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Winterreifen bei LLKW – M+S, 3PMSF und gesetzliche Anforderungen verstehen

FT Wissenswelt – LLKW-Reifen

Winterreifen bei LLKW – M+S, 3PMSF und gesetzliche Anforderungen verstehen

Bei LLKW-Reifen ist das Thema Winterbereifung etwas komplexer als die einfache Frage nach Sommer- oder Winterreifen.

Gerade bei 17.5- und 19.5-Zoll-Nutzfahrzeugreifen findet man unterschiedliche Profilkonzepte und Kennzeichnungen wie M+S und 3PMSF beziehungsweise das Alpine-Symbol.

Hinzu kommt, dass leichte und mittelschwere LKW je nach zulässiger Gesamtmasse und Fahrzeugklasse unter andere gesetzliche Anforderungen fallen können als klassische Transporter oder PKW.

M+S

Traditionelle Kennzeichnung für Mud and Snow beziehungsweise Matsch und Schnee.

3PMSF

Das Alpine-Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke.

Profil

Lamellen, Blöcke und Griffkanten beeinflussen die tatsächliche Wintertraktion.

Fahrzeugklasse

Die gesetzlichen Anforderungen hängen auch von der Fahrzeugkategorie ab.

M+S und 3PMSF sind nicht dasselbe

Für die heutige rechtliche Einordnung von Winterreifen in Deutschland ist das Alpine-Symbol entscheidend.

Was bedeutet M+S bei einem LLKW-Reifen?

M+S steht für Mud and Snow, also Matsch und Schnee.

Auf Reifen können unterschiedliche Schreibweisen vorkommen:

  • M+S
  • M&S
  • M.S.
  • MS

Die Kennzeichnung wurde über viele Jahre verwendet, um Reifen mit einer bestimmten Profil- beziehungsweise Einsatzcharakteristik für Matsch und Schnee zu kennzeichnen.

M+S allein ist heute in Deutschland keine ausreichende Kennzeichnung für einen Winterreifen im Sinne der aktuellen Winterreifenpflicht

Was bedeutet 3PMSF?

3PMSF steht für Three-Peak Mountain Snowflake.

Gemeint ist das sogenannte Alpine-Symbol:

Bergpiktogramm mit drei Bergspitzen und Schneeflocke.

Diese Kennzeichnung zeigt, dass der Reifen die dafür vorgesehenen Anforderungen an die Schneeeigenschaften erfüllt.

3PMSF ist deshalb eine standardisierte Winterkennzeichnung und nicht nur eine optische Herstellerangabe

Warum M+S und 3PMSF häufig gemeinsam auf LLKW-Reifen stehen

Viele Nutzfahrzeugreifen tragen sowohl M+S als auch das Alpine-Symbol.

Das bedeutet jedoch nicht, dass beide Kennzeichnungen dieselbe Aussage haben.

M+S

Traditionelle Matsch-/Schnee-Kennzeichnung.

3PMSF / Alpine

Standardisierte Kennzeichnung für entsprechende Schneeeigenschaften.

Beide Kennzeichnungen können nebeneinander stehen, müssen aber getrennt verstanden werden

Warum M+S allein in Deutschland nicht mehr genügt

Die frühere Übergangsregelung für ältere M+S-Reifen ist ausgelaufen.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen Reifen, die als gesetzlich erforderliche Winterbereifung eingesetzt werden, heute die entsprechenden Voraussetzungen einschließlich Alpine-Symbol erfüllen.

Ein Reifen mit ausschließlich M+S sollte deshalb nicht automatisch als rechtlich ausreichender Winterreifen betrachtet werden

Was bedeutet situative Winterreifenpflicht?

In Deutschland gilt keine pauschale Winterreifenpflicht allein aufgrund eines bestimmten Kalendermonats.

Entscheidend sind winterliche Straßenverhältnisse.

Dazu gehören insbesondere:

  • Glatteis
  • Schneeglätte
  • Schneematsch
  • Eisglätte
  • Reifglätte
Die Bereifung muss also zur tatsächlich vorhandenen winterlichen Fahrbahnsituation passen

Warum die LLKW-Fahrzeugklasse wichtig ist

LLKW ist eine praktische Sortimentsbezeichnung und keine einheitliche gesetzliche Fahrzeugklasse.

Je nach Fahrzeug können unterschiedliche rechtliche Fahrzeugkategorien relevant sein.

Deshalb reicht die Aussage:

„Das ist ein LLKW.“

für die rechtliche Beurteilung der Winterreifenpflicht nicht aus.

Maßgeblich sind Fahrzeugklasse und technische Fahrzeugdaten – nicht allein die Sortimentsbezeichnung LLKW

Warum leichte und schwere Nutzfahrzeuge unterschiedlich behandelt werden können

Bei schweren Nutzfahrzeugen gelten in Deutschland besondere Vorgaben für die wintertaugliche Bereifung bestimmter Achsen.

Bei Fahrzeugen der entsprechenden schweren Klassen sind insbesondere:

  • die permanent angetriebenen Achsen
  • und die vorderen Lenkachsen

für die gesetzliche Winterbereifung relevant.

Deshalb darf die PKW-Regel nicht ungeprüft auf jeden LLKW übertragen werden

Warum die Gewichtsgrenze bei LLKW besonders wichtig ist

Gerade im LLKW-Bereich können Fahrzeuge technisch in unterschiedliche gesetzliche Klassen fallen.

Ein kleineres Nutzfahrzeug und ein deutlich schwererer mittlerer LKW können beide im Handel als LLKW eingeordnet werden, rechtlich aber unterschiedlich behandelt werden.

Vor einer rechtlichen Beurteilung sollte deshalb die konkrete Fahrzeugklasse geprüft werden

Warum gesetzliche Mindestanforderung und technisch sinnvolle Bereifung nicht dasselbe sind

Die gesetzliche Regel beschreibt, welche Mindestanforderungen erfüllt werden müssen.

Ein Fuhrpark kann sich aus praktischen Gründen trotzdem für zusätzliche wintertaugliche Reifen auf weiteren Achsen entscheiden.

Gründe können sein:

  • bessere Bremskraftübertragung
  • mehr Seitenführung
  • höhere Fahrstabilität
  • regelmäßiger Schnee- und Wintereinsatz
  • betriebliche Sicherheitsvorgaben
Gesetzlich ausreichend bedeutet nicht automatisch technisch optimal für jeden Einsatz

Warum die Lenkachse im Winter besonders wichtig ist

Die Vorderachse muss bei vielen LLKW gleichzeitig:

  • lenken
  • Bremskräfte übertragen
  • Seitenführung bereitstellen

Auf Schnee oder glatter Fahrbahn wird die verfügbare Haftung deutlich geringer.

Fehlt auf der Lenkachse Seitenführung, lässt sich das Fahrzeug unabhängig von der Antriebstraktion nur eingeschränkt kontrollieren

Warum die Antriebsachse im Winter besonders wichtig ist

Die Antriebsachse muss das Motordrehmoment auf die Fahrbahn übertragen.

Auf Schnee werden deshalb besonders wichtig:

  • Profilblöcke
  • Querkanten
  • Lamellen
  • angepasste Gummimischung
Ein wintertauglicher Drive-Reifen muss Traktion aufbauen, ohne Stabilität und Laufleistung unnötig zu verlieren

Warum ein grobes Drive-Profil nicht automatisch ein Winterreifen ist

Ein traktionsstarkes Profil kann optisch sehr wintertauglich wirken.

Die tatsächliche Wintereignung lässt sich daraus allein jedoch nicht ableiten.

Entscheidend ist die tatsächliche 3PMSF-Kennzeichnung des konkreten Reifenmodells

Warum Lamellen bei LLKW-Winterreifen wichtig sind

Lamellen sind feine Einschnitte innerhalb von Rippen oder Profilblöcken.

Sie erzeugen zusätzliche Griffkanten.

Diese können insbesondere auf:

  • Schnee
  • nasser Fahrbahn
  • kalten Straßenoberflächen

die Kraftübertragung unterstützen.

Lamellen sind ein wichtiges Wintermerkmal – aber nicht die einzige Voraussetzung für einen geeigneten Winterreifen

Warum die Gummimischung im Winter ebenfalls entscheidend ist

Das Profil ist nur der sichtbare Teil des Reifens.

Auch die Laufflächenmischung beeinflusst:

  • Grip
  • Flexibilität bei niedrigen Temperaturen
  • Nasshaftung
  • Verschleiß
  • Rollwiderstand
Zwei ähnlich aussehende Profile können sich durch ihre Gummimischung deutlich unterschiedlich verhalten

Warum 3PMSF nicht automatisch einen klassischen Winterreifen bedeutet

Bei Nutzfahrzeugreifen können auch ganzjährig beziehungsweise vielseitig ausgelegte Reifen das Alpine-Symbol tragen.

Das gilt beispielsweise für bestimmte:

  • Regionalreifen
  • All-Position-Reifen
  • Drive-Reifen
3PMSF beschreibt die geprüfte Schnee-Eigenschaft – nicht automatisch ein klassisches saisonales Vermarktungskonzept

Warum All Position und All Season nicht verwechselt werden dürfen

All Position

Beschreibt mögliche Radpositionen am Fahrzeug.

All Season

Beschreibt eine saisonal vielseitige Auslegung.

Ein All-Position-Reifen kann ein Sommer-, Winter- oder vielseitig ausgelegter Reifen sein – die Kennzeichnung muss separat geprüft werden

Warum 3PMSF und Achsposition zwei unterschiedliche Eigenschaften sind

Ein Reifen kann gleichzeitig:

  • Steer und 3PMSF
  • Drive und 3PMSF
  • All Position und 3PMSF

sein.

3PMSF beschreibt die Schneeeigenschaft – Steer, Drive oder All Position die vorgesehene Radfunktion

Warum Winterreifen im Verteilerverkehr besondere Anforderungen erfüllen müssen

Ein LLKW im Verteilerverkehr erlebt häufig:

  • Anfahren
  • Bremsen
  • enge Kurven
  • Rangieren
  • wechselnde Straßenoberflächen

Im Winter kommen Schnee, Matsch und niedrige Temperaturen hinzu.

Der Reifen muss deshalb Wintertraktion und hohe Belastungswechsel miteinander verbinden

Warum kommunale LLKW häufig besonders hohe Winteranforderungen haben

Kommunalfahrzeuge können im Winter eingesetzt werden für:

  • Winterdienst
  • Straßenunterhaltung
  • Versorgung
  • Serviceeinsätze

Dabei müssen sie teilweise bereits unterwegs sein, bevor Straßen vollständig geräumt oder gestreut sind.

Für solche Einsätze kann die tatsächliche Winterperformance wichtiger sein als nur die Erfüllung der gesetzlichen Mindestanforderung

Warum Baustellenfahrzeuge im Winter zusätzliche Traktion benötigen können

Ein kleiner Kipper oder Baustellen-LLKW kann gleichzeitig mit:

  • Schnee
  • Matsch
  • Schotter
  • unbefestigten Zufahrten

konfrontiert sein.

Hier müssen Wintereigenschaften und robuste Mixed-Service-Eigenschaften gemeinsam betrachtet werden

Warum Wintereignung und Baustelleneignung nicht dasselbe sind

Ein robuster Reifen für Schotter und Baustellen kann eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit besitzen.

Das sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob er die Anforderungen an einen 3PMSF-Reifen erfüllt.

Robustheit, Traktion auf losem Untergrund und Schneeeignung sind unterschiedliche Reifenmerkmale

Warum Langstrecken-LLKW im Winter einen anderen Kompromiss benötigen

Bei hoher Autobahn- und Jahreslaufleistung bleiben auch im Winter wichtig:

  • Rollwiderstand
  • Laufleistung
  • Wärmehaushalt
  • Nasshaftung
  • Schnee-Eigenschaften
Ein wintertauglicher Langstreckenreifen muss deshalb mehr können als nur auf Schnee greifen

Warum Nasshaftung im Winter nicht unterschätzt werden sollte

Winterbetrieb bedeutet in Deutschland nicht nur Schnee.

Viele Kilometer werden auf:

  • kaltem Asphalt
  • nasser Straße
  • Schneematsch

zurückgelegt.

Die Nassperformance eines Reifens bleibt deshalb auch bei winterlicher Nutzung ein wichtiges Sicherheitsmerkmal

Was zeigt das EU-Reifenlabel bei LLKW-Reifen?

Für Reifen der entsprechenden Klassen stellt das EU-Reifenlabel standardisierte Informationen bereit.

Dazu gehören unter anderem:

Kraftstoffeffizienz

Bewertung des Rollwiderstands.

Nasshaftung

Standardisierte Bewertung der Nassbremsleistung.

Rollgeräusch

Angabe zum externen Rollgeräusch.

Die EU-Reifenlabel-Verordnung gilt für Reifen der Klassen C1, C2 und C3. :contentReference[oaicite:1]{index=1}

Kann das EU-Reifenlabel auch Schneeinformationen enthalten?

Das aktuelle EU-Reifenlabel kann bei entsprechend qualifizierten Reifen zusätzliche Symbole für besondere Schnee- beziehungsweise Eis-Eigenschaften enthalten.

Für LLKW- und LKW-Reifen ist insbesondere die tatsächliche 3PMSF-/Alpine-Kennzeichnung des jeweiligen Reifens wichtig.

Das Reifenlabel ergänzt die Reifeninformationen – es ersetzt nicht die vollständige technische Reifenbeschreibung

Warum ein guter Labelwert keinen guten Winterreifen garantiert

Ein Reifen kann beispielsweise eine sehr gute Kraftstoffeffizienz besitzen.

Das sagt allein jedoch nichts darüber aus, wie gut er:

  • auf Schnee zieht
  • bei niedrigen Temperaturen arbeitet
  • zur vorgesehenen Achse passt
Rollwiderstand, Nasshaftung und Schneeeignung sind unterschiedliche Eigenschaften

Warum Reifenfülldruck im Winter besonders beachtet werden sollte

Der Reifenfülldruck verändert sich mit der Temperatur.

Sinkt die Umgebungstemperatur, kann auch der gemessene Druck eines kalten Reifens sinken.

Ein zu niedriger Betriebsdruck kann beeinflussen:

  • Walkarbeit
  • Wärmeentwicklung
  • Verschleiß
  • Fahrstabilität
  • Rollwiderstand
Wintertaugliches Profil ersetzt keinen korrekten Reifenfülldruck

Warum Profiltiefe bei Schnee besonders wichtig wird

Das Profil muss Schnee und Schneematsch aufnehmen beziehungsweise verdrängen können und gleichzeitig ausreichend Griffkanten bereitstellen.

Mit sinkender Profiltiefe verändern sich:

  • Rillenvolumen
  • Lamellentiefe
  • Blockgeometrie
  • Schneeaufnahme
Ein Reifen kann deshalb rechtlich noch verwendbar sein und seine ursprüngliche Winterperformance trotzdem bereits deutlich verändert haben

Warum Mindestprofiltiefe und sinnvolle Winterprofiltiefe nicht dasselbe sind

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beschreibt eine absolute Untergrenze.

Die tatsächliche Winterleistung kann jedoch bereits vorher nachlassen.

Für Fahrzeuge mit regelmäßig anspruchsvollem Wintereinsatz sollte deshalb nicht erst die gesetzliche Verschleißgrenze die einzige Entscheidungsgrundlage sein

Warum abgefahrene Drive-Reifen im Winter besonders auffallen können

Ein Drive-Reifen lebt stark von seinen Profilkanten und seiner Blockstruktur.

Mit zunehmendem Verschleiß können sich verändern:

  • Traktionskanten
  • Lamellenwirkung
  • Rillentiefe
  • Schneeaufnahme
Die Antriebstraktion kann deshalb mit sinkender Profiltiefe deutlich anders ausfallen als im Neuzustand

Warum ein Reifen mit 3PMSF trotzdem nicht für jede Winteranwendung optimal ist

3PMSF bestätigt eine definierte Schneeeigenschaft.

Es sagt aber nicht automatisch, dass der Reifen optimal ist für:

  • extremen Winterdienst
  • Baustellenbetrieb
  • Langstrecke
  • jede Achsposition
Auch innerhalb der 3PMSF-Reifen gibt es unterschiedliche Profil- und Einsatzkonzepte

Warum Sommer-, Winter- und Ganzjahreskonzepte bei LLKW unterschiedlich aussehen können

Konzept Typischer Schwerpunkt Zu beachten
Sommerorientiert Straße, Laufleistung, Stabilität, Effizienz Winterkennzeichnung separat prüfen
Winterorientiert Schnee, niedrige Temperaturen und winterliche Traktion Achsposition und 3PMSF beachten
Ganzjährig / vielseitig Kompromiss für unterschiedliche Jahreszeiten 3PMSF und tatsächliche Einsatzbedingungen prüfen
Regional mit 3PMSF Ganzjähriger gewerblicher Straßenbetrieb Nicht automatisch klassischer Winterreifen

Warum der Austausch einzelner Winterreifen bei Zwillingsbereifung schwierig sein kann

Bei einem Zwillingspaar müssen die beiden Reifen hinsichtlich ihrer tatsächlichen Abmessungen möglichst gut zusammenarbeiten.

Ein neuer Winterreifen neben einem deutlich stärker abgefahrenen Partner kann Unterschiede erzeugen bei:

  • Profiltiefe
  • Außendurchmesser
  • Wintertraktion
  • Abrollverhalten
Bei Zwillingsreifen ist deshalb nicht nur die Winterkennzeichnung, sondern auch die technische Übereinstimmung des Paares wichtig

Wie sollte ein LLKW-Winterreifen ausgewählt werden?

1. Fahrzeugklasse

Welche gesetzlichen Anforderungen gelten für dieses Fahrzeug?

2. Größe

Welche Reifendimension ist zugelassen?

3. Tragfähigkeit

Welche Single-/Dual-Tragfähigkeit wird benötigt?

4. Achsposition

Steer, Drive oder All Position?

5. 3PMSF

Ist die erforderliche Alpine-Kennzeichnung vorhanden?

6. Einsatz

Verteilerverkehr, Kommune, Baustelle oder Langstrecke?

7. Profil

Welche Traktions- und Straßenanforderungen bestehen?

8. Wirtschaftlichkeit

Wie wichtig sind Laufleistung, Rollwiderstand und Ganzjahresnutzung?

M+S, 3PMSF und weitere Begriffe im Überblick

Begriff Bedeutung Wichtig zu wissen
M+S Mud and Snow / Matsch und Schnee Allein heute keine ausreichende Winterreifenkennzeichnung in Deutschland
3PMSF Three-Peak Mountain Snowflake Standardisierte Schneekennzeichnung
Alpine-Symbol Bergpiktogramm mit Schneeflocke Optische Darstellung der 3PMSF-Kennzeichnung
All Position Für mehrere Radpositionen vorgesehen Keine saisonale Kennzeichnung
All Season Saisonal vielseitiges Reifenkonzept 3PMSF separat prüfen
Drive Reifen für Antriebsachsen Keine automatische Winterkennzeichnung
Steer Reifen für gelenkte Achsen Wintereignung separat beurteilen

Typische Irrtümer zu LLKW-Winterreifen

Behauptung Richtige Einordnung
„M+S ist automatisch ein heutiger Winterreifen.“ Nein. Für die aktuelle rechtliche Winterreifeneinstufung ist das Alpine-Symbol entscheidend.
„3PMSF und M+S sind dasselbe.“ Nein. Es handelt sich um unterschiedliche Kennzeichnungen.
„Ein grobes Profil reicht für den Winter.“ Nein. Die tatsächliche Winterkennzeichnung und Gesamtkonstruktion müssen passen.
„Viele Lamellen bedeuten automatisch 3PMSF.“ Nein. Entscheidend ist die tatsächliche Kennzeichnung des Reifens.
„Alle LLKW unterliegen derselben Winterreifenregel.“ Nein. Die konkrete Fahrzeugklasse muss berücksichtigt werden.
„All Position bedeutet Ganzjahresreifen.“ Nein. All Position beschreibt Radpositionen, nicht Jahreszeiten.
„3PMSF bedeutet, dass der Reifen für jede Winteranwendung optimal ist.“ Nein. Einsatz, Achse, Profil und Fahrzeug bleiben entscheidend.
„Nur Schnee ist im Winter relevant.“ Nein. Kalte und nasse Straßen sowie Schneematsch machen einen großen Teil des Winterbetriebs aus.
„Wenn die gesetzliche Mindestprofiltiefe erreicht ist, ist die Winterleistung unverändert.“ Nein. Profil- und Traktionseigenschaften verändern sich bereits vorher mit zunehmendem Verschleiß.
„Ein 3PMSF-Reifen kann auf jede Achse.“ Nein. Die vorgesehene Achsposition muss zusätzlich stimmen.

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Häufige Fragen zu Winterreifen bei LLKW

Was bedeutet M+S bei LLKW-Reifen?

M+S steht für Mud and Snow beziehungsweise Matsch und Schnee. Die Kennzeichnung allein genügt heute in Deutschland nicht mehr als aktuelle Winterreifenkennzeichnung.

Was bedeutet 3PMSF?

3PMSF steht für Three-Peak Mountain Snowflake und bezeichnet das Alpine-Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke.

Ist 3PMSF dasselbe wie M+S?

Nein. Beide Kennzeichnungen haben unterschiedliche Bedeutung und sollten nicht gleichgesetzt werden.

Gilt für alle LLKW dieselbe Winterreifenpflicht?

Nein. LLKW ist eine Sortimentsbezeichnung. Für die rechtliche Einordnung ist die tatsächliche Fahrzeugklasse maßgeblich.

Ist ein grobes Drive-Profil automatisch wintertauglich?

Nein. Die tatsächliche 3PMSF-Kennzeichnung und Herstellerfreigabe müssen geprüft werden.

Was bedeutet All Position im Winter?

All Position beschreibt mögliche Radpositionen. Die Wintereignung wird separat über Reifenkennzeichnungen und Herstellerdaten beurteilt.

Kann ein All-Position-Reifen 3PMSF besitzen?

Ja. Je nach Reifenmodell können All-Position-Reifen zusätzlich das Alpine-Symbol tragen.

Warum sind Lamellen bei Winterreifen wichtig?

Lamellen erzeugen zusätzliche Griffkanten und können die Kraftübertragung auf Schnee und nassen beziehungsweise kalten Fahrbahnen unterstützen.

Ist ein 3PMSF-Reifen automatisch für jede Achse geeignet?

Nein. Die vorgesehene Achsposition muss zusätzlich zum Wintermerkmal passen.

Warum ist Profiltiefe im Winter besonders wichtig?

Mit sinkender Profiltiefe verändern sich Rillenvolumen, Lamellenwirkung und Profilgeometrie. Dadurch kann auch die Wintertraktion nachlassen.

Spielt das EU-Reifenlabel bei LLKW-Winterreifen eine Rolle?

Ja. Es liefert standardisierte Informationen beispielsweise zu Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externem Rollgeräusch. Die Wintereignung muss trotzdem zusätzlich anhand der entsprechenden Kennzeichnungen beurteilt werden.

Technischer und rechtlicher Hinweis

Die gesetzlichen Anforderungen an Winterbereifung richten sich nach Fahrzeugklasse, Einsatzland und aktueller Rechtslage. Die Bezeichnung LLKW ist keine eigenständige gesetzliche Fahrzeugklasse. Für die konkrete Reifenwahl müssen Reifengröße, Last- und Geschwindigkeitsindex, Achsposition, Single-/Dual-Anwendung, 3PMSF-Kennzeichnung, Felgenzuordnung sowie die technischen Vorgaben von Reifen- und Fahrzeughersteller berücksichtigt werden.

Beim LLKW reicht im Winter weder ein grobes Profil noch die Bezeichnung M+S

Die Wintereignung eines LLKW-Reifens entsteht aus mehreren technischen Eigenschaften.

Profilblöcke und Lamellen können Traktion unterstützen. Die Gummimischung beeinflusst das Verhalten bei niedrigen Temperaturen, während 3PMSF beziehungsweise das Alpine-Symbol die standardisierte Schneeeigenschaft kennzeichnet.

Gleichzeitig müssen Achsposition, Tragfähigkeit, Single-/Dual-Anwendung und tatsächlicher Fahrzeugeinsatz stimmen.

Besonders wichtig: LLKW ist keine einheitliche gesetzliche Fahrzeugklasse. Deshalb muss vor einer rechtlichen Beurteilung geprüft werden, welcher Fahrzeugkategorie der konkrete LKW angehört.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Hat der Reifen M+S oder 3PMSF?“

Sondern: „Erfüllt dieser Reifen auf dieser Achse sowohl die technischen als auch die aktuell geltenden gesetzlichen Anforderungen für den tatsächlichen Wintereinsatz?“

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