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Flotationreifen verstehen – Tragfähigkeit, großes Luftvolumen und Bodenschonung

FT Wissenswelt – Landwirtschaftsreifen

Flotationreifen verstehen – Tragfähigkeit, großes Luftvolumen und Bodenschonung

Flotationreifen werden überall dort interessant, wo hohe Lasten über möglichst große Reifenaufstandsflächen getragen werden sollen. Typische Anwendungen sind landwirtschaftliche Anhänger, Güllefässer, Streuer, Erntemaschinen und schwere Transportgeräte.

Charakteristisch sind häufig große Reifenquerschnitte, ein hohes Luftvolumen und Konstruktionen, die hohe Tragfähigkeit mit Feld- und Straßeneignung verbinden.

Hohe Tragfähigkeit

Flotationreifen sind für schwere Maschinen und hohe Radlasten ausgelegt.

Großes Reifenvolumen

Das große Luftvolumen schafft technische Möglichkeiten für hohe Lasten und angepasste Reifenfülldrücke.

Große Aufstandsfläche

Eine große Kontaktfläche kann helfen, die vorhandene Radlast günstiger auf den Boden zu verteilen.

Flotation bedeutet nicht einfach „möglichst breiter Reifen“. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Dimension, Karkasse, Luftvolumen, Tragfähigkeit, Reifenfülldruck und Einsatz.

Was bedeutet Flotation bei einem Landwirtschaftsreifen?

Der Begriff Flotation beschreibt im Reifenbereich vereinfacht die Fähigkeit, eine hohe Last über eine möglichst große Aufstandsfläche zu tragen und ein starkes Einsinken auf weichem Untergrund zu begrenzen.

Dafür werden Reifen häufig mit:

  • großer Reifenbreite
  • großem Reifenvolumen
  • hoher Tragfähigkeit
  • flexibler Konstruktion
  • breiter Aufstandsfläche

entwickelt.

Woher kommt der Begriff?

Das englische Wort „flotation“ lässt sich mit Auftrieb beziehungsweise Schwimmfähigkeit übersetzen.

Ein Reifen schwimmt natürlich nicht auf dem Boden. Gemeint ist vielmehr, dass er die Last auf eine größere Fläche verteilt und dadurch weniger stark einsinken kann als eine ungünstiger ausgelegte, schmalere Bereifung unter vergleichbaren Bedingungen.

Flotation beschreibt also eine Reifenfunktion – nicht nur eine bestimmte Profilform oder eine einzelne Reifengröße.

Warum besitzen Flotationreifen häufig ein großes Luftvolumen?

Das Reifeninnere trägt gemeinsam mit der Karkasse die auf das Rad wirkende Last.

Ein großer Reifenquerschnitt schafft ein entsprechend großes Luftvolumen.

Das ermöglicht je nach Konstruktion:

  • hohe Tragfähigkeiten
  • große mögliche Aufstandsflächen
  • angepasste niedrige Arbeitsdrücke
  • günstige Federungseigenschaften

Das große Luftvolumen allein bestimmt jedoch noch nicht die Tragfähigkeit.

Entscheidend bleiben die technische Konstruktion des Reifens und seine Last-/Drucktabelle.

Warum sind Flotationreifen oft besonders breit?

Eine größere Reifenbreite schafft grundsätzlich die Möglichkeit, eine große Kontaktfläche mit dem Boden aufzubauen.

Gerade bei hohen Radlasten ist dies wichtig.

Ein schwer beladenes Güllefass oder ein großer landwirtschaftlicher Anhänger kann mehrere Tonnen Last auf einzelne Räder bringen.

Die Aufgabe des Reifens lautet dann:

hohe Radlast tragen + ausreichend große Aufstandsfläche erzeugen + Bodenbelastung möglichst günstig verteilen
Breite ist dabei nur ein Teil des Konzepts. Auch Reifendurchmesser, Querschnitt, Karkassenflexion und Reifenfülldruck beeinflussen die tatsächliche Aufstandsfläche.

Flotationreifen und Bodenschonung

Ein wichtiger Grund für Flotationbereifung ist die Bodenschonung.

Eine hohe Radlast muss immer in den Untergrund eingeleitet werden.

Kann dieselbe Last über eine größere tragende Fläche verteilt werden, kann sich die Belastung an der Bodenoberfläche günstiger verteilen.

Kleine Aufstandsfläche

Die vorhandene Last wirkt konzentrierter auf einen kleineren Bereich.

Große Aufstandsfläche

Die Last kann über einen größeren Bodenbereich verteilt werden.

Auch ein Flotationreifen kann eine sehr hohe Maschinenlast nicht verschwinden lassen. Besonders für tiefere Bodenbelastungen bleiben Gesamt- und Achslasten wichtige Faktoren.

Welche Maschinen verwenden Flotationreifen?

Flotationreifen findet man besonders häufig dort, wo hohe Nutzlasten mit Feldarbeit oder Feldtransport verbunden sind.

Landwirtschaftliche Anhänger

Hohe Nutzlasten und regelmäßiger Wechsel zwischen Feld und Straße.

Güllefässer

Sehr hohe Lasten im gefüllten Zustand und hohe Anforderungen an Bodenschonung.

Streuer

Schwere Ladung sowie Einsatz auf Feldwegen, Acker und Straße.

Erntemaschinen

Hohe Maschinengewichte und wechselnde Belastungen während der Ernte.

Feldtransport

Transport von Erntegut unter wechselnden Bodenbedingungen.

Landwirtschaftliche Geräte

Große angehängte oder gezogene Maschinen mit hohen Radlasten.

Sind Flotationreifen immer Anhängerreifen?

Nein.

Landwirtschaftliche Anhänger und Güllefässer gehören zwar zu den bekanntesten Einsatzbereichen, aber das Flotationsprinzip wird auch bei anderen schweren Maschinen eingesetzt.

Dazu können je nach Reifenkonstruktion gehören:

  • Erntemaschinen
  • Streumaschinen
  • Pressen
  • Feldtransportfahrzeuge
  • schwere landwirtschaftliche Geräte
Entscheidend ist nicht die Bezeichnung der Maschine, sondern die Aufgabe des Reifens: hohe Last tragen und möglichst bodenschonend über Feld oder Grünland rollen.

Radial oder diagonal – welche Bauarten gibt es bei Flotationreifen?

Flotationreifen können sowohl radial als auch diagonal aufgebaut sein.

Der Begriff Flotation beschreibt deshalb keine Karkassenbauart.

Radiale Flotationreifen

Radialkarkassen ermöglichen eine hohe Flexibilität der Seitenwand und können große, günstige Aufstandsflächen ermöglichen.

Diagonale Flotationreifen

Diagonalreifen besitzen kreuzweise verlaufende Karkassenlagen und werden weiterhin für zahlreiche Anhänger-, Geräte- und Transporteinsätze angeboten.

„Flotation“ und „Radial“ sind keine Gegensätze. Ein Flotationreifen kann radial oder diagonal konstruiert sein.

Welche Unterschiede gibt es zwischen radialen und diagonalen Flotationreifen?

Merkmal Radial Diagonal
Karkasse Karkassenfäden verlaufen radial von Wulst zu Wulst. Karkassenlagen verlaufen diagonal und kreuzen sich.
Flankenbewegung In der Regel flexibler. In der Regel steifer.
Aufstandsfläche Kann sich unter geeigneten Bedingungen besonders günstig ausbilden. Abhängig von Dimension, Druck und konkreter Konstruktion.
Einsatz Häufig bei modernen Hochleistungs- und Transportkonzepten. Weiterhin verbreitet bei Anhängern, Geräten und robusten Anwendungen.
Entscheidung Nicht allein nach Bauart auswählen – Last, Geschwindigkeit, Dimension und Herstellerdaten sind entscheidend.

Welche Rolle spielt der Reifenfülldruck?

Der Reifenfülldruck ist auch beim Flotationreifen entscheidend.

Er beeinflusst, wie stark sich der Reifen unter Last verformt und welche Aufstandsfläche sich ausbilden kann.

Ein geeigneter niedrigerer Druck kann:

  • die Aufstandsfläche vergrößern
  • das Einsinken reduzieren
  • die Last günstiger verteilen
  • den Fahrkomfort verbessern

Aber nur, wenn dieser Druck für die tatsächliche Radlast und Geschwindigkeit technisch zulässig ist.

Auch bei einem Flotationreifen bedeutet „viel Volumen“ nicht, dass beliebig wenig Luft gefahren werden darf.

Warum können Flotationreifen hohe Lasten bei vergleichsweise niedrigem Druck tragen?

Große Dimension, großes Luftvolumen und eine dafür entwickelte Karkasse ermöglichen hohe Tragfähigkeiten.

Moderne Flotationreifen können dadurch Last-/Druckkombinationen erreichen, die für schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge besonders interessant sind.

Entscheidend ist aber immer:

  • konkrete Reifengröße
  • Load Index
  • Speed Symbol
  • Karkassentechnologie
  • Reifenfülldruck
  • Geschwindigkeit
„Flotationreifen fahren mit wenig Druck“ ist daher nur als Grundprinzip richtig. Der genaue Druckwert kommt immer aus den technischen Daten des konkreten Reifens.

Flotationreifen mit VF-Technologie

Auch im Flotationbereich gibt es moderne Reifen mit VF-Technologie – Very High Flexion.

Diese Karkassen können gegenüber vergleichbarer Standardtechnik stärkere Flexion ermöglichen.

Dadurch können – je nach Reifen – hohe Lasten mit besonders interessanten Last-/Druckkombinationen verbunden werden.

VF-Flotationreifen sind technisch eine Kombination aus Flotationskonzept und High-Flexion-Karkasse. Die konkreten Möglichkeiten ergeben sich trotzdem ausschließlich aus der jeweiligen Last-/Drucktabelle.

Die Unterschiede zwischen Standard-, IF- und VF-Technologie behandeln wir innerhalb dieser Wissenswelt in einem eigenen Fachartikel.

Warum müssen Flotationreifen auch auf der Straße funktionieren?

Viele landwirtschaftliche Transportfahrzeuge fahren nicht nur auf dem Feld.

Ein Güllefass oder Anhänger wechselt häufig zwischen:

  • Acker
  • Grünland
  • Feldweg
  • Hof
  • öffentlicher Straße

Deshalb muss ein moderner Flotationreifen häufig gegensätzliche Anforderungen verbinden.

Im Feld

Große Aufstandsfläche, Bodenschonung, Traktion und Selbstreinigung.

Auf der Straße

Stabilität, Tragfähigkeit, Geschwindigkeit, ruhiges Abrollen und Verschleißverhalten.

Ein gutes Flotationskonzept darf deshalb nicht nur auf weichem Boden funktionieren. Für viele Maschinen gehört die Straße zum täglichen Einsatz.

Welche Rolle spielt das Profil eines Flotationreifens?

Flotationreifen werden mit sehr unterschiedlichen Profilkonzepten angeboten.

Das Profil richtet sich danach, welche Aufgabe der Reifen erfüllen soll.

Bei Feld- und Straßentransport können wichtig sein:

  • Traktion
  • Selbstreinigung
  • Seitenführung
  • ruhiges Abrollen
  • Verschleißfestigkeit
  • Schutz der Bodenoberfläche

Ein Güllefass auf nassem Feld stellt andere Anforderungen als ein Anhänger mit überwiegendem Straßenanteil.

Auch bei Flotationreifen gibt es deshalb nicht „das eine“ Flotationsprofil.

Warum ist Selbstreinigung bei Flotationreifen wichtig?

Flotationreifen besitzen häufig eine sehr große Lauffläche.

Bei Feldarbeit können sich Erde und Pflanzenreste zwischen Profilblöcken oder Stollen sammeln.

Ein dafür ausgelegtes Profil soll dieses Material beim Abrollen wieder lösen.

Eine schlechte Selbstreinigung kann:

  • Traktion reduzieren
  • Seitenführung verschlechtern
  • das Profil zusetzen
  • mehr Material auf die Straße tragen
Profiltiefe allein entscheidet nicht über die Selbstreinigung. Profilwinkel, Zwischenräume und die gesamte Laufflächengestaltung spielen ebenfalls eine Rolle.

Warum sind Flotationreifen auf Güllefässern besonders verbreitet?

Ein Güllefass kombiniert mehrere besonders anspruchsvolle Bedingungen.

Im gefüllten Zustand:

  • sehr hohe Gesamtmasse
  • hohe Achslasten
  • hohe Radlasten

Im Einsatz:

  • Fahrt auf Feld und Grünland
  • weiche Bodenbedingungen
  • häufiger Wechsel zur Straße
  • hohe Anforderungen an Stabilität

Genau hier spielt das Flotationsprinzip seine Stärken aus.

Je höher die Radlast, desto wichtiger wird jedoch die korrekte Dimensionierung. Ein breiter Flotationreifen ist nicht automatisch ausreichend, wenn seine Tragfähigkeit nicht zur tatsächlichen Last passt.

Flotationreifen bei Anhängern und Transportfahrzeugen

Landwirtschaftliche Anhänger müssen häufig große Nutzlasten transportieren und gleichzeitig auf weichem Untergrund fahrbar bleiben.

Eine passende Flotationbereifung kann dabei mehrere Aufgaben verbinden:

  • hohe Tragfähigkeit
  • geringere Einsinktiefe
  • große Aufstandsfläche
  • gute Seitenstabilität
  • geeignete Straßenperformance
Bei hohen Straßenanteilen sollte deshalb nicht nur die maximale Tragfähigkeit betrachtet werden, sondern auch Speed Symbol, Profil und Straßeneignung.

Flotationreifen bei Erntemaschinen

Auch Erntemaschinen arbeiten mit sehr hohen Lasten.

Besonders bei Mähdreschern können sich die Radlasten während der Arbeit deutlich verändern.

Der gefüllte Korntank erhöht die Belastung gegenüber dem leeren Zustand erheblich.

Hier sind wichtig:

  • hohe Lastreserve
  • große Aufstandsfläche
  • angepasster Reifenfülldruck
  • Traktion
  • Seitenstabilität
Die größte Reifenbreite allein löst das Problem hoher Erntemaschinenlasten nicht. Entscheidend ist das gesamte Last-/Reifenkonzept.

Was bedeutet Flotation bei Grünland?

Auf Grünland soll der Reifen hohe Lasten tragen, ohne die Grasnarbe unnötig stark zu beanspruchen.

Dabei sind mehrere Eigenschaften wichtig:

  • große Aufstandsfläche
  • geringe Einsinktiefe
  • passender Reifenfülldruck
  • möglichst wenig unnötiger Schlupf
  • geeignetes Profil

Ein aggressives Profil kann bei Kurvenfahrt oder hohem Schlupf die Grasnarbe stärker beanspruchen.

Flotation und Oberflächenschonung hängen deshalb nicht nur von der Reifenbreite, sondern auch vom Profil und der Fahrweise ab.

Was unterscheidet Flotationreifen von klassischen Implement-Reifen?

Die Bereiche überschneiden sich teilweise.

Viele Flotationreifen werden gerade an landwirtschaftlichen Geräten und Anhängern eingesetzt.

Der Schwerpunkt liegt jedoch häufig stärker auf:

  • hohen Radlasten
  • großem Reifenvolumen
  • großer Aufstandsfläche
  • Feld- und Straßentransport

Klassische Implement-Reifen können dagegen auch deutlich schmaler sein und beispielsweise primär Seitenführung oder leichtes Rollen übernehmen.

„Implement“ beschreibt eher den Maschinenbereich. „Flotation“ beschreibt stärker das technische Reifen- und Einsatzkonzept.

Welche Bedeutung hat die Felge?

Ein Flotationreifen benötigt eine technisch passende Felge.

Gerade bei großen Reifenquerschnitten und hohen Lasten ist die richtige Felgenzuordnung entscheidend.

Zu prüfen sind unter anderem:

  • Felgendurchmesser
  • Felgenbreite
  • zulässige Felgenausführung
  • Tragfähigkeit der Felge
  • Ventil und Dichtsystem
  • Freigängigkeit an Maschine und Fahrwerk
Eine passende Reifengröße bedeutet nicht automatisch, dass jede Felge desselben Durchmessers geeignet ist.

Warum ist die Reifenbreite bei einer Umrüstung nicht der einzige Wert?

Beim Wechsel auf eine größere Flotationbereifung muss mehr als nur die nominelle Breite geprüft werden.

Wichtig sind auch:

  • Außendurchmesser
  • statischer Halbmesser
  • Abrollumfang
  • Felgenbreite
  • Freigängigkeit
  • Tragfähigkeit
  • Geschwindigkeitskennung

Bei angetriebenen Achsen können zusätzlich Übersetzungsverhältnisse und Abrollumfänge relevant werden.

Eine breitere Flotationbereifung sollte deshalb immer als technische Umrüstung betrachtet werden und nicht nur als Austausch gegen „mehr Reifen“.

Was bedeuten Größen wie 560/60 R22.5 oder 600/50 R22.5?

Flotationreifen werden häufig in metrischen Größen bezeichnet.

Beispiel:

560/60 R22.5
  • 560 = nominelle Reifenbreite in Millimetern
  • 60 = Verhältnis der Seitenwandhöhe zur Reifenbreite in Prozent
  • R = Radialbauart
  • 22.5 = Felgendurchmesser in Zoll

Und bei 550/60-22.5?

Der Bindestrich weist auf eine Diagonalkonstruktion hin.

Gerade bei Flotationreifen findet man daher sehr ähnliche Größen sowohl in radialer als auch diagonaler Bauweise.

Warum ist eine hohe Tragfähigkeit nicht automatisch ein Vorteil?

Mehr Tragreserve klingt zunächst grundsätzlich positiv.

Ein Reifen sollte jedoch zum tatsächlichen Einsatz passen.

Ein unnötig großer oder schwerer Reifen kann Nachteile mitbringen, beispielsweise:

  • höheres Eigengewicht
  • mehr Platzbedarf
  • andere Felgenanforderungen
  • veränderte Fahrzeuggeometrie
  • höhere Anschaffungskosten
Das Ziel ist nicht der größtmögliche Flotationreifen, sondern die passende Dimension für Radlast, Maschine und Einsatz.

Wie wichtig ist das Speed Symbol?

Flotationreifen werden häufig sowohl auf dem Feld als auch auf der Straße eingesetzt.

Deshalb ist neben der Tragfähigkeit auch die zulässige Geschwindigkeit entscheidend.

Aktuelle Flotationreifen können je nach Ausführung beispielsweise Betriebskennungen mit A8 oder D tragen.

Dabei gilt:

Load Index und Speed Symbol müssen gemeinsam betrachtet werden.

Eine hohe zulässige Last bei langsamer Geschwindigkeit darf nicht automatisch auf schnelle Straßenfahrt übertragen werden.

Flotationreifen richtig auswählen

Für eine technische Auswahl sollte die Maschine zuerst betrachtet werden – nicht der Reifen.

1. Maschine

Anhänger, Güllefass, Streuer, Erntemaschine oder anderes Gerät bestimmen.

2. Radlast

Maximale tatsächliche Belastung im relevanten Betriebszustand ermitteln.

3. Geschwindigkeit

Feld- und Straßengeschwindigkeit berücksichtigen.

4. Platzangebot

Breite, Durchmesser und Freigängigkeit prüfen.

5. Felge

Passende Felgenbreite und Tragfähigkeit sicherstellen.

6. Last-/Drucktabelle

Prüfen, ob der konkrete Reifen die geforderte Last bei den Betriebsbedingungen tragen kann.

Typische Irrtümer über Flotationreifen

Behauptung Richtige Einordnung
„Flotationreifen sind immer Radialreifen.“ Nein. Flotationreifen gibt es radial und diagonal.
„Je breiter, desto besser.“ Nicht automatisch. Dimension, Last, Felge, Karkasse und Druck müssen zusammenpassen.
„Flotationreifen brauchen immer wenig Luftdruck.“ Der korrekte Druck ergibt sich aus Radlast, Geschwindigkeit und Herstellertabelle.
„Flotationreifen sind nur für Güllefässer.“ Nein. Sie werden auch bei Anhängern, Streuern, Erntemaschinen und anderen landwirtschaftlichen Geräten eingesetzt.
„Ein großer Flotationreifen verhindert Bodenverdichtung vollständig.“ Nein. Besonders hohe Achs- und Radlasten bleiben ein wichtiger Faktor.
„Flotation ist eine Profilklasse wie R-1.“ Nein. Flotation beschreibt ein breiteres technisches Einsatzkonzept.
„Jede breite 22.5-Zoll-Bereifung ist austauschbar.“ Nein. Breite, Querschnitt, Bauart, Tragfähigkeit, Felge, Durchmesser und Freigängigkeit müssen geprüft werden.

Die wichtigste Regel bei Flotationreifen

Ein Flotationreifen sollte nicht allein nach Breite ausgewählt werden.

Die technische Reihenfolge lautet:

Maschine → maximale Radlast → Feld und Straße → Geschwindigkeit → verfügbare Baugröße → Felge → Reifen → Last-/Drucktabelle

Erst daraus ergibt sich, welche Flotationbereifung wirklich zur Maschine passt.

Der beste Flotationreifen ist nicht der breiteste Reifen, sondern der Reifen, der die erforderliche Last bei den tatsächlichen Betriebsbedingungen sicher tragen und dabei eine möglichst günstige Aufstandsfläche nutzen kann.

Landwirtschaftsreifen bei FT-Reifen

Flotationreifen gehören zu den spezialisierten Landwirtschaftsreifen für hohe Lasten, Feldtransport und bodenschonende Anwendungen.

Bei der Auswahl müssen insbesondere Dimension, Radlast, Geschwindigkeit, Felge und Last-/Druckwerte zusammenpassen.

Landwirtschaftsreifen kaufen Landwirtschaftsreifen nach Größe, Hersteller und Ausführung auswählen.

Häufige Fragen zu Flotationreifen

Was ist ein Flotationreifen?

Ein Flotationreifen ist ein Reifen, der für hohe Lasten und eine möglichst große Aufstandsfläche ausgelegt ist. Er wird besonders häufig bei landwirtschaftlichen Anhängern, Güllefässern und schweren Feldtransportgeräten eingesetzt.

Warum sind Flotationreifen so breit?

Die große Reifenbreite und das hohe Reifenvolumen ermöglichen eine große mögliche Aufstandsfläche und schaffen technische Voraussetzungen für hohe Tragfähigkeiten.

Sind Flotationreifen immer Radialreifen?

Nein. Es gibt sowohl radiale als auch diagonale Flotationreifen.

Welche Maschinen fahren mit Flotationreifen?

Typische Anwendungen sind Anhänger, Güllefässer, Streuer, Pressen, Erntemaschinen und andere schwere landwirtschaftliche Geräte.

Warum sind Flotationreifen bodenschonend?

Eine große Aufstandsfläche kann die vorhandene Radlast über einen größeren Bodenbereich verteilen. Wie bodenschonend der Reifen tatsächlich arbeitet, hängt zusätzlich von Radlast, Druck, Boden und Fahrweise ab.

Wie viel Reifenfülldruck braucht ein Flotationreifen?

Dafür gibt es keinen pauschalen Wert. Der notwendige Druck ergibt sich aus Reifenmodell, Radlast, Geschwindigkeit und der Last-/Drucktabelle des Herstellers.

Kann ein Flotationreifen auf Feld und Straße gefahren werden?

Viele Flotationreifen sind genau für diese Kombination entwickelt. Die Eignung und zulässige Geschwindigkeit müssen jedoch beim konkreten Reifen geprüft werden.

Was ist ein VF-Flotationreifen?

Dabei wird das Flotationskonzept mit einer Very-High-Flexion-Karkasse kombiniert. Dadurch können je nach Reifen besonders interessante Last-/Druckkombinationen möglich sein.

Was ist wichtiger – Breite oder Reifenvolumen?

Beide spielen eine Rolle. Hinzu kommen Reifendurchmesser, Karkasse, Radlast, Reifenfülldruck und die tatsächliche Aufstandsfläche.

Kann ich einfach einen breiteren Flotationreifen montieren?

Nein. Felgenbreite, Außendurchmesser, Tragfähigkeit, Freigängigkeit, Geschwindigkeitskennung und gegebenenfalls der Abrollumfang müssen zur Maschine passen.

Flotation bedeutet mehr als nur einen breiten Reifen

Flotationreifen verbinden hohe Tragfähigkeit mit großem Reifenvolumen und einer möglichst großen nutzbaren Aufstandsfläche.

Sie kommen deshalb besonders dort zum Einsatz, wo schwere landwirtschaftliche Maschinen auf Feld und Straße bewegt werden.

Entscheidend ist das gesamte System:

Radlast → Reifenvolumen → Dimension → Karkasse → Reifenfülldruck → Aufstandsfläche → Boden → Geschwindigkeit.

Ein breiter Reifen allein macht noch keine passende Flotationbereifung.

Erst wenn Tragfähigkeit, Felge, Geschwindigkeit, Druck und Einsatz zusammenpassen, kann ein Flotationreifen seine Vorteile bei Transport und Bodenschonung ausspielen.

FT-Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Fachwissen und praktischer Erfahrung.

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