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Luftverlust am Reifen erkennen, Ursachen finden und Schäden vermeiden

FT Wissenswelt – Reifenwissen

Luftverlust am Reifen erkennen, Ursachen finden und Schäden vermeiden

Ein Reifen, der regelmäßig Luft verliert, sollte nicht einfach immer wieder nachgefüllt werden. Hinter einem schleichenden Druckverlust können ein Fremdkörper, eine Beschädigung der Lauffläche, ein undichter Reparaturbereich, ein beschädigter Reifenwulst oder bereits entstandene innere Reifenschäden stecken.

Besonders kritisch wird Luftverlust dann, wenn mit deutlich reduziertem Reifendruck weitergefahren wird. Aus einem zunächst kleinen Einstich kann dadurch ein schwerer Plattroll- oder Karkassenschaden entstehen.

Diese FT Wissenswelt erklärt, wie Luftverlust erkannt wird, welche Ursachen am Reifen infrage kommen und warum vor einer Reparatur immer geprüft werden muss, ob der Reifen durch Unterluftdruck bereits strukturell geschädigt wurde.

Wichtig bei starkem oder sichtbarem Luftverlust

Ein deutlich druckloser Reifen sollte nicht weitergefahren werden. Bereits die Weiterfahrt mit stark reduziertem Luftdruck kann Seitenwand und Karkasse erheblich belasten.

Einfach wieder aufpumpen reicht nicht

Ein Reifen kann nach dem Befüllen äußerlich wieder normal aussehen und trotzdem im Inneren beschädigt sein. Nach einer Fahrt mit starkem Unterluftdruck sollte deshalb geprüft werden, ob ein Plattrollschaden entstanden ist.

Was bedeutet schleichender Luftverlust?

Bei einem schleichenden Luftverlust entweicht die Luft nicht schlagartig, sondern langsam über Stunden, Tage oder Wochen.

Das Fahrzeug kann zunächst scheinbar normal weiterfahren, während der Reifendruck immer weiter absinkt.

Langsamer Druckverlust

Der Reifen verliert beispielsweise innerhalb weniger Tage deutlich mehr Druck als die übrigen Reifen.

Wiederholtes Nachfüllen

Der Fahrer stellt fest, dass immer dasselbe Rad regelmäßig aufgepumpt werden muss.

RDKS-Warnung

Je nach Fahrzeug kann zusätzlich das Reifendruckkontrollsystem auf den Druckverlust hinweisen.

FT Wissensgrundsatz

Wiederholtes Nachpumpen beseitigt nur das Symptom. Die Ursache des Luftverlusts bleibt bestehen.

Welche Ursachen kann Luftverlust am Reifen haben?

Fremdkörper

Nägel, Schrauben oder Metallteile können die Lauffläche durchdringen und einen langsamen oder schnellen Luftverlust verursachen.

Schnitte und Einstiche

Scharfe Gegenstände, Schlaglöcher oder Bordsteinkontakt können Lauffläche, Schulter oder Karkasse beschädigen.

Frühere Reparaturstelle

Ein bereits reparierter Bereich kann erneut undicht werden oder durch eine weitere Beschädigung betroffen sein.

Alterung und Risse

Stark gealterte oder vorgeschädigte Gummibereiche können Undichtigkeiten begünstigen.

Beschädigter Reifenwulst

Ein angerissener, verformter oder bei der Montage beschädigter Wulst kann zu Luftverlust führen.

Andere Ursache am Rad

Auch Ventil, Felgenhorn oder Felgenkorrosion können ähnliche Symptome verursachen und müssen bei Bedarf mitgeprüft werden.

Schraube oder Nagel nicht vorschnell aus dem Reifen ziehen

Ein sichtbarer Fremdkörper sollte nicht einfach auf der Straße oder unmittelbar vor einer Weiterfahrt herausgezogen werden.

Solange Schraube oder Nagel noch im Reifen stecken, können sie den Einstichkanal teilweise abdichten. Wird der Fremdkörper entfernt, kann sich der Luftverlust deutlich verstärken.

FT-Reifen Praxiswissen

Wir sehen in der Praxis regelmäßig Schrauben, die einen Einstich zunächst fast vollständig abdichten. Erst nach dem Herausziehen entweicht die Luft deutlich schneller.

Bei bereits stark abgesunkenem Reifendruck nicht weiterfahren

Ob und wie das Fahrzeug noch bewegt werden kann, hängt vom tatsächlichen Zustand ab. Ein deutlich druckloser Reifen sollte nicht weiter belastet werden.

Kann ein Reifen mit einem Fremdkörper repariert werden?

Das lässt sich nicht allein anhand des sichtbaren Nagels oder der Schraube beantworten.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Lage der Beschädigung
  • Größe des Einstichs
  • Verlauf des Einstichkanals
  • Reifenbauart
  • Zustand der Karkasse
  • mögliche Folgeschäden durch Unterluftdruck
  • frühere Reparaturen
Die Laufflächenmitte ist anders zu bewerten als Seitenwand oder Schulter

Eine Beschädigung im reparierbaren Bereich der Lauffläche kann unter bestimmten Voraussetzungen instand gesetzt werden. Schäden an Seitenwand, Schulter, Wulst oder tragender Karkasse sind wesentlich kritischer.

Warum eine reine Außenbeurteilung nicht reicht

Ein Einstich kann von außen sehr klein aussehen. Im Inneren kann der Einstichkanal jedoch anders verlaufen oder von zusätzlichen Schäden begleitet sein.

Außen sichtbar

Schraube, Nagel, kleine Einstichstelle oder scheinbar unauffällige Lauffläche.

Innen möglich

Abrieb, beschädigte Innenschicht, Karkassenspuren oder Folgen einer Fahrt mit Unterluftdruck.

Reparierbarkeit erst nach ausreichender Prüfung beurteilen

Bei entsprechendem Verdacht muss der Reifen demontiert und von innen kontrolliert werden.

Warum geringer Luftverlust gefährlich werden kann

Sinkt der Reifendruck, wird der Reifen stärker verformt. Die Seitenwand und die tragende Konstruktion müssen bei jeder Radumdrehung mehr Walkarbeit leisten.

Luftverlust beginnt

Zum Beispiel durch einen Nagel oder einen undichten Bereich.

Reifendruck sinkt

Der Reifen verliert zunehmend seine vorgesehene Formstabilität.

Walkarbeit nimmt zu

Seitenwand und Karkasse werden stärker verformt.

Temperatur steigt

Die zusätzliche Materialbewegung erzeugt Wärme.

Folgeschäden können entstehen

Innenschicht und Karkasse können dauerhaft geschädigt werden.

Technischer Zusammenhang

Luftverlust → Unterluftdruck → erhöhte Walkarbeit → Wärme → mögliche Karkassenschädigung.

Plattrollschaden als mögliche Folge

Wird mit stark reduziertem Luftdruck weitergefahren, kann ein Plattrollschaden entstehen.

Typische Hinweise können sein:

  • umlaufender dunkler Bereich an der Seitenwand
  • rundum angeschliffene Seitenwandschrift
  • Scheuerstellen oder Verformungen
  • schwarzes Gummimehl im Reifeninneren
  • sichtbare Schäden an Innenschicht oder Karkasse
FT-Reifen Praxiswissen

Ein umlaufender dunkler Ring, beschädigte Seitenwandbeschriftung und schwarzer Gummiabrieb im Inneren sind typische Hinweise darauf, dass ein Reifen unter deutlich zu geringem Luftdruck stark gearbeitet hat.

Ein aufgepumpter Reifen kann trotzdem beschädigt sein

Nach dem erneuten Befüllen nimmt ein Reifen äußerlich wieder seine normale Form an.

Eine vorher entstandene Schädigung im Inneren wird dadurch aber nicht rückgängig gemacht.

Form zurück bedeutet nicht Schaden weg

Gerade nach einer längeren Fahrt mit zu geringem Luftdruck können Karkasse und Innenschicht bereits beschädigt sein, obwohl der Reifen nach dem Aufpumpen wieder normal aussieht.

Luftverlust oder normale Druckänderung durch Temperatur?

Der Reifendruck verändert sich mit der Temperatur. Bei sinkender Umgebungstemperatur fällt auch der gemessene Reifendruck. Nach einer längeren Fahrt steigt er dagegen durch die Erwärmung des Reifens.

Temperaturbedingt

Mehrere Reifen zeigen in ähnlicher Größenordnung eine Druckveränderung.

Verdacht auf Undichtigkeit

Ein einzelner Reifen verliert wiederholt deutlich mehr Druck als die übrigen Räder.

Reifendruck möglichst am kalten Reifen vergleichen

So lassen sich Druckwerte besser miteinander und mit den Fahrzeugvorgaben vergleichen.

Wie wird die undichte Stelle gefunden?

Bei einem schleichenden Luftverlust sollte das komplette Rad systematisch untersucht werden.

Druckverlust bestätigen

Reifendruck messen und mit früheren beziehungsweise anderen Radpositionen vergleichen.

Lauffläche prüfen

Nach Schrauben, Nägeln, Metallteilen und anderen Fremdkörpern suchen.

Schulter und Seitenwand ansehen

Schnitte, Einstiche, Risse oder Verformungen kontrollieren.

Lecksuchmittel verwenden

Verdächtige Stellen können gezielt auf austretende Luft untersucht werden.

Bei Bedarf Wasserbad verwenden

Langsame Luftverluste können dadurch sichtbar gemacht werden.

Ventil und Felgensitz mitprüfen

Nicht jedes Leck sitzt im Reifen selbst.

Reifen gegebenenfalls demontieren

Für Reparaturentscheidung oder bei Verdacht auf Unterluftdruck-Folgeschäden die Innenseite prüfen.

Beschädigter Reifenwulst als Ursache

Der Reifenwulst stellt die Verbindung zwischen Reifen und Felge her. Er muss sauber auf dem vorgesehenen Felgensitz anliegen.

Beschädigungen können beispielsweise entstehen durch:

  • unsachgemäße Montage oder Demontage
  • mechanische Beschädigung des Wulstes
  • Verformung
  • Risse oder Materialausbrüche
Wulstschäden nicht oberflächlich bewerten

Ein beschädigter Wulst kann nicht nur Luftverlust verursachen, sondern betrifft auch die sichere Verbindung zwischen Reifen und Felge.

Typische Fehler bei schleichendem Luftverlust

Fehler Warum problematisch?
Immer nur nachpumpen Die Ursache bleibt bestehen und der Reifen kann erneut unter den vorgesehenen Druck fallen.
Schraube sofort herausziehen Der Fremdkörper kann den Einstich noch teilweise abdichten. Nach dem Entfernen kann die Luft schneller entweichen.
Nur die Außenseite ansehen Innere Schäden und Plattrollspuren können unentdeckt bleiben.
Mit stark reduziertem Druck weiterfahren Aus einem möglicherweise reparierbaren Einstich kann ein irreparabler Folgeschaden werden.
Jeden Luftverlust automatisch dem Reifen zuschreiben Auch Ventil, Felgensitz und Felge können undicht sein.
RDKS-Warnung nur zurücksetzen Die Warnung verschwindet möglicherweise, die Ursache des Druckverlustes jedoch nicht.

FT-Prüfreihenfolge bei Luftverlust

Reifendruck prüfen

Den tatsächlichen Druckverlust feststellen.

Reifen von außen kontrollieren

Fremdkörper, Schnitte und andere Beschädigungen suchen.

Leck lokalisieren

Geeignetes Lecksuchmittel beziehungsweise Wasserbad verwenden.

Ventil und Felge nicht vergessen

Das komplette Rad als mögliches Lecksystem betrachten.

Unterluftdruck-Folgeschaden ausschließen

Bei entsprechendem Fahrverlauf Seitenwand und Reifeninneres kontrollieren.

Reifen gegebenenfalls demontieren

Innenschicht, Einstichkanal und Karkasse fachgerecht prüfen.

Erst danach Reparierbarkeit beurteilen

Nicht nur das Loch, sondern den vollständigen Zustand des Reifens berücksichtigen.

Passendes Praxiswissen bei FT Reifen

Luftverlust hängt besonders eng mit Reifendruck, Reifenmontage und dem korrekten Sitz der Rad-Reifen-Einheit zusammen.

Passende Reifenbereiche bei FT Reifen

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Ablauf Bestellung Informationen zu Bestellung, Bearbeitung, Versand und dem weiteren Ablauf bei FT Reifen.

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Häufige Fragen zu Luftverlust am Reifen

Wie viel Luftverlust ist bei einem Reifen normal?

Geringe Druckveränderungen können durch Temperatur und natürliche Diffusion entstehen. Muss derselbe Reifen jedoch regelmäßig deutlich nachgefüllt werden, sollte nach einer Undichtigkeit gesucht werden.

Darf ich eine Schraube selbst aus dem Reifen ziehen?

Das ist nicht empfehlenswert. Die Schraube kann den Einstichkanal teilweise abdichten. Nach dem Herausziehen kann der Reifen erheblich schneller Luft verlieren.

Kann ich mit einem langsam undichten Reifen weiterfahren?

Ein schleichendes Leck kann zu gefährlichem Unterluftdruck führen. Bei deutlichem Druckverlust sollte die Ursache möglichst schnell geprüft werden. Mit stark reduziertem Luftdruck sollte nicht weitergefahren werden.

Ist jeder Nagel im Reifen reparierbar?

Nein. Entscheidend sind Lage, Größe und Verlauf der Beschädigung sowie der Zustand des Reifens und mögliche Folgeschäden.

Warum muss ein Reifen manchmal demontiert werden?

Nur dann kann die Innenseite vollständig auf Einstichkanal, Abrieb, Karkassenschäden und Spuren einer Fahrt mit Unterluftdruck untersucht werden.

Kann ein aufgepumpter Reifen trotzdem beschädigt sein?

Ja. Der Reifen kann nach dem Befüllen äußerlich wieder normal aussehen, obwohl die tragende Konstruktion durch vorherige Walkarbeit bereits geschädigt wurde.

Warum verliert nur ein Reifen bei Kälte Luft?

Kälte beeinflusst grundsätzlich alle Reifen. Verliert nur ein einzelnes Rad deutlich mehr Druck, sollte zusätzlich nach einer Undichtigkeit gesucht werden.

Kann auch der Reifenwulst Luftverlust verursachen?

Ja. Ein beschädigter oder nicht korrekt anliegender Reifenwulst kann den dichten Sitz zwischen Reifen und Felge beeinträchtigen.

Kann Luftverlust einen Plattrollschaden verursachen?

Ja. Wird mit deutlich zu niedrigem Luftdruck weitergefahren, kann die starke Walkarbeit zu inneren Schäden an Seitenwand und Karkasse führen.

Technischer Hinweis

Diese FT Wissenswelt dient der technischen Orientierung und ersetzt keine Untersuchung des konkreten Rades. Maßgeblich sind der tatsächliche Zustand von Reifen, Felge und Ventil sowie die Vorgaben des Fahrzeug- und Reifenherstellers. Bei Verdacht auf Karkassen-, Seitenwand- oder Wulstschäden sollte der Reifen nicht ungeprüft weiterverwendet werden.

Luftverlust nicht nur nachpumpen – Ursache finden

Ein langsam undichter Reifen kann zunächst harmlos wirken. Entscheidend ist jedoch, warum die Luft entweicht und ob der Reifen durch den dadurch entstandenen Unterluftdruck bereits zusätzlich geschädigt wurde.

FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Wissen rund um Reifen, Schadensbilder, Montage und technische Beurteilung.

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