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Lastindex, Achslast und Geschwindigkeitsindex bei LLKW-Reifen verstehen

FT Wissenswelt – LLKW-Reifen

Lastindex, Achslast und Geschwindigkeitsindex bei LLKW-Reifen verstehen

Bei LLKW-Reifen reicht die passende Dimension allein nicht aus. Ein Reifen muss auch die Last tragen können, die auf seiner jeweiligen Radposition tatsächlich anfällt.

Deshalb gehören bei 17.5- und 19.5-Zoll-Nutzfahrzeugreifen Lastindex, Single-/Dual-Kennzeichnung, Geschwindigkeitsindex und Achslast zu den wichtigsten technischen Angaben.

Eine typische Kennzeichnung kann beispielsweise so aussehen:

235/75 R17.5 132/130 M

Die Reifengröße beschreibt die Dimension. Die anschließenden Zahlen und der Buchstabe beschreiben dagegen die Betriebskennung.

132

Lastindex bei Einzelbereifung – Single.

130

Lastindex je Reifen bei Zwillingsbereifung – Dual.

M

Geschwindigkeitssymbol des Reifens.

Achslast

Belastung, die über die gesamte jeweilige Fahrzeugachse getragen wird.

Die richtige Reifengröße garantiert noch keine ausreichende Tragfähigkeit

Dimension, Lastindex, Achslast, Montageart und Geschwindigkeitsanforderung müssen zusammenpassen.

Was ist der Lastindex?

Der Lastindex – kurz LI – ist ein Zahlencode, dem eine bestimmte maximale Tragfähigkeit des Reifens unter definierten Betriebsbedingungen zugeordnet ist.

Der Lastindex ist also nicht direkt die Kilogrammzahl.

LI 132 bedeutet nicht 132 Kilogramm

Der Zahlenwert muss über die technische Lastindex-Zuordnung in die entsprechende Tragfähigkeit übersetzt werden.

Warum haben LLKW-Reifen häufig zwei Lastindizes?

Viele LLKW-Reifen können abhängig von Fahrzeug und Achskonstruktion als Einzel- oder Zwillingsbereifung eingesetzt werden.

Deshalb findet man häufig eine Doppelangabe wie:

132/130 M

132 – Single

Tragfähigkeitsklasse bei Einzelbereifung.

130 – Dual

Tragfähigkeitsklasse je Reifen innerhalb einer Zwillingsbereifung.

M

Geschwindigkeitskategorie, für die diese Betriebskennung vorgesehen ist.

Der zweite Lastindex ist nicht die Tragfähigkeit beider Zwillingsreifen zusammen

Er gilt für jeden einzelnen Reifen innerhalb der Zwillingsmontage.

Was bedeutet Single bei LLKW-Reifen?

Single bezeichnet die Verwendung eines einzelnen Reifens auf einer Radseite.

Auf einer einfach bereiften Achse befinden sich damit typischerweise zwei Reifen – einer links und einer rechts.

Für diese Montageart gilt bei einer Doppelkennzeichnung der erste Lastindex.

Single beschreibt die Montageart – nicht die Achsposition

Ein einzelner Reifen kann je nach Fahrzeug beispielsweise auf einer gelenkten oder anderen dafür vorgesehenen Achse laufen.

Was bedeutet Dual?

Dual bezeichnet die Zwillingsbereifung.

Dabei befinden sich auf einer Fahrzeugseite zwei Reifen nebeneinander. Auf einer vollständig zwillingsbereiften Achse arbeiten damit vier Reifen.

Bei einer Betriebskennung wie 132/130 gilt für jeden der beiden Zwillingsreifen der zweite Lastindex.

Dual bedeutet nicht, dass jeder Reifen den Single-Wert tragen darf

Warum ist der Dual-Lastindex meist niedriger?

Zwei Reifen innerhalb einer Zwillingsbereifung arbeiten unter anderen Bedingungen als ein einzelner Reifen.

Zu berücksichtigen sind unter anderem:

  • Lastverteilung zwischen den beiden Reifen
  • enger Reifenabstand
  • Wärmeentwicklung
  • Unterschiede im realen Außendurchmesser
  • Reifenfülldruck beider Reifen
Deshalb wird für die Zwillingsmontage eine eigene Tragfähigkeitsklasse ausgewiesen

Warum man Single und Dual nicht miteinander verrechnen darf

Eine Kennzeichnung wie 132/130 beschreibt zwei unterschiedliche Betriebsbedingungen.

Sie bedeutet nicht:

  • 132 plus 130
  • eine gemeinsame Achslast
  • zwei frei wählbare Tragfähigkeiten
Der richtige Wert ergibt sich immer aus der tatsächlichen Montageart

Was ist die Achslast?

Die Achslast ist die Last, die über eine bestimmte Fahrzeugachse auf die Fahrbahn übertragen wird.

Sie verteilt sich auf die Reifen dieser Achse.

Einzelbereifung

Die Achslast wird im Grundsatz auf zwei Reifen verteilt.

Zwillingsbereifung

Die Achslast wird im Grundsatz auf vier Reifen verteilt.

Die zulässige Achslast darf nicht höher sein als die technische Belastbarkeit des gesamten Achs- und Radsystems

Warum Achslast und tatsächliche Radlast nicht exakt dasselbe sind

Die Achslast beschreibt die Gesamtbelastung der Achse.

Die tatsächliche Radlast beschreibt dagegen die Belastung einer einzelnen Radposition.

Eine vollständig gleichmäßige Verteilung ist in der Praxis nicht immer gegeben.

Einfluss können haben:

  • Fahrzeugaufbau
  • Beladungsverteilung
  • feste Einbauten
  • Ladebordwand
  • Tankposition
  • Werkstattausrüstung
Gerade bei LLKW mit Spezialaufbauten können links und rechts unterschiedliche reale Radlasten auftreten

Warum „Achslast geteilt durch zwei“ nur eine rechnerische Orientierung ist

Bei einer einfach bereiften Achse lässt sich die durchschnittliche Radlast rechnerisch durch Halbieren der Achslast bestimmen.

Das setzt jedoch voraus, dass die Belastung exakt gleichmäßig verteilt ist.

In der Praxis kann eine Fahrzeugseite stärker belastet sein als die andere

Warum dies bei LLKW besonders interessant ist

LLKW werden häufig mit festen gewerblichen Aufbauten eingesetzt.

Beispiele sind:

  • Kofferaufbauten
  • Ladebordwände
  • Werkstatteinrichtungen
  • Kipper
  • Abschleppaufbauten
  • Kommunaltechnik

Dadurch kann eine Achse bereits im unbeladenen Zustand erheblich beansprucht sein.

Die Reifenwahl sollte deshalb zur tatsächlich erforderlichen Achs- und Radlast passen – nicht nur zum theoretischen Fahrzeugleergewicht

Warum die zulässige Gesamtmasse nicht direkt die benötigte Reifentragfähigkeit bestimmt

Die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeugs verteilt sich nicht einfach gleichmäßig auf alle Reifen.

Entscheidend sind die einzelnen Achslasten.

Ein LLKW kann beispielsweise eine deutlich stärker belastete Hinterachse besitzen als die Vorderachse.

Reifentragfähigkeit wird deshalb achsbezogen beurteilt – nicht einfach aus Fahrzeuggesamtmasse geteilt durch Reifenanzahl

Warum eine Ladebordwand die Hinterachslast beeinflussen kann

Eine Ladebordwand befindet sich häufig weit hinten am Fahrzeug und bringt zusätzliches Eigengewicht mit.

Dadurch kann sie bereits im unbeladenen Zustand die Hinterachslast erhöhen.

Ähnliche Effekte können entstehen durch:

  • Werkstatteinbauten
  • Hebebühnen
  • Kranaufbauten
  • Abschlepptechnik
  • Kommunalgeräte
Bei Nutzfahrzeugen gehört der feste Aufbau zur tatsächlichen Reifenbelastung dazu

Warum ein höherer Lastindex nicht automatisch besser ist

Ein höherer Lastindex steht grundsätzlich für eine höhere zugeordnete Tragfähigkeit.

Das macht einen Reifen aber nicht automatisch:

  • besser
  • haltbarer
  • wirtschaftlicher
  • geeigneter für jede Achse
Der Lastindex muss ausreichend sein – aber der gesamte Reifen muss zur Anwendung passen

Kann man einen Reifen mit höherem Lastindex verwenden?

Ein höherer Lastindex kann technisch grundsätzlich eine größere Tragfähigkeitsreserve bedeuten.

Trotzdem müssen weiterhin passen:

  • Reifengröße
  • Felge
  • Geschwindigkeitskennung
  • Achsposition
  • Freigängigkeit
  • Fahrzeugfreigabe
Ein höherer LI ersetzt keine vollständige technische Reifenprüfung

Warum ein höherer Lastindex die zulässige Achslast nicht erhöht

Die zulässige Achslast ist eine technische Eigenschaft des Fahrzeugs.

Sie hängt nicht allein vom Reifen ab.

Weitere Bauteile besitzen eigene Belastungsgrenzen:

  • Achse
  • Radlager
  • Felge
  • Radbefestigung
  • Fahrwerk
  • Bremsanlage
Mehr Reifentragfähigkeit bedeutet nicht automatisch mehr zulässige Fahrzeugzuladung

Warum die Felgentragfähigkeit ebenfalls passen muss

Die Last wird vom Reifen über den Reifenwulst auf die Felge und von dort auf das Fahrzeug übertragen.

Deshalb besitzt auch die Felge eine eigene technische Tragfähigkeitsgrenze.

Reifen

Muss die Radlast innerhalb seiner Betriebskennung aufnehmen können.

Felge

Muss ebenfalls für die tatsächliche Radlast geeignet sein.

Ein Reifen mit höherem LI macht eine zu schwach ausgelegte Felge nicht tragfähiger

Warum der Reifenfülldruck zur Tragfähigkeit gehört

Ein Luftreifen trägt seine Last durch das Zusammenspiel aus Luftdruck und Karkassenkonstruktion.

Der erforderliche Betriebsdruck hängt deshalb unter anderem ab von:

  • tatsächlicher Radlast
  • Reifengröße
  • Single- oder Dual-Montage
  • Reifenmodell
  • Herstellerdaten
Der Lastindex ist keine Freigabe dafür, den Reifen mit beliebigem Druck zu betreiben

Warum zu wenig Luft trotz ausreichendem Lastindex problematisch ist

Ein Reifen kann auf dem Papier die passende Tragfähigkeit besitzen und trotzdem überbeansprucht werden, wenn der Reifenfülldruck für seine tatsächliche Belastung zu niedrig ist.

Dann kann die Karkassenverformung zunehmen.

Dadurch steigen unter anderem:

  • Walkarbeit
  • Wärmeentwicklung
  • Seitenwandbeanspruchung
  • Rollwiderstand
Tragfähigkeit und Reifenfülldruck müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden

Was ist der Geschwindigkeitsindex?

Der Geschwindigkeitsindex beziehungsweise das Geschwindigkeitssymbol ist ein Buchstabe innerhalb der Betriebskennung.

Bei LLKW- und Nutzfahrzeugreifen können beispielsweise Kennzeichnungen vorkommen wie:

  • J
  • K
  • L
  • M

Jeder Buchstabe steht für eine definierte Geschwindigkeitskategorie.

Der Geschwindigkeitsindex gehört zur vollständigen Betriebskennung des Reifens

Typische Geschwindigkeitssymbole bei Nutzfahrzeugreifen

Geschwindigkeitssymbol Zugeordnete Geschwindigkeit
J bis 100 km/h
K bis 110 km/h
L bis 120 km/h
M bis 130 km/h
Das Geschwindigkeitssymbol beschreibt eine technische Reifeneigenschaft – nicht die gesetzlich erlaubte Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs

Was bedeutet beispielsweise 136/134 J?

136/134 J

136

Lastindex für Einzelbereifung.

134

Lastindex je Reifen bei Zwillingsbereifung.

J

Geschwindigkeitskategorie bis 100 km/h.

Die gesamte Kennzeichnung muss als technische Einheit gelesen werden

Warum Lastindex und Geschwindigkeit miteinander verbunden sind

Mit steigender Geschwindigkeit wird ein Reifen innerhalb derselben Zeit häufiger verformt.

Dadurch verändern sich:

  • Walkarbeit
  • Temperatur
  • Karkassenbeanspruchung
  • Dauerbelastung
Tragfähigkeit wird deshalb immer innerhalb definierter Geschwindigkeitsbedingungen betrachtet

Warum ein langsamer LLKW nicht einfach jeden niedrigeren Speed Index verwenden darf

Die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit ist nur ein Teil der technischen Fahrzeugauslegung.

Maßgeblich bleiben die:

  • Fahrzeugvorgaben
  • Reifenspezifikation
  • erforderliche Betriebskennung
Ein Reifen darf nicht allein deshalb mit beliebig niedriger Geschwindigkeitskategorie gewählt werden, weil das Fahrzeug normalerweise langsam gefahren wird

Warum derselbe LLKW-Reifen verschiedene Last-/Geschwindigkeitsangaben besitzen kann

Bei bestimmten Nutzfahrzeugreifen können zusätzliche Betriebskennungen oder technische Last-Geschwindigkeits-Zuordnungen angegeben sein.

Damit können je nach Hersteller unterschiedliche Betriebsbedingungen beschrieben werden.

Solche Zusatzangaben sollten immer anhand des konkreten technischen Datenblatts gelesen werden

Warum die Reifengröße allein keine Tragfähigkeit festlegt

Zwei Reifen derselben Größe können unterschiedliche Lastindizes besitzen.

Beispielsweise können Reifen derselben Dimension Unterschiede aufweisen bei:

  • Lastindex
  • Geschwindigkeitssymbol
  • Karkassenkonstruktion
  • Achsposition
  • Einsatzbereich
235/75 R17.5 beschreibt eine Größe – nicht automatisch eine bestimmte Tragfähigkeit

Warum ein Reifen derselben Größe nicht automatisch ein Ersatzreifen ist

Beim Austausch sollte nicht nur die Dimension übereinstimmen.

Zu prüfen sind außerdem:

  • Single-Lastindex
  • Dual-Lastindex
  • Geschwindigkeitssymbol
  • Achsposition
  • Winterkennzeichnung
  • Felgenfreigabe
Die vollständige Seitenwandkennzeichnung liefert wesentlich mehr Information als die Größe allein

Warum ein niedrigerer Lastindex kritisch sein kann

Wird ein Reifen mit geringerem Lastindex montiert, kann seine zulässige Tragfähigkeit unterhalb der technisch erforderlichen Radlast liegen.

Der erforderliche Lastindex muss zur tatsächlichen Fahrzeug- und Achskonfiguration passen

Warum ein höherer Lastindex trotzdem geprüft werden sollte

Auch wenn die Tragfähigkeit grundsätzlich höher ist, müssen andere technische Kriterien weiterhin stimmen.

Dazu gehören:

  • Reifengröße
  • Felgenfreigabe
  • Geschwindigkeitssymbol
  • Achsposition
  • Einzel- oder Zwillingsbereifung
Mehr Tragfähigkeit ersetzt keine vollständige technische Passung

Warum Zwillingsbereifung bei Tragfähigkeitsfragen besonders wichtig ist

Bei vielen LLKW ist die Hinterachse zwillingsbereift.

Dadurch arbeiten auf jeder Fahrzeugseite zwei Reifen gemeinsam.

Für die Tragfähigkeit ist dann nicht der Single-Wert entscheidend, sondern die dafür vorgesehene Dual-Kennzeichnung.

Single-LI und Dual-LI dürfen deshalb nicht verwechselt werden

Warum zwei Zwillingsreifen möglichst gleich arbeiten müssen

Damit sich beide Reifen die Belastung möglichst gleichmäßig teilen, sollten sie technisch gut zueinander passen.

Relevant sind:

  • Reifengröße
  • Außendurchmesser
  • Profiltiefe
  • Reifenfülldruck
  • Tragfähigkeit
Ein Dual-Lastindex setzt ein technisch funktionierendes Zwillingssystem voraus

Warum Achsposition und Lastindex unterschiedliche Dinge beschreiben

Ein Reifen kann die erforderliche Tragfähigkeit besitzen und trotzdem für eine andere Achsfunktion entwickelt worden sein.

Steer

Schwerpunkt auf Lenkung und Seitenführung.

Drive

Schwerpunkt auf Traktion und Antriebskraftübertragung.

All Position

Vom Hersteller für mehrere Radpositionen vorgesehen.

LI/SI sagen nicht automatisch, auf welcher Achse der Reifen verwendet werden soll

Warum ein Drive-Reifen trotz richtiger Tragfähigkeit ungeeignet sein kann

Ein Reifen kann einen ausreichend hohen Lastindex besitzen, aber hinsichtlich Profil und Herstellerzuordnung für eine andere Achsposition vorgesehen sein.

Tragfähigkeit und Achseignung müssen unabhängig voneinander geprüft werden

Warum die tatsächliche Anwendung ebenfalls zählt

Ein LLKW im Verteilerverkehr stellt andere Anforderungen an den Reifen als:

  • ein kleiner Baustellenkipper
  • ein Kommunalfahrzeug
  • ein Abschleppfahrzeug
  • ein Fahrzeug mit hoher Autobahnleistung

Deshalb gehört neben LI/SI auch der konkrete Einsatz zur Reifenwahl.

Ausreichende Tragfähigkeit allein macht einen Reifen noch nicht zum optimalen Einsatzreifen

Warum ein 17.5-Zoll-Reifen sehr hohe Lasten tragen kann

Der Felgendurchmesser allein sagt wenig über die mögliche Tragfähigkeit aus.

Moderne 17.5-Zoll-Nutzfahrzeugreifen können trotz ihrer vergleichsweise kompakten Abmessungen hohe Lastindizes besitzen.

Das ist einer der Gründe, warum diese Radgröße bei leichten und mittelschweren LKW so verbreitet ist.

Kompakter Raddurchmesser und hohe Nutzfahrzeug-Tragfähigkeit schließen sich nicht aus

Warum 19.5-Zoll-Reifen noch höhere Lastbereiche abdecken können

Im 19.5-Zoll-Bereich finden sich zahlreiche Reifengrößen für größere und stärker belastete mittlere Nutzfahrzeuge.

Auch hier bestimmen jedoch nicht die Zollzahl allein, sondern:

  • Reifendimension
  • Karkassenauslegung
  • Lastindex
  • Montageart

die tatsächliche Tragfähigkeit.

Was sollte vor der Auswahl eines LLKW-Reifens bekannt sein?

Reifengröße

Welche Dimension ist am Fahrzeug vorgesehen?

Achslast

Welche Last muss die betreffende Achse aufnehmen?

Single / Dual

Einzel- oder Zwillingsbereifung?

Lastindex

Welche Tragfähigkeit muss der Reifen besitzen?

Speed Index

Welche Geschwindigkeitskategorie wird benötigt?

Achsposition

Steer, Drive oder All Position?

Felge

Passt die Reifen-Felgen-Kombination technisch?

Einsatz

Stadt, Regionalverkehr, Langstrecke, Kommune oder Baustelle?

Reifengröße, Tragfähigkeit und Achslast im Überblick

Angabe Beispiel Bedeutung
Reifengröße 235/75 R17.5 Geometrische Reifendimension und Radialbauweise
LI Single 132 Lastindex bei Einzelbereifung
LI Dual 130 Lastindex je Reifen bei Zwillingsbereifung
Speed Symbol M Geschwindigkeitskategorie bis 130 km/h
Achslast fahrzeugabhängig Gesamtbelastung der jeweiligen Fahrzeugachse
Radlast beladungsabhängig Tatsächliche Belastung einer einzelnen Radposition
Reifenfülldruck lastabhängig Muss zur Radlast und Reifenausführung passen
Achsposition Steer / Drive / All Position Beschreibt die vorgesehene Reifenfunktion

Typische Irrtümer zu Lastindex und Achslast bei LLKW-Reifen

Behauptung Richtige Einordnung
„Der Lastindex ist die Tragfähigkeit in Kilogramm.“ Nein. Der LI ist ein Zahlencode, dem eine bestimmte Tragfähigkeit zugeordnet ist.
„132/130 sind zwei mögliche Größen.“ Nein. Es handelt sich typischerweise um die Lastindizes für Single- und Dual-Montage.
„Bei Zwillingsreifen gilt der erste Lastindex.“ Nein. Bei einer entsprechenden Doppelkennzeichnung gilt für Dual die zweite Tragfähigkeitsangabe.
„Die Achslast verteilt sich immer exakt gleichmäßig.“ Nicht zwingend. Aufbau und Beladung können unterschiedliche Radlasten erzeugen.
„Ein höherer LI erhöht die zulässige Achslast.“ Nein. Die zulässige Fahrzeugachslast bleibt eine eigenständige technische Grenze.
„Gleiche Reifengröße bedeutet gleiche Tragfähigkeit.“ Nein. Reifen derselben Dimension können unterschiedliche Betriebskennungen besitzen.
„M bedeutet M+S.“ Nein. In einer Kennzeichnung wie 132/130 M ist M das Geschwindigkeitssymbol.
„Je höher der Speed Index, desto besser der Reifen.“ Nein. Er beschreibt eine Geschwindigkeitskategorie und keine Qualitätsstufe.
„Mehr Luft erhöht beliebig die Tragfähigkeit.“ Nein. Reifen und Felge besitzen definierte Betriebs- und Belastungsgrenzen.
„Wenn der LI passt, spielt die Achsposition keine Rolle.“ Falsch. Tragfähigkeit und Achseignung sind unterschiedliche technische Eigenschaften.

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Häufige Fragen zu Lastindex und Achslast bei LLKW-Reifen

Was bedeutet der Lastindex bei einem LLKW-Reifen?

Der Lastindex ist ein Zahlencode, dem eine bestimmte zulässige Tragfähigkeit unter definierten Betriebsbedingungen zugeordnet ist.

Was bedeutet 132/130 bei einem LLKW-Reifen?

Bei der üblichen Doppelkennzeichnung steht 132 für den Lastindex bei Einzelbereifung und 130 für den Lastindex je Reifen bei Zwillingsbereifung.

Was bedeutet 132/130 M?

132 und 130 sind die Lastindizes für Single- und Dual-Montage. M ist das Geschwindigkeitssymbol und steht für eine Geschwindigkeitskategorie bis 130 km/h.

Warum ist der Dual-Lastindex niedriger?

Zwillingsreifen arbeiten unter anderen Betriebsbedingungen als einzelne Reifen. Deshalb wird eine eigene Tragfähigkeitsklasse für die Dual-Montage angegeben.

Was ist der Unterschied zwischen Achslast und Radlast?

Die Achslast ist die gesamte Belastung einer Fahrzeugachse. Die Radlast beschreibt die Belastung einer einzelnen Radposition.

Verteilt sich die Achslast immer gleichmäßig?

Nein. Aufbau, Ladebordwand, Werkstatteinrichtung und Beladungsverteilung können zu unterschiedlichen tatsächlichen Radlasten führen.

Kann ein höherer Lastindex die zulässige Achslast erhöhen?

Nein. Die zulässige Achslast des Fahrzeugs wird dadurch nicht verändert.

Warum gehört der Reifenfülldruck zur Tragfähigkeit?

Der Reifenfülldruck unterstützt die Karkasse bei der Lastaufnahme. Der geeignete Druck muss deshalb zur tatsächlichen Radlast und zum konkreten Reifen passen.

Haben alle Reifen derselben LLKW-Größe denselben Lastindex?

Nein. Unterschiedliche Reifenmodelle derselben Dimension können unterschiedliche Betriebskennungen besitzen.

Reicht ein passender Lastindex für die Reifenwahl?

Nein. Reifengröße, Geschwindigkeitskennung, Felge, Achsposition, Single-/Dual-Anwendung und tatsächlicher Einsatz müssen ebenfalls passen.

Technischer Hinweis

Die erforderliche Tragfähigkeit eines LLKW-Reifens muss immer zur tatsächlichen Fahrzeug- und Achskonfiguration passen. Maßgeblich sind insbesondere Reifengröße, Single-/Dual-Lastindex, Geschwindigkeitssymbol, tatsächliche und zulässige Achslast, Felgenzuordnung, Reifenfülldruck sowie die technischen Vorgaben des Fahrzeug- und Reifenherstellers.

Beim LLKW entscheidet nicht nur die Größe – sondern welche Last der Reifen tatsächlich tragen muss

Eine Betriebskennung wie 132/130 M enthält mehrere wichtige technische Informationen.

Der erste Lastindex gilt für Einzelbereifung, der zweite für den einzelnen Reifen innerhalb einer Zwillingsbereifung. Der Buchstabe beschreibt die dazugehörige Geschwindigkeitskategorie.

Diese Werte müssen zur tatsächlichen Achslast, Radlast, Felge, Montageart und zum Reifenfülldruck passen.

Gerade bei LLKW können feste Aufbauten, Ladebordwände, Werkstatteinrichtungen oder andere Ausstattungen die Belastung einzelner Achsen und Radpositionen stark beeinflussen.

Ein höherer Lastindex erhöht dabei nicht automatisch die zulässige Achslast des Fahrzeugs.

Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht nur: „Welchen Lastindex hat dieser Reifen?“

Sondern: „Welche tatsächliche Last muss genau dieser Reifen an dieser Radposition und bei dieser Montageart sicher aufnehmen?“

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