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Alufelgen richtig montieren

FT Praxiswelt – Alufelgenmontage

Alufelgen richtig montieren und vor Beschädigungen schützen

Die Montage eines Reifens auf einer Alufelge erfordert mehr als eine passende Reifengröße und eine Reifenmontiermaschine. Felgenform, Tiefbett, Montageöffnung, Spanntechnik, Reifenwulst, Dichtfläche, RDKS-Sensor, Montagepaste und die verwendeten Schutzteile müssen vor Beginn der Arbeit richtig beurteilt werden.

Besonders wichtig: Nicht jede Alufelge wird von der sichtbaren Vorderseite montiert. Bei bestimmten Tiefbettfelgen muss der Reifen von der Rückseite aufgezogen werden. Entscheidend ist immer die technische Konstruktion der Felge.

Die Montagerichtung bestimmt die Felgenkonstruktion

Der Reifen wird grundsätzlich von der Felgenseite montiert, auf der der Weg in das Tiefbett kürzer und der Felgenhub kleiner ist. Nur wenn der gegenüberliegende Reifenwulst tief genug in das Tiefbett gedrückt werden kann, lässt sich der Reifen mit kontrollierter Kraft über das Felgenhorn führen.

Nicht automatisch von der Vorderseite montieren

Bei bestimmten Tiefbettfelgen und speziellen Alufelgendesigns befindet sich die günstigere Montageöffnung auf der Rückseite. In diesem Fall muss der Reifen von hinten montiert und später gegebenenfalls auch von dieser Seite demontiert werden.

Warum manche Alufelgen von hinten montiert werden

Großes Felgenbett vorne

Eine stark ausgeprägte sichtbare Felgenschüssel oder ein tiefes Außenbett kann den Montageweg von der Vorderseite unnötig verlängern.

Kleinerer Felgenhub hinten

Auf der Rückseite kann der Abstand zwischen Felgenhorn und Tiefbett geringer sein. Der Reifenwulst lässt sich dadurch kontrollierter über das Horn führen.

Weniger Belastung

Die richtige Montagerichtung reduziert die notwendige Hebel- und Maschinenkraft und senkt das Risiko von Reifenwulst- und Felgenschäden.

Montageöffnung vor Arbeitsbeginn erkennen

  • Felge von Vorder- und Rückseite vollständig ansehen
  • Lage und Form des Tiefbetts vergleichen
  • Abstand zwischen Felgenhorn und Tiefbett beurteilen
  • auf eine asymmetrische Felgenkonstruktion achten
  • Felgenherstellerangaben und Kennzeichnungen berücksichtigen
  • nicht nach Optik oder Gewohnheit entscheiden
  • vorher prüfen, ob RDKS-Sensor oder Ventil den Arbeitsweg beeinflussen
Praxistipp von FT Reifen

Die sichtbare Vorderseite ist nicht automatisch die Montagerichtung. Entscheidend ist, von welcher Seite der Reifenwulst mit dem kürzeren Weg und der geringsten Belastung über das Felgenhorn geführt werden kann.

Was bei Montage von der falschen Seite passieren kann

  • der gegenüberliegende Reifenwulst erreicht das Tiefbett nicht ausreichend
  • die notwendige Montagekraft steigt deutlich an
  • der Reifenwulst kann überdehnt, gequetscht oder eingeschnitten werden
  • das Felgenhorn kann verkratzt oder beschädigt werden
  • der Montagekopf kann stark gegen Felge oder Reifen gedrückt werden
  • der Reifen kann sich während der Montage verdrehen
  • RDKS-Sensor oder Ventil können beschädigt werden
  • die Felge kann sich aus der Spannung lösen

Alufelgen auf normalen Montagemaschinen von außen spannen

Auf herkömmlichen Reifenmontiermaschinen sollten Alufelgen grundsätzlich von außen gespannt werden. Die Spannklauen greifen dabei außen am Felgenrand an. Voraussetzung ist, dass alle Kontaktflächen geschützt, sauber und technisch einwandfrei sind.

Eine ungeschützte oder ungeeignete Spannung kann Lack, Pulverbeschichtung, Klarlack und Felgenmaterial beschädigen.

Kunststoffschoner an den Spannklauen anbringen

Bevor die Alufelge eingespannt wird, müssen an sämtlichen Spannklauen geeignete Kunststoffschoner angebracht sein. Sie bilden die Schutzschicht zwischen der Metallklaue der Maschine und der beschichteten Felgenoberfläche.

Vor dem Einspannen prüfen

  • Kunststoffschoner vollständig vorhanden
  • keine Risse oder Ausbrüche
  • keine scharfkantigen Verschleißstellen
  • keine Metallflächen sichtbar
  • kein Sand, Metallspan oder Schmutz unter dem Schutz
  • fester Sitz auf der Spannklaue

Beschädigte Schoner ersetzen

Ein verschlissener Kunststoffschoner schützt die Felge nicht zuverlässig. Durchgedrückte Metallkanten, Fremdkörper oder gebrochene Schutzteile können schon beim Spannen tiefe Kratzer und Druckstellen verursachen.

Werkstattregel

Die Kunststoffschoner werden vor jeder Alufelgenmontage kontrolliert. Fehlende, lose oder beschädigte Schoner müssen vor dem Einspannen ersetzt werden.

Warum Außenspannen bei Alufelgen wichtig ist

Sichtseite schützen

Die Spannklauen liegen nicht auf der sichtbaren Innenfläche des Felgenbetts an und reduzieren dort das Risiko von Druckstellen.

Sicherer Halt

Die Felge kann bei geeigneter Form stabil aufgenommen werden, ohne dass die Spannklauen unter einer empfindlichen Beschichtung arbeiten.

Kontaktstellen kontrollieren

Der Monteur kann prüfen, ob alle Spannklauen mit ihren Kunststoffschonern sauber und gleichmäßig anliegen.

Alufelge richtig auf der Maschine positionieren

  1. Felge und Spannflächen gründlich reinigen.
  2. Felge auf Risse, Verformungen und Beschichtungsschäden prüfen.
  3. Kunststoffschoner an allen Spannklauen kontrollieren.
  4. Spannklauen passend zum Felgendurchmesser voreinstellen.
  5. Felge eben auf dem Drehteller positionieren.
  6. Spannklauen gleichmäßig von außen ansetzen.
  7. Felge mit der erforderlichen, aber nicht übermäßigen Spannkraft fixieren.
  8. vor der Montage den sicheren und spannungsfreien Sitz kontrollieren.

Besondere Felgenformen nicht ungeprüft spannen

Nicht jede Alufelge besitzt außen einen gleichmäßigen und ausreichend stabilen Spannbereich. Tiefbettfelgen, mehrteilige Felgen, stark konturierte Felgen, sehr breite Räder und Sonderkonstruktionen können besondere Spannmittel oder eine andere Maschine erfordern.

Kann die Felge nicht sicher und beschädigungsfrei aufgenommen werden, darf sie nicht mit Gewalt auf einer ungeeigneten Montagemaschine gespannt werden.

Felge immer auf Korrosion im Wulstbereich prüfen

Der Wulstbereich ist die Dichtfläche zwischen Reifen und Felge. Auch wenn die sichtbare Vorderseite einer Alufelge noch gut aussieht, können sich im Felgenbett, am Felgenhorn oder unter der Beschichtung Korrosion und Oxidation gebildet haben.

  • gesamten Wulstsitz auf Korrosion kontrollieren
  • Felgenhorn innen und außen sorgfältig prüfen
  • unterwanderte Beschichtung erkennen
  • losen Lack und losen Klarlack vollständig entfernen
  • alte Gummirückstände und Montagepastenreste beseitigen
  • Ventilloch und Ventilsitz auf Oxidation kontrollieren
  • tiefe Korrosionsstellen und Materialabtrag fachgerecht beurteilen
Die Dichtfläche muss sauber und tragfähig sein

Bleiben loser Lack, unterwanderte Beschichtung oder Korrosionsreste auf dem Wulstsitz, kann der Reifenwulst nicht gleichmäßig anliegen. Dadurch kann es später zu schleichendem Luftverlust kommen.

Losen Lack im Dichtbereich fachgerecht entfernen

Lose oder bereits unterwanderte Beschichtungsbereiche dürfen nicht einfach mit dem neuen Reifen überdeckt werden. Der Reifenwulst kann nur auf einer festen, sauberen und möglichst ebenen Oberfläche dauerhaft abdichten.

Zu entfernen

  • loser Lack und Klarlack
  • unterwanderte Beschichtung
  • Oxidationsreste
  • eingetrocknete Montagepaste
  • Gummirückstände alter Reifen
  • Schmutz und Fremdkörper

Dabei beachten

  • Felgenmaterial nicht unnötig abtragen
  • keine tiefen Schleifriefen erzeugen
  • keine scharfkantigen Übergänge zurücklassen
  • Felgenhorn nicht verformen
  • starke Schäden fachgerecht beurteilen lassen
  • Dichtfläche anschließend erneut vollständig kontrollieren

Korrosion nicht nur mit Dichtmittel überdecken

Ein Dichtmittel ersetzt keine fachgerechte Reinigung und Aufbereitung der Dichtfläche. Wird Korrosion lediglich überstrichen oder abgedeckt, kann sich die Beschichtung weiter lösen und erneut Luftverlust entstehen.

Zuerst muss die Ursache beseitigt und die Dichtfläche wieder tragfähig hergestellt werden.

Felge vor der Reifenmontage vollständig kontrollieren

Felgenhorn

Auf Verformungen, Kerben, Korrosion, scharfe Kanten und frühere Montageschäden prüfen.

Tiefbett

Verschmutzungen, Klebereste, Korrosion und Fremdkörper vor der Montage entfernen.

Ventilbereich

Ventilloch, Ventilsitz, RDKS-Sensor und Befestigung auf Zustand und Dichtheit kontrollieren.

Rundlauf

Bei sichtbaren Verformungen oder Verdacht auf Schlag muss die Felge vor der Montage geprüft werden.

Montagekopf bei nach außen gewölbten Speichen mit mehr Abstand einstellen

Bei Alufelgen mit stark nach außen gewölbten Speichen oder hervorstehenden Designbereichen reicht es nicht aus, den Montagekopf nur knapp neben dem Felgenhorn zu positionieren. Zusätzlich muss der gesamte Drehbereich der Felge berücksichtigt werden.

Der Montagekopf und seine Halterung können unter dem Druck der Reifenmontage leicht nachgeben. Ist der Sicherheitsabstand zu klein, kann der Montagekopf während der Montage gegen eine nach außen gewölbte Speiche gedrückt werden und die Felge verkratzen.

Sicherheitsabstand des Montagekopfes richtig einstellen

  • Felge vor der Montage langsam vollständig durchdrehen
  • Abstand zu Felgenhorn und Speichen kontrollieren
  • bei nach außen gewölbten Speichen zusätzlichen Sicherheitsabstand einplanen
  • nicht nur die höchste sichtbare Stelle im Stillstand prüfen
  • Bewegung und mögliches Nachgeben des Montagekopfes unter Last berücksichtigen
  • Montagekopf nicht direkt an der Felge anliegen lassen
  • Felge während der ersten Umdrehung ständig beobachten
  • bei Kontaktgefahr Montage sofort stoppen und Abstand korrigieren
Praxistipp von FT Reifen

Ein Montagekopf kann im unbelasteten Zustand ausreichend Abstand haben und unter Montagedruck trotzdem leicht nachgeben. Bei nach außen stehenden Speichen muss der Abstand deshalb größer gewählt werden als bei einer flachen Felgenkontur.

Mögliche Schäden durch zu geringen Montagekopfabstand

Kratzer

Der Montagekopf kann direkt über die Sichtfläche oder eine hervorstehende Speiche laufen.

Lackschäden

Klarlack, Lackierung oder Pulverbeschichtung können abgeschürft oder abgeplatzt werden.

Druckstellen

Kontakt unter hoher Last kann sichtbare Druck- oder Schleifspuren verursachen.

Folgekorrosion

Beschädigte Beschichtungen können später Feuchtigkeit aufnehmen und Korrosion begünstigen.

Montagekopf und Kunststoffschutz prüfen

Neben den Spannklauen müssen auch Montagekopf, Rollen, Niederhalter und sonstige Kontaktflächen der Maschine geschützt und frei von scharfkantigem Verschleiß sein.

  • Kunststoff-Montagekopf auf Risse und Abrieb prüfen
  • Schutzkappen und Gleiteinsätze kontrollieren
  • keine blanken Metallkanten an die Felge bringen
  • Abstand zwischen Montagekopf, Felgenhorn und Speichen korrekt einstellen
  • Werkzeuge sauber und frei von Metallspänen halten
  • verschlissene Kunststoffteile rechtzeitig ersetzen

Reifen und Felge vor der Montage zuordnen

  • Reifengröße und Felgengröße müssen übereinstimmen
  • Felgenbreite muss für die Reifengröße geeignet sein
  • Tragfähigkeit und Geschwindigkeitskennzeichnung beachten
  • Laufrichtung kontrollieren
  • Innen- und Außenseite asymmetrischer Reifen beachten
  • RDKS-Sensor berücksichtigen
  • Reifenwulst vor der Montage auf Schäden prüfen
  • Felgen- und Reifenfreigaben berücksichtigen

Reifenwulst vor Montage prüfen

Ein beschädigter Reifenwulst darf nicht einfach montiert werden. Drahtbrüche, Einschnitte, gequetschte Gummibereiche oder sichtbare Wulstkerne können die sichere Verbindung zwischen Reifen und Felge beeinträchtigen.

Besonders Reifen, die zuvor von der falschen Felgenseite oder mit zu großer Kraft montiert wurden, können bereits vorgeschädigt sein.

Montagepaste richtig verwenden

Geeignete Montagepaste reduziert die Reibung zwischen Reifenwulst und Felge. Sie unterstützt eine kontrollierte Montage und hilft dem Reifen, sich beim Befüllen gleichmäßig auf den Wulstsitz zu setzen.

Montagepaste auftragen

  • beide Reifenwülste gleichmäßig benetzen
  • Felgenhorn und Wulstsitz bei Bedarf dünn benetzen
  • keine trockenen Stellen am Montageweg lassen
  • nur geeignete Reifenmontagepaste verwenden

Nicht übertreiben

  • keine großen Pastenmengen im Reifen zurücklassen
  • keine ungeeigneten Fette oder Öle verwenden
  • RDKS-Sensor nicht unnötig verschmutzen
  • Lauffläche und Bremsbereiche sauber halten

Der gegenüberliegende Reifenwulst muss ins Tiefbett

Während der Montage muss der bereits aufliegende Reifenbereich auf der gegenüberliegenden Seite des Montagekopfs tief in das Felgentiefbett gedrückt werden. Nur dadurch entsteht genügend Spiel, damit der Reifenwulst ohne übermäßige Dehnung über das Felgenhorn geführt werden kann.

  • Niederhalter oder Montagehilfe passend einsetzen
  • Reifenwulst nicht aus dem Tiefbett herauswandern lassen
  • bei breiten Reifen mehrere Haltepunkte verwenden
  • Montage sofort stoppen, wenn ungewöhnlich hohe Kraft notwendig wird
  • Montagerichtung erneut prüfen, wenn der Wulst nicht kontrolliert läuft

Hohe Montagekraft ist ein Warnzeichen

Muss eine Reifenmontiermaschine ungewöhnlich stark arbeiten, liegt häufig ein Fehler in Montagerichtung, Tiefbettführung, Schmierung, Werkzeugposition oder Reifen-Felgen-Zuordnung vor.

Mehr Maschinenkraft ist keine Lösung. Die Montage muss gestoppt und die Ursache geprüft werden, bevor Reifenwulst, Felge oder Maschine beschädigt werden.

RDKS-Sensor bei Demontage und Montage schützen

Der RDKS-Sensor sitzt meist im Bereich des Ventils und kann durch Montagekopf, Reifenwulst oder Niederhalter beschädigt werden.

  1. Position des Sensors vor Beginn feststellen.
  2. Reifenwulst bei der Demontage nicht direkt am Sensor abdrücken.
  3. Montage so beginnen, dass der Sensor nicht vom Reifenwulst belastet wird.
  4. Sensor, Ventil und Befestigungsteile auf Beschädigung prüfen.
  5. vorgeschriebene Service-Kits und Drehmomente verwenden.

Ventile und Dichtungen erneuern

  • Gummiventile bei Reifenwechsel erneuern
  • Metallventile auf Korrosion und Beschädigung prüfen
  • RDKS-Service-Kit passend zum Sensor verwenden
  • Dichtungen, Überwurfmutter und Ventileinsatz kontrollieren
  • vorgeschriebene Anzugsdrehmomente einhalten
  • Ventilkappe als Schutz gegen Schmutz und Feuchtigkeit montieren

Reifen setzen und Kontrolllinie prüfen

Nach der Montage muss der Reifenwulst rundum gleichmäßig auf dem Felgensitz liegen. Viele Reifen besitzen dafür eine umlaufende Kontrolllinie nahe dem Felgenhorn.

  • Ventileinsatz für den Setzvorgang nach Arbeitsvorgabe entfernen
  • Reifen nur in geeigneter Sicherheitseinrichtung befüllen
  • zulässigen Setzdruck nicht überschreiten
  • Kontrolllinie auf beiden Felgenseiten vollständig prüfen
  • bei ungleichmäßigem Sitz Luft ablassen und Montage korrigieren
  • erst danach Fahrdruck einstellen und Ventileinsatz prüfen
Wichtig

Ein Reifen, dessen Kontrolllinie nicht gleichmäßig zur Felgenkante verläuft, sitzt nicht korrekt auf der Felge. Weiteres Aufpumpen ohne Ursachenprüfung kann Reifen und Felge beschädigen.

Setzdruck niemals als Problemlöser missbrauchen

Ein Reifen darf nicht mit immer weiter steigendem Luftdruck in seinen Sitz gezwungen werden. Fehlende Montagepaste, falsche Montagerichtung, Korrosion, ein beschädigter Wulst oder eine ungeeignete Reifen-Felgen-Kombination müssen vor einem erneuten Setzversuch behoben werden.

RunFlat- und Niederquerschnittsreifen

Reifen mit steifen Flanken oder sehr niedrigem Querschnitt stellen hohe Anforderungen an Maschine, Montagehilfen und Fachkenntnis.

  • geeignete Montiermaschine verwenden
  • zusätzliche Montagearme und Niederhalter einsetzen
  • Reifenwulst dauerhaft im Tiefbett halten
  • Reifen nicht unnötig dehnen
  • Felgenhorn mit geeigneten Schutzteilen schützen
  • Temperatur und Verformbarkeit des Reifens berücksichtigen
  • Hersteller-Montagevorgaben beachten

Seal- und Silent-Reifen richtig behandeln

Reifen mit Dichtmittelschicht oder innenliegendem Akustikschaum dürfen bei der Montage nicht unnötig verschmutzt oder beschädigt werden.

  • Reifeninnenseite nicht mit ungeeigneten Mitteln reinigen
  • Dichtschicht nicht mit Werkzeugen verletzen
  • Akustikschaum auf Ablösung kontrollieren
  • Montagepaste nicht großflächig im Reifen verteilen
  • Herstellerhinweise zu Reparatur und Montage beachten

Nach der Montage auswuchten

  • Felge korrekt auf der Wuchtmaschine zentrieren
  • passende Zentrierung zur Felgenform verwenden
  • alte Klebegewichte und Klebereste vollständig entfernen
  • Klebefläche materialverträglich reinigen
  • Gewichte nur auf trockener und sauberer Fläche anbringen
  • Felgenhorn bei Schlaggewichten nicht beschädigen
  • ungewöhnlich hohe Unwucht durch Matchen reduzieren

Reifen und Felge bei hoher Unwucht matchen

Benötigt ein Rad ungewöhnlich viele Auswuchtgewichte, sollten Reifen und Felge nicht sofort unverändert weitergewuchtet werden. Durch gezieltes Verdrehen des Reifens auf der Felge können die schwersten und leichtesten Bereiche günstiger zueinander positioniert werden.

Bleibt die Unwucht auffällig, müssen Rundlauf, Reifen, Felge und Zentrierung geprüft werden.

Radmontage am Fahrzeug

Anlageflächen sauber halten

  • Radnabe und Felgenanlagefläche reinigen
  • Rost und lose Ablagerungen entfernen
  • keine groben Unebenheiten zurücklassen
  • Felge plan ansetzen
  • Mittenzentrierung kontrollieren

Befestigungsteile prüfen

  • richtigen Bund verwenden
  • Gewinde und Schaftlänge prüfen
  • nur freigegebene Radschrauben oder Muttern verwenden
  • Diebstahlsicherungen korrekt zuordnen
  • beschädigte Befestigungsteile ersetzen

Kegelbund, Kugelbund und Flachbund nicht verwechseln

Radschrauben und Radmuttern müssen exakt zum Schraubensitz der Felge passen. Ein falscher Bund kann die Felge nicht korrekt zentrieren und erzeugt unzulässige Punkt- oder Kantenbelastungen.

  • Kegelbund nur in passenden Kegelsitzfelgen verwenden
  • Kugelbundradius muss zur Felge passen
  • Flachbund nur mit vorgesehenen Scheiben und Systemteilen verwenden
  • Serienschrauben nicht automatisch für Zubehörfelgen übernehmen
  • Gutachten und Felgenunterlagen beachten

Radschrauben richtig anziehen

  1. Rad zunächst von Hand zentriert ansetzen.
  2. Schrauben oder Muttern von Hand eindrehen.
  3. über Kreuz beziehungsweise nach Herstellervorgabe vorziehen.
  4. Fahrzeug so absenken, dass sich das Rad nicht mehr dreht.
  5. mit kalibriertem Drehmomentschlüssel anziehen.
  6. vorgeschriebenes Drehmoment verwenden.
  7. Nachkontrolle nach Fahrzeug- oder Felgenherstellervorgabe durchführen.

Keine pauschale Schmierung von Radschrauben

Gewinde, Bundflächen und Felgenanlageflächen dürfen nicht pauschal mit Fett, Öl, Kupferpaste oder Keramikpaste behandelt werden. Eine Schmierung verändert die Reibwerte und damit die Vorspannkraft der Radbefestigung.

Es gelten ausschließlich die Vorgaben des Fahrzeug-, Felgen- und Befestigungsmittelherstellers.

Zentrierringe richtig verwenden

  • Zentrierring muss exakt zu Felge und Radnabe passen
  • Ring vollständig und plan in der Felge einsetzen
  • beschädigte oder verformte Ringe ersetzen
  • Korrosion und Schmutz an der Nabe entfernen
  • Felge darf nicht auf dem Zentrierring verkanten
  • bei Vibrationen Zentrierung erneut prüfen

Typische Montagefehler bei Alufelgen

Montagefehler Mögliche Folge Richtige Vorgehensweise
Montage von der falschen Felgenseite hohe Kraft, Wulst- und Felgenschäden Felgenhub und Tiefbett vorab vergleichen
fehlende Kunststoffschoner Kratzer, Druckstellen und Lackschäden alle Spannklauen vorab schützen
Alufelge ungeschützt gespannt Beschichtungsschäden und Kerben von außen mit intakten Kunststoffschonern spannen
Korrosion im Wulstbereich übersehen schleichender Luftverlust Dichtbereich reinigen und fachgerecht aufbereiten
loser Lack bleibt auf der Dichtfläche Reifenwulst liegt nicht sauber an nicht tragfähige Beschichtung vollständig entfernen
Montagekopf zu dicht an gewölbten Speichen Kratzer und Lackschäden größeren Sicherheitsabstand einstellen
zu wenig Montagepaste Wulst setzt sich nicht gleichmäßig geeignete Paste gleichmäßig auftragen
Reifenwulst nicht im Tiefbett Überdehnung oder Wulstbruch Niederhalter und Montagehilfe einsetzen
RDKS-Sensor nicht berücksichtigt Sensor- oder Ventilschaden Sensorposition vor Beginn feststellen
Setzdruck unnötig erhöht Reifen- oder Felgenschaden Ursache des falschen Sitzes beheben
falsche Radschrauben unzureichende Befestigung Bund, Länge und Freigabe kontrollieren
schmutzige Anlagefläche Seitenschlag oder gelockerte Befestigung Nabe und Felge plan und sauber montieren

Kontrollliste nach abgeschlossener Montage

  • Reifengröße und Felge passen zusammen
  • Laufrichtung und Außenseite stimmen
  • Reifenkontrolllinie verläuft rundum gleichmäßig
  • Ventil und RDKS-Sensor sind dicht
  • Wulstbereich und Dichtfläche wurden kontrolliert
  • Felge besitzt keine neuen Montagebeschädigungen
  • Rad ist fachgerecht ausgewuchtet
  • Zentrierringe sitzen korrekt
  • Radschrauben passen zur Felge
  • Drehmoment wurde nach Vorgabe eingestellt
  • Reifenfülldruck wurde auf Fahrwert eingestellt
W

FT Wissenswelt

Weiterführendes Grundlagenwissen zu Alufelgen, Felgenauswahl, Freigaben, Größen und technischen Besonderheiten.

Ratgeber für Alufelgen Wissenswertes zu Alufelgen, Größen, Fahrzeugzuordnung, Freigaben, Felgenkennzeichnungen und technischen Auswahlkriterien.
A

Alufelgen und passende Reifen bei FT Reifen

Eine Alufelge muss technisch zum Fahrzeug und zur vorgesehenen Bereifung passen. Neben Durchmesser und Felgenbreite sind unter anderem Einpresstiefe, Lochkreis, Mittenloch, Tragfähigkeit, Freigabe und zulässige Reifengröße entscheidend.

PKW-Reifen

SUV- und Offroad-Reifen

Häufige Fragen zur Alufelgenmontage

Werden Alufelgen immer von der Vorderseite montiert?

Nein. Entscheidend ist die Lage des Tiefbetts und die Höhe des Felgenhubs. Bei bestimmten Tiefbettfelgen muss der Reifen von der Rückseite montiert werden.

Woran erkennt man die richtige Montagerichtung?

Der Reifen wird von der Seite montiert, auf der der Weg zwischen Felgenhorn und Tiefbett kürzer ist. Die Felgenkonstruktion muss deshalb vor Beginn von beiden Seiten geprüft werden.

Wie werden Alufelgen auf einer normalen Montagemaschine gespannt?

Alufelgen sollten auf herkömmlichen Maschinen von außen gespannt werden. An allen Spannklauen müssen intakte Kunststoffschoner angebracht sein.

Warum muss der Wulstbereich auf Korrosion geprüft werden?

Korrosion, loser Lack und unterwanderte Beschichtung können verhindern, dass der Reifenwulst sauber auf der Dichtfläche anliegt. Dadurch kann schleichender Luftverlust entstehen.

Muss loser Lack am Wulstsitz entfernt werden?

Ja. Nicht tragfähiger Lack und lose Beschichtung müssen fachgerecht entfernt werden, damit eine saubere und gleichmäßige Dichtfläche entsteht.

Warum braucht der Montagekopf bei gewölbten Speichen mehr Abstand?

Der Montagekopf kann unter Montagedruck leicht nachgeben. Bei zu geringem Abstand kann er dadurch nach außen gewölbte Speichen berühren und verkratzen.

Warum sind Kunststoffschoner so wichtig?

Sie verhindern den direkten Kontakt zwischen Metallklaue und beschichteter Alufelge. Beschädigte oder fehlende Schoner können Kratzer, Druckstellen und Lackschäden verursachen.

Was bedeutet es, den Reifenwulst im Tiefbett zu halten?

Der bereits aufliegende Bereich des Reifens muss gegenüber dem Montagekopf in die tiefste Felgenzone gedrückt werden. Dadurch entsteht genügend Spiel für eine schonende Montage.

Darf man den Setzdruck erhöhen, wenn der Reifen nicht richtig sitzt?

Der zulässige Setzdruck darf nicht überschritten werden. Sitzt der Reifen nicht gleichmäßig, muss die Luft abgelassen und die Ursache behoben werden.

Technischer und rechtlicher Hinweis

Die Reifen- und Felgenmontage ist eine sicherheitsrelevante Facharbeit. Diese Praxisinformationen ersetzen keine Montageanweisung, Herstellervorgabe, Freigabe oder fachgerechte Ausbildung. Reifenmontiermaschinen, Druckluftanlagen, Hebebühnen und Drehmomentwerkzeuge dürfen nur bestimmungsgemäß verwendet werden. Maßgeblich sind die Vorgaben des Fahrzeug-, Reifen-, Felgen-, Sensor- und Maschinenherstellers sowie die geltenden gesetzlichen und arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen.

Alufelgenmontage mit über 35 Jahren Praxiserfahrung

FT Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung rund um Reifen und Felgen mit täglichem Werkstattwissen zu Montagerichtung, Tiefbettfelgen, Korrosion, Dichtflächen, Spanntechnik, Kunststoffschonern, Montagekopf, RDKS, Auswuchten und Radbefestigung.

Wir verkaufen nicht einfach Reifen und Felgen. Wir erklären sie.

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