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Mischbereifung beim SUV – unterschiedliche Reifengrößen an Vorder- und Hinterachse verstehen

FT Wissenswelt – SUV & Offroad-Sommerreifen

Mischbereifung beim SUV – unterschiedliche Reifengrößen an Vorder- und Hinterachse verstehen

Bei vielen leistungsstarken SUV werden an Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifendimensionen eingesetzt. Häufig ist die Hinterachse breiter bereift als die Vorderachse. Diese sogenannte Mischbereifung ist kein zufälliges Stylingmerkmal, sondern kann Bestandteil der technischen Fahrzeugabstimmung sein.

Wichtig ist: Unterschiedliche Reifengrößen dürfen nicht beliebig kombiniert werden. Reifenbreite, Querschnitt, Felge, Tragfähigkeit, Abrollumfang, Freigängigkeit und Fahrzeugfreigabe müssen als Gesamtsystem zusammenpassen.

Mischbereifung = technisch abgestimmte Kombination unterschiedlicher Rad-Reifen-Größen

Vorderachse

Kann eine schmalere Dimension für Lenkung, Freigängigkeit und Fahrwerksabstimmung verwenden.

Hinterachse

Kann bei bestimmten SUV mit einer breiteren Bereifung für höhere Antriebs- oder Seitenkräfte ausgelegt sein.

Abstimmung

Die Dimensionen müssen gemeinsam zum Fahrzeug, zu den Felgen und gegebenenfalls zum Allradsystem passen.

Was bedeutet Mischbereifung bei einem SUV?

Wann spricht man von Mischbereifung?

Von Mischbereifung spricht man im technischen Alltag häufig dann, wenn an Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Reifendimensionen beziehungsweise unterschiedliche Radgrößen verwendet werden.

Ein typisches Konzept kann beispielsweise so aussehen:

Vorderachse: schmalere Reifendimension   |   Hinterachse: breitere Reifendimension

Dabei kann sich nur die Reifenbreite unterscheiden oder zusätzlich der Querschnitt. Auch unterschiedliche Felgenbreiten sind bei solchen Kombinationen üblich.

Warum haben manche SUV hinten breitere Reifen als vorne?

Bei leistungsstarken Fahrzeugen kann die Hinterachse hohe Antriebs- und Seitenkräfte übertragen. Eine breitere hintere Rad-Reifen-Kombination kann Teil der vom Hersteller vorgesehenen Fahrzeugabstimmung sein.

Zusätzlich können Design, Fahrwerksgeometrie, Radlasten und verfügbare Platzverhältnisse eine Rolle spielen.

Breitere Hinterreifen bedeuten nicht automatisch, dass jedes SUV dadurch besser fährt. Entscheidend ist, ob das Fahrzeug für diese Kombination konstruiert und freigegeben wurde.

Warum sind Vorder- und Hinterreifen nicht einfach gleich breit?

Die Vorderachse übernimmt einen großen Teil der Lenkaufgabe und muss bei vielen Fahrzeugen andere konstruktive Anforderungen erfüllen als die Hinterachse.

Unter anderem können folgende Punkte relevant sein:

  • Lenkeinschlag
  • Radhausfreigängigkeit
  • Fahrwerksgeometrie
  • Achslastverteilung
  • Antriebskonzept
  • Bremsanlage
  • Fahrdynamische Abstimmung

Ist Mischbereifung nur bei sportlichen SUV zu finden?

Besonders häufig findet man sie bei leistungsstarken oder sportlich abgestimmten SUV, sie ist aber nicht ausschließlich dort möglich.

Entscheidend ist immer die vom Hersteller beziehungsweise über entsprechende Radfreigaben vorgesehene Rad-Reifen-Kombination.

Warum müssen unterschiedliche Reifengrößen technisch zueinander passen?

Warum ist der Abrollumfang entscheidend?

Unterschiedliche Reifenbreiten bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Reifen auch einen stark unterschiedlichen Außendurchmesser besitzen.

Durch eine entsprechende Kombination von Breite und Querschnitt können zwei verschiedene Reifendimensionen so ausgelegt sein, dass ihre Abrollumfänge ausreichend zueinander passen.

andere Breite + anderer Querschnitt können zu ähnlich abgestimmtem Außendurchmesser führen

Warum kann hinten ein breiterer Reifen trotzdem einen niedrigeren Querschnitt haben?

Die Querschnittszahl ist ein Prozentwert der Reifenbreite. Deshalb bedeutet beispielsweise ein niedrigerer Querschnittswert bei einem breiteren Reifen nicht automatisch eine deutlich niedrigere Seitenwand.

Bei Mischbereifung werden die Größen so kombiniert, dass Außendurchmesser und Abrollumfang zur vorgesehenen Fahrzeugkonfiguration passen.

Kann man die Reifengrößen nur anhand der Mathematik kombinieren?

Nein. Ein theoretisch ähnlich berechneter Außendurchmesser reicht nicht aus, um eine Rad-Reifen-Kombination als geeignet zu beurteilen.

Zusätzlich müssen unter anderem geprüft beziehungsweise vorgegeben sein:

  • Tragfähigkeit
  • Geschwindigkeitsindex
  • Felgendurchmesser
  • Felgenbreite
  • Einpresstiefe
  • Freigängigkeit
  • Bremsfreigängigkeit
  • Fahrwerksanforderungen
  • Abrollumfang
  • ABS, ESP und gegebenenfalls Allradsystem
Ähnlicher rechnerischer Abrollumfang allein macht eine Reifenkombination noch nicht zulässig.

Warum spielt die Felgenbreite bei Mischbereifung eine besondere Rolle?

Breitere Hinterreifen werden häufig auch auf breiteren Hinterradfelgen montiert. Dadurch kann sich die Form des montierten Reifens unterscheiden.

Die Felge beeinflusst unter anderem Seitenwandstellung und Reifenform. Deshalb müssen Vorder- und Hinterreifen jeweils zur vorgesehenen Felgenbreite passen.

Kann vorne und hinten dieselbe Felgengröße verwendet werden?

Das ist möglich, aber nicht zwingend. Bei manchen Fahrzeugen unterscheiden sich nur Felgenbreite und Reifenbreite, bei anderen können auch weitere Felgendaten unterschiedlich sein.

Entscheidend ist immer die konkrete freigegebene Kombination.

Mischbereifung bei Allrad, Reifenwechsel und Verschleiß richtig einordnen

Kann ein Allrad-SUV Mischbereifung fahren?

Ja. Zahlreiche Allradfahrzeuge werden bereits ab Werk mit unterschiedlichen Reifengrößen an Vorder- und Hinterachse ausgeliefert.

Die Kombination ist dabei so auf das Fahrzeug abgestimmt, dass das jeweilige Allradsystem mit den vorgesehenen Abrollumfängen arbeiten kann.

Allrad + Mischbereifung ist möglich – wenn die Kombination technisch dafür vorgesehen ist.

Warum ist der Abrollumfang bei Allrad besonders wichtig?

Vorder- und Hinterachse sind beim Allradantrieb technisch miteinander verbunden. Größere dauerhafte Unterschiede in den wirksamen Abrollumfängen können deshalb zu unterschiedlichen mittleren Raddrehzahlen führen.

Die technischen Zusammenhänge dazu erklären wir ausführlicher im Fachthema SUV-Sommerreifen und Allradantrieb.

Kann man bei Mischbereifung Vorder- und Hinterreifen tauschen?

Wenn unterschiedliche Größen verwendet werden, ist ein klassischer Tausch von Vorder- nach Hinterachse nicht möglich, weil die Reifendimensionen nicht übereinstimmen.

Das kann beim Verschleiß relevant sein, da sich der Abrieb zwischen Vorder- und Hinterachse unterschiedlich entwickeln kann.

Warum verschleißen Vorder- und Hinterreifen unterschiedlich?

Die Achsen übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Vorderreifen übertragen beispielsweise Lenkkräfte und häufig hohe Bremskräfte. Je nach Antriebskonzept kann die Hinterachse zusätzlich einen hohen Anteil der Antriebskraft übertragen.

Deshalb können unterschiedliche Verschleißgeschwindigkeiten entstehen.

Die praktische Beurteilung von Reifenverschleiß, Reifentausch und Allradbetrieb behandeln wir in der FT Praxiswelt SUV & Offroad-Sommerreifen.

Dürfen unterschiedliche Reifenmodelle vorne und hinten gefahren werden?

Ob eine solche Kombination zulässig und technisch sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal für jedes Fahrzeug beantworten.

Selbst bei identischen Größen unterscheiden sich Reifenmodelle in Profil, Konstruktion, tatsächlichen Abmessungen und Fahrverhalten.

Gerade bei leistungsstarken SUV und Allradfahrzeugen ist eine möglichst harmonische Bereifung technisch sinnvoll. Die konkreten Vorgaben des Fahrzeugherstellers sind dabei maßgeblich.

Was passiert bei unterschiedlich stark abgefahrenen Achsen?

Mit abnehmender Profiltiefe verändert sich auch der wirksame Außendurchmesser eines Reifens geringfügig.

Bei Mischbereifung muss deshalb nicht nur die ursprüngliche Größenkombination passen. Je nach Fahrzeug kann auch der Unterschied im Verschleißzustand zwischen Vorder- und Hinterachse relevant sein.

Häufige Fragen zur Mischbereifung beim SUV

Was ist Mischbereifung beim SUV?

Damit sind unterschiedliche Rad- oder Reifendimensionen an Vorder- und Hinterachse gemeint, beispielsweise eine breitere Bereifung auf der Hinterachse.

Dürfen vorne und hinten unterschiedliche Reifenbreiten gefahren werden?

Ja, wenn die entsprechende Kombination für das Fahrzeug technisch vorgesehen beziehungsweise zulässig ist. Unterschiedliche Breiten dürfen nicht beliebig kombiniert werden.

Ist Mischbereifung bei Allrad-SUV erlaubt?

Ja. Viele Allrad-SUV besitzen ab Werk Mischbereifung. Wichtig ist, dass die vorgesehenen Abrollumfänge und alle weiteren technischen Anforderungen zum Fahrzeug passen.

Kann ich bei Mischbereifung die Räder von vorne nach hinten tauschen?

Bei unterschiedlichen Vorder- und Hinterradgrößen ist ein normaler Achstausch nicht möglich. Das ist bei der Verschleißplanung zu berücksichtigen.

Muss der Hinterreifen bei Mischbereifung immer breiter sein?

Nein. Das ist zwar eine häufige Bauform bei sportlich ausgelegten Fahrzeugen, aber keine allgemeingültige Regel. Maßgeblich ist die für das Fahrzeug vorgesehene Kombination.

Mischbereifung ist eine abgestimmte Fahrzeuglösung – keine beliebige Größenkombination

Unterschiedliche Reifengrößen an Vorder- und Hinterachse können bei einem SUV technisch sinnvoll und bereits ab Werk vorgesehen sein.

Entscheidend ist jedoch, dass Breite, Querschnitt, Felgenabmessungen, Tragfähigkeit, Abrollumfang und Fahrzeugfreigabe miteinander harmonieren.

Gerade bei Allrad-SUV sollte zusätzlich berücksichtigt werden, wie Vorder- und Hinterachse technisch miteinander verbunden sind und wie sich unterschiedliche Verschleißzustände auf die Abrollumfänge auswirken.

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