Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

SUV-Winterreifen-Größen verstehen – Reifenbreite, Querschnitt, Zoll und große Rad-Reifen-Kombinationen

FT Wissenswelt – SUV & Offroad-Winterreifen

SUV-Winterreifen-Größen verstehen – Reifenbreite, Querschnitt, Zoll und große Rad-Reifen-Kombinationen

SUV-Winterreifen werden heute in einer enormen Bandbreite angeboten – vom vergleichsweise hohen Reifen auf einer kleineren Felge bis zum breiten Niederquerschnittsreifen auf 20, 21 oder 22 Zoll. Eine Größenangabe wie 255/55 R19 111V XL enthält deshalb wesentlich mehr technische Informationen als nur „255er Reifen auf 19 Zoll“.

Wer eine SUV-Winterreifengröße richtig beurteilen möchte, muss Reifenbreite, Querschnitt, Felgendurchmesser, Tragfähigkeit und die gesamte Rad-Reifen-Kombination zusammen betrachten.

255 Nennbreite des Reifens in Millimetern
55 Querschnittsverhältnis in Prozent
R19 Radialbauart und 19 Zoll Felgendurchmesser
Die Reifengröße beschreibt nicht nur die Optik – sie bestimmt wesentliche geometrische Eigenschaften der gesamten Rad-Reifen-Kombination.

Wie liest man die Größe eines SUV-Winterreifens richtig?

Was bedeutet beispielsweise 255/55 R19?

Die Kennzeichnung 255/55 R19 lässt sich in mehrere Bestandteile zerlegen.

255 bezeichnet die nominelle Reifenbreite in Millimetern.

55 beschreibt das Verhältnis der Seitenwandhöhe zur Reifenbreite. Die Zahl 55 bedeutet also nicht, dass die Seitenwand 55 mm hoch ist.

R steht für die Radialbauweise des Reifens.

19 bezeichnet den Felgendurchmesser in Zoll.

Seitenwandhöhe ≈ Reifenbreite × Querschnittsverhältnis
Beispiel 255/55 R19:
255 mm × 0,55 = ungefähr 140 mm rechnerische Seitenwandhöhe.

Die Querschnittszahl ist also immer ein prozentuales Verhältnis zur Reifenbreite.

Warum ist ein 55er Querschnitt nicht immer gleich hoch?

Weil sich der Prozentwert auf die jeweilige Reifenbreite bezieht. Ein 55er Querschnitt bei einem 255 mm breiten Reifen ergibt eine andere rechnerische Seitenwandhöhe als bei einem 225 mm breiten Reifen.

Zum Verständnis:
225 × 0,55 = ca. 124 mm
255 × 0,55 = ca. 140 mm

Beide Reifen besitzen die Querschnittsangabe 55, ihre rechnerische Seitenwandhöhe unterscheidet sich trotzdem deutlich.

Was bedeutet die Zollangabe?

Die Zollangabe bezeichnet den Durchmesser der Felge im Bereich des Reifenwulsts. Ein Reifen mit der Kennzeichnung R19 gehört deshalb auf eine Felge mit entsprechendem 19-Zoll-Nenndurchmesser.

Ein Zoll entspricht 25,4 Millimetern.

19 Zoll entsprechen rechnerisch 482,6 mm. Dieser Wert darf allerdings nicht einfach mit dem äußerlich sichtbaren Felgendurchmesser gleichgesetzt werden – entscheidend ist das genormte Maß am Reifensitz.

Ein R19-Reifen kann nicht auf eine 18- oder 20-Zoll-Felge montiert werden. Reifen und Felge müssen beim Nenndurchmesser exakt zusammenpassen.

Was bedeuten die Angaben hinter der eigentlichen Reifengröße?

Bei einer vollständigen Kennzeichnung wie 255/55 R19 111V XL folgen nach der Dimension weitere wichtige Angaben.

  • 111 = Lastindex
  • V = Geschwindigkeitsindex
  • XL = Extra-Load-Ausführung

Gerade bei SUV dürfen diese Angaben nicht von der eigentlichen Reifengröße getrennt betrachtet werden. Zwei Reifen können beispielsweise beide 255/55 R19 heißen und trotzdem unterschiedliche Tragfähigkeits- oder Geschwindigkeitsausführungen besitzen.

Warum fahren SUV häufig große und breite Winterreifen?

Warum sind 19, 20 oder 21 Zoll bei SUV heute keine Seltenheit mehr?

Moderne SUV sind häufig mit großen Bremsanlagen, hohen Achslasten und leistungsstarken Antrieben ausgestattet. Gleichzeitig sind große Räder ein fester Bestandteil vieler Fahrzeugkonzepte.

Dadurch finden sich inzwischen auch bei Winterbereifungen häufig Dimensionen, die früher vor allem bei sportlichen Fahrzeugen anzutreffen waren.

Bei großen SUV können deshalb beispielsweise 19-, 20-, 21- oder noch größere Felgendurchmesser vorgesehen sein.

Warum wird bei größerer Felge häufig der Reifenquerschnitt kleiner?

Soll der Gesamtdurchmesser des Rades in einem technisch vorgesehenen Bereich bleiben, muss eine größere Felge häufig mit einer entsprechend niedrigeren Reifenflanke kombiniert werden.

Größere Felge + niedrigere Reifenflanke können einen ähnlichen Gesamt-Raddurchmesser ergeben.

Deshalb kann ein Fahrzeug beispielsweise unterschiedliche freigegebene Rad-Reifen-Kombinationen besitzen, deren Felgendurchmesser und Reifenquerschnitte deutlich voneinander abweichen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass beliebige Größen miteinander kombiniert werden dürfen.

Was verändert ein niedriger Reifenquerschnitt?

Mit sinkender Seitenwandhöhe verändert sich die geometrische und konstruktive Auslegung der Rad-Reifen-Einheit. Eine niedrigere Seitenwand kann eine direktere Reaktion auf Lenkbewegungen ermöglichen, bietet aber gleichzeitig weniger Reifenflanke zwischen Felge und Fahrbahn.

Wie sich ein bestimmter Reifen tatsächlich verhält, hängt jedoch zusätzlich von Karkasse, Gürtel, Fülldruck, Felgenbreite, Fahrzeuggewicht und der gesamten Reifenentwicklung ab.

Der Querschnitt allein erlaubt deshalb keine vollständige Aussage über Komfort oder Fahrdynamik.

Warum benötigen schwere SUV trotz großer Räder ausreichend Tragfähigkeit?

Die Größe eines Rades sagt nichts darüber aus, ob der Reifen die erforderliche Radlast tragen kann. Auch ein großer 20- oder 21-Zoll-Reifen muss den für das Fahrzeug erforderlichen Lastindex beziehungsweise die vorgesehene Tragfähigkeitsausführung besitzen.

Die Zusammenhänge zwischen Fahrzeuggewicht, Achslast, Radlast, Lastindex, XL und HL behandeln wir innerhalb dieser Wissenswelt im Fachthema zur Tragfähigkeit von SUV-Winterreifen.

Groß bedeutet nicht automatisch tragfähiger. Entscheidend sind die technischen Daten der konkreten Reifendimension und die Anforderungen des Fahrzeugs.

Kann man für den Winter eine andere SUV-Reifengröße wählen?

Muss die Winterreifengröße mit der Sommerreifengröße identisch sein?

Nicht zwingend. Viele Fahrzeuge dürfen mit mehreren unterschiedlichen Rad-Reifen-Kombinationen betrieben werden. Deshalb kann für den Winter eine andere zugelassene Kombination verwendet werden als im Sommer.

Ein SUV kann beispielsweise im Sommer auf einer großen Rad-Reifen-Kombination fahren und für den Winter eine andere freigegebene Kombination mit kleinerem Felgendurchmesser und höherem Reifenquerschnitt besitzen.

Ob das beim konkreten Fahrzeug möglich ist, muss jedoch anhand der zulässigen beziehungsweise genehmigten Rad-Reifen-Kombinationen geprüft werden.

Kann man einfach von 20 Zoll auf 18 Zoll wechseln?

Nein, nicht allein deshalb, weil eine 18-Zoll-Kombination grundsätzlich attraktiv erscheint.

Eine kleinere Felge muss unter anderem zur Bremsanlage passen. Zusätzlich müssen Reifen- und Felgendimension, Tragfähigkeit, Freigängigkeit und weitere technische Vorgaben berücksichtigt werden.

Der Wechsel auf einen kleineren Felgendurchmesser ist nur möglich, wenn die entsprechende Rad-Reifen-Kombination für das Fahrzeug technisch geeignet und zulässig ist.

Warum kann die Bremsanlage eine kleinere Winterfelge verhindern?

Bei leistungsstarken oder schweren SUV können große Bremsscheiben und Bremssättel verbaut sein. Zwischen Bremsanlage und Felge muss ausreichend Freiraum vorhanden sein.

Eine Felge kann deshalb vom Durchmesser her scheinbar passen und trotzdem an der Bremsanlage nicht ausreichend freigängig sein.

Bei der Auswahl einer anderen Rad-Reifen-Kombination ist deshalb nicht nur die Reifengröße entscheidend.

Was muss bei einer alternativen Wintergröße zusammenpassen?

Eine geeignete Rad-Reifen-Kombination umfasst deutlich mehr als Reifenbreite und Felgendurchmesser.

  • zulässige Reifendimension
  • ausreichende Tragfähigkeit
  • passender Geschwindigkeitsindex beziehungsweise zulässige Ausführung
  • Felgendurchmesser und Felgenbreite
  • Felgentragfähigkeit
  • Bremsfreigängigkeit
  • Freigängigkeit zu Fahrwerk und Karosserie
  • technisch geeigneter Abrollumfang
  • fahrzeugbezogene Genehmigung beziehungsweise Freigabe

Warum ist der Abrollumfang wichtig?

Der Abrollumfang beschreibt vereinfacht die Strecke, die ein Reifen bei einer Umdrehung zurücklegt. Ändern sich Reifenbreite, Querschnitt und Felgendurchmesser, verändert sich grundsätzlich auch die Geometrie des Rades.

Alternative Reifengrößen werden deshalb so kombiniert, dass die Rad-Reifen-Einheit technisch zum Fahrzeug passt. Eine rein mathematisch ähnliche Größe ist aber noch keine automatische Freigabe.

Bei Allradfahrzeugen gewinnt der Abrollumfang zusätzlich an Bedeutung, weil unterschiedliche wirksame Abrollumfänge zu unterschiedlichen Raddrehzahlen führen können. Dies behandeln wir innerhalb dieser Wissenswelt separat beim Thema SUV-Winterreifen und Allradantrieb.

Welche Rolle spielen Reifenbreite, Felgenbreite und Wintereinsatz?

Ist ein schmalerer SUV-Winterreifen automatisch besser?

Nein. Die bekannte Aussage „im Winter möglichst schmal“ ist als allgemeine Regel zu einfach.

Ein schmalerer Reifen verändert unter anderem Form und Belastungsverteilung seiner Aufstandsfläche. Ob daraus auf einem bestimmten winterlichen Untergrund ein Vorteil entsteht, hängt jedoch von weiteren Faktoren ab.

  • Radlast
  • Fülldruck
  • Profildesign und Lamellen
  • Gummimischung
  • Schneehöhe und Schneebeschaffenheit
  • Schneematsch oder Wasser
  • Fahrzeugabstimmung
  • zugelassene Reifendimension

Ein schmalerer Reifen ist deshalb nicht automatisch der bessere Winterreifen und ein breiter Reifen nicht automatisch ungeeignet.

Die Zusammenhänge zwischen Reifenbreite, Aufstandsfläche, Schnee, Schneematsch und Aquaplaning behandeln wir im nächsten Fachthema dieser Wissenswelt ausführlich.

Warum muss die Reifenbreite zur Felgenbreite passen?

Ein Reifen besitzt einen vorgesehenen Bereich geeigneter Felgenbreiten. Die Felgenbreite beeinflusst unter anderem, wie der Reifen auf der Felge steht und welche Form Seitenwand und Lauffläche annehmen.

Ein Reifen darf deshalb nicht beliebig auf eine besonders schmale oder besonders breite Felge montiert werden.

Reifenbreite und Felgenbreite bilden gemeinsam eine technisch abgestimmte Einheit.

Ist die angegebene Reifenbreite exakt die gemessene Breite?

Nein. Die erste Zahl einer Reifendimension ist eine Nenngröße. Die tatsächliche Breite eines montierten Reifens kann innerhalb der technischen Vorgaben von diesem Zahlenwert abweichen.

Unter anderem können Reifenkonstruktion, Hersteller und verwendete Felgenbreite Einfluss auf die tatsächlichen Abmessungen haben.

Deshalb bedeutet beispielsweise die Angabe 255 nicht, dass jeder Reifen dieser Dimension im montierten Zustand unter allen Bedingungen exakt 255 mm breit ist.

Was ist bei Mischbereifung zu beachten?

Einige SUV besitzen ab Werk unterschiedliche Reifen- oder Felgengrößen an Vorder- und Hinterachse. Dabei können beispielsweise hinten breitere Reifen verwendet werden als vorne.

Eine solche Mischbereifung ist eine gezielt abgestimmte Rad-Reifen-Kombination und darf nicht mit einer beliebigen Mischung verschiedener Größen verwechselt werden.

Gerade bei Allradfahrzeugen müssen dabei die vorgesehenen Abrollumfänge und die fahrzeugseitigen Vorgaben berücksichtigt werden.

Mischbereifung beim SUV im Winter behandeln wir deshalb als eigenes Fachthema innerhalb dieser Wissenswelt.

Wie finde ich eine passende Winter-Rad-Reifen-Kombination?

Ausgangspunkt sind immer die technischen Vorgaben des konkreten Fahrzeugs. Soll zusätzlich eine passende Felgenkombination ausgewählt werden, kann der Felgen- & Komplettradkonfigurator auf der FT-Reifen Startseite als fahrzeugbezogener Auswahlweg genutzt werden.

Häufige Fragen zu SUV-Winterreifen-Größen

Was bedeutet 255/55 R19 bei einem SUV-Winterreifen?

255 bezeichnet die nominelle Reifenbreite in Millimetern, 55 das Verhältnis der Seitenwandhöhe zur Reifenbreite in Prozent, R die Radialbauweise und 19 den Felgendurchmesser in Zoll.

Ist ein 55er Reifen 55 mm hoch?

Nein. Die Zahl 55 ist ein Prozentwert. Bei 255/55 R19 beträgt die rechnerische Seitenwandhöhe beispielsweise ungefähr 55 Prozent von 255 mm und damit rund 140 mm.

Kann ich statt 20-Zoll-Winterreifen einfach 18 Zoll fahren?

Nur wenn eine entsprechende Rad-Reifen-Kombination für das konkrete Fahrzeug technisch geeignet und zulässig ist. Besonders Bremsfreigängigkeit, Felgendaten, Reifendimension und Tragfähigkeit müssen passen.

Sind kleinere Felgen für SUV im Winter grundsätzlich besser?

Nein. Eine kleinere Felge kann eine Rad-Reifen-Kombination mit höherem Reifenquerschnitt ermöglichen, sofern sie für das Fahrzeug vorgesehen ist. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Regel ableiten, dass kleinere Winterräder grundsätzlich besser sind.

Sind schmalere SUV-Winterreifen grundsätzlich besser auf Schnee?

Nein. Reifenbreite ist nur ein Einflussfaktor. Radlast, Fülldruck, Profil, Lamellen, Gummimischung und die Beschaffenheit des winterlichen Untergrunds spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Eine SUV-Winterreifengröße ist mehr als Breite und Zoll

Angaben wie 255/55 R19 beschreiben eine technisch aufeinander abgestimmte Geometrie aus Reifenbreite, Querschnitt und Felgendurchmesser. Lastindex, Geschwindigkeitsindex und Tragfähigkeitsausführung ergänzen diese Dimension um weitere wichtige Anforderungen.

Eine andere Wintergröße kann sinnvoll und zulässig sein – sie darf aber nicht allein nach dem Prinzip „kleinere Felge“ oder „schmalerer Reifen“ ausgewählt werden.

Reifen, Felge, Tragfähigkeit, Bremsfreigängigkeit, Abrollumfang und Fahrzeugvorgaben müssen als komplette Rad-Reifen-Kombination zusammenpassen.

FT-Reifen verbindet über 35 Jahre Erfahrung im Reifenhandel mit verständlichem Fachwissen und praktischer Erfahrung.

FT-Reifen – der Reifenhändler, der sein Wissen teilt.