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Heuwender-Reifen bei Straßenfahrt und Transport richtig kontrollieren

FT Praxiswelt – Heuwender-Reifen

Heuwender-Reifen bei Straßenfahrt und Transport richtig kontrollieren

Heuwender-Reifen arbeiten auf der Wiese meist bei vergleichsweise niedriger Fahrgeschwindigkeit. Bei Straßen- und Transportfahrten verändert sich die Belastung jedoch deutlich. Durch ihren kleinen Außendurchmesser müssen die Räder bei gleicher Fahrgeschwindigkeit wesentlich mehr Umdrehungen zurücklegen als große Traktor- oder Anhängerreifen.

Deshalb sollten vor längeren Transportfahrten nicht nur Luftdruck und sichtbare Schäden kontrolliert werden. Reifenalter, Rundlauf, Felgenzustand, Radlager und die zulässige Reifen- und Maschinengeschwindigkeit gehören ebenfalls zur Praxisprüfung.

Kleine Heuwender-Räder drehen auf der Straße besonders schnell

Je kleiner der Außendurchmesser eines Reifens ist, desto mehr Umdrehungen sind für dieselbe Wegstrecke erforderlich. Genau deshalb kann ein kleiner Heuwender-Reifen bei Transportgeschwindigkeit deutlich stärker beansprucht werden als beim langsamen Arbeitseinsatz auf der Wiese.

Mehr Umdrehungen

Der Reifen wird pro Kilometer häufiger verformt als ein größerer Reifen.

Mehr Walkarbeit

Bei ungeeignetem Luftdruck kann sich der Reifen bei jeder Umdrehung stärker verformen.

Mehr Bedeutung für den Rundlauf

Standabplattung, Felgenschlag oder andere Unregelmäßigkeiten fallen bei höherer Fahrgeschwindigkeit deutlicher auf.

FT Praxistipp

Ein Heuwender-Reifen, der beim langsamen Einsatz auf der Wiese unauffällig läuft, ist nicht automatisch für eine längere Straßenfahrt unkritisch. Vor dem Transport besonders Luftdruck, Alterungszustand und Rundlauf beachten.

1. Luftdruck vor der Straßenfahrt kontrollieren

Ein deutlich zu niedriger Reifenfülldruck kann bei höherer Radumdrehungszahl zu zusätzlicher Walkarbeit und Erwärmung führen. Deshalb sollte der Luftdruck vor längeren Transportfahrten kontrolliert werden.

Vor Fahrtbeginn

  • Reifen möglichst kalt messen
  • alle Räder miteinander vergleichen
  • deutlich abweichenden Reifen untersuchen
  • passende Herstellerangaben beachten

Keinen Universalwert verwenden

Der passende Betriebsdruck hängt von Reifengröße, Reifenbauart, Tragfähigkeit und Maschine ab. Die MAX-PSI-Angabe des Reifens ist eine Druckgrenze und kein pauschaler Sollwert.

2. Alte und rissige Reifen vor Transportfahrten genauer beurteilen

Heuwender-Reifen erreichen häufig ein hohes Alter, weil ihre Laufleistung relativ gering ist. Ein älterer Reifen kann auf der Wiese noch unauffällig wirken und bei längeren Transportfahrten durch die höhere Radumdrehungszahl stärker beansprucht werden.

  • Seitenwand auf Altersrisse prüfen
  • Profilgrund auf Risse kontrollieren
  • Wulstbereich ansehen
  • auf verhärtetes oder sprödes Gummi achten
  • Beulen oder Auswölbungen ernst nehmen
Profil allein reicht nicht

Ein Heuwender-Reifen kann noch viel Profil besitzen und trotzdem deutlich gealtert sein. Vor einer längeren Straßenfahrt ist deshalb der Gesamtzustand wichtiger als die reine Profiltiefe.

3. Standabplattungen vor längeren Fahrten erkennen

Nach einer langen Winterstandzeit können Heuwender-Reifen zunächst sichtbar abgeplattet sein. Bei den ersten Bewegungen kann dadurch ein unrunder Lauf entstehen.

Leichte Standverformung

Kann sich nach den ersten Fahrbewegungen teilweise zurückbilden.

Bleibende Abplattung

Bleibt der Reifen auch nach Bewegung deutlich unrund oder sichtbar verformt, sollte die Ursache vor längerer Straßenfahrt genauer geprüft werden.

FT Praxistipp

Nach längerer Standzeit zunächst eine kurze kontrollierte Bewegung durchführen und beobachten, ob sich der Rundlauf verbessert. Bei dauerhaft deutlicher Unwucht oder Verformung nicht einfach eine längere Transportfahrt beginnen.

4. Eiern und Vibrationen nicht automatisch dem Reifen zuschreiben

Wenn ein Heuwender-Rad bei höherer Geschwindigkeit sichtbar eiert oder Vibrationen erzeugt, kann der Reifen beteiligt sein. Die Ursache muss aber nicht ausschließlich im Reifen liegen.

Reifen

  • Standabplattung
  • ungleichmäßiger Reifensitz
  • bleibende Verformung

Felge

  • Felgenschlag
  • Verformung
  • beschädigter Felgenrand

Radbereich

  • Radlager
  • Achszapfen
  • Radbefestigung
Ursache systematisch suchen

Ein unrund laufendes Rad nicht vorschnell durch einen neuen Reifen „reparieren“. Reifen, Felge, Lager und Radaufnahme gemeinsam beurteilen.

5. Reifensitz auf der Felge kontrollieren

Ein Reifen, der nach einer Montage nicht gleichmäßig auf der Felge sitzt, kann bereits bei niedriger Geschwindigkeit auffällig laufen. Bei Straßenfahrt wird die Unregelmäßigkeit häufig deutlicher.

  • Wulstsitz rundum vergleichen
  • Sitzlinie des Reifens beachten, sofern vorhanden
  • Ventilstellung kontrollieren
  • Reifen auf seitlichen oder radialen Rundlauffehler beobachten
  • Felge auf sichtbare Verformung prüfen

6. Ungewöhnliche Erwärmung nach Straßenfahrt richtig einordnen

Reifen und Radbereich können sich bei einer Transportfahrt erwärmen. Auffällig wird es besonders dann, wenn nur ein Rad deutlich wärmer ist als vergleichbare Räder.

Reifenfülldruck

Zu niedriger Druck kann stärkere Walkarbeit und zusätzliche Erwärmung begünstigen.

Radlager

Ein schwergängiges oder beschädigtes Lager kann Wärme im Radbereich erzeugen.

Schleifkontakt

Berührt Reifen oder Rad ein Bauteil, kann ebenfalls ungewöhnliche Wärme entstehen.

FT Praxistipp

Nach einer längeren Fahrt vergleichbare Räder miteinander beurteilen. Ist ein Rad deutlich wärmer als die übrigen, nicht automatisch nur den Reifen verdächtigen – auch Lager, Befestigung und mögliche Schleifstellen prüfen.

7. Reifen- und Maschinengeschwindigkeit müssen zusammenpassen

Nur weil ein Reifen auf die Felge passt und die richtige Größenbezeichnung trägt, ist er nicht automatisch für jede Transportgeschwindigkeit geeignet.

  • vorgesehene Reifenausführung beachten
  • Tragfähigkeit berücksichtigen
  • Geschwindigkeitsangaben beziehungsweise Herstellerfreigaben prüfen
  • Maschinenherstellerangaben zur Transportgeschwindigkeit einhalten
Keine Geschwindigkeit nach Gefühl

Die zulässige Transportgeschwindigkeit richtet sich nach Maschine, Reifen, Rad und den jeweiligen Herstellerangaben. Ein optisch passender Reifen ist kein Ersatz für eine technisch passende Ausführung.

8. Ersatzreifen nicht nur nach der Größe auswählen

Gerade bei älteren Heuwendern wird ein Reifen manchmal nach vielen Jahren ersetzt. Dann sollte nicht nur nach der gleichen Größenbezeichnung gesucht werden.

Reifendaten prüfen

  • Reifengröße
  • Tragfähigkeitsausführung
  • Reifenbauart
  • Geschwindigkeitseignung

Maschine berücksichtigen

  • zulässige Transportgeschwindigkeit
  • Radposition
  • tatsächliche Belastung
  • Freigaben beziehungsweise Herstellerangaben
FT Praxistipp

Ein Ersatzreifen sollte nicht nur mechanisch auf die Felge passen. Er muss auch zur tatsächlichen Verwendung des Heuwenders passen – einschließlich möglicher Straßen- und Transportfahrten.

9. Felgen und Radbereich vor längerer Transportfahrt kontrollieren

Da die kleinen Räder auf der Straße viele Umdrehungen zurücklegen, sollten auch Felge und Radaufnahme nicht vergessen werden.

Felge

  • sichtbare Verformungen
  • starke Korrosion
  • Risse oder Schlagstellen
  • beschädigter Felgenrand

Radbereich

  • Radbefestigung auffällig?
  • ungewöhnliches Spiel?
  • Radlager läuft auffällig?
  • Reifen oder Felge schleifen irgendwo?

10. Vor der Straßenfahrt einen kurzen Praxischeck durchführen

Reifenfülldruck prüfen

Alle Räder möglichst kalt messen und auffällige Unterschiede untersuchen.

Reifenalterung kontrollieren

Seitenwand, Profilgrund und Wulstbereich auf Risse ansehen.

Standabplattung beurteilen

Nach langer Standzeit Rundlauf nach den ersten Fahrbewegungen beobachten.

Reifensitz prüfen

Kontrollieren, ob die Wulst rundum gleichmäßig auf der Felge sitzt.

Felgen ansehen

Verformungen, Risse und auffällige Schlagstellen beachten.

Radbereich kontrollieren

Radbefestigung, Spiel, Lager und mögliche Schleifstellen prüfen.

Reifen- und Geschwindigkeitsfreigabe beachten

Reifen und Maschine nur innerhalb der vorgesehenen Einsatzgrenzen betreiben.

Auffälligkeiten bei Straßenfahrt praktisch einordnen

Auffälligkeit Möglicher Zusammenhang Was prüfen?
Reifen wird deutlich warm Walkarbeit, Belastung oder Druckabweichung möglich Luftdruck, Reifen und Einsatzbedingungen prüfen
Rad vibriert bei höherer Geschwindigkeit Standabplattung, Felgenschlag oder Lagerproblem möglich gesamten Radbereich kontrollieren
Reifen läuft sichtbar unrund Standverformung oder ungleichmäßiger Reifensitz möglich Rundlauf, Wulstsitz und Felge prüfen
Nur ein Radbereich wird deutlich warm Reifen-, Lager- oder Schleifproblem möglich Reifen und Radtechnik gemeinsam prüfen
Alter Reifen zeigt starke Risse fortgeschrittene Alterung Gesamtzustand vor längerer Transportfahrt beurteilen
Neuer Ersatzreifen andere Bauart oder Ausführung möglich Tragfähigkeit, Geschwindigkeit und Maschinenanforderung prüfen
Rad eiert trotz unauffälligem Reifen Felge, Lager oder Radaufnahme möglich nicht nur den Reifen austauschen

Wann sollte eine längere Straßenfahrt nicht einfach fortgesetzt werden?

  • deutlicher oder schneller Luftverlust
  • starke Beule oder tiefer Reifenriss
  • Reifen bleibt nach Standzeit deutlich abgeplattet und läuft stark unrund
  • Rad zeigt starkes Spiel oder auffällige Schiefstellung
  • Felge ist sichtbar gerissen oder stark verformt
  • ein Reifen oder Radbereich wird ungewöhnlich heiß
  • Reifen schleift an einem Maschinenteil
  • starke Vibrationen treten bei Transportgeschwindigkeit auf
  • Geschwindigkeitseignung von Reifen oder Maschine ist ungeklärt
Sicherheit vor Transport

Bei auffälligem Rundlauf, erheblicher Erwärmung oder sichtbaren Reifen- beziehungsweise Radschäden sollte die Ursache vor einer längeren Straßenfahrt geklärt werden. Kleine Heuwender-Räder können bei Transportgeschwindigkeit sehr hohe Drehzahlen erreichen.

FT Wissenswelt – Landwirtschaftsreifen

Weiterführende Grundlagen rund um Reifen für landwirtschaftliche Maschinen und Arbeitsgeräte finden Sie in unserer FT Wissenswelt.

Wissen rund um Landwirtschaftsreifen Reifenarten, technische Grundlagen und Einsatzbereiche in der Landwirtschaft verständlich erklärt.

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Wenn ein Reifen aufgrund von Alterung, Beschädigung oder fehlender Eignung für den vorgesehenen Einsatz ersetzt werden muss, finden Sie bei FT Reifen passende Heuwender-Reifen.

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Häufige Fragen zu Heuwender-Reifen bei Straßenfahrt und Transport

Warum werden kleine Heuwender-Reifen bei Straßenfahrt stärker beansprucht?

Durch ihren kleinen Außendurchmesser müssen sie bei gleicher Fahrgeschwindigkeit deutlich mehr Umdrehungen zurücklegen als große Reifen. Dadurch gewinnen Luftdruck, Rundlauf und Reifenzustand bei längeren Transportfahrten an Bedeutung.

Kann ein Reifen auf der Wiese unauffällig sein und auf der Straße Probleme machen?

Ja. Standabplattungen, Felgenschlag oder andere Unregelmäßigkeiten können bei niedriger Geschwindigkeit kaum auffallen und bei höherer Fahrgeschwindigkeit deutlicher spürbar werden.

Warum sollte nach langer Standzeit der Rundlauf geprüft werden?

Ein Reifen kann sich während monatelanger Standzeit an seiner Aufstandsfläche abplatten. Eine leichte Verformung kann sich nach Bewegung reduzieren. Bleibt der Reifen deutlich unrund, sollte er genauer beurteilt werden.

Was bedeutet ein deutlich wärmeres Rad nach der Straßenfahrt?

Ein einzelner wärmerer Radbereich kann unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise erhöhte Reifenwalkarbeit, ein Lagerproblem oder Schleifkontakt. Deshalb sollte nicht allein der Reifen als Ursache angenommen werden.

Reicht bei einem Ersatzreifen die gleiche Größenbezeichnung?

Nicht immer. Auch Tragfähigkeit, Reifenausführung, Geschwindigkeitseignung und Anforderungen der Maschine sollten berücksichtigt werden. Ein Reifen muss zum tatsächlichen Einsatz des Heuwenders passen.

Praxiswissen für Heuwender-Reifen bei Straßenfahrt und Transport

FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung mit verständlichem Wissen rund um Heuwender-Reifen, Transportfahrten, Reifenalterung, Rundlauf und den sicheren Einsatz landwirtschaftlicher Arbeitsreifen.

FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.

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