Quad- und ATV-Reifen achsweise tauschen und unterschiedliche Abrollumfänge richtig beurteilen
FT Praxiswelt – Quad- & ATV-Reifen
Quad- und ATV-Reifen achsweise tauschen und unterschiedliche Abrollumfänge richtig beurteilen
Bei Quad und ATV ist ein Reifentausch nicht automatisch mit der klassischen Reifenrotation eines Pkw vergleichbar. Vorder- und Hinterachse können unterschiedliche Reifengrößen, Felgenbreiten, Profile und technische Aufgaben besitzen.
Besonders bei 4x4-ATV müssen Vorder- und Hinterreifen als abgestimmte Einheit betrachtet werden. Neben der Größenaufschrift können realer Außendurchmesser, Profiltiefe, Reifenmodell und Reifendruck den tatsächlichen Rollradius beeinflussen.
Vorder- und Hinterreifen gehören bei ATV nicht automatisch auf jede Achse
Vorderachse
Lenkung, Spurführung, Seitenführung und Bremskraftübertragung stehen besonders im Vordergrund.
Hinterachse
Antrieb, Traktion und Lastübertragung führen häufig zu einer anderen Reifendimension oder Profilgestaltung.
4x4-System
Bei Allradfahrzeugen muss zusätzlich das technisch vorgesehene Verhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse erhalten bleiben.
Quad- und ATV-Reifen nicht beliebig zwischen den Achsen tauschen und bei 4x4 nie nur nach der Größenaufschrift beurteilen. Entscheidend sind Achszuordnung, reale Abmessungen, Abrollumfang, Profiltiefe und die Fahrzeugvorgaben.
1. Unterschiedliche Vorder- und Hinterreifen sind bei ATV häufig normal
Viele Fahrzeuge besitzen ab Werk bewusst unterschiedliche Reifenausführungen an beiden Achsen.
- unterschiedliche Reifenbreite
- unterschiedliche Reifendimension
- unterschiedliches Profil
- unterschiedlicher Karkassenaufbau
- unterschiedliche Tragfähigkeit
Die Kombination kann konstruktiv genau so vorgesehen sein, weil Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
2. Vorderreifen nicht einfach nach hinten montieren
Auch wenn Felgendurchmesser oder Befestigung scheinbar passen, muss die Rad-Reifen-Kombination für die jeweilige Achse technisch geeignet sein.
- Reifendimension prüfen
- Felgenbreite vergleichen
- Tragfähigkeit beachten
- Profilgestaltung berücksichtigen
- Abrollumfang prüfen
- Fahrzeugvorgaben beachten
Nur weil ein Rad an eine andere Position geschraubt werden kann, bedeutet das nicht, dass diese Kombination dort vorgesehen ist.
3. Seitentausch innerhalb derselben Achse nur nach technischer Prüfung
Besitzen beide Reifen einer Achse dieselbe technische Ausführung, kann ein Seitenwechsel je nach Reifen und Fahrzeug möglich sein.
- gleiche Reifendimension
- gleiches Reifenmodell
- gleiche Bauart
- vergleichbarer Verschleiß
- passende Laufrichtung
- keine Herstellerkennzeichnung, die dagegen spricht
4. Laufrichtungsgebundene Reifen nicht unüberlegt links und rechts tauschen
Viele Quad- und ATV-Reifen besitzen einen Richtungspfeil auf der Seitenwand.
Wird ein komplettes Rad von links nach rechts gesetzt, kann ein vorher korrekt laufender Reifen anschließend entgegen seiner vorgesehenen Laufrichtung drehen.
5. Weitere Montagekennzeichnungen berücksichtigen
Je nach Reifenmodell können neben der Laufrichtung zusätzliche Herstellerkennzeichnungen vorhanden sein.
- Outside / Außenseite
- Inside / Innenseite
- Front / Vorderachse
- Rear / Hinterachse
- Rotation / Laufrichtung
Ein Profil kann optisch scheinbar auch anders herum sinnvoll wirken und trotzdem eine eindeutig vorgesehene Montagerichtung besitzen.
6. 4x4-ATV besonders sorgfältig behandeln
Bei einem Allrad-ATV sind Vorder- und Hinterachse über den Antriebsstrang miteinander verbunden.
Vorderreifen
Besitzen einen konstruktiv vorgesehenen realen Rollumfang.
Hinterreifen
Sind auf das technische Verhältnis zur Vorderachse abgestimmt.
Antrieb
Je nach Fahrzeug kann ein falsches Verhältnis zusätzliche Belastungen im Allradsystem erzeugen.
Bei einem Allrad-ATV müssen Vorder- und Hinterreifen nicht gleich groß sein – sie müssen aber in dem vom Fahrzeughersteller vorgesehenen Verhältnis zueinander arbeiten.
7. Nennmaß und reale Reifenabmessung sind nicht dasselbe
Die Größenaufschrift beschreibt eine Nennabmessung. Je nach Hersteller und Profilmodell können die realen Maße davon innerhalb technischer Toleranzen abweichen.
- Außendurchmesser
- Reifenbreite
- Profilhöhe
- Abrollumfang
Das ist bei einem 4x4-ATV besonders wichtig, wenn nur ein Reifen oder eine Achse auf ein anderes Modell umgestellt werden soll.
8. Herstellerwechsel kann reale Abmessungen verändern
Wird beispielsweise nur die Vorderachse auf einen anderen Reifenhersteller umgerüstet, können trotz gleicher Nennabmessung andere reale Maße entstehen.
Vorher
Vorder- und Hinterreifen eines abgestimmten Reifensatzes.
Nach Herstellerwechsel
Die gleiche Nennbezeichnung kann einen leicht anderen tatsächlichen Außendurchmesser besitzen.
Besonders bei Mischkombinationen zwischen Herstellern oder Produktfamilien sollte das reale Verhältnis geprüft werden.
9. Profiltiefe verändert den tatsächlichen Reifenradius
Bei grobstolligen ATV-Reifen kann der Unterschied zwischen neuem und stark verschlissenem Profil deutlich sein.
Neuer Reifen
Volle Stollenhöhe trägt zum maximalen Außendurchmesser bei.
Gebrauchter Reifen
Weniger Profilhöhe reduziert den tatsächlichen Radius.
Stark verschlissen
Kann deutlich kleiner abrollen als ein fabrikneuer Reifen derselben Nennabmessung.
Mehrere Millimeter verlorene Stollenhöhe wirken sich auf den tatsächlichen Durchmesser des Reifens aus.
10. Einzelnen neuen Reifen bei 4x4 nicht automatisch montieren
Ist nur ein Reifen beschädigt, sollte der Zustand der übrigen Reifen vor einem Einzelersatz beurteilt werden.
- Profiltiefe der übrigen Reifen
- Reifenalter
- Hersteller
- Profilmodell
- reale Abmessungen
- vorhandener Verschleiß
Bei einem Allrad-ATV sollte deshalb nicht nur geprüft werden, ob dieselbe Größenaufschrift auf beiden Reifen steht.
11. Achsweiser Ersatz kann technisch sinnvoller sein
Je nach Fahrzeug, Reifenverschleiß und verfügbarer Reifenausführung kann es sinnvoller sein, beide Reifen einer Achse gemeinsam zu erneuern.
Profil
Beide Reifen besitzen dann eine vergleichbare Profiltiefe.
Karkasse
Beide Seiten reagieren ähnlich auf Last und Reifendruck.
Reifenalter
Ein deutlich unterschiedliches Alter auf derselben Achse wird vermieden.
12. Bei Achsersatz trotzdem die andere Achse mit einbeziehen
Gerade beim 4x4 reicht es nicht, nur die beiden neu montierten Reifen untereinander zu vergleichen.
- Vorderreifendurchmesser
- Hinterreifendurchmesser
- Profiltiefe beider Achsen
- Herstellerdaten
- Abrollumfang beziehungsweise vorgesehenes Achsverhältnis
Bei Allrad müssen beide Achsen als zusammenwirkendes System betrachtet werden.
13. Unterschiedliche Marken vorne und hinten nicht pauschal bewerten
Die Markenbezeichnung allein entscheidet nicht darüber, ob eine Kombination technisch funktioniert.
Fahrzeugfreigabe, Reifengröße, reales Reifenmaß, Profilzustand, Karkassencharakter und vorgesehener Abrollumfang.
Unterschiedliche Hersteller können unterschiedliche reale Maße innerhalb derselben Nennabmessung besitzen.
14. Gleicher Hersteller bedeutet nicht automatisch identische reale Größe
Auch innerhalb einer Marke können verschiedene ATV-Profile derselben Nennabmessung unterschiedlich konstruiert sein.
- unterschiedliche Stollenhöhe
- andere Karkasse
- anderer realer Außendurchmesser
- andere Reifenbreite
Nicht nur Marke und Größenangabe dokumentieren, sondern immer auch das konkrete Reifenmodell.
15. PR-Ausführung und Karkassensteifigkeit berücksichtigen
Unterschiedliche Festigkeitsklassen können sich unter Belastung anders verformen.
Steifere Karkasse
Kann unter gleicher Last weniger stark einsinken.
Weichere Karkasse
Kann sich bei gleichem Druck stärker verformen.
Deshalb kann neben dem unbelasteten Außendurchmesser auch die Reifenverformung eine Rolle spielen.
16. Reifendruck beeinflusst den tatsächlichen Rollradius
Ein deutlich zu niedriger Reifen wird unter Fahrzeuglast stärker zusammengedrückt.
- größere Seitenwandverformung
- veränderte Aufstandsfläche
- kleinerer effektiver Rollradius möglich
- mehr Walkarbeit
Vor technischen Vergleichen sollten alle Reifen auf den für die Messung beziehungsweise den Betrieb vorgesehenen Druck eingestellt werden.
17. Unterschiedlicher Druck kann wie ein falscher Reifenumfang wirken
Zeigt ein ATV plötzlich ein ungewohntes Fahrverhalten, sollte vor einer aufwendigen mechanischen Diagnose der komplette Reifensatz geprüft werden.
Vorne
Druck links und rechts kontrollieren.
Hinten
Druck und Belastung beider Reifen vergleichen.
Kompletter Satz
Reifengrößen, Modelle und Profiltiefen gemeinsam betrachten.
18. Auffälliges Fahrverhalten nach Reifenwechsel nicht ignorieren
Nach einem Reifen- oder Achstausch können Veränderungen wichtige Hinweise liefern.
- Verspannungsgefühl
- ungewöhnliches Schieben in Kurven
- schwergängiges Rollen
- neue Geräusche
- ungewöhnliche Erwärmung
- auffälliger Reifenabrieb
Größe, Druck, reales Reifenmaß und Achszuordnung sollten erneut überprüft werden.
19. Herstellerdaten vor grober Umfangsmessung bevorzugen
Wenn technische Reifenabmessungen verfügbar sind, sind diese für einen Modellvergleich häufig die bessere Ausgangsbasis.
- Herstellerdatenblatt
- technische Reifendaten
- Fahrzeugvorgaben
- Freigaben und Zuordnungen
Stollenform, Reifenverformung und Messmethode können die Vergleichbarkeit beeinflussen.
20. Reale Messung kann bei der Diagnose trotzdem hilfreich sein
Sind keine belastbaren Herstellerdaten verfügbar oder soll eine Auffälligkeit direkt am Fahrzeug verglichen werden, kann eine kontrollierte Vergleichsmessung Hinweise liefern.
Gleicher Druck
Alle zu vergleichenden Reifen unter vergleichbaren Bedingungen messen.
Gleiche Methode
Messpunkte und Vorgehen nicht zwischen den Reifen wechseln.
Vergleich
Vorder- und Hinterachse nicht isoliert betrachten.
21. Alte und neue Mud-Reifen nicht nur optisch vergleichen
Ein grobstolliger Reifen kann selbst mit stark reduziertem Profil noch massiv aussehen.
Mehrere Millimeter Profilverlust können einen relevanten Unterschied im realen Außendurchmesser verursachen.
22. Größere Hinterreifen nicht nach Gefühl noch größer wählen
Viele ATV besitzen ab Werk hinten einen größeren Außendurchmesser beziehungsweise eine andere Dimension als vorne.
Dass die Hinterreifen bereits größer sind, bedeutet nicht, dass die Differenz beliebig vergrößert werden darf.
23. Tuninggrößen besonders sorgfältig prüfen
Größere Reifen oder andere Felgen können das Fahrzeug in mehreren Bereichen verändern.
- Freigängigkeit
- effektive Übersetzung
- Lenkkräfte
- Bremsverhalten
- Bodenfreiheit
- Antriebsbelastung
- 4x4-Achsverhältnis
Gerade bei 4x4 muss die komplette technische Kombination berücksichtigt werden.
24. Größerer Außendurchmesser verändert die Übersetzung
Ein größerer Reifen legt pro Radumdrehung einen längeren Weg zurück.
Beschleunigung
Kann sich verändern.
Antrieb
Motor und Getriebe müssen gegen einen anderen wirksamen Hebel arbeiten.
Bremse
Auch die wirksamen Kräfte am Rad können sich verändern.
Eine Größenänderung darf das technisch vorgesehene Vorder-/Hinterachsverhältnis nicht unkontrolliert verändern.
25. Unterschiedlicher Verschleiß verändert das Achsverhältnis mit der Zeit
Vorder- und Hinterreifen können je nach Nutzung unterschiedlich schnell Profil verlieren.
- häufiger Asphaltbetrieb
- hohe Hinterachsbelastung
- Anhängerbetrieb
- starker Schlupf
- aggressive Beschleunigung
Deshalb kann bei stark unterschiedlichem Verschleiß eine erneute technische Beurteilung sinnvoll sein.
26. Hinterreifen können schneller verschleißen
Durch Antriebskräfte und hohe Belastung kann die Hinterachse bei vielen ATV einen stärkeren Profilabbau zeigen.
Nicht nur Mindestprofil betrachten
Bei 4x4 kann bereits das Verhältnis zur Vorderachse technisch interessant werden.
Profiltiefe dokumentieren
So lässt sich erkennen, wie stark Vorder- und Hinterachse auseinanderlaufen.
27. Reifenpositionen und Verschleiß regelmäßig dokumentieren
- Profiltiefe vorne links
- Profiltiefe vorne rechts
- Profiltiefe hinten links
- Profiltiefe hinten rechts
- Reifendruck
- Kilometer beziehungsweise Betriebsstunden
- auffällige Verschleißbilder
Eine einfache Dokumentation hilft besonders bei Arbeitsfahrzeugen und 4x4-ATV mit hoher jährlicher Beanspruchung.
28. Quad- und ATV-Reifen nicht nach klassischer Pkw-Rotationslogik tauschen
Die bekannte Pkw-Idee, Reifen regelmäßig zwischen Vorder- und Hinterachse zu rotieren, lässt sich nicht pauschal auf ATV übertragen.
- unterschiedliche Vorder-/Hintergrößen
- unterschiedliche Felgenbreiten
- achsabhängige Profile
- Laufrichtungsbindung
- 4x4-Abrollverhältnis
Bei vielen ATV ist ein vollständiger Vorder-/Hinterachstausch konstruktiv gar nicht vorgesehen.
29. 2WD und 4x4 getrennt beurteilen
2WD
Andere Reifengrößen können Fahrverhalten, Lenkung, Übersetzung und Bodenfreiheit verändern. Vorder- und Hinterachse sind jedoch nicht in gleicher Weise über einen permanenten Allradantrieb gekoppelt.
4x4
Zusätzlich müssen das reale Rollverhältnis und die konstruktive Abstimmung des Allradsystems berücksichtigt werden.
4x4 erhöht jedoch die Bedeutung der gemeinsamen Vorder-/Hinterachsbetrachtung.
30. Vor einem Reifentausch den kompletten Satz dokumentieren
Wenn Unsicherheit über eine Kombination besteht, sollten die vorhandenen Reifen vollständig erfasst werden.
Dimension
Vorne und hinten separat notieren.
Reifenmodell
Hersteller, Profil und PR-Ausführung dokumentieren.
Zustand
Profiltiefe, Druck und sichtbaren Verschleiß berücksichtigen.
Eine reine Größenaufschrift liefert bei einem 4x4-ATV oft zu wenig Information.
31. Typische Situationen bei Achstausch und Abrollumfang
| Situation | Mögliches Risiko | Besonders prüfen |
|---|---|---|
| vorne und hinten unterschiedliche Größe | kann konstruktiv normal sein | Fahrzeugvorgabe |
| Seitenwechsel links/rechts | Laufrichtung kann falsch werden | Richtungspfeil |
| ein einzelner neuer Reifen | anderer realer Durchmesser | Profiltiefe und Reifenmodell |
| Herstellerwechsel | reale Maße können abweichen | technische Herstellerdaten |
| anderes Profilmodell | Außendurchmesser kann abweichen | Reifendaten |
| unterschiedlicher Druck | effektiver Rollradius verändert | alle vier Reifen |
| Hinterreifen stark abgefahren | Achsverhältnis verändert sich | Profilhöhe |
| größere Tuningreifen | Übersetzung und 4x4-Verhältnis ändern sich | komplette Kombination |
| 4x4 wirkt verspannt | Abrollverhältnis kann nicht passen | Größen, Druck und reales Maß |
| 2WD mit anderer Größe | Fahrverhalten verändert | Freigängigkeit und Übersetzung |
32. FT-Prüfreihenfolge bei Achstausch und Reifenwechsel
Antriebskonzept vor jeder Änderung berücksichtigen.
Komplette Dimension dokumentieren.
Abweichende Seriengröße separat erfassen.
Nicht nur den Felgendurchmesser vergleichen.
Besonders bei Seitenwechseln wichtig.
Vorder- und Hinterreifen nicht verwechseln.
Bei Mischkombinationen reale Daten beachten.
Gleiche Marke allein reicht nicht.
Karkassenverformung kann unterschiedlich sein.
Neu- und Gebrauchtzustand vergleichen.
Rollradius nicht mit unterschiedlichem Druck vergleichen.
Wenn verfügbar, technische Daten verwenden.
Bei 4x4 besonders wichtig.
Stark unterschiedliche Profiltiefen vermeiden beziehungsweise technisch bewerten.
Vorder-/Hinterachsverhältnis erhalten.
Besonders bei abweichenden Größen.
Lenkung, Rollen und Kurvenverhalten beobachten.
Auffälligkeiten nach Reifenwechsel ernst nehmen.
Profiltiefen regelmäßig vergleichen.
Nicht nur einzelne Radpositionen isoliert betrachten.
Passendes Wissen aus der FT Wissenswelt
Grundlagen zu Quad- und ATV-Reifen, Reifengrößen, Kennzeichnungen, Bauarten und Einsatzbereichen finden Sie in der zentralen FT Wissenswelt und im speziellen Ratgeber für Quad- und ATV-Reifen.
Herstellerwissen aus der FT Herstellerwelt
Gerade beim Abrollumfang können technische Herstellerdaten wichtig sein. Quad- und ATV-Reifen derselben Nennabmessung können sich je nach Marke und Profilmodell in realem Außendurchmesser, Stollenhöhe, Breite und Karkassencharakter unterscheiden.
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Ablauf Bestellung Informationen zu Bestellung, Bearbeitung, Versand und dem weiteren Ablauf bei FT Reifen.Häufige Fragen zu Achstausch und Abrollumfang bei Quad und ATV
Kann ich Vorder- und Hinterreifen bei einem ATV einfach tauschen?
In vielen Fällen nein. Vorder- und Hinterreifen besitzen häufig unterschiedliche Größen, Felgenbreiten, Profile und technische Aufgaben. Maßgeblich ist die konkrete Fahrzeugausführung.
Warum sind ATV-Reifen vorne und hinten oft unterschiedlich groß?
Die Achsen übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Vorn stehen Lenkung und Spurführung stärker im Vordergrund, hinten häufig Antrieb, Traktion und Lastübertragung.
Kann ich linkes und rechtes Rad derselben Achse tauschen?
Das hängt unter anderem von Laufrichtung, Reifenmodell und Herstellerkennzeichnung ab. Bei laufrichtungsgebundenen Reifen muss nach dem Tausch weiterhin die korrekte Drehrichtung eingehalten werden.
Warum ist der Abrollumfang bei einem 4x4-ATV so wichtig?
Vorder- und Hinterachse sind über das Allradsystem miteinander verbunden. Die vom Fahrzeug vorgesehene reale Abstimmung beider Achsen sollte deshalb erhalten bleiben.
Haben zwei Reifen mit gleicher Größenaufschrift immer denselben Außendurchmesser?
Nicht zwangsläufig. Je nach Hersteller und Profilmodell können reale Außendurchmesser, Stollenhöhe und Breite voneinander abweichen.
Kann ich vorne und hinten unterschiedliche Reifenhersteller fahren?
Das muss anhand der konkreten Fahrzeug- und Reifenkombination beurteilt werden. Bei 4x4 ist besonders wichtig, dass reale Abmessungen und das vorgesehene Achsverhältnis passen.
Ist ein neues Reifenmodell derselben Marke automatisch gleich groß?
Nein. Verschiedene Profilmodelle derselben Marke können trotz gleicher Nennabmessung andere reale Maße oder Stollenhöhen besitzen.
Warum kann ein einzelner neuer Reifen bei einem 4x4 problematisch sein?
Ein neuer Reifen besitzt volle Profiltiefe und kann dadurch einen größeren realen Außendurchmesser haben als stark verschlissene Reifen derselben Größe.
Sollte ich bei einem beschädigten Reifen immer beide Reifen der Achse ersetzen?
Nicht pauschal. Der Zustand beider Reifen sowie die komplette Vorder-/Hinterachsabstimmung müssen geprüft werden. Ein achsweiser Ersatz kann je nach Fahrzeug und Verschleiß sinnvoll sein.
Beeinflusst der Reifendruck den Abrollumfang?
Der Druck beeinflusst die Reifenverformung unter Last und damit den effektiven Rollradius. Deshalb sollten technische Vergleiche nicht mit stark unterschiedlichen Druckwerten vorgenommen werden.
Kann ein 4x4-ATV wegen falschem Reifendruck verspannt wirken?
Ein deutlich abweichender Druck verändert die Verformung eines Reifens. Vor einer mechanischen Diagnose sollten deshalb alle vier Reifendrücke geprüft werden.
Warum sollte man ATV-Reifen nicht wie Pkw-Reifen regelmäßig rotieren?
Bei ATV sind Vorder- und Hintergrößen, Felgenbreiten, Profile und Laufrichtungen häufig unterschiedlich. Eine allgemeine Pkw-Rotationsregel ist deshalb nicht übertragbar.
Was ändert sich durch größere Tuningreifen?
Neben Bodenfreiheit können sich Übersetzung, Beschleunigung, Lenkkräfte, Bremsverhalten, Freigängigkeit und die Belastung des Antriebsstrangs verändern.
Warum verschleißen Hinterreifen bei ATV häufig schneller?
Die Hinterachse überträgt bei vielen Fahrzeugen hohe Antriebskräfte und kann durch Beladung oder Anhängerbetrieb zusätzlich belastet sein.
Wie kann ich den Verschleiß meines 4x4-Reifensatzes sinnvoll überwachen?
Profiltiefen, Reifendrücke und Radpositionen regelmäßig dokumentieren und Vorder- sowie Hinterachse miteinander vergleichen.
Was sollte ich vor einem Reifenwechsel dokumentieren?
Reifengröße vorne und hinten, Hersteller, Profilmodell, PR-Ausführung, Profiltiefe, Reifendruck und soweit verfügbar die realen technischen Reifenabmessungen.
Technischer Hinweis
Diese Praxisinformationen ersetzen keine Fahrzeugfreigabe, Herstellerangabe oder fachgerechte Prüfung der konkreten Quad- oder ATV-Reifenkombination. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen- und Felgenherstellers. Besonders bei 4x4-Fahrzeugen, Herstellerwechseln, Einzelersatz, stark unterschiedlichen Profiltiefen oder abweichenden Reifengrößen sollten reale Reifenabmessungen, Reifendruck und das vorgesehene Vorder-/Hinterachsverhältnis vor der weiteren Nutzung geklärt werden.
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