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Landwirtschaftsreifen-Profile verstehen – R-1, R-1W, R-2, R-3, R-4 und Spezialprofile

FT Wissenswelt – Landwirtschaftsreifen

Landwirtschaftsreifen-Profile verstehen – R-1, R-1W, R-2, R-3, R-4 und Spezialprofile

Das Profil eines Landwirtschaftsreifens entscheidet wesentlich darüber, wie der Reifen Zugkräfte überträgt, wie gut er sich von Erde reinigen kann, wie stark er den Boden beeinflusst und für welchen Einsatz er geeignet ist.

Bezeichnungen wie R-1, R-1W, R-2, R-3 oder R-4 beschreiben Profil- beziehungsweise Einsatzklassen. Sie dürfen nicht mit dem R in einer Reifengröße wie 520/70 R38 verwechselt werden.

R-1

Klassisches landwirtschaftliches Traktionsprofil für typische Feld- und Bodenbearbeitung.

R-1W

Traktionsprofil mit größerer Stollentiefe gegenüber der R-1-Kategorie.

R-2

Sehr tief ausgelegte Traktionsprofil-Kategorie für besonders schwierige und weiche Bodenbedingungen.

R-3

Flacheres Profil mit geringerem Eingriff in empfindliche Oberflächen.

R-4

Industrie-/Traktionsprofil als Kompromiss zwischen Traktion, Stabilität und widerstandsfähigem Einsatz.

Spezialprofile

Profile für Grünland, Reihenkulturen, Transport, Flotation, Implement und spezielle Maschinen.

Wichtig: R-1, R-1W, R-2, R-3 und R-4 sagen nicht aus, ob ein Reifen radial oder diagonal aufgebaut ist. Profilklasse und Karkassenbauart sind zwei unterschiedliche technische Merkmale.

Was bedeuten die R-Profilcodes bei Landwirtschaftsreifen?

Die Profilcodes dienen dazu, unterschiedliche landwirtschaftliche und verwandte Traktionsprofile technisch einzuordnen.

Sie helfen dabei, bereits aus den technischen Daten zu erkennen, für welche Art von Einsatz ein Profil grundsätzlich entwickelt wurde.

Der Profilcode beschreibt aber nicht den kompletten Reifen

Zwei Reifen derselben Profilklasse können sich deutlich unterscheiden bei:

  • Stollenwinkel
  • Anzahl der Stollen
  • Stollenbreite
  • Stollenabstand
  • Schultergestaltung
  • Gummimischung
  • Karkassenkonstruktion
  • Aufstandsfläche
Ein R-1-Reifen des Herstellers A muss deshalb nicht dasselbe Fahr- und Traktionsverhalten besitzen wie ein R-1-Reifen des Herstellers B.

R-1 – das klassische landwirtschaftliche Traktionsprofil

R-1 gehört zu den klassischen Profilklassen für angetriebene Landwirtschaftsreifen.

Typisch sind ausgeprägte, schräg angeordnete Traktionsstollen mit relativ großen Zwischenräumen.

Warum sind die Stollen schräg angeordnet?

Beim Abrollen greifen die Stollen nacheinander in den Boden ein und übertragen Antriebskräfte.

Die Profilgestaltung soll dabei mehrere Anforderungen miteinander verbinden:

  • Traktion
  • Selbstreinigung
  • Seitenführung
  • möglichst gleichmäßiges Abrollen

Typische Einsatzbereiche

R-1-Profile findet man beispielsweise bei Reifen für:

  • Traktoren
  • Bodenbearbeitung
  • allgemeine Feldarbeit
  • landwirtschaftliche Zugmaschinen
R-1 ist keine Aussage über Radial oder Diagonal. Auch Diagonalreifen können als R-1 klassifiziert sein.

R-1W – warum ist dieses Profil tiefer?

R-1W gehört ebenfalls zur Gruppe landwirtschaftlicher Traktionsprofile.

Der wesentliche Unterschied zum klassischen R-1 liegt in einer größeren Profiltiefe beziehungsweise höheren Stollenhöhe innerhalb dieser Profilklassifizierung.

Was soll die größere Stollentiefe bewirken?

Je nach Reifenkonstruktion und Boden kann ein tieferer Stollen:

  • stärker in lockeren Boden eingreifen
  • Traktionsreserven bieten
  • über die Nutzungsdauer länger eine ausgeprägte Stollenhöhe erhalten

R-1W findet man heute bei zahlreichen modernen Radial-, IF- und VF-Landwirtschaftsreifen.

R-1W bedeutet nicht automatisch „besser als R-1“. Ein tieferes Profil muss zum Boden, zur Maschine und zum tatsächlichen Einsatz passen.

R-1 und R-1W – wo liegt der Unterschied?

Merkmal R-1 R-1W
Grundcharakter Landwirtschaftliches Traktionsprofil Landwirtschaftliches Traktionsprofil
Stollentiefe Referenzbereich der R-1-Klasse Größere Profiltiefe gegenüber R-1
Typischer Schwerpunkt Allgemeine Feld- und Traktionsarbeit Hohe Traktionsanforderungen und tiefere Stollenauslegung
Radial oder diagonal? Beides möglich Profilcode bestimmt nicht die Karkassenbauart
Für die praktische Reifenwahl sollte niemals nur R-1 oder R-1W verglichen werden. Das konkrete Profildesign und die technischen Reifendaten sind mindestens genauso wichtig.

R-2 – sehr tiefes Traktionsprofil für schwierige Bodenbedingungen

R-2 bezeichnet eine deutlich tiefer ausgelegte landwirtschaftliche Traktionsprofil-Kategorie.

Solche Profile sind für Anwendungen gedacht, bei denen ein besonders starker Eingriff in weichen beziehungsweise schwierigen Untergrund erforderlich ist.

Warum braucht man besonders tiefe Stollen?

Auf sehr weichen oder nassen Böden kann ein normales Traktionsprofil schneller an seine Grenzen kommen.

Ein sehr tiefes Profil soll dort zusätzliche Möglichkeiten bieten, Zugkräfte in den Untergrund zu übertragen.

Wo liegt der Nachteil?

Ein extrem tiefes Profil ist nicht automatisch für jeden Einsatz optimal.

Auf festem Untergrund oder bei hohem Straßenanteil können andere Eigenschaften wichtiger werden, beispielsweise:

  • ruhiges Abrollen
  • Stabilität
  • gleichmäßiger Verschleiß
  • geringere Profilbewegung
Je extremer ein Profil auf einen bestimmten Boden spezialisiert ist, desto wichtiger wird die Frage, ob dieser Einsatz tatsächlich zum Arbeitsalltag der Maschine passt.

R-3 – wenn Traktion nicht die einzige Priorität ist

R-3 steht für eine Profilgruppe, bei der ein geringerer Eingriff in die Oberfläche eine größere Rolle spielt.

Statt sehr ausgeprägter Ackerstollen kommen deutlich flachere beziehungsweise oberflächenschonendere Profilkonzepte zum Einsatz.

Wo kann das sinnvoll sein?

Zum Beispiel bei Anwendungen, bei denen die Oberfläche möglichst wenig beschädigt werden soll.

Dazu können je nach Reifen und Maschine gehören:

  • Grünflächen
  • Rasenflächen
  • bestimmte Grünlandanwendungen
  • Kommunal- und Pflegeeinsätze

Der Zielkonflikt

Ein Profil, das die Oberfläche möglichst wenig aufreißt, kann bei schwierigen Bodenbedingungen weniger aggressive Traktion bieten als ein ausgeprägtes R-1- oder R-1W-Profil.

Mehr Stollenaggressivität ist nicht in jedem Einsatz ein Vorteil. Auf empfindlichen Flächen kann gerade ein weniger aggressives Profil die richtige Wahl sein.

R-4 – zwischen Landwirtschaft und Industrieeinsatz

R-4 ist eine Profilklasse, die häufig bei Maschinen eingesetzt wird, die sowohl Traktion als auch hohe Stabilität und robuste Eigenschaften auf festeren Untergründen benötigen.

Typisch ist ein Profil, das weniger stark auf reine Ackertraktion spezialisiert ist als ein klassisches R-1-Profil.

Wo findet man solche Konzepte?

Je nach Maschine und Reifenausführung beispielsweise bei:

  • Industrie-Traktoren
  • Baumaschinen mit landwirtschaftlicher Basis
  • Teleskopladern
  • Hofarbeiten
  • gemischten Einsätzen auf Boden und befestigten Flächen

Warum kann R-4 auf dem Hof interessant sein?

Auf Beton, Asphalt oder befestigten Hofflächen sind andere Eigenschaften gefragt als auf frisch bearbeitetem Ackerboden.

Hier können unter anderem wichtig sein:

  • Stabilität
  • robuster Profilblock
  • Verschleißfestigkeit
  • ausreichende Traktion auf wechselnden Untergründen
R-4 ist kein „besseres R-1“. Es ist eine andere Profilcharakteristik für andere Einsatzschwerpunkte.

R-1, R-1W, R-2, R-3 und R-4 im Vergleich

Profilklasse Grundcharakter Typischer Schwerpunkt Profilwirkung
R-1 Klassisches Traktionsprofil Allgemeine Feldarbeit Ausgeprägte Stollen und Selbstreinigung
R-1W Tieferes Traktionsprofil Hohe Traktionsanforderungen Größere Stollentiefe gegenüber R-1
R-2 Sehr tiefes Traktionsprofil Sehr weiche und schwierige Böden Besonders starker Eingriff in den Untergrund
R-3 Oberflächenschonenderes Profil Grünflächen und empfindliche Oberflächen Geringerer Bodeneingriff
R-4 Industrie-/Traktionsprofil Gemischte und robustere Einsätze Kompromiss aus Traktion und Stabilität

Warum ist die Stollentiefe nicht alles?

Ein Landwirtschaftsprofil besteht nicht nur aus hohen oder niedrigen Stollen.

Für das tatsächliche Verhalten sind viele konstruktive Details entscheidend.

Stollenwinkel

Der Winkel beeinflusst unter anderem, wie der Reifen Zugkräfte überträgt und wie das Profil beim Abrollen arbeitet.

Stollenabstand

Große Zwischenräume können die Selbstreinigung auf weichem Boden unterstützen.

Stollenbreite

Breitere Profilbereiche können Stabilität und Verschleißverhalten beeinflussen.

Schultergestaltung

Die äußeren Profilbereiche beeinflussen Traktion, Seitenführung und die Art, wie der Reifen in den Boden eingreift.

Deshalb können zwei R-1W-Reifen trotz gleicher Profilklasse in der Praxis sehr unterschiedlich funktionieren.

Wie funktioniert die Selbstreinigung eines Landwirtschaftsprofils?

Ein Traktionsprofil kann nur dann gut arbeiten, wenn die Zwischenräume nicht dauerhaft mit Erde zugesetzt bleiben.

Beim Abrollen verformt sich der Reifen. Gleichzeitig verändern die Profilstollen und Profilzwischenräume ihre Geometrie.

Dadurch soll anhaftendes Material wieder aus dem Profil gelöst werden.

Was beeinflusst die Selbstreinigung?

  • Stollenabstand
  • Stollenwinkel
  • Profiltiefe
  • Reifenflexion
  • Bodenart
  • Bodenfeuchte
  • Schlupf
Ein tiefes Profil allein garantiert keine gute Selbstreinigung. Das gesamte Profildesign muss zum Boden passen.

Warum ist Schlupf für die Profilwirkung wichtig?

Ein angetriebener Landwirtschaftsreifen benötigt einen gewissen Unterschied zwischen theoretischer Radbewegung und tatsächlichem Vortrieb, um Zugkraft in den Boden einzuleiten.

Zu viel Schlupf ist jedoch unerwünscht.

Übermäßiger Schlupf kann:

  • Boden unnötig bewegen
  • Kraftstoff kosten
  • Arbeitsleistung verringern
  • Profilverschleiß erhöhen

Das Profil ist deshalb nur ein Teil des Systems.

Reifenprofil, Reifenfülldruck, Radlast, Boden und Maschinenleistung müssen zusammenpassen.

Warum ist ein aggressives Profil auf der Straße nicht automatisch gut?

Ein tiefes Stollenprofil ist in erster Linie dafür entwickelt, Kräfte auf nachgiebigem Untergrund zu übertragen.

Auf Asphalt oder Beton ändern sich die Bedingungen.

Dort können stärker in den Vordergrund treten:

  • Profilbewegung
  • Abrollgeräusch
  • Verschleiß
  • Fahrkomfort
  • Stabilität
Wer einen hohen Straßenanteil fährt, sollte deshalb nicht ausschließlich nach maximaler Stollentiefe auswählen.

Welches Profil passt zu Acker und Bodenbearbeitung?

Für klassische Zug- und Bodenbearbeitungsarbeiten sind Traktionsprofile besonders wichtig.

R-1 und R-1W gehören deshalb zu den häufig relevanten Profilgruppen.

Entscheidend ist aber der konkrete Boden

Ein schwerer, feuchter Boden stellt andere Anforderungen als ein trockener, tragfähiger Untergrund.

Zu berücksichtigen sind unter anderem:

  • Bodenart
  • Bodenfeuchte
  • benötigte Zugkraft
  • Maschinengewicht
  • Reifenfülldruck
  • Straßenanteil

Welches Profil passt zu Grünland?

Auf Grünland geht es nicht nur um Traktion.

Die Grasnarbe soll möglichst wenig beschädigt werden.

Ein sehr aggressiver Traktionsreifen kann bei starkem Schlupf oder engen Kurven stärker in die Oberfläche eingreifen.

Deshalb muss abgewogen werden:

notwendige Traktion ↔ Schutz der Grasnarbe.

Je nach Maschine können deshalb weniger aggressive Profile oder spezielle Grünlandprofile sinnvoll sein.

Der beste Ackerreifen ist nicht automatisch der beste Grünlandreifen.

Welches Profil passt zu Feldspritzen und Reihenkulturen?

Bei Reihenkulturen sind häufig schmale Reifen erforderlich, damit die Maschine zwischen den Pflanzenreihen arbeiten kann.

Das Profil muss trotzdem:

  • Traktion übertragen
  • Seitenführung bieten
  • sich selbst reinigen
  • hohe Lasten tragen können

Moderne Reihenkulturreifen können deshalb ebenfalls ausgeprägte landwirtschaftliche Traktionsprofile besitzen.

Die Profilklasse allein sagt nicht aus, ob ein Reifen breit oder schmal ist. Auch schmale Pflegebereifungen können R-1- oder R-1W-Charakter besitzen.

Was sind Spezialprofile bei Landwirtschaftsreifen?

Nicht jeder Landwirtschaftsreifen lässt sich sinnvoll nur über R-1 bis R-4 beschreiben.

Die Landwirtschaft umfasst zahlreiche Maschinen mit völlig unterschiedlichen Aufgaben.

Typische weitere Profilkonzepte sind beispielsweise:

Flotation

Breite Reifen für hohe Lasten und große Aufstandsflächen bei Feldtransport und landwirtschaftlichen Anhängern.

Implement

Profile für frei rollende oder gezogene landwirtschaftliche Geräte.

Rillenprofile

Für Seitenführung und ruhiges Rollen bei bestimmten Geräten.

Blockprofile

Für unterschiedliche Kombinationen aus Tragfähigkeit, Stabilität und Traktion.

Grünlandprofile

Für Anwendungen, bei denen Oberflächenschonung besonders wichtig ist.

Reihenkulturprofile

Für schmale Bereifung mit Traktions- und Führungseigenschaften.

Warum haben Implement-Reifen andere Profile als Traktorreifen?

Ein angetriebener Traktorreifen muss hohe Zugkräfte übertragen.

Ein frei rollender Implement-Reifen hat dagegen häufig andere Hauptaufgaben:

  • Last tragen
  • Spur halten
  • leicht rollen
  • Boden möglichst wenig belasten

Deshalb können bei Implement-Reifen beispielsweise Rillen-, Block- oder Flotationprofile sinnvoller sein als klassische Ackerstollen.

Die Aufgabe des Rades entscheidet über das Profil – nicht allein die Tatsache, dass die Maschine in der Landwirtschaft eingesetzt wird.

Warum haben Flotationreifen ein anderes Profilkonzept?

Flotationreifen werden häufig an Anhängern, Güllefässern, Erntemaschinen und anderen schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen eingesetzt.

Hier stehen andere Anforderungen im Mittelpunkt als bei einem angetriebenen Traktor-Hinterreifen.

Dazu gehören:

  • hohe Tragfähigkeit
  • großes Reifenvolumen
  • große Aufstandsfläche
  • Bodenschonung
  • Stabilität
  • Feld- und Straßeneinsatz
Flotationreifen behandeln wir deshalb innerhalb der FT Wissenswelt Landwirtschaftsreifen zusätzlich in einem eigenen Fachartikel.

Ist ein tieferes Profil automatisch langlebiger?

Nicht zwingend.

Mehr Profiltiefe bedeutet zunächst mehr Gummimaterial in den Stollen. Die tatsächliche Lebensdauer hängt aber von wesentlich mehr Faktoren ab.

Dazu gehören:

  • Gummimischung
  • Straßenanteil
  • Schlupf
  • Reifenfülldruck
  • Radlast
  • Bodenbeschaffenheit
  • Fahrweise
  • Spur- und Achseinstellung
Ein tieferes R-1W-Profil ist deshalb nicht automatisch wirtschaftlicher als ein R-1-Profil. Entscheidend ist der tatsächliche Einsatz.

Ist R-1W automatisch besser als R-1?

Nein.

Diese Annahme entsteht leicht, weil R-1W eine größere Stollentiefe besitzt.

Aber die Reifenwahl ist kein Wettbewerb um möglichst viel Profil.

Ein R-1 kann sinnvoller sein, wenn:

  • der Boden keine extreme Stollentiefe benötigt
  • der Straßenanteil höher ist
  • ein bestimmtes Reifenmodell besser zur Maschine passt
  • das Gesamtpaket aus Traktion und Verschleiß günstiger ist

Ein R-1W kann sinnvoller sein, wenn:

  • höhere Traktionsanforderungen bestehen
  • die zusätzliche Profiltiefe im Einsatz tatsächlich genutzt wird
  • Feldarbeit klar im Vordergrund steht

Profilklasse und Karkassenbauart nicht verwechseln

Das ist einer der wichtigsten Punkte bei der Kennzeichnung von Landwirtschaftsreifen.

Beispielsweise kann ein Reifen:

R-1-Profil + Diagonalkarkasse

oder:

R-1-Profil + Radialkarkasse

besitzen.

Genauso findet man moderne Radialreifen mit R-1W-Profil.

Was bedeutet das R in 520/70 R38?

Hier steht das R für Radialbauart.

Was bedeutet R-1?

Hier gehört das R zum Profil- beziehungsweise Einsatzcode.

520/70 R38 und R-1 beschreiben also zwei völlig unterschiedliche Eigenschaften desselben Reifens: einmal die Karkassenbauart in der Größenbezeichnung und einmal die Profilklasse.

Typische Irrtümer bei Landwirtschaftsreifen-Profilen

Behauptung Richtige Einordnung
„R-1 bedeutet Radialreifen.“ Nein. R-1 ist eine Profilklasse. Ein R-1-Reifen kann auch diagonal aufgebaut sein.
„R-1W ist immer besser als R-1.“ Nein. R-1W besitzt eine größere Profiltiefe, muss aber zum tatsächlichen Einsatz passen.
„Je tiefer das Profil, desto besser die Traktion auf jedem Boden.“ Nein. Bodenart, Feuchtigkeit, Profildesign, Druck und Radlast beeinflussen die Traktion ebenfalls.
„R-3 ist ein schlechter Ackerreifen.“ Die Aussage greift zu kurz. R-3 verfolgt einen anderen Einsatzschwerpunkt mit geringerem Eingriff in empfindliche Oberflächen.
„R-4 ist ein normales Ackerprofil.“ R-4 ist stärker auf robuste Misch- beziehungsweise Industrieeinsätze ausgerichtet.
„Alle Landwirtschaftsreifen brauchen Ackerstollen.“ Nein. Implement-, Grünland-, Flotation- und Transportreifen können völlig andere Profilkonzepte besitzen.
„Gleicher Profilcode bedeutet gleiches Profil.“ Nein. Innerhalb einer Profilklasse unterscheiden sich Hersteller und Reifenmodelle erheblich.

Welches Landwirtschaftsreifen-Profil ist das richtige?

Die Profilklasse ist ein wichtiger Anhaltspunkt – aber nicht die alleinige Kaufentscheidung.

Die Auswahl sollte vom tatsächlichen Einsatz ausgehen:

Maschine → angetriebenes oder frei rollendes Rad → Boden → benötigte Traktion → Oberflächenschonung → Straßenanteil → Profilkonzept.

Danach müssen zusätzlich Reifengröße, Tragfähigkeit, Karkassenbauart, Reifenfülldruck und Felge passen.

Das beste Profil ist nicht das aggressivste oder tiefste Profil, sondern das Profil, das zur Aufgabe der Maschine und zum überwiegenden Untergrund passt.

Landwirtschaftsreifen bei FT-Reifen

Je nach Maschine und Einsatz werden Landwirtschaftsreifen mit unterschiedlichen Traktions-, Implement-, Grünland- und Flotationprofilen benötigt.

Neben dem Profil sollten immer auch Reifengröße, Bauart, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit und Felgenzuordnung geprüft werden.

Landwirtschaftsreifen kaufen Landwirtschaftsreifen nach Größe, Hersteller und Ausführung auswählen.

Häufige Fragen zu Landwirtschaftsreifen-Profilen

Was bedeutet R-1 bei Landwirtschaftsreifen?

R-1 bezeichnet eine klassische landwirtschaftliche Traktionsprofil-Kategorie mit ausgeprägten Stollen für allgemeine Feld- und Bodenbearbeitungsarbeiten.

Was ist der Unterschied zwischen R-1 und R-1W?

R-1W besitzt innerhalb der Profilklassifizierung eine größere Stollentiefe als R-1. Beide gehören zu den landwirtschaftlichen Traktionsprofilen.

Was bedeutet R-2?

R-2 bezeichnet eine besonders tief ausgelegte Traktionsprofil-Kategorie für schwierige, weiche beziehungsweise sehr nasse Bodenbedingungen.

Was bedeutet R-3?

R-3 bezeichnet eine weniger aggressive Profilgruppe für Anwendungen, bei denen ein geringerer Eingriff in empfindliche Oberflächen wichtig ist.

Was bedeutet R-4?

R-4 steht für eine robuste Industrie-/Traktionsprofil-Kategorie, die häufig bei gemischten Einsätzen auf Boden und befestigten Flächen verwendet wird.

Ist ein R-1-Reifen automatisch ein Radialreifen?

Nein. R-1 beschreibt die Profilklasse und nicht die Karkassenbauart. Es gibt auch Diagonalreifen mit R-1-Profil.

Ist R-1W grundsätzlich besser als R-1?

Nein. Die größere Profiltiefe kann für bestimmte Feldarbeiten vorteilhaft sein. Bei anderen Einsätzen kann ein anderes Profilkonzept besser passen.

Welches Profil eignet sich für Grünland?

Auf Grünland sollte neben ausreichender Traktion besonders auf einen möglichst geringen Eingriff in die Grasnarbe geachtet werden. Je nach Maschine kommen dafür spezielle Grünland- oder weniger aggressive Profilkonzepte infrage.

Warum haben Implement-Reifen häufig keine klassischen Ackerstollen?

Weil frei rollende Räder andere Aufgaben haben als angetriebene Traktorräder. Tragfähigkeit, Seitenführung, ruhiges Rollen und Bodenschonung können dort wichtiger sein als maximale Zugkraft.

Reicht der Profilcode zur Auswahl eines Landwirtschaftsreifens?

Nein. Zusätzlich müssen unter anderem Reifengröße, Maschine, Boden, Radial- oder Diagonalbauart, Tragfähigkeit, Reifenfülldruck, Straßenanteil und Felgenzuordnung berücksichtigt werden.

Das Profil muss zur Aufgabe passen

R-1, R-1W, R-2, R-3 und R-4 sind keine Rangfolge von schlecht bis gut. Sie beschreiben unterschiedliche Profilkonzepte für unterschiedliche Anforderungen.

R-1 → klassische Traktion

R-1W → tiefere Traktionsauslegung

R-2 → besonders tiefe Traktionsauslegung

R-3 → geringerer Eingriff in empfindliche Oberflächen

R-4 → robuste Misch- und Industrieeinsätze

Hinzu kommen zahlreiche Spezialprofile für Implement, Grünland, Flotation, Transport und weitere landwirtschaftliche Anwendungen.

Deshalb gilt:

Nicht das tiefste Profil auswählen – sondern das Profil, das zur Maschine, zum Boden und zum tatsächlichen Einsatz passt.

FT-Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Fachwissen und praktischer Erfahrung.

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