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Baggerreifen richtig reinigen, kontrollieren und pflegen

FT Praxiswelt – Baggerreifen

Baggerreifen richtig reinigen, kontrollieren und pflegen

Baggerreifen arbeiten häufig unter schwierigen Bedingungen. Schlamm, Lehm, Bauschutt, scharfkantige Steine, Betonreste, Metallteile und wechselnde Untergründe belasten Lauffläche, Flanken, Karkasse, Ventile und Felgen.

Die Reinigung dient deshalb nicht nur der Optik. Erst an einem sauberen Reifen lassen sich Schnitte, Fremdkörper, Profilabbrüche, Beulen, Felgenschäden und beginnender Luftverlust zuverlässig erkennen.

Warum Baggerreifen regelmäßig kontrolliert werden sollten

Betriebssicherheit

Schäden an Reifen oder Felgen können die Standsicherheit und das Fahrverhalten einer Maschine beeinträchtigen.

Schadenerkennung

Schnitte, Fremdkörper und Karkassenschäden werden an gereinigten Reifen schneller sichtbar.

Lebensdauer

Passender Luftdruck und rechtzeitig erkannte Schäden helfen, vermeidbaren Verschleiß zu reduzieren.

Maschinenschutz

Ein beschädigter Reifen kann Felge, Achse, Antrieb und Fahrwerk zusätzlich belasten.

Wann Baggerreifen gereinigt werden sollten

  • nach Arbeiten in Schlamm, Lehm oder nassem Boden
  • nach Einsätzen auf Abbruchflächen und Recyclinghöfen
  • nach Fahrten über scharfkantigen Schotter oder Fels
  • nach Kontakt mit Beton, Bitumen oder anderen Baustoffen
  • nach Verschmutzungen durch Diesel, Öl oder Hydraulikflüssigkeit
  • vor längeren Standzeiten
  • vor einer gründlichen Reifen- und Felgenkontrolle
Praxisregel

Je härter der Einsatz und je scharfkantiger das Material, desto häufiger sollten Reifen, Ventile und Felgen kontrolliert werden.

Baggerreifen Schritt für Schritt reinigen

  1. Maschine auf tragfähigem und ebenem Untergrund abstellen.
  2. Arbeitsausrüstung sicher absenken und die Maschine gegen Bewegung sichern.
  3. Reifen vor der Reinigung abkühlen lassen.
  4. Groben Schlamm und lose Erde mit Wasser entfernen.
  5. Profilzwischenräume mit einer geeigneten Bürste reinigen.
  6. Steine und Fremdkörper vorsichtig aus dem Profil lösen.
  7. Lauffläche, Profilgrund sowie Innen- und Außenflanken reinigen.
  8. Ventilbereich, Felgenhorn und sichtbare Radbefestigung säubern.
  9. Reifen und Felgen nach der Reinigung vollständig kontrollieren.
  10. Bei luftgefüllten Reifen den Luftdruck nach Herstellervorgabe prüfen.

Geeignete und ungeeignete Reinigungsmittel

Geeignet

  • klares Wasser
  • weiche oder mittelfeste Bürste
  • milder, geeigneter Fahrzeugreiniger
  • pH-neutrale Reinigungsmittel
  • saubere Tücher für Ventil und Felge

Ungeeignet

  • Benzin oder Diesel als Reiniger
  • aggressive Lösungsmittel
  • Bremsenreiniger auf Gummiflächen
  • ölige Reifenpflegemittel
  • scharfe Metallwerkzeuge
  • offene Flamme oder starke Hitze

Reinigungsmittel müssen für Gummi, Ventile und Felgen geeignet sein. Aggressive Chemikalien können die Reifenoberfläche, Dichtungen und Beschichtungen schädigen.

Maschine vor der Reinigung sicher abstellen

Arbeiten an Reifen und Rädern dürfen nur bei sicher abgestellter Maschine erfolgen. Arbeitsausrüstung absenken, Feststellbremse betätigen und die Maschine gegen unbeabsichtigtes Rollen oder Bewegen sichern.

Niemals unter ungesicherter Arbeitsausrüstung oder einer nur hydraulisch angehobenen Maschine arbeiten.

Hochdruckreiniger richtig einsetzen

Ein Hochdruckreiniger kann bei stark verschmutzten Baggerreifen hilfreich sein. Der Wasserstrahl darf jedoch nicht aus kurzer Entfernung dauerhaft auf Reifen, Ventile, Dichtungen oder Lager gerichtet werden.

  • breiten Sprühstrahl verwenden
  • ausreichenden Abstand einhalten
  • Ventil und Ventilverlängerung nicht direkt bestrahlen
  • beschädigte Flanken nicht konzentriert reinigen
  • Radlager und Dichtungen nicht aus nächster Nähe fluten
  • elektrische und hydraulische Bauteile schützen

Schlamm und Lehm vollständig entfernen

Festgetrockneter Schlamm kann Profilzwischenräume verschließen und Schäden verdecken. Besonders im Bereich des Profilgrunds bleiben Schnitte und Fremdkörper sonst leicht unentdeckt.

  • Profilzwischenräume vollständig freilegen
  • Innen- und Außenseite des Reifens reinigen
  • Felgenhorn und Ventilbereich säubern
  • festgesetztes Material nicht mit scharfen Werkzeugen heraushebeln
  • Reifen nach der Reinigung trocknen und kontrollieren

Steine und Fremdkörper im Profil entfernen

Steine, Metallstücke und Bauschutt können sich zwischen den Profilblöcken festsetzen. Werden sie weiter eingefahren, können sie den Profilgrund verletzen oder vorhandene Schnitte vergrößern.

  • Fremdkörper vorsichtig und ohne Beschädigung des Gummis entfernen
  • keine Messer, Schraubendreher oder scharfen Hebel verwenden
  • Position tiefer Fremdkörper vor dem Entfernen markieren
  • bei Verdacht auf Durchstich zunächst den Luftdruck prüfen
  • beschädigte Stelle fachgerecht beurteilen lassen
Nagel oder Metallteil nicht sofort herausziehen

Ein eingedrungener Fremdkörper kann die Öffnung vorübergehend verschließen. Unkontrolliertes Entfernen kann zu schnellem Luftverlust führen.

Lauffläche und Profilgrund kontrollieren

  • Schnitte zwischen den Profilblöcken
  • Ausbrüche und abgerissene Profilteile
  • eingefahrene Steine oder Metallstücke
  • Risse im Profilgrund
  • lokale Erhebungen oder Vertiefungen
  • ungleichmäßiger Abrieb
  • sichtbare Karkassen- oder Gewebeteile

Tiefe Schnitte können Feuchtigkeit und Schmutz bis zur Karkasse gelangen lassen. Auch ein äußerlich kleiner Schaden kann sich unter Belastung weiter ausbreiten.

Reifenflanken besonders sorgfältig prüfen

Die Flanken von Baggerreifen werden häufig durch Bordsteine, Felskanten, Bauschutt, Metallteile und seitlichen Kontakt mit Hindernissen beschädigt.

  • Schnitte und Schürfstellen
  • Beulen und lokale Verformungen
  • tiefe Risse
  • freiliegende Gewebelagen oder Stahlbestandteile
  • Quetschstellen am Felgenhorn
  • Spuren von dauerhaft zu niedrigem Luftdruck
Beulen sind ein Warnzeichen

Eine Beule kann auf einen inneren Karkassenschaden hinweisen. Die Maschine sollte bis zur fachgerechten Beurteilung nicht weiter eingesetzt werden.

Hydrauliköl, Diesel und andere Betriebsstoffe sofort entfernen

Hydrauliköl, Motoröl, Kraftstoff und andere Betriebsstoffe können die Reifenoberfläche verunreinigen und die Haftung auf befestigten Flächen beeinträchtigen.

  • Verschmutzungen möglichst schnell aufnehmen
  • nur geeignete milde Reiniger verwenden
  • keine aggressiven Lösungsmittel einsetzen
  • Leckage vor dem weiteren Einsatz beseitigen
  • Felge, Bremse und benachbarte Bauteile mitkontrollieren

Der richtige Luftdruck bei luftgefüllten Baggerreifen

Der Luftdruck muss zur Maschine, Reifengröße, Achslast, Fahrgeschwindigkeit und zum Einsatz passen. Maßgeblich sind die Vorgaben des Maschinen-, Reifen- und Felgenherstellers.

Zu niedriger Luftdruck

  • stärkere Walkarbeit
  • übermäßige Erwärmung
  • höhere Flankenbelastung
  • mögliche Wulst- und Karkassenschäden
  • erhöhtes Risiko für Felgenschäden

Zu hoher Luftdruck

  • kleinere Aufstandsfläche
  • härteres Fahrverhalten
  • geringere Eigendämpfung
  • erhöhte Stoßbelastung
  • möglicher Verschleiß in der Profilmitte

Luftdruckprüfung ist eine Facharbeit

Große Baumaschinenreifen speichern erhebliche Energie. Luftdruckkontrollen, Befüllung, Montage und Arbeiten an Felgen dürfen nur mit geeigneter Ausrüstung und unter Beachtung aller Sicherheitsvorgaben erfolgen.

Bei mehrteiligen Felgen, beschädigten Reifen, auffälligen Ventilen oder unbekanntem Reifenzustand darf nicht unkontrolliert Luft nachgefüllt werden.

Wann der Luftdruck geprüft werden sollte

  • vor Arbeitsbeginn am kalten Reifen
  • nach längeren Standzeiten
  • nach starken Temperaturänderungen
  • bei verändertem Fahr- oder Lenkverhalten
  • nach Kontakt mit Schlagkanten oder Hindernissen
  • bei sichtbarer Verformung
  • vor längeren Straßenfahrten
  • bei wiederkehrendem Luftverlust

Der gemessene Wert muss mit der konkreten Vorgabe für Maschine, Bereifung und Einsatz verglichen werden. Der auf dem Reifen angegebene Wert ist nicht automatisch der richtige Betriebsdruck der Maschine.

Schleichenden Luftverlust nicht nur durch Nachfüllen ausgleichen

Reifen

Einstiche, Schnitte und innere Karkassenschäden können schleichenden Druckverlust verursachen.

Ventil

Ventileinsatz, Ventilschaft oder Ventilverlängerung können beschädigt oder verschmutzt sein.

Felge und Wulst

Korrosion, Verformung, Risse oder verschmutzte Dichtflächen können die Abdichtung beeinträchtigen.

Muss ein Reifen regelmäßig nachgefüllt werden, müssen Reifen, Ventil, Felge und Wulstbereich gemeinsam geprüft werden.

Ventile und Ventilverlängerungen schützen

  • Ventilkappe dauerhaft verwenden
  • Ventil vor Schlamm und Steinen reinigen
  • Ventilverlängerung auf Scheuerstellen prüfen
  • Ventil beim Messen nicht seitlich belasten
  • beschädigte Halterungen ersetzen
  • Undichtigkeiten nicht nur durch Nachziehen kaschieren

Ein frei bewegliches oder ungeschütztes Ventil kann durch Äste, Steine oder Bauschutt beschädigt werden.

Felgen auf Schäden kontrollieren

  • Felgenhorn auf Dellen und Schlagstellen prüfen
  • Felgenschüssel auf Risse kontrollieren
  • Schweißnähte und Übergänge ansehen
  • Korrosion im Ventil- und Wulstbereich beachten
  • Radschrauben und Muttern sichtbar kontrollieren
  • fehlende oder beschädigte Bauteile melden

Eine beschädigte Felge kann die Abdichtung, den Rundlauf und die sichere Verbindung zwischen Reifen und Maschine beeinträchtigen.

Mehrteilige Felgen erfordern besondere Vorsicht

Bei bestimmten Baggerreifen werden mehrteilige Felgensysteme eingesetzt. Fehlerhafte Montage, beschädigte Felgenteile oder falsche Sitzpositionen können lebensgefährlich sein.

  • keine Felgenteile unter Druck lösen
  • beschädigte Sicherungs- und Seitenringe nicht weiterverwenden
  • Felgenteile nicht improvisiert richten oder schweißen
  • nur zueinander passende Bauteile montieren
  • Montage ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal
  • vorgesehene Schutz- und Befülleinrichtungen verwenden

Radbefestigung sichtbar kontrollieren

Bei der täglichen Sichtkontrolle sollten auch Radmuttern, Radbolzen und Felgenanlageflächen betrachtet werden.

  • fehlende oder lockere Radmuttern erkennen
  • Rostspuren rund um Radbolzen beachten
  • beschädigte Gewinde oder Muttern melden
  • Verformungen an den Befestigungsbohrungen prüfen
  • Anzugswerte nur nach Herstellervorgabe kontrollieren

Die Sichtkontrolle ersetzt keine fachgerechte Prüfung mit geeignetem Werkzeug.

Mobilbagger und Kettenbagger unterscheiden

Mobilbagger

Mobilbagger fahren auf Reifen und werden häufig zwischen Arbeitsstellen umgesetzt. Reifen übernehmen Trag-, Lenk-, Antriebs- und Dämpfungsaufgaben.

Kettenbagger

Kettenbagger besitzen in der Regel kein klassisches Reifenfahrwerk. Gummierte Laufrollen oder spezielle Gummiketten dürfen nicht mit Baggerreifen gleichgesetzt werden.

Diese Praxisseite behandelt vorrangig luftbereifte Mobilbagger und vergleichbare Baumaschinen mit Baggerbereifung.

Radial- und Diagonalreifen bei Baggern

Radialreifen

Radialreifen besitzen eine andere Karkassenkonstruktion und können Vorteile bei Wärmeentwicklung, Aufstandsfläche und Fahrverhalten bieten.

Diagonalreifen

Diagonalreifen besitzen sich kreuzende Karkassenlagen und werden je nach Maschine und Einsatz wegen ihrer robusten Bauweise verwendet.

Radial- und Diagonalreifen dürfen nicht ohne technische Prüfung beliebig gemischt oder gegeneinander ausgetauscht werden.

EM-Reifen und Industriereifen richtig einordnen

Viele Reifen für Mobilbagger und Baumaschinen gehören zum Bereich der EM-Reifen. EM steht für Earthmover und bezeichnet Reifen für Erdbewegungs- und Baumaschinen.

Industriereifen können äußerlich ähnlich wirken, sind jedoch nicht automatisch für dieselben Lasten, Geschwindigkeiten, Felgen oder Einsatzbedingungen geeignet. Entscheidend sind die Freigaben von Maschinen-, Reifen- und Felgenhersteller.

Unterschiedliche Einsatzorte belasten Reifen verschieden

Baustelle

Schlamm, Bordsteine, Stahlreste und wechselnde Untergründe führen zu vielseitigen Belastungen.

Abbruch

Scharfe Beton- und Metallteile erhöhen das Risiko für Schnitte und Einstiche.

Steinbruch

Scharfkantiges Gestein und hohe Lasten beanspruchen Profil, Flanken und Karkasse.

Recyclinghof

Metallteile, Glas und unübersichtlicher Untergrund machen häufige Kontrollen erforderlich.

Nach längeren Straßenfahrten kontrollieren

Mobilbagger können je nach Bauart und Zulassung auf öffentlichen Straßen umgesetzt werden. Längere Fahrten erhöhen die Reifentemperatur und beanspruchen Profil sowie Karkasse anders als langsame Baustellenarbeit.

  • Reifen nach der Fahrt abkühlen lassen
  • Profil auf erhöhte Erwärmung und Verschleiß prüfen
  • ungewöhnliche Gerüche oder Verfärbungen beachten
  • Luftdruck nicht am warmen Reifen korrigieren
  • Steine vor der Straßenfahrt aus dem Profil entfernen
  • Fahrgeschwindigkeit und Lastvorgaben einhalten

Überlastung und zu hohe Geschwindigkeit vermeiden

Tragfähigkeit und zulässige Geschwindigkeit eines Reifens hängen zusammen. Hohe Last, hohe Geschwindigkeit, niedriger Luftdruck und lange Einsatzdauer können zu starker Erwärmung und inneren Karkassenschäden führen.

Ein höherer Luftdruck erlaubt keine beliebige Überladung. Maßgeblich sind Reifenfreigabe, Achslast, Felge und Maschinenhersteller.

Typische Verschleißbilder bei Baggerreifen

Beobachtung Mögliche Ursache Sinnvolle Prüfung
starker Abrieb in der Profilmitte zu hoher Luftdruck oder hoher Straßenanteil möglich Betriebsdruck und Einsatzprofil prüfen
starker Schulterverschleiß zu niedriger Luftdruck, Überlastung oder Kurvenbelastung Druck, Last und Einsatzbedingungen kontrollieren
Profilabbrüche scharfkantiger Untergrund, Schlupf oder ungeeigneter Reifen Einsatz, Fahrweise und Reifenausführung prüfen
einseitiger Abrieb Achse, Lenkung, Lager oder Spur können auffällig sein Fahrwerk und Radstellung prüfen lassen
Flankenrisse Kontakt mit Hindernissen, Überlastung oder niedriger Druck Reifen fachgerecht beurteilen lassen
Beulen oder Verformungen innerer Karkassenschaden möglich Maschine stillsetzen und Reifen prüfen lassen

Ungewöhnliche Erwärmung ernst nehmen

Reifen erwärmen sich im Betrieb. Auffällig starke oder einseitige Erwärmung kann jedoch auf falschen Luftdruck, Überlastung, innere Schäden, eine schleifende Bremse oder technische Probleme hinweisen.

  • Reifen nicht mit bloßer Hand auf extreme Hitze prüfen
  • Vergleich zwischen den Reifen nur sicher durchführen
  • Ursache auffälliger Erwärmung feststellen lassen
  • heißen Reifen nicht schlagartig mit kaltem Wasser abkühlen
  • Maschine bis zur Klärung nicht weiter stark belasten

Standplatten und lange Stillstandszeiten

  • Maschine auf tragfähigem Untergrund abstellen
  • Luftdruck vor langer Standzeit prüfen
  • Reifen nicht dauerhaft in Öl oder Wasser stehen lassen
  • Maschine regelmäßig nach Herstellervorgabe bewegen
  • Reifen vor direkter Hitze und aggressiven Stoffen schützen
  • vor Wiederinbetriebnahme Reifen und Felgen kontrollieren

Bleiben Verformungen oder Vibrationen nach der Wiederinbetriebnahme bestehen, muss der Reifen fachgerecht geprüft werden.

Ersatzreifen richtig lagern

  • sauber, trocken und vor direkter Sonne geschützt lagern
  • Kontakt zu Kraftstoffen, Ölen und Lösungsmitteln vermeiden
  • Abstand zu Wärme- und Ozonquellen halten
  • Reifen nicht auf scharfen Kanten ablegen
  • große Reifen gegen Wegrollen sichern
  • Herstellervorgaben zur stehenden oder liegenden Lagerung beachten

Große Baggerreifen besitzen ein erhebliches Eigengewicht. Lagerung, Bewegung und Transport müssen mit geeigneten Hilfsmitteln erfolgen.

Luftreifen, ausgeschäumte Reifen und Vollgummi unterscheiden

Luftreifen

Der Luftdruck trägt einen wesentlichen Teil der Last und muss regelmäßig kontrolliert werden.

Ausgeschäumte Reifen

Der Reifen ist mit einem Füllstoff versehen. Eine klassische Luftdruckkontrolle entfällt, Schäden und Überlastung bleiben dennoch relevant.

Vollgummireifen

Vollgummi ist pannensicherer gegen Einstiche, besitzt aber eigene Anforderungen an Felge, Montage, Belastung und Wärmeentwicklung.

Die Bauarten dürfen nicht ohne technische Freigabe gegeneinander ausgetauscht werden.

Beschädigte Reifen nicht eigenständig ausschäumen

Das Ausschäumen ist keine pauschale Reparatur für bereits beschädigte Reifen. Reifen, Felge, Maschine, Einsatz und Füllsystem müssen dafür geeignet und freigegeben sein.

Innere Karkassenschäden werden durch eine Füllung nicht automatisch behoben.

Reifenreparaturen fachgerecht beurteilen lassen

Nicht jeder Schaden an einem Baggerreifen ist reparierbar. Position, Größe, Tiefe, Karkassenaufbau, bisherige Belastung und Einsatzbereich müssen berücksichtigt werden.

  • Flankenschäden sind besonders kritisch
  • sichtbare Karkassenteile erfordern eine sofortige Prüfung
  • äußere Stopfen sind keine automatische Dauerreparatur
  • innere Schäden können nur nach Demontage sichtbar werden
  • Reparaturen müssen zur Reifenbauart passen
  • Hersteller- und Sicherheitsvorgaben sind einzuhalten

Typische Fehler bei der Pflege von Baggerreifen

  • Schlamm dauerhaft im Profil belassen
  • Fremdkörper mit scharfen Werkzeugen entfernen
  • Schnitte im Profilgrund ignorieren
  • Luftdruck nur optisch beurteilen
  • heiße Reifen sofort nachfüllen oder ablassen
  • schleichenden Luftverlust nur nachpumpen
  • Beulen oder Flankenrisse weiterfahren
  • Felgenschäden übersehen
  • Überlastung durch höheren Luftdruck ausgleichen
  • mehrteilige Felgen ohne Fachkenntnis bearbeiten

Tägliche Checkliste für Maschinenführer

  • Laufflächen frei von gefährlichen Fremdkörpern
  • keine tiefen Schnitte oder Profilabbrüche
  • Flanken ohne Beulen oder sichtbare Karkassenteile
  • Reifen ohne ungewöhnliche Verformung
  • Ventile und Ventilkappen vorhanden und geschützt
  • Felgen ohne sichtbare Risse oder starke Verformungen
  • Radmuttern und Radbolzen sichtbar vollständig
  • kein auffälliger Luftverlust
  • keine ungewöhnliche Erwärmung oder Geruchsentwicklung
  • kein neues Zittern oder verändertes Fahrverhalten

Wann Baggerreifen ersetzt werden sollten

  • tiefe Schnitte bis in den Karkassenbereich
  • sichtbare Gewebe- oder Stahlbestandteile
  • Beulen und starke Verformungen
  • schwere Wulstschäden
  • großflächige Profilabbrüche
  • nicht fachgerecht reparierbare Einstiche
  • starke Alterungsrisse
  • dauerhafter Luftverlust
  • schwere Überhitzungs- oder Überlastungsschäden
  • Verschleiß außerhalb der zulässigen Einsatzgrenzen
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FT Wissenswelt

Grundlagenwissen zur Auswahl, Bauart und Verwendung von Baggerreifen.

P

FT Praxiswelt

Praxiswissen rund um Montage, Felgen, Ventile und den sicheren Umgang mit großen Baumaschinenreifen.

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Häufige Fragen zur Pflege von Baggerreifen

Wie oft sollten Baggerreifen kontrolliert werden?

Eine Sichtkontrolle sollte vor Arbeitsbeginn erfolgen. Nach Einsätzen auf Abbruchflächen, im Steinbruch oder auf scharfkantigem Untergrund sind zusätzliche Kontrollen sinnvoll.

Dürfen Steine aus dem Profil entfernt werden?

Ja, lose Steine sollten vorsichtig entfernt werden. Scharfe Werkzeuge dürfen dabei nicht in das Gummi gedrückt werden. Tief eingedrungene Fremdkörper müssen fachgerecht beurteilt werden.

Was bedeutet eine Beule an der Reifenflanke?

Eine Beule kann auf einen inneren Karkassenschaden hinweisen. Die Maschine sollte bis zur technischen Prüfung nicht weiter eingesetzt werden.

Kann der richtige Luftdruck am Reifen abgelesen werden?

Der richtige Betriebsdruck ergibt sich aus Maschine, Last, Geschwindigkeit, Reifengröße und Einsatz. Maßgeblich sind die Vorgaben des Maschinen-, Reifen- und Felgenherstellers.

Darf ein Baggerreifen bei schleichendem Luftverlust weiterverwendet werden?

Regelmäßiger Luftverlust weist auf eine Undichtigkeit oder Beschädigung hin. Reifen, Ventil, Felge und Wulstbereich müssen geprüft werden.

Kann jeder beschädigte Baggerreifen repariert werden?

Nein. Die Reparierbarkeit hängt von Position, Tiefe, Größe und Art des Schadens sowie von Reifenbauart, Karkassenzustand und Einsatz ab.

Rechtlicher und technischer Hinweis

Diese Praxisinformationen ersetzen keine Betriebsanleitung, Gefährdungsbeurteilung, Montageanweisung oder technische Reifenprüfung. Maßgeblich sind die Vorgaben des Maschinen-, Reifen- und Felgenherstellers sowie die geltenden Arbeitsschutz- und Sicherheitsbestimmungen. Arbeiten an großen Reifen, Ventilen und mehrteiligen Felgen gehören ausschließlich in qualifizierte Fachhände.

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