Quad- und ATV-Reifen mit Schnitten, Stichen, Stollenrissen und Profilausbrüchen richtig beurteilen
FT Praxiswelt – Quad- & ATV-Reifen
Quad- und ATV-Reifen mit Schnitten, Stichen, Stollenrissen und Profilausbrüchen richtig beurteilen
Quad- und ATV-Reifen werden im Gelände oft deutlich stärker mechanisch beansprucht als klassische Straßenreifen. Steine, Äste, Wurzeln, scharfe Kanten, harter Untergrund und hoher Schlupf können Schnitte, Einstiche, Stollenrisse oder Ausbrüche verursachen.
Entscheidend ist dabei nicht nur, wie groß ein Schaden aussieht. Wichtig ist vor allem, wo er sitzt, wie tief er reicht und ob nur Profilgummi oder bereits Karkasse, Seitenwand, Wulst beziehungsweise tragende Reifenbereiche betroffen sind.
Schadensposition und Schadenstiefe zuerst einordnen
Profilbereich
Schnitte, Einstiche, Stollenanrisse und Profilausbrüche können je nach Tiefe unterschiedlich zu bewerten sein.
Seitenwand
Hier arbeitet die flexible Karkasse besonders stark. Schnitte und Beulen sind deshalb besonders ernst zu nehmen.
Wulstbereich
Der Wulst hält den Reifen auf der Felge und überträgt Kräfte. Schäden können Sitz, Dichtheit und Sicherheit beeinflussen.
Nicht jeder Schnitt oder Stollenriss bedeutet automatisch Totalschaden. Entscheidend ist, ob nur oberflächliches Gummi oder tragende Reifenstruktur betroffen ist.
1. Profil, Seitenwand und Wulst unterscheiden
Die Lage des Schadens ist einer der wichtigsten Punkte bei der Beurteilung.
- liegt der Schaden mitten in der Lauffläche?
- sitzt er an einer Stollenkante?
- liegt er im Profilgrund?
- betrifft er die Seitenwand?
- liegt er im wulstnahen Bereich?
Ein kleiner tiefer Schnitt an einer kritischen Stelle kann technisch relevanter sein als ein größerer oberflächlicher Gummischaden.
2. Oberflächlichen Profilschnitt und tiefen Schnitt unterscheiden
Oberflächlicher Schaden
Kann sich auf den Profilgummi beschränken, ohne die tragende Struktur zu erreichen.
Tiefer Schaden
Kann Profilgrund, Karkasse oder andere tragende Bestandteile erreichen und muss entsprechend kritischer beurteilt werden.
- öffnet sich der Schnitt unter Belastung?
- ist Gewebe sichtbar?
- reicht der Schaden tief in den Profilgrund?
- verliert der Reifen Luft?
3. Fremdkörper nicht unüberlegt herausziehen
Steckt noch ein Nagel, Dorn, Schraube oder Metallstück im Reifen, kann dieser Fremdkörper die Öffnung teilweise abdichten.
Weitere unnötige Belastung vermeiden.
Feststellen, ob bereits deutlicher Luftverlust vorliegt.
Damit sie später eindeutig wiedergefunden wird.
Fremdkörper erst im Rahmen einer geeigneten Beurteilung entfernen.
Ein zunächst langsam undichter Reifen kann nach Entfernen des Fremdkörpers deutlich schneller Luft verlieren.
4. Tubeless-Reifen können nach einem Einstich unterschiedlich reagieren
Ein kleiner Einstich muss nicht sofort zu einem vollständigen Druckverlust führen.
- langsamer Luftverlust
- zunächst scheinbar stabiler Druck
- Luftverlust erst bei Bewegung
- Veränderung nach Belastung
Bei Verdacht sollten Druck und Schadstelle auch nach kurzer Nutzung beziehungsweise nach einer gewissen Zeit erneut kontrolliert werden.
5. Bei Schlauchreifen kann der äußere Schaden klein wirken
Bei TT-Bereifung hält der Schlauch die Luft. Ein äußerlich kleiner Einstich kann deshalb trotzdem zu einer Beschädigung des Schlauchs geführt haben.
Loch
Ein durchdringender Fremdkörper kann den Schlauch direkt verletzen.
Quetschung
Ein harter Durchschlag kann den Schlauch zwischen Reifen und Felge einklemmen.
Scheuerstelle
Beschädigungen im Reifeninneren oder an der Felge können den Schlauch langfristig aufreiben.
Die sichtbare Außenverletzung erklärt nicht immer den gesamten Schaden.
6. Seitenwandschnitte besonders ernst nehmen
Die Seitenwand verformt sich bei jeder Radumdrehung und ist bei ATV zusätzlich hohen Seitenkräften ausgesetzt.
- tiefer Schnitt
- sichtbare Gewebelagen
- lokale Beule
- starke Quetschung
- Riss öffnet sich bei Belastung
Reparaturmöglichkeiten und Schadensgrenzen aus der Lauffläche dürfen nicht einfach auf Seitenwandschäden übertragen werden.
7. Eine Beule nach Geländekontakt ist ein Warnsignal
Eine lokale Auswölbung kann auf eine innere Beschädigung der tragenden Reifenstruktur hinweisen.
Typische vorausgehende Ereignisse:
- harter Steinkontakt
- Baumwurzel
- Schlagloch
- Bordsteinkante
- harte Felgenkante
Die Reifenstruktur sollte vor weiterer hoher Belastung fachgerecht beurteilt werden.
8. Profilstollen können anreißen oder ausbrechen
Grobe ATV-Profile übertragen erhebliche Kräfte über einzelne Profilblöcke.
- Stollen an der Basis eingerissen
- seitlicher Ausbruch
- teilweise Ablösung
- Profilblock fehlt teilweise
- mehrere Stollen zeigen ähnliche Schäden
Besonders hohe Antriebskräfte, Schlupf und harter Untergrund können an großen Profilblöcken starke Zug- und Scherkräfte erzeugen.
9. Einzelnen Stollenanriss und tieferen Reifenschaden unterscheiden
Tiefe
Reicht der Riss nur in den Profilblock oder bis in den Profilgrund?
Struktur
Ist Karkassenmaterial beziehungsweise Gewebe sichtbar?
Umfang
Ist nur ein Stollen betroffen oder zeigt der gesamte Reifen ähnliche Risse?
Viele gleichartige Anrisse können zusätzlich auf Alterung oder ungeeignete Einsatzbedingungen hinweisen.
10. Mehrere Stollenrisse können ein Muster zeigen
Wenn zahlreiche Profilblöcke ähnliche Risse entwickeln, sollte nicht nur jeder einzelne Riss isoliert betrachtet werden.
- Reifenalter
- stark verhärtetes Gummi
- häufiger Asphaltbetrieb
- grobes Geländeprofil auf festem Untergrund
- hohe Antriebskräfte
- starker Schlupf
Mehrere gleichartige Schäden können einen Hinweis auf Einsatz, Alter oder Belastungsmuster geben.
11. Profilausbruch nach Tiefe beurteilen
Ein fehlendes Stück Gummi ist nicht allein anhand seiner sichtbaren Größe zu bewerten.
Oberflächlich
Nur ein Teil eines Profilblocks beziehungsweise oberflächliches Gummi betroffen.
Tief
Ausbruch reicht in Profilgrund, Karkassennähe oder andere tragende Bereiche.
Ein kleiner tiefer Ausbruch kann technisch kritischer sein als ein größerer oberflächlicher Blockverlust.
12. Profilgrund zwischen den Stollen kontrollieren
Bei groben ATV-Profilen können Schäden tief zwischen den Profilblöcken liegen und von außen leicht übersehen werden.
- Alterungsrisse
- Walkrisse
- tiefe Schnittlinien
- Materialablösung
- Fremdkörper
Der Profilgrund ist bei der Beurteilung grobstolliger Reifen mindestens genauso wichtig.
13. Ein äußerlich kleiner Schnitt kann innen stärker wirken
Bei einem harten Schlag gegen eine scharfkantige Oberfläche kann die Reifenstruktur zusätzlich gequetscht oder innen beschädigt werden.
Besonders nach Kontakt mit:
- Felsen
- Bordstein
- Wurzelkante
- Metallkante
- scharfkantigem Schotter
Ein kleiner sichtbarer Schnitt nach einem sehr harten Schlag kann anders zu beurteilen sein als derselbe Schnitt ohne starke Stoßbelastung.
14. Felge nach hartem Kontakt immer mitprüfen
Ein Ereignis, das den Reifen beschädigt, kann gleichzeitig weitere Komponenten treffen.
Felgenhorn
Kann eingedrückt, verbogen oder beschädigt sein.
Reifenwulst
Kann gequetscht oder eingeschnitten worden sein.
Schlauch oder Ventil
Bei TT-Bereifung können zusätzliche innere Schäden entstehen.
Nach hartem Geländekontakt sollte nicht nur die Lauffläche untersucht werden.
15. Schäden am Reifenwulst besonders sorgfältig beurteilen
Der Wulst sorgt für den definierten Sitz des Reifens auf der Felge und überträgt erhebliche Kräfte.
- Gummiausbrüche
- Schnitte
- Quetschungen
- freiliegende Wulstbestandteile
- Verformung
- Dichtprobleme bei Tubeless
Ein beschädigter Wulst sollte nicht einfach wieder auf die Felge montiert werden, ohne seine technische Eignung zu klären.
16. Zu niedriger Druck kann Durchschlagschäden begünstigen
Bei sehr niedrigen Betriebsdrücken kann sich der Reifen beim Überfahren eines harten Hindernisses stark bis in Richtung Felge zusammendrücken.
- Karkassenquetschung
- Seitenwandschaden
- Schlauchquetschung
- Felgenhornschaden
Mehr Reifenverformung kann Vorteile bieten, erhöht bei hartem Kontakt aber auch bestimmte mechanische Belastungen.
17. Bei TT-Reifen an Schlauchquetschung denken
Ein harter Durchschlag kann den Schlauch zwischen Reifen und Felge einklemmen.
Außen
Am Reifen kann nur eine relativ kleine Druck- oder Kontaktstelle sichtbar sein.
Innen
Der Schlauch kann dennoch gequetscht, angeschnitten oder punktiert worden sein.
Nach einem starken Schlag sollte ein möglicher Schlauchschaden mit berücksichtigt werden.
18. Zu hoher Druck schützt nicht vor jedem Geländeschaden
Ein sehr hart befüllter Reifen kann weniger nachgeben und Schläge stärker an Fahrzeug und Felge weiterleiten.
- härteres Fahrverhalten
- stärkere Stoßübertragung
- geringere Anpassung an Hindernisse
- Profilblöcke können auf hartem Untergrund stärker belastet werden
Herstellerangaben und realer Einsatzzweck sind entscheidend.
19. Mud-Reifen bei viel Asphalt besonders auf Stollenschäden prüfen
Sehr grobe Profilblöcke können auf festem Untergrund stärker knicken und arbeiten.
- Stollenkantenverschleiß
- Risse an der Stollenbasis
- Ausbrüche
- ungleichmäßige Blockabnutzung
Ein extremer Mud-Reifen ist nicht automatisch für hohen Straßenanteil optimiert.
20. Angetriebene Hinterachse besonders auf Profilblockschäden prüfen
Bei vielen Quad und ATV muss die Hinterachse erhebliche Antriebskräfte übertragen.
- starke Beschleunigung
- hoher Schlupf
- Anhängerbetrieb
- schwere Arbeit
- weicher Untergrund
Antriebskräfte und Lastübertragung beanspruchen Profilblöcke und Karkasse anders.
21. Vorderreifen auf Lenk- und Seitenführungsschäden prüfen
Vorderreifen werden besonders durch Lenkkräfte, Seitenführung und Bremsbelastung beansprucht.
- Schulterstollen
- seitliche Schnitte
- unregelmäßige Blockabnutzung
- Kontaktspuren
- Felgenhorn
Vorder- und Hinterreifen übernehmen unterschiedliche Aufgaben und können deshalb unterschiedlich verschleißen beziehungsweise beschädigt werden.
22. Sichtbares Gewebe oder Karkassenmaterial nicht ignorieren
Werden im beschädigten Bereich Gewebefäden oder andere tragende Bestandteile sichtbar, ist die Struktur zumindest freigelegt beziehungsweise betroffen.
Der Reifen sollte vor weiterer Belastung fachgerecht beurteilt werden.
23. Freiliegende Karkasse kann weitere Schäden begünstigen
Ein offener struktureller Bereich ist im ATV-Einsatz zusätzlich Schmutz, Wasser und mechanischer Belastung ausgesetzt.
- Wasser
- Schlamm
- Sand
- Steine
- weitere Schnitte
Eine freiliegende tragende Struktur sollte deshalb nicht als rein kosmetischer Fehler behandelt werden.
24. Reparierbarkeit hängt von Art, Lage und Tiefe des Schadens ab
Nicht jeder Reifenschaden darf oder kann repariert werden.
Position
Lauffläche, Schulter, Seitenwand und Wulst unterscheiden.
Ausmaß
Größe und Tiefe des Schadens beurteilen.
Reifenstruktur
Karkasse, Bauart und Herstelleranforderungen berücksichtigen.
Eine allgemeine „Stopfen geht immer“-Regel ist bei Quad- und ATV-Reifen nicht sinnvoll.
25. Seitenwandreparaturen besonders kritisch behandeln
Die Seitenwand arbeitet stark und besitzt andere mechanische Aufgaben als der zentrale Laufflächenbereich.
Ob ein Schaden reparierbar ist, muss anhand der konkreten Schadensposition, Reifenbauart und fachlichen Vorgaben beurteilt werden.
26. Dichtmittel ersetzt keine technische Schadenbeurteilung
Ein Pannendichtmittel kann einen Luftverlust je nach Schaden vorübergehend reduzieren. Die eigentliche Verletzung bleibt trotzdem vorhanden.
- Wie groß ist der Einstich?
- Wo liegt der Schaden?
- Ist die Karkasse betroffen?
- Ist der Reifen reparierbar?
- Ist zusätzlich die Felge beschädigt?
Ein Reifen kann nach Dichtmitteleinsatz Luft halten und trotzdem eine weiter zu untersuchende Beschädigung besitzen.
27. Nach Pannendichtmittel eine spätere Innenkontrolle berücksichtigen
Bei einer fachgerechten weiteren Beurteilung kann die Demontage des Reifens zusätzliche Informationen liefern.
- innere Karkassenspuren
- Fremdkörper
- größere Durchdringung als außen sichtbar
- zusätzliche Quetschstellen
- Dichtmittelrückstände
Gerade nach Durchstich oder hartem Geländekontakt kann die Innenseite wichtige Hinweise liefern.
28. Druckverlust nach einem Schaden dokumentieren
Die Entwicklung des Reifendrucks kann bei der Einschätzung einer Undichtigkeit helfen.
- Ausgangsdruck
- Zeitpunkt
- Druck nach einigen Stunden
- Druck nach einigen Tagen
- Schadstelle markieren
- vorheriger Einsatz notieren
Ein Reifen, der innerhalb kurzer Zeit stark Druck verliert, ist anders zu behandeln als eine sehr kleine schleichende Undichtigkeit.
29. Nach Reparatur oder Schadensbeurteilung kontrolliert starten
- Betriebsdruck einstellen
- erste Fahrt ruhig beginnen
- Vibrationen beobachten
- auf Hoppeln achten
- Fahrzeugzug beachten
- Druck erneut kontrollieren
Nach einer Arbeit am Reifen sollte zunächst überprüft werden, ob Rad-Reifen-Einheit und Druck stabil bleiben.
30. Bei 4x4-ATV einen Ersatzreifen als Teil des kompletten Satzes betrachten
Muss ein einzelner beschädigter Reifen ersetzt werden, sollte nicht nur die Nennabmessung verglichen werden.
Hersteller und Modell
Reale Abmessungen können je nach Produkt unterschiedlich ausfallen.
Profiltiefe
Ein neuer Reifen kann einen anderen realen Rollradius besitzen als stark gebrauchte Reifen.
Abrollumfang
Bei 4x4 muss die Vorder-/Hinterachsabstimmung berücksichtigt werden.
Ein beschädigter Einzelreifen sollte bei einem Allrad-ATV nicht isoliert ersetzt werden, ohne den Zustand und die realen Abmessungen des übrigen Reifensatzes zu berücksichtigen.
31. Typische Schäden bei Quad- und ATV-Reifen
| Schaden | Mögliche Bedeutung | Besonders prüfen |
|---|---|---|
| kleiner oberflächlicher Profilschnitt | nur Profilgummi betroffen möglich | Tiefe |
| tiefer Profilschnitt | Karkasse möglicherweise betroffen | sichtbares Gewebe |
| Seitenwandschnitt | kritischer flexibler Bereich | Karkasse und Beule |
| lokale Beule | innere Struktur möglicherweise beschädigt | Reifen fachgerecht beurteilen |
| einzelner Stollenanriss | mechanische Belastung möglich | Tiefe und Stollenbasis |
| viele Stollenrisse | Alterung oder Einsatzbelastung möglich | gesamter Reifen |
| Profilausbruch | mechanischer Schaden | Tiefe des Ausbruchs |
| schräges Schlauchventil | Reifenbewegung oder Schlauchspannung | Druck und Schlauchlage |
| plötzlicher Druckverlust bei TT | Schlauchquetschung möglich | Schlauch und Felge |
| Luftverlust nach hartem Steinkontakt | Reifen-, Wulst- oder Felgenschaden möglich | komplette Rad-Reifen-Einheit |
32. FT-Prüfreihenfolge bei Reifenbeschädigungen
Weitere unnötige Belastung vermeiden.
Betroffene Radposition eindeutig bestimmen.
Schadensposition technisch einordnen.
Erst Druck und Situation beurteilen.
Langsamen oder starken Luftverlust erkennen.
Oberflächlichen Gummischaden von tiefer Verletzung unterscheiden.
Freiliegendes Gewebe ernst nehmen.
Innere Strukturschäden ausschließen.
Risse und weitere Schäden erkennen.
Anrisse und Ausbrüche einordnen.
Harte Kontakte können Reifen und Felge gleichzeitig beschädigen.
Quetschungen und Schnitte ausschließen.
Quetschung, Einstich und Ventilfuß prüfen.
Schrägstellung als möglichen Hinweis nutzen.
Stein, Schnitt, Durchschlag, Alterung oder Einsatzbelastung unterscheiden.
Position, Tiefe und Reifenbauart berücksichtigen.
Innere Schäden und Fremdkörper beurteilen.
Dichtheit kontrollieren.
Vibration, Hoppeln und Fahrzeugzug beobachten.
Reale Abmessungen und Zustand der übrigen Reifen berücksichtigen.
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Ablauf Bestellung Informationen zu Bestellung, Bearbeitung, Versand und dem weiteren Ablauf bei FT Reifen.Häufige Fragen zu Schäden an Quad- und ATV-Reifen
Ist jeder Schnitt im ATV-Reifen gefährlich?
Nein. Entscheidend sind Schadensposition und Tiefe. Ein oberflächlicher Schnitt im Profilgummi ist anders zu bewerten als ein tiefer Schnitt bis zur Karkasse oder ein Schaden an Seitenwand beziehungsweise Wulst.
Sollte ich einen Nagel sofort aus dem Reifen ziehen?
Nicht unüberlegt. Ein Fremdkörper kann die Einstichstelle teilweise abdichten. Zuerst sollte das Fahrzeug gesichert, der Druck geprüft und die Schadstelle für eine technische Beurteilung markiert werden.
Warum kann ein Tubeless-Reifen trotz Einstich zunächst Luft halten?
Je nach Art des Einstichs kann der Fremdkörper beziehungsweise die Reifenstruktur die Öffnung teilweise abdichten. Der Druckverlust kann sich erst später oder unter Bewegung zeigen.
Warum ist ein kleiner Einstich bei einem Schlauchreifen anders?
Bei TT-Bereifung kann der Fremdkörper zusätzlich den Schlauch beschädigt haben. Der äußere Reifenschaden zeigt deshalb nicht immer den gesamten Umfang.
Warum sind Seitenwandschnitte besonders kritisch?
Die Seitenwand verformt sich ständig und enthält tragende Karkassenstrukturen. Tiefe Schnitte, sichtbares Gewebe oder Beulen sollten deshalb besonders ernst genommen werden.
Was bedeutet eine Beule am ATV-Reifen?
Eine lokale Auswölbung kann auf einen inneren Strukturschaden hinweisen und sollte vor weiterer hoher Belastung fachgerecht beurteilt werden.
Sind eingerissene Profilstollen automatisch ein Grund zum Austausch?
Nicht jeder kleine oberflächliche Anriss bedeutet automatisch Totalschaden. Entscheidend sind Tiefe, Stabilität des Stollens, Reifenalter und ob tragende Strukturen betroffen sind.
Warum reißen Mud-Reifen auf Asphalt manchmal stärker an den Stollen?
Große Profilblöcke können auf festem Untergrund stärker knicken und arbeiten. Häufiger Asphaltbetrieb kann dadurch Stollenkanten und Stollenbasis stärker beanspruchen.
Was bedeutet ein Profilausbruch?
Ein Teil des Profilgummis beziehungsweise eines Profilblocks fehlt. Entscheidend ist, wie tief der Ausbruch reicht und ob Profilgrund oder tragende Struktur betroffen sind.
Warum sollte nach hartem Steinkontakt auch die Felge geprüft werden?
Ein harter Schlag kann Reifenwulst, Felgenhorn, Karkasse und bei Schlauchbereifung auch den Schlauch gleichzeitig beschädigen.
Kann sehr niedriger Reifendruck Durchschlagschäden verursachen?
Ein sehr stark verformter Reifen kann bei einem harten Hindernis bis zur Felge zusammengedrückt werden. Dadurch können Reifen, Schlauch und Felge zusätzlich belastet werden.
Kann ein zu hoher Druck Schäden verhindern?
Nicht grundsätzlich. Ein sehr harter Reifen gibt weniger nach und kann Schläge stärker übertragen. Maßgeblich ist der für Reifen, Fahrzeug und Einsatz vorgesehene Betriebsdruck.
Ist sichtbares Gewebe im Schnitt unproblematisch?
Nein. Sichtbares Karkassenmaterial zeigt, dass der Schaden über einen rein oberflächlichen Gummischaden hinausgeht.
Kann jeder Einstich repariert werden?
Nein. Reparierbarkeit hängt unter anderem von Position, Größe, Tiefe, Reifenbauart und Zustand der Karkasse ab und sollte fachgerecht beurteilt werden.
Kann ich einen Seitenwandschnitt einfach wie einen Einstich in der Lauffläche reparieren?
Nein. Seitenwand und Lauffläche arbeiten mechanisch unterschiedlich. Reparaturmöglichkeiten dürfen deshalb nicht pauschal übertragen werden.
Ist ein Reifen nach Pannendichtmittel wieder dauerhaft in Ordnung?
Nicht automatisch. Der eigentliche Schaden bleibt vorhanden und sollte später hinsichtlich Position, Tiefe, Karkassenzustand und Reparierbarkeit geprüft werden.
Warum ist ein einzelner Ersatzreifen bei einem 4x4-ATV besonders zu beachten?
Auch bei gleicher Nennabmessung können reale Abmessungen und Abrollumfang variieren. Zusätzlich kann ein neuer Reifen eine deutlich größere Profiltiefe besitzen als die übrigen Reifen.
Technischer Hinweis
Diese Praxisinformationen ersetzen keine fachgerechte Reifenprüfung oder Reparaturfreigabe. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen- und Felgenherstellers sowie die konkrete Schadensart. Bei sichtbarer Karkasse, Beulen, tiefen Seitenwand- oder Wulstschäden, starkem Druckverlust, Felgenbeschädigungen oder unklarer Reparierbarkeit sollte der Reifen vor weiterer Belastung fachgerecht beurteilt werden. Pannendichtmittel ist nicht automatisch eine dauerhafte Reparatur.
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