerst einordnen, was genau passiert ist

Der Ablauf des Ereignisses kann wichtige Hinweise darauf geben, welche Bereiche besonders belastet wurden.

  • Bordsteinkontakt
  • tiefes Schlagloch
  • scharfkantiger Stein
  • Baumwurzel
  • harte Geländestufe
  • Felgenkontakt an einer Kante
  • seitlicher Einschlag
  • Durchschlag bei niedrigem Reifendruck
Trefferrichtung mit berücksichtigen

Ein frontaler Schlag beansprucht Reifen und Felge anders als ein seitlicher Kontakt an der Reifenflanke oder am Felgenhorn.

2. Geschwindigkeit, Last und Reifendruck mit einbeziehen

Der gleiche Stein kann bei Schrittgeschwindigkeit völlig andere Folgen haben als bei höherem Tempo oder hoher Beladung.

Geschwindigkeit

Mehr Tempo erhöht die beim Kontakt wirkenden Kräfte.

Beladung

Gepäck, Arbeitsgeräte oder Anhängerbetrieb können die Radlast deutlich erhöhen.

Reifendruck

Sehr niedriger Druck kann das Durchschlagsrisiko erhöhen, während sehr hoher Druck Schläge stärker weiterleiten kann.

3. Reifenflanke unmittelbar kontrollieren

Nach einem Seitentreffer oder Durchschlag sollte die Reifenflanke gründlich angesehen werden.

  • Schnitte
  • Quetschstellen
  • Abrieb
  • Risse
  • lokale Eindrückungen
  • Scheuerstellen
  • Beulen oder Auswölbungen
Neue Beule nach dem Ereignis besonders ernst nehmen

Eine lokale Auswölbung kann auf eine innere Beschädigung der tragenden Reifenstruktur hinweisen.

4. Beulen sind keine rein optischen Schäden

Wird der Reifen zwischen Hindernis und Felge stark zusammengedrückt, kann die Karkasse im Inneren beschädigt werden.

Typische Auslöser:

  • harter Steinkontakt
  • Baumwurzel
  • Schlagloch
  • Bordsteinkante
  • scharfe Geländestufe
Eine Beule sollte vor weiterer hoher Belastung fachgerecht beurteilt werden

Dichtheit allein beweist nicht, dass die innere Reifenstruktur unbeschädigt geblieben ist.

5. Innere Reifenflanke soweit möglich ebenfalls prüfen

Der Schaden muss nicht auf der von außen gut sichtbaren Seite liegen.

  • innere Seitenwand
  • Scheuerstellen
  • Schnitte
  • Beulen
  • Kontaktspuren
  • Beschädigungen in Richtung Fahrwerk
Außenseite unauffällig bedeutet nicht automatisch Reifen unbeschädigt

Gerade die innere Reifenflanke kann nach einem Geländetreffer leicht übersehen werden.

6. Felgenhorn direkt im Trefferbereich prüfen

Ein harter Einschlag kann das Felgenhorn verformen oder beschädigen.

  • Eindrückung
  • Verformung
  • Riss
  • Materialausbruch
  • Beschädigung der Beschichtung
  • veränderter Wulstsitz
Bei Tubeless kann schon eine kleine Verformung relevant sein

Ist der Wulstsitz nicht mehr sauber, kann das Rad anschließend langsam Luft verlieren.

7. Felgenschaden kann vorhanden sein, obwohl der Reifen kaum Spuren zeigt

Breite ATV-Reifen können einen Teil des Schlags aufnehmen. Trotzdem kann die Felge ihre Geometrie verändert haben.

Radial

Die Felge kann beim Drehen sichtbar nach außen beziehungsweise innen laufen.

Seitlich

Ein Seitenschlag kann das Rad seitlich pendeln lassen.

Felgenhorn

Lokale Dellen können zusätzlich den Wulstsitz beeinflussen.

Reifen und Felge getrennt beurteilen

Ein optisch unauffälliger Reifen schließt einen Felgenschlag nicht aus.

8. Reifenwulst nach hartem Kontakt nicht vergessen

Der Wulst kann zwischen Reifen und Felge gequetscht oder bei einem Schlag lokal beschädigt werden.

  • Gummiausbrüche
  • Einschnitte
  • Quetschungen
  • lokale Verformung
  • auffällige Position zur Felge
Wulstschaden kann Sitz und Dichtheit beeinflussen

Bei sichtbarer Beschädigung sollte der Reifen nicht einfach weiter belastet werden.

9. Tubeless-Rad nach einem Schlag auf Druckverlust überwachen

Ein Rad kann unmittelbar nach dem Ereignis noch Luft halten und später langsam undicht werden.

Felgenhorn

Leichte Verformung kann die Dichtfläche beeinflussen.

Wulstsitz

Kann durch Quetschung oder Verschiebung beeinträchtigt sein.

Reifenwulst

Eine Verletzung kann erst unter Belastung Luftverlust verursachen.

Druck mehrfach kontrollieren

Nicht nur direkt nach dem Treffer messen, sondern bei Verdacht auch später erneut.

10. Ventil nach seitlichem Kontakt kontrollieren

Je nach Trefferposition kann auch das Ventil direkt oder indirekt belastet werden.

Gummiventil

  • Riss
  • Knick
  • Abrieb
  • Undichtigkeit

Metallventil

  • Lockerung
  • Verformung
  • Beschädigung
  • Undichtigkeit
Auch Ventilbohrung und Sitz berücksichtigen

Ein harter Felgenkontakt kann mehr als nur den sichtbaren Ventilkörper belasten.

11. Schlauchreifen können verdeckte Quetschschäden besitzen

Bei TT-Bereifung kann der Schlauch bei einem Durchschlag zwischen Reifen und Felge eingeklemmt werden.

  • sofortiger Druckverlust
  • langsamer Druckverlust
  • Quetschverletzung
  • Scheuerstelle
  • Ventilfußbelastung
Außen muss nicht viel zu sehen sein

Der Reifen kann optisch vergleichsweise unauffällig wirken, obwohl der Schlauch im Inneren beschädigt wurde.

12. Sehr niedriger Druck erhöht bei harten Kanten das Durchschlagsrisiko

Ein stark verformter Reifen kann beim Überfahren eines harten Hindernisses bis in Richtung Felge zusammengedrückt werden.

Karkasse

Kann zwischen Hindernis und Felge gequetscht werden.

Schlauch

Bei TT kann eine Quetschverletzung entstehen.

Felgenhorn

Kann direkt auf Hindernis oder Reifen treffen.

Niedriger Geländedruck nur innerhalb der technischen Vorgaben

Mehr Anpassungsfähigkeit an den Untergrund bedeutet nicht unbegrenzten Schutz vor harten Durchschlägen.

13. Sehr hoher Reifendruck schützt ebenfalls nicht vor jedem Schaden

Ein stark befüllter Reifen kann weniger nachgeben und einen harten Schlag stärker an das Rad und Fahrwerk weitergeben.

  • höhere Stoßübertragung
  • härteres Fahrverhalten
  • höhere Belastung von Felge und Fahrwerk möglich
  • weniger Anpassung an Hindernisse
Passender Betriebsdruck statt Extremwert

Maßgeblich sind Fahrzeug, Reifen, Last und tatsächlicher Einsatz.

14. Lauffläche nach frontalen Treffern kontrollieren

Ein scharfkantiger Stein oder eine harte Stufe kann den Reifen auch direkt in der Lauffläche verletzen.

  • Schnitte
  • Stollenrisse
  • Fremdkörper
  • Materialausbrüche
  • lokale Verformung
Profil und Karkasse gemeinsam betrachten

Ein tiefer Schnitt kann weiter reichen als der äußerlich sichtbare Gummischaden vermuten lässt.

15. Profilgrund und Stollenbasis genauer ansehen

Bei groben Quad- und ATV-Profilen können Schäden zwischen den großen Profilblöcken verborgen bleiben.

Stollenbasis

Anrisse und Teilablösungen suchen.

Profilgrund

Schnitte und Quetschstellen prüfen.

Schulterbereich

Übergang zwischen Lauffläche und Seitenwand berücksichtigen.

16. Felgenrundlauf nach einem starken Schlag kontrollieren

Nicht jede Verformung ist als große Delle sichtbar. Deshalb kann eine Rundlaufkontrolle sinnvoll sein.

  • Felgenhorn beobachten
  • radialen Lauf prüfen
  • seitlichen Lauf prüfen
  • lokale Verformungen suchen
Leichte Verformungen können bereits spürbar werden

Besonders bei höherer Geschwindigkeit kann ein Felgenschlag zu Vibrationen und unrundem Fahrverhalten führen.

17. Reifenrundlauf separat von der Felge prüfen

Auch ein geometrisch noch gut laufendes Rad kann einen verformten Reifen besitzen.

  • Laufflächenlauf
  • Profilgrund
  • Seitenwand
  • Montagelinie
  • lokale Auswölbung
Felge gerade bedeutet nicht automatisch Reifen unbeschädigt

Reifen- und Felgenrundlauf sollten getrennt beobachtet werden.

18. Neues Hoppeln nach dem Treffer ernst nehmen

Tritt erst nach dem Ereignis ein rhythmisches Hoppeln auf, kann das ein wichtiger Diagnosehinweis sein.

Mögliche Reifenursachen

  • Höhenschlag
  • Karkassenverformung
  • falscher Wulstsitz

Mögliche Felgenursachen

  • radiale Verformung
  • Seitenschlag
  • Felgenhornschaden
Nicht sofort nur auswuchten

Auswuchtgewichte können keine geometrische Verformung von Reifen oder Felge beseitigen.

19. Lenkerflattern oder Vibration nach einem Vorderradtreffer

Bei einem harten Kontakt an der Vorderachse kommen mehrere Ursachen infrage.

  • Reifen beschädigt
  • Felge verzogen
  • Radlager belastet
  • Spurstange beschädigt
  • Lenkung verändert
  • Fahrwerkskomponente betroffen
Der Reifen ist nicht automatisch die einzige Ursache

Bei starken Einschlägen sollte die gesamte betroffene Rad- und Fahrwerksseite betrachtet werden.

20. Fahrzeug zieht nach dem Schlag plötzlich zur Seite

Ein verändertes Geradeaus- oder Lenkverhalten kann verschiedene Ursachen besitzen.

Reifendruck

Ein Rad kann durch Undichtigkeit Druck verloren haben.

Felge oder Reifen

Verformung kann das Abrollen verändern.

Lenkung oder Spur

Ein harter Schlag kann auch Fahrwerksteile beeinflussen.

Nicht nur nachpumpen und weiterfahren

Bleibt das Fahrzeugverhalten auffällig, sollte die Ursache vollständig geklärt werden.

21. Radlager und Radaufhängung bei starken Treffern mitdenken

Die beim Einschlag entstehenden Kräfte enden nicht zwangsläufig an Reifen und Felge.

  • Radlager
  • Radnabe
  • Achsschenkel
  • Spurstange
  • Schwinge
  • Fahrwerksgelenke
Auf Spiel und neue Geräusche achten

Knacken, Mahlen oder auffälliges Radspiel nach einem starken Treffer sollten weiter untersucht werden.

22. Radbefestigung kontrollieren

Nach einem starken mechanischen Ereignis sollte auch die Befestigung des Rades betrachtet werden.

  • alle Radmuttern beziehungsweise Schrauben vorhanden
  • keine sichtbaren Beschädigungen
  • Felge sitzt sauber an
  • Anlagefläche unauffällig
  • Drehmoment nach Fahrzeugvorgabe

23. Beadlock- und Sonderfelgen besonders kontrollieren

Bei speziellen Felgenkonstruktionen können nach einem harten Geländetreffer zusätzliche Bereiche betroffen sein.

  • Beadlock-Ring
  • Befestigungsschrauben
  • Wulstsitz
  • Ringposition
  • Dichtheit
Herstellerangaben beachten

Drehmoment, Montagefolge und Kontrollvorgaben richten sich nach der konkreten Sonderfelge.

24. Reifendruck nach dem Ereignis dokumentieren

Ein schleichender Luftverlust kann direkt nach dem Treffer noch unauffällig sein.

Direkt nach dem Ereignis messen

Ausgangswert dokumentieren.

Nach kurzer Zeit erneut messen

Frühen Druckverlust erkennen.

Nach einigen Stunden kontrollieren

Langsam undichte Wulst- oder Ventilbereiche erkennen.

Am nächsten Tag erneut kalt messen

Schleichenden Verlust eindeutig beurteilen.

25. Sehr langsamer Druckverlust kann von Felge oder Wulst kommen

Zeigt die Lauffläche keinen Einstich, sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass der Reifen vollständig unbeschädigt ist.

  • verformtes Felgenhorn
  • Wulstsitz
  • beschädigter Reifenwulst
  • Ventil
  • Korrosion oder Oxidation
Nicht jeder Luftverlust kommt durch die Lauffläche

Gerade nach einem harten Treffer sind seitliche Dichtbereiche besonders relevant.

26. Ein Reifen kann dicht sein und trotzdem strukturell beschädigt sein

Dichtheit sagt nur aus, dass im jeweiligen Moment keine relevante Luft entweicht.

Besonders kritisch bleiben:

  • Beule
  • tiefe Quetschstelle
  • sichtbare Karkasse
  • starker Seitentreffer
  • beschädigter Wulst
Dichtheit ist kein vollständiger Zustandsnachweis

Die tragende Reifenstruktur kann beschädigt sein, obwohl der Reifen noch seinen Druck hält.

27. Vor schneller Straßenfahrt besonders sorgfältig prüfen

Ein im langsamen Gelände zunächst unauffälliger Schaden kann bei längerer Straßenfahrt stärker belastet werden.

Höhere Drehzahl

Der Reifen verformt sich häufiger pro Zeiteinheit.

Erwärmung

Die Dauerbelastung kann die Reifentemperatur erhöhen.

Geschwindigkeit

Vibrationen und strukturelle Schäden können stärker relevant werden.

Unklare Schäden vor Straßenfahrt klären

Ein Quad oder ATV sollte nach einem starken Treffer nicht allein deshalb schnell gefahren werden, weil der Reifen noch Luft hält.

28. Erste Weiterfahrt nur kontrolliert

Wenn keine offensichtliche kritische Beschädigung erkennbar ist und eine Weiterfahrt technisch vertretbar erscheint, sollte zunächst aufmerksam beobachtet werden.

  • langsam anfahren
  • auf Hoppeln achten
  • Vibrationen beobachten
  • Lenkverhalten prüfen
  • Fahrzeugzug beachten
  • Druck später erneut kontrollieren
Bei neuer Auffälligkeit Fahrt unterbrechen

Ein plötzlich verändertes Fahrverhalten sollte nicht einfach ignoriert werden.

29. Bei 4x4-ATV beschädigten Einzelreifen als Teil des Satzes betrachten

Wenn ein Reifen deutlich Luft verliert oder ersetzt werden muss, sollte nicht nur die Größenaufschrift betrachtet werden.

  • Reifenhersteller
  • Profilmodell
  • reale Abmessungen
  • Profiltiefe der übrigen Reifen
  • Abrollumfang
  • Vorder-/Hinterachsabstimmung
FT 4x4-Praxisgrundsatz

Bei einem Allrad-ATV gehört auch ein beschädigter Einzelreifen technisch zum gesamten Reifensatz. Ersatz sollte deshalb nicht isoliert nur nach der Nennabmessung ausgewählt werden.

30. Im Zweifel Rad demontieren und innere Bereiche prüfen

Eine äußere Sichtkontrolle reicht nicht immer aus, um nach einem starken Treffer eine sichere Aussage zu treffen.

Reifeninnenseite

Quetschspuren oder innere Karkassenschäden können sichtbar werden.

Schlauch

Bei TT-Bereifung auf Quetschung, Loch und Ventilfußschäden prüfen.

Felgeninneres

Verformungen, Risse und Kontaktspuren kontrollieren.

31. Typische Ereignisse und mögliche Folgen

Ereignis oder Auffälligkeit Mögliche Folge Besonders prüfen
Bordsteinkontakt Seitenwand- oder Felgenschaden Beule und Felgenhorn
Schlagloch Durchschlag Reifen und Felge
scharfer Stein Schnitt oder Quetschung Karkasse
niedriger Druck + harte Kante Felgenkontakt Wulst und Schlauch
neuer Luftverlust Dichtschaden Wulst, Ventil und Felge
Hoppeln nach Schlag Höhenschlag oder Felgenschlag Reifen und Felge
Lenkerflattern Vorderrad- oder Fahrwerksproblem Rundlauf, Lager und Lenkung
Fahrzeug zieht plötzlich Druck-, Spur- oder Felgenproblem komplette Vorderachse
Beadlock beschädigt Wulst- oder Sitzproblem Ring und Schrauben
4x4 mit beschädigtem Einzelreifen Rollverhältnis kann verändert sein kompletter Reifensatz

32. FT-Prüfreihenfolge nach Bordstein, Schlagloch, Stein oder hartem Geländekontakt

Fahrzeug sicher abstellen

Weitere unnötige Belastung vermeiden.

Ereignis einordnen

Trefferrichtung, Geschwindigkeit und Hindernis berücksichtigen.

Betroffene Radposition bestimmen

Vorne oder hinten sowie links oder rechts eindeutig festhalten.

Reifendruck messen

Sofortigen Luftverlust erkennen.

Äußere Seitenwand prüfen

Schnitt, Quetschung und Beule suchen.

Innere Seitenwand prüfen

Soweit möglich auch die Fahrzeugseite des Reifens kontrollieren.

Beulen ausschließen

Lokale Auswölbungen ernst nehmen.

Lauffläche kontrollieren

Schnitte, Stollenrisse und Fremdkörper suchen.

Profilgrund prüfen

Verdeckte Schäden zwischen den Stollen erkennen.

Reifenwulst kontrollieren

Quetschungen und Einschnitte ausschließen.

Felgenhorn prüfen

Dellen, Risse und Verformungen suchen.

Ventil kontrollieren

Riss, Knick oder Lockerung erkennen.

Bei TT Schlauchschaden mitdenken

Quetschung und Ventilfuß berücksichtigen.

Felgenrundlauf prüfen

Radialen und seitlichen Schlag erkennen.

Reifenrundlauf separat prüfen

Höhenschlag und Karkassenverformung unterscheiden.

Radlager und Aufhängung bei Auffälligkeit prüfen

Spiel und neue Geräusche ernst nehmen.

Radbefestigung kontrollieren

Sitz und Drehmoment nach Fahrzeugvorgabe prüfen.

Bei Sonderfelgen Herstellerangaben beachten

Beadlock- und Spezialkonstruktionen separat behandeln.

Druckverlauf dokumentieren

Auch schleichenden Luftverlust erkennen.

Erste Weiterfahrt kontrolliert durchführen

Hoppeln, Vibration und Lenkverhalten beobachten.

Nach einigen Stunden erneut messen

Dichtheit nochmals prüfen.

Bei anhaltender Auffälligkeit Rad demontieren

Reifeninnenseite, Wulst, Schlauch und Felge prüfen.

Bei 4x4 kompletten Satz beurteilen

Ersatzreifen nicht isoliert auswählen.

Passendes Wissen aus der FT Wissenswelt

Grundlagen zu Quad- und ATV-Reifen, Größen, Kennzeichnungen, Bauarten und unterschiedlichen Einsatzbereichen finden Sie in der zentralen FT Wissenswelt und im speziellen Quad-/ATV-Ratgeber.

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Quad- und ATV-Reifen können sich je nach Hersteller und Produktfamilie in Karkassenkonstruktion, Profilgestaltung, Wulstaufbau, PR-Ausführung und realen Abmessungen unterscheiden.

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Häufige Fragen nach einem harten Treffer mit Quad oder ATV

Was sollte ich nach einem Bordsteinkontakt zuerst prüfen?

Reifendruck, äußere und innere Seitenwand, Felgenhorn und Reifenwulst sollten kontrolliert werden. Bei starkem Treffer gehört auch der Rundlauf von Reifen und Felge zur Prüfung.

Ist eine Beule an der Reifenflanke gefährlich?

Eine neue lokale Auswölbung kann auf einen inneren Karkassenschaden hinweisen und sollte vor weiterer hoher Belastung fachgerecht beurteilt werden.

Kann die Felge beschädigt sein, obwohl der Reifen gut aussieht?

Ja. Ein breiter ATV-Reifen kann einen Teil des Stoßes aufnehmen, während das Felgenhorn trotzdem eingedrückt oder die Felge leicht verzogen wird.

Warum verliert ein Tubeless-Reifen erst später Luft?

Eine kleine Verformung am Felgenhorn, ein beschädigter Wulstsitz oder eine Verletzung des Reifenwulsts kann zunächst noch relativ dicht sein und erst später einen schleichenden Verlust zeigen.

Warum sollte das Ventil nach einem Treffer geprüft werden?

Ein seitlicher Kontakt kann das Ventil knicken, beschädigen oder dessen Dichtsitz beeinflussen.

Kann ein Schlauch beschädigt sein, ohne dass außen viel zu sehen ist?

Ja. Bei einem Durchschlag kann der Schlauch zwischen Reifen und Felge gequetscht werden, während der äußere Reifen relativ unauffällig bleibt.

Warum erhöht niedriger Reifendruck das Durchschlagsrisiko?

Der Reifen kann bei einer harten Kante stärker bis in Richtung Felge zusammengedrückt werden. Dadurch können Karkasse, Schlauch und Felgenhorn belastet werden.

Schützt hoher Reifendruck grundsätzlich besser vor Steinen?

Nein. Ein sehr harter Reifen kann weniger nachgeben und den Stoß stärker an Felge und Fahrwerk weiterleiten. Entscheidend ist der technisch passende Betriebsdruck.

Warum hoppelt mein ATV nach einem Schlag?

Mögliche Ursachen sind Reifen-Höhenschlag, Karkassenverformung, falscher Wulstsitz oder eine verzogene Felge.

Sollte ich bei Hoppeln zuerst auswuchten?

Nicht automatisch. Auswuchten korrigiert Massenunwucht, aber keine geometrische Verformung von Reifen oder Felge.

Warum zieht mein Quad nach einem Schlag zur Seite?

Mögliche Ursachen sind Druckverlust, Reifen- oder Felgenverformung sowie Veränderungen an Lenkung, Spur oder Fahrwerk.

Kann auch das Radlager durch einen Schlag beschädigt werden?

Bei einem sehr harten Treffer können Kräfte bis zu Radlager, Nabe, Achsschenkel und Fahrwerksbauteilen weitergeleitet werden.

Was sollte bei Beadlock-Felgen geprüft werden?

Ring, Schrauben, Reifenwulst, Sitz und Dichtheit sollten entsprechend den Herstellerangaben kontrolliert werden.

Reicht es, wenn der Reifen nach einem Schlag noch Luft hält?

Nein. Eine strukturelle Beschädigung kann vorhanden sein, obwohl der Reifen zunächst dicht bleibt. Beulen, tiefe Quetschungen und Wulstschäden müssen separat beurteilt werden.

Warum sollte ich den Reifendruck später erneut messen?

Ein schleichender Verlust an Wulst, Felge oder Ventil kann unmittelbar nach dem Ereignis noch kaum erkennbar sein.

Warum sollte ein beschädigter Reifen bei einem 4x4-ATV nicht isoliert ersetzt werden?

Bei Allradfahrzeugen müssen reale Abmessungen, Profiltiefe und Abrollumfang des gesamten Reifensatzes berücksichtigt werden.

Technischer Hinweis

Diese Praxisinformationen ersetzen keine fachgerechte Prüfung von Reifen, Felge, Fahrwerk oder Radaufhängung. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen- und Felgenherstellers. Bei Beulen, sichtbarer Karkasse, tiefen Quetschungen, Felgenrissen, starkem Druckverlust, dauerhaftem Hoppeln, Lenkerflattern, Radlagerspiel oder deutlich verändertem Fahrverhalten sollte die Ursache vor weiterer hoher Belastung fachgerecht geklärt werden.

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