Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

OE-Reifen richtig erkennen – Herstellerkennungen und Homologationen verstehen

FT Wissenswelt – Reifenwissen

OE-Reifen richtig erkennen – Herstellerkennungen und Homologationen verstehen

Auf Reifen findet man neben Größe, Lastindex und Geschwindigkeitsindex teilweise kleine Kennzeichnungen wie *, N0, AO, AOE, RO1, MO, MOE, T0, T1, T2, VOL oder POL. Diese Zeichen werden häufig als OE-Kennungen, Herstellerkennungen oder Homologationskennzeichnungen bezeichnet.

Sie sind wesentlich wichtiger, als ihre geringe Größe auf der Reifenflanke vermuten lässt. Denn zwei Reifen können vom gleichen Hersteller stammen, denselben Profilnamen, dieselbe Größe und sogar denselben Last- und Geschwindigkeitsindex besitzen – und trotzdem technisch unterschiedliche Reifenausführungen sein.

Genau hier beginnt das Thema OE. Diese FT Wissenswelt erklärt nicht nur, welches Kürzel zu welchem Fahrzeughersteller gehört. Wir zeigen auch, warum solche Reifenausführungen entwickelt werden, was sie technisch unterscheidet und warum OE-Kennungen besonders beim Ersatz einzelner Reifen, bei Allradfahrzeugen und bei Mischbereifung wichtig werden können.

Was bedeutet OE bei Reifen?

OE steht für Original Equipment – also Originalausstattung beziehungsweise Erstausrüstung.

Ein entsprechend gekennzeichneter Reifen wurde für die Anforderungen eines bestimmten Fahrzeugherstellers oder einer konkreten Fahrzeuganwendung entwickelt, abgestimmt beziehungsweise homologiert.

Reifenhersteller

Entwickelt Aufbau, Mischung und Eigenschaften der jeweiligen Reifenausführung.

Fahrzeughersteller

Definiert die Anforderungen, die der Reifen im Zusammenspiel mit dem Fahrzeug erfüllen soll.

OE-Kennung

Macht die entsprechende Herstellerzuordnung der konkreten Reifenausführung erkennbar.

FT Wissensgrundsatz

Eine OE-Kennung kennzeichnet nicht einfach nur eine Reifenmarke. Sie gehört zur konkreten Ausführung eines Reifenmodells.

Homologation und gesetzliche Reifenzulassung nicht verwechseln

Ein häufiger Irrtum besteht darin, eine Fahrzeughersteller-Homologation mit der allgemeinen gesetzlichen Typgenehmigung eines Reifens gleichzusetzen.

Gesetzliche Zulassung

Der Reifen muss die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen erfüllen, damit er für den vorgesehenen Straßenverkehr zugelassen werden kann.

OE-Homologation

Zusätzlich kann eine konkrete Reifenausführung nach Anforderungen eines Fahrzeugherstellers entwickelt und abgestimmt werden.

Das sind zwei unterschiedliche Ebenen

Eine OE-Kennung ist keine eigenständige allgemeine gesetzliche Reifenklasse. Welche konkrete Bereifung für ein Fahrzeug vorgesehen, empfohlen oder erforderlich ist, muss fahrzeugbezogen beurteilt werden.

Warum Fahrzeughersteller eigene Reifen entwickeln lassen

Reifen beeinflussen wesentlich mehr als nur die Frage, ob ein Fahrzeug rollen kann. Sie sind Teil der gesamten Fahrwerks- und Fahrzeugabstimmung.

Lenkansprache

Wie direkt das Fahrzeug auf Lenkbewegungen reagiert.

Fahrkomfort

Wie Fahrbahnstöße und Schwingungen an das Fahrzeug weitergegeben werden.

Geräusch

Abrollgeräusch und Resonanzen können Teil der Entwicklungsziele sein.

Stabilität

Auch das Verhalten bei hohen Geschwindigkeiten kann gezielt abgestimmt werden.

Nassverhalten

Bremsverhalten, Handling und Wasserverdrängung spielen eine Rolle.

Rollwiderstand

Kann für Verbrauch und elektrische Reichweite relevant sein.

Tragfähigkeit

Schwere Fahrzeuge und hohe Achslasten stellen besondere Anforderungen.

Fahrwerksabstimmung

Seitenwand, Karkasse und Reifensteifigkeit wirken mit dem Fahrzeugfahrwerk zusammen.

Gleicher Reifenname heißt nicht automatisch gleicher Reifen

Das ist für uns einer der wichtigsten Punkte des gesamten Themas.

Auf zwei Reifen kann beispielsweise dieselbe Bezeichnung stehen:

Beispiel

Hersteller X – Profil Y – 255/40 R20 101Y XL

Ein Reifen kann zusätzlich eine BMW-Sternmarkierung besitzen, ein anderer eine Audi-, Mercedes- oder Porsche-Kennung – und wiederum eine andere Ausführung kann ohne fahrzeugherstellerspezifische OE-Kennung angeboten werden.

Je nach Produkt und Homologation können Unterschiede unter anderem in folgenden Bereichen liegen:

  • Gummimischung
  • Karkassenabstimmung
  • Seitenwandsteifigkeit
  • Unterbau
  • Geräuschverhalten
  • Rollwiderstand
  • Komfort
  • Lenkverhalten
  • Nass- und Trockenabstimmung
Deshalb reicht der Profilname beim Einzelreifenersatz nicht immer

Wer wirklich dieselbe Reifenausführung nachkaufen möchte, sollte die komplette Reifenbezeichnung einschließlich vorhandener OE-Kennung vergleichen.

FT-Reifen Praxiswissen: „Ich brauche genau diesen Reifen“

Diese Situation kennen wir aus dem Reifenhandel sehr gut. Ein Kunde nennt Hersteller, Profil und Größe und möchte genau denselben Reifen bestellen.

Das sind wichtige Angaben – sie reichen aber nicht immer aus.

Hersteller prüfen

Welche Reifenmarke ist montiert?

Profilnamen vollständig ablesen

Welche konkrete Produktfamilie ist vorhanden?

Dimension vergleichen

Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser vollständig prüfen.

Last- und Geschwindigkeitsindex vergleichen

Auch LI und SI gehören zur konkreten Ausführung.

XL oder andere Tragfähigkeitsausführung prüfen

Verstärkte und Standardausführungen unterscheiden.

OE-Kennung suchen

Zum Beispiel *, N0, AO, RO1, MO, T1 oder VOL.

Zusatztechnologien kontrollieren

RunFlat, geräuschoptimierte oder selbstabdichtende Ausführungen gegebenenfalls ebenfalls berücksichtigen.

FT-Reifen Grundsatz beim Einzelreifenersatz

Nicht nur Größe und Profilbild vergleichen. Die vollständige Reifenausführung sollte möglichst eindeutig bestimmt werden.

OE-Kennungen wichtiger Fahrzeughersteller im Überblick

Hersteller Typische Kennung Bedeutung / Einordnung
BMW / MINI * BMW-Sternmarkierung für entsprechend homologierte Reifen.
Audi AO Audi Original.
Audi AOE Audi Original Extended bei entsprechender Notlaufausführung.
Audi quattro RO / RO1 Audi-spezifische Kennungen für entsprechend homologierte quattro-Reifenausführungen.
Mercedes-Benz MO Mercedes Original.
Mercedes-Benz MOE Mercedes Original Extended bei entsprechenden Notlaufausführungen.
Mercedes-AMG MO1 / MO2 Je nach Reifenausführung Mercedes-/AMG-spezifische Homologationen.
Porsche N0, N1, N2, N3, N4, N5, N6 Klassische Porsche-Homologationskennungen.
Porsche NA0, NA2, NA5, NA6, NC0, ND0, ND1, NE0, NF0, NG0 Neuere beziehungsweise differenziertere Porsche-Homologationscodes, je nach Fahrzeug- und Reifenanwendung.
Tesla T0, T1, T2 ... Tesla Original beziehungsweise Tesla-homologierte Reifenausführungen.
Volvo VOL Volvo-spezifische Homologation.
Polestar POL Polestar-spezifische Homologation.
Ferrari K1, K2, K3 Ferrari-spezifische Reifenausführungen.
Maserati MGT Maserati Genuine Tires.
Land Rover LR Land-Rover-spezifische Reifenausführung.
Jaguar / Jaguar Land Rover J / JLR Je nach Reifenhersteller beziehungsweise Homologation Jaguar- oder JLR-Zuordnung.
Alfa Romeo AR Alfa-Romeo-spezifische Reifenausführung.
Aston Martin AM / AML Je nach Reifenhersteller und Homologationssystem Aston-Martin-spezifische Ausführung.
Bentley B Bentley-spezifische Reifenausführung bei entsprechenden Produkten.
Lamborghini L Lamborghini-spezifische Homologation bei entsprechenden Reifen.
McLaren MC McLaren-spezifische Ausführung.
Ford Performance FP Ford-Performance-spezifische Homologation bei entsprechenden Reifen.
Hyundai HN Hyundai-spezifische Homologation bei entsprechenden Reifen.
Genesis GOE Genesis Original Equipment.
Lucid LM1 Lucid-spezifische Reifenausführung.
Volkswagen (+) Volkswagen Original – häufig als entsprechendes Symbol dargestellt.
Wichtig

Diese Übersicht dient zur Einordnung. Kennungen können sich je nach Reifenhersteller, Dimension, Reifengeneration, Fahrzeugmodell und Homologation unterscheiden.

Audi: AO, AOE, RO und RO1 richtig unterscheiden

Gerade bei Audi lohnt sich ein genauer Blick, weil unterschiedliche Kennungen nebeneinander vorkommen.

AO

AO steht für Audi Original und kennzeichnet entsprechend für Audi homologierte Reifenausführungen.

AOE

AOE steht für Audi Original Extended und wird bei entsprechenden Audi-Original-Reifen mit erweiterten Notlaufeigenschaften verwendet.

RO / RO1

RO beziehungsweise RO1 gehören zu Audi-spezifischen Homologationen für quattro-Anwendungen.

FT-Reifen Praxiswissen

Gerade bei einem Audi quattro sollte beim Ersatz einzelner Reifen nicht nur auf Profil und Größe geschaut werden. Auch die vorhandene OE-Ausführung, die Profiltiefen und die komplette Bereifung von Vorder- und Hinterachse sollten berücksichtigt werden.

RO und RO1 nicht als Qualitätsstufen lesen

RO und RO1 sollten nicht einfach nach dem Prinzip „RO1 ist besser als RO“ interpretiert werden.

OE-Kennungen sind Zuordnungen – keine Schulnoten

Die Kennung bezeichnet eine bestimmte homologierte Reifenausführung. Entscheidend ist, welche Variante zur konkreten Fahrzeug- und Reifenkombination gehört.

BMW Sternmarkierung *

Die BMW-Sternmarkierung gehört zu den bekanntesten Herstellerkennungen im Reifenhandel.

Sie kennzeichnet eine entsprechend für BMW homologierte Reifenausführung und findet sich bei zahlreichen BMW- und MINI-Anwendungen.

BMW *

Herstellerspezifisch abgestimmte Reifenausführung für entsprechende BMW-Anwendungen.

BMW M und xDrive

Bei leistungsstarken Fahrzeugen, Mischbereifung und Allrad wird die korrekte Reifenkombination besonders interessant.

Einzelreifenersatz

Sind drei Reifen mit BMW-Stern montiert, würden wir beim vierten Reifen nicht allein Hersteller, Profil und Dimension betrachten. Die Stern-Ausführung gehört ebenfalls zur Prüfung.

BMW xDrive und unterschiedliche Reifen

Bei einem Allradfahrzeug werden Vorder- und Hinterachse über den Antriebsstrang miteinander verbunden beziehungsweise geregelt.

Deshalb sollten bei einem Reifenersatz mehrere Punkte gemeinsam betrachtet werden:

  • Vorder- und Hinterachsgröße
  • vorgesehene Mischbereifung
  • Profiltiefen
  • tatsächlicher Abrollumfang
  • Reifenkonstruktion
  • OE-Ausführung
  • Fahrzeughersteller-Vorgaben
Nicht einfach irgendeinen Reifen derselben Größe ergänzen

Gerade bei Allradfahrzeugen ist die komplette Bereifung als System interessanter als nur die einzelne Reifendimension.

Porsche N-Kennungen

Porsche verwendet seit vielen Jahren eigene Homologationskennungen für Reifen.

Klassische Kennungen sind unter anderem:

N0

Porsche-homologierte Reifenausführung.

N1 / N2

Weitere homologierte Ausführungen beziehungsweise Entwicklungsstände.

N3 / N4

Weitere Porsche-Homologationen innerhalb der jeweiligen Produktgeneration.

N5 / N6

Können je nach Reifenhersteller und Produktgeneration ebenfalls vorkommen.

N6 ist nicht automatisch besser als N0

Die Zahlen dürfen nicht als allgemeines Qualitätsranking verstanden werden. Entscheidend ist die für Fahrzeug, Dimension und Reifenausführung vorgesehene Homologation.

Neuere Porsche-Codes

Das Porsche-System besteht heute nicht mehr ausschließlich aus den bekannten Kennungen N0, N1 oder N2.

Bei neueren Reifen können unter anderem folgende Kennungen vorkommen:

NA

Zum Beispiel NA0, NA2, NA5 oder NA6.

NC / ND

Zum Beispiel NC0, ND0 oder ND1.

NE / NF

Zum Beispiel NE0 oder NF0.

NG

Zum Beispiel NG0.

Warum dieser Abschnitt wichtig ist

Eine Erklärung, die Porsche heute nur noch mit „N0 bis N5“ beschreibt, greift zu kurz. Beim Nachkauf sollte die tatsächlich vorhandene Kennung geprüft werden.

Mercedes-Benz: MO, MOE, MO1 und weitere Varianten

Auch Mercedes-Benz verwendet mehrere unterschiedliche Homologationskennungen.

MO

MO steht für Mercedes Original.

MOE

MOE bezeichnet eine entsprechende Mercedes Original Extended Ausführung mit Notlaufeigenschaften.

MO1 / MO2

Weitere Mercedes- beziehungsweise AMG-bezogene Homologationen können je nach Reifenausführung vorkommen.

MO und MOE nicht als denselben Reifen behandeln

Die zusätzliche Kennzeichnung kann auf eine technisch andere Konstruktion hinweisen. Gerade bei RunFlat-/Extended-Ausführungen sollte die vollständige Reifenbezeichnung berücksichtigt werden.

Tesla: T0, T1 und T2

Bei speziell für Tesla abgestimmten Reifen findet man häufig Kennungen wie T0, T1 oder T2.

T0

Tesla-homologierte Ausführung innerhalb des jeweiligen Reifenprogramms.

T1

Weitere Tesla-spezifische Homologationsvariante.

T2

Weitere Tesla-Ausführung beziehungsweise Entwicklungsstufe innerhalb des betreffenden Produkts.

Auch hier gilt: T2 ist nicht einfach „besser als T0“

Die Nummer dient der Zuordnung einer Reifenausführung. Welche Version zum Fahrzeug beziehungsweise zur vorhandenen Bereifung gehört, muss konkret geprüft werden.

OE-Kennungen bei Elektroautos

Gerade bei Elektrofahrzeugen werden OE-Reifen zunehmend interessant. Hohe Fahrzeug- und Achslasten, starkes Drehmoment, Rollwiderstand, Reichweite und Geräuschkomfort können Teil der Fahrzeugabstimmung sein.

OE und EV nicht verwechseln

Eine Tesla-T-Kennung ist eine Fahrzeughersteller-Homologation. Eine EV-Bezeichnung eines Reifenherstellers beschreibt dagegen ein anderes Konzept. Ein Reifen kann theoretisch sowohl EV-spezifische Eigenschaften als auch eine konkrete OE-Homologation besitzen.

EV-Reifen für Elektroautos Mehr über Tragfähigkeit, Drehmoment, Rollwiderstand, Reichweite, Reifendruck und Reifenverschleiß bei Elektrofahrzeugen erfahren.

Volvo VOL und Polestar POL

VOL

VOL kennzeichnet entsprechend für Volvo homologierte Reifenausführungen.

POL

POL kennzeichnet entsprechend für Polestar homologierte Reifenausführungen.

Beim Einzelreifenersatz mitprüfen

Auch solche vermeintlich kleinen Kürzel gehören zur vollständigen Identifikation des vorhandenen Reifens.

Weitere wichtige Herstellerkennungen

Ferrari – K1 / K2 / K3

Ferrari-spezifische Homologationskennungen.

Maserati – MGT

Maserati Genuine Tires.

Land Rover – LR

Land-Rover-spezifische Reifenausführung.

Jaguar / JLR

Je nach Reifenhersteller können J beziehungsweise JLR vorkommen.

Alfa Romeo – AR

Alfa-Romeo-spezifische Reifenausführung.

McLaren – MC

McLaren-spezifische Homologation.

Ford Performance – FP

Herstellerspezifische Performance-Homologation.

Hyundai – HN

Hyundai-spezifische Homologation bei entsprechenden Produkten.

Genesis – GOE

Genesis Original Equipment.

Eine höhere OE-Nummer bedeutet nicht automatisch einen besseren Reifen

Das betrifft insbesondere Kennungen wie Porsche N0/N1 oder Tesla T0/T1/T2.

Es wäre verlockend, die Kennungen wie Softwareversionen zu lesen:

0 = alt, 1 = besser, 2 = noch besser.

Genau so sollte man OE-Homologationen aber nicht beurteilen.

Die Nummer ist kein allgemeines Qualitätsranking

Sie hilft bei der Zuordnung einer bestimmten homologierten Reifenausführung. Entscheidend bleibt, welche Ausführung für das konkrete Fahrzeug und die vorhandene Bereifung vorgesehen ist.

Doppelkennungen und Mehrfachhomologationen

Bei einzelnen Reifen können mehrere Herstellerkennungen beziehungsweise kombinierte Homologationen vorkommen.

Das bedeutet nicht, dass mehrere Reifen übereinander stehen. Vielmehr kann eine konkrete Reifenausführung Anforderungen mehrerer entsprechender Fahrzeuganwendungen erfüllen.

FT-Reifen Praxiswissen

Bei Doppelkennungen sollte besonders genau auf die vollständige Produktbezeichnung und Herstellerartikelnummer geachtet werden. Ein Kürzel allein ist nicht immer die komplette Produktidentifikation.

OE, RunFlat, Silent und Seal sind verschiedene Dinge

Auf einem modernen Premiumreifen können mehrere technische Kennzeichnungen zusammenkommen.

OE

Fahrzeugherstellerbezogene Homologation beziehungsweise Abstimmung.

RunFlat

Konstruktive Notlaufeigenschaften des Reifens.

Silent

Geräuschoptimierung beziehungsweise zusätzliche Akustiktechnologie.

Seal

Selbstabdichtende Technologie für bestimmte Einstiche.

Nicht gegenseitig ableiten

Ein OE-Reifen ist nicht automatisch RunFlat. Ein Silent-Reifen ist nicht automatisch Seal. Und ein EV-optimierter Reifen besitzt nicht automatisch eine Fahrzeughersteller-Homologation.

Seal- und Silent-Technologien behandeln wir bewusst in einem eigenen Wissensbereich ausführlich.

Ist ein OE-Reifen automatisch besser?

Nein – zumindest nicht im Sinne eines allgemeinen Qualitätsrankings.

Eine OE-Ausführung wurde auf bestimmte Ziele eines Fahrzeugherstellers abgestimmt. Das kann beispielsweise Fahrkomfort, Lenkverhalten, Hochgeschwindigkeitsstabilität, Geräusch oder Rollwiderstand betreffen.

OE-Ausführung

Gezielt auf bestimmte Anforderungen beziehungsweise Fahrzeuganwendungen abgestimmt.

Andere Ausführung

Kann innerhalb desselben Reifenmodells auf andere Zielkonflikte oder einen breiteren Einsatzbereich abgestimmt sein.

Besser formuliert

Nicht „OE ist automatisch besser“, sondern: OE ist gezielt anders abgestimmt.

Warum OE-Reifen unterschiedlich viel kosten

Bei scheinbar identischen Reifen können deutliche Preisunterschiede auftreten.

Das muss nicht allein an der OE-Kennung liegen.

  • Produktionsmenge
  • Nachfrage
  • Verfügbarkeit
  • Reifendimension
  • Produktionscharge
  • Saison
  • Lagerbestand
  • zusätzliche Technologien
  • Marktsituation
Preis ist kein technisches Prüfmerkmal

Eine teurere OE-Ausführung ist nicht automatisch für jedes Fahrzeug besser. Eine günstigere OE-Ausführung ist umgekehrt nicht automatisch technisch schlechter.

Darf man Reifen ohne OE-Kennung verwenden?

Diese Frage lässt sich nicht für jedes Fahrzeug pauschal beantworten.

Grundsätzlich müssen zunächst die technischen und rechtlichen Anforderungen an die Bereifung eingehalten werden:

  • zulässige Reifengröße
  • erforderlicher Lastindex
  • erforderlicher Geschwindigkeitsindex
  • Fahrzeugunterlagen
  • technische Herstelleranforderungen
  • gegebenenfalls besondere Freigaben
OE-Kennung nicht automatisch mit gesetzlicher Pflicht gleichsetzen

Herstellerhomologation und allgemeine Reifenzulässigkeit sind unterschiedliche Themen. Bei bestimmten Fahrzeugen kann die homologierte Ausführung dennoch technisch besonders sinnvoll oder vom Hersteller entsprechend vorgesehen sein.

OE- und Nicht-OE-Reifen miteinander mischen?

Hier wird das Thema in der Praxis besonders interessant.

Zwei Reifen gleicher Dimension können trotz identischer Grundbezeichnung unterschiedliche Abstimmungen besitzen.

Seitenwand

Unterschiedliche Steifigkeiten können die Fahrzeugreaktion beeinflussen.

Gummimischung

Unterschiedliche Mischungen können das Grip- und Verschleißverhalten verändern.

Achsbalance

Unterschiedliche Eigenschaften zwischen Vorder- und Hinterachse können das Gesamtfahrverhalten beeinflussen.

FT-Reifen Empfehlung

Beim Einzelreifenersatz würden wir die vorhandene Reifenausführung möglichst vollständig bestimmen, statt nur irgendeinen Reifen mit gleichem Profilnamen und gleicher Größe zu ergänzen.

Nur ein Reifen ist beschädigt – was sollte geprüft werden?

Genau hier wird OE-Wissen im Alltag besonders wertvoll.

Hersteller und Profil ablesen

Welcher Reifen ist aktuell montiert?

Reifengröße vollständig prüfen

Dimension sowie LI und SI berücksichtigen.

XL beziehungsweise Tragfähigkeitsausführung prüfen

Die Konstruktion muss zur vorhandenen Ausführung passen.

OE-Kennung suchen

BMW *, Porsche N, Audi AO/RO1, Mercedes MO, Tesla T usw.

Zusatztechnologien prüfen

RunFlat, Silent, Seal oder weitere Eigenschaften beachten.

Profiltiefe der übrigen Reifen messen

Besonders bei Allradfahrzeugen und starkem Verschleiß wichtig.

Achsgrößen vergleichen

Mischbereifung vorne/hinten berücksichtigen.

Erst danach Ersatz auswählen

Die technische Gesamtkombination und nicht nur die Dimension betrachten.

Mischbereifung macht die Auswahl anspruchsvoller

Bei leistungsstarken Fahrzeugen werden häufig unterschiedliche Reifengrößen an Vorder- und Hinterachse eingesetzt.

Dann müssen mehrere Faktoren zusammenpassen:

  • Vorderachsgröße
  • Hinterachsgröße
  • OE-Ausführung
  • Produktgeneration
  • Lastindex
  • Geschwindigkeitsindex
  • Fahrzeughersteller-Vorgaben
Die Vorder- und Hinterachse gehören zusammen

Ein scheinbar passender Einzelreifen kann innerhalb einer abgestimmten Mischbereifung trotzdem die falsche Ausführung sein.

Warum Allradfahrzeuge besondere Aufmerksamkeit verdienen

Bei xDrive, quattro und anderen Allradsystemen werden Vorder- und Hinterachse fahrdynamisch beziehungsweise über den Antriebsstrang miteinander verbunden.

Abrollumfang

Reifengröße und tatsächlicher Verschleiß beeinflussen den realen Umfang.

Profiltiefe

Stark unterschiedliche Profiltiefen können Unterschiede im Abrollumfang erzeugen.

Reifenausführung

Konstruktion und OE-Abstimmung gehören ebenfalls zum Gesamtbild.

Gerade beim Einzelreifenersatz prüfen

Nicht nur „passt die Größe?“, sondern „passt der neue Reifen zur kompletten vorhandenen Bereifung?“

Kann die OE-Ausführung das Fahrgefühl verändern?

Grundsätzlich ja. Genau dafür werden solche Reifenausführungen entwickelt.

Je nach Reifen können Unterschiede beispielsweise auftreten bei:

  • Lenkansprache
  • Spurstabilität
  • Federungskomfort
  • Abrollgeräusch
  • Nasshandling
  • Trockenhandling
  • Hochgeschwindigkeitsverhalten
  • Rollwiderstand
Nicht jeder Fahrer spürt jede Veränderung

Wie deutlich Unterschiede wahrgenommen werden, hängt von Fahrzeug, Reifengröße, Fahrwerk, Geschwindigkeit und persönlichem Fahrprofil ab.

Warum OE bei leistungsstarken Fahrzeugen besonders interessant ist

Mit zunehmender Fahrzeugleistung, größeren Reifendimensionen und höheren fahrdynamischen Anforderungen kann die genaue Reifenabstimmung stärker in den Vordergrund treten.

Porsche

Sportwagen, SUV und leistungsstarke Fahrzeuganwendungen.

BMW M

Hohe Fahrdynamik und häufig Mischbereifung.

Mercedes-AMG

Leistungsstarke Fahrzeug- und Reifenkombinationen.

Audi S / RS / quattro

Leistung, Allrad und herstellerspezifische Abstimmungen.

Ferrari / Maserati / McLaren

Sportwagen mit sehr spezifischen Reifenanforderungen.

Elektrofahrzeuge

Hohe Lasten, Drehmoment, Effizienz und Akustik können relevant sein.

Gebrauchtwagen: Die montierten Reifen müssen nicht mehr der Erstausrüstung entsprechen

Bei einem mehrere Jahre alten Fahrzeug kann die aktuelle Bereifung bereits mehrfach gewechselt worden sein.

  • anderes Reifenmodell
  • andere OE-Ausführung
  • Standardausführung statt OE
  • neuere Reifengeneration
  • teilweiser Einzelreifenersatz
Wichtig

Die aktuell montierten Reifen zeigen, was momentan auf dem Fahrzeug gefahren wird. Sie beweisen nicht automatisch, welche Bereifung bei der ursprünglichen Fahrzeugauslieferung montiert war.

Typische Fehler beim Kauf von OE-Reifen

Fehler Warum problematisch?
Nur nach der Dimension bestellen LI, SI, XL-Ausführung, OE-Kennung und weitere Technologien können abweichen.
Nur Hersteller und Profil vergleichen Dasselbe Reifenmodell kann in mehreren homologierten Ausführungen existieren.
RO und RO1 bei Audi ignorieren Bei quattro-Anwendungen sollte die tatsächlich vorhandene Homologation mit berücksichtigt werden.
Höchste Kennnummer auswählen Eine höhere Nummer ist kein allgemeines Qualitätsranking.
OE und RunFlat verwechseln Homologation und Notlaufeigenschaft beschreiben unterschiedliche Eigenschaften.
Silent mit Seal gleichsetzen Geräuschdämmung und selbstabdichtende Technologie sind unterschiedliche Systeme.
Einzelreifen ohne Vergleich bestellen Der neue Reifen kann technisch von den drei vorhandenen Reifen abweichen.
Allrad und Profiltiefenunterschiede ignorieren Der tatsächliche Abrollumfang kann sich verändern.
OE automatisch mit gesetzlicher Pflicht gleichsetzen Herstellerhomologation und allgemeine gesetzliche Reifenzulassung sind nicht dasselbe.

FT-Prüfreihenfolge beim Kauf eines OE-Ersatzreifens

Dimension prüfen

Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser vollständig ablesen.

Load Index prüfen

Die erforderliche Tragfähigkeit berücksichtigen.

Speed Index prüfen

Die entsprechende Geschwindigkeitskennung vergleichen.

XL oder andere Tragfähigkeitsausführung prüfen

Die konkrete Konstruktion nicht übersehen.

Hersteller und Profil bestimmen

Produktlinie exakt vergleichen.

OE-Kennung ablesen

Zum Beispiel *, N, AO, RO1, MO, T oder VOL.

Zusatztechnologien prüfen

RunFlat, Silent, Seal und weitere Eigenschaften berücksichtigen.

Vorder- und Hinterachse vergleichen

Mischbereifung berücksichtigen.

Profiltiefen messen

Besonders bei Allrad und Einzelreifenersatz wichtig.

Fahrzeugvorgaben prüfen

Technische Herstelleranforderungen berücksichtigen.

Erst dann Ersatzreifen auswählen

Damit die gesamte Reifenkombination möglichst sauber zusammenpasst.

Passendes Praxiswissen bei FT Reifen

OE-Kennungen sind ein Teil der Reifenidentifikation. Für den sicheren Betrieb gehören auch Montage, Reifendruck und die korrekte Orientierung des Reifens zum Gesamtbild.

Passende Reifen bei FT Reifen

Beim Kauf neuer Reifen sollten Dimension, Tragfähigkeit und technische Ausführung gemeinsam betrachtet werden.

FT-Reifen auf Instagram und TikTok

Auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen wir regelmäßig Reifen, Kennzeichnungen, Produkte, Praxistipps und Einblicke in die FT-Reifen Wissenswelt, Praxiswelt und Herstellerwelt.

Häufige Fragen zu OE-Reifen und Herstellerkennungen

Was bedeutet OE bei Reifen?

OE steht für Original Equipment. Die entsprechende Kennung weist auf eine für einen Fahrzeughersteller beziehungsweise eine bestimmte Anwendung homologierte Reifenausführung hin.

Ist eine OE-Kennung dasselbe wie eine gesetzliche Reifenzulassung?

Nein. Eine Fahrzeughersteller-Homologation und die allgemeine gesetzliche Typgenehmigung eines Reifens sind unterschiedliche Dinge.

Kann derselbe Reifen mit und ohne OE-Kennung unterschiedlich sein?

Ja. Auch bei gleichem Profilnamen und gleicher Dimension können sich unterschiedliche homologierte Ausführungen konstruktiv beziehungsweise in ihrer Abstimmung unterscheiden.

Was bedeutet der Stern * auf einem Reifen?

Der Stern gehört zu den bekannten BMW-Homologationskennungen.

Was bedeutet AO?

AO steht für Audi Original.

Was bedeutet AOE?

AOE steht für Audi Original Extended und bezeichnet entsprechende Audi-Ausführungen mit Notlaufeigenschaften.

Was bedeutet RO oder RO1 bei Audi?

RO beziehungsweise RO1 gehören zu Audi-spezifischen Homologationen im quattro-Bereich.

Ist RO1 automatisch besser als RO?

Nein. Die Kennungen sollten als Zuordnung einer konkreten homologierten Reifenausführung verstanden werden und nicht als allgemeines Qualitätsranking.

Was bedeuten N0, N1 oder N2 bei Porsche?

Sie gehören zum Porsche-Homologationssystem. Eine höhere Zahl bedeutet nicht automatisch einen allgemein besseren Reifen.

Gibt es bei Porsche nur N0 bis N5?

Nein. Neben klassischen N-Kennungen kommen inzwischen weitere Porsche-Codes wie NA-, NC-, ND-, NE-, NF- und NG-Ausführungen vor.

Was bedeutet MO?

MO steht für Mercedes Original.

Was bedeutet MOE?

MOE bezeichnet eine Mercedes Original Extended Ausführung mit entsprechenden Notlaufeigenschaften.

Was bedeuten T0, T1 und T2?

Diese Kennungen werden bei entsprechend für Tesla homologierten Reifenausführungen verwendet.

Ist T2 automatisch besser als T0?

Nein. Die Zahl ist kein allgemeines Qualitätsranking. Entscheidend ist die für das jeweilige Fahrzeug und den Reifen vorgesehene Ausführung.

Was bedeutet VOL?

VOL kennzeichnet entsprechend für Volvo homologierte Reifenausführungen.

Was bedeutet POL?

POL wird bei entsprechend für Polestar homologierten Reifenausführungen verwendet.

Kann ein Reifen mehrere OE-Kennungen besitzen?

Mehrfachkennungen beziehungsweise kombinierte Homologationen können bei entsprechenden Reifenausführungen vorkommen.

Ist OE dasselbe wie RunFlat?

Nein. OE beschreibt die Fahrzeughersteller-Homologation, RunFlat eine konstruktive Notlaufeigenschaft.

Ist eine Tesla-T-Kennung dasselbe wie EV?

Nein. Die Tesla-T-Kennung ist eine Fahrzeughersteller-Homologation. Eine allgemeine EV-Bezeichnung eines Reifenherstellers beschreibt ein anderes Konzept.

Sollte beim Austausch eines einzelnen Reifens die gleiche OE-Ausführung gewählt werden?

Die vorhandene Reifenausführung sollte zumindest vollständig geprüft und mit dem Ersatzreifen verglichen werden. Gerade bei Allrad, Mischbereifung und leistungsstarken Fahrzeugen ist eine möglichst passende Gesamtkombination wichtig.

Warum ist die OE-Kennung bei Allradfahrzeugen besonders interessant?

Neben der OE-Ausführung können Reifengröße, tatsächlicher Abrollumfang, Profiltiefe und Konstruktion zwischen Vorder- und Hinterachse relevant sein.

Ist ein OE-Reifen automatisch besser?

Nicht pauschal. Ein OE-Reifen wurde gezielt auf bestimmte Anforderungen abgestimmt. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Variante für jedes andere Fahrzeug oder jeden Einsatz die beste ist.

Technischer Hinweis

Diese FT Wissenswelt dient der technischen Orientierung. Herstellerkennungen und Homologationen können sich je nach Reifenhersteller, Dimension, Reifengeneration, Fahrzeugmodell und Markt unterscheiden. Für die konkrete Reifenwahl sind die gültigen Fahrzeugunterlagen sowie die technischen Vorgaben von Fahrzeug- und Reifenhersteller maßgeblich.

Bei OE-Reifen steckt hinter einem kleinen Kürzel oft eine eigene Reifenausführung

BMW-Stern, Porsche N, Audi AO und RO1, Mercedes MO, Tesla T oder Volvo VOL helfen dabei, eine bestimmte homologierte Reifenausführung zu erkennen.

Gerade beim Einzelreifenersatz zeigt sich, warum es nicht reicht, nur Hersteller, Profil und Reifengröße zu vergleichen. Die komplette Reifenbezeichnung gehört zur fachgerechten Auswahl dazu.

FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Produktwissen, Praxiswissen und Herstellerwissen.

FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.

Produktwissen, Praxiswissen, Herstellerwissen und Reifenhandel miteinander verbunden.

Mehr über FT Reifen erfahren