Heuwender-Reifen beim Einklappen und in Transportstellung auf Freigängigkeit prüfen
FT Praxiswelt – Heuwender-Reifen
Heuwender-Reifen beim Einklappen und in Transportstellung auf Freigängigkeit prüfen
Bei klappbaren Heuwendern verändert sich die Stellung vieler Räder deutlich zwischen Arbeits- und Transportposition. Ein Reifen kann im Feldeinsatz ausreichend Platz haben und beim Einklappen trotzdem sehr dicht an Rahmen, Schutzbauteile, Leitungen oder andere Maschinenteile gelangen.
Besonders nach einem Reifenwechsel sollte deshalb nicht nur geprüft werden, ob Größe und Luftdruck stimmen. Auch die tatsächliche Reifenbreite, der Außendurchmesser und die Freigängigkeit über die relevanten Maschinenstellungen gehören zur Kontrolle.
Freigängigkeit nicht nur in Arbeitsstellung beurteilen
Die Abstände zwischen Reifen und Maschine können sich beim Einklappen stark verändern. Deshalb reicht eine Kontrolle in vollständig ausgeklappter Arbeitsstellung nicht aus.
Arbeitsstellung
Hier prüfen, ob der Reifen im normalen Feldeinsatz frei läuft und keine Bauteile berührt.
Zwischenposition
Beim Klappen können sich einzelne Räder besonders dicht an Rahmen oder Leitungen vorbeibewegen.
Transportstellung
In vollständig eingeklappter Stellung prüfen, ob genügend Abstand zu allen angrenzenden Bauteilen vorhanden ist.
Ein Heuwender-Reifen, der in Arbeitsstellung genügend Platz hat, kann beim Einklappen oder in Transportstellung trotzdem Kontakt zur Maschine bekommen. Deshalb immer die relevanten Maschinenstellungen berücksichtigen.
Sicherheitsabstände niemals während des Klappvorgangs mit der Hand prüfen
Hydraulisch oder mechanisch klappbare Heuwender besitzen Bereiche mit erheblicher Quetsch- und Schergefahr. Abstände dürfen deshalb niemals während der Bewegung mit Händen oder Fingern kontrolliert werden.
Maschine jeweils in der vorgesehenen Prüfstellung sicher abstellen, gegen unbeabsichtigte Bewegung sichern und erst danach Reifen und angrenzende Bauteile kontrollieren.
1. Nach Reifenwechsel besonders genau hinschauen
Ein neuer Heuwender-Reifen kann trotz gleicher Größenbezeichnung andere tatsächliche Abmessungen besitzen als der zuvor montierte Reifen.
Breite
Die Seitenwand kann je nach Hersteller oder Reifenmodell etwas anders ausfallen.
Außendurchmesser
Unterschiedliche Konstruktion oder volle Profilhöhe können den neuen Reifen höher machen.
Kontur
Auch die Form der Seitenwand und Schulter kann den tatsächlichen Freiraum zur Maschine verändern.
Nach einem Reifenwechsel nicht nur prüfen, ob der Reifen auf die Felge passt. Entscheidend ist auch, ob die tatsächlichen Abmessungen in allen relevanten Maschinenstellungen genügend Freiraum lassen.
2. Reifenflanken auf Scheuerspuren kontrollieren
Ein Reifen, der regelmäßig leicht an einem festen Bauteil entlangläuft, zeigt oft typische Spuren an der Seitenwand.
- umlaufende Scheuerlinie
- blank oder glatt geriebene Gummistelle
- abgeschliffene Beschriftung
- kleine Gummiabriebspuren
- lokale Erwärmungs- oder Reibspuren
Eine gleichmäßig umlaufende Scheuerspur kann darauf hinweisen, dass der drehende Reifen wiederholt mit einem festen Maschinenteil in Kontakt kommt. Die Gegenstelle an der Maschine sollte gezielt gesucht werden.
3. Auch Rahmen und Maschinenteile auf Kontaktspuren ansehen
Manchmal ist die Kontaktstelle an der Maschine deutlicher zu erkennen als am Reifen selbst.
Am Rahmen
- abgeschliffener Lack
- blankes Metall
- ungewöhnlich polierte Stelle
- Gummiabrieb
An Schutz- und Führungsteilen
- frische Scheuerspur
- Gummireste
- verbogene Halterung
- sichtbar zu geringer Abstand
Reifen und mögliche Gegenstelle immer zusammen betrachten. Frischer Gummiabrieb an einem Rahmenbauteil ist ein deutlicher Hinweis darauf, wo der Kontakt tatsächlich stattfindet.
4. Den gesamten Klappweg berücksichtigen
Der geringste Abstand entsteht nicht zwingend in vollständig ausgeklappter oder vollständig eingeklappter Stellung. Je nach Konstruktion kann ein Reifen während des Klappvorgangs an einem Bauteil besonders dicht vorbeilaufen.
Deshalb wichtig
- Arbeitsstellung beurteilen
- kritische Zwischenstellungen berücksichtigen
- vollständige Transportstellung prüfen
- Herstellervorgaben zur Maschinenbewegung beachten
Aber sicher prüfen
Den Klappvorgang niemals in einem Gefahrenbereich begleiten. Maschine nur in sicheren, vorgesehenen Stellungen kontrollieren und keine Körperteile zwischen bewegliche Elemente bringen.
5. Abstand im Stand ist nicht automatisch Abstand während der Fahrt
Ein Reifen kann im unbelasteten Stand genügend Platz haben und sich im Betrieb trotzdem einem Maschinenteil annähern. Grund dafür können Bewegungen von Rad, Aufhängung oder Maschinenrahmen sein.
Spiel
Lagerungen und bewegliche Radaufnahmen können konstruktionsbedingt gewisse Bewegungen zulassen.
Fahrbewegung
Bodenunebenheiten und Transportbewegungen können den Abstand kurzfristig verändern.
Maschinenbewegung
Klappmechanismus und Rahmen können je nach Stellung unterschiedliche Freiräume erzeugen.
Dass ein Reifen im Stand gerade nicht anliegt, beweist noch nicht automatisch ausreichende Freigängigkeit im tatsächlichen Einsatz.
6. Hydraulikschläuche und Leitungen aus dem Reifenbereich heraushalten
Bei klappbaren landwirtschaftlichen Maschinen verändern auch Hydraulikschläuche und andere Leitungen während des Klappvorgangs ihre Lage. Sie sollten nicht in den Bewegungs- oder Laufbereich eines Reifens gelangen.
- Hydraulikschläuche ausreichend vom Reifen entfernt?
- Leitungen korrekt in Haltern geführt?
- Schlauch hängt in einer bestimmten Stellung durch?
- Scheuerstellen an Leitungen vorhanden?
- Reifen zeigt passende Kontaktspur?
Bei einer Scheuerspur am Reifen auch die Schlauch- und Leitungsführung prüfen. Nicht jede Kontaktstelle befindet sich an einem starren Rahmenbauteil.
7. Neue und alte Reifen links und rechts vergleichen
Wurde nur ein einzelner Reifen ersetzt, ist der direkte Vergleich mit einer entsprechenden Radposition besonders hilfreich.
Reifen vergleichen
- Breite
- Außendurchmesser
- Seitenwandkontur
- Profilhöhe
Freiraum vergleichen
- Abstand zum Rahmen
- Abstand zu Schutzteilen
- Radstellung
- Abstand zu Leitungen
Dann nicht automatisch annehmen, dass die Maschinenkonstruktion dafür verantwortlich ist. Reifenabmessung, Radstellung, Felge und benachbarte Radposition zum Vergleich heranziehen.
8. Reifenfülldruck bei der Freigängigkeitskontrolle mit berücksichtigen
Der Reifenfülldruck ist hier nicht das Hauptthema, beeinflusst aber Reifenform und Seitenwandkontur. Ein deutlich zu weicher Reifen kann sich stärker verformen als vorgesehen.
- Reifen mit vorgesehenem Betriebsdruck beurteilen
- deutlich weichen Reifen nicht als Referenz verwenden
- links und rechts vergleichbare Bedingungen herstellen
- bei Luftverlust zuerst Ursache suchen
9. Nach der ersten Transportfahrt erneut auf Scheuerspuren prüfen
Nicht jeder Kontakt lässt sich im Stand eindeutig erkennen. Nach einem Reifenwechsel oder einer Veränderung am Radbereich kann deshalb eine Nachkontrolle sinnvoll sein.
Am Reifen
- neue Scheuerlinie?
- frischer Gummiabrieb?
- glänzende Kontaktstelle?
- ungewöhnliche Erwärmung?
An der Maschine
- frisch abgeschliffener Lack?
- Gummispuren?
- Leitung verschoben?
- neue blanke Stelle?
Gerade nach einem Reifenwechsel lohnt sich eine frühe Nachkontrolle. Kleine Kontaktspuren lassen sich dann erkennen, bevor daraus ein größerer Flankenschaden entsteht.
10. Auch die abgestellte Transportstellung kontrollieren
Manche Heuwender stehen außerhalb des Einsatzes längere Zeit in eingeklappter Transport- oder Abstellstellung. Auch dabei sollte kein Reifen dauerhaft gegen eine scharfe Kante oder ein anderes Maschinenteil gedrückt werden.
- Reifen liegt dauerhaft an einem Bauteil an?
- Seitenwand wird punktuell gedrückt?
- scharfe Kante befindet sich direkt am Reifen?
- Leitung oder Schlauch wird zwischen Reifen und Rahmen geklemmt?
- Reifen zeigt nach längerer Abstellung Druck- oder Scheuerspur?
Ein Reifen sollte in der vorgesehenen Abstellstellung nicht dauerhaft an einer scharfen oder belastenden Stelle der Maschine anliegen.
Freigängigkeit nach Reifenwechsel Schritt für Schritt prüfen
Größe, Hersteller und Reifenmodell mit der vorgesehenen Ausführung vergleichen.
Reifen unter vergleichbaren Betriebsbedingungen beurteilen.
Abstände zu Rahmen, Schutzteilen und Leitungen ansehen.
Maschine sicher abstellen und Freiraum erneut beurteilen.
Rahmen, Leitungen und bewegliche Komponenten auf mögliche Kontaktspuren kontrollieren.
Bei Einzelersatz entsprechende Radposition auf der anderen Seite vergleichen.
Neue Scheuerstellen oder Gummiabrieb frühzeitig erkennen.
Typische Freigängigkeitsprobleme praktisch einordnen
| Beobachtung | Möglicher Zusammenhang | Was prüfen? |
|---|---|---|
| Umlaufende Scheuerlinie an der Seitenwand | Kontakt mit festem oder beweglichem Bauteil möglich | Gegenstelle an Rahmen oder Leitungen suchen |
| Lack am Rahmen abgeschliffen | Reifen- oder Radkontakt möglich | Freigängigkeit in verschiedenen Maschinenstellungen prüfen |
| Nur neuer Reifen schleift | andere tatsächliche Abmessungen möglich | Breite, Außendurchmesser und Seitenwandkontur vergleichen |
| Kontakt nur in Transportstellung | Klappstellung verändert den Abstand | Transportposition und angrenzende Bauteile prüfen |
| Im Stand nur sehr geringer Abstand | Bewegung kann später zu Kontakt führen | Rad- und Maschinenbewegung berücksichtigen |
| Gummiabrieb am Rahmen | Reifen berührt Maschinenteil | Kontaktstelle eindeutig bestimmen |
| Hydraulikschlauch liegt nahe am Reifen | Leitung kann sich beim Klappen bewegen | Leitungsführung und Halter prüfen |
| Nur eine Seite hat wenig Freiraum | Reifen- oder Radstellung kann abweichen | entsprechende Radposition vergleichen |
Wann sollte eine Kontaktstelle vor dem weiteren Einsatz geklärt werden?
- Reifenflanke zeigt deutliche oder tiefe Scheuerspuren
- Gummi wird sichtbar abgetragen
- Reifen berührt Rahmen oder Schutzbauteil
- Hydraulikschlauch oder Leitung gerät in den Reifenbereich
- nur wenige Millimeter Freiraum bleiben und Rad beziehungsweise Maschine bewegt sich im Betrieb
- Reifen zeigt nach Transportfahrt neue Kontaktspuren
- scharfe Kante liegt unmittelbar an der Reifenflanke
- Reifen wird in Abstellstellung dauerhaft gegen ein Bauteil gedrückt
Eine Scheuerstelle nur am Reifen zu beurteilen reicht nicht aus. Solange die eigentliche Kontaktursache an Maschine, Radstellung oder Reifendimension bestehen bleibt, kann auch ein neuer Reifen wieder beschädigt werden.
FT Wissenswelt – Landwirtschaftsreifen
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Heuwender-Reifen Passende Reifen für Heuwender und unterschiedliche landwirtschaftliche Arbeitsgeräte entdecken.Häufige Fragen zur Freigängigkeit von Heuwender-Reifen
Reicht es, die Freigängigkeit in Arbeitsstellung zu prüfen?
Nein. Bei klappbaren Heuwendern können sich die Abstände zwischen Reifen und Maschine deutlich verändern. Deshalb sollten auch die vorgesehenen Transport- und relevanten Zwischenstellungen berücksichtigt werden.
Warum kann ein neuer Reifen plötzlich am Rahmen schleifen?
Reifen verschiedener Hersteller oder Modelle können trotz identischer Nenngröße unterschiedliche tatsächliche Breiten, Außendurchmesser oder Seitenwandkonturen besitzen. Zusätzlich besitzt ein neuer Reifen wieder seine volle Profilhöhe.
Woran erkennt man, dass ein Reifen an einem Maschinenteil schleift?
Typische Hinweise sind umlaufende Scheuerlinien, glatt geriebene Gummistellen, Gummiabrieb oder abgeschliffene Beschriftung. An der Gegenstelle können blankes Metall, abgeschliffener Lack oder Gummispuren sichtbar sein.
Warum reicht ein kleiner Abstand im Stand nicht automatisch aus?
Radaufhängung, Lagerungen, Bodenunebenheiten und Maschinenbewegungen können den Abstand während Fahrt und Transport verändern. Deshalb sollte eine sehr geringe statische Freigängigkeit genauer beurteilt werden.
Warum sollten Hydraulikleitungen bei der Reifenprüfung berücksichtigt werden?
Bei klappbaren Maschinen verändern Leitungen und Schläuche teilweise ihre Position. Gelangt eine Leitung in den Laufbereich eines Reifens, können sowohl Reifen als auch Leitung beschädigt werden.
Praxiswissen zur Freigängigkeit von Heuwender-Reifen
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