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Einachs- und Tandemanhänger – unterschiedliche Reifenbelastung technisch erklärt

FT Wissenswelt – PKW-Anhängerreifen

Einachs- und Tandemanhänger – unterschiedliche Reifenbelastung technisch erklärt

Ein Einachsanhänger und ein Tandemanhänger können dieselbe Gesamtmasse transportieren – die Reifen werden trotzdem nicht auf dieselbe Weise belastet. Der Unterschied liegt nicht nur in der Anzahl der Räder, sondern auch in Lastverteilung, Achsgeometrie, Seitenkräften und Reifenverformung.

Besonders bei Tandemanhängern entstehen beim engen Kurvenfahren und Rangieren Kräfte, die es bei einem einzelnen Achskörper in dieser Form nicht gibt.

Einachsanhänger

Die Achslast verteilt sich grundsätzlich auf zwei tragende Reifen.

Tandemanhänger

Die Last wird auf vier Reifen und zwei nahe beieinander liegende Achsen verteilt.

Kurvenfahrt

Bei Tandemachsen müssen Reifen teilweise seitlich gleiten beziehungsweise sich stärker verformen.

Vier Reifen bedeuten nicht automatisch, dass jeder Reifen immer exakt ein Viertel der Gesamtlast trägt.

Wie verteilt sich die Last beim Einachsanhänger?

Bei einem typischen Einachsanhänger befindet sich eine Achse mit zwei Rädern unter dem Fahrzeug.

Die Last auf dieser Achse verteilt sich rechnerisch zunächst auf die beiden Reifen.

Achslast ÷ 2 = rechnerische mittlere Radlast

Beispiel:

1.500 kg Achslast ÷ 2 = 750 kg mittlere Radlast pro Reifen

Diese Rechnung ist eine wichtige erste Orientierung.

Die tatsächliche Last auf dem linken und rechten Reifen kann jedoch voneinander abweichen.

Warum können die beiden Reifen unterschiedlich belastet sein?

Ursachen können beispielsweise sein:

  • ungleichmäßige Beladung
  • fest verbaute Einrichtungen
  • Wassertanks oder Batterien
  • einseitige Ladung
  • Fahrbahnneigung
  • unterschiedliche dynamische Belastung während der Fahrt
rechnerische Durchschnittslast ≠ tatsächliche Radlast

Wie verteilt sich die Last beim Tandemanhänger?

Ein Tandemanhänger besitzt zwei nahe hintereinander angeordnete Achsen und in der Regel vier einzeln montierte Reifen.

Rechnerisch kann zunächst folgende Orientierung verwendet werden:

Achsgruppenlast ÷ 4 = rechnerische mittlere Radlast pro Reifen

Beispiel:

2.400 kg Achsgruppenlast ÷ 4 = 600 kg mittlere Radlast pro Reifen

In der Praxis ist die Lastverteilung jedoch komplexer.

Warum tragen bei einem Tandemanhänger nicht immer alle vier Reifen genau gleich viel?

Die reale Radlast kann beeinflusst werden durch:

  • Ladungsverteilung
  • Stützlast
  • Position der Achsgruppe
  • Achskonstruktion
  • Ausgleichsmechanismen im Fahrwerk
  • Fahrbahnunebenheiten
  • Steigungen und Gefälle
  • Beschleunigung und Verzögerung
Die Division durch vier ist eine Rechengröße – keine Garantie für vier identisch belastete Reifen.

Warum verhält sich ein Tandemanhänger in Kurven anders?

Der zentrale technische Unterschied entsteht durch die zwei Achsen.

In einer Kurve möchten die Räder geometrisch unterschiedliche Kreisbahnen fahren.

Bei einem Einachsanhänger kann sich die einzelne Achse vergleichsweise einfach auf der Kurvenbahn ausrichten.

Bei einer starren beziehungsweise konstruktiv geführten Tandemachsgruppe befinden sich jedoch zwei Achsen hintereinander.

zwei Achsen + unterschiedliche Kurvenradien = zusätzliche Querkräfte an den Reifen

Warum können die Reifen nicht einfach frei der Kurve folgen?

Die Räder einer Tandemachse sind in ihrer Position zum Anhänger festgelegt.

Beim engen Kurvenfahren entsteht deshalb ein geometrischer Konflikt:

  • die vordere Achse möchte einer anderen Bahn folgen
  • die hintere Achse möchte ebenfalls einer eigenen Bahn folgen
  • beide Achsen sind über den Anhänger miteinander verbunden

Diese Differenz muss unter anderem über Reifenverformung und Schlupf ausgeglichen werden.

Was bedeutet seitliches Schieben oder Radieren bei Tandemreifen?

Beim engen Rangieren kann man häufig beobachten, dass sich einzelne Reifen sichtbar verformen oder seitlich über den Untergrund gleiten.

Umgangssprachlich wird oft davon gesprochen, dass die Reifen:

  • schieben
  • radieren
  • schrubben
  • über den Boden ziehen
enge Kurve → hohe Seitenkraft → seitliche Reifenverformung und Schlupf

Dieser Effekt kann bei Tandemachsen konstruktionsbedingt auftreten.

Ein gewisser Reifenabrieb beim sehr engen Rangieren bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Spur oder Reifen fehlerhaft sind.

Warum ist der Effekt beim Rangieren stärker als auf der Autobahn?

Bei großen Kurvenradien während normaler Straßenfahrt müssen sich die Reifen nur geringfügig gegeneinander verspannen.

Beim engen Rangieren ist der Lenkwinkel des gesamten Anhängers gegenüber der Fahrtrichtung wesentlich größer.

je kleiner der Kurvenradius → desto größer können Querkräfte und Schlupf werden

Besonders sichtbar wird dies beim:

  • Rückwärtsrangieren
  • Wenden auf engem Raum
  • Abstellen eines Wohnwagens
  • Rangieren eines Pferdeanhängers
  • engen Drehen eines Fahrzeugtransporters

Warum können sich Tandemreifen beim Rangieren sichtbar verdrehen?

Der Reifen ist kein starres Bauteil.

Seitenwand, Schulter und Aufstandsfläche können sich unter Querkräften elastisch verformen.

Querkräfte → elastische Verformung der Karkasse und Aufstandsfläche

Bei sehr engen Fahrmanövern kann deshalb eine sichtbare seitliche Verformung entstehen.

Eine kurzfristige elastische Verformung ist nicht automatisch ein Reifenschaden. Bleiben dagegen Beulen, starke Verformungen oder andere Auffälligkeiten bestehen, sollte der Reifen geprüft werden.

Warum verschleißen Reifen am Tandemanhänger teilweise schneller?

Neben normalem Längsabrieb entstehen beim Rangieren zusätzliche Querbewegungen in der Aufstandsfläche.

Längsabrieb + seitlicher Schlupf = zusätzliche Profilbeanspruchung

Wie stark dieser Effekt auftritt, hängt unter anderem ab von:

  • Häufigkeit enger Rangiermanöver
  • Gesamtgewicht
  • Radlast
  • Reifendruck
  • Untergrund
  • Reifenkonstruktion
  • Achsabstand

Welche Rolle spielt der Untergrund?

Auf griffigem trockenem Asphalt können hohe Querkräfte entstehen.

Auf losem Untergrund kann der Reifen leichter über den Untergrund gleiten.

Der Verschleiß beim Rangieren hängt deshalb nicht nur vom Anhänger, sondern auch stark von der Oberfläche ab.

Warum ist der Achsabstand bei Tandemanhängern wichtig?

Je weiter die beiden Achsen voneinander entfernt sind, desto größer kann der geometrische Unterschied ihrer idealen Kurvenbahnen werden.

größerer Abstand zwischen den Achsen → stärkere Verspannung bei engen Kurven möglich

Das bedeutet nicht, dass ein großer Achsabstand grundsätzlich schlecht ist. Er beeinflusst lediglich die geometrischen Kräfte beim Kurvenfahren.

Was passiert mit den Reifen bei einer sehr engen 90-Grad-Kurve?

Bei einem extrem engen Rangiermanöver können sich die Reifen einer Tandemachsgruppe deutlich gegeneinander verspannen.

Dabei können einzelne Reifen:

  • seitlich verformt werden
  • über die Fahrbahn gleiten
  • Profilgummi abscheren beziehungsweise abrubbeln
  • unterschiedlich stark belastet werden
Solche extrem engen Fahrmanöver erzeugen eine deutlich höhere Querbeanspruchung als normale Geradeausfahrt.

Warum ist die Reifenbelastung in einer Kurve nicht nur statisch?

Die reine Standlast beschreibt nur einen Teil der tatsächlichen Reifenbeanspruchung.

Während der Fahrt kommen dynamische Kräfte hinzu.

Längskräfte

Entstehen unter anderem beim Bremsen und Beschleunigen.

Querkräfte

Entstehen beim Kurvenfahren und besonders bei Tandemachsen.

Vertikalkräfte

Verändern sich durch Fahrbahnunebenheiten, Beladung und Fahrwerksbewegungen.

statische Radlast + dynamische Kräfte = tatsächliche Betriebsbeanspruchung

Wie beeinflusst die Beladung Einachs- und Tandemanhänger?

Bei beiden Bauarten entscheidet die Position der Ladung wesentlich mit darüber, wie sich die Last verteilt.

Was passiert bei einseitiger Beladung?

Wird eine schwere Ladung überwiegend links oder rechts positioniert, kann die betreffende Fahrzeugseite eine deutlich höhere Radlast aufnehmen.

Gesamtgewicht korrekt ≠ automatisch jede einzelne Radlast korrekt

Das gilt sowohl beim Einachs- als auch beim Tandemanhänger.

Was passiert, wenn die Ladung sehr weit vorne oder hinten liegt?

Die Position in Längsrichtung beeinflusst unter anderem:

  • Stützlast
  • Achs- beziehungsweise Achsgruppenlast
  • Fahrverhalten
  • Reifenbelastung
Die zulässige Gesamtmasse allein sagt deshalb nicht, wie die Last tatsächlich auf Kupplung und Reifen verteilt ist.

Welche Rolle spielt die Stützlast für die Reifenbelastung?

Ein Teil der tatsächlichen Anhängermasse wird über die Kupplung auf das Zugfahrzeug übertragen.

tatsächliche Gesamtmasse = Last auf Achse beziehungsweise Achsgruppe + Stützlast

Die Reifen des Anhängers tragen deshalb nicht automatisch die vollständige tatsächliche Anhängermasse.

Die Stützlast darf jedoch nicht als beliebig nutzbare Reserve verstanden werden.

Achslasten, zulässige Gesamtmasse und zulässige Stützlast müssen jeweils eingehalten werden.

Warum kann ein Tandemanhänger trotz vier Reifen einen Reifen überlasten?

Vier Reifen erhöhen grundsätzlich die Anzahl der tragenden Radpositionen.

Das schützt aber nicht automatisch vor lokaler Überlastung.

Ein einzelner Reifen kann stärker belastet werden durch:

  • ungleichmäßige Ladungsverteilung
  • unterschiedliche Achsbelastung
  • Fahrbahnunebenheiten
  • Fahrwerksbewegungen
  • Kurvenfahrt
  • teilweise Entlastung anderer Räder
Bei der Reifenwahl sollte deshalb ausreichende Tragfähigkeit pro Rad vorhanden sein – nicht nur rechnerisch genügend Gesamttragfähigkeit über alle vier Reifen.

Warum verändern Bodenwellen die Radlast beim Tandemanhänger?

Fährt nur eine Achse beziehungsweise ein Rad über eine Bodenwelle, verändert sich kurzfristig die Lastverteilung.

Je nach Fahrwerkskonstruktion wird ein Teil dieser Bewegung ausgeglichen.

ebene Fahrbahn = andere Lastverteilung als Bodenwelle, Kante oder Rampe

Dadurch kann ein Reifen kurzzeitig stärker belastet werden als es die statische Rechnung erwarten lässt.

Warum sind Bordsteinkanten bei Tandemanhängern interessant?

Beim Überfahren einer Kante können nicht immer alle vier Reifen gleichzeitig dieselbe Höhe erreichen.

Einzelne Reifen oder eine Achse können dadurch vorübergehend einen größeren Teil der Last aufnehmen.

Ein langsames und kontrolliertes Überfahren von Kanten reduziert unnötige Stoßbelastungen auf Reifen, Felgen, Achsen und Fahrwerk.

Welche Rolle spielt der Reifendruck bei Tandemachsen?

Der Fülldruck beeinflusst, wie stark sich ein Reifen unter Last und Querkräften verformt.

Radlast + Fülldruck + Querkräfte = tatsächliche Reifenverformung

Ein zu niedriger Druck kann die Seitenwandbewegung und Walkarbeit erhöhen.

Beim Tandemanhänger treffen diese normalen Verformungen zusätzlich auf die konstruktionsbedingten Seitenkräfte beim Rangieren.

Der passende Fülldruck beseitigt die geometrischen Querkräfte einer Tandemachse nicht – er sorgt aber dafür, dass der Reifen unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen arbeitet.

Kann mehr Luftdruck das Radieren der Tandemreifen verhindern?

Nein.

Die Ursache liegt in erster Linie in der Achsgeometrie und den unterschiedlichen Kurvenbahnen der beiden Achsen.

höherer Druck ≠ Aufhebung der Tandemachsgeometrie

Der Fülldruck sollte deshalb nicht künstlich erhöht werden, nur um sichtbare Seitenwandbewegungen oder Reifenradieren zu reduzieren.

Entscheidend ist der für Reifen und Belastung vorgesehene Betriebsdruck.

Ist ein besonders steifer Reifen am Tandemanhänger automatisch besser?

Nicht automatisch.

Ein steiferer Reifen kann sich unter Querkräften anders verformen, aber die geometrischen Kräfte verschwinden dadurch nicht.

Entscheidend sind weiterhin:

  • richtige Reifengröße
  • ausreichender Lastindex
  • passende Reifenkonstruktion
  • richtiger Fülldruck
  • geeignete Felge
Ziel ist nicht der möglichst steife Reifen, sondern die technisch passende Bereifung.

Warum können Vorder- und Hinterachse eines Tandemanhängers unterschiedlich verschleißen?

Je nach Achsgeometrie, Beladung und Fahrbetrieb können die beiden Achsen unterschiedliche Kräfte aufnehmen.

Dadurch kann es vorkommen, dass die Reifen:

  • auf einer Achse stärker verschleißen
  • an unterschiedlichen Schulterbereichen Abrieb zeigen
  • nicht exakt dasselbe Verschleißbild entwickeln
Deutlich einseitiger oder ungewöhnlicher Verschleiß sollte jedoch nicht einfach als „normal bei Tandem“ abgetan werden. Dann müssen auch Spur, Achsen, Lager, Druck und Belastung geprüft werden.

Was ist normaler Tandemabrieb und was kann auf ein Problem hinweisen?

Beobachtung Mögliche Einordnung
Leichtes Radieren beim engen Rangieren Kann durch die Geometrie einer Tandemachsgruppe entstehen.
Sichtbare kurzfristige Seitenwandverformung Kann durch hohe Querkräfte beim Rangieren auftreten.
Starker einseitiger Dauerabrieb Kann auf Achs-, Spur-, Druck- oder Belastungsprobleme hinweisen.
Ein Reifen deutlich heißer als die anderen Kann auf unterschiedliche Radlast, Druck, Bremse oder Lager hinweisen.
Lokale Beule oder bleibende Verformung Sollte fachlich geprüft werden und gehört nicht einfach zum normalen Tandembetrieb.

Warum ist die Reifenposition bei Wohnwagen mit Tandemachse wichtig?

Bei größeren Wohnwagen befinden sich schwere Einbauten häufig nicht exakt symmetrisch in der Fahrzeugmitte.

Zum Beispiel:

  • Küche
  • Kühlschrank
  • Wassertank
  • Batterie
  • Gasflaschen
  • Gepäck

können die linke und rechte Fahrzeugseite unterschiedlich belasten.

vier Reifen bedeuten nicht automatisch vier gleiche Radlasten

Warum ist die Belastung bei Pferdeanhängern dynamischer?

Bei Pferdeanhängern kann sich die Ladung während der Fahrt bewegen.

Dadurch entstehen zusätzliche dynamische Laständerungen.

statische Fahrzeuglast + Bewegung der Tiere = wechselnde Radlasten

Bei Tandem-Pferdeanhängern kommen diese Laständerungen zu den normalen Belastungen der Achsgruppe hinzu.

Eine ausreichende Tragfähigkeit pro Reifen ist deshalb besonders wichtig.

Warum verändert ein Fahrzeug auf einem Autotransporter die Radlast stark?

Bei einem Fahrzeugtransporter kann bereits eine relativ kleine Änderung der Position des transportierten Fahrzeugs die Lastverteilung deutlich verändern.

Wird das Fahrzeug weiter vorne oder hinten abgestellt, verändern sich:

  • Stützlast
  • vordere Achsbelastung
  • hintere Achsbelastung
  • Radlasten
Position der Ladung = wesentlicher Bestandteil der Reifenbelastung

Wie lässt sich die tatsächliche Radlast zuverlässig feststellen?

Eine rechnerische Aufteilung liefert eine Orientierung.

Wer die reale Lastverteilung wissen möchte, benötigt eine Messung.

Berechnung zeigt den theoretischen Mittelwert – Wägung zeigt die reale Belastung

Besonders aussagekräftig kann eine radweise Messung sein, weil dadurch Unterschiede zwischen:

  • links und rechts
  • Vorder- und Hinterachse einer Tandemgruppe
  • unterschiedlichen Beladungszuständen

sichtbar werden.

Warum reicht die zulässige Gesamtmasse nicht für die Reifenwahl?

Die zulässige Gesamtmasse beschreibt eine Fahrzeuggrenze, aber nicht automatisch die Last auf jedem einzelnen Reifen.

Gesamtmasse → Achslast → Radlast → benötigte Reifentragfähigkeit

Besonders beim Tandemanhänger kann eine rein pauschale Rechnung über die Gesamtmasse tatsächliche Unterschiede zwischen einzelnen Radpositionen verdecken.

Wie sollte der Lastindex beim Einachsanhänger betrachtet werden?

Die Tragfähigkeit jedes Reifens muss die tatsächlich auftretende Radlast ausreichend abdecken.

Tragfähigkeit eines Reifens ≥ erforderliche Radlast

Bei einer Achslast von 1.500 kg entsteht rechnerisch eine mittlere Radlast von 750 kg.

Die Reifenwahl sollte jedoch nicht nur von dieser idealen Durchschnittsrechnung ausgehen, wenn die tatsächliche Beladungsverteilung deutlich abweichen kann.

Wie sollte der Lastindex beim Tandemanhänger betrachtet werden?

Auch hier muss jeder einzelne Reifen ausreichend tragfähig sein.

Es reicht nicht, nur die vier Tragfähigkeiten zu addieren und mit der gesamten Achsgruppenlast zu vergleichen.

Die Gesamttragfähigkeit aller vier Reifen kann rechnerisch ausreichend sein, obwohl ein einzelner Reifen durch ungleichmäßige Lastverteilung stärker belastet wird.

Kann man bei einem Tandemanhänger Reifen mit unterschiedlichen Lastindizes mischen?

Eine gemischte Bereifung innerhalb einer Achsgruppe sollte nicht nach dem Prinzip erfolgen, dass die Gesamttragfähigkeit rechnerisch irgendwie ausreicht.

Bei der Bereifung sollten insbesondere:

  • Größe
  • Tragfähigkeit
  • Konstruktion
  • Fülldruck
  • technische Vorgaben

für die jeweilige Radposition passen.

Eine möglichst einheitliche und technisch passende Bereifung einer Achsgruppe erleichtert außerdem die Beurteilung von Druck, Verschleiß und Fahrverhalten.

Warum sollte man bei Tandemanhängern alle vier Reifen kontrollieren?

Ein kurzer Blick nur auf den äußerlich gut sichtbaren Reifen reicht nicht aus.

Kontrolliert werden sollten alle vier Radpositionen auf:

  • Luftdruck
  • Profiltiefe
  • Rissbildung
  • Schulterverschleiß
  • Beschädigungen
  • ungewöhnliche Verformung
Gerade Unterschiede zwischen den vier Reifen können Hinweise auf unterschiedliche Belastung oder technische Probleme liefern.

Häufige Irrtümer über Einachs- und Tandemanhängerreifen

Aussage Einordnung
„Beim Einachsanhänger trägt jeder Reifen immer genau die Hälfte.“ Nur rechnerisch bei ideal gleichmäßiger Lastverteilung. Tatsächliche Radlasten können abweichen.
„Beim Tandemanhänger trägt jeder Reifen genau ein Viertel.“ Das ist nur ein theoretischer Mittelwert. Beladung, Fahrwerk und Fahrzustand verändern die reale Belastung.
„Vier Reifen sind automatisch doppelt so sicher wie zwei.“ Nein. Jeder Reifen muss technisch passen und die jeweilige Radlast aufnehmen können.
„Wenn Tandemreifen beim Rangieren radieren, ist die Spur defekt.“ Nicht automatisch. Seitliches Schieben kann konstruktionsbedingt durch die beiden Achsen entstehen.
„Mehr Luftdruck verhindert das Radieren.“ Nein. Die geometrische Ursache der Querkräfte bleibt bestehen.
„Jeder Abrieb bei Tandemreifen ist normal.“ Nein. Starker einseitiger oder ungewöhnlicher Verschleiß sollte technisch untersucht werden.
„Wenn die Gesamttragfähigkeit aller Reifen stimmt, kann kein einzelner Reifen überlastet sein.“ Falsch. Ungleichmäßige Lastverteilung kann einzelne Radpositionen stärker beanspruchen.

So wird die Reifenbelastung bei Einachs- und Tandemanhängern richtig eingeordnet

Gesamtmasse → Stützlast → Achslast beziehungsweise Achsgruppenlast → tatsächliche Radlast → Lastindex → Reifendruck → Fahrbetrieb

Beim Tandemanhänger kommen zusätzlich die besonderen Querkräfte der Achsgruppe hinzu.

Die wichtigste Regel: Die Anzahl der Reifen bestimmt nicht allein ihre Belastung – entscheidend ist, welche Kräfte tatsächlich an jeder einzelnen Radposition auftreten.

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Bei Einachs- und Tandemanhängern müssen Reifengröße, Lastindex, Geschwindigkeitsindex, Reifenausführung und tatsächliche Radlast zusammenpassen.

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Häufige Fragen zu Einachs- und Tandemanhängerreifen

Wie berechnet man die Radlast beim Einachsanhänger?

Als erste Orientierung kann die Achslast durch zwei geteilt werden. Die tatsächlichen Radlasten können durch ungleichmäßige Beladung jedoch voneinander abweichen.

Wie berechnet man die Radlast beim Tandemanhänger?

Die Achsgruppenlast kann zunächst durch vier geteilt werden. Das ergibt jedoch nur einen theoretischen Mittelwert.

Warum radieren Reifen bei einem Tandemanhänger?

Die beiden Achsen möchten in engen Kurven unterschiedlichen Fahrbahnen folgen. Da sie fest in einer Achsgruppe angeordnet sind, entstehen Querkräfte, Reifenverformung und Schlupf.

Ist Reifenradieren beim Rangieren normal?

Ein gewisser Effekt kann bei Tandemachsen konstruktionsbedingt auftreten. Starker oder einseitiger Dauerabrieb sollte trotzdem geprüft werden.

Warum verschleißen Tandemreifen teilweise schneller?

Zusätzlich zum normalen Abrollen entstehen bei engen Kurven und Rangiermanövern seitliche Schlupf- und Reibkräfte.

Kann höherer Reifendruck das Radieren verhindern?

Nein. Der Druck verändert nicht die geometrische Ursache der Querkräfte. Er muss passend zu Reifen und Belastung eingestellt werden.

Tragen bei einem Tandemanhänger alle vier Reifen gleich viel?

Nicht zwingend. Beladung, Fahrwerkskonstruktion, Stützlast, Fahrbahn und dynamische Kräfte können die Lastverteilung verändern.

Warum kann ein einzelner Tandemreifen überlastet werden?

Weil die tatsächliche Last nicht immer gleichmäßig auf alle vier Radpositionen verteilt ist.

Wie erkennt man problematischen Reifenverschleiß?

Starker einseitiger Abrieb, ungewöhnliche Schulterbilder, deutliche Temperaturunterschiede oder bleibende Verformungen sollten technisch geprüft werden.

Wie kann man die tatsächliche Radlast feststellen?

Am zuverlässigsten durch eine geeignete Wägung. Eine radweise Messung zeigt zusätzlich Unterschiede zwischen einzelnen Radpositionen.

Einachs- und Tandemreifen tragen nicht nur Gewicht – sie nehmen unterschiedliche Kräfte auf

Beim Einachsanhänger verteilt sich die Achslast grundsätzlich auf zwei Reifen. Beim Tandemanhänger arbeiten vier Reifen innerhalb einer Achsgruppe – zusätzlich entstehen dort beim Kurvenfahren und Rangieren besondere Querkräfte.

Rechnerische Durchschnittswerte sind deshalb nur der Anfang. Für die tatsächliche Reifenbelastung zählen Radlast, Beladungsverteilung, Fülldruck, Fahrwerk und Fahrbetrieb.

Gerade bei Tandemachsen ist seitliches Radieren bei engen Kurven teilweise konstruktionsbedingt. Ungewöhnlicher oder einseitiger Dauerabrieb sollte dagegen nicht einfach als normal hingenommen werden.

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