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Motorradreifen-Kennzeichnungen verstehen – HD, WW, WWW, MWW, SWW, RWL und weitere Kürzel

FT Wissenswelt – Motorradreifen

Motorradreifen-Kennzeichnungen verstehen – HD, WW, WWW, MWW, SWW, RWL und weitere Kürzel

Neben Reifengröße, Bauart, Load Index, Speed Symbol sowie TL- und TT-Kennzeichnung finden sich bei Motorradreifen häufig weitere Buchstaben und Kürzel. Besonders bei Cruiser-, Custom-, Oldtimer- und Harley-Davidson-Reifen tauchen Bezeichnungen wie HD, BW, WW, WWW, MWW, SWW, NW, RWL oder WLT auf.

Diese Zusatzkennungen erfüllen jedoch nicht alle dieselbe Aufgabe. Manche beschreiben eine bestimmte Seitenwandausführung, andere eine fahrzeugspezifische beziehungsweise herstellerspezifische Reifenausführung.

Technische Kennung

Beispielsweise R, B, TL, TT, Load Index oder Speed Symbol.

Ausführung

Beispielsweise Schwarzwand, Weißwand oder weiße Beschriftung.

Herstellerbezug

Zusätzliche Kennungen können auf eine besondere Fahrzeug- oder Erstausrüstungsausführung hinweisen.

Ein Zusatzkürzel wie WWW oder HD ist nicht automatisch Bestandteil der Reifengröße. Die eigentliche Dimension und die zusätzliche Ausführung müssen getrennt gelesen werden.

Warum gibt es bei Motorradreifen so viele zusätzliche Kennzeichnungen?

Motorradreifen werden nicht nur nach Größe und Tragfähigkeit unterschieden.

Ein und dasselbe Reifenmodell kann beispielsweise erhältlich sein als:

  • Schwarzwand
  • schmale Weißwand
  • breite Weißwand
  • Variante mit weißer Schrift
  • spezielle Erstausrüstung für ein bestimmtes Motorrad

Dadurch können zwei Reifen auf den ersten Blick dieselbe technische Grundgröße besitzen und trotzdem unterschiedliche Artikel sein.

Beispiel

MT90 B16 72H TL

und

MT90 B16 72H TL WWW

haben dieselbe grundlegende Größen- und Leistungskennzeichnung. Die Zusatzkennung WWW beschreibt dagegen eine besondere Seitenwandausführung.

Gerade bei Custom- und Harley-Davidson-Reifen sollte deshalb die komplette Artikelbezeichnung gelesen werden.

Was bedeutet HD bei Motorradreifen?

Die Kennung HD findet sich bei bestimmten Motorradreifen im Zusammenhang mit Harley-Davidson-Anwendungen.

Bei Dunlop werden beispielsweise einzelne Reifenvarianten mit HD gekennzeichnet, die bestimmten Harley-Davidson-Modellen beziehungsweise Erstausrüstungsanwendungen zugeordnet sind.

Bedeutet HD einfach nur Harley-Davidson?

Als praktische Zuordnung steht HD hier für den Harley-Davidson-Bezug der jeweiligen Reifenausführung.

Technisch sollte die Kennung aber nicht lediglich als dekorativer Markenhinweis verstanden werden.

Je nach Reifen kann eine solche Variante Teil einer:

  • fahrzeugspezifischen Entwicklung
  • Erstausrüstung
  • besonderen Reifenspezifikation

sein.

HD sollte deshalb bei einem konkreten Reifen als hersteller- beziehungsweise fahrzeugbezogene Ausführung betrachtet werden. Welche technischen Unterschiede tatsächlich bestehen, muss für das jeweilige Reifenmodell geprüft werden.

Warum gibt es spezielle Harley-Davidson-Reifen?

Harley-Davidson-Motorräder können besondere Anforderungen an Reifen stellen.

Dazu gehören je nach Modell beispielsweise:

  • hohes Fahrzeuggewicht
  • hohe Radlast
  • hohes Drehmoment
  • besondere Reifendimensionen
  • spezifische Fahrwerksgeometrie
  • besondere Komfort- und Stabilitätsanforderungen

Reifenhersteller entwickeln deshalb teilweise spezielle Erstausrüstungsvarianten für bestimmte Harley-Davidson-Baureihen.

Kann sich eine HD-Ausführung vom scheinbar gleichen Standardreifen unterscheiden?

Das ist möglich.

Unterschiede können je nach Hersteller und Reifen beispielsweise bestehen bei:

  • Karkassenaufbau
  • Gürtelkonstruktion
  • Gummimischung
  • Kontur
  • Tragfähigkeitsauslegung
Deshalb sollte eine spezielle HD-Ausführung nicht allein aufgrund einer identischen Größenangabe durch irgendeine Standardausführung ersetzt werden. Maßgeblich ist die zulässige und technisch passende Reifenausführung für das konkrete Motorrad.

Was bedeutet BW bei Motorradreifen?

BW wird insbesondere im Harley-Davidson-Umfeld als Abkürzung für Blackwall verwendet.

Damit wird ein Reifen mit normal schwarzer Seitenwand bezeichnet.

Beispiel

180/70B16 77H BW

Die eigentliche Reifengröße und Leistungskennzeichnung lautet:

180/70B16 77H

Die Zusatzkennung:

BW

beschreibt die schwarze Seitenwandausführung.

BW verändert also nicht die nominelle Reifengröße.

Was bedeutet WW bei Motorradreifen?

WW steht im Motorradreifenbereich üblicherweise für Whitewall beziehungsweise Weißwand.

Der Reifen besitzt dabei einen sichtbar weißen Bereich auf der Seitenwand.

Wo findet man solche Reifen häufig?

Beispielsweise bei:

  • Cruisern
  • Custom Bikes
  • Harley-Davidson-Modellen
  • klassischen Motorrädern
  • Retro- und Oldtimer-Anwendungen

Auch bei klassischen Rollerreifen sind Weißwandausführungen verfügbar.

WW beschreibt in diesem Zusammenhang primär die optische Seitenwandausführung und nicht eine andere Reifengröße.

Was bedeutet WWW?

WWW bedeutet bei Dunlop:

Wide Whitewall beziehungsweise Weißwand breit.

Der weiße Seitenwandbereich ist dabei deutlich breiter ausgeführt als bei einer schmalen Weißwandausführung.

Warum gibt es unterschiedliche Weißwandbreiten?

Die Seitenwandgestaltung gehört bei Cruiser- und Custom-Motorrädern häufig zum gesamten Erscheinungsbild.

Ein breiter Weißwandring kann beispielsweise besonders zu:

  • klassischen Cruisern
  • Touring-Modellen
  • Custom-Umbauten
  • Retro-Designs

passen.

WWW ist damit eine Ausführungskennung. Ein Reifen mit WWW kann technisch dieselbe nominelle Größe besitzen wie eine Schwarzwandvariante, ist aber ein anderer Artikel.

Was bedeutet MWW?

MWW steht für:

Medium Whitewall beziehungsweise mittlere Weißwand.

Die Breite des weißen Seitenwandbereichs liegt damit zwischen einer schmalen und einer breiten Weißwandausführung.

Warum ist das wichtig?

Bei Custom-Motorrädern kann die Breite der Weißwand optisch einen erheblichen Unterschied machen.

Deshalb sollte bei der Bestellung nicht nur nach:

Reifenmodell + Reifengröße

sondern auch nach der gewünschten beziehungsweise vorgesehenen Seitenwandausführung geschaut werden.

Was bedeuten SW, NW und SWW?

Für schmale Weißwandvarianten existieren je nach Hersteller unterschiedliche Kürzel.

Dunlop

Dunlop verwendet beispielsweise:

SW / NW = Weißwand schmal.

Harley-Davidson

Harley-Davidson verwendet unter anderem:

SWW = Slim Whitewall.

Auch hier handelt es sich um eine schmale Weißwandausführung.

Dieses Beispiel zeigt, warum Zusatzkennungen nicht losgelöst vom Hersteller gelesen werden sollten. Unterschiedliche Hersteller können für ähnliche Ausführungen unterschiedliche Abkürzungen verwenden.

Was bedeutet EWWW?

Im Harley-Davidson-Umfeld wird zusätzlich die Kennzeichnung:

EWWW = Engraved Wide Whitewall

verwendet.

Damit wird eine spezielle breite Weißwandausführung mit zusätzlicher Gestaltung bezeichnet.

Ist EWWW technisch eine andere Reifengröße?

Nein.

Auch hier handelt es sich um eine zusätzliche Reifenausführung beziehungsweise Seitenwandgestaltung.

Die eigentliche Reifengröße muss weiterhin separat aus der Größenkennzeichnung gelesen werden.

Was bedeutet RWL?

RWL steht für:

Raised White Letter beziehungsweise erhabene weiße Schrift.

Hier besitzt der Reifen keine vollflächige Weißwand.

Stattdessen werden bestimmte erhabene Schriftzüge auf der Seitenwand weiß dargestellt.

Was ist der Unterschied zu einer Weißwand?

Weißwand

Ein zusammenhängender weißer Ring beziehungsweise Seitenwandbereich.

RWL

Nur ausgewählte erhabene Buchstaben beziehungsweise Schriftzüge sind weiß.

RWL beschreibt also die Gestaltung der Beschriftung und nicht die Reifenbauart.

Was bedeutet WLT?

Bei Dunlop steht:

WLT = Weiße Schrift beziehungsweise White Lettering.

Auch hierbei handelt es sich um eine optische Seitenwandausführung.

Der Unterschied zu einer klassischen Weißwand besteht darin, dass nicht ein kompletter Seitenwandring weiß ausgeführt wird, sondern Schriftzüge hervorgehoben werden.

RWL, WLT und WW sind deshalb drei unterschiedliche Arten der Seitenwandgestaltung.

Weißwand und weiße Schrift – die wichtigsten Kürzel im Überblick

Kennung Bedeutung Typ
BW Blackwall – schwarze Seitenwand Seitenwandausführung
WW Whitewall – Weißwand Seitenwandausführung
WWW Wide Whitewall – breite Weißwand Seitenwandausführung
MWW Medium Whitewall – mittlere Weißwand Seitenwandausführung
SWW Slim Whitewall – schmale Weißwand Seitenwandausführung
SW / NW Schmale beziehungsweise Narrow White Sidewall Herstellerabhängige Weißwandkennung
EWWW Engraved Wide Whitewall Spezielle breite Weißwandausführung
RWL Raised White Letter – erhabene weiße Schrift Schriftgestaltung
WLT White Lettering – weiße Schrift Schriftgestaltung
Diese Kürzel sind nicht vollständig herstellerübergreifend normiert. Die Bedeutung sollte deshalb immer im Zusammenhang mit dem konkreten Reifenhersteller und Reifenmodell geprüft werden.

Warum darf WW nicht mit W verwechselt werden?

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Ein einzelnes W kann innerhalb der vollständigen Reifengrößenkennzeichnung das Geschwindigkeits-Symbol darstellen.

Beispielsweise:

180/55 ZR17 73W

Hier steht das W für die Geschwindigkeitskategorie.

Eine zusätzliche Kennzeichnung:

WW

kann dagegen für Whitewall stehen.

W und WW erfüllen damit völlig unterschiedliche Aufgaben. Die Position innerhalb der vollständigen Reifenbezeichnung ist entscheidend.

Warum ist auch WWW keine Geschwindigkeitskennzeichnung?

Ein Speed Symbol besteht in der entsprechenden Stelle der technischen Reifenbezeichnung aus einer definierten Kennung wie beispielsweise:

  • H
  • V
  • W
  • (W)

WWW steht dagegen bei entsprechenden Motorradreifen für die breite Weißwandausführung.

Beispiel

MT90 B16 72H TL WWW

Hier bedeutet:

72

Load Index

H

Speed Symbol

WWW

Breite Weißwandausführung

Welche Kennzeichnungen gehören zur eigentlichen Reifengröße?

Eine typische Motorradreifenbezeichnung lautet beispielsweise:

180/55 ZR17 M/C 73W TL

Darin befinden sich verschiedene technische Informationen.

Kennung Bedeutung
180 Nominelle Reifenbreite in Millimetern
55 Querschnittsverhältnis
ZR Radialbauart in Verbindung mit Hochgeschwindigkeitskennzeichnung
17 Felgendurchmesser in Zoll
M/C Motorradreifen-Kennzeichnung
73 Load Index
W Speed Symbol
TL Tubeless-Ausführung

Eine zusätzliche Kennung wie:

HD, BW, WW, WWW oder RWL

muss davon getrennt betrachtet werden.

Was bedeuten Front und Rear?

Neben den bereits behandelten Kürzeln befinden sich auf Motorradreifen häufig eindeutige Angaben zur Radposition.

Typisch sind:

Front = Vorderreifen

und:

Rear = Hinterreifen.

Warum ist das wichtig?

Vorder- und Hinterreifen können trotz ähnlicher Größe unterschiedlich aufgebaut sein.

Unterschiede können bestehen bei:

  • Karkasse
  • Kontur
  • Profil
  • Gummimischung
  • Tragfähigkeitsauslegung
Eine Front- oder Rear-Kennzeichnung ist deshalb eine technische Zuordnung und keine unverbindliche Empfehlung.

Was bedeutet Rotation beziehungsweise der Richtungspfeil?

Viele Motorradreifen sind laufrichtungsgebunden.

Auf der Reifenflanke befindet sich dann ein Richtungspfeil beziehungsweise eine entsprechende Rotationskennzeichnung.

Was zeigt dieser Pfeil?

Er zeigt die vorgeschriebene Drehrichtung des Reifens im Fahrbetrieb.

Die Laufrichtung darf nicht nach dem optischen Verlauf der Profilrillen geschätzt werden. Entscheidend ist die Kennzeichnung auf dem Reifen.
Reifen-Laufrichtung Warum Richtungspfeil, Vorder- und Hinterreifen sowie die sichtbare Profilrichtung nicht verwechselt werden dürfen.

Was bedeuten TL und TT?

Auch diese beiden Kürzel gehören zu den wichtigsten Zusatzangaben auf Motorradreifen.

TL – Tubeless

Grundsätzlich für schlauchlosen Betrieb auf einer dafür geeigneten Felge vorgesehen.

TT – Tube Type

TT steht für Tube Type und kennzeichnet eine Reifenausführung für den Betrieb mit Schlauch.

TL und TT beschreiben damit eine technische Reifenausführung und dürfen nicht mit optischen Zusatzkennungen wie WW oder RWL gleichgesetzt werden.

Warum können zwei Reifen mit gleicher Größe unterschiedliche Artikelnummern besitzen?

Das ist bei Motorradreifen völlig normal.

Beispielsweise kann ein Hersteller dieselbe nominelle Größe anbieten als:

  • Standard-Schwarzwand
  • schmale Weißwand
  • breite Weißwand
  • besondere OE-Ausführung
  • fahrzeugspezifische Variante

Was bedeutet das für den Kunden?

Die Suche nur nach:

130/90 B16 73H

kann mehrere technisch oder optisch unterschiedliche Produkte ergeben.

Deshalb sollten Produktname, Zusatzkennung und gegebenenfalls Hersteller-Spezifikation immer mit berücksichtigt werden.

Was bedeutet OE bei Motorradreifen?

OE beziehungsweise Original Equipment bezeichnet die Erstausrüstung eines Fahrzeugs.

Ein Reifen kann vom Motorradhersteller für ein bestimmtes Modell als Erstausrüstungsreifen ausgewählt beziehungsweise gemeinsam mit dem Reifenhersteller abgestimmt worden sein.

Ist jeder Reifen desselben Namens automatisch identisch?

Nicht unbedingt.

Bei manchen Reifenfamilien können spezielle Ausführungen für bestimmte Fahrzeughersteller oder Motorradmodelle existieren.

Diese können über:

  • Zusatzkennungen
  • Spezifikationscodes
  • Artikelnummern
  • Herstellerinformationen

unterschieden werden.

Eine OE- oder fahrzeugspezifische Kennung sollte deshalb nicht einfach ignoriert werden, nur weil Reifenname und Reifengröße gleich aussehen.

Ist HD dasselbe wie eine allgemeine OE-Kennung?

Nicht pauschal.

HD wird bei bestimmten Reifen konkret im Zusammenhang mit Harley-Davidson-Fahrzeuganwendungen verwendet.

Der Begriff OE ist dagegen allgemeiner und beschreibt grundsätzlich Erstausrüstung beziehungsweise eine Herstellerzuordnung.

HD

Konkreter Harley-Davidson-Bezug bei entsprechenden Reifenvarianten.

OE

Übergeordneter Begriff für Original Equipment beziehungsweise Erstausrüstung.

Die genaue technische Bedeutung einer OE-Kennung muss immer beim jeweiligen Reifenhersteller geprüft werden.

Warum darf man Zusatzkennungen nicht herstellerübergreifend übertragen?

Ein Teil der Reifenkennzeichnung ist normiert.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Größenangaben
  • Load Index
  • Speed Symbol
  • Bauartkennzeichnungen

Andere Kürzel entstehen dagegen aus den Produkt- und Kennzeichnungssystemen einzelner Hersteller.

Das bedeutet:

Ein Kürzel kann bei Hersteller A eine bestimmte Bedeutung besitzen, während:

  • Hersteller B ein anderes Kürzel verwendet
  • die Kennung dort nicht verwendet wird
  • die Bedeutung anders definiert ist
Bei ungewöhnlichen Zusatzkennungen sollte deshalb niemals allein aus zwei oder drei Buchstaben auf die Bedeutung geschlossen werden.

Welche Kennungen sind normiert und welche eher herstellerspezifisch?

Art Beispiele Einordnung
Reifengröße 120/70 ZR17, 180/55 ZR17 Technische Größenkennzeichnung
Bauart R, B, - Technische Konstruktionsangabe
Tragfähigkeit 58, 73, 81 Load Index
Geschwindigkeit H, V, W, (W) Speed Symbol
Luftsystem TL, TT Tubeless beziehungsweise Tube Type
Radposition Front, Rear Vorder-/Hinterradzuordnung
Seitenwandausführung BW, WW, WWW, MWW, SWW, NW Teilweise herstellerabhängige Zusatzkennung
Schriftgestaltung RWL, WLT Herstellerabhängige Ausführung
Fahrzeug-/OE-Ausführung z. B. HD Hersteller- beziehungsweise fahrzeugbezogene Spezifikation

Warum Weißwandreifen technisch trotzdem normale Motorradreifen sind

Eine Weißwand verändert zunächst die Seitenwandoptik.

Die entscheidenden technischen Merkmale bleiben weiterhin:

  • Reifengröße
  • Bauart
  • Load Index
  • Speed Symbol
  • TL- oder TT-Ausführung
  • Fahrzeugzuordnung

Ist ein WWW-Reifen automatisch besser für einen Cruiser?

Nein.

Die Weißwandausführung ist kein Qualitäts- oder Leistungsmerkmal.

Ob Schwarzwand oder Weißwand gewählt wird, kann optisch relevant sein. Die technische Eignung muss unabhängig davon stimmen.

Kann man vorne WW und hinten WWW kombinieren?

Optisch wäre damit eine unterschiedliche Weißwandbreite vorhanden.

Technisch ist jedoch zunächst entscheidend, ob die jeweilige Vorder- und Hinterreifenausführung für das Motorrad vorgesehen und miteinander kombinierbar ist.

Warum sollte man genau hinschauen?

Manche Reifenfamilien werden nicht in jeder Größe mit jeder Seitenwandausführung angeboten.

Dadurch kann beispielsweise verfügbar sein:

  • Vorderreifen als SW
  • Hinterreifen als WWW
  • oder beide nur als BW
Bei einem geplanten einheitlichen Custom-Look sollte deshalb vor der Bestellung geprüft werden, welche Seitenwandausführungen tatsächlich für Vorder- und Hinterrad lieferbar sind.

Wie sollte eine vollständige Motorradreifen-Bezeichnung gelesen werden?

Ein sinnvoller Ablauf ist:

1. Größe lesen.

2. Bauart bestimmen.

3. Load Index und Speed Symbol prüfen.

4. TL oder TT beachten.

5. Front-/Rear-Zuordnung prüfen.

6. Zusätzliche Seitenwand- oder OE-Kennungen lesen.

Beispiel

180/65 B16 81H TL HD WWW

Vereinfacht gelesen:

Teil Bedeutung
180 Nominelle Reifenbreite
65 Querschnittsverhältnis
B Diagonal-Gürtelbauart
16 Felgendurchmesser
81 Load Index
H Speed Symbol
TL Tubeless
HD Harley-Davidson-bezogene Ausführung bei entsprechend gekennzeichnetem Reifen
WWW Breite Weißwandausführung
Genau deshalb sollte eine Artikelbezeichnung immer vollständig und nicht nur bis zur Zollgröße gelesen werden.

Was sollte beim Kauf eines Motorradreifens mit Zusatzkennung geprüft werden?

Technik

Größe, Bauart, Load Index, Speed Symbol sowie TL oder TT.

Fahrzeug

Vorder-/Hinterradzuordnung und zulässige Reifen-Fahrzeug-Kombination.

Ausführung

HD, BW, WW, WWW, RWL oder andere Zusatzkennungen korrekt zuordnen.

Erst wenn alle drei Ebenen stimmen, ist eindeutig, welcher konkrete Reifenartikel benötigt wird.

Typische Irrtümer bei Motorradreifen-Kennzeichnungen

Behauptung Richtige Einordnung
„HD ist einfach nur ein Harley-Logo.“ Bei entsprechend gekennzeichneten Reifen kann HD eine konkrete Harley-Davidson-bezogene Reifenausführung kennzeichnen.
„WW bedeutet Geschwindigkeitsindex W.“ Nein. W als Speed Symbol und WW als Whitewall-Zusatzkennung müssen getrennt gelesen werden.
„WWW ist eine andere Reifengröße.“ Nein. WWW bezeichnet bei entsprechenden Reifen eine breite Weißwandausführung.
„MWW bedeutet extra tragfähiger Reifen.“ Nein. MWW bezeichnet eine mittlere Weißwandausführung.
„RWL ist ein technischer Performance-Index.“ Nein. RWL bezeichnet erhabene weiße Schrift auf der Seitenwand.
„Schwarzwand und Weißwand sind immer derselbe Artikel.“ Nein. Es handelt sich meist um unterschiedliche Artikelvarianten.
„Gleiche Größe bedeutet gleiche OE-Ausführung.“ Nein. Eine spezielle Fahrzeug- oder OE-Spezifikation kann zusätzliche technische Unterschiede besitzen.
„Alle Hersteller verwenden dieselben Kürzel.“ Nein. Gerade Seitenwand- und Zusatzkennungen können herstellerspezifisch sein.

Motorradreifen-Kennzeichnungen immer vollständig lesen

Eine Motorradreifenbezeichnung besteht aus mehreren Informationsebenen:

Größe → Bauart → Load Index → Speed Symbol → TL/TT.

Danach können weitere Angaben folgen:

Front/Rear → OE-Ausführung → Fahrzeugbezug → Seitenwandausführung.

Beispiele dafür sind:

HD → BW → WW → WWW → MWW → SWW → NW → RWL → WLT.

Der wichtigste Grundsatz lautet: Normierte technische Kennzeichnungen und herstellerspezifische Zusatzkennungen dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Motorradreifen bei FT-Reifen

Bei FT-Reifen finden Sie Motorradreifen unterschiedlicher Hersteller und Ausführungen – von modernen Sport- und Touringreifen bis zu Cruiser-, Custom- und Weißwandreifen.

Bei der Bestellung sollten neben Reifengröße, Bauart, Load Index, Speed Symbol und TL/TT auch vorhandene Zusatzkennungen wie HD, BW, WW, WWW, MWW oder RWL berücksichtigt werden.

Motorradreifen ansehen Motorradreifen nach Reifengröße, Hersteller und technischer Ausführung auswählen.

Häufige Fragen zu Motorradreifen-Kennzeichnungen

Was bedeutet HD bei Motorradreifen?

HD wird bei bestimmten Reifen im Zusammenhang mit Harley-Davidson-Fahrzeuganwendungen verwendet und kann eine spezielle Harley-Davidson-bezogene beziehungsweise Erstausrüstungsausführung kennzeichnen.

Was bedeutet WW bei Motorradreifen?

WW steht im entsprechenden Zusammenhang für Whitewall beziehungsweise Weißwand.

Was bedeutet WWW bei einem Motorradreifen?

WWW steht bei Dunlop für Wide Whitewall und bezeichnet eine breite Weißwandausführung.

Was bedeutet MWW?

MWW steht für Medium Whitewall, also eine Weißwandausführung mit mittlerer Breite.

Was bedeutet SWW?

SWW wird im Harley-Davidson-Umfeld für Slim Whitewall verwendet, also eine schmale Weißwandausführung.

Was bedeutet BW?

BW steht für Blackwall und bezeichnet einen Reifen mit schwarzer Seitenwand.

Was bedeutet RWL?

RWL bedeutet Raised White Letter. Dabei werden erhabene Schriftzüge auf der Reifenflanke weiß dargestellt.

Was bedeutet WLT?

WLT wird von Dunlop für weiße Schrift beziehungsweise White Lettering verwendet.

Ist W dasselbe wie WW?

Nein. W kann innerhalb der technischen Reifenbezeichnung das Speed Symbol darstellen. WW ist dagegen eine zusätzliche Whitewall-Kennung.

Sind diese Zusatzkennungen bei allen Herstellern gleich?

Nein. Gerade Weißwand-, Schrift- und OE-Kennungen können herstellerspezifisch sein. Die Bedeutung sollte deshalb immer für das konkrete Reifenmodell geprüft werden.

HD, WW oder WWW – kleine Kürzel können große Unterschiede zeigen

Die vollständige Motorradreifenbezeichnung sollte immer Schritt für Schritt gelesen werden:

Reifengröße → Bauart → Load Index → Speed Symbol → TL/TT.

Danach folgen je nach Reifen weitere Informationen:

Front/Rear → HD beziehungsweise OE-Zuordnung → Seitenwandausführung.

Bei Custom- und Cruiser-Reifen sind besonders häufig:

BW → WW → WWW → MWW → SWW → NW → RWL → WLT.

Dabei gilt:

Die technische Grundgröße bleibt von der optischen Seitenwandausführung getrennt.

Eine fahrzeugspezifische Kennung wie HD sollte dagegen nicht lediglich als optisches Merkmal betrachtet werden, sondern bei der Reifen-Fahrzeug-Zuordnung mit berücksichtigt werden.

Wer Motorradreifen sicher auswählen möchte, sollte deshalb nie nur die ersten Zahlen der Größenbezeichnung vergleichen, sondern die komplette Reifenbezeichnung bis zum letzten Zusatzkürzel lesen.

FT-Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Reifenwissen und praktischer Erfahrung.

FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.