Karkassenwert, Nachschneiden und Runderneuerungsfähigkeit bei LKW-Reifen verstehen
FT Wissenswelt – LKW-Reifen
Karkassenwert, Nachschneiden und Runderneuerungsfähigkeit bei LKW-Reifen verstehen
Bei einem LKW-Reifen ist nicht nur die sichtbare Lauffläche wirtschaftlich interessant. Unter dem Profil befindet sich die Karkasse – das tragende Grundgerüst des Reifens.
Eine hochwertige und technisch intakte Karkasse kann beim Nutzfahrzeug einen erheblichen Wert besitzen, weil ein dafür konstruierter Reifen nach dem ersten Einsatz möglicherweise noch weitere Nutzungsphasen durchlaufen kann.
Dazu gehören je nach Reifen und Zustand:
Neureifen
Der Reifen arbeitet mit seiner ursprünglichen Lauffläche.
Nachschneiden
Bei dafür vorgesehenen Reifen kann zusätzliches Untergummi fachgerecht genutzt werden.
Karkassenprüfung
Der Zustand des tragenden Reifenunterbaus wird fachgerecht beurteilt.
Runderneuerung
Eine geeignete Karkasse kann eine neue Lauffläche erhalten.
Entscheidend ist, wie der Reifen konstruiert wurde und in welchem Zustand sich seine Karkasse befindet.
Was ist die Karkasse eines LKW-Reifens?
Die Karkasse bildet das tragende Grundgerüst des Reifens.
Sie verbindet den Reifenwulst mit dem übrigen Reifenaufbau und muss während des gesamten Einsatzes hohe mechanische Belastungen aufnehmen.
Dazu gehören:
- Radlast
- Bremskräfte
- Antriebskräfte
- Seitenkräfte
- Stoßbelastungen
- ständige Verformung beim Abrollen
Warum besitzt die Karkasse beim LKW einen besonderen wirtschaftlichen Wert?
Bei vielen PKW-Reifen endet die wirtschaftliche Nutzung im Wesentlichen mit der ursprünglichen Lauffläche.
Bei schweren Nutzfahrzeugreifen kann das anders sein.
Eine geeignete Karkasse kann abhängig von Konstruktion und Zustand Grundlage sein für:
- weitere Nutzung nach fachgerechtem Nachschneiden
- spätere Runderneuerung
- mehrere wirtschaftliche Nutzungsphasen
Warum der Karkassenwert nicht bei jedem Reifen gleich ist
Die Konstruktion und Qualität der Karkasse unterscheiden sich zwischen Reifenmodellen und Einsatzbereichen.
Einfluss haben unter anderem:
- Karkassenaufbau
- Gürtelkonstruktion
- verwendete Materialien
- Einsatzbereich
- bisherige Belastung
- Reifenfülldruck während der Nutzung
- mechanische Beschädigungen
Warum ein äußerlich guter Reifen trotzdem eine geschädigte Karkasse besitzen kann
Nicht jede Belastung ist von außen sofort eindeutig sichtbar.
Die Karkasse kann beispielsweise beansprucht worden sein durch:
- längeren Betrieb mit Unterluft
- Überlastung
- starke Erwärmung
- Stoßbelastungen
- mechanische Verletzungen
Was bedeutet Regroovable?
Die Kennzeichnung REGROOVABLE zeigt bei dafür vorgesehenen LKW-Reifen an, dass die Konstruktion ein fachgerechtes Nachschneiden der Profilrillen erlaubt.
Unter den ursprünglichen Profilrillen befindet sich dafür zusätzliches Gummivolumen oberhalb des tragenden Reifenunterbaus.
Profilverlauf, Schnitttiefe und Schnittbreite richten sich nach den Vorgaben des jeweiligen Reifenherstellers.
Was bedeutet Nachschneiden bei einem LKW-Reifen?
Beim Nachschneiden werden vorhandene Profilrillen eines dafür konstruierten Reifens fachgerecht vertieft beziehungsweise entsprechend der Herstellervorgabe nachgeführt.
Dabei wird zusätzlich vorgesehenes Untergummi genutzt.
Nachgeschnitten wird nach der für den konkreten Reifen vorgesehenen Geometrie.
Warum besitzen dafür geeignete LKW-Reifen zusätzliches Untergummi?
Zwischen dem unteren Bereich der ursprünglichen Profilrillen und dem Gürtelpaket befindet sich bei entsprechenden Reifen ein konstruktiv vorgesehener Gummibereich.
Dieser erfüllt mehrere Aufgaben.
Er schafft:
- Materialreserve
- Schutzabstand zum tragenden Reifenunterbau
- bei REGROOVABLE-Reifen eine definierte Möglichkeit zum Nachschneiden
Warum beim Nachschneiden ein Sicherheitsabstand zum Gürtel bleiben muss
Unterhalb der Lauffläche befindet sich das tragende Gürtelpaket.
Dieses darf durch das Nachschneiden nicht beschädigt oder freigelegt werden.
Warum Hersteller konkrete Nachschneidemaße angeben
Die vorhandene Materialreserve unterscheidet sich je nach Reifenmodell und Größe.
Deshalb können Hersteller für einen konkreten Reifen Vorgaben machen zu:
- Schnitttiefe
- Schnittbreite
- Rillenverlauf
- zulässigen nachzuschneidenden Bereichen
Warum nicht jeder LKW-Reifen nachgeschnitten werden darf
Das Nachschneiden setzt voraus, dass der Reifen dafür konstruktiv vorgesehen ist.
Ein Reifen ohne entsprechende Freigabe besitzt nicht automatisch eine geeignete Materialreserve unter den Profilrillen.
Warum Nachschneiden wirtschaftlich interessant sein kann
Durch fachgerechtes Nachschneiden kann bei dafür vorgesehenen Reifen zusätzliche nutzbare Profiltiefe erschlossen werden.
Dadurch kann:
- die nutzbare Laufleistung steigen
- die vorhandene Karkasse länger genutzt werden
- der wirtschaftliche Nutzen des ursprünglichen Reifens erweitert werden
Warum Nachschneiden nicht automatisch bei jedem abgefahrenen Reifen sinnvoll ist
Auch ein als REGROOVABLE gekennzeichneter Reifen sollte nicht unabhängig von seinem tatsächlichen Zustand betrachtet werden.
Vor einer weiteren Nutzung sind unter anderem relevant:
- Karkassenzustand
- Profilschäden
- Seitenwandschäden
- auffälliger Verschleiß
- vorherige Betriebsbelastung
Warum Nachschneiden und Runderneuern zwei unterschiedliche Verfahren sind
Nachschneiden
Die vorhandene ursprüngliche Lauffläche bleibt auf dem Reifen. Vorgesehenes Untergummi wird zur Vertiefung der Profilrillen genutzt.
Runderneuern
Die geeignete Karkasse erhält nach entsprechender Aufarbeitung eine neue Lauffläche.
Was bedeutet Runderneuerungsfähigkeit?
Runderneuerungsfähigkeit bedeutet, dass eine geeignete Reifen- beziehungsweise Karkassenkonstruktion grundsätzlich für eine erneute Nutzung mit neuer Lauffläche infrage kommen kann.
Ob eine konkrete gebrauchte Karkasse tatsächlich verwendet werden kann, entscheidet jedoch ihr Zustand.
Warum die Karkasse vor einer Runderneuerung geprüft werden muss
Eine neue Lauffläche kann nur auf einer technisch geeigneten Karkasse sinnvoll aufgebaut werden.
Daher muss beurteilt werden, ob relevante Schäden oder Überbeanspruchungen vorhanden sind.
Besonders wichtig sind mögliche:
- Karkassenverletzungen
- Gürtelschäden
- Wulstschäden
- Überhitzungsschäden
- Folgen von Unterluftbetrieb
Wie kann der Lebenszyklus eines LKW-Reifens aussehen?
Bei einem dafür geeigneten Reifen kann sich die wirtschaftliche Nutzung über mehrere Stufen erstrecken.
1. Neureifen
Nutzung der ursprünglichen Lauffläche.
2. Nachschneiden
Bei entsprechender Freigabe Nutzung der vorgesehenen Profilreserve.
3. Prüfung
Beurteilung der Karkasse für eine mögliche weitere Nutzung.
4. Runderneuerung
Eine geeignete Karkasse erhält eine neue Lauffläche.
Warum dieser Lebenszyklus keine Garantie ist
Ein Reifen kann theoretisch für Nachschneiden und Runderneuerung konstruiert sein und trotzdem bereits während seines ersten Reifenlebens so beschädigt werden, dass eine weitere Nutzung nicht sinnvoll oder zulässig ist.
Warum korrekter Reifenfülldruck den Karkassenwert beeinflussen kann
Der Reifenfülldruck beeinflusst, wie stark die Karkasse unter Radlast verformt wird.
Bei zu geringem Betriebsdruck können zunehmen:
- Walkarbeit
- Wärmeentwicklung
- Seitenwandverformung
- mechanische Karkassenbeanspruchung
Warum Überlastung den späteren Karkassenwert beeinträchtigen kann
Eine übermäßige Radlast beansprucht die Reifenkonstruktion stärker.
Wird die vorgesehene Tragfähigkeit überschritten, können Karkasse und Gürtel über ihre konstruktiven Betriebsgrenzen hinaus belastet werden.
Warum Geschwindigkeit ebenfalls zur Karkassenbelastung gehört
Mit steigender Geschwindigkeit durchläuft der Reifen innerhalb derselben Zeit mehr Verformungszyklen.
Dadurch beeinflussen Geschwindigkeit, Last und Reifenfülldruck gemeinsam:
- Walkarbeit
- Temperatur
- Dauerbeanspruchung
Warum Baustelleneinsatz den Karkassenwert anders beeinflussen kann als Fernverkehr
Im Fernverkehr dominieren häufig lange Laufzeiten, Wärmehaushalt und hohe Kilometerleistungen.
Im Baustelleneinsatz kommen stärker hinzu:
- Steine
- Kanten
- Schotter
- Fremdkörper
- mechanische Stoßbelastungen
Warum mechanische Schäden den Karkassenwert reduzieren können
Eine Karkasse kann nur weiterverwendet werden, wenn ihre tragenden Bereiche technisch geeignet bleiben.
Problematisch können insbesondere sein:
- tiefe Schnitte
- starke Stoßschäden
- Wulstverletzungen
- Gürtelverletzungen
- starke Seitenwandschäden
Warum kleine sichtbare Schäden nicht allein nach ihrer Optik beurteilt werden sollten
Die äußere Größe einer Verletzung zeigt nicht immer eindeutig, wie tief die Beanspruchung reicht.
Entscheidend ist, ob tragende Bereiche des Reifens betroffen sind.
Warum der Reifenwulst für die weitere Karkassennutzung wichtig ist
Der Wulst verbindet den Reifen mit der Felge und überträgt hohe Kräfte.
Beschädigungen im Wulstbereich können deshalb für die weitere technische Nutzung eines Reifens besonders relevant sein.
Warum die Montage den Karkassenwert beeinflussen kann
Der Wulstbereich eines LKW-Reifens wird bei Montage und Demontage mechanisch beansprucht.
Falsche Werkzeuge, ungeeignete Arbeitsweise oder hohe lokale Kräfte können Beschädigungen verursachen.
Warum Nachschneiden den Karkassenschutz beeinflusst
Die zusätzliche Profiltiefe wird aus dem vorgesehenen Untergummi gewonnen.
Damit reduziert sich gleichzeitig die verbleibende Gummistärke zwischen dem Grund der nachgeschnittenen Rille und dem tragenden Unterbau.
Warum Steine und Fremdkörper nach dem Nachschneiden besondere Aufmerksamkeit verdienen
Je geringer die verbleibende Gummistärke über dem Gürtel, desto wichtiger ist es, dass scharfkantige Fremdkörper nicht tief in den Reifenunterbau eindringen.
Warum man beim Nachschneiden nicht einfach möglichst viel Profiltiefe gewinnen sollte
Das Ziel ist nicht maximale Schnitttiefe, sondern die vom Hersteller definierte zusätzliche Nutzung des Profils.
Ein ausreichender Schutzabstand zum Reifenunterbau muss erhalten bleiben.
Warum Nachschneiden die ursprüngliche Reifengröße nicht verändert
Durch das Nachschneiden verändert sich die Profilgeometrie beziehungsweise nutzbare Rillentiefe.
Die grundlegende Reifengröße bleibt jedoch dieselbe.
Warum sich die Betriebskennung durch Nachschneiden nicht frei verändert
Lastindex, Geschwindigkeitsindex und Achszuordnung sind technische Eigenschaften des Reifenmodells.
Das Nachschneiden erzeugt keine neue höhere Tragfähigkeit oder Geschwindigkeitsfreigabe.
Warum Regroovable und Retreadable nicht dasselbe bedeuten
Regroovable
Beschreibt die konstruktive Möglichkeit, das vorhandene Profil nach Herstellervorgabe fachgerecht nachzuschneiden.
Retreadable / runderneuerungsfähig
Beschreibt die grundsätzliche Eignung einer Karkassenkonstruktion für eine spätere neue Lauffläche – sofern der tatsächliche Zustand dies zulässt.
Warum Runderneuerung nicht einfach „neues Profil auf alten Reifen“ bedeutet
Die Karkasse ist ein tragendes technisches Bauteil und muss für eine weitere Nutzung geeignet sein.
Deshalb gehört vor eine Runderneuerung immer die Beurteilung und Aufbereitung der Karkasse.
Warum hochwertige Karkassen für Fuhrparks wirtschaftlich interessant sind
Bei hohen Jahreslaufleistungen kann der Reifenverbrauch eines Fuhrparks erheblich sein.
Eine Karkasse, die:
- hohe Laufleistung erreicht
- fachgerecht nachgeschnitten werden kann
- und anschließend für eine Runderneuerung geeignet bleibt
kann den wirtschaftlichen Nutzen des ursprünglichen Reifenkaufs erweitern.
Warum Kosten pro Kilometer besser zur Karkassenbetrachtung passen als nur der Kaufpreis
Ein Reifen kann beim Einkauf teurer sein und trotzdem über seinen gesamten Lebenszyklus wirtschaftlich interessant werden.
Zu berücksichtigen sind beispielsweise:
Erste Laufleistung
Wie viele Kilometer erreicht die ursprüngliche Lauffläche?
Nachschneiden
Kann eine zusätzliche Nutzungsphase entstehen?
Karkassenwert
Bleibt der Reifenunterbau technisch nutzbar?
Runderneuerung
Kann eine weitere Lauffläche wirtschaftlich genutzt werden?
Warum die teuerste Karkasse nicht automatisch die wirtschaftlichste ist
Eine theoretisch hochwertige Karkassenkonstruktion bringt nur dann einen wirtschaftlichen Vorteil, wenn sie zum tatsächlichen Einsatz passt und während ihrer Nutzung in einem geeigneten Zustand bleibt.
Entscheidend sind:
- Fahrzeug
- Achsposition
- Streckenprofil
- Reifenfülldruck
- Belastung
- Schadensrisiko
Warum ein Baustellenfuhrpark Karkassen anders bewerten kann als ein Fernverkehrsfuhrpark
Ein Fernverkehrsreifen läuft überwiegend auf befestigten Straßen und erreicht häufig sehr hohe Kilometerleistungen.
Ein Baustellenreifen ist dagegen möglicherweise häufiger mechanischen Verletzungsrisiken ausgesetzt.
Fernverkehr
Hohe Kilometerleistung, Wärmehaushalt und Energieeffizienz prägen die Nutzung.
Baustelle
Mechanische Robustheit und Schutz der Karkasse gewinnen zusätzlich an Bedeutung.
Warum die Achsposition ebenfalls relevant ist
Lenk-, Antriebs- und Trailerreifen werden unterschiedlich beansprucht.
Damit unterscheiden sich auch die Belastungen, denen die Karkassen während ihres ersten Reifenlebens ausgesetzt sind.
Warum Runderneuerung Ressourcen sparen kann
Bei einer Runderneuerung wird eine vorhandene geeignete Karkasse weiterverwendet, anstatt den gesamten Reifenunterbau nach dem ersten Profil vollständig zu ersetzen.
Damit wird ein technisch wertvolles Bauteil erneut genutzt.
Warum Ressourcenschonung keine Abstriche bei der Karkassenprüfung bedeutet
Eine weitere Nutzung ist nur sinnvoll, wenn die Karkasse technisch geeignet ist.
Nachschneiden und Runderneuerung im Vergleich
| Merkmal | Nachschneiden | Runderneuerung |
|---|---|---|
| Grundlage | Vorhandene ursprüngliche Lauffläche | Geprüfte geeignete Karkasse |
| Was wird verändert? | Vorgesehene Profilrillen werden nach Herstellerangabe vertieft | Eine neue Lauffläche wird aufgebaut |
| Neue Lauffläche? | Nein | Ja |
| Voraussetzung | Reifen muss dafür freigegeben und technisch geeignet sein | Karkasse muss die fachgerechte Prüfung bestehen |
| Wirtschaftliches Ziel | Zusätzliche Nutzung der vorhandenen Profilreserve | Erneute Nutzung der vorhandenen Karkasse |
| Karkassenwert | Soll möglichst erhalten bleiben | Ist die technische Grundlage des Verfahrens |
Welche Faktoren beeinflussen den Karkassenwert?
Konstruktion
Ist der Reifen für weitere Nutzungsphasen ausgelegt?
Luftdruck
Wurde die Karkasse mit passenden Betriebsdrücken genutzt?
Belastung
Wurde der Reifen innerhalb seiner Tragfähigkeitsgrenzen betrieben?
Temperatur
Gab es Hinweise auf starke thermische Überbeanspruchung?
Wulst
Ist der tragende Montagebereich technisch einwandfrei?
Seitenwand
Sind relevante Verletzungen oder Folgeschäden vorhanden?
Gürtelbereich
Ist der tragende Unterbau unbeschädigt?
Einsatzhistorie
Unter welchen realen Bedingungen wurde der Reifen genutzt?
Typische Irrtümer zu Karkassenwert, Nachschneiden und Runderneuerung
| Behauptung | Richtige Einordnung |
|---|---|
| „Ein abgefahrener LKW-Reifen ist wertlos.“ | Nicht automatisch. Eine technisch geeignete Karkasse kann weiteren wirtschaftlichen Nutzen besitzen. |
| „Regroovable bedeutet runderneuert.“ | Nein. Regroovable bezeichnet die Möglichkeit des Nachschneidens der vorhandenen Lauffläche. |
| „Nachschneiden bedeutet eine neue Lauffläche.“ | Nein. Die vorhandene Lauffläche bleibt bestehen; vorgesehene Rillen werden fachgerecht vertieft. |
| „Jeder LKW-Reifen darf nachgeschnitten werden.“ | Nein. Der Reifen muss dafür konstruktiv vorgesehen und freigegeben sein. |
| „Beim Nachschneiden darf so tief geschnitten werden, wie noch Gummi vorhanden ist.“ | Nein. Schnitttiefe und Geometrie richten sich nach den konkreten Herstellervorgaben. |
| „Jede Retreadable-Karkasse kann automatisch runderneuert werden.“ | Nein. Der tatsächliche gebrauchte Karkassenzustand muss fachgerecht geprüft werden. |
| „Unterluft betrifft nur das Profil.“ | Nein. Zu geringer Reifenfülldruck kann besonders die Karkasse durch erhöhte Walkarbeit und Wärme beanspruchen. |
| „Ein neues Profil macht jeden alten Reifen wieder neuwertig.“ | Nein. Grundlage jeder Runderneuerung ist eine technisch geeignete und geprüfte Karkasse. |
| „Der Kaufpreis zeigt, welcher Reifen wirtschaftlich am besten ist.“ | Nein. Laufleistung, Nachschneidbarkeit, Energiebedarf und möglicher Karkassenwert gehören ebenfalls zur Gesamtwirtschaftlichkeit. |
| „Karkassenwert ist nur für Runderneuerer interessant.“ | Nein. Er kann auch für Fuhrparks wichtig sein, weil er die wirtschaftliche Nutzung über das erste Profil hinaus beeinflussen kann. |
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Was ist die Karkasse eines LKW-Reifens?
Die Karkasse ist das tragende Grundgerüst des Reifens. Sie nimmt während des Betriebs Radlast sowie Brems-, Antriebs-, Seiten- und Stoßkräfte auf.
Warum besitzt eine LKW-Reifenkarkasse einen wirtschaftlichen Wert?
Eine geeignete und intakte Karkasse kann nach dem ersten Reifenleben möglicherweise weiter genutzt werden, beispielsweise durch fachgerechtes Nachschneiden und später eine Runderneuerung.
Was bedeutet REGROOVABLE?
REGROOVABLE kennzeichnet einen Reifen, dessen Konstruktion ein fachgerechtes Nachschneiden der Profilrillen nach Herstellervorgabe erlaubt.
Was passiert beim Nachschneiden?
Bei einem dafür vorgesehenen Reifen werden vorhandene Profilrillen innerhalb der Herstellerangaben vertieft. Dabei wird konstruktiv vorgesehenes Untergummi genutzt.
Ist Nachschneiden dasselbe wie Runderneuern?
Nein. Beim Nachschneiden bleibt die ursprüngliche Lauffläche erhalten. Bei der Runderneuerung erhält eine geeignete und geprüfte Karkasse eine neue Lauffläche.
Kann jeder LKW-Reifen nachgeschnitten werden?
Nein. Das Verfahren setzt eine entsprechende Reifenfreigabe und einen technisch geeigneten Zustand voraus.
Kann jede runderneuerungsfähige Karkasse tatsächlich runderneuert werden?
Nein. Der gebrauchte Reifen muss fachgerecht geprüft werden. Schäden oder Überbeanspruchungen können eine weitere Nutzung ausschließen.
Warum beeinflusst Unterluft den Karkassenwert?
Zu geringer Reifenfülldruck kann die Karkasse stärker verformen und Walkarbeit sowie Wärmeentwicklung erhöhen. Dadurch kann der Reifenunterbau stärker beansprucht werden.
Warum ist der Karkassenwert für die Wirtschaftlichkeit wichtig?
Eine weitere Nutzung der Karkasse kann den wirtschaftlichen Nutzen eines Reifens über die erste Lauffläche hinaus erweitern.
Ist ein runderneuerter Reifen einfach ein alter Reifen mit neuem Profil?
Diese Beschreibung greift zu kurz. Grundlage ist eine technisch geeignete und geprüfte Karkasse, auf der eine neue Lauffläche aufgebaut wird.
Technischer Hinweis
Ob ein konkreter LKW-Reifen nachgeschnitten werden darf und welche Nachschneidetiefe beziehungsweise Profilgeometrie zulässig ist, richtet sich nach den Vorgaben des Reifenherstellers und den geltenden technischen Anforderungen. Eine mögliche Runderneuerung setzt zusätzlich eine fachgerechte Prüfung der gebrauchten Karkasse voraus. Eine Kennzeichnung oder grundsätzliche konstruktive Eignung garantiert nicht, dass jeder gebrauchte Reifen für eine weitere Nutzungsphase geeignet ist.
Beim LKW kann der wirtschaftliche Wert eines Reifens weit über das erste Profil hinausgehen
Die Karkasse ist das tragende Grundgerüst des LKW-Reifens und kann bei geeigneter Konstruktion und gutem Zustand mehrere wirtschaftliche Nutzungsphasen ermöglichen.
Ein als REGROOVABLE gekennzeichneter Reifen kann nach Herstellervorgabe fachgerecht nachgeschnitten werden. Dabei wird vorgesehene Profilreserve genutzt – es entsteht jedoch keine neue Lauffläche.
Eine Runderneuerung geht einen anderen Weg: Eine fachgerecht geprüfte und geeignete Karkasse erhält eine neue Lauffläche.
Ob diese Möglichkeiten tatsächlich genutzt werden können, entscheidet nicht nur die ursprüngliche Reifenkonstruktion. Auch Reifenfülldruck, Belastung, Temperatur, Schäden, Montage und die gesamte Nutzungshistorie beeinflussen den späteren Karkassenzustand.
Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht nur: „Wie viel Profil hat der Reifen noch?“
Sondern: „In welchem technischen Zustand befindet sich die Karkasse – und welche weitere Nutzung ist für genau diesen Reifen vorgesehen und möglich?“
Genau hier zeigt sich, warum die Wirtschaftlichkeit eines LKW-Reifens nicht allein am Neureifenpreis gemessen werden sollte.
FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Produktwissen, Praxiswissen und Herstellerwissen.
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