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Ganzjahresreifen bei Nässe – Wasserverdrängung, Aquaplaning und Nasshaftung verstehen

FT Wissenswelt – PKW-Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen bei Nässe – Wasserverdrängung, Aquaplaning und Nasshaftung verstehen

Regen gehört zu den häufigsten anspruchsvollen Bedingungen für Ganzjahresreifen. Der Reifen muss Wasser aus seiner Aufstandsfläche verdrängen und gleichzeitig genügend Kontakt zur Fahrbahn behalten, um Brems-, Antriebs- und Seitenführungskräfte übertragen zu können.

Für Ganzjahresreifen ist diese Aufgabe besonders anspruchsvoll. Ihr Profil muss nicht nur bei Regen funktionieren, sondern gleichzeitig auch Lamellen und Profilkanten für winterliche Bedingungen integrieren.

Wasser verdrängen

Profilrillen schaffen Wege, über die Wasser aus der Kontaktfläche geleitet werden kann.

Haftung erhalten

Die Gummimischung und die Profilblöcke müssen auf nasser Fahrbahn ausreichend Kräfte übertragen können.

Aquaplaning begrenzen

Profil, Profiltiefe und Geschwindigkeit beeinflussen, wie schnell Wasser unter dem Reifen abgeführt werden kann.

Nasshaftung und Aquaplaning sind miteinander verbunden – aber nicht dasselbe.

Was passiert zwischen Reifen und nasser Fahrbahn?

Auf trockener Straße kann der Reifen unmittelbar mit der Fahrbahnoberfläche arbeiten.

Bei Regen befindet sich zusätzlich Wasser zwischen Lauffläche und Fahrbahn.

Der Reifen muss dieses Wasser möglichst schnell aus der Kontaktzone verdrängen.

Dabei übernehmen vor allem:

  • Längsrillen
  • Querrillen
  • diagonale Wasserkanäle
  • Profilzwischenräume

eine wichtige Funktion.

Je mehr Wasser in kurzer Zeit verdrängt werden muss, desto größer wird die Herausforderung für das Reifenprofil.

Warum ist die Aufstandsfläche bei Nässe entscheidend?

Die Aufstandsfläche ist der Bereich des Reifens, der unter Last Kontakt zur Fahrbahn besitzt.

Über diese vergleichsweise kleine Fläche müssen alle wichtigen Fahrkräfte übertragen werden:

  • Bremskräfte
  • Antriebskräfte
  • Lenkkräfte
  • Seitenführungskräfte

Wasser zwischen Reifen und Fahrbahn kann diesen Kontakt beeinträchtigen.

Das Reifenprofil muss deshalb ständig Platz schaffen, damit Wasser aus der Aufstandsfläche entweichen kann.

Warum braucht ein Ganzjahresreifen ausgeprägte Profilrillen?

Ausreichend dimensionierte und sinnvoll angeordnete Profilrillen schaffen Volumen und Abflusswege für Wasser.

Während der Reifen abrollt, wird das Wasser durch diese Kanäle aus dem Kontaktbereich herausgeführt.

Je nach Profilkonzept können Hersteller unterschiedliche Lösungen einsetzen:

  • breite Längsrillen
  • V-förmige Profilstrukturen
  • diagonale Wasserkanäle
  • mehrere miteinander verbundene Rillen
Es gibt nicht nur eine Profilform, die bei Nässe funktionieren kann.

Warum sind viele Ganzjahresreifen V-förmig aufgebaut?

V-förmige Profile können Wasser und Schneematsch vom mittleren Bereich der Lauffläche in Richtung Reifenschulter ableiten.

Das passt gut zum Ganzjahreskonzept, weil dieselbe Profilstruktur auch bei:

  • Regen
  • Schneematsch
  • lockerem Schnee

arbeiten muss.

Ein V-Profil ist jedoch nicht automatisch besser als jedes asymmetrische Profil. Die gesamte Konstruktion entscheidet.

Warum gibt es auch asymmetrische Ganzjahresreifen?

Bei asymmetrischen Profilen können verschiedene Aufgaben auf unterschiedliche Zonen der Lauffläche verteilt werden.

Innere Profilbereiche

Können beispielsweise stärker auf Wasserableitung, Lamellierung und bestimmte Nässeeigenschaften ausgerichtet werden.

Äußere Profilbereiche

Können stärker auf Stabilität, Kurvenfahrt und Seitenführung abgestimmt sein.

Die konkrete Aufgabenverteilung hängt vom jeweiligen Reifenmodell ab.

Was ist Nasshaftung?

Nasshaftung beschreibt vereinfacht die Fähigkeit des Reifens, auf einer nassen Fahrbahn weiterhin Kräfte zu übertragen.

Sie beeinflusst insbesondere:

  • Bremsweg
  • Lenkreaktion
  • Kurvenstabilität
  • Fahrzeugkontrolle

Dabei spielen nicht nur die Profilrillen eine Rolle.

Auch die Gummimischung ist entscheidend.

Warum ist die Gummimischung bei Nässe so wichtig?

Die Lauffläche muss sich an die feine Struktur der Fahrbahnoberfläche anpassen können.

Hersteller verwenden dafür komplexe Gummimischungen, bei denen unter anderem Silica-Systeme eine wichtige Rolle spielen können.

Das Entwicklungsziel besteht darin, mehrere Eigenschaften miteinander zu verbinden:

  • Nasshaftung
  • Rollwiderstand
  • Verschleiß
  • Temperaturstabilität
Ein gutes Nässeprofil allein reicht nicht aus, wenn die Laufflächenmischung nicht ebenfalls zur Aufgabe passt.

Was ist Aquaplaning?

Bei Aquaplaning kann der Reifen das vorhandene Wasser nicht mehr ausreichend schnell aus der Aufstandsfläche verdrängen.

Dadurch kann sich ein Wasserkeil zwischen Reifen und Fahrbahn bilden.

Der direkte Kontakt zur Straße wird teilweise oder stark reduziert.

Dann können Lenk-, Brems- und Antriebskräfte deutlich schlechter übertragen werden.

Warum steigt das Aquaplaning-Risiko mit der Geschwindigkeit?

Je schneller ein Fahrzeug fährt, desto mehr Wasser muss der Reifen innerhalb kürzerer Zeit verdrängen.

Damit steigt die Anforderung an die Wasserkanäle des Profils.

Bei höherem Tempo bleibt immer weniger Zeit, das Wasser aus der Kontaktzone herauszuführen.

Geschwindigkeit gehört deshalb zu den wichtigsten Einflussgrößen beim Aquaplaning.

Welche Faktoren beeinflussen Aquaplaning?

Geschwindigkeit

Mit zunehmendem Tempo muss mehr Wasser pro Zeiteinheit verdrängt werden.

Profiltiefe

Weniger Profiltiefe bedeutet weniger verfügbares Rillenvolumen zur Wasseraufnahme und -ableitung.

Wassermenge

Tiefere Pfützen und Wasseransammlungen erhöhen die Anforderungen deutlich.

Reifenbreite

Auch die Geometrie der Kontaktfläche beeinflusst das Verhalten.

Reifendruck

Ungeeigneter Reifenfülldruck verändert Aufstandsfläche und Reifenverformung.

Profilgestaltung

Rillenbreite, Winkel und Profilvolumen bestimmen mit, wie Wasser abgeleitet wird.

Warum beeinflusst die Profiltiefe die Wasserverdrängung?

Mit zunehmendem Verschleiß werden die Profilrillen flacher.

Damit steht weniger Raum zur Verfügung, um Wasser aufzunehmen und nach außen zu transportieren.

Dieser Zusammenhang ist besonders bei:

  • starkem Regen
  • Spurrillen
  • Wasseransammlungen
  • höheren Geschwindigkeiten

wichtig.

Die Profiltiefe beeinflusst deshalb nicht nur Schneetraktion, sondern auch das Verhalten bei starkem Regen.

Warum ist die gesetzliche Mindestprofiltiefe nicht automatisch die technische Idealgrenze?

Ein Reifen darf die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe nicht unterschreiten.

Die physikalischen Eigenschaften verändern sich jedoch bereits vorher mit zunehmendem Verschleiß.

Weniger Profil bedeutet unter anderem:

  • weniger Wasseraufnahmevolumen
  • veränderte Profilblockgeometrie
  • weniger tiefe Lamellen und Profilkanten
Die gesetzliche Verschleißgrenze und die technische Leistungsfähigkeit eines Reifens sind deshalb nicht dasselbe.

Warum können breite Reifen bei starkem Wasser besonders anspruchsvoll sein?

Ein breiter Reifen besitzt eine andere Kontaktflächengeometrie als ein schmalerer Reifen.

Bei viel Wasser muss eine entsprechend große Fläche durch das Profil entwässert werden.

Das bedeutet jedoch nicht pauschal, dass ein schmaler Reifen immer besser ist.

Profilgestaltung, Profiltiefe, Geschwindigkeit und Reifenkonstruktion müssen gemeinsam betrachtet werden.

Warum kann Aquaplaning auch bei guten Reifen auftreten?

Kein Reifen kann unbegrenzt große Wassermengen bei beliebiger Geschwindigkeit verdrängen.

Auch ein moderner hochwertiger Reifen kann bei:

  • hoher Geschwindigkeit
  • tiefem Wasser
  • starken Spurrillen
  • ungünstigen Fahrbahnbedingungen

an physikalische Grenzen gelangen.

Kein Reifen kann Aquaplaning unter allen Bedingungen ausschließen.

Nasshaftung und Aquaplaning – wo liegt der Unterschied?

Nasshaftung

Beschreibt, wie gut der Reifen auf einer nassen Fahrbahn Kräfte übertragen kann, solange ausreichend Kontakt zur Fahrbahn besteht.

Aquaplaning

Entsteht, wenn Wasser den direkten Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn teilweise oder weitgehend trennt.

Ein Reifen kann eine sehr gute Nassbremsleistung besitzen und trotzdem bei tiefem Wasser eine eigene Aquaplaning-Grenze haben.

Warum ist Nassbremsen nicht dasselbe wie Aquaplaning?

Beim Nassbremsen bleibt der Reifen grundsätzlich in Kontakt mit der Straße.

Beim Aquaplaning verändert sich genau dieser Kontakt.

Deshalb sind die beiden Eigenschaften nicht direkt gleichzusetzen.

Ein Nasshaftungswert beantwortet nicht automatisch die Frage, wie sich der Reifen in jeder Aquaplaning-Situation verhält.

Welche Rolle spielen Lamellen bei Nässe?

Lamellen werden vor allem mit Wintereigenschaften verbunden.

Sie verändern aber auch die Struktur der Profilblöcke auf nasser Fahrbahn.

Je nach Konstruktion können sie:

  • zusätzliche Kanten bereitstellen
  • die Beweglichkeit der Profilblöcke beeinflussen
  • mit Wasserkanälen zusammenarbeiten

Gleichzeitig müssen sie so ausgelegt sein, dass die Profilblöcke ausreichend stabil bleiben.

Warum ist Profilblockstabilität bei Nässe wichtig?

Beim Bremsen oder Lenken werden Profilblöcke stark belastet.

Wenn sie sich zu stark verformen, kann sich die Kraftübertragung verändern.

Ganzjahresreifen müssen deshalb einen anspruchsvollen Mittelweg finden:

genügend Lamellen für winterliche Bedingungen – aber ausreichend stabile Profilblöcke für Nässe und trockene Fahrbahn.

Warum kann ein Ganzjahresreifen bei Nässe sehr gut sein?

Ganzjahresreifen sind nicht automatisch schlechter bei Regen als Sommer- oder Winterreifen.

Moderne Modelle werden gezielt auch auf Nassperformance entwickelt.

Je nach Hersteller und Reifenmodell können sie Eigenschaften miteinander verbinden wie:

  • Nassbremsen
  • Wasserableitung
  • Schneeperformance
  • Sommerstabilität
Die Reifenkategorie allein bestimmt deshalb nicht die tatsächliche Nassleistung eines konkreten Modells.

Warum unterscheiden sich Ganzjahresreifen bei Regen trotzdem stark?

Hersteller setzen unterschiedliche Entwicklungsprioritäten.

Ein Reifen kann stärker auf:

  • Nässe
  • Schnee
  • Rollwiderstand
  • Laufleistung
  • Komfort

ausgerichtet werden.

Deshalb können zwei Reifen mit gleicher Größe und gleichem Alpine-Symbol bei Nässe unterschiedlich reagieren.

3PMSF sagt nicht aus, welcher Reifen bei Regen besser bremst.

Was zeigt das EU-Reifenlabel zur Nasshaftung?

Das EU-Reifenlabel enthält eine eigene Bewertung der Nasshaftung.

Damit lässt sich innerhalb definierter Prüfbedingungen ein wichtiger Aspekt der Nassbremsleistung vergleichen.

Das Label bietet damit eine hilfreiche erste Orientierung.

Es ersetzt jedoch keinen vollständigen Reifentest.

Warum reicht das EU-Reifenlabel allein nicht für die Reifenbeurteilung?

Ein Reifen besitzt wesentlich mehr Eigenschaften als die auf dem Label dargestellten Werte.

Das Label zeigt beispielsweise nicht vollständig:

  • Aquaplaning längs
  • Aquaplaning quer
  • Handling auf nasser Strecke
  • Trockenbremsen
  • Seitenführung
  • Verschleiß über die gesamte Lebensdauer
Das EU-Reifenlabel ist deshalb ein Vergleichswerkzeug – kein vollständiges Qualitätsurteil.

Kann ein Reifen mit gleicher Nasshaftungsklasse trotzdem anders fahren?

Ja.

Zwei Reifen können im EU-Reifenlabel dieselbe Nasshaftungsklasse besitzen und trotzdem Unterschiede zeigen bei:

  • Lenkgefühl
  • Aquaplaning
  • Kurvenverhalten
  • Grenzbereich
  • Nasshandling
Eine Labelklasse fasst nicht sämtliche Eigenschaften eines Reifens zusammen.

Warum ist Reifendruck bei Regen wichtig?

Der Reifenfülldruck beeinflusst die Form und Arbeit der Aufstandsfläche.

Bei ungeeignetem Druck können sich:

  • Reifenverformung
  • Profilkontakt
  • Wärmeentwicklung
  • Lenkverhalten

verändern.

Ein hochwertiger Reifen kann seine vorgesehenen Eigenschaften nur unter passenden Betriebsbedingungen nutzen.

Warum Spurrillen bei Regen problematisch sind

In Fahrspuren kann sich Wasser sammeln.

Dadurch fährt der Reifen plötzlich nicht mehr nur über einen dünnen Wasserfilm, sondern durch eine deutlich größere Wassermenge.

Das erhöht die Anforderungen an:

  • Profilvolumen
  • Wasserableitung
  • Geschwindigkeit
Deshalb kann das Aquaplaning-Risiko innerhalb kurzer Strecke deutlich ansteigen.

Warum Aquaplaning nicht immer an allen vier Rädern gleichzeitig beginnt

Wassermenge, Radspur, Fahrbahn und Fahrzeuglast können an jedem Rad unterschiedlich sein.

Dadurch kann zunächst nur ein Teil der Bereifung deutlich weniger Fahrbahnkontakt besitzen.

Aquaplaning ist deshalb nicht immer ein gleichmäßiger Zustand an allen vier Reifen.

Warum Reifenalter und Profiltiefe getrennt betrachtet werden sollten

Ein älterer Reifen kann noch ausreichend Profil besitzen.

Umgekehrt kann ein relativ junger Reifen durch hohe Laufleistung bereits stark verschlissen sein.

Für das Verhalten bei Nässe sind mehrere Faktoren relevant:

  • Profiltiefe
  • Zustand der Lauffläche
  • Gummimischung
  • Reifendruck

Das reine Kalenderalter beantwortet die Nässefrage nicht allein.

Warum Ganzjahresreifen bei viel Regen sorgfältig ausgewählt werden sollten

Wer in einer Region mit häufigem Regen fährt oder viele Kilometer auf Autobahnen zurücklegt, stellt hohe Anforderungen an die Nassperformance.

Bei der Beurteilung können unter anderem interessant sein:

  • Nasshaftungswerte
  • Profilgestaltung und Wasserkanäle
  • Aquaplaning-Eigenschaften in unabhängigen Reifentests
  • ausreichende Profilreserven
Ein Ganzjahresreifen sollte deshalb nicht allein nach seiner Winterkennzeichnung ausgewählt werden.

Was beeinflusst die Nässeeigenschaften?

Einfluss Wirkung Warum wichtig?
Profilrillen Leiten Wasser aus der Aufstandsfläche Wichtig für Wasserverdrängung
Profiltiefe Bestimmt das verfügbare Rillenvolumen mit Sinkt mit Verschleiß
Gummimischung Beeinflusst Haftung auf nasser Oberfläche Wichtig für Bremsen und Seitenführung
Geschwindigkeit Erhöht die pro Zeit zu verdrängende Wassermenge Zentral beim Aquaplaning
Reifendruck Beeinflusst Aufstandsfläche und Karkassenarbeit Ungeeigneter Druck verändert Reifeneigenschaften
Wassertiefe Mehr Wasser muss verdrängt werden Spurrillen und Pfützen erhöhen das Risiko
Reifenbreite Verändert die Geometrie der Kontaktzone Muss zusammen mit Profil und Fahrzeug betrachtet werden

Typische Irrtümer zu Ganzjahresreifen bei Nässe

Behauptung Richtige Einordnung
„Ganzjahresreifen sind bei Regen grundsätzlich schlechter.“ Nein. Die tatsächliche Nassperformance hängt vom konkreten Reifenmodell ab.
„Aquaplaning entsteht nur bei abgefahrenen Reifen.“ Nein. Auch neue Reifen können bei hoher Geschwindigkeit und großer Wassermenge aquaplanen.
„Gute Nasshaftung bedeutet kein Aquaplaning.“ Nein. Nasshaftung und Aquaplaning sind unterschiedliche Eigenschaften.
„Breite Rillen allein machen einen guten Regenreifen.“ Nein. Mischung, Profilgeometrie und Karkasse spielen ebenfalls eine Rolle.
„3PMSF sagt etwas über Nassbremsen aus.“ Nein. Das Alpine-Symbol bezieht sich auf definierte Schneeperformance.
„EU-Label Klasse A bedeutet, dass der Reifen bei Nässe überall der beste ist.“ Nein. Das Label bewertet definierte Eigenschaften und ersetzt keinen vollständigen Reifentest.
„Reifenfülldruck ist bei Regen unwichtig.“ Nein. Er beeinflusst die Aufstandsfläche und das Arbeitsverhalten des Reifens.
„Die gesetzliche Mindestprofiltiefe garantiert optimale Nässeeigenschaften.“ Nein. Die Leistungsfähigkeit verändert sich bereits mit zunehmendem Verschleiß.

Warum ein Ganzjahresreifen nicht nur nach Schneeeigenschaften ausgewählt werden sollte

Bei Ganzjahresreifen richtet sich die Aufmerksamkeit häufig zuerst auf das Alpine-Symbol und die Wintertauglichkeit.

Im Alltag fährt ein Fahrzeug jedoch sehr häufig auf:

  • trockener Straße
  • feuchter Straße
  • Regen
  • kalter Nässe

und je nach Region deutlich seltener auf geschlossener Schneedecke.

Nassperformance gehört deshalb zu den wichtigen Eigenschaften eines guten Ganzjahresreifens.

PKW-Ganzjahresreifen bei FT-Reifen

Bei FT-Reifen finden Sie PKW-Ganzjahresreifen verschiedener Hersteller, Größen und technischer Ausführungen.

Bei der Auswahl sollten neben der Winterkennzeichnung auch Nasshaftung, Profilkonzept, Reifengröße, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitsindex und das tatsächliche Fahrprofil berücksichtigt werden.

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Häufige Fragen zu Ganzjahresreifen bei Nässe

Sind Ganzjahresreifen bei Regen sicher?

Moderne Ganzjahresreifen werden gezielt auch für nasse Fahrbahnen entwickelt. Die tatsächliche Leistung hängt jedoch vom konkreten Reifenmodell, Profilzustand und den Betriebsbedingungen ab.

Was ist der Unterschied zwischen Nasshaftung und Aquaplaning?

Nasshaftung beschreibt die Kraftübertragung auf einer nassen Fahrbahn. Aquaplaning entsteht, wenn ein Wasserkeil den direkten Kontakt zur Straße teilweise oder weitgehend unterbricht.

Warum entsteht Aquaplaning?

Wenn der Reifen die vorhandene Wassermenge nicht schnell genug aus der Aufstandsfläche verdrängen kann, kann sich Wasser zwischen Reifen und Fahrbahn aufbauen.

Warum erhöht Geschwindigkeit das Aquaplaning-Risiko?

Mit höherem Tempo muss der Reifen innerhalb kürzerer Zeit eine größere Wassermenge verdrängen.

Beeinflusst die Profiltiefe Aquaplaning?

Ja. Mit weniger Profiltiefe steht weniger Volumen in den Profilrillen für die Wasserableitung zur Verfügung.

Kann ein neuer Reifen Aquaplaning bekommen?

Ja. Auch ein neuer Reifen besitzt physikalische Grenzen, besonders bei hoher Geschwindigkeit und tiefem Wasser.

Sagt das 3PMSF-Symbol etwas über Nasshaftung aus?

Nein. Das Alpine-Symbol bestätigt eine definierte Schneeperformance und ist keine Nasshaftungsbewertung.

Was sagt das EU-Reifenlabel über Nässe aus?

Es enthält eine Nasshaftungsklasse und bietet damit eine wichtige Orientierung. Andere Nässeeigenschaften wie Aquaplaning und Nasshandling werden dadurch jedoch nicht vollständig beschrieben.

Ist ein Reifen mit Nasshaftungsklasse A automatisch der beste Regenreifen?

Nicht automatisch. Die Labelklasse beschreibt eine definierte Eigenschaft, aber nicht das gesamte Fahrverhalten auf nasser Straße.

Warum sind Ganzjahresreifen häufig V-förmig profiliert?

V-förmige Profile können Wasser und Schneematsch gezielt aus der Aufstandsfläche nach außen ableiten.

Sind asymmetrische Ganzjahresreifen bei Nässe schlechter?

Nein. Auch asymmetrische Profile können eine sehr gute Wasserableitung und Nasshaftung bieten. Entscheidend ist die Gesamtkonstruktion.

Warum ist Reifendruck bei Nässe wichtig?

Der Reifenfülldruck beeinflusst die Aufstandsfläche und die Karkassenarbeit und damit auch das reale Reifenverhalten.

Technischer Hinweis

Aquaplaning hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem Geschwindigkeit, Wassertiefe, Profiltiefe, Reifengröße, Profilgestaltung, Reifenfülldruck und Fahrbahnzustand.

Ein Reifen kann das Aquaplaning-Risiko durch eine geeignete Konstruktion reduzieren, aber kein Reifen kann Aquaplaning unter allen Bedingungen vollständig verhindern.

Bei Regen muss der Ganzjahresreifen zwei Aufgaben gleichzeitig lösen

Er muss Wasser möglichst schnell aus der Aufstandsfläche verdrängen und gleichzeitig genügend Kontakt zur Fahrbahn behalten, um Brems-, Lenk- und Antriebskräfte zu übertragen.

Dafür arbeiten Profilrillen, Profilblöcke, Lamellen, Gummimischung und Karkasse gemeinsam.

Mit zunehmender Wassermenge und Geschwindigkeit steigen die Anforderungen an dieses System.

Besonders wichtig ist deshalb die Unterscheidung:

Nasshaftung beschreibt die Kraftübertragung auf nasser Straße – Aquaplaning beschreibt den zunehmenden Verlust des direkten Fahrbahnkontakts durch Wasser.

Auch das EU-Reifenlabel liefert wertvolle Informationen zur Nasshaftung, ersetzt jedoch keinen vollständigen Vergleich aller Nässeeigenschaften eines Reifens.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:

„Hat der Ganzjahresreifen eine gute Nasshaftungsklasse?“

Sondern:

„Wie gut verbindet dieser Reifen Wasserverdrängung, Nassbremsen, Profilstabilität und die übrigen Anforderungen eines Ganzjahresreifens?“

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