Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

Oldtimer-Reifen richtig lagern und Fahrzeuge über Winter oder längere Standzeiten abstellen

FT Praxiswelt – Oldtimer-Reifen

Oldtimer-Reifen richtig lagern und Fahrzeuge über Winter oder längere Standzeiten abstellen

Oldtimer stehen häufig mehrere Monate, manchmal sogar Jahre, ohne regelmäßig bewegt zu werden. Während dieser Zeit bleiben Reifen und Räder trotzdem belastet und altern weiter. Reifenfülldruck, Fahrzeuggewicht, Standfläche, Licht, Temperatur, Feuchtigkeit und Lagerbedingungen beeinflussen deshalb den Zustand der Bereifung auch dann, wenn das Fahrzeug keinen Kilometer fährt.

Eine gute Einlagerung soll Standverformungen, unnötige Reifenalterung, Korrosion und mechanische Belastungen möglichst reduzieren. Dabei müssen montierte Reifen, lose Reifen, Kompletträder, Schlauchbereifung, Speichenräder und Ersatzräder teilweise unterschiedlich behandelt werden.

Eine gute Oldtimer-Lagerung beginnt an Reifen und Rädern

Reifenfülldruck

Zu niedriger Druck kann die Reifenverformung während langer Standzeiten deutlich erhöhen.

Standfläche

Untergrund, Feuchtigkeit, Schmutz und Chemikalien können Reifen und Felgen während der Einlagerung beeinflussen.

Fahrzeuglast

Jedes zusätzliche Gewicht erhöht die statische Radlast, solange das Fahrzeug auf seinen Reifen steht.

FT Praxisgrundsatz

Bei der Oldtimer-Lagerung zählt nicht nur, dass das Fahrzeug trocken steht. Reifenfülldruck, Fahrzeuglast, Untergrund, Licht, Wärme, Chemikalien und die Art der Reifenlagerung beeinflussen den Zustand der Bereifung während der gesamten Standzeit.

1. Vor dem Einlagern alle Reifen kontrollieren

Die Winter- beziehungsweise Langzeitlagerung sollte mit einer Zustandsaufnahme beginnen. So lässt sich später besser beurteilen, ob eine Auffälligkeit bereits vorhanden war oder während der Standzeit entstanden ist.

  • DOT beziehungsweise Reifenalter prüfen
  • Reifenfülldruck messen
  • Seitenwandrisse kontrollieren
  • Profilgrund ansehen
  • Fremdkörper suchen
  • Beulen und Verformungen prüfen
  • Ventile kontrollieren
  • Felgenzustand ansehen
  • vorhandene Standplatten dokumentieren
  • Ersatzrad mit einbeziehen
Vorhandene Schäden vor der Standzeit erkennen

Ein bereits rissiger, verformter oder deutlich luftverlierender Reifen sollte nicht einfach für mehrere Monate eingelagert und erst im Frühjahr wieder betrachtet werden.

2. Reifen und Felgen vor längerer Lagerung reinigen

Schmutz, Salz und andere Ablagerungen sollten nicht über Monate auf Reifen und Rädern verbleiben.

Entfernen

  • Straßenschmutz
  • Schlamm
  • Salzreste
  • Bremsstaub auf Felgen
  • Öl- und Kraftstoffrückstände
  • aggressive Verschmutzungen

Danach

  • gründlich mit Wasser abspülen
  • geeignete milde Reiniger verwenden
  • Reifen und Felgen vollständig trocknen lassen
  • Felgeninneres soweit zugänglich kontrollieren
Sauber einlagern

Eine gereinigte Rad-Reifen-Einheit lässt sich nach der Standzeit außerdem wesentlich besser auf neue Korrosion, Risse und andere Veränderungen kontrollieren.

3. Keine aggressiven Chemikalien auf dem Reifen zurücklassen

Für die Einlagerung ist ein sauberer Reifen wichtiger als eine stark glänzende Oberfläche.

  • kein Benzin als Reifenreiniger
  • kein Diesel
  • keine aggressiven Lösungsmittel
  • kein Bremsenreiniger auf Gummiflächen
  • keine ungeeigneten starken Entfetter
  • keine öligen Mittel auf Lauffläche oder Bremsenteile
Kosmetik ist kein Lagerungsschutz

Ein glänzender Reifen ist nicht automatisch besser gegen Alterung geschützt. Entscheidend sind geeignete Lagerbedingungen und ein technisch einwandfreier Zustand.

4. Reifenfülldruck vor langer Standzeit kontrollieren

Ein Oldtimer sollte nicht bereits mit deutlich zu niedrigem Reifenfülldruck abgestellt werden.

Unterdruck

Vergrößert die lokale Reifenverformung an der Aufstandsfläche.

Seitenwand

Wird unter derselben Fahrzeuglast stärker eingedrückt.

Standplatte

Kann bei ungünstigen Bedingungen stärker ausgeprägt beziehungsweise dauerhafter werden.

FT Praxiswissen

Der geeignete Druck für längere Standzeiten richtet sich nach Reifen, Fahrzeug und Herstellerangaben. Eine universelle Zahl für alle Oldtimer gibt es nicht.

5. Standdruck nicht beliebig erhöhen

Die häufige Empfehlung, für die Winterpause einfach besonders viel Luft in die Reifen zu geben, darf nicht ohne technische Grundlage umgesetzt werden.

  • zulässige Reifendrücke beachten
  • Felgenanforderungen berücksichtigen
  • Fahrzeugherstellerangaben prüfen
  • Reifenherstellerempfehlungen berücksichtigen
Mehr ist nicht automatisch besser

Ein gegebenenfalls angepasster Standdruck muss innerhalb der zulässigen technischen Grenzen liegen.

6. Vor der ersten Fahrt wieder den vorgesehenen Fahrdruck herstellen

Wurde für eine längere Standzeit ein abweichender Druck verwendet, muss vor der Wiederinbetriebnahme wieder der zum Fahrzeug und Reifen passende Betriebsdruck eingestellt werden.

Reifen kalt prüfen

Druck vor der ersten Fahrt messen.

Standdruck dokumentieren

Falls ein abweichender Wert verwendet wurde, nicht vergessen.

Fahrdruck einstellen

Fahrzeug-, Reifen- und Beladungsvorgaben berücksichtigen.

Nach erster Fahrt erneut kontrollieren

Bei auffälligem Druckverlust Ursache prüfen.

7. Geeigneten Untergrund für die Standzeit wählen

Günstig

  • sauber
  • trocken
  • eben
  • tragfähig
  • frei von scharfen Kanten

Ungünstig

  • dauerhaft feuchter Boden
  • ölverschmutzte Fläche
  • grober scharfkantiger Schotter
  • weicher einsinkender Untergrund
  • chemisch verschmutzte Bereiche
FT Praxisgrundsatz

Der Reifen sollte über Monate auf einer sauberen und kontrollierten Fläche stehen und nicht dauerhaft mit Öl, Kraftstoff oder scharfkantigem Material in Kontakt kommen.

8. Reifen nicht dauerhaft in Öl, Kraftstoff oder Lösungsmitteln stehen lassen

In alten Werkstätten, Garagen oder Hallen können Bodenflächen mit Betriebsstoffen verunreinigt sein.

  • Motoröl
  • Getriebeöl
  • Kraftstoff
  • Lösungsmittel
  • andere aggressive Chemikalien
Standplatz vorher kontrollieren

Eine saubere Unterlage beziehungsweise ein anderer Stellplatz ist sinnvoller, als Reifen monatelang auf einer verunreinigten Bodenfläche stehen zu lassen.

9. Direkte Sonneneinstrahlung möglichst reduzieren

UV-Strahlung gehört zu den Faktoren, die zur Alterung von Gummimaterial beitragen können.

Garage

Bietet bei geeigneten Bedingungen guten Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung.

Halle

Kann ebenfalls gute Lagerbedingungen bieten, sofern Temperatur und Feuchtigkeit passen.

Außenbereich

Bei langer Standzeit sollte besonders auf Licht-, Wetter- und Feuchtigkeitsschutz geachtet werden.

Besonders dieselbe Reifenflanke schützen

Steht ein Oldtimer monatelang mit einer Fahrzeugseite zur Sonne, kann diese Seite dauerhaft stärker der UV-Strahlung ausgesetzt sein.

10. Reifenabdeckungen können zusätzlichen Lichtschutz bieten

Wenn ein Fahrzeug nicht vollständig lichtgeschützt steht, können geeignete Reifen- beziehungsweise Radabdeckungen sinnvoll sein.

  • nur auf sauberen Reifen verwenden
  • Reifen vorher trocknen lassen
  • keine Feuchtigkeit dauerhaft einschließen
  • keine ungeeigneten chemisch aggressiven Materialien verwenden
  • Belüftung der Umgebung berücksichtigen
Lichtschutz darf kein Feuchtigkeitsspeicher werden

Ein dauerhaft feuchtes Rad unter einer luftdichten Abdeckung kann wiederum Korrosion an Felge und Radkomponenten begünstigen.

11. Starke Wärmequellen vermeiden

Reifen sollten während langer Standzeiten nicht unmittelbar neben dauerhaft heißen Bauteilen beziehungsweise Heizquellen stehen.

  • Heizstrahler
  • stark erwärmte Heizkörper
  • Heizlüfter
  • heiße Rohrleitungen
  • andere dauerhafte Wärmequellen
Konstante moderate Lagerbedingungen sind günstiger

Starke Wärme und große Temperaturschwankungen sind für eine langfristige Reifenlagerung unnötig.

12. Mögliche Ozonquellen bei der Lagerung berücksichtigen

Bestimmte elektrische Anlagen und Geräte können Ozon erzeugen. Für länger gelagerte Reifen ist deshalb ein sinnvoller Abstand zu entsprechenden Quellen empfehlenswert.

Reifenlagerung nicht direkt neben beliebigen Elektroanlagen planen

Gerade bei jahrelanger Lagerung lohnt sich ein sauber gewählter Lagerplatz mit möglichst stabilen Umgebungsbedingungen.

13. Fahrzeuggewicht wirkt während der gesamten Standzeit auf die Reifen

Auch wenn der Oldtimer nicht fährt, trägt jeder Reifen dauerhaft einen Anteil des Fahrzeuggewichts.

Schwere Limousinen

Können eine hohe statische Radlast über Monate auf derselben Reifenstelle halten.

Große Coupés und US-Klassiker

Hohe Fahrzeugmasse kann Standverformungen deutlicher werden lassen.

Historische Transporter

Zusätzliche Ladung kann die Reifenbelastung unnötig erhöhen.

14. Unnötige Beladung vor der Einlagerung entfernen

Werkzeuge, Ersatzteile oder andere schwere Gegenstände müssen nicht monatelang im Fahrzeug verbleiben, wenn sie für die Einlagerung nicht benötigt werden.

  • schwere Werkzeugkisten
  • Ersatzteile
  • unnötige Ladung
  • zusätzliche Flüssigkeits- oder Materialbehälter
  • andere schwere Gegenstände
Weniger unnötige Last bedeutet weniger statische Radlast

Die grundsätzliche Fahrzeugmasse bleibt bestehen, aber vermeidbares Zusatzgewicht muss die Reifen nicht über Monate zusätzlich belasten.

15. Oldtimer für die Standzeit aufbocken – nicht pauschal entscheiden

Eine Entlastung der Reifen kann je nach Fahrzeug, Standdauer und Herstellervorgabe sinnvoll sein. Sie ist jedoch kein allgemeiner Pflichtschritt für jeden Oldtimer.

Vorher klären

  • geeignete Aufnahmepunkte
  • Karosseriestruktur
  • Fahrwerkskonstruktion
  • tragfähiger Untergrund
  • geeignete Unterstellböcke

Nicht improvisieren

  • keine ungeeigneten Karosseriebereiche belasten
  • keine instabilen Holzstapel
  • keine schiefen Unterlagen
  • Fahrzeug nicht ungesichert stehen lassen

16. Fahrzeug niemals über Monate nur auf einem Wagenheber stehen lassen

Ein hydraulischer oder mechanischer Wagenheber ist zum Anheben gedacht und ersetzt keine standsichere Langzeitabstützung.

Bei Entlastung geeignete Unterstelltechnik verwenden

Das Fahrzeug muss auf tragfähigem Untergrund und an technisch geeigneten Aufnahmepunkten sicher abgestützt werden.

17. Vollständiges Ausfedern ist nicht bei jedem Fahrzeug die beste Lösung

Wird ein Oldtimer vollständig von seinen Rädern gehoben, können Fahrwerkskomponenten über längere Zeit in einer ungewohnten Position stehen.

  • Federung
  • Stoßdämpfer
  • Gummilager
  • Gelenke
  • Antriebswellen
  • Bremsleitungen beziehungsweise Leitungsführungen je nach Konstruktion
Fahrzeugkonstruktion entscheidet

Deshalb sollte nicht pauschal empfohlen werden, jeden Oldtimer für den Winter komplett aus den Federn zu heben.

18. Reifenwiegen und Reifenschoner können sinnvoll sein

Formangepasste beziehungsweise ausreichend große Reifenunterlagen können die Aufstandsfläche günstiger verteilen.

  • zur Reifenbreite passend
  • tragfähig
  • stabil
  • rutschfest
  • ohne scharfe Kanten
  • für Fahrzeuggewicht geeignet
Reifenschoner sind Unterstützung, keine Garantie

Sie können Standverformungen reduzieren helfen, ersetzen aber keinen passenden Reifenfülldruck und keinen technisch guten Reifen.

19. Reifenposition bei sehr langer Standzeit verändern

Wenn das Fahrzeug sicher bewegt werden kann, kann eine gelegentliche Veränderung der Reifenposition sinnvoll sein.

Sinnvoll

Das Fahrzeug so weit bewegen, dass anschließend tatsächlich ein anderer Umfangsbereich des Reifens die Fahrzeuglast trägt.

Wenig hilfreich

Das Fahrzeug nur wenige Zentimeter vor- und zurückbewegen, sodass praktisch dieselbe Reifenstelle belastet bleibt.

Zusätzliche Maßnahme

Das gelegentliche Umsetzen ersetzt keine geeignete Lagerung, kann aber bei sehr langen Standzeiten die dauerhafte Belastung exakt derselben Reifenstelle vermeiden helfen.

20. Fahrzeug nicht nur für wenige Minuten unnötig starten

Wie ein eingelagertes Fahrzeug motorseitig behandelt werden sollte, hängt vom gesamten Fahrzeug und dessen Lagerungskonzept ab. Für die Reifen ist lediglich entscheidend, dass sich die belastete Reifenposition bei Bedarf ausreichend verändert.

Reifenpflege und Motorlagerung getrennt betrachten

Ein kurzer Motorstart ausschließlich zum wenige Zentimeter weiten Verschieben des Fahrzeugs ist nicht automatisch die beste Gesamtlösung für einen eingelagerten Oldtimer.

21. Feststellbremse bei langer Standzeit mit bedenken

Je nach Bremsenkonstruktion kann eine über sehr lange Zeit angezogene Feststellbremse zu Problemen führen. Wird sie nicht dauerhaft angezogen, muss das Fahrzeug anderweitig zuverlässig gegen Wegrollen gesichert sein.

  • ebenen Stellplatz wählen
  • Getriebe- beziehungsweise Fahrzeugvorgaben berücksichtigen
  • geeignete Unterlegkeile verwenden
  • Fahrzeug niemals ungesichert abstellen
Sicherheit steht vor Reifenpflege

Eine Maßnahme zur Vermeidung von Standproblemen darf niemals dazu führen, dass das Fahrzeug unzureichend gegen Bewegung gesichert ist.

22. Reifenkeile richtig einsetzen

Unterlegkeile können zur Sicherung des Fahrzeugs dienen, sollten aber selbst keine neue lokale Reifenbelastung erzeugen.

  • stabile Ausführung
  • zur Reifengröße passend
  • auf festem Untergrund verwenden
  • keine scharfkantigen Kontaktflächen
  • sicher gegen Verrutschen positionieren

23. Schlauchreifen während langer Standzeiten mitkontrollieren

Bei TT-Bereifung hält der Schlauch die Luft. Ein schleichender Druckverlust kann daher auch aus dem inneren System entstehen.

Schlauch

Kann altern, scheuern oder an früheren Reparaturstellen undicht werden.

Ventil

Ventilfuß und Ventileinsatz gehören zur Dichtheitsprüfung.

Felge und Felgenband

Können den Schlauch bei Korrosion, Beschädigung oder Verschiebung mechanisch beanspruchen.

Deutlichen Druckverlust während der Einlagerung nicht nur nachfüllen

Vor der nächsten Fahrt sollte die Ursache geklärt werden.

24. Speichenräder möglichst trocken lagern

Bei klassischen Speichenrädern betrifft Feuchtigkeit nicht nur Reifen und Felgenoberfläche, sondern mehrere Bauteile der gesamten Radkonstruktion.

  • Speichen
  • Speichennippel
  • Felgenring
  • innerer Felgenbereich
  • Felgenband
  • Ventilbereich
Trockenheit schützt mehr als nur die Optik

Korrosion im Speichen- und Felgenbereich kann langfristig auch Rundlauf, Speichenspannung und Schlauchschutz beeinflussen.

25. Ersatzrad nicht bei der Einlagerung vergessen

Das Ersatzrad wird häufig jahrelang nicht benutzt und deshalb bei saisonalen Kontrollen übersehen.

  • Reifenfülldruck
  • DOT
  • Rissbildung
  • Reifenform
  • Ventil
  • Felge
  • Schlauch bei entsprechender Konstruktion
  • Befestigung im Fahrzeug
Ersatzrad kann älter als alle Fahrreifen sein

Ein unbenutztes Ersatzrad ist deshalb nicht automatisch eine technisch sichere Reserve.

26. Lose Oldtimer-Reifen und Kompletträder unterschiedlich lagern

Lose Reifen ohne Felge

Werden üblicherweise stehend gelagert. Bei längerer Lagerzeit kann die Position gelegentlich verändert werden.

Kompletträder

Können je nach Radkonstruktion, Gewicht und Herstellerempfehlung liegend beziehungsweise an geeigneten Radhaltern gelagert werden.

Herstellerangaben haben Vorrang

Besondere historische Reifen- oder Radkonstruktionen können abweichende Lagerungsempfehlungen besitzen.

27. Stehend gelagerte lose Reifen gelegentlich drehen

Bei sehr langer Lagerung kann die Position eines losen stehenden Reifens gelegentlich verändert werden.

  • Reifen sauber lagern
  • nicht dauerhaft auf scharfer Kante stehen lassen
  • Position gelegentlich verändern
  • nicht stark zusammendrücken
  • gegen Umfallen sichern
Eigengewicht berücksichtigen

Auch ein loser Reifen trägt während der Lagerung sein eigenes Gewicht auf einer begrenzten Aufstandsfläche.

28. Kompletträder nur stabil und sicher stapeln

Beim Lagern mehrerer Oldtimer-Kompletträder sollte nicht nur der Reifen, sondern auch der Schutz der teilweise wertvollen historischen Felgen berücksichtigt werden.

  • stabilen Untergrund verwenden
  • gegen Umfallen sichern
  • keine unnötig hohen Stapel
  • Felgenoberflächen schützen
  • schwere Räder sicher handhaben
  • empfindliche Speichen- oder Aluräder nicht unsachgemäß belasten

29. Weißwandreifen bei der Lagerung zusätzlich optisch schützen

Bei Weißwandreifen kommt zur technischen Lagerung die Erhaltung der hellen Seitenfläche hinzu.

  • sauber einlagern
  • Öl- und Fettkontakt vermeiden
  • keine scharfkantigen Gegenstände anlegen
  • Verschmutzung durch angrenzende Räder vermeiden
  • direkte Sonne reduzieren
Technik bleibt wichtiger als Optik

Eine perfekt weiße Seitenwand ersetzt weiterhin keine Kontrolle auf Risse, Alterung und Verformung.

30. Reifen nicht feucht und luftdicht verpacken

Ein Schutz vor Staub und Licht kann sinnvoll sein. Reifen und Räder sollten jedoch sauber und trocken sein, bevor sie länger abgedeckt beziehungsweise verpackt werden.

Problem

Eingeschlossene Feuchtigkeit kann Korrosion an Felgen, Speichen und Ventilbereichen begünstigen.

Besser

Reifen und Räder vollständig trocknen lassen und einen geeigneten trockenen Lagerbereich wählen.

31. Reifen können während einer Restaurierung mehrere Jahre altern

Ein klassischer Fehler ist der sehr frühe Kauf neuer Reifen während eines langfristigen Restaurationsprojekts.

Reifen werden früh gekauft

Optik und Räder sollen bereits während der Restaurierung komplett sein.

Restaurierung dauert mehrere Jahre

Das Fahrzeug wird in dieser Zeit kaum beziehungsweise nicht gefahren.

Reifen altern trotzdem

Produktionsdatum und Standzeit laufen weiter.

Vor Wiederinbetriebnahme neu beurteilen

DOT, Risse, Druck, Reifenform und Lagerbedingungen erneut berücksichtigen.

FT Praxiswissen

Ein Reifen kann bei Beginn einer Restaurierung fabrikneu gewesen sein und bei der ersten längeren Ausfahrt bereits mehrere Jahre alt sein.

32. Vor Wiederinbetriebnahme nicht nur Luft auffüllen

Nach einer langen Winter- oder Restaurationspause gehört eine vollständige Zustandskontrolle vor die erste längere Fahrt.

  • DOT prüfen
  • Reifenfülldruck kalt messen
  • Seitenwandrisse kontrollieren
  • Profilgrund ansehen
  • Beulen suchen
  • Standplatten beurteilen
  • Ventile prüfen
  • Felgen kontrollieren
  • bei TT Ventilstellung beachten
  • Ersatzrad prüfen
„Über Winter nur etwas Luft verloren“ nicht ungeprüft annehmen

Deutlicher Druckverlust kann auf Reifen, Schlauch, Ventil oder Felge als Ursache hinweisen.

33. Erste Fahrt nach langer Lagerung kontrolliert durchführen

  • zunächst mit moderater Geschwindigkeit fahren
  • auf rhythmisches Hoppeln achten
  • Lenkradvibrationen beobachten
  • ungewöhnliche Geräusche ernst nehmen
  • Fahrzeugzug zur Seite beachten
  • bei dauerhafter Auffälligkeit Rundlauf prüfen
FT Praxisgrundsatz

Die erste Fahrt nach langer Standzeit ist eine Funktionskontrolle – kein Hochgeschwindigkeitstest für Reifen, deren Zustand noch nicht sicher beurteilt wurde.

34. Typische Lagerungssituationen und ihre Auswirkungen

Lagerungssituation Mögliche Folge Besser
Reifen mit Unterdruck abgestellt stärkere Reifenverformung Druck vorher kontrollieren
Fahrzeug unnötig voll beladen höhere statische Radlast unnötige Last entfernen
direkte Sonneneinstrahlung zusätzliche UV-Belastung Lichtschutz
Reifen steht in Öl oder Kraftstoff dauerhafter Materialkontakt saubere Standfläche
direkt an starker Wärmequelle zusätzliche thermische Belastung ausreichend Abstand halten
jahrelang gleiche Reifenposition Standverformung möglich gegebenenfalls Position verändern
Fahrzeug dauerhaft nur auf Wagenheber erhebliche Sicherheitsgefahr geeignete standsichere Abstützung
Speichenrad feucht gelagert Korrosion möglich trocken lagern
Weißwand an verschmutztem Rad anliegend Verfärbung möglich saubere getrennte Kontaktflächen
Reifen früh bei Restaurationsbeginn gekauft Reifen altert während des Projekts DOT vor Wiederinbetriebnahme erneut prüfen

Wann sollte die Lagerstrategie überprüft werden?

  • Reifen während der Standzeit deutlich Druck verlieren
  • sichtbare Standabflachungen stärker werden
  • Felgen oder Speichen Korrosion entwickeln
  • Fahrzeug auf feuchtem oder ungeeignetem Untergrund steht
  • direkte Sonne dauerhaft auf eine Fahrzeugseite trifft
  • Reifen unmittelbar an starken Wärmequellen stehen
  • das Fahrzeug mehrere Jahre statt nur einen Winter stehen soll
  • hohe Zusatzlast dauerhaft im Fahrzeug verbleibt
  • das Fahrzeug unsicher abgestützt ist
  • Reifen bereits sehr alt oder rissig sind
Langzeitlagerung ist mehr als eine verlängerte Winterpause

Je länger ein Oldtimer stillsteht, desto wichtiger werden regelmäßige Kontrollen von Reifenfülldruck, Reifenform, Felgenzustand und Lagerumgebung.

35. FT-Prüfreihenfolge für Winter- und Langzeitlagerung

Reifenalter kontrollieren

DOT und bekannte Vorgeschichte erfassen.

Reifen auf Schäden prüfen

Risse, Beulen und Verformungen dokumentieren.

Reifen und Felgen reinigen

Schmutz, Salz und aggressive Rückstände entfernen.

Alles vollständig trocknen lassen

Keine Feuchtigkeit einschließen.

Reifenfülldruck kontrollieren

Zu niedrigen Druck vor dem Abstellen vermeiden.

Herstellerangaben zum Standdruck prüfen

Keine pauschalen Fantasiewerte verwenden.

Unnötige Fahrzeugbeladung entfernen

Statische Radlast nicht unnötig erhöhen.

Geeigneten Stellplatz wählen

Trocken, sauber, eben und tragfähig.

Direkte Sonne reduzieren

Lichtschutz beziehungsweise geeignete Abdeckung verwenden.

Wärme- und Ozonquellen berücksichtigen

Geeigneten Abstand einhalten.

Reifenschoner bei Bedarf verwenden

Nur passende und tragfähige Unterlagen einsetzen.

Fahrzeugentlastung technisch klären

Fahrzeugkonstruktion und sichere Aufnahmepunkte berücksichtigen.

Fahrzeug gegen Wegrollen sichern

Geeignete Sicherungsmaßnahmen verwenden.

Bei sehr langer Standzeit Reifenposition gegebenenfalls verändern

Reifen ausreichend weiterdrehen.

Schlauch- und Speichenräder kontrollieren

Ventile, Speichen, Felgenband und Feuchtigkeit berücksichtigen.

Ersatzrad mit einbeziehen

Druck, DOT und Felgenzustand prüfen.

Lose Reifen und Kompletträder passend lagern

Radkonstruktion und Herstellerangaben berücksichtigen.

Vor Wiederinbetriebnahme vollständig prüfen

Nicht nur den Reifenfülldruck ergänzen.

Fahrdruck herstellen

Standdruck gegebenenfalls wieder anpassen.

Erste Fahrt kontrolliert durchführen

Hoppeln, Vibrationen und Fahrverhalten beobachten.

Passendes Wissen aus der FT Wissenswelt

Weiterführendes Grundlagenwissen zu Oldtimer-Reifen sowie zu historischen Stahl- und Alufelgen finden Sie in der FT Wissenswelt.

Herstellerwissen aus der FT Herstellerwelt

Oldtimer-Reifen und heutige Nachfertigungen können sich je nach Hersteller in Karkassenbauart, Lagerungsempfehlungen, realen Abmessungen und technischen Vorgaben unterscheiden.

FT Herstellerwelt Hersteller, Marken, Technologien und Produktbereiche bei FT Reifen kennenlernen.

Oldtimer-Reifen kaufen

Wenn vorhandene Reifen nach langer Lagerung aufgrund von Alterung, Rissbildung, dauerhafter Verformung oder anderen technischen Auffälligkeiten ersetzt werden müssen und die passende Dimension geklärt ist, finden Sie bei FT Reifen Reifen für unterschiedliche historische Fahrzeuge.

Oldtimer-Reifen Historische Reifen in klassischen Größen, Profilen und unterschiedlichen Bauarten entdecken.

FT-Reifen auf Instagram und TikTok

Auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen wir regelmäßig Reifen, Produkte, Praxistipps und Einblicke in die FT-Reifen Wissenswelt, Praxiswelt und Herstellerwelt. Unsere Reels verbinden kurze praktische Informationen mit weiterführendem Wissen auf unserer Website.

Häufige Fragen zur Lagerung von Oldtimer-Reifen

Sollte der Reifenfülldruck vor der Winterpause geprüft werden?

Ja. Ein Oldtimer sollte nicht mit deutlich zu niedrigem Reifenfülldruck über Monate abgestellt werden, da dadurch die Reifenverformung verstärkt werden kann.

Sollte ich für die Standzeit besonders viel Luft in die Reifen geben?

Nicht pauschal. Ein gegebenenfalls angepasster Standdruck muss innerhalb der Vorgaben von Reifen-, Felgen- und Fahrzeughersteller liegen.

Muss ein abweichender Standdruck vor der ersten Fahrt korrigiert werden?

Ja. Vor der Wiederinbetriebnahme muss wieder der für den Fahrbetrieb vorgesehene Reifenfülldruck hergestellt werden.

Welcher Untergrund eignet sich für eine längere Oldtimer-Standzeit?

Eine trockene, saubere, ebene und tragfähige Fläche ohne Öl, Kraftstoff oder scharfkantiges Material ist grundsätzlich günstig.

Sollten Oldtimer-Reifen vor der Lagerung gereinigt werden?

Ja. Schmutz, Salz und aggressive Rückstände sollten entfernt und Reifen sowie Felgen anschließend vollständig getrocknet werden.

Sollte direkte Sonne auf die Reifen vermieden werden?

Bei langer Standzeit ist ein lichtgeschützter Stellplatz sinnvoll, da UV-Strahlung zu den Faktoren gehört, die Gummimaterial altern lassen.

Sind Reifenabdeckungen sinnvoll?

Sie können zusätzlichen Lichtschutz bieten. Die Reifen sollten dafür sauber und trocken sein und unter der Abdeckung sollte keine Feuchtigkeit dauerhaft eingeschlossen werden.

Sollte ein Oldtimer über Winter aufgebockt werden?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Fahrzeugkonstruktion, Aufnahmepunkte, Fahrwerk und die Art der sicheren Abstützung müssen berücksichtigt werden.

Darf das Fahrzeug über Winter auf einem Wagenheber stehen?

Nein. Ein Wagenheber ersetzt keine geeignete standsichere Langzeitabstützung.

Sind Reifenschoner sinnvoll?

Geeignete Reifenwiegen beziehungsweise Unterlagen können die Aufstandsfläche günstiger verteilen. Sie ersetzen jedoch keinen passenden Reifenfülldruck und garantieren nicht, dass keine Standverformung entsteht.

Hilft es, den Oldtimer während der Winterpause gelegentlich zu bewegen?

Bei sehr langer Standzeit kann eine ausreichende Veränderung der Reifenposition sinnvoll sein, damit nicht monatelang exakt dieselbe Reifenstelle belastet wird.

Muss das Ersatzrad ebenfalls kontrolliert werden?

Ja. Das Ersatzrad kann sogar deutlich älter als die montierten Fahrreifen sein und sollte hinsichtlich DOT, Druck, Rissen, Felge und gegebenenfalls Schlauch kontrolliert werden.

Wie sollten lose Oldtimer-Reifen gelagert werden?

Lose Reifen ohne Felge werden üblicherweise stehend gelagert und bei längerer Lagerung gelegentlich in ihrer Position verändert. Herstellerangaben haben Vorrang.

Wie sollten Kompletträder gelagert werden?

Kompletträder können je nach Radkonstruktion, Gewicht und Herstellervorgabe anders gelagert werden als lose Reifen. Wichtig sind eine sichere, trockene und mechanisch schonende Lagerung.

Warum sollte ein Speichenrad besonders trocken gelagert werden?

Feuchtigkeit kann Speichen, Speichennippel, Felge und den inneren Radbereich korrodieren und dadurch langfristig die komplette Radkonstruktion beeinflussen.

Können neue Reifen während einer Restaurierung bereits altern?

Ja. Auch wenn das Fahrzeug während einer mehrjährigen Restaurierung kaum gefahren wird, läuft die Alterungszeit der Reifen weiter. Deshalb sollte die DOT vor Wiederinbetriebnahme erneut geprüft werden.

Was sollte vor der ersten Fahrt nach langer Lagerung geprüft werden?

Reifenalter, Reifenfülldruck, Risse, Profilgrund, Beulen, Standplatten, Ventile, Felgen, Schlauchsystem und Ersatzrad sollten kontrolliert werden. Die erste Fahrt sollte anschließend aufmerksam und mit angepasster Geschwindigkeit erfolgen.

Technischer Hinweis

Diese Praxisinformationen ersetzen keine Fahrzeugbetriebsanleitung, Reifenherstellerangaben oder fachgerechte technische Prüfung. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen- und Felgenherstellers sowie die Konstruktion des konkreten historischen Fahrzeugs. Das Aufbocken oder Entlasten eines Fahrzeugs darf ausschließlich an geeigneten Aufnahmepunkten und mit standsicherer Ausrüstung erfolgen. Bei stark gealterten, rissigen, verformten oder wiederholt luftverlierenden Reifen sollte der technische Zustand vor der Wiederinbetriebnahme fachgerecht beurteilt werden.

Praxiswissen zur Lagerung von Oldtimer-Reifen

FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Reifenerfahrung mit verständlichem Wissen rund um Oldtimer-Reifen, Winterlagerung, Langzeitstandzeiten, Reifenfülldruck, Standplatten, Schlauchbereifung, Speichenräder, Stahl- und Alufelgen sowie die richtige Vorbereitung auf die nächste Oldtimer-Saison.

FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.

Produktwissen, Praxiswissen, Herstellerwissen und Reifenhandel miteinander verbunden.

Mehr über FT Reifen erfahren