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LKW-Reifenkennzeichnungen verstehen – M+S, 3PMSF, REGROOVABLE und weitere Angaben

FT Wissenswelt – LKW-Reifen

LKW-Reifenkennzeichnungen verstehen – M+S, 3PMSF, REGROOVABLE und weitere Angaben

Auf der Seitenwand eines LKW-Reifens finden sich deutlich mehr Informationen als nur Hersteller, Profilname und Reifengröße.

Dort können unter anderem Lastindex, Geschwindigkeitssymbol, M+S, Alpine-Symbol beziehungsweise 3PMSF, REGROOVABLE, TUBELESS, Herstellungskennzeichnungen und weitere technische Angaben stehen.

Diese Kennzeichnungen beschreiben jedoch unterschiedliche Dinge. Manche informieren über Tragfähigkeit und Geschwindigkeit, andere über Wintereigenschaften, Reifenbauart oder die Möglichkeit des Nachschneidens.

LI / SI

Beschreiben Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitskategorie.

M+S / 3PMSF

Beziehen sich auf die Eignung beziehungsweise Einstufung für winterliche Bedingungen.

REGROOVABLE

Weist auf die konstruktive Möglichkeit des fachgerechten Nachschneidens hin.

TUBELESS

Kennzeichnet einen Reifen, der für den Betrieb ohne Schlauch konstruiert ist.

Keine einzelne Kennzeichnung beschreibt den gesamten LKW-Reifen

Für die richtige Einordnung müssen Größe, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit, Achsposition, Einsatz und weitere Angaben gemeinsam gelesen werden.

Welche Informationen stehen typischerweise auf einem LKW-Reifen?

Je nach Reifenmodell können auf der Seitenwand unter anderem folgende Informationen stehen:

  • Herstellername
  • Profilbezeichnung
  • Reifengröße
  • Lastindex für Single und Dual
  • Geschwindigkeitssymbol
  • M+S
  • Alpine-Symbol beziehungsweise 3PMSF
  • REGROOVABLE
  • TUBELESS
  • Produktions- und Genehmigungskennzeichnungen
  • weitere herstellerspezifische Angaben
Die Reifenflanke funktioniert damit wie ein technischer Datenträger

Was sagt die Reifengröße aus?

Eine typische moderne LKW-Reifengröße lautet beispielsweise:

315/70 R22.5

315

Nominelle Reifenbreite in Millimetern.

70

Nominelles Querschnittsverhältnis.

R

Radialbauweise.

22.5

Nomineller Felgendurchmesser in Zoll.

Die Größe beschreibt noch nicht Tragfähigkeit, Geschwindigkeit oder Wintereignung

Was bedeutet eine Kennzeichnung wie 156/150 L?

Bei vielen LKW-Reifen folgt auf die Größenangabe eine Betriebskennung.

156/150 L

156

Lastindex für Einzelbereifung.

150

Lastindex je Reifen bei Zwillingsbereifung.

L

Geschwindigkeitssymbol.

Die beiden Zahlen stehen nicht für zwei unterschiedliche Reifengrößen

Warum Lastindex und Geschwindigkeitssymbol zusammengehören

Die Tragfähigkeit eines LKW-Reifens wird unter definierten Betriebsbedingungen angegeben.

Geschwindigkeit beeinflusst:

  • Walkarbeit
  • Wärmeentwicklung
  • Karkassenbeanspruchung
  • Dauerhaltbarkeit
Eine Betriebskennung muss deshalb als Kombination aus Last und Geschwindigkeit gelesen werden

Was bedeutet M+S?

M+S steht für Mud and Snow beziehungsweise Matsch und Schnee.

Auf Reifen können auch Schreibweisen wie:

  • M+S
  • M.S.
  • M&S
  • MS

vorkommen.

M+S und Alpine-Symbol haben nicht dieselbe Aussage

Warum eine reine M+S-Kennzeichnung in Deutschland für die Winterreifenpflicht nicht mehr genügt

Für Reifen, die bei winterlichen Straßenverhältnissen die Anforderungen an Winterreifen erfüllen sollen, ist in Deutschland das Alpine-Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke maßgeblich.

Eine alleinige M+S-Kennzeichnung reicht dafür nicht mehr aus.

M+S darf deshalb nicht automatisch mit einer heute ausreichenden Winterreifenkennzeichnung gleichgesetzt werden

Was bedeutet 3PMSF?

3PMSF steht für Three-Peak Mountain Snowflake.

Gemeint ist das bekannte Alpine-Symbol:

Bergpiktogramm mit drei Bergspitzen und Schneeflocke.

Dieses Symbol kennzeichnet Reifen, die nach den dafür vorgesehenen Anforderungen für starke Schneebedingungen eingestuft sind.

3PMSF ist deshalb mehr als eine optische Herstellerbezeichnung

Warum M+S und 3PMSF häufig gemeinsam auf einem Reifen stehen

Ein LKW-Winterreifen kann sowohl eine M+S-Kennzeichnung als auch das Alpine-Symbol tragen.

Die beiden Angaben dürfen trotzdem nicht als identische Kennzeichnung verstanden werden.

M+S

Beschreibt eine entsprechende Schnee-/Matsch-Einordnung des Reifens.

3PMSF / Alpine

Kennzeichnet die Einstufung für starke Schneebedingungen nach den entsprechenden Anforderungen.

Welche Winterreifenpflicht gilt bei schweren LKW in Deutschland?

Für schwere Fahrzeuge gelten besondere Regeln.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen bei Fahrzeugen der Klassen M2, M3, N2 und N3 mindestens die Räder:

  • der permanent angetriebenen Achsen
  • und der vorderen Lenkachsen

mit Reifen ausgestattet sein, die die gesetzlichen Anforderungen an Winterreifen erfüllen.

Die Winterreifenpflicht eines schweren LKW darf deshalb nicht einfach nach PKW-Regeln beurteilt werden

Warum die Achsposition bei Winterkennzeichnungen wichtig ist

Bei schweren Nutzfahrzeugen erfüllen Lenk-, Antriebs- und Trailerachsen unterschiedliche Aufgaben.

Die gesetzliche Mindestanforderung an die Winterbereifung und die technisch sinnvolle Reifenwahl sind dabei nicht zwingend dasselbe.

Für einen Fuhrpark können über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus weitere wintertaugliche Reifen sinnvoll sein

Entscheidend sind Fahrzeug, Einsatzgebiet, Strecke und tatsächliche Winterbedingungen.

Was bedeutet REGROOVABLE?

REGROOVABLE kennzeichnet einen Reifen, dessen Konstruktion ein fachgerechtes Nachschneiden der vorhandenen Profilrillen erlaubt.

Dafür ist unterhalb der ursprünglichen Profilrillen zusätzlich vorgesehenes Gummivolumen vorhanden.

REGROOVABLE bedeutet nicht „beliebig nachschneidbar“

Profilverlauf, Schnitttiefe und Schnittbreite müssen den Angaben des Reifenherstellers entsprechen.

Was bedeutet Nachschneiden?

Beim Nachschneiden werden vorhandene Profilrillen eines dafür vorgesehenen LKW-Reifens fachgerecht vertieft.

Die ursprüngliche Lauffläche bleibt dabei bestehen.

Nachschneiden ist nicht dasselbe wie Runderneuern

Warum REGROOVABLE wirtschaftlich interessant sein kann

Durch fachgerechtes Nachschneiden kann eine zusätzlich vorgesehene Profilreserve genutzt werden.

Dadurch kann je nach Reifen:

  • zusätzliche Laufleistung entstehen
  • die vorhandene Karkasse länger genutzt werden
  • die Wirtschaftlichkeit verbessert werden
Voraussetzung bleibt immer ein technisch geeigneter Reifen

Was bedeutet TUBELESS?

TUBELESS bedeutet, dass der Reifen für den Betrieb ohne separaten Schlauch konstruiert ist.

Die Luftdichtheit wird bei einem solchen Reifen über:

  • den Innenliner des Reifens
  • den Reifenwulst
  • die geeignete Felge
  • das Ventilsystem

hergestellt.

TUBELESS beschreibt die Reifenbauart – nicht die Achsposition oder den Einsatzbereich

Warum TUBELESS nicht bedeutet, dass jede Felge geeignet ist

Ein schlauchloser Reifen benötigt eine dafür geeignete und technisch passende Felge.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Felgendurchmesser
  • Felgenbreite
  • Felgenkontur
  • Zustand der Dichtflächen
  • Tragfähigkeit
Reifen und Felge bilden auch beim schlauchlosen LKW-Reifen ein gemeinsames Drucksystem

Gibt es bei LKW-Reifen auch Schlauchreifen?

Ja. Je nach Größe, Bauart, Fahrzeug und Einsatz können auch LKW- beziehungsweise Nutzfahrzeugreifen für die Verwendung mit Schlauch vorgesehen sein.

Bei solchen Systemen gehören:

  • Reifen
  • Schlauch
  • Felge
  • gegebenenfalls Wulstband beziehungsweise weitere Felgenbauteile

technisch zusammen.

Warum TUBELESS und TUBE TYPE nicht beliebig vertauscht werden dürfen

Reifen, Felge und Luftsystem müssen für die vorgesehene Konstruktion geeignet sein.

Die Reifenkennzeichnung beschreibt deshalb auch, für welches Luftsystem der Reifen konstruiert wurde

Was bedeutet POR?

POR steht für Professional Off-Road.

Die Kennzeichnung kann bei speziellen Reifen für besonders anspruchsvolle Geländeanwendungen vorkommen.

Solche Reifen verfolgen andere technische Schwerpunkte als klassische Fernverkehrsreifen.

POR beschreibt eine besondere Einsatzkategorie und darf nicht einfach mit einem normalen Baustellenprofil gleichgesetzt werden

Was bedeutet ET bei Spezialreifen?

Bei bestimmten Spezialreifen kann die Kennzeichnung ET vorkommen.

ET steht in diesem Zusammenhang für Extra Tread und beschreibt eine besonders ausgeprägte Lauffläche beziehungsweise zusätzliche Profilauslegung innerhalb der entsprechenden Reifenkategorie.

ET ist nicht mit Einpresstiefe einer Felge zu verwechseln

Bei Reifen und Felgen kann dieselbe Buchstabenkombination in völlig anderem Zusammenhang verwendet werden.

Warum POR, ET und M+S unterschiedliche Dinge beschreiben

POR

Professional-Off-Road-Einsatz.

ET

Extra-Tread-Einstufung bei entsprechenden Spezialreifen.

M+S

Bezieht sich auf Matsch-/Schnee-Eigenschaften beziehungsweise entsprechende Einstufung.

Mehrere Kennzeichnungen können auf demselben Reifen nebeneinander vorkommen

Was bedeutet TRACTION bei bestimmten Nutzfahrzeugreifen?

Bei bestimmten Nutzfahrzeug- beziehungsweise runderneuerten Reifen kann die Kennzeichnung TRACTION auf eine entsprechende Traktionsklassifikation hinweisen.

Damit wird jedoch nicht automatisch ausgesagt, dass der Reifen für jede Antriebsachse und jeden Einsatz optimal geeignet ist.

Auch bei Traktionsreifen bleiben Herstellerfreigabe, Achsposition und Einsatzbereich entscheidend

Was sagt die DOT- beziehungsweise Produktionskennzeichnung aus?

Auf Reifen finden sich Produktions- und Identifikationskennzeichnungen, über die sich unter anderem der Herstellungszeitraum nachvollziehen lässt.

Die bekannte vierstellige Datumsangabe steht für:

  • Kalenderwoche
  • Herstellungsjahr

Ein Beispiel:

2726

steht für die 27. Kalenderwoche des Jahres 2026.

Das Produktionsdatum allein beschreibt nicht den technischen Zustand eines Reifens

Warum Reifenalter und Reifenzustand nicht dasselbe sind

Ein Reifen altert über die Zeit, wird aber gleichzeitig stark durch seine tatsächliche Nutzung beeinflusst.

Relevant sind beispielsweise:

  • Laufleistung
  • Belastung
  • Reifenfülldruck
  • Wärmeeinwirkung
  • UV- und Witterungseinflüsse
  • mechanische Schäden
Eine Datumskennzeichnung ist deshalb ein wichtiger Anhaltspunkt, aber keine vollständige Zustandsbewertung

Was bedeutet die E-Kennzeichnung beziehungsweise Typgenehmigung?

Auf Reifen können Genehmigungskennzeichnungen stehen, die zeigen, dass der Reifen nach den einschlägigen Vorschriften typgenehmigt wurde.

Dazu gehören je nach Reifen und Genehmigungsgrundlage entsprechende:

  • Prüfzeichen
  • Genehmigungsnummern
  • Länderkennzahlen
Eine E-Kennzeichnung ist keine Aussage darüber, dass der Reifen automatisch auf jedes Fahrzeug passt

Größe, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit und Fahrzeugfreigabe müssen trotzdem stimmen.

Warum der Profilname eine wichtige Information ist

Der Profilname ist zwar keine allgemeine gesetzliche Kennzeichnung, hilft aber dabei, das konkrete Reifenmodell eindeutig zu bestimmen.

Über Hersteller und Profilname lassen sich technische Angaben zu:

  • Achsposition
  • Einsatzbereich
  • Nachschneidbarkeit
  • Tragfähigkeit
  • Wintereigenschaften
  • Felgenzuordnung

zuordnen.

Hersteller + Profilname + Größe ergeben wesentlich mehr Information als die Reifengröße allein

Warum Steer, Drive und Trailer nicht zwingend als Wort auf der Reifenflanke stehen

Reifenhersteller verwenden eigene Produktprogramme, Kürzel und Modellbezeichnungen, um LKW-Reifen nach Achsposition einzuordnen.

Deshalb darf nicht erwartet werden, dass jeder Reifen ausdrücklich:

  • STEER
  • DRIVE
  • TRAILER

auf der Seitenwand trägt.

Für die Achszuordnung sind Herstellerdaten und das konkrete Reifenmodell maßgeblich

Warum All Position nicht mit All Season verwechselt werden darf

All Position

Bezieht sich auf mögliche Rad- beziehungsweise Achspositionen.

All Season

Bezieht sich auf saisonale beziehungsweise witterungsbezogene Nutzung.

All Position ist keine Winter- oder Ganzjahreskennzeichnung

Warum 3PMSF nichts über die Achsposition aussagt

Das Alpine-Symbol beschreibt eine Winter- beziehungsweise Schneeeigenschaft des Reifens.

Es sagt allein nicht aus, ob der Reifen für:

  • Lenkachse
  • Antriebsachse
  • Trailer
  • mehrere Radpositionen

vorgesehen ist.

Wintereignung und Achseignung sind zwei unterschiedliche technische Eigenschaften

Warum REGROOVABLE ebenfalls nichts über die Achsposition aussagt

REGROOVABLE beschreibt ausschließlich die konstruktive Nachschneidbarkeit eines dafür vorgesehenen Reifens.

Ein entsprechender Reifen kann je nach Modell beispielsweise für:

  • Steer
  • Drive
  • Trailer

entwickelt sein.

Eine Kennzeichnung darf immer nur für die Eigenschaft gelesen werden, die sie tatsächlich beschreibt

Warum die Reifenflanke mehrere technische Ebenen gleichzeitig beschreibt

Dimension

Wie groß ist der Reifen?

Belastbarkeit

Welche Last- und Geschwindigkeitskategorie besitzt er?

Eigenschaften

Welche Winter-, Nachschneide- oder Spezialkennzeichnungen trägt er?

Identifikation

Welcher Hersteller, welches Profil und welche Produktionskennung gehören zum Reifen?

Wichtige Kennzeichnungen bei LKW-Reifen im Überblick

Kennzeichnung Bedeutung Was sie nicht automatisch aussagt
315/70 R22.5 Reifendimension und Radialbauweise Nicht automatisch Tragfähigkeit oder Achsposition
156/150 L Single-/Dual-Lastindex und Geschwindigkeitskategorie Nicht automatisch Steer, Drive oder Trailer
M+S Matsch-/Schnee-Einordnung Allein keine heute ausreichende Winterkennzeichnung für die deutsche Winterreifenpflicht
3PMSF / Alpine Einstufung für starke Schneebedingungen Keine automatische Achszuordnung
REGROOVABLE Nachschneiden nach Herstellervorgaben konstruktiv möglich Keine beliebige Schnitttiefe und keine Runderneuerung
TUBELESS Reifen für schlauchlosen Betrieb Keine Aussage über Felgenfreigabe oder Achsposition
POR Professional Off-Road Nicht automatisch allgemeiner Baustellenreifen
ET Extra Tread bei entsprechenden Spezialreifen Nicht mit Felgen-Einpresstiefe gleichzusetzen
Produktionscode Unter anderem Herstellungszeitraum Keine vollständige Aussage über den Reifenstatus
Genehmigungszeichen Hinweis auf entsprechende Typgenehmigung Keine automatische Fahrzeugfreigabe

Warum die Kennzeichnung immer zusammen mit dem tatsächlichen Einsatz gelesen werden muss

Ein LKW-Reifen kann formal alle erforderlichen Größen- und Tragfähigkeitswerte erfüllen und trotzdem für einen anderen Einsatz entwickelt worden sein.

Zusätzlich zu den Seitenwandangaben müssen deshalb betrachtet werden:

  • Achsposition
  • Fern- oder Regionalverkehr
  • Baustelleneinsatz
  • Winterbetrieb
  • Einzel- oder Zwillingsbereifung
Die Reifenkennzeichnung liefert technische Bausteine – die richtige Reifenwahl entsteht erst aus deren Kombination

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Häufige Fragen zu LKW-Reifenkennzeichnungen

Was bedeutet M+S auf einem LKW-Reifen?

M+S steht für Mud and Snow beziehungsweise Matsch und Schnee. Eine alleinige M+S-Kennzeichnung erfüllt in Deutschland heute jedoch nicht mehr die Anforderungen an einen Winterreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen.

Was bedeutet 3PMSF?

3PMSF steht für Three-Peak Mountain Snowflake und bezeichnet das Alpine-Symbol mit drei Bergspitzen und Schneeflocke. Es kennzeichnet Reifen, die für starke Schneebedingungen entsprechend eingestuft sind.

Ist M+S dasselbe wie 3PMSF?

Nein. Die beiden Kennzeichnungen haben unterschiedliche Bedeutung und dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Was bedeutet REGROOVABLE?

REGROOVABLE bedeutet, dass der Reifen konstruktiv zum fachgerechten Nachschneiden der Profilrillen nach den Vorgaben des Herstellers vorgesehen ist.

Was bedeutet TUBELESS?

TUBELESS kennzeichnet einen Reifen, der für den Betrieb ohne separaten Schlauch konstruiert ist.

Was bedeutet POR?

POR steht für Professional Off-Road und kennzeichnet entsprechende Spezialreifen für anspruchsvolle Geländeanwendungen.

Was bedeutet ET bei einem Reifen?

Bei entsprechenden Spezialreifen steht ET für Extra Tread. Diese Reifenkennzeichnung darf nicht mit der Einpresstiefe einer Felge verwechselt werden.

Was bedeutet 156/150 L?

156 ist der Lastindex für Einzelbereifung, 150 der Lastindex je Reifen bei Zwillingsbereifung und L das Geschwindigkeitssymbol.

Kann man an der Reifenflanke erkennen, ob ein Reifen Steer, Drive oder Trailer ist?

Nicht immer direkt. Hersteller verwenden unterschiedliche Profilnamen, Kürzel und Produktprogramme. Deshalb sollte die konkrete Herstellerzuordnung geprüft werden.

Sagt das Produktionsdatum aus, ob ein Reifen noch verwendbar ist?

Nein. Das Herstellungsdatum ist ein wichtiger Anhaltspunkt, aber der tatsächliche Zustand hängt zusätzlich von Nutzung, Belastung, Reifenfülldruck, Lagerung, Schäden und weiteren Einflüssen ab.

Technischer und rechtlicher Hinweis

Reifenkennzeichnungen müssen immer im Zusammenhang mit der vollständigen Reifenspezifikation und dem tatsächlichen Fahrzeugeinsatz gelesen werden. Für die konkrete Verwendung sind Reifengröße, Last- und Geschwindigkeitsindex, Achsposition, Felgenzuordnung, Reifenfülldruck sowie die technischen Vorgaben von Reifen- und Fahrzeughersteller maßgeblich. Gesetzliche Anforderungen – insbesondere zur Winterbereifung – können sich ändern und müssen für Fahrzeugklasse, Einsatzland und aktuellen Zeitpunkt geprüft werden.

Die Reifenflanke erzählt die technische Geschichte eines LKW-Reifens

Die Reifengröße beschreibt die Dimension. Lastindex und Geschwindigkeitssymbol beschreiben die Betriebskennung. M+S und 3PMSF betreffen Wintereigenschaften, während REGROOVABLE auf die konstruktive Nachschneidbarkeit hinweist.

TUBELESS beschreibt das Luftsystem des Reifens, während Kennzeichnungen wie POR oder ET bestimmte Spezialanwendungen beziehungsweise Reifenausführungen kennzeichnen können.

Keine dieser Angaben sollte isoliert betrachtet werden.

Ein Reifen kann die richtige Größe besitzen und trotzdem hinsichtlich Tragfähigkeit, Achsposition, Wintereigenschaften oder Einsatzgebiet ungeeignet sein.

Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht nur: „Was steht auf der Reifenflanke?“

Sondern: „Was bedeutet jede einzelne Kennzeichnung – und passt die gesamte Reifenspezifikation zu Fahrzeug, Achse und tatsächlichem Einsatz?“

Wer die Seitenwand richtig lesen kann, versteht einen LKW-Reifen wesentlich besser.

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