Diagonal- und Radialreifen bei Implement-Anwendungen verstehen
FT Wissenswelt – Implement-Reifen
Diagonal- und Radialreifen bei Implement-Anwendungen verstehen
Implement-Reifen können je nach Größe, Maschine und Einsatz als Diagonalreifen oder Radialreifen aufgebaut sein.
Der Unterschied liegt nicht in erster Linie im Profil und auch nicht darin, ob ein Reifen breit oder schmal aussieht. Entscheidend ist die innere Karkassenkonstruktion.
Beim Diagonalreifen verlaufen die tragenden Karkassenlagen schräg durch den Reifen und kreuzen sich. Beim Radialreifen verlaufen die Karkassenfäden im Wesentlichen radial von einem Reifenwulst zum anderen, während der Laufflächenbereich zusätzlich stabilisiert wird.
Aus diesem konstruktiven Unterschied ergeben sich unterschiedliche Eigenschaften bei Seitenwandverformung, Aufstandsfläche, Wärmeentwicklung, Transportverhalten, Bodenschonung und Belastbarkeit.
Diagonal
Sich kreuzende Karkassenlagen bilden eine robuste gemeinsame Reifenstruktur.
Radial
Radiale Karkassenfäden ermöglichen eine stärkere funktionale Trennung zwischen Seitenwand und Lauffläche.
Aufstandsfläche
Die Karkassenbauart beeinflusst, wie sich der Reifen unter Radlast verformt.
Einsatz
Welche Bauart sinnvoll ist, hängt von Maschine, Geschwindigkeit, Last und Untergrund ab.
Beide Bauarten werden bei landwirtschaftlichen Reifen weiterhin eingesetzt, weil sie unterschiedliche technische Schwerpunkte besitzen.
Was ist die Karkasse eines Implement-Reifens?
Die Karkasse bildet vereinfacht das tragende Grundgerüst des Luftreifens.
Sie verbindet die beiden Reifenwülste miteinander und arbeitet gemeinsam mit dem Reifenfülldruck bei der Aufnahme von:
- Radlast
- Seitenkräften
- Stoßbelastungen
- Verformungen
- gegebenenfalls Antriebskräften
Das sichtbare Profil ist eine davon getrennte technische Eigenschaft.
Wie ist ein Diagonalreifen aufgebaut?
Beim Diagonalreifen verlaufen mehrere Karkassenlagen schräg von einem Reifenwulst zum anderen.
Die einzelnen Lagen sind dabei in entgegengesetzten Winkeln angeordnet und kreuzen sich.
Erste Lage
Verläuft schräg durch den Reifen.
Nächste Lage
Verläuft in entgegengesetzter Richtung und kreuzt die darunterliegende Struktur.
Gesamtkarkasse
Mehrere Lagen bilden gemeinsam eine relativ stark miteinander gekoppelte Reifenstruktur.
Was bedeutet Bias beziehungsweise Bias Ply?
In englischen Herstellerunterlagen werden Diagonalreifen häufig als:
- Bias
- Bias Ply
- Cross Ply
bezeichnet.
Die tragenden Lagen verlaufen schräg und kreuzen sich.
Wie ist ein Radialreifen aufgebaut?
Beim Radialreifen verlaufen die Karkassenfäden im Wesentlichen radial von Reifenwulst zu Reifenwulst.
Der Laufflächenbereich wird zusätzlich durch Gürtel beziehungsweise stabilisierende Lagen abgestützt.
Seitenwand
Kann konstruktiv flexibler arbeiten.
Lauffläche
Wird durch die Gürtelkonstruktion gezielt stabilisiert.
Warum der Unterschied im Inneren das Verhalten außen verändert
Die Karkassenstruktur bestimmt, wie sich der Reifen unter Belastung verformt.
Dadurch können sich je nach Reifenkonstruktion Unterschiede ergeben bei:
Aufstandsfläche
Form und Länge der Kontaktfläche können unterschiedlich ausfallen.
Seitenwand
Die Flexibilität unter Radlast unterscheidet sich.
Wärme
Walkarbeit und Wärmeentwicklung können verschieden sein.
Transport
Stabilität, Abrollverhalten und Geschwindigkeit können unterschiedlich bewertet werden.
Warum Diagonalreifen häufig eine robuste Seitenwand besitzen
Beim Diagonalreifen laufen die sich kreuzenden Karkassenlagen durch Seitenwand und Laufflächenbereich.
Dadurch arbeitet der Reifen stärker als zusammenhängende Struktur.
Je nach Konstruktion können daraus Vorteile entstehen bei:
- Seitenwandstabilität
- mechanischer Robustheit
- Stoßbelastungen
- einfacheren Geräteanwendungen
Die konkrete Tragfähigkeit ergibt sich weiterhin aus Reifengröße, PR beziehungsweise Lastindex, Druck und Geschwindigkeit.
Warum Diagonalreifen bei Implement-Geräten bis heute verbreitet sind
Viele klassische Implement-Größen werden seit Jahrzehnten erfolgreich als Diagonalreifen eingesetzt.
Typische Gründe können sein:
- robuste Konstruktion
- bewährte Felgensysteme
- vergleichsweise einfache Anwendungen
- niedrigere Arbeitsgeschwindigkeiten
- klassische Geräte- und Anhängergrößen
Für zahlreiche Implement-Anwendungen stellen sie weiterhin eine passende und bewährte Konstruktion dar.
Warum man Diagonalreifen nicht pauschal als schlechter bezeichnen sollte
Eine Radialkonstruktion bietet in vielen Anwendungen technische Vorteile.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder frei rollende Implement-Reifen zwingend radial aufgebaut sein muss.
Warum Radialreifen eine flexiblere Seitenwand ermöglichen können
Durch den radialen Aufbau kann die Seitenwand konstruktiv stärker arbeiten, ohne dass die Lauffläche in derselben Weise mitverformt werden muss wie beim Diagonalreifen.
Dadurch können je nach Reifen:
- größere Aufstandsflächen entstehen
- Bodenunebenheiten besser aufgenommen werden
- der Reifen komfortabler abrollen
- die Last günstiger verteilt werden
Warum Radialreifen für Bodenschonung interessant sind
Eine flexiblere Seitenwand kann dazu beitragen, dass sich der Reifen unter Last stärker in Längsrichtung der Aufstandsfläche verformt.
Dadurch kann eine größere Kontaktfläche entstehen.
Größere Kontaktfläche
Die vorhandene Radlast kann über einen größeren Bodenbereich verteilt werden.
Flexible Karkasse
Kann sich innerhalb ihrer technischen Grenzen stärker dem Untergrund anpassen.
Radlast, Reifenfülldruck, Reifenbreite und Bodenbedingungen bleiben entscheidend.
Warum Radialreifen beim Transport Vorteile bieten können
Bei längeren Transportstrecken muss ein Reifen viele Verformungszyklen innerhalb kurzer Zeit bewältigen.
Radialkonstruktionen können je nach Reifen Vorteile bieten bei:
- Wärmeentwicklung
- gleichmäßigem Verschleiß
- Fahrkomfort
- ruhigem Abrollverhalten
- höheren Transportgeschwindigkeiten
Warum Wärmeentwicklung bei Reifen wichtig ist
Bei jeder Radumdrehung wird die Reifenkarkasse im Bereich der Bodenaufstandsfläche verformt.
Ein Teil dieser sogenannten Walkarbeit wird in Wärme umgewandelt.
Geschwindigkeit
Mehr Radumdrehungen bedeuten mehr Belastungszyklen pro Zeit.
Radlast
Höhere Belastung kann stärkere Verformung erzeugen.
Luftdruck
Ein ungeeigneter Druck kann die Karkassenbewegung zusätzlich erhöhen.
Warum ein Diagonalreifen bei schneller Transportfahrt stärker gefordert sein kann
Da beim klassischen Diagonalreifen Seitenwand und Laufflächenbereich konstruktiv stärker miteinander gekoppelt sind, entsteht bei jeder Verformung Bewegung innerhalb mehrerer gekreuzter Karkassenlagen.
Bei höherer Geschwindigkeit nimmt die Häufigkeit dieser Verformung zu.
Warum Radialreifen nicht automatisch mit weniger Druck gefahren werden dürfen
Eine flexible Karkasse bedeutet nicht, dass der Reifenfülldruck beliebig reduziert werden darf.
Der zulässige Betriebsdruck hängt weiterhin ab von:
- Radlast
- Lastindex
- Geschwindigkeit
- Reifengröße
- Karkassenausführung
- Herstellerdaten
Welche Rolle spielen IF- und VF-Reifen?
Bei modernen Radialreifen für landwirtschaftliche Anwendungen können zusätzliche Karkassentechnologien wie IF und VF eingesetzt werden.
IF
Improved Flexion – für gegenüber entsprechenden Standardreifen erweiterte Last-Druck-Kombinationen.
VF
Very High Flexion – eine weiterentwickelte Karkassentechnologie mit nochmals erweitertem Last-Druck-Potenzial.
Je nach konkretem Reifen können solche Konstruktionen ermöglichen:
- bei vergleichbarer Last mit geringerem Druck zu arbeiten
- bei vergleichbarem Druck eine höhere Last aufzunehmen
Warum moderne Implement-Radialreifen besonders interessant sind
Moderne Landwirtschaftsreifen werden zunehmend auch für schwere gezogene Geräte und Transportanwendungen radial entwickelt.
Je nach Produkt können dabei kombiniert werden:
- hohe Tragfähigkeit
- große Aufstandsfläche
- angepasste Last-Druck-Verhältnisse
- Bodenschonung
- Straßenstabilität
Diagonal und Radial bei Flotation-Reifen
Flotation-Reifen können sowohl diagonal als auch radial aufgebaut sein.
Diagonal-Flotation
Verbindet eine breite, großvolumige Reifengeometrie mit der klassischen Diagonalkarkasse.
Radial-Flotation
Verbindet große Reifenabmessungen mit einer radialen Karkasse und entsprechendem Verformungsverhalten.
Es handelt sich um ein Reifenkonzept, das mit unterschiedlichen Karkassen umgesetzt werden kann.
Warum ein Diagonal-Flotation-Reifen trotzdem bodenschonend sein kann
Auch eine Diagonalkonstruktion kann:
- große Reifenbreite
- hohes Luftvolumen
- große Bodenaufstandsfläche
- geeignete Last-Druck-Werte
besitzen.
Warum Radialreifen ebenfalls Bodenprobleme verursachen können
Ein moderner Radialreifen kann technisch sehr bodenschonend ausgelegt sein.
Wird er jedoch:
- mit ungeeignet hohem Reifenfülldruck betrieben
- überlastet
- auf extrem weichem Boden eingesetzt
- mit ungeeigneter Reifengröße verwendet
kann auch er deutliche Bodenbelastungen erzeugen.
Wie beeinflusst die Bauart den Fahrkomfort?
Eine flexiblere Seitenwand kann Stöße und Bodenunebenheiten stärker aufnehmen.
Dadurch können Radialreifen je nach Konstruktion einen ruhigeren Lauf ermöglichen.
Diagonal
Relativ stark gekoppelte Karkassenstruktur kann sich robuster und steifer anfühlen.
Radial
Flexiblere Seitenwand kann Bodenunebenheiten stärker aufnehmen.
Wie beeinflusst die Bauart den Rollwiderstand?
Rollwiderstand entsteht unter anderem dadurch, dass Reifen und Boden während des Rollens verformt werden.
Je weniger unnötige Energie innerhalb des Reifens verloren geht, desto leichter kann das Rad grundsätzlich rollen.
Warum Karkassenbauart und Profil nicht verwechselt werden dürfen
Ein grobes Traktionsprofil kann auf einem Radialreifen oder einem Diagonalreifen aufgebaut sein.
Ebenso kann ein Rib-Profil bei unterschiedlichen Karkassenkonzepten vorkommen.
Karkasse
Beschreibt den inneren tragenden Aufbau.
Profil
Beschreibt die Gestaltung der äußeren Lauffläche.
Wie erkennt man einen Radialreifen?
Bei vielen Reifengrößen wird die Radialbauweise durch ein R innerhalb der Größenbezeichnung gekennzeichnet.
Das R steht dabei für Radial.
Wie erkennt man einen Diagonalreifen?
Bei vielen klassischen Landwirtschafts- und Implement-Größen findet man einen Bindestrich vor dem Felgendurchmesser.
Diese Schreibweise ist häufig typisch für traditionelle Diagonalgrößen.
Bei unbekannten oder ungewöhnlichen Größen sollte die Bauart immer anhand der Herstellerdaten bestätigt werden.
Warum dieselbe Größe nicht automatisch sowohl radial als auch diagonal austauschbar ist
Selbst wenn zwei Reifen auf den ersten Blick vergleichbare Abmessungen besitzen, können sich unterscheiden:
- tatsächliche Reifenbreite
- Außendurchmesser
- Felgenzuordnung
- Tragfähigkeit
- Reifenfülldruck
- Geschwindigkeit
- Verformungsverhalten
Warum die Felge mit berücksichtigt werden muss
Die Reifenbauart allein sagt nicht aus, ob ein anderer Reifen auf die vorhandene Felge montiert werden darf.
Zu prüfen sind:
Durchmesser
Felgendurchmesser muss exakt passen.
Breite
Die Felgenbreite muss für den konkreten Reifen freigegeben sein.
Kontur
Reifenwulst und Felgensitz müssen geometrisch zusammenpassen.
Belastbarkeit
Auch die Felge muss die tatsächliche Radlast aufnehmen können.
Warum TT und TL unabhängig von radial oder diagonal sind
Die Karkassenbauart und das Luftsystem sind zwei unterschiedliche Eigenschaften.
Diagonal + TT
Diagonalreifen mit vorgesehenem Schlauchsystem.
Diagonal + TL
Diagonalreifen für schlauchlosen Betrieb auf geeigneter Felge.
Radial + TT
Je nach Reifenkonstruktion grundsätzlich ebenfalls möglich.
Radial + TL
Bei modernen großen Landwirtschaftsreifen weit verbreitet.
Diagonal- und Radialreifen im direkten Vergleich
| Merkmal | Diagonalreifen | Radialreifen |
|---|---|---|
| Karkassenverlauf | Schräg verlaufende, sich kreuzende Lagen | Radial von Wulst zu Wulst verlaufende Karkasse |
| Seitenwand und Lauffläche | Konstruktiv stärker miteinander gekoppelt | Funktional stärker voneinander getrennt |
| Seitenwand | Je nach Konstruktion relativ robust und stabil | Je nach Konstruktion flexibler |
| Aufstandsfläche | Abhängig von Dimension, Druck und Karkasse | Kann durch flexible Seitenwand besonders günstig ausgebildet werden |
| Transport | Je nach Reifen und Geschwindigkeitsfreigabe geeignet | Kann Vorteile bei Wärme, Komfort und gleichmäßigem Lauf bieten |
| Bodenschonung | Mit geeigneter Flotation-Konstruktion ebenfalls möglich | Kann durch flexible Karkasse und große Aufstandsfläche Vorteile bieten |
| Typische Verwendung | Viele klassische Implement- und Geräteanwendungen | Moderne schwere Implement-, Trailer- und Flotation-Anwendungen |
| Grundsätzlich besser? | Nein. Die Bauart muss zur Maschine und zum Einsatz passen. | |
Warum die Tabelle keine Kaufentscheidung allein ersetzen kann
Die Gegenüberstellung beschreibt grundsätzliche Konstruktionsunterschiede.
Ein moderner Diagonalreifen kann in seiner vorgesehenen Anwendung technisch geeigneter sein als ein beliebiger Radialreifen.
Ebenso kann ein speziell entwickelter Radialreifen bei schweren Transport- und Flotation-Anwendungen deutliche Vorteile besitzen.
Wann kann ein Diagonalreifen sinnvoll sein?
Ein Diagonalreifen kann je nach Maschine sinnvoll sein bei:
- klassischen Geräteanwendungen
- kleineren und mittleren Implement-Größen
- robusten Stütz- und Führungsaufgaben
- vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten
- bereits dafür ausgelegten Felgen- und Maschinenkonzepten
Wann kann ein Radialreifen besonders interessant sein?
Radialtechnik kann je nach Reifen Vorteile bieten bei:
- hohen Radlasten
- großen Flotation-Reifen
- häufigem Feld-/Straßen-Wechsel
- längeren Transportstrecken
- gewünschter großer Aufstandsfläche
- erweiterten Last-Druck-Konzepten
Warum man eine funktionierende Diagonalbereifung nicht grundsätzlich auf radial umrüsten muss
Eine Umrüstung ist nur dann sinnvoll, wenn ein konkreter technischer Vorteil benötigt wird und eine passende Radiallösung für die Maschine vorhanden ist.
Vor einer Umrüstung sollten geprüft werden:
- Reifengröße
- Außendurchmesser
- Reifenbreite
- Felgenbreite
- Tragfähigkeit
- Geschwindigkeit
- Reifenfülldruck
- Freigängigkeit
- Maschinenfreigabe
Warum gleiche Nennmaßgröße unterschiedliche Außenmaße haben kann
Auch bei vergleichbarer Größenbezeichnung können Diagonal- und Radialreifen unterschiedliche reale Maße besitzen.
Unterschiede können auftreten bei:
- tatsächlicher Reifenbreite
- Außendurchmesser
- statischem Halbmesser
- Abrollumfang
Welche Angaben helfen bei der Bauartbestimmung?
Reifengröße
Die vollständige Schreibweise einschließlich R oder Bindestrich dokumentieren.
Hersteller
Marke und exakten Profilnamen aufnehmen.
LI / PR
Tragfähigkeits- und Festigkeitsangaben erfassen.
TT / TL
Das vorhandene Luftsystem dokumentieren.
Felge
Felgengröße und Felgenbreite prüfen.
Maschine
Hersteller und genaue Maschinenbezeichnung festhalten.
Radfunktion
Frei rollend oder angetrieben unterscheiden.
Einsatz
Feld, Grünland, Transport und tatsächliche Geschwindigkeit berücksichtigen.
Typische Irrtümer über Diagonal- und Radialreifen
| Behauptung | Richtige Einordnung |
|---|---|
| „Radialreifen sind grundsätzlich besser.“ | Nein. Die richtige Bauart hängt von Maschine, Einsatz und technischen Anforderungen ab. |
| „Diagonalreifen sind veraltete Reifen.“ | Nein. Sie werden bei zahlreichen Implement- und Geräteanwendungen weiterhin sinnvoll eingesetzt. |
| „Radial beschreibt das Profil.“ | Nein. Radial beschreibt den inneren Karkassenaufbau. |
| „Ein Radialreifen ist immer bodenschonend.“ | Nein. Radlast, Luftdruck, Dimension und Bodenbedingungen müssen ebenfalls passen. |
| „Diagonalreifen können keine Flotation-Reifen sein.“ | Doch. Flotation und Karkassenbauart sind unterschiedliche technische Eigenschaften. |
| „Radialreifen können immer mit weniger Luft gefahren werden.“ | Nein. Der zulässige Betriebsdruck ergibt sich aus der konkreten Last-Druck-Freigabe. |
| „Diagonal bedeutet automatisch TT.“ | Nein. Diagonalreifen können je nach Ausführung TT oder TL sein. |
| „Radial bedeutet automatisch TL.“ | Nicht grundsätzlich. Karkassenbauart und Luftsystem sind getrennte Eigenschaften. |
| „Gleiche Größe bedeutet, dass radial und diagonal austauschbar sind.“ | Nein. Reale Abmessungen, Felge, Tragfähigkeit, Druck und Maschinenfreigabe müssen geprüft werden. |
| „Eine Umrüstung auf radial ist immer eine Verbesserung.“ | Nein. Eine Umrüstung ist nur dann sinnvoll, wenn die Radiallösung technisch passt und für den tatsächlichen Einsatz einen Vorteil bietet. |
Wissenswelt und Praxiswelt bewusst getrennt
Diese Seite erklärt, wie sich Diagonal- und Radialreifen konstruktiv unterscheiden und warum daraus unterschiedliche Eigenschaften entstehen.
Wie vorhandene Implement-Reifen bei Straßenfahrt, wechselnder Beladung, Verschleiß, weichem Boden oder längerer Standzeit praktisch beurteilt werden, behandeln wir dagegen in der FT Praxiswelt Implement-Reifen.
Implement-Reifen bei FT-Reifen
Bei FT-Reifen finden Sie Implement-Reifen in unterschiedlichen Größen, Profilen, Tragfähigkeitsklassen sowie verschiedenen Diagonal-, Radial-, Flotation-, TT- und TL-Ausführungen.
Implement-Reifen kaufen Implement-Reifen nach Größe, Tragfähigkeit, Karkassenbauart, Profil und Einsatz auswählen.Häufige Fragen zu Diagonal- und Radialreifen bei Implement-Geräten
Was ist der Unterschied zwischen Diagonal- und Radialreifen?
Beim Diagonalreifen verlaufen die Karkassenlagen schräg durch den Reifen und kreuzen sich. Beim Radialreifen verlaufen die Karkassenfäden im Wesentlichen radial von Wulst zu Wulst und der Laufflächenbereich wird zusätzlich stabilisiert.
Sind Radialreifen grundsätzlich besser als Diagonalreifen?
Nein. Radialreifen können besonders bei großen Aufstandsflächen, Transport und modernen Last-Druck-Konzepten Vorteile bieten. Diagonalreifen bleiben für zahlreiche klassische und robuste Implement-Anwendungen technisch sinnvoll.
Warum sind viele klassische Implement-Reifen diagonal aufgebaut?
Die Diagonalkonstruktion ist robust, bewährt und für viele Geräte mit vergleichsweise einfachen Stütz-, Führungs- und Transportaufgaben gut geeignet.
Warum können Radialreifen bodenschonender arbeiten?
Ihre Karkassenkonstruktion kann eine flexiblere Seitenwand und dadurch eine größere beziehungsweise günstigere Aufstandsfläche ermöglichen. Entscheidend bleiben jedoch Radlast und Reifenfülldruck.
Sind Flotation-Reifen immer radial?
Nein. Flotation-Reifen können je nach Produkt und Größenbereich diagonal oder radial aufgebaut sein.
Können Diagonalreifen schlauchlos gefahren werden?
Ja, wenn der konkrete Reifen als TL ausgeführt und die verwendete Felge für den schlauchlosen Betrieb geeignet ist.
Bedeutet Radial automatisch Tubeless?
Nein. Radial beschreibt die Karkassenbauart, TL beziehungsweise TT dagegen das Luftsystem.
Kann ich einen Diagonalreifen einfach durch einen Radialreifen gleicher Größe ersetzen?
Nicht ohne technische Prüfung. Reale Abmessungen, Felge, Tragfähigkeit, Luftdruck, Geschwindigkeit, Freigängigkeit und Maschinenfreigabe müssen zusammenpassen.
Was bedeuten IF und VF?
IF steht für Improved Flexion und VF für Very High Flexion. Dabei handelt es sich um moderne Karkassentechnologien bei dafür entwickelten Radialreifen mit erweiterten Last-Druck-Möglichkeiten.
Wann ist ein Radialreifen bei Implement-Geräten besonders interessant?
Je nach Produkt kann er besonders bei hohen Radlasten, großvolumigen Flotation-Anwendungen, häufigem Feld-/Straßen-Wechsel und dem Wunsch nach großen Aufstandsflächen interessant sein.
Technischer Hinweis
Diese FT Wissenswelt erklärt die grundlegenden konstruktiven Unterschiede zwischen Diagonal- und Radialreifen bei Implement-Anwendungen. Aus der Karkassenbauart allein lässt sich keine allgemeine Freigabe oder Rangfolge ableiten. Maßgeblich sind immer die konkrete Reifengröße, Tragfähigkeit, Felgenzuordnung, Geschwindigkeit, Reifenfülldruck, Maschinenanwendung sowie die technischen Angaben von Reifen-, Felgen- und Maschinenhersteller.
Diagonal und radial sind zwei unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Anforderungen
Beim Diagonalreifen arbeiten sich kreuzende Karkassenlagen als relativ stark verbundene Gesamtstruktur. Diese robuste Konstruktion ist bei vielen klassischen Implement-Reifen bis heute sinnvoll.
Radialreifen trennen Seitenwand und stabilisierten Laufflächenbereich konstruktiv stärker voneinander. Dadurch können je nach Reifen größere Aufstandsflächen, geringere Wärmeentwicklung, mehr Komfort und moderne Last-Druck-Konzepte möglich werden.
Das macht die Radialbauweise besonders interessant für schwere Implement-, Flotation- und Transportanwendungen – aber nicht automatisch zur besseren Lösung für jedes Gerät.
Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht: „Ist radial besser als diagonal?“
Sondern: „Welche Karkassenbauart passt zu Radlast, Geschwindigkeit, Boden, Felge und tatsächlicher Aufgabe dieses Implement-Rades?“
FT Reifen verbindet über 35 Jahre praktische Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Produktwissen, Praxiswissen und Herstellerwissen.
FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.