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Intelligente Reifen verstehen – Sensoren, Reifendaten und digitales Reifenmanagement erklärt

FT Wissenswelt – Reifenwissen

Intelligente Reifen verstehen – Sensoren, Reifendaten und digitales Reifenmanagement erklärt

Ein Reifen war jahrzehntelang vor allem ein mechanisches Bauteil: Er trägt das Fahrzeug, überträgt Lenk-, Brems- und Antriebskräfte und stellt den Kontakt zur Straße her.

Doch moderne Reifen können zunehmend noch etwas anderes: Daten liefern.

Sensoren direkt im Reifen können je nach System Informationen über Reifendruck, Temperatur, Laufleistung und weitere Zustands- beziehungsweise Bewegungsdaten erfassen. Diese Informationen können an das Fahrzeug, ein digitales Reifenmanagement oder eine Flottenplattform übertragen und dort ausgewertet werden.

Damit entwickelt sich der Reifen vom rein mechanischen Bauteil zunehmend zu einem digitalen Bestandteil des Fahrzeugs.

Druck

Der aktuelle Reifenfülldruck kann direkt am Reifen erfasst werden.

Temperatur

Die thermische Belastung des Reifens kann überwacht werden.

Laufleistung

Intelligente Systeme können Nutzung und zurückgelegte Strecke des Reifens erfassen.

Datenanalyse

Software kann aus Reifendaten Warnungen, Prognosen und Wartungshinweise ableiten.

Was ist ein intelligenter Reifen?

Der Begriff „intelligenter Reifen“ beziehungsweise „Smart Tire“ wird für Reifen verwendet, die über zusätzliche Sensorik und digitale Funktionen verfügen.

Der entscheidende Unterschied zu einer rein mechanischen Reifenkonstruktion ist die Fähigkeit, Informationen über den tatsächlichen Betriebszustand zu erfassen und weiterzugeben.

Sensor

Erfasst bestimmte physikalische Werte direkt im beziehungsweise am Reifen.

Datenübertragung

Die erfassten Informationen werden an ein Fahrzeug- oder Managementsystem übertragen.

Software

Erst die Verarbeitung der Rohdaten macht aus Messwerten nutzbare Informationen.

Ein Sensor allein macht noch kein intelligentes Gesamtsystem

Der eigentliche Mehrwert entsteht durch das Zusammenspiel aus Reifen, Sensor, Datenübertragung, Software und sinnvoller Auswertung.

Intelligenter Reifen und RDKS sind nicht dasselbe

Das klassische Reifendruckkontrollsystem – kurz RDKS – hat eine klar definierte Hauptaufgabe: Es soll einen problematischen Reifenfülldruck beziehungsweise Druckverlust erkennen und den Fahrer warnen.

Ein intelligentes Reifensystem kann deutlich weiter gehen.

System Typische Aufgabe
RDKS Reifenfülldruck überwachen beziehungsweise einen relevanten Druckverlust erkennen.
Intelligenter Reifen Je nach System zusätzliche Reifen- und Betriebsdaten erfassen, übertragen und auswerten.
Einfach ausgedrückt

RDKS fragt vor allem: Stimmt der Reifenfülldruck? Ein intelligentes Reifensystem kann zunehmend fragen: Wie geht es dem Reifen insgesamt und was lässt sich aus seinen Daten ableiten?

Warum der Sensor direkt im Reifen interessant ist

Viele Fahrzeugdaten werden indirekt aus anderen Sensoren errechnet. Ein Sensor im Reifen befindet sich dagegen unmittelbar dort, wo wichtige Betriebszustände entstehen.

Direkte Druckmessung

Der Sensor kann den tatsächlichen Druck innerhalb des Reifens erfassen.

Direkte Temperaturmessung

Die thermischen Bedingungen werden unmittelbar im Reifen gemessen.

Reifenbezogene Daten

Informationen können einem konkreten Reifen und dessen tatsächlichem Einsatz zugeordnet werden.

Der Reifen wird damit selbst zur Datenquelle

Das ist einer der wesentlichen Schritte vom klassischen Reifen zum digitalen Reifen.

Welche Daten können intelligente Reifen heute erfassen?

Welche Werte tatsächlich verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Hersteller und System ab.

Reifendruck

Einer der wichtigsten Werte für Sicherheit, Tragfähigkeit, Verschleiß und Energieverbrauch.

Reifentemperatur

Kann Hinweise auf den thermischen Betriebszustand und ungewöhnliche Belastung liefern.

Laufleistung

Ein Reifen kann digital seiner tatsächlichen Nutzung beziehungsweise zurückgelegten Strecke zugeordnet werden.

Beschleunigungsdaten

Bei entsprechenden Systemen können Bewegungen und Kräfte über Sensoren erfasst werden.

Nicht jeder intelligente Reifen misst alle diese Werte

Die tatsächlichen Funktionen hängen immer von Sensor, Reifensystem, Software und Fahrzeuganbindung ab.

Warum Temperaturinformationen so interessant sind

Reifentemperatur ist ein wichtiger Hinweis auf den tatsächlichen Betriebszustand.

Ein Reifen erwärmt sich während der Fahrt durch:

  • Walkarbeit
  • Fahrgeschwindigkeit
  • Fahrzeuglast
  • Reifenfülldruck
  • Außentemperatur
  • Brems- und Antriebskräfte
  • Fahrweise
Druck und Temperatur hängen zusammen

Ein einzelner Druckwert erzählt deshalb nicht immer die ganze Geschichte. Die zusätzliche Temperaturinformation kann helfen, den Betriebszustand besser einzuordnen.

Zu niedriger Druck kann auch thermisch kritisch werden

Ist der Reifenfülldruck zu niedrig, wird der Reifen stärker verformt. Die Walkarbeit steigt und damit kann auch die Wärmeentwicklung zunehmen.

Druck sinkt

Der Reifen verliert einen Teil seiner vorgesehenen pneumatischen Unterstützung.

Verformung nimmt zu

Lauffläche und Seitenwand arbeiten bei jeder Umdrehung stärker.

Temperatur kann steigen

Die zusätzliche Walkarbeit erzeugt Wärme.

System erkennt Auffälligkeiten

Ein intelligentes Reifenmanagement kann Druck- und Temperaturinformationen gemeinsam beobachten.

Vom Messwert zur Warnung

Ein moderner Sensor erzeugt zunächst lediglich Daten. Erst deren Verarbeitung macht daraus eine für Fahrer, Werkstatt oder Flottenmanager verständliche Information.

Sensor misst

Beispielsweise Druck oder Temperatur.

Daten werden übertragen

Je nach System an Fahrzeug, Empfänger, Gateway oder digitale Plattform.

Software verarbeitet

Messwerte werden gespeichert, verglichen und bewertet.

Abweichung wird erkannt

Das System kann auffällige Werte oder Entwicklungen identifizieren.

Nutzer erhält Information

Fahrer oder Flottenmanager erhält eine Warnung oder Wartungsinformation.

Das ist der eigentliche Schritt zur Intelligenz

Ein einzelner Messwert ist nur Information. Durch Verlauf, Vergleich und Analyse kann daraus eine Entscheidungshilfe entstehen.

Continental: Intelligente Reifen im LKW- und Flottenbereich

Besonders weit entwickelt ist digitales Reifenmanagement heute im Nutzfahrzeug- und Flottenbereich.

Continental bietet intelligente Reifen mit direkt integriertem In-Tire-Sensor an. Dieser kann während des Einsatzes wichtige Reifendaten erfassen.

Reifendruck

Kontinuierliche Informationen über den Betriebsdruck ermöglichen eine frühzeitige Reaktion auf Abweichungen.

Temperatur

Die Reifentemperatur kann während des Fahrzeugbetriebs überwacht werden.

Laufleistung

Auch die tatsächliche Laufleistung des Reifens kann dem digitalen Reifenmanagement zur Verfügung stehen.

Intelligenter LKW-Reifen bedeutet mehr als ein Ventilsensor

Der Sensor ist direkt dem Reifen zugeordnet und Teil eines umfassenderen Reifenmanagementsystems.

Was ist Continental ContiConnect?

ContiConnect ist ein digitales Reifenmanagementsystem für Fahrzeugflotten.

Die vom Reifen beziehungsweise Sensor bereitgestellten Informationen können über verschiedene technische Lösungen erfasst und auf einer digitalen Plattform bereitgestellt werden.

ContiConnect Lite

Eine Lösung für die digitale Überwachung entsprechender Reifendaten.

ContiConnect Pro Yard

Reifendaten können bei der Einfahrt beziehungsweise Anwesenheit auf einem entsprechend ausgestatteten Betriebshof erfasst werden.

ContiConnect Pro Live

Je nach Fahrzeugausrüstung können Reifendaten während des Flotteneinsatzes übertragen und überwacht werden.

Das Entscheidende ist nicht nur die Messung

Für eine Spedition oder Fahrzeugflotte wird der Reifen interessant, wenn Informationen automatisch dort ankommen, wo Wartung und Fahrzeugverfügbarkeit geplant werden.

Warum intelligente Reifen gerade beim LKW besonders sinnvoll sind

Ein Pkw besitzt normalerweise vier Reifen. Ein Sattelzug beziehungsweise eine entsprechende Nutzfahrzeugkombination hat wesentlich mehr Reifen – und jeder einzelne kann Einfluss auf Betriebssicherheit, Verbrauch und Fahrzeugverfügbarkeit haben.

Viele Reifen

Mit zunehmender Reifenanzahl steigt der Aufwand für regelmäßige manuelle Kontrollen.

Hohe Laufleistungen

Nutzfahrzeugreifen legen in kurzer Zeit sehr große Strecken zurück.

Stillstand kostet

Ein ungeplanter Reifenausfall kann Touren, Termine und Fahrzeugverfügbarkeit beeinträchtigen.

Reifenkosten

Bei großen Flotten ist Reifenmanagement ein relevanter Kostenfaktor.

Kraftstoffverbrauch

Ungeeigneter Reifenfülldruck kann den Rollwiderstand und damit Betriebskosten beeinflussen.

Planbarkeit

Digitale Informationen können helfen, Wartung gezielter vorzubereiten.

Der nächste Schritt: Profilverschleiß digital vorhersagen

Die Entwicklung endet nicht bei Druck und Temperatur.

Continental entwickelt eine neue Generation seines In-Tire-Sensors, deren Daten zusammen mit eigener KI genutzt werden sollen, um unter anderem Profilverschleiß und den sogenannten Pull Point vorherzusagen.

Profilverschleiß

Aus den Reifendaten soll zunehmend ableitbar werden, wie weit der Reifen bereits verschlissen ist.

Pull Point

Für Flotten ist besonders interessant, den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, an dem ein Reifen für einen geplanten Service aus dem Einsatz genommen werden sollte.

Vom Reifendruck zur Lebenszyklusplanung

Damit verändert sich digitales Reifenmanagement grundlegend: Nicht nur ein aktueller Fehler soll erkannt werden – künftig soll der weitere Reifenlebenszyklus zunehmend vorhersehbar werden.

Warum Verschleißprognosen für LKW-Flotten besonders interessant sind

Bei Nutzfahrzeugreifen entscheidet nicht nur die gesetzliche Mindestprofiltiefe über den wirtschaftlich sinnvollen Zeitpunkt eines Reifenwechsels.

Eine Flotte muss zusätzlich berücksichtigen:

  • geplante Fahrzeuglaufleistung
  • Touren und Einsatzgebiet
  • Wartungsintervalle
  • Reifenposition am Fahrzeug
  • geplante Umrüstungen
  • mögliche Karkassennutzung beziehungsweise Runderneuerung
  • Fahrzeugverfügbarkeit
Der beste Wechselzeitpunkt kann wirtschaftlich wichtiger sein als der spätestmögliche Wechselzeitpunkt

Genau hier können digitale Reifeninformationen zukünftig einen großen Mehrwert bieten.

Was bedeutet digitales Reifenmanagement für eine Flotte?

Statt jeden Reifen nur zu festen Zeitpunkten manuell zu kontrollieren, können Daten kontinuierlich beziehungsweise regelmäßig digital bereitgestellt werden.

Klassische Kontrolle Digitales Reifenmanagement
Momentaufnahme zum Kontrollzeitpunkt Je nach System kontinuierliche oder regelmäßig automatisierte Daten
Druck wird manuell gemessen Druckdaten können automatisch übertragen werden
Temperatur meist nicht dauerhaft bekannt Temperatur kann sensorisch überwacht werden
Laufleistung aus Fahrzeugdaten ableiten Reifenspezifische Nutzung kann stärker digital zugeordnet werden
Problem fällt bei Kontrolle auf Abweichungen können früher als Warnung gemeldet werden
Wartung nach festen Intervallen Wartung kann stärker zustandsorientiert geplant werden

LKW-Reifen bei FT Reifen

Bei FT Reifen finden Sie LKW-Reifen für unterschiedliche Achspositionen, Fahrzeugarten und Einsatzbedingungen.

LKW-Reifen Reifen für Lkw, Zugmaschinen, Auflieger und unterschiedliche Nutzfahrzeuganwendungen entdecken.

Pirelli Cyber™ Tyre: Wenn der Reifen direkt mit dem Auto kommuniziert

Im Pkw-Bereich zeigt Pirelli mit Cyber™ Tyre, wie weit ein sensorisierter Reifen über klassische Drucküberwachung hinausgehen kann.

Das System kombiniert einen Sensor im Reifen mit Software und Algorithmen. Die Daten werden in Echtzeit an die Fahrzeugelektronik übertragen und können dort für weitere Funktionen genutzt werden.

Sensor im Reifen

Der Reifen erfasst direkt physikalische Betriebsdaten.

Software im Fahrzeug

Pirelli-Algorithmen verarbeiten die Daten innerhalb der elektronischen Fahrzeugarchitektur.

Fahrzeugsysteme

Die ausgewerteten Informationen können mit Fahr- und Kontrollsystemen des Fahrzeugs verknüpft werden.

Welche Informationen kann Pirelli Cyber Tyre erfassen?

Je nach Ausführung können die im Reifen integrierten Sensoren unter anderem Informationen zu folgenden Bereichen liefern:

  • Reifenfülldruck
  • Reifentemperatur
  • Beschleunigungsdaten
  • Reifenzustand beziehungsweise Betriebsinformationen
Der große Unterschied zu einem einfachen Warnsensor

Cyber Tyre soll seine Daten nicht nur anzeigen, sondern in die elektronische Regelung und digitale Architektur des Fahrzeugs integrieren.

Wenn Reifeninformationen ABS, ESP und ADAS unterstützen

Ein Reifen ist der einzige Teil des Fahrzeugs, der dauerhaft direkten Kontakt zur Fahrbahn besitzt.

Genau deshalb sind Informationen unmittelbar aus dem Reifen für moderne Fahrzeugregelsysteme interessant.

ABS

Das Antiblockiersystem regelt die Bremskräfte an der Haftungsgrenze.

ESP

Die Fahrstabilitätsregelung greift ein, wenn das Fahrzeug vom vorgesehenen Fahrzustand abweicht.

ADAS

Moderne Fahrerassistenzsysteme nutzen immer mehr Fahrzeug- und Umgebungsinformationen.

Reifendaten können einen zusätzlichen Informationskanal bilden

Je besser ein Fahrzeug seinen tatsächlichen Reifen- und Fahrbahnzustand kennt, desto gezielter können zukünftige Regelstrategien darauf reagieren.

Kann ein intelligenter Reifen die Fahrbahn „fühlen“?

Der Ausdruck klingt zunächst übertrieben – beschreibt aber recht gut, wohin die Entwicklung geht.

Sensoren im Reifen können Bewegungen und Beschleunigungen unmittelbar am Rad erfassen. Zusammen mit Software können daraus Informationen über die aktuelle Interaktion zwischen Reifen und Fahrbahn entstehen.

Der Reifen wird damit zum zusätzlichen Fahrzeugsensor

Nicht nur Kamera, Radar und Fahrwerk liefern Informationen. Auch der Reifen selbst kann zunehmend Teil der Sensorik moderner Fahrzeuge werden.

Von Smart Tire zu Smart Road

Die nächste Entwicklungsstufe geht noch weiter: Reifendaten müssen nicht ausschließlich im eigenen Fahrzeug bleiben.

In vernetzten Fahrzeug- und Infrastrukturkonzepten können Informationen über Fahrbahnzustände zukünftig auch mit anderen Fahrzeugen oder digitalen Verkehrssystemen geteilt werden.

Vehicle-to-Vehicle

Fahrzeuge können relevante Informationen untereinander austauschen.

Vehicle-to-Infrastructure

Fahrzeuge können Informationen mit Straßen- und Verkehrsinfrastruktur austauschen.

Der Reifen könnte damit Teil eines größeren Verkehrsnetzwerks werden

Aus einem einzelnen Bauteil entsteht eine zusätzliche Informationsquelle für Fahrzeug und Infrastruktur.

Was ist heute Realität – und was ist Zukunft?

Gerade bei intelligenten Reifen ist es wichtig, nicht alle Entwicklungsstufen miteinander zu vermischen.

Bereich Einordnung
Druckmessung Heute etablierte Technik.
Temperaturmessung im Reifen Bei entsprechenden intelligenten Systemen bereits verfügbar.
Laufleistungserfassung Im professionellen Reifenmanagement bereits möglich.
Digitale Flottenüberwachung Im LKW- und Nutzfahrzeugbereich heute bereits Realität.
Direkte Integration in Fahrzeugelektronik Bei entsprechenden Pkw-Technologien bereits in konkreten Anwendungen vorhanden.
KI-basierte Verschleißprognose Aktiver Entwicklungsbereich und nächste Generation digitaler Reifenservices.
Breite V2X-Kommunikation über Reifendaten Zukunfts- beziehungsweise Ausbaugebiet vernetzter Mobilität.
Nicht jede Zukunftsfunktion steckt heute bereits in jedem Smart Tire

„Intelligenter Reifen“ ist kein einheitlicher Funktionsstandard. Deshalb muss immer betrachtet werden, welche Fähigkeiten das konkrete System tatsächlich besitzt.

Kann ein intelligenter Reifen seine Profiltiefe direkt messen?

Das ist technisch differenziert zu betrachten.

Ein heutiger In-Tire-Sensor muss nicht zwangsläufig mit einem kleinen mechanischen Profiltiefenmesser ausgestattet sein.

Stattdessen können zukünftig beziehungsweise bei entsprechenden Systemen verschiedene Reifendaten und deren Verlauf genutzt werden, um Verschleißzustand und verbleibende Nutzung digital abzuleiten oder vorherzusagen.

Direkt messen und intelligent berechnen sind zwei verschiedene Dinge

Genau diese Unterscheidung ist wichtig, wenn von digitaler Profiltiefen- oder Verschleißerkennung gesprochen wird.

Kann ein intelligenter Reifen Schäden selbst erkennen?

Auch hier sollte man vorsichtig formulieren.

Druck-, Temperatur- oder Bewegungsdaten können ungewöhnliche Betriebszustände sichtbar machen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder Schnitt, jede Karkassenverletzung oder jeder Fremdkörper eindeutig vom Sensor erkannt wird.

Sensorik ersetzt keine vollständige Reifenprüfung

Ein Reifen kann mechanisch beschädigt sein, obwohl einzelne Messwerte zunächst noch unauffällig erscheinen.

Intelligente Reifen machen den Fahrer nicht überflüssig

Mehr Daten bedeuten bessere Informationsmöglichkeiten – aber keine Abschaffung grundlegender Reifenpflege.

  • Reifen weiterhin regelmäßig ansehen
  • Beschädigungen beachten
  • Profiltiefe kontrollieren
  • Reifendruckvorgaben einhalten
  • Warnmeldungen ernst nehmen
  • Fahrzeug- und Reifenherstellerangaben beachten
Digitalisierung ergänzt die Reifenprüfung

Sie kann Kontrollen zielgerichteter und frühzeitiger machen, ersetzt aber nicht automatisch jede Sicht- oder Zustandsprüfung.

Warum intelligente Reifen wirtschaftlich interessant werden

Die Digitalisierung eines Reifens dient nicht nur der Sicherheit. Besonders im professionellen Fahrzeugbetrieb können wirtschaftliche Vorteile entstehen.

Weniger ungeplante Ausfälle

Früh erkannte Druckprobleme können einen späteren Reifenausfall verhindern helfen.

Planbare Wartung

Reifenservice kann stärker nach tatsächlichem Zustand organisiert werden.

Bessere Reifenlaufleistung

Korrekter Druck und gezielte Wartung können helfen, Reifen wirtschaftlicher zu nutzen.

Weniger Kraftstoffverbrauch

Ungeeigneter Druck erhöht den Rollwiderstand und kann die Betriebskosten steigern.

Flottenübersicht

Viele Fahrzeuge und Reifen können zentraler überwacht werden.

Lebenszyklus

Reifendaten können zunehmend über den gesamten Einsatzzeitraum genutzt werden.

Intelligente Reifen und Elektrofahrzeuge

Auch bei Elektrofahrzeugen können digitale Reifendaten besonders interessant sein.

Fahrzeuggewicht, hohe Antriebskräfte, Effizienz und Reichweite machen den korrekten Reifenzustand besonders relevant.

Reifendruck und Reichweite

Ungeeigneter Reifenfülldruck kann den Rollwiderstand und damit den Energiebedarf beeinflussen.

Reifendaten und Fahrzeugregelung

Moderne Elektrofahrzeuge besitzen eine stark digitalisierte Fahrzeugarchitektur, in die zusätzliche Reifendaten eingebunden werden können.

FT Wissenswelt EV-Reifen Tragfähigkeit, Drehmoment, Rollwiderstand, Reichweite und weitere Besonderheiten von Reifen für Elektrofahrzeuge verstehen.

Intelligenter Reifen, RDKS, RFID und OE – nicht verwechseln

Begriff Grundaufgabe
RDKS Reifendruck überwachen beziehungsweise Druckverlust erkennen.
Intelligenter Reifen Zusätzliche Betriebsdaten erfassen und digital weiterverarbeiten.
RFID Einen Reifen eindeutig digital identifizierbar machen.
OE-Kennung Eine fahrzeugherstellerspezifische Homologation beziehungsweise Reifenabstimmung kennzeichnen.
Mehrere Technologien können im selben Reifen zusammenkommen

Ein moderner Reifen kann beispielsweise eine OE-Ausführung sein, digitale Identifikation besitzen und zusätzlich mit Sensorik für ein intelligentes Reifenmanagement ausgestattet sein.

Intelligenter Reifen und RFID sind ebenfalls nicht dasselbe

RFID und Sensorik werden häufig gemeinsam im Zusammenhang mit digitalisierten Reifen genannt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

RFID

Dient in erster Linie dazu, einen Reifen eindeutig digital zu identifizieren und Informationen zuzuordnen.

Sensor

Erfasst während des Reifenbetriebs aktiv bestimmte physikalische Messwerte.

Identifikation ist nicht Messung

Ein RFID-Chip muss nicht automatisch Druck oder Temperatur messen. Das Thema RFID behandeln wir deshalb sinnvollerweise separat in einer eigenen FT Wissenswelt.

Was könnte der Reifen der Zukunft noch wissen?

Die Entwicklung bewegt sich von einzelnen Messwerten zunehmend in Richtung eines digitalen Reifenmodells, das seinen Zustand über den gesamten Lebenszyklus beschreiben kann.

Verschleißprognose

Wann erreicht der Reifen einen sinnvollen Wechsel- oder Servicezeitpunkt?

Restlaufleistung

Wie lange kann der Reifen unter den aktuellen Einsatzbedingungen voraussichtlich noch genutzt werden?

Belastungszustand

Wie stark wurde der Reifen über seinen bisherigen Lebenszyklus thermisch und mechanisch beansprucht?

Fahrbahninformation

Können Reifeninformationen zukünftig Hinweise auf Nässe oder Straßenbedingungen liefern?

Fahrzeugregelung

Können ABS, ESP und Assistenzsysteme Reifendaten stärker direkt berücksichtigen?

Vernetzte Infrastruktur

Können Informationen mehrerer Fahrzeuge gemeinsam für Verkehr und Straßenmanagement genutzt werden?

Der Reifen wird zum Teil des digitalen Fahrzeugs

Das ist wahrscheinlich die größte Veränderung: Reifen werden nicht nur technisch verbessert, sondern zunehmend in Software-, Daten- und Fahrzeugarchitekturen integriert.

Typische Irrtümer über intelligente Reifen

Behauptung Richtige Einordnung
„Ein intelligenter Reifen ist nur ein Reifen mit RDKS.“ Zu kurz gedacht. Smart-Tire-Systeme können deutlich mehr Daten erfassen und verarbeiten.
„Jeder moderne Reifen besitzt bereits einen In-Tire-Sensor.“ Nein. Die Technologie ist bislang nur in entsprechenden Reifen- und Fahrzeuganwendungen vorhanden.
„Ein Sensor erkennt jeden Reifenschaden.“ Nein. Messdaten können Auffälligkeiten zeigen, ersetzen aber keine vollständige Schadensbeurteilung.
„RFID und Reifensensor sind dasselbe.“ Nein. RFID dient primär der Identifikation, ein Sensor misst Betriebswerte.
„Digitales Reifenmanagement gibt es erst in Zukunft.“ Nein. Im professionellen LKW- und Flottenbereich werden solche Systeme bereits heute eingesetzt.
„KI misst die Profiltiefe direkt.“ Nicht zwingend. Verschleiß kann aus verschiedenen Sensordaten und Modellen abgeleitet beziehungsweise prognostiziert werden.
„Smart Tires sind nur für Elektroautos interessant.“ Nein. Besonders im LKW- und Flottenbereich sind intelligente Reifensysteme schon heute sehr relevant.

Passende Herstellerwelten bei FT Reifen

Bei intelligenten Reifen verfolgen die Hersteller unterschiedliche Strategien. Continental zeigt die Digitalisierung besonders stark im Nutzfahrzeug- und Flottenbereich, Pirelli verbindet sensorisierte Reifen sehr weitgehend mit der Fahrzeugelektronik.

Passende Reifenbereiche bei FT Reifen

FT-Reifen auf Instagram und TikTok

Auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen wir regelmäßig Reifen, Reifentechnologien, Produkte und Einblicke in die FT-Reifen Wissenswelt, Praxiswelt und Herstellerwelt.

Häufige Fragen zu intelligenten Reifen

Was ist ein intelligenter Reifen?

Ein intelligenter Reifen verfügt über Sensorik beziehungsweise ist Teil eines digitalen Systems, das Reifendaten erfassen, übertragen und auswerten kann.

Welche Daten kann ein intelligenter Reifen messen?

Je nach System können unter anderem Reifenfülldruck, Temperatur, Laufleistung und Bewegungs- beziehungsweise Beschleunigungsdaten erfasst werden.

Ist ein intelligenter Reifen dasselbe wie RDKS?

Nein. RDKS konzentriert sich auf die Überwachung des Reifenfülldrucks. Intelligente Reifensysteme können zusätzliche Daten und Funktionen bieten.

Was ist ein In-Tire-Sensor?

Ein In-Tire-Sensor befindet sich direkt im Reifen und kann dort physikalische Betriebsdaten erfassen.

Gibt es intelligente Reifen heute schon im LKW-Bereich?

Ja. Continental bietet intelligente Reifen beziehungsweise nachrüstbare In-Tire-Sensoren für digitales Flotten- und Reifenmanagement an.

Was misst Continental ContiConnect?

Je nach System werden unter anderem Reifendruck, Temperatur und Laufleistung erfasst und auf einer digitalen Plattform bereitgestellt.

Was ist ContiConnect?

ContiConnect ist Continentals digitales Reifenmanagement für Nutzfahrzeug- und Flottenanwendungen.

Kann Continental den Reifenverschleiß digital erkennen?

Continental entwickelt eine neue Sensorgeneration, deren Daten zusammen mit KI zur Prognose von Profilverschleiß und geeignetem Servicezeitpunkt genutzt werden sollen.

Was ist Pirelli Cyber Tyre?

Cyber Tyre kombiniert im Reifen integrierte Sensoren mit Pirelli-Software und Algorithmen und kann Daten in Echtzeit an die Fahrzeugelektronik übertragen.

Kann ein Reifen mit ABS oder ESP kommunizieren?

Bei entsprechend integrierten Systemen können Reifendaten von der Fahrzeugelektronik verarbeitet und für Fahr- und Kontrollfunktionen genutzt werden.

Kann ein intelligenter Reifen die Straßenoberfläche erkennen?

Sensor- und Fahrzeugdaten können zunehmend genutzt werden, um Informationen über die Interaktion zwischen Reifen und Fahrbahn abzuleiten. Der konkrete Funktionsumfang hängt vom jeweiligen System ab.

Ist RFID dasselbe wie ein Reifensensor?

Nein. RFID dient primär zur digitalen Identifikation. Ein aktiver Reifensensor misst dagegen bestimmte Betriebswerte.

Kann ein intelligenter Reifen seine Profiltiefe selbst messen?

Nicht zwingend direkt. Moderne Systeme können Verschleiß aus verschiedenen Sensordaten und Algorithmen ableiten beziehungsweise prognostizieren.

Kann ein intelligenter Reifen jeden Schaden erkennen?

Nein. Sensorik kann ungewöhnliche Zustände erkennen, ersetzt aber keine vollständige Prüfung bei Schnitten, Fremdkörpern, Karkassen- oder Seitenwandschäden.

Warum sind intelligente Reifen bei LKW-Flotten besonders interessant?

Viele Reifen, hohe Laufleistungen und hohe Kosten bei ungeplanten Ausfällen machen automatisierte Zustandsüberwachung und planbare Wartung dort besonders wertvoll.

Sind intelligente Reifen nur etwas für Elektroautos?

Nein. Sie sind für Pkw, Nutzfahrzeuge und Flotten interessant. Gerade im LKW-Bereich werden entsprechende Systeme bereits heute intensiv eingesetzt.

Was ist der größte Vorteil eines intelligenten Reifens?

Der Reifen wird selbst zur Datenquelle. Dadurch können Probleme früher erkannt und Wartung, Sicherheit und Reifenlebensdauer stärker nach dem tatsächlichen Zustand organisiert werden.

Werden Reifen in Zukunft mit anderen Fahrzeugen kommunizieren?

Vernetzte Reifen- und V2X-Systeme befinden sich in Entwicklung. Dabei können Reifendaten perspektivisch auch für andere Fahrzeuge oder Verkehrsinfrastruktur genutzt werden.

Technischer Hinweis

Diese FT Wissenswelt erklärt die Grundprinzipien sensorisierter und intelligenter Reifen. Funktionsumfang, Messwerte, Datenübertragung und verfügbare digitale Dienste unterscheiden sich je nach Reifenhersteller, Sensor, Fahrzeug, Flottensystem und technischer Generation. Zukünftige Funktionen wie KI-basierte Verschleißprognosen sind von bereits heute verfügbaren Funktionen zu unterscheiden.

Der Reifen der Zukunft rollt nicht nur – er liefert Daten

Intelligente Reifen zeigen, wie stark sich Reifentechnik verändert. Druck, Temperatur und Laufleistung können bereits heute digital erfasst und im professionellen Reifenmanagement genutzt werden. Neue Sensorgenerationen sollen zusätzlich Verschleiß und Wartungsbedarf immer besser vorhersagen.

Im LKW-Bereich wird daraus digitales Flottenmanagement. Im Pkw kann der Reifen zunehmend direkt mit der Fahrzeugelektronik kommunizieren. Damit wird aus dem klassischen Reifen ein weiterer Sensor des vernetzten Fahrzeugs.

FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Wissen über klassische und zukünftige Reifentechnologien.

FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.

Produktwissen, Praxiswissen, Herstellerwissen und Reifenhandel miteinander verbunden.

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