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Load-Index und Speed-Index bei Rollerreifen richtig verstehen

FT Praxiswelt – Rollerreifen

Load-Index und Speed-Index bei Rollerreifen richtig verstehen

Bei einem Rollerreifen reicht die passende Reifengröße allein nicht aus. Hinter Größenangaben wie 120/70-12 oder 130/70-12 stehen zusätzlich Betriebskennungen, die für Tragfähigkeit und zulässige Geschwindigkeit des Reifens entscheidend sind.

Eine Bezeichnung wie 120/70-12 58P enthält deshalb weit mehr Informationen als nur Breite und Felgendurchmesser. Die Zahl 58 bezeichnet den Load-Index, der Buchstabe P den Speed-Index. Beide müssen zusammen mit Fahrzeugvorgaben, Radposition, Reifendruck und tatsächlicher Belastung betrachtet werden.

Reifengröße allein reicht beim Roller nicht

Load-Index

Der Tragfähigkeitsindex beschreibt über eine Kennzahl die maximal zugeordnete Tragfähigkeit des einzelnen Reifens unter den dafür vorgesehenen Bedingungen.

Speed-Index

Der Geschwindigkeitsindex gibt über einen Buchstaben die zugeordnete zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens an.

Fahrzeugvorgabe

Größe, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitskategorie müssen zur jeweiligen Radposition und zum Fahrzeug passen.

FT Praxisgrundsatz

Bei Rollerreifen reicht die passende Reifengröße allein nicht aus. Load-Index und Speed-Index müssen ebenfalls zur jeweiligen Radposition und zum Fahrzeug passen.

Reifenbezeichnung richtig lesen

Die Betriebskennung steht direkt hinter der eigentlichen Reifendimension und sollte beim Kauf immer mit geprüft werden.

1. Beispiel: 120/70-12 58P

120

Nominelle Reifenbreite in Millimetern.

70

Querschnittsverhältnis der Reifenhöhe zur Reifenbreite.

12

Felgendurchmesser in Zoll.

58

Load-Index beziehungsweise Tragfähigkeitskennzahl.

P

Speed-Index beziehungsweise Geschwindigkeitskategorie.

Komplette Kennzeichnung lesen

Zwei Reifen können dieselbe Dimension besitzen und sich trotzdem bei Tragfähigkeit oder Geschwindigkeitsindex unterscheiden.

2. Gleiche Reifengröße bedeutet nicht automatisch gleicher Reifen

Zwei Rollerreifen mit beispielsweise 120/70-12 können unterschiedliche Betriebskennungen besitzen.

Möglich wären je nach Reifenausführung beispielsweise unterschiedliche Kombinationen aus:

  • Load-Index
  • Speed-Index
  • FRONT-/REAR-Zuordnung
  • TL-/TT-Ausführung
  • M+S-Kennung
  • Herstellerfreigabe
Nur nach Größe zu bestellen ist deshalb zu wenig

Die vollständige Kennzeichnung und die Fahrzeuganforderungen sollten miteinander verglichen werden.

Load-Index richtig verstehen

Der Load-Index ist eine Kennzahl und darf nicht mit einem direkten Kilogrammwert verwechselt werden.

3. Der Load-Index ist eine Kennziffer

Eine Zahl wie 51, 56, 58, 62 oder 64 beschreibt nicht direkt das Gewicht in Kilogramm. Jedem Load-Index ist eine definierte maximale Tragfähigkeit zugeordnet.

Beispiel

Ein Load-Index 58 entspricht einer fest definierten Tragfähigkeit des einzelnen Reifens. Entscheidend ist jedoch immer, ob dieser Wert zur Fahrzeuganforderung und Radposition passt.

4. Der Load-Index gilt für den einzelnen Reifen

Bei einem Roller müssen Vorder- und Hinterreifen getrennt beurteilt werden.

Vorderrad

Trägt einen bestimmten Anteil der Fahrzeug- und Fahrerlast und übernimmt Lenk- und Bremskräfte.

Hinterrad

Trägt bei vielen Rollern einen hohen Lastanteil sowie zusätzliche Antriebs-, Sozius- und Gepäckbelastung.

5. Fahrzeuggewicht ist nicht dasselbe wie Radlast

Für die Reifenbelastung ist entscheidend, welche Last tatsächlich auf der jeweiligen Radposition wirkt.

  • Eigengewicht des Rollers
  • Fahrergewicht
  • Sozius
  • Gepäck
  • Topcase-Inhalt
  • Lastverteilung des Fahrzeugs
Nicht einfach Gesamtgewicht durch zwei teilen

Vorder- und Hinterrad tragen bei einem Roller normalerweise nicht exakt denselben Lastanteil.

Sozius, Gepäck und tatsächliche Belastung

Gerade am Hinterrad kann sich die Belastung bei Soziusbetrieb deutlich erhöhen.

6. Sozius erhöht häufig besonders die Hinterradlast

Der zweite Sitzplatz befindet sich bei vielen Rollern weit hinten. Dadurch wirkt zusätzliche Personenlast stark auf die hintere Radposition.

Fahrer

Belastet beide Räder entsprechend der Fahrzeuggeometrie.

Sozius

Erhöht häufig besonders die Hinterradlast.

Gepäck

Topcase und Gepäckträger liegen meist ebenfalls weit hinten.

7. Höherer Load-Index erlaubt keine höhere Fahrzeugzuladung

Ein Reifen mit höherer Tragfähigkeitskennzahl verändert nicht die zulässige Gesamtmasse des Rollers.

Fahrzeughersteller bleibt maßgeblich

Die zulässige Fahrzeugbeladung, Achs- beziehungsweise Radlast und Gesamtmasse dürfen nicht überschritten werden, nur weil ein Reifen eine höhere Tragfähigkeit besitzt.

8. Load-Index und Reifendruck gehören technisch zusammen

Die Tragfähigkeit eines Luftreifens kann nicht unabhängig vom korrekten Betriebsdruck betrachtet werden.

  • Reifen trägt Last über seine Konstruktion und den Innendruck
  • Unterdruck erhöht die Karkassenverformung
  • hohe Belastung erhöht die Beanspruchung
  • Fahrzeug-Solldruck bleibt maßgeblich
Passender Load-Index kompensiert keinen falschen Reifendruck

Ein Reifen mit ausreichender Tragfähigkeitskennung darf nicht dauerhaft mit deutlich zu niedrigem Druck betrieben werden.

Speed-Index richtig verstehen

Der Buchstabe hinter dem Load-Index beschreibt eine zugeordnete Geschwindigkeitskategorie.

9. Typische Speed-Indices bei Rollerreifen

Speed-Index Zugeordnete Geschwindigkeit Typischer Bezug
J 100 km/h langsamere Zweirad- und Rolleranwendungen
K 110 km/h Roller- und Zweiradbereifung
L 120 km/h Roller und kleinere Motorradanwendungen
M 130 km/h Zweiradbereifung
P 150 km/h häufig bei leistungsfähigeren Rollerreifen
Q 160 km/h höhere Geschwindigkeitskategorie
R 170 km/h Zweiradreifen entsprechender Ausführung
S 180 km/h leistungsfähigere Zweiradreifen
T 190 km/h höhere Geschwindigkeitsanforderungen
H 210 km/h leistungsstärkere Zweiradanwendungen
Der Buchstabe ist keine Modellbezeichnung

Er beschreibt die Geschwindigkeitskategorie des Reifens und muss zur jeweiligen Fahrzeuganforderung passen.

10. Fahrzeughöchstgeschwindigkeit und Speed-Index vergleichen

Ein Reifen muss grundsätzlich für die Geschwindigkeitsanforderung des Fahrzeugs geeignet sein.

Nicht nach persönlicher Fahrweise auswählen

Dass ein Fahrer normalerweise nur 80 km/h fährt, bedeutet nicht automatisch, dass ein Reifen mit zu niedriger Geschwindigkeitskategorie technisch zulässig ist.

11. Niedrigerer Speed-Index nicht einfach montieren

Ein Reifen mit niedrigerer Geschwindigkeitskategorie sollte nicht allein deshalb gewählt werden, weil er günstiger ist oder der Roller selten schnell gefahren wird.

  • Fahrzeuganforderung prüfen
  • Reifenkennzeichnung prüfen
  • eventuelle Sonderregelungen beachten
  • M+S-Sonderfälle separat beurteilen
M+S ist ein eigenes Thema

Für bestimmte M+S-Reifen an Fahrzeugen der Klasse L können besondere Regelungen gelten. Diese sollten nicht mit der normalen Speed-Index-Auswahl vermischt werden.

Höherer Load- oder Speed-Index

Ein höherer Index bedeutet nicht automatisch, dass der Reifen ungeeignet ist – aber auch nicht, dass andere Fahrzeuggrenzen entfallen.

12. Höherer Load-Index kann technisch möglich sein

Benötigt ein Roller beispielsweise eine bestimmte Mindesttragfähigkeit, kann ein technisch passender Reifen mit höherer Load-Kennung grundsätzlich infrage kommen, sofern alle übrigen Anforderungen erfüllt sind.

Zusätzlich prüfen:

  • Reifengröße
  • Felgenzuordnung
  • FRONT/REAR
  • Speed-Index
  • TL/TT
  • Fahrzeugfreigabe
Höherer LI erhöht nicht die zulässige Zuladung des Rollers

Die Fahrzeuggrenzen bleiben unverändert.

13. Höherer Speed-Index kann ebenfalls möglich sein

Ein Reifen mit höherer Geschwindigkeitskategorie ist nicht allein wegen des höheren Buchstabens ungeeignet.

Gesamtpaket betrachten

Dimension, Tragfähigkeit, Achszuordnung und weitere Fahrzeugvorgaben müssen weiterhin stimmen.

14. Mehr Load-Index oder Speed-Index bedeutet nicht automatisch besseren Reifen

Höhere Kennwerte sagen nicht automatisch etwas über:

  • Nassgrip
  • Komfort
  • Profilqualität
  • Reifenalter
  • Kurvenverhalten
  • Lebensdauer
Index ist eine technische Betriebskennung

Er sollte nicht als allgemeines Qualitätsranking verstanden werden.

Vorder- und Hinterreifen separat prüfen

Roller besitzen häufig unterschiedliche Dimensionen und Betriebskennungen an beiden Radpositionen.

15. Vorder- und Hinterrad können unterschiedliche Load-Indices benötigen

Da sich die Radlasten unterscheiden, können auch unterschiedliche Tragfähigkeitskennungen vorgesehen sein.

Vorderreifen

Kann bei kleinerer Dimension und geringerer Radlast einen niedrigeren Load-Index besitzen.

Hinterreifen

Kann aufgrund höherer Last und Antriebsbeanspruchung eine höhere Tragfähigkeitskennung benötigen.

16. Auch unterschiedliche Reifengrößen sind beim Roller normal

Ein Roller kann beispielsweise vorne und hinten unterschiedliche Breiten, Querschnitte und Load-Indizes besitzen.

Nicht versuchen, beide Räder auf dieselbe Betriebskennung zu vereinheitlichen

Maßgeblich ist immer die jeweilige Radposition und Fahrzeugvorgabe.

17. Hinterreifen nicht nach Vorderreifen auswählen

Nur weil ein bestimmter Index vorne verwendet wird, ist er hinten nicht automatisch ausreichend.

  • andere Radlast
  • andere Dimension
  • andere Achszuordnung
  • andere Tragfähigkeitsanforderung

Typische Fehlkäufe im Onlineshop

Viele Fehlbestellungen entstehen, weil nur Reifengröße oder Zollmaß verglichen werden.

18. Nur nach „12 Zoll“ zu bestellen reicht nicht

Ein 12-Zoll-Rollerreifen kann sich erheblich von einem anderen 12-Zoll-Reifen unterscheiden.

  • Breite
  • Querschnitt
  • Load-Index
  • Speed-Index
  • FRONT/REAR
  • TL/TT

19. Nur die Dimension zu vergleichen reicht ebenfalls nicht

Auch zwei Reifen mit identischer Dimension können unterschiedliche Betriebskennungen besitzen.

Beispiel

120/70-12 allein beschreibt noch nicht die komplette technische Eignung. Die folgende Load-/Speed-Kennung gehört zwingend mit zum Vergleich.

20. Auf alte Reifenbezeichnungen achten

Bei älteren Rollern oder älteren Reifenunterlagen können Kennzeichnungen und Schreibweisen abweichen.

Nicht einfach moderne Kennzeichnung hineininterpretieren

Bei unklaren alten Dimensionen oder Betriebskennungen sollte die Fahrzeugzuordnung technisch geprüft werden.

21. Tragfähigkeitsindex nicht mit zulässiger Gesamtmasse verwechseln

Der Load-Index bezieht sich auf den einzelnen Reifen.

Die zulässige Gesamtmasse des Rollers ergibt sich dagegen aus den Fahrzeugvorgaben.

Zwei unterschiedliche technische Angaben

Reifentragfähigkeit und Fahrzeugzuladung dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Reifendruck und hohe Belastung

Bei Sozius, Gepäck und längeren Fahrten steigt die Bedeutung des korrekten Betriebsdrucks.

22. Soziusbetrieb kann anderen Reifendruck erfordern

Viele Fahrzeughersteller nennen unterschiedliche Druckwerte für:

  • Solobetrieb
  • Fahrer mit Sozius
  • zusätzliche Beladung
Load-Index ersetzt keine Druckanpassung nach Herstellervorgabe

Auch ein Reifen mit ausreichender Tragfähigkeit muss mit dem vorgesehenen Betriebsdruck gefahren werden.

23. Unterdruck bei hoher Beladung besonders vermeiden

Hohe Radlast zusammen mit deutlich zu niedrigem Luftdruck führt zu stärkerer Karkassenverformung.

  • höhere Walkarbeit
  • stärkere Erwärmung
  • unpräziseres Fahrverhalten
  • stärkere Seitenwandbelastung

24. Hohe Geschwindigkeit und hohe Last beanspruchen den Reifen gemeinsam

Tragfähigkeit und Geschwindigkeit sind keine völlig voneinander unabhängigen Praxisthemen. Mit zunehmender Geschwindigkeit entstehen höhere dynamische und thermische Belastungen.

Deshalb Load- und Speed-Index zusammen lesen

Die Betriebskennung ist als Einheit zu verstehen und nicht als zwei beliebige Einzelwerte.

M+S und Sonderfälle

Bei bestimmten M+S-Reifen für Roller und andere Fahrzeuge der Klasse L können zusätzliche Besonderheiten gelten.

25. M+S-Reifen mit niedrigerem Speed-Index separat beurteilen

Bei bestimmten M+S-Reifen nach den einschlägigen Vorschriften für Fahrzeuge der Klasse L können Sonderregelungen zur Geschwindigkeitskennzeichnung relevant sein.

Nicht auf normale Rollerreifen übertragen

Eine mögliche M+S-Ausnahme ist kein allgemeiner Grund, beliebige Reifen mit niedrigerem Speed-Index zu verwenden.

26. M+S-Kennung, Load-Index und Speed-Index getrennt lesen

Alle drei Angaben beschreiben unterschiedliche Eigenschaften.

M+S

Kennzeichnung für eine bestimmte Reifencharakteristik beziehungsweise Ausführung.

Load-Index

Zuordnung zur Tragfähigkeit.

Speed-Index

Zuordnung zur zulässigen Geschwindigkeit.

Praktische Kauf- und Montagekontrolle

Vor der Bestellung und spätestens vor der Montage sollten alle relevanten Angaben zusammen geprüft werden.

27. Alte Reifenflanke nicht blind als einzige Vorlage verwenden

Die vorhandene Bereifung liefert wichtige Informationen, ist aber kein hundertprozentiger Nachweis dafür, dass sie korrekt ausgewählt wurde.

Fahrzeugdaten gegenprüfen

Besonders bei gebrauchten Rollern kann in der Vergangenheit bereits eine falsche oder nicht optimale Bereifung montiert worden sein.

28. Vor Montage FRONT/REAR und Laufrichtung prüfen

Auch wenn Load- und Speed-Index stimmen, können andere Kennzeichnungen den Einsatz bestimmen.

  • FRONT
  • REAR
  • Richtungspfeil
  • TL oder TT
  • M+S

29. Technisch höherer Index beseitigt keine falsche Achszuordnung

Ein Reifen mit höherem Load- oder Speed-Index ist nicht automatisch geeignet, wenn er beispielsweise für die falsche Radposition vorgesehen ist.

Alle Kennzeichnungen gehören zusammen

Die Reifenfreigabe ergibt sich nicht aus einem einzelnen möglichst hohen Zahlen- oder Buchstabenwert.

30. Nach der Montage Reifendruck und Fahrverhalten kontrollieren

Nach einem Reifenwechsel sollte die technische Auswahl durch eine saubere Montage ergänzt werden.

  • Wulstsitz prüfen
  • Reifendruck einstellen
  • Radposition kontrollieren
  • Laufrichtung prüfen
  • erste Fahrt ruhig durchführen
  • ungewöhnliche Vibration oder Hoppeln prüfen

Übersicht & Prüfreihenfolge

Die wichtigsten Kombinationen und typischen Fehler auf einen Blick.

31. Typische Fragen zu Load- und Speed-Index

Situation Einordnung Besonders prüfen
gleiche Reifengröße, anderer LI nicht automatisch gleichwertig Fahrzeuganforderung
höherer Load-Index kann technisch möglich sein Gesamtzulässigkeit
niedrigerer Load-Index kritisch Mindesttragfähigkeit
höherer Speed-Index kann möglich sein übrige Reifendaten
niedrigerer Speed-Index nicht pauschal zulässig Fahrzeug- und Sonderregelungen
Sozius wird mitgenommen Radlast steigt Beladung und Reifendruck
großes Topcase stark beladen Hinterradlast steigt zulässige Fahrzeugbeladung
höherer LI montiert keine höhere Fahrzeugzuladung Fahrzeuggrenzen
nur 12 Zoll stimmt überein nicht ausreichend komplette Reifengröße
Dimension stimmt, Betriebskennung nicht mögliche Fehlbereifung LI und Speed-Index
M+S mit niedrigerem Speed-Index Sonderfall möglich Klasse L und Vorschriften

32. FT-Prüfreihenfolge für Load- und Speed-Index

Fahrzeugdaten prüfen

Vorgesehene Reifengröße und Betriebskennung feststellen.

Vorder- und Hinterrad getrennt betrachten

Unterschiedliche Anforderungen berücksichtigen.

Reifengröße vollständig lesen

Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser kontrollieren.

Load-Index erfassen

Tragfähigkeitskennzahl mit der Fahrzeuganforderung vergleichen.

Speed-Index erfassen

Geschwindigkeitskategorie prüfen.

Radlast und Beladung berücksichtigen

Fahrer, Sozius und Gepäck einbeziehen.

Zulässige Gesamtmasse beachten

Höherer LI verändert keine Fahrzeuggrenze.

Reifendruckvorgabe prüfen

Solo- und Beladungswerte unterscheiden.

FRONT-/REAR-Kennzeichnung kontrollieren

Achszuordnung beachten.

Laufrichtung prüfen

Herstellerpfeil verwenden.

TL-/TT-Ausführung klären

Reifen und Felge passend kombinieren.

M+S-Sonderfall separat prüfen

Niedrigeren Speed-Index nicht pauschal übertragen.

Felgenzustand kontrollieren

Technische Montagevoraussetzung prüfen.

Reifen korrekt montieren

Wulstsitz vollständig kontrollieren.

Betriebsdruck einstellen

Fahrzeugherstellerwerte verwenden.

Erste Fahrt kontrolliert durchführen

Fahrverhalten und Rundlauf beurteilen.

Passendes Wissen aus der FT Wissenswelt

Weitere Grundlagen zu Zweiradreifen, Reifenkennzeichnungen und zur korrekten Reifen-Laufrichtung finden Sie in der FT Wissenswelt.

Herstellerwissen aus der FT Herstellerwelt

Rollerreifen können sich je nach Hersteller und Produktfamilie nicht nur bei Profil und Konstruktion, sondern auch bei Load- und Speed-Index unterscheiden. Deshalb sollte beim Vergleich ähnlicher Reifen immer die vollständige Betriebskennung betrachtet werden.

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Häufige Fragen zu Load- und Speed-Index bei Rollerreifen

Was bedeutet 58P bei einem Rollerreifen?

58 ist der Load-Index und beschreibt eine definierte Tragfähigkeitsstufe des Reifens. P ist der Speed-Index und steht für die zugeordnete Geschwindigkeitskategorie.

Ist der Load-Index die Tragfähigkeit in Kilogramm?

Nein. Die Zahl ist eine Kennziffer. Jedem Load-Index ist über eine feste Tabelle eine bestimmte Tragfähigkeit zugeordnet.

Was bedeutet der Speed-Index P?

P entspricht einer zugeordneten Geschwindigkeit von 150 km/h.

Kann ich einen Reifen mit höherem Load-Index verwenden?

Das kann grundsätzlich möglich sein, sofern Reifengröße, Speed-Index, Radposition und alle anderen Fahrzeugvorgaben ebenfalls passen.

Darf ich den Roller mit höherem Load-Index stärker beladen?

Nein. Ein höherer Reifen-Load-Index verändert weder die zulässige Gesamtmasse noch die zulässige Fahrzeugbeladung.

Kann ich einen Reifen mit niedrigerem Load-Index verwenden?

Die erforderliche Mindesttragfähigkeit muss eingehalten werden. Ein zu niedriger Load-Index kann deshalb technisch ungeeignet sein.

Kann ich einen Reifen mit höherem Speed-Index montieren?

Ein höherer Speed-Index kann technisch möglich sein, sofern alle weiteren Anforderungen des Fahrzeugs erfüllt werden.

Darf ich einen niedrigeren Speed-Index fahren, wenn ich ohnehin langsam fahre?

Nicht pauschal. Die technische Fahrzeuganforderung bleibt maßgeblich. Für bestimmte M+S-Reifen bei Fahrzeugen der Klasse L können Sonderregelungen bestehen.

Warum haben Vorder- und Hinterreifen unterschiedliche Load-Indices?

Die Radlasten unterscheiden sich. Gerade das Hinterrad trägt bei vielen Rollern einen höheren Anteil der Fahrzeug-, Fahrer-, Sozius- und Gepäcklast.

Warum ist Reifendruck beim Load-Index wichtig?

Die Tragfähigkeit eines Luftreifens kann nicht unabhängig vom korrekten Betriebsdruck betrachtet werden. Unterdruck erhöht die Karkassenverformung und Belastung.

Reicht es, wenn die Reifengröße stimmt?

Nein. Load-Index, Speed-Index, FRONT-/REAR-Zuordnung, Laufrichtung und TL-/TT-Ausführung sollten ebenfalls geprüft werden.

Was ist bei Soziusbetrieb wichtig?

Die tatsächliche Radlast steigt, häufig besonders am Hinterrad. Außerdem können die Fahrzeughersteller andere Reifendruckwerte für Soziusbetrieb vorgeben.

Ist ein Reifen mit höherem Speed-Index automatisch besser?

Nein. Der Speed-Index beschreibt eine Geschwindigkeitskategorie, nicht allgemein Grip, Komfort, Lebensdauer oder Reifenqualität.

Warum darf ich das Fahrzeuggewicht nicht einfach durch zwei teilen?

Vorder- und Hinterrad tragen konstruktiv unterschiedliche Lastanteile. Fahrer, Sozius und Gepäck verändern diese Verteilung zusätzlich.

Kann derselbe 12-Zoll-Reifen vorne und hinten verwendet werden?

Nicht automatisch. Dimension, Load-Index, Speed-Index und FRONT-/REAR-Zuordnung müssen zur jeweiligen Radposition passen.

Was sollte ich vor der Reifenbestellung vergleichen?

Fahrzeugvorgaben, vollständige Reifengröße, Load-Index, Speed-Index, Achszuordnung, Laufrichtung und TL-/TT-Ausführung sollten gemeinsam geprüft werden.

Technischer Hinweis

Diese Praxisinformationen ersetzen keine fahrzeugspezifische Reifenfreigabe. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen- und Felgenherstellers sowie die für das jeweilige Fahrzeug erforderlichen Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitskennungen. Bei abweichenden Betriebskennungen, älteren Fahrzeugunterlagen, M+S-Sonderfällen oder unklarer Radlast sollte die konkrete Reifen-Fahrzeug-Kombination vor der Montage fachgerecht geprüft werden.

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