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Diagonalreifen bei Heuwendern und kleinen Landwirtschaftsgeräten verstehen

FT Wissenswelt – Heuwender-Reifen

Diagonalreifen bei Heuwendern und kleinen Landwirtschaftsgeräten verstehen

Viele kleine Heuwender-, Kreiselheuer- und Implement-Reifen gehören konstruktiv zur Gruppe der Diagonalreifen.

Das sieht man dem Reifen von außen nicht unbedingt an. Der entscheidende Unterschied liegt im Inneren: in der Anordnung der Karkassenlagen.

Beim Diagonalreifen verlaufen die tragenden Karkassenlagen schräg von einem Reifenwulst zum anderen und kreuzen sich dabei gegenseitig.

Diese klassische Konstruktion ist bei kleinen Landwirtschafts- und Gerätebereifungen bis heute weit verbreitet, weil sie für viele Anwendungen eine robuste und technisch passende Lösung darstellt.

Kreuzlagen

Die Karkassenfäden verlaufen schräg durch den Reifen und kreuzen sich.

Gemeinsame Struktur

Seitenwand und Laufflächenbereich arbeiten konstruktiv stärker als Einheit.

Robuster Aufbau

Die Konstruktion eignet sich für viele kleine Arbeits- und Stützradanwendungen.

Klassische Größen

Viele kleine Zollgrößen im Implement-Bereich werden weiterhin diagonal gefertigt.

Diagonal bedeutet nicht automatisch veraltet

Bei kleinen Heuwender- und Implement-Reifen ist die Diagonalkonstruktion für viele Anwendungen weiterhin eine technisch sinnvolle und marktübliche Bauart.

Was ist die Karkasse eines Reifens?

Die Karkasse bildet vereinfacht das tragende Gerüst eines Luftreifens.

Sie verbindet die beiden Reifenwülste miteinander und nimmt gemeinsam mit dem Reifenfülldruck einen großen Teil der auftretenden Kräfte auf.

Zur Reifenfunktion gehören unter anderem:

  • Tragen der Radlast
  • Stabilisieren der Reifenform
  • Aufnehmen von Verformungen
  • Übertragen von Seitenkräften
  • Zusammenarbeit mit Reifenfülldruck und Felge
Der Unterschied zwischen Diagonal- und Radialreifen beginnt deshalb im Karkassenaufbau

Das Profil allein sagt nichts darüber aus, welche Bauart ein Reifen besitzt.

Wie ist ein Diagonalreifen aufgebaut?

Beim Diagonalreifen verlaufen mehrere Karkassenlagen schräg von Wulst zu Wulst.

Die einzelnen Lagen liegen in entgegengesetzten Winkeln übereinander und kreuzen sich.

Erste Lage

Verläuft schräg von einer Seite des Reifens zur anderen.

Nächste Lage

Verläuft in entgegengesetzter Richtung und kreuzt die darunterliegende Lage.

Gesamtkonstruktion

Mehrere solcher Lagen bilden die tragende diagonale Karkasse.

Daher kommt der Name Diagonalreifen

Die tragenden Karkassenlagen verlaufen diagonal zur Laufrichtung und nicht radial von Wulst zu Wulst.

Was bedeutet Bias Ply?

In englischsprachigen Reifenunterlagen findet man für Diagonalreifen häufig Begriffe wie Bias oder Bias Ply.

Damit ist grundsätzlich dieselbe Konstruktionsart gemeint: schräg verlaufende, sich kreuzende Karkassenlagen.

Diagonalreifen = Bias beziehungsweise Bias Ply

Die Begriffe unterscheiden sich sprachlich, beschreiben aber dieselbe grundlegende Bauweise.

Warum kreuzen sich die Karkassenlagen?

Die übereinanderliegenden Lagen stabilisieren sich gegenseitig.

Dadurch entsteht eine Konstruktion, in der Seitenwand und Laufflächenbereich mechanisch eng miteinander verbunden sind.

Längskräfte

Werden innerhalb der gekreuzten Karkassenstruktur aufgenommen.

Seitenkräfte

Werden ebenfalls über mehrere Karkassenlagen verteilt.

Das gesamte Reifengehäuse arbeitet vergleichsweise stark zusammen

Genau darin liegt einer der grundlegenden Unterschiede zum Radialreifen.

Wie ist ein Radialreifen anders aufgebaut?

Bei einem Radialreifen verlaufen die Karkassenfäden im Wesentlichen radial von einem Reifenwulst zum anderen.

Sie kreuzen sich nicht in derselben Weise wie beim klassischen Diagonalreifen.

Zusätzlich wird der Laufflächenbereich durch Gürtel beziehungsweise stabilisierende Lagen aufgebaut.

Diagonalreifen

Karkassenlagen verlaufen schräg und kreuzen sich.

Radialreifen

Karkassenlagen verlaufen radial von Wulst zu Wulst; der Laufflächenbereich wird konstruktiv stärker getrennt stabilisiert.

Diagonal und radial beschreiben den inneren Reifenaufbau

Es handelt sich nicht um Profilarten und auch nicht um reine Qualitätsstufen.

Warum sind Radialreifen bei Pkw und großen Traktoren so verbreitet?

Die Radialkonstruktion ermöglicht eine stärkere funktionale Trennung zwischen flexibler Seitenwand und stabilisiertem Laufflächenbereich.

Das bietet je nach Anwendung Vorteile bei:

  • Rollwiderstand
  • Fahrkomfort
  • Aufstandsfläche
  • Wärmeentwicklung
  • hohen Geschwindigkeiten
  • Bodenanpassung bei großen Landwirtschaftsreifen
Diese Vorteile machen Radialreifen aber nicht automatisch für jede kleine Gerätebereifung notwendig

Warum kleine Heuwender-Reifen häufig diagonal aufgebaut sind

Die Anforderungen eines kleinen frei laufenden Stützrades unterscheiden sich deutlich von denen eines Pkw-Reifens oder großen Traktorantriebsreifens.

Bei Heuwendern stehen häufig andere Eigenschaften im Vordergrund:

Kleine Abmessung

Der Reifen besitzt einen kleinen Durchmesser und ein begrenztes Konstruktionsvolumen.

Robuste Bauweise

Das Rad muss Bodenunebenheiten und wechselnde Belastungen aufnehmen.

Niedrige Arbeitsgeschwindigkeit

Die Einsatzbedingungen unterscheiden sich deutlich vom schnellen Straßenverkehr.

Bewährte Größen

Viele traditionelle Implement-Dimensionen basieren seit Jahrzehnten auf Diagonalkonstruktionen.

Die Bauart passt zur Anwendung

Deshalb werden viele kleine Heuwender- und Gerätegrößen weiterhin als Diagonalreifen produziert.

Warum Diagonal nicht gleichbedeutend mit schlechter Technik ist

Reifenbauarten müssen immer nach ihrem Einsatz beurteilt werden.

Ein Radialreifen ist bei vielen Anwendungen technisch überlegen. Das bedeutet aber nicht, dass eine Radialkonstruktion für jede kleine Gerätebereifung sinnvoll oder notwendig wäre.

Die richtige Konstruktion ist wichtiger als die modernere Bezeichnung

Ein gut ausgelegter Diagonalreifen kann für eine Heuwender- oder Implement-Anwendung genau die richtige Lösung sein.

Warum man nicht einfach von diagonal auf radial umrüsten kann

Eine andere Karkassenbauart kann andere:

  • Abmessungen
  • Felgenanforderungen
  • Tragfähigkeiten
  • Druckwerte
  • Verformungseigenschaften
  • Fahreigenschaften

besitzen.

Die Bauart ist Bestandteil der vollständigen Reifenspezifikation

Eine Umrüstung sollte deshalb nur erfolgen, wenn die konkrete alternative Reifenausführung für Maschine und Felge technisch geeignet ist.

Was bedeutet der Bindestrich in Größen wie 4.00-4?

Bei vielen klassischen Größen wie:

  • 4.00-4
  • 4.00-6
  • 5.00-8
  • 6.00-9

findet man einen Bindestrich vor dem Felgendurchmesser.

In vielen traditionellen Größenbezeichnungssystemen ist dies typisch für klassische Diagonalreifen.

Der Bindestrich ist ein wichtiger Hinweis auf die traditionelle Reifengrößenlogik

Er sollte aber immer zusammen mit der vollständigen Herstellerkennzeichnung betrachtet werden.

Was bedeutet ein R in der Reifengröße?

Bei einem Radialreifen kann innerhalb der Größenbezeichnung ein R vor dem Felgendurchmesser stehen.

Bei vielen Pkw-Reifen ist dies sehr bekannt, zum Beispiel:

205/55 R16

Das R kennzeichnet dort die Radialbauweise.

Bei kleinen klassischen Heuwender-Größen findet man dagegen häufig die traditionelle Schreibweise mit Bindestrich

Warum der Bindestrich allein trotzdem keine vollständige Bauartprüfung ersetzt

Reifenkennzeichnungen unterscheiden sich je nach Größenfamilie, Norm, Hersteller und Einsatzbereich.

Deshalb sollte die Bauart nicht allein aus einem einzelnen Zeichen abgeleitet werden, wenn genaue technische Daten benötigt werden.

Im Zweifel die technischen Herstellerdaten verwenden

Gerade bei ungewöhnlichen oder älteren Reifengrößen ist die vollständige Produktangabe entscheidend.

Wie verhält sich die Seitenwand eines Diagonalreifens?

Da die Karkassenlagen schräg durch den gesamten Reifen verlaufen, arbeitet die Seitenwand eng mit dem Laufflächenbereich zusammen.

Verformt sich der Reifen unter Last, werden die gekreuzten Lagen entsprechend mitbewegt.

Lastaufnahme

Die Karkasse verteilt Belastungen über mehrere gekreuzte Lagen.

Seitenführung

Die Konstruktion nimmt seitliche Kräfte über die gesamte Reifenstruktur auf.

Verformung

Seitenwand und Lauffläche sind konstruktiv stärker miteinander gekoppelt.

Warum Reifenfülldruck bei Diagonalreifen besonders wichtig bleibt

Auch eine robuste Karkasse benötigt den vorgesehenen Reifenfülldruck.

Der Innendruck unterstützt die Karkasse bei:

  • Lastaufnahme
  • Formstabilität
  • Kontrolle der Seitenwandverformung
  • Ausbildung der Bodenaufstandsfläche
Robuste Karkasse bedeutet nicht, dass der Reifen mit beliebig wenig Luft gefahren werden darf

Der vorgesehene Last-Druck-Bereich muss weiterhin eingehalten werden.

Wie beeinflusst die Diagonalkonstruktion die Walkarbeit?

Bei jeder Radumdrehung wird der Reifen in der Aufstandsfläche verformt.

Da beim Diagonalreifen mehrere gekreuzte Lagen gemeinsam arbeiten, entstehen innerhalb der Konstruktion Bewegungen zwischen den belasteten Bereichen.

Ein Teil dieser mechanischen Arbeit wird in Wärme umgewandelt.

Deshalb gehören Geschwindigkeit, Last und Luftdruck immer zur Reifenfreigabe

Auch bei einem kleinen Diagonalreifen kann übermäßige Verformung zu zusätzlicher Wärmeentwicklung führen.

Warum die Geschwindigkeit auch bei Diagonalreifen berücksichtigt werden muss

Je schneller sich ein Reifen dreht, desto häufiger wird seine Karkasse innerhalb einer bestimmten Zeit verformt.

Niedrigere Geschwindigkeit

Weniger Belastungs- und Verformungszyklen pro Zeiteinheit.

Höhere Geschwindigkeit

Mehr Verformungszyklen und potenziell höhere thermische Beanspruchung.

Deshalb kann die zulässige Last eines kleinen Implement-Reifens von der Geschwindigkeit abhängen

Warum ein kleines Heuwender-Rad trotzdem viele Karkassenzyklen erlebt

Ein kleines Rad besitzt einen kleinen Abrollumfang.

Für dieselbe Wegstrecke muss es sich daher häufiger drehen als ein großes Rad.

Kleine Reifengröße bedeutet nicht automatisch geringe Reifenarbeit

Gerade bei längeren Transport- oder Arbeitsstrecken kann ein kleines Heuwender-Rad sehr viele Radumdrehungen absolvieren.

Diagonalreifen und PR – wie hängen beide zusammen?

Bei kleinen Diagonalreifen findet man häufig Angaben wie:

  • 4 PR
  • 6 PR
  • 8 PR

PR steht für Ply Rating und stammt historisch aus der Bewertung der Festigkeit von Karkassenlagen.

Gerade bei Diagonalreifen ist dieser historische Zusammenhang leicht nachvollziehbar, weil die gekreuzten Lagen ein zentraler Bestandteil der Konstruktion sind.

PR bedeutet trotzdem nicht automatisch die tatsächliche Anzahl vorhandener Karkassenlagen

Bei modernen Materialien ist die PR-Zahl vor allem als Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse zu verstehen.

Warum ein 6-PR-Diagonalreifen nicht einfach zwei Lagen mehr haben muss als ein 4-PR-Reifen

Diese Interpretation liegt aufgrund der historischen Bezeichnung nahe, ist bei modernen Reifen aber zu einfach.

Hersteller verwenden unterschiedliche:

  • Karkassenmaterialien
  • Fadenstärken
  • Gewebekonstruktionen
  • Gummimischungen
PR ist eine Leistungsklasse und keine Bauanleitung des Reifens

Diagonalreifen können TT oder TL sein

Diagonal beschreibt den Karkassenaufbau.

TT und TL beschreiben dagegen das Luft- beziehungsweise Montagesystem.

Diese Eigenschaften dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Diagonal + TT

Diagonalreifen mit vorgesehenem Schlauchsystem.

Diagonal + TL

Diagonalreifen, der für einen schlauchlosen Betrieb auf geeigneter Felge konstruiert sein kann.

Diagonal bedeutet weder automatisch TT noch automatisch TL

Warum das Profil nichts über diagonal oder radial aussagt

Ein Rillenprofil, Blockprofil oder Traktionsprofil kann grundsätzlich auf unterschiedlichen Karkassenkonstruktionen aufgebaut sein.

Profil

Beschreibt die Gestaltung der Lauffläche.

Karkasse

Beschreibt den tragenden inneren Reifenaufbau.

Außen ähnlich – innen unterschiedlich

Zwei Reifen können optisch ein ähnliches Profil besitzen und konstruktiv trotzdem unterschiedliche Karkassen haben.

Warum die Felge weiterhin zur Diagonalbereifung passen muss

Die Karkassenbauart ändert nichts daran, dass der Reifenwulst geometrisch korrekt auf der Felge sitzen muss.

Zu berücksichtigen sind:

  • Felgendurchmesser
  • Felgenbreite
  • Felgenkontur
  • TT/TL-System
  • Ventil
  • Tragfähigkeit
Diagonalreifen sind keine universellen Reifen für beliebige Felgen

Warum Diagonalreifen gut zu vielen kleinen Stützradanwendungen passen

Bei Heuwendern und ähnlichen Geräten kommt es häufig auf eine robuste, kompakte und wirtschaftliche Reifenlösung an.

Typische Anforderungen sind:

Stützfunktion

Das Rad trägt einen Teil der Maschine.

Bodenführung

Der Reifen folgt Unebenheiten im Grünland.

Seitenkräfte

Kurven und Maschinenbewegungen müssen aufgenommen werden.

Robustheit

Der Reifen arbeitet in einer rauen landwirtschaftlichen Umgebung.

Genau für solche Anwendungen haben sich Diagonalkonstruktionen über lange Zeit bewährt

Warum „bewährt“ nicht bedeutet, dass jeder Diagonalreifen passt

Auch innerhalb der Diagonalreifen unterscheiden sich Produkte erheblich.

Unterschiede bestehen beispielsweise bei:

  • Reifengröße
  • PR
  • Tragfähigkeit
  • Profil
  • TT/TL-Ausführung
  • Felgenfreigabe
  • Geschwindigkeit
Die Bauart allein ist noch keine Reifenfreigabe

Warum gleiche Größe nicht automatisch gleiche Karkasse bedeutet

Zwei Reifen mit der gleichen Nennmaßgröße können von unterschiedlichen Herstellern oder innerhalb verschiedener Produktlinien angeboten werden.

Sie können sich unterscheiden bei:

PR

Unterschiedliche Festigkeitsklassen können vorhanden sein.

Material

Die verwendeten Karkassengewebe können unterschiedlich aufgebaut sein.

Reifenkontur

Hersteller können ihre Konstruktionen unterschiedlich abstimmen.

Deshalb ist die Nennmaßgröße nur ein Teil der vollständigen Reifenbeschreibung

Diagonal- und Radialreifen vereinfacht verglichen

Merkmal Diagonalreifen Radialreifen
Karkassenverlauf Schräg verlaufende, sich kreuzende Lagen Radial von Wulst zu Wulst verlaufende Karkasse
Lauffläche und Seitenwand Arbeiten konstruktiv stärker als gemeinsame Struktur Funktional stärker voneinander getrennt
Klassische kleine Implement-Größen Sehr verbreitet Je nach Größenbereich deutlich seltener
Große moderne Traktorreifen Weiterhin vorhanden Sehr verbreitet
Hohe Straßengeschwindigkeiten Je nach Reifen begrenzter Einsatzbereich Radialbauweise bietet hier konstruktive Vorteile
Grundsätzlich besser? Keine allgemeine Antwort – die Bauart muss zur Anwendung passen.

Warum Radialreifen bei großen Landwirtschaftsreifen andere Vorteile bringen

Bei großen Traktoren spielt die Verformung der Aufstandsfläche eine wesentlich größere Rolle.

Radialreifen können dort je nach Bauart:

  • mit flexibleren Seitenwänden arbeiten
  • größere Aufstandsflächen erzeugen
  • Traktion unterstützen
  • Bodendruck günstig beeinflussen
  • Rollwiderstand reduzieren
Diese Anforderungen lassen sich nicht direkt auf ein kleines Heuwender-Laufrad übertragen

Deshalb ist die unterschiedliche Bauart technisch nachvollziehbar.

Warum Heuwender-Reifen eher mit Implement-Reifen verwandt sind

Technisch gehört die typische Heuwenderbereifung viel stärker in das Umfeld der frei laufenden Geräte- und Implement-Reifen als in das Segment großer Traktorantriebsreifen.

Gemeinsame Anforderungen können sein:

  • Stützfunktion
  • Führung
  • Tragfähigkeit
  • geringer Rollwiderstand
  • landwirtschaftlicher Untergrund
Der Heuwender ist damit eine konkrete Anwendung innerhalb des breiteren Implement-Umfelds

Warum man einen vorhandenen Diagonalreifen nicht nur nach der Bauart ersetzen sollte

Die Information „Diagonalreifen“ reicht für eine Ersatzbestellung nicht aus.

Zusätzlich benötigt werden:

Größe

Zum Beispiel 4.00-4 vollständig bestimmen.

PR

Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse berücksichtigen.

TT / TL

Das Reifen- und Luftsystem bestimmen.

Profil

Die Laufflächenausführung mit berücksichtigen.

Diagonal ist nur eine Eigenschaft des Reifens

Welche Angaben auf der Reifenflanke helfen bei der Bauartbestimmung?

Reifengröße

Die vollständige Schreibweise einschließlich Bindestrich oder R dokumentieren.

PR

Bei kleinen Diagonalreifen häufig eine wichtige Zusatzinformation.

TT / TL

Beschreibt das Luft- und Montagesystem.

Hersteller

Ermöglicht die Prüfung der konkreten technischen Produktdaten.

Bei Unsicherheit ist die Herstellerdokumentation maßgeblich

Typische Irrtümer über Diagonalreifen

Behauptung Richtige Einordnung
„Diagonalreifen sind grundsätzlich alte Technik.“ Nein. Die Bauart wird bei vielen kleinen Landwirtschafts- und Implement-Reifen weiterhin gezielt eingesetzt.
„Radialreifen sind immer besser.“ Nein. Die geeignete Karkassenbauart hängt von Reifengröße und Anwendung ab.
„Diagonal beschreibt das Reifenprofil.“ Nein. Diagonal beschreibt den inneren Verlauf der Karkassenlagen.
„Ein Rillenreifen ist automatisch ein Diagonalreifen.“ Nein. Profilform und Karkassenbauart sind unterschiedliche Eigenschaften.
„Diagonalreifen sind immer TT.“ Nein. Diagonalreifen können je nach Produkt als TT oder TL ausgeführt sein.
„6 PR bedeutet sechs tatsächliche Karkassenlagen.“ Nicht zwingend. PR ist heute vor allem eine Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse.
„Ein Bindestrich bedeutet immer sicher Diagonalreifen.“ Bei vielen klassischen Größen ist der Bindestrich typisch für Diagonalbauarten. Für eine eindeutige technische Bestimmung sollten jedoch die vollständigen Herstellerdaten verwendet werden.
„Diagonalreifen dürfen nur langsam fahren.“ Die zulässige Geschwindigkeit hängt vom konkreten Reifen ab. Die Bauart allein liefert keine pauschale Geschwindigkeitsgrenze.
„Ein Diagonalreifen braucht weniger Luftdruck, weil er robuster ist.“ Nein. Auch er muss innerhalb des vom Hersteller vorgesehenen Last-Druck-Bereichs betrieben werden.
„Gleiche Größe bedeutet gleiche Karkassenkonstruktion.“ Nicht automatisch. Hersteller, PR und Produktlinie können zu unterschiedlichen Konstruktionen führen.

Wissenswelt und Praxiswelt bewusst getrennt

Diese Seite erklärt, wie ein Diagonalreifen aufgebaut ist und warum diese Bauart bei kleinen Heuwender- und Implement-Reifen häufig verwendet wird.

Die praktische Kontrolle von Karkassenschäden, Rissen, Verformungen, Rundlauf oder Reifenalter gehört dagegen in die FT Praxiswelt Heuwender-Reifen.

FT Wissenswelt = Reifenaufbau verstehen. FT Praxiswelt = vorhandenen Reifen beurteilen.

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Auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen wir regelmäßig Reifen, Karkassen, Profile, Produkte, Praxistipps und technische Zusammenhänge. Außerdem geben wir Einblicke in die FT Wissenswelt, Praxiswelt und Herstellerwelt.

Häufige Fragen zu Diagonalreifen bei Heuwendern

Was ist ein Diagonalreifen?

Bei einem Diagonalreifen verlaufen die tragenden Karkassenlagen schräg von Wulst zu Wulst und kreuzen sich gegenseitig. Diese Konstruktion wird auch als Bias- beziehungsweise Bias-Ply-Bauweise bezeichnet.

Warum werden Heuwender-Reifen häufig diagonal gebaut?

Viele kleine Implement-Größen sind für robuste Stütz- und Führungsaufgaben bei vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten ausgelegt. Die Diagonalkonstruktion ist für solche Anwendungen weiterhin weit verbreitet.

Sind Diagonalreifen veraltet?

Nein. Sie sind eine eigene Konstruktionsart und werden dort eingesetzt, wo ihre Eigenschaften technisch zur Anwendung passen.

Was ist der Unterschied zwischen diagonal und radial?

Beim Diagonalreifen kreuzen sich die schräg verlaufenden Karkassenlagen. Beim Radialreifen verlaufen die Karkassenfäden im Wesentlichen radial von Wulst zu Wulst und der Laufflächenbereich wird konstruktiv separat stabilisiert.

Ist ein Radialreifen immer besser als ein Diagonalreifen?

Nein. Radialreifen bieten in vielen Anwendungen deutliche Vorteile, aber bei kleinen Geräte- und Implement-Reifen kann eine Diagonalkonstruktion technisch völlig passend sein.

Was bedeutet der Bindestrich bei 4.00-4?

Bei vielen klassischen Reifengrößen ist die Schreibweise mit Bindestrich typisch für traditionelle Diagonalgrößen. Für eine eindeutige Bauartbestimmung sollten jedoch die vollständigen Herstellerdaten berücksichtigt werden.

Was bedeutet R in einer Reifengröße?

Bei vielen modernen Größen kennzeichnet ein R die Radialbauweise, beispielsweise bei einem Pkw-Reifen 205/55 R16.

Ist jeder Diagonalreifen ein TT-Reifen?

Nein. Diagonal beschreibt die Karkassenbauart. TT und TL beschreiben dagegen das Luft- beziehungsweise Montagesystem. Beides sind unterschiedliche technische Eigenschaften.

Was bedeutet PR bei einem Diagonalreifen?

PR steht für Ply Rating und beschreibt eine Festigkeits- beziehungsweise Tragfähigkeitsklasse. Die PR-Zahl entspricht bei modernen Reifen nicht zwangsläufig der tatsächlichen Anzahl vorhandener Karkassenlagen.

Kann ich einen Diagonalreifen durch einen Radialreifen ersetzen?

Nur wenn eine technisch geeignete und für Maschine, Felge, Tragfähigkeit, Abmessungen und Einsatz freigegebene Radialausführung vorhanden ist. Die Bauarten dürfen nicht allein aufgrund ähnlicher Größe gegeneinander getauscht werden.

Technischer Hinweis

Diese FT Wissenswelt erklärt den grundlegenden Aufbau von Diagonalreifen bei Heuwendern und kleinen landwirtschaftlichen Arbeitsgeräten. Ob ein konkreter Reifen diagonal oder radial aufgebaut ist und welche Last-, Druck-, Felgen- und Geschwindigkeitswerte gelten, muss den technischen Angaben des jeweiligen Reifenherstellers entnommen werden. Die Bauart allein ist keine Freigabe für eine bestimmte Maschine.

Diagonalreifen sind keine alte Notlösung – sondern eine eigene, bis heute sinnvolle Reifenbauart

Bei vielen kleinen Heuwender- und Implement-Reifen verlaufen die Karkassenlagen schräg durch den Reifen und kreuzen sich gegenseitig.

Diese Konstruktion ergibt einen robusten Reifenaufbau, der für viele kleine Stütz- und Führungsräder sehr gut zur Anwendung passt.

Radialreifen arbeiten konstruktiv anders und bieten insbesondere bei anderen Reifenbereichen wichtige Vorteile. Das macht den Diagonalreifen jedoch nicht grundsätzlich schlechter.

Entscheidend ist deshalb nicht: „Welche Bauart ist moderner?“

Sondern: „Welche Karkassenkonstruktion ist für genau diese Reifengröße, Felge, Radlast und Maschinenanwendung vorgesehen?“

Genau dadurch wird verständlich, warum klassische Größen wie 4.00-4 oder 4.00-6 auch heute noch häufig als Diagonalreifen eingesetzt werden.

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